Samstag, 9. November 2019

Noiserock-November Review-Rundumschlag (1)

Noiserock-November! Diesen Monat kamen bisher bereits raus:

BEDTIMEMAGIC - Pillow Talk
Dafür, dass die Bostoner Duoformation BEDTIMEMAGIC auch schon 'ne Weile dabei ist, dafür hat man sich dann ja doch ziemlich viel Zeit mit diesem Langspieleinstand gelassen.
Musikalisch orientiert man sich dabei ziemlich am kantig rumpelbratenden Unsane-Sound, rückt jenen allerdings ein Stück weit in Regionen auch mal etwas wirrer um die Ecke lärmenden Post-Hardcores.
Dabei entpuppen sie sich auf voller Distanz des Tonträgers zwar so ein bisschen als One-Trick-Pony, was aber wohl auch mit in der Natur der etwas eingeschränkten Instrumentierung liegen dürfte.
Wer auf Krachmaten von Karp über Ken mode bis Keelhaul steht sollte hier mal ein Ohr riskieren.


BRONZED - Bronzed EP
Das noise...eh, neuste Ding aus der Leeds-Clique sind BRONZED. Mitglieder von Cattle und The Physics House Band fabrizieren auf dieser selbstbetitelten Debüt-EP drei Songs lang aggressiv-brachialsten, angeschrägten Post-Punk, der mit der rauen Energie einer Live-Aufnahme wie eine Disco-Beat-Version von Unsane nach vorne stolpert. 
Geil?!

BUMMER - Thanks For Nothing (7'')
Das BUMMER-Langspielalbum "Holy Terror" fand ich seinerzeit ja leider nicht ganz sooo zwingend wie das jeweils noch viel irrer klingende Material der "Spank" EP oder der Split mit den ebenfalls sehr brauchbaren Pinko.
Auf diese 7'' hat man mal eben zwei neue Songs auf die A-Seite und auf die B-Seite ein neulich schon mal digital veröffentlichtes Cover von Marilyn Manson's "The Beautiful People" und 'ne Demo-Version der "Holy Terror"-Nummer 'King Shit' gepresst. Und das hat alles tatsächlich wieder etwas mehr vom tollwütigen Wahnsinn metallischen Rüpelrocks ohne Selbstkontrolle, den ich auf dem Langspieler irgendwie vermisst habe. 
Willkommen im Neandertal!


CUNTS - Cunts
Typen von u.a. Retox, Qui und Hepa.Titus (nein, nicht Kevin selbst) haben sich als CUNTS zusammengetan, um sowas wie weitgehend schnörkellosen Rotzrock und ruppigen Hardcore-Punk zu fabrizieren, der zwischen 'nem Hauch von early Turbonegro-Aura, noisigem Feedback-Gequietsche und gelegentlichen Highspeed-Ausbrüchen bis in grindige durchaus Laune machen kann, hat man denn Bock auf sowas (ich gerad' mehr so mittel).
Kommt über Ipecac.


DJUNAH - Ex Voto
Warum genau man DJUNAH an anderen Stellen unbedingt in die Schublade #Noiserock stecken muss, verstehe ich ehrlich gesagt nicht so wirklich, denn ich würd's eigentlich eher nicht tun. Da "Ex Voto" allerdings dennoch ein wirklich gutes Album härter, schmutziger, durchaus AmRep-/ SubPop-kompatibler Rockmusik ist, sei trotzdem mal drauf hingewiesen.
Handwerklich ist das Duo ziemlich gut und die nicht nur Gitarre spielende und singende, sondern teilweise auch noch dazu mit den Füßen Pedal-Bass spielende Donna Diane ist eine durchaus talentierte Songwriterin, die verschiedenste eigenständige Gangarten drauf hat und dabei auch gerne mal eher rau als gefällig tönt.
Man hat echt schon schlechteres gehört! 


