Montag, 19. Oktober 2020

Conan Neutron's Dark Passengers

Mit seinem Podcast Conan Neutron's Protonic Reversal ist der aktuell in Milwaukee residierende Conan Neutron - der in der Nuller-Dekade mit einer Band namens Replicator aktiv war und danach für ein paar Jahre mit Victory And Associates - gerade dabei, international sowas wie der Joe Rogan unter Noiserock-/ Punk-/ Grunge-/ Indie-Freunden zu werden.
In hiesigen Breitengraden wiederum bisher wohl noch nicht so richtig bekannt ist sein aktuelles Projekt CONAN NEUTRON & HIS SECRET FRIENDS, das sowas wie Post-Punk/ Noiserock mit einer spaßigen Classic-Rock-Kante kombiniert und in erster Linie gutes Rock’n’Roll-Entertainment sein will.
Mit dabei übrigens: Dale Crover of Melvins Fame am Schlagzeug!

Vergangenen Freitag erschien das neues Album "Dark Passengers" über das geschätzte Label Learning Curve Records und als „Creative Common (NonCommercial-Sharealike)“ lizensiert.
Trotz der Entertainer-Qualitäten von Neutron schlägt das Album etwas ernstere Töne an und  beschäftigt sich u.a. katharsisch mit Themen wie seiner Depression und dem unerwarteten Ableben gleich zweier Freunde.
Etwas schwerere Kost in eh schon etwas schwereren Zeiten also, aber auch gerade deswegen ein sehr aktuelles Album, das in einigen Jahren vielleicht wie eine Zeitkapsel des hinter uns liegenden Seuchensommers wahrgenommen wird...

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Oktober musikalisch noch so…

Mir ist gerade aufgefallen, dass mit ARMORED SAINT und CARCASS gleich zwei Bands aus der Kategorie "Alteisen-Bands, die zu der Handvoll Alteisen-Bands gehören, die ich trotz allgemeiner Abgeturntheit in Sachen Meddl-Szene, Altrocker-Musik, Genre-Geballer etc. nach wie vor verfolge" noch diesen Monat was veröffentlichen werden.

Was das neue ARMORED SAINT-Album betrifft ("Punching the Sky" kommt kommende Woche Freitag via Metalblade), bin ich ja etwas skeptisch, denn die Vorabvideosingles haben mich bisher nicht so wirklich umgehauen.
Aber wenn John Bush singt, bin ich halt dabei…


Was die CARCASS EP betrifft ("Despicable", Nuclear Blast, 30.10.)… So ganz erschließt es sich mir ja nicht logisch, warum man jetzt Corona-bedingt erstmal ‘ne EP anstatt den meines Wissens nach auch schon fertigen Longplayer rausbringt. Aber irgendwas werden sich Band und Label dabei denken.
Das Ding bei CARCASS ist: Interessanterweise scheine ich in meinem persönlichen Bekanntenkreis einer der ganz wenigen zu sein, der deren 2013er Comeback-Album "Surgical Steel" ja irgendwie doch ganz spaßig fand.
Obwohl dabei vieles zusammenkam, auf das ich heutzutage eigentlich nicht mehr so wirklich stehe, bzw. vor den sieben Jahren, die das inzwischen auch schon wieder her ist (!), auch schon nicht mehr so wirklich stand  – sprich ein stilistisch eigentlich schon „wie erwartet“ ausfallendes, typische Versatzstücke bemühendes und etwas steril inszeniertes Metal-Album mit Baller- und Dudel-Parts – fiel das Ganze trotzdem irgendwie so zusammen, dass ich mir das tatsächlich ziemlich gern angehört habe.
Vor allem das megagroovige "Mount of Execution", das mal wieder ziemlich was von Megadeth hat, ist echt ein Mega-Song, und ich bin nun wirklich nicht der allergrößte Megadeth-Fan auf Erden, aber irgendwie fällt mir das an späteren Carcass immer wieder mal auf.
Ich schweife ab. In diese neue EP werde ich jedenfalls auf jeden Fall mal reinhören, in der Hoffnung, dass sie darauf vielleicht wieder mal so ein Teil aus dem Ärmel schütteln.

An dieser Stelle kann man dann auch die ewiggestrigen Boys’n’Gals von Century Media drauf hinweisen, dass selbst Alteisen-Instituionen wie Blade und die noch branchenrisiegeren Blascht ihre Scheiße auf Bandcamp wuppen, aber Ihr immer noch nicht.  
Musste mal festgestellt werden, sorry.