Re-Release
EASY ACTION - Friends of Rock & Roll
Eigentlich macht sowas mehr als Vorankündigung denn als Rückbetrachtung Sinn: In Zusammenarbeit mit AmRep-Hazelmyer, der welche seiner berüchtigten handgemachtgen "Art Editions" dazu fabiziert hat, die dann natürlich auch wieder an einem Mittag US-Zeit direkt ausverkauften, haben Reptilian Records das 15 Jahre alte "Friends of Rock and Roll" von EASY ACTION neu aufgelegt.
EASY ACTION? Das war 'ne Band von John Brannon (Negative Approach, Laughing Hyenas) und dass der Bandname auch der Titel eines frühen Alice-Cooper-Albums ist kommt dabei nicht von ganz ungefähr, denn man rockt mit Detroit-Vibe.
Die "Crimson Vinyl" Edition ohne Haze-XXL-Voodoo müsste noch erhältlich sein.

FAKING - No Comfort
Irgendwie liebe ich dieses unbestimmte Post-Hardcore-/ Noiserock-Berumudadreieck, das solche Bands wie FAKING ausspuckt, die wie Fugazi mit sich gelegentlich abzeichnenden Unsane-Eiern oder 'ne Kraftmeier-Version von Jesus Liz klingen und mich an Zeiten erinnern, in denen sowas wie Helmet und Quicksand die Bands waren, die von der kleinen aber feinen gemeinsamen Schnittmenge der Visions-, Ox- und RockHard-Leser gehört wurden.
"No Comfort" mag jetzt vielleicht kein nachhaltiger Album-des-Jahres-Kandidat sein, aber in dem Moment, in dem es läuft, finde ich es ziemlich super...


LIVE SKULL - Saturday Night Massacre
Sie kommen halt alle wieder... Im Anschluss an ihr Mitwirken beim Jubiläum des BC Studios und parallel zu Remaster-Reissues ihrer alten Alben gibt's nun tatsächlich auch ein Neuzeit-Album der ursprünglich 1982-1990 aktiven LIVE SKULL, damals auch mal "New York No-Wave"-Peers von Swans und Sonic Youth.
LIVE SKULL waren in diesem Kontext schon immer die konventionellere Rockband, von außen betrachtet wiederum dann allerdings wohl dennoch eine mit experimentell angehauchtem Gitarrensound.
Heutzutage mag sich der schraddelige Psych-Garagenrock der Altherrentruppe zugegeben nach nichts groß besonderem mehr anhören, aber man merkt schon, dass hier Könner am Werk sind.


MARTIN BISI - Soliste
Apropos BC Studio: MARTIN BISI himself hat wohl das Momentum der aktuellen Aufnerksamkeit auf ihn ausgenutzt, sich selbst ein Soloalbum plus Live-Umsetzung zu gönnen.
Dabei macht er seinem Image als früher Weggefährte von avantgardistischen Indierock-Vorreitern wie Sonic Youth und Undergound-Ikonen wie Lydia Lunch alle Ehre, denn "Soliste" ist ein ziemlich schräger Trip ins Zappa-esque zwischen Psychedelic-Rock und Alptraum-Oper. Wer die fast zwanzigminütige Schlussnummer durchsteht, der ist auf jeden Fall schon im Expertenlevel unterwegs.


to be continued

Freitag, 8. November 2019

Danke?! (my god is a handsome god!)

Noiserock-November: THANK spiel(t)en ihren ersten und bisher einzigen Gig in germanischen Breitengraden im Solinger Waldmeister und somit tatsächlich in einer schnuckligen Bude, die ich in immerhin einer knappen Stunde Autofahrt erreichen kann? Ey, da bin ich doch auf jeden Fall dabei!

Bevor wir zu eigentlichen Hauptattraktion kommen, seien aber natürlich noch ein paar Worte zur Vorband SELFIE MIT STALIN.verloren: Es scheint ja jetzt neuerdings tatsächlich sowas wie "Hipster-EBM" zu geben. Die Schublade ist auf, ich steck' das Düsseldorfer Duo rein. 2-3 Songs lang fand ich das ja tatsächlich sympathischer als mir in diesem Leben die zweihundertsten Vintage-Rock-Schnarchnasen, Indiepop-Schwiegersöhne oder einfallslose Ruhrpott-T(h)rasher geben zu müssen, 4-5 Songs und ein paar technische Patzer weiter war's dann aber irgendwann auch mal ehrlich gesagt genug mit 80er-Reminiszenzen und Dé·jà-vu-Momenten in Richtung früher Krupps, Front 242 und DAF. Und 45 Minuten waren für 'ne Vorband an 'nem Werktagsabend an so 'nem Ort ehrlich gesagt auch zehn zu viel...

Zumal THANK dann glaube ich nicht mal so lange spielten. Nach Lightning Bolt am Vorabend jedenfalls schon die zweite Spezialistenkrach-Band, von der ich das Live-Erlebnis zum neuen Release zeitnah direkt dazukriege, heutzutage echt keine Selbstverständlichkeit...
Die Bühne ist mit Schlagzeuger, tänzelndem Bassisten, gleichzeitigem Gitarrist und Tastenmann und zweitem Tastenmann bzw. Noise-Knöpfchendreher gut voll, also wandert der Frontmann Freddy Vinehill-Cliffe vor dieser hin und her.
Sorry, wenn's jetzt stereotyp wird, aber jener hat schon in seinen jungen Jahren eine Ausstrahlung als „Gentleman-Proletarier“, wie sie wirklich nur Briten haben können und wird mit ziemlicher Sicherheit mal zu einem ganz, ganz großen Rock'n'Roll-Entertainer. Und nippt im Laufe des Gigs dann tatsächlich auch immer wieder mal an einer Teetasse...
THANK verzücken derweil mit einer eigenwilligen Mixtur aus Disco-Rhythmen und Krach,  mit Songs, die gleichermaßen eingängig wie abweisend sind.
'Commemorative Coin' von der aktuellen 10"-EP "Please" ist ein Megasong zum Booty shaken und die sarkastische Hymne 'Punching Bag' ist ganz ohne Witz einer der allgemein unbemerkt größten Songs der letzten Jahre.

Sensationelle Band! Einfach nur sensationell! 
Bitte bald wiederkommen! 
Und können wir dann jetzt außerdem bitte auch noch 'ne Vinyl-Reissue des "Sexghost Hellscape"-Tapes kriegen?

Donnerstag, 7. November 2019

How Is This Going To Make It Any Better? (72%)

Noiserock-November: Eine Veröffentlichung von Mitte September, auf die ich gerne noch mal eben eingehen würde bevor sie untergeht ist "How Is This Going To Make It Any Better?" von 72%
Als Tape und Download via Hominid Sounds veröffentlicht. Ein Label, das im Übrigen Leute von Terminal Cheesecake, Casual Nun und Petbrick betreiben.



Alte Musikjournalisten-Masche: Wenn man sonst wenig zu sagen hat, kann man den Platz auch prima mit Namedropping füllen, weswegen wir zum britischen Noiserock-Trio 72% mal eben folgende, je nach Perspektive ja doch recht erwähnenswerte Randnotiz abhaken: 
Joe Brown, einer von zwei Gitarristen der Band aus Northampton, kann sich in seinen jungen Jahren bereits die Referenz auf die Fahne schreiben, das eine oder andere
gemeinsame Musikprojekt mit dem großen Alan Moore fabriziert zu haben (und zum "Mandrillifesto" gibt es dann übrigens auch noch einen Remix von Killing Joke's Youth! Wenn ich Euch erklären muss, wer diese Menschen sind - gtfo!). 

Auf die über weite Strecken instrumentale, vereinzelt aber auch durch Gebrüll garnierte Musik von 72% wiederum trifft so ein gewisses Naturgesetz zu: Britische Rockbands klingen oft irgendwie rauer, bzw. stellen gerne mal auffälligere Ecken und Kanten zur Schau als amerikanische oder mitteleuropäische. Warum genau das so sein mag, das überlasse ich jetzt gerne mal Kultursoziologien und Historikern. Aber da ist seit eh und je was dran und 72%‘s "How Is This Going To Make It Any Better?" bekräftigt mich darin, an diesem Klischee festzuhalten.
Ein Großteil des Albummaterials lärmt im schädelspaltenden Brachialsound mit eher atonalen und krummen Mustern um die Ecke.. Es gibt psychedelisch anmutende Verschnaufpausen, doch jene sind Ruhen vorm nächsten Sturm. Besonders geil finde ich persönlich Nummer wie 'Holy Shit', bei denen das Trio wirklich, man verzeihe mir die Floskel, wie eine gut geölte Maschine zusammen groovet.
Und wenn man dann glaubt, langsam alles gehört zu haben, fällt das Ganze gegen Ende des Teils noch zusehends in jazzige Friemeligkeiten, um dann abermals bei was noch brachialerem rauszukommen und sich den vermeintlich „normalsten“ Song dank durchgängiger Schrei-Vocals als Finale aufzubewahren.
Vergleiche? Ja puh. Mir fallen vor allem Caspar Brötzmann Massaker, Gore, Zeni Geva, vielleicht noch frühe (!) Dysrhythmia und irgendwas aus der Skin Graft Records Ecke ein.
Ob es macht, dass ich mich besser fühle, da bin ich mir ehrlich gesagt tatsächlich nicht so sicher, aber man sollte dieses Teil als Freund wirklichen Krachs auf jeden Fall auf dem Schirm haben!