Noch was? Ja, absolut, aber vom Alteisen jetzt noch zu den jungen wilden:
Nach einem Quarantäne-Heimstudio-Dingsbums im Frühjahr, das in seiner Schrulligkeit sympathisch, aber jetzt auch nicht wirklich ein durchgängig essenzieller Hörgenuss war, sind DOPE BODY tatsächlich so richtig mit einem richtigen neuen Album zurück, das am 30.10. auf Drag City Inc erscheint.
Ich erwähne ja immer wieder gern‘ mal, dass deren "Kunk" eines meiner Lieblingsalben des vergangenen Jahrzehnts ist und so wird in "Crack A Light" auf jeden Fall auch vorfreudig reingehört weden:


Ach jau: Von den ziemlich umtriebigen und mehr als brauchbaren Briten-Noiserockern USA NAILS kommt dann außerdem schon wieder was neues und das Kollaborationsalbum von THOU und EMMA RUTH RUNDLE kann man dann auch mal auffem Radar haben.

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Interessante Dinge…

 …die man als geneigter Freund absonderlicherer Krachmusik auf dem Radar haben sollte, passieren diesen Hebst auch schon wieder so einige:

Z.B. in Lager von Lieblingsbands wie…

…KILLING JOKE:
Der in Interviews wie immer gut durchgeschossene Jaz Coleman bringt nun auch ‘ne scharfe Sauce raus.
Zum Weihnachtsgeschäft gibt’s bei Spinefarm Records diverse Reissues, z.B. vom diese Woche 40 Jahre alt gewordenem Langspieldebüt, z.B. von der vor sieben Jahren nur als CD erhältlichen Singles Collection nun auch auf Vinyl und vom Megaalbum "Pandemonium", dessen letzte Vinyl-Reissue 2008 erschien und bei Discogs für’n Hunni geht.
Anfang kommenden Jahres soll angeblich wieder rausgekramtes Material eines Frühneunziger-Kollaborationsprojekts mit Joy Division- bzw. New Order-Leuten erscheinen. What? Ja, angeblich ja.
Und Basser Youth veröffentlicht mit "Electronic Manipulation" am 06.11. ein Trance-Techno-Soloalbum, nachdem in diesem Jahr bereits ein paar
EPs und Einzeltracks rein digital erschienen...

…VOIVOD:
Ich hab das letzte Woche so ähnlich schon auf Facebook gesagt, aber wenn ich mal gaaanz ehrlich bin, brauche ich von dieser aktuellen VOIVOD-Inkarnation ja nicht so wirklich dringend auch noch 'nen Live-Album.
Da es mich beim live dabeisein allerdings in jüngerer Vergangenheit ziemlich erfreut hatte, dass unerwarteterweise auch schon mal 'ne geile "Outer Limits"-Nummer wie "Lost Machine" in der Setlist landete, die jetzt auch Titeltrack und Vorabvideosingle eines Ende November natürlich via Century Media erscheinendem Livbe-Albums ist, werde ich als willenloser Fanboy vermutlich doch auch einknicken, mir das ins Regal stellen zu müssen.



...FUCK THE FACTS:
Wer diesen Blog schon länger verfolgt weiß, dass die kanadischen Prog-Deathginder mit dem etwas beknackten Namen einer meiner absoluten Faves in Sachen Baller-Gröl-Musik sind und ich der Meinung bin, dass die Metal- und Ballermusik-Allgemeinheit diese großartige Band leider nicht adäquat zu würdigen weiß.
Es ist länger her, dass sie zuletzt etwas veröffentlichten, aber es gibt sie in einem etwas reduziertem Line-Up immer noch. Und am 20.11. erscheint "Pleine Noirceur", laut Band eher sowas wie eine Zusammenfassung von eigentlichem EP-Material anstatt ein kohärenter Longplayer, da eine Sammlung von Songs, die sich im Laufe der letzten Jahre angehäuft haben und die teilweise etwas experimenteller ausarten.
So hat die Vorabvideosingle des Titeltracks auch eine überraschend starke Post-HC-Schlagseite, die nicht wirklich durch den hektischen ADHS-Stil wütet, den man zuletzt von ihnen gewohnt war. Und wisst Ihr was? Mir gefällt das sehr gut!
Passt auch irgendwie prima dazu, dass sich auch Napalm Death und Pig Destroyer auf ihren aktuellen Veröffentlichungen von anderen, experimentelleren und auch schon mal das Tempo rausnehmenden Seiten zeigen. In Zeiten, in denen mir der Sinn nicht so wirklich viel nach Geballer und Gegröle steht, kommen mir meine langjährigen Lieblingsbands in Sachen
Geballer und Gegröle also interssanterweise stilistisch ziemlich entgegen...