die Schallzitadelle aus dem Phantasie-Imperium (Lightning Bolt)

Noiserock-November: Tatsächlich endlich mal LIGHTNING BOLT live gesehen!
Auf vergangenen, oft kurzen Europa-Touren hielt das Duo nämlich meistens nur werkstags entweder in Berlin oder Leipzig, aber mit dem Kölner Gebäude 9 (frisch renoviert!) war diese Woche dann tatsächlich nach all den Jahren auch endlich mal ein nordrheinwestfälischer Veranstaltungsort an der Reihe. Weswegen man mit mehr Andrang gerechnet hatte, als letztendlich so gegeben war, andererseits war das allerdings aus folgendem Grund auch nicht weiter schlimm: Die Band spielt auf dem Boden vor der Bühne. Heißt im Endeffekt, ab Halbkreisreihe fünf sieht man sie nicht mehr wirklich. Ein Konzept, dass man nochmal durchdenken und an örtliche Gegebenheiten anpassen sollte, finde nicht nur ich.


Zum Gig selbst: Gute Wahl, mit dem "Fantasy Empire"-Eröffnungsdoppel 'The Metal East' und 'Over The River And Through The Woods' zu starten. Der Groovepart von letztgenanntem wird wesentlich schneller aus bei der Albumversion rausgerumpelt und gibt dem Ganzen direkt noch mal eine Extradimension an Wahnsinn. Vom noch ziemlich frischen aktuellen Album gibt's u.a. das knackige knallende 'Air Conditioning' vor den Latz und von da an arbeitet sich das Duo im letzten Drittel des Konzerts tiefer in älteres Material zurück.
Drummer/ Sänger Brian Chippendale trägt wie erwartet einen komischen Lappen von Maske, an den ein Mikro getackert ist und macht zwischen den Songs irgendwelche Sperenzchen mit Hall-Effekten. Basser Brian Gibson ist neben der wilden Chippendale-Darbietung irgendwie einfach nur auch mit dabei, sein Sound scheint aber im Laufe des Abends noch immer mächtiger, lauter, brummender und wummernder zu werden.
Die Energie von LIGHTNING BOLT ist dabei eine ganz spezielle, genauso wie der Sound der Band recht eigen ist. Es ist ein Spaß an brachialer Lautstärke und an Zerstörung, an Schalldruck und an (hektischem) Rhythmus, der durch und durch positiv und humorvoll durchsetzt ist, anstatt irgendwelche asozialen Aggro-Assoziationen zu kultivieren. Sowas ist mir manchmal bis oft die liebste Musik und ich könnte mir das Ganze, wenn’s drauf ankäme, tatsächlich in ein paar Tagen schon wieder ansehen. Dann aber bitte in einer Location und mit einem Aufbau, der für die meisten Anwesenden irgendwie besser funktioniert...
 
Ach ja, ‘nen Support-Act gab’s auch: Die Techno-/ Surreal-Pop-Halbplayback-Performance der Isländerin DJ. FLUGVÉL OG GEIMSKIP hatte was psychedelisches und auch dadaistisches bis gagaistisches. Die Gute wirkt, wie sie da in ihrem Glitzerkleid über die Bühne tänzelt bis wütet so ein bisschen wie aufgrund eines Drogenproblems frisch vom Job als Kinderfernsehenmoderatorin gefeuert auf den Rest der Welt losgelassen. 
Amüsant und kurzweilig? Ja, absolut. Und in dieser ungenierten Vollbeklopptheit irgendwie auch sympathisch. Müsste ich mir das auch zu Hause anhören? Ja puh, ja ne.  