Noch was? Ja, hier noch ein paar lose Notizen:


Mittwoch, 30. September 2020

I Can Shit Anywhere

Ich glaub', ich hab' das so ähnlich nicht nur einmal schon mal gesagt, aber ich sag's auch gerne noch mal: TONGUE PARTY's "Looking For A Painful Death' ist wohl nicht nur mein Lieblingsalbum Jahrgang 2018, sondern wahrscheinlich auch mein Lieblingsalbum des vergangenen Jahrzehnts bzw. noch anhaltend dieser Ära.
Es ist echt, als hätten heutige Jungspunde alles, was an den frühen bis Mittneunzigern eben doch ziemlich geil war (Melvins, Helmet,
Unsane, Prong, Fudge Tunnel, Snapcase...) mit etwas zeitgemäßerem Weirdo-Aggro-Gitarrenkrach (Ken Mode) durch den Hochleistungsmixer gerührt, um das Ganze dann mit unbekümmerter Punk-Attitüde, etwas unorthodoxen Songarrangements und adoleszentem Sturm-und-Drang-Energielevel als gänzlich eigenes Biest mit extra-viel Tempo auf die Welt loszulassen.
Etwas derartiges, das mich so dermaßen "wie für mich gemacht" flasht - weswegen ich es regelrecht süchtig rauf und runter hören musste, ohne dass ich an irgendeinem Punkt genug davon gehabt hätte - das hatte ich bis dato schon länger nicht mehr wahrgenommen und werd's in diesem Leben vielleicht auch kein weiteres mal mehr.

Und deswegen ist's mir tatsächlich auch den Extra-Blogpost dazu wert, dass noch eine Nummer des Albums gerade einen verspäteten Videoclip bekommen hat, der (selbst)ironisch das aktuelle gesellschaftliche Klima in den USA widerspiegelt:

Ganz, ganz, ganz großartige Band!

Sonntag, 27. September 2020

Konservierte Quarantäne-Streams & Corona-Konzerte 11/2020

Lange keinen mehr gemacht, aber es sind kürzlich mal wieder 'nen paar coole Sachen passiert:

BLOOD INCANTATION, eine der wenigen jüngeren Death-Metal-Bands, die man wirklich kennen muss, haben ein Proberaum-Konzert gespielt und gestreamt: 


Bei Cvlt Nation's Sonic Unrest Vol. 3 spielten außerdem die griechischen Astro-Grinder DEPHOSPHORUS ein Proberaum-Konzert:


Der gleiche Event bietet übrigens auch noch Online-Auftritte von BLACK HELIUM, CORROSION, OHYDA und NON SERVIAM.
Auf den entsprechenden Youtube-Seiten findet man wieder Infos, wie man das Ganze mit ein paar Euros supporten kann.

Und Samurai Music, das essenzielle Label für düsteren, minimalistisch-progressiven Drum'n'Bass, hat einen Online-Showcase veranstaltet, mit dabei u.a. LAST LIFE, TORN, BABY T, DJINN, THE UNTOUCHABLESARTILECT, ANTAGOMNIST und Label-Betreiber PRESHA
Die gesammelte Konservierung soll wohl nicht ewig online bleiben:

Montag, 14. September 2020

Krachmusik 2020, eine Miniquartalsbilanz...

Ich stelle fest: In der zweiten Hälfte der neuen Pig Destroyer-EP gibt’s coole Industrial-/ Ambient-/ Noise-Experimente inkl. Gastauftritt meines alten Helden Iggor Cavalera zu bestaunen, was mich tatsächlich irgendwie anspricht.
Das kommende Napalm Death-Album lässt mehr denn je Gangarten mit Postpunk-/ Noiserock-Schulterblicken Richtung Killing Joke oder auch Swans u.ä. durchblitzen, was wirklich total mein Ding ist.
Justin Broadrick fabriziert jetzt ja auch wieder Drum’n’Bass, was ich generell und in der Kombination auch ziemlich super finde,
Und dann hätten wir ferner noch Christian Kolf, bekannt u.a. von den grandiosen Schräg-Düstermetalllern Valborg, von denen ich bekanntlich echt Fan bin, der neuerdings auch noch so eine Art von Industrial-Outlet am Start sowie auch noch ein Richtung Alternative-/ Noiserock gehendes Bandprojekt hat, wofür ich ihn in beiden Fällen mal wieder schätzen muss.
Finde ich gerade ja mal eigentlich echt ganz geil, dass sich Teile des musikalischen Mikrokosmos meines nerdigen Underground-Bubbles in die Richtungen bewegen, die mir aktuell ziemlich entgegenkommen.