Montag, 28. Oktober 2019

Essenzielles im Oktober (Review-Rückschau)

Der in Kürze hinter uns liegende Monat hatte einen ganzen Haufen an schon im Vorfeld sehr vielversprechenden Neuerscheinungen Krach-und-so-relevantester Markennamen zu bieten, den wir dann jetzt hiermit auch mal abarbeiten:



COILGUNS - Watchwinders
Es besteht wirklich überhaupt kein Zweifel daran, dass COILGUNS eine der aktuell besten und wichtigsten Bands überhaupt sind. (Was die krampfhaft an ihrer stetig schwindenden Restrelevanz festhaltende Musikpresse mit Redaktionssitzen in Dortmund natürlich mal wieder verpennt.) COILGUNS sind 'ne furiose, raue, krachig-brachiale Rock'n'Roll-Angelegenheit, dabei aber trotzdem irgendwie auch progressiv. Sie strahlen 'ne Weirdo-Aura aus und ihre Live-Shows haben was unberechenbares. Es schwingt bei ihrem, zwischen Hardcore-Punk, Noiserock und Math-Sludge nur schwer definitiv zu kategorisierendem Geballer und Gebrüll (samt ungewöhnlicherer Instrumentierung mit Orgel statt Bass) ein Schiss auf szenische Konventionen mit, der's extra-sympathisch macht. Was Big Black oder The Butthole Surfers in den Achtzigern, The Jesus Lizard in den Frühneunzigern, in den Spätneunzigern evtl. mal kurz Refused und in den frühen Nuller-Jahren dann vielleicht The Dillinger Escape Plan waren, das sind jetzt gerade diesem Moment COILGUNS. Das wildeste und dabei auch interessante, dem man sich dieser Tage an Gitarrenkrachmusik aussetzen kann, mit einem extrabekloppten Frontmann.
Im Direktvergleich mit dem starken Vorgänger "Millennials" geht mir das etwas kruder geratene "Watchwinders" glaube ich nicht ganz so gut rein - dass es aber eben auch anders klingt, irgendwie noch punkiger und irgendwie noch weirder, ist cool. Und das hymnische letzte Drittel des Titeltracks ist einfach nur herrlich.
Nennt mir irgendeine andere aktuelle Post-/ Hardcore-/ Punk-Band, die eine derart entfesselte Energie freisetzt und dabei auch noch mit der herrlich verschrobenen Eigenidentität komplettverstrahlter Vollblutkünstler aufhorchen lässt? Deren katharsische Kaputtheit und chaotische Rauheit irgendwie auch trotzdem noch als good clean Family Entertainment mit 'nem Augenzwinkern durchgeht? Kennt Ihr 'ne andere? Eben.



COLD IN BERLIN - Rituals Of Surrender
Doch mal wieder Bock auf zeitgenössischen Doom Metal? COLD IN BERLIN's neustes Album scheint zufälligerweise in einem knappen Zeitfenster erschienen zu sein, in dem ich zwischen AmRep-Revival,
Drum’n’Bass-Geklopfe, Grind-Blastbeats und Industrial-Krach dann ausnahmsweise auch mal wieder einen Platz für Roadburn-Metal der pathetischeren Sorte frei hatte. 
Man sollte allerdings bei dem, was an dieser britischen Band von einigen Seiten als „Stoner-Goth“-Hybrid aus fuzzy Heavy-Doom und gloomy Post-Punk/ Dark-Rock ziemlich abgefeiert wird, den Siouxsie-and-the-Banshees-Einschlag jetzt meiner Meinung nach auch nicht überbewerten. Denn im Grunde genommen fabrizieren die noch relativ jungen Leute nicht mehr und nicht weniger als etwas, das in meinen Ohren jetzt nicht sooo weit von The Wounded Kings zur Sharie-Neyland-Phase, Windhand o.ä. entfernt ist.
Warum solche Musik für mich gerade auch mit weiblicher Singstimme besonders gut funktioniert, das kann ich Euch nicht wirklich rational erklären, aber da ist halt irgendwie irgendwas, das Jex Thoth, Subrosa, Avatarium
oder o.g. Bands haben, das mir an Candelmass, The Skull oder Lord Vicar eher fehlt. In diese Reihe können wir auch COLD IN BERLIN stellen!



KIM GORDON - No Home Record
Keine Ahnung, warum ich - als jemand, der jetzt kein Riiieesen-Fan von Sonic Youth ist, sie jedoch irgendwann dann doch mal ein wenig zu schätzen lernte und das eine oder andere Album (jedoch beileibe nicht alle) ganz gern mag – bisher noch nie einen großartigen F**k auf weiteres von Thurston Moore oder Lee Ranaldo gegeben habe, dem ersten regulären Soloalbum von KIM GORDON wiederum dann aber direkt sehr interessiert  gegenüberstand. Möglicherweise aus Zeit-/ Quantitäts-Gründen, weil es somit ja das erste seiner Art ist, was den Einstieg einfacher macht. Vielleicht ja ferner tatsächlich auch, weil meine Sympathie bei dieser ganzen Ehe- und Band-Split-Geschichte eher auf die Seite der, hinter ihrer vermeintlich unnahbaren Coolness-Fassade recht bescheidenen und sehr nachvollziehbare Ansichten vertretenden Gordon fällt, als auf die vom offensichtlichen Midlifecrisis-Groupie-Fremdgänger Moore. Ganz bestimmt allerdings zum Teil auch deswegen, weil mich einige im Vorfeld dazu gelesenen Stichworte sehr neugierig auf das Teil machten. 
Zwischen ursprünglichen Jazz-Ambitionen und katharsischen Hip-Hop-Einflüssen, zwischen elektronischen Sound-Experimenten und erwartetem Indierock (allerdings eher in der Unterzahl) ist Gordon bei der Verarbeitung einer unangenehmeren Lebensphase mit "No Home Record" auf jeden Fall eine interessante und packende Songsammlung gelungen.
Der Opener 'Sketch Artist' (s.o.) fasziniert z.B. direkt als so 'ne Art durcher Industrial-Hip-Hop mit Streicher-Einsatz, das folgende 'Air BnB' wiederum tönt nah an dem schrägen und doch irgendwie eingängigem Noiserock früherer Sonic Youth. 
Man weiß, was sie mit ihren faktisch zu Protokoll gegebenen Hip-Hop-Einflüssen und Jazz-Schulterblicken meint, wenn sich folgende Tracks ferner mit pumpender Rhythmusarbeit (rockig treibend: 'Murdered Out') und/ oder pluckernden und brummenden Elektro-Sounds (weird: 'Paprika Pony', 'Don't Play It', Cookie Butter) in angedeuteten Schieflagen ergehen, bevor dann wieder sowas wie ein punkiger Rocksong aus ihr rausbricht ('Hungry Baby') oder es sogar mal Richtung Ambient-Drone ('Earthquake') geht. Der 'Get Yr Life Back' betitelte Schlusstrack unterstreicht die ganze Ambivalenz und Indifferenz, die im gleichermaßen selbstbewussten wie zerbrechlichem "No Home Record" steckt, dann auch noch mal besonders.
Und sie hätte es sowohl sich selbst als auch uns auf jeden Fall einfacher machen können, als mit diesem zuweilen etwas abweisenden Teil. Was man zu würdigen wissen muss!




KAFFEE UND KUCHEN - Sahnestücke
Natürlich sind KAFFEE UND KUCHEN alles andere als eine gewöhnliche Band und so steckt hinter "Sahnestücke" natürlich auch alles andere als ein normales Album, sondern eine adäquate Dokumentation des Wahnsinns aus verschiedenen Perspektiven:
Live-Aufnahmen von KuK wurden in ein paar Fällen von ihnen selbst, in vielen weiteren dann aber auch noch von anderen Experimentalkünstlern, Krachmusikern und sogar Poeten irgendwie geremixt oder neuinterpretiert, darunter u.a. Carsten Vollmer, Philip Nußbaum, Gehirn. Implosion, Hidden