Apropos: Wenn hier bei diesem Blog in letzter Zeit weniger passiert/e liegt das im Übrigen - neben einer neulich schon angedeuteten generellen Blog-Unlust derzeit - mit daran, dass bei mir in Hinblick auf eigene musikalische Aktivitäten in diesem Jahr so einiges passiert ist, inkl. Corona-gerechter Konzerte usw.
Da ich nicht aus Aberglauben sondern tatsächlich aufgrund von gewissen Erfahrungswerten an sowas wie den „Bundy-Fluch“ glaube (heißt: sobald ich hier jetzt sowas äußern würde wie, dass es ja mal ganz gut liefe , dann wird das Murphy'sche Karmaficker-Gesetz einem ‘nen halben Tag später die nächste Pleiten-Pech-Panne um die Ohren hauen...) muss ich das jetzt mal etwas vorsichtig formulieren, aber sagen wir es mal so: So bekackt uns die Welt dieser Tage auch vorkommen mag, es gibt sie ja durchaus, die Dinge an denen man sich persönlich hochhangeln kann….
Jedenfalls sorg(t)en besagte Aktivitäten eigener Lärmerei dafür, dass ich abseits von Proberaum, Tonstudio und Bühne dann halt auch mal Bock habe, keinen weiteren Krach um die Ohren zu haben, weswegen sich der anderweitige Musik-Konsum dadurch auch schon mal ein bisschen hinten anstellen muss.
Was im Übrigen nicht heißt, dass ich keine Musikneuerscheinungen mehr kaufen würde, tatsächlich ist ein Freizeitprojekt, dass ich wahrscheinlich noch diese Woche angehen werde, eine Umräumaktion in meinem Wohnzimmer, weil ich ans Plattenregal anbauen muss (nicht lachen, es ist echt wahr).
Aber dazu, Musikmagazin spielen zu müssen, dazu verspüre ich im Moment erstmal keinen allzu großen Trieb mehr. Wollt’s nur noch mal loswerden.

Was neben der neuen Napalm Death eine der nächsten Platte sein wird, die im vergrößerten Regal landen wird, das sei an dieser Stelle dann aber auch noch erwähnt: Ende des Monats erscheint auf Samurai Music mit "Recon" das auch haptisch erhältliche Langspieldebüt von Last Life alias Mauro Picciau aus Italien. In diesem Jahr gab’s auf seiner Bandcamp-Seite nämlich schon gleich zwei rein digitale EPs (nachdem auch letztes Jahr schon eine sehr überzeugte), deren reduzierter Halfstep-Drum’n’Bass mit dystopischen Dark-Ambient-Anwandlungen ziiieemlich gut umgesetzt ist, weswegen ich auf das Album echt relativ großen Bock habe.

Sonst noch was?
Ja: Mein Lieblingslabel in Sachen Geballer, 7 Degrees Records, hat gerade mal wieder ein Album der griechischen Astro-Grinder Dephosphorus (Bandcamp / Label-Shop) rausgebracht, Anfang des Monats gabs auch schon eines der französischen Powerviolence-Truppe bain de sang (Bandcamp / Label-Shop) und im Oktober kommt das langerwartete Langspieldebüt der Hamburger Dark-Crusties(?) Kratzer (Bandcamp / Label-Shop).
Supportet den auch bei Keitzer bassenden Sieben-Grad-Simon bei dem, was er für den Underground tut, denn er ist einer von den guten!

Soweit, Leude. Bleibt gesund!

Montag, 31. August 2020

Mutants Of The Monster Virtual Festival

Muss man auch mal drauf hinweisen: Am vergangen Wochenende fand Übersee das zweitägige Streaming-Festival MUTANTS OF THE MONSTER statt.
Besonders erwähnenswert, zum ersten: Dafür tauchten die eigentlich aufgelösten, äußerst Krach-und-so-geschätzten Prog-Sluge’n’Stoner-Metaller HULL mal wieder aus der Versenkung auf!
Besonders erwähnenswert, zum zweiten: Die ebenfalls vertretenen SIX KILLS NINE, bei denen sich gleich zwei Mitglieder der noch
Krach-und-so-geschätzteren Keelhaul und Child Bite-Fronter Shawn einfinden!
Und natürlich waren auch noch andere gute Bands dabei, bzw. sind es konserviert immer noch, wie z.B. THE BODY, REDBAIT oder EYE FLYS…
Enjoy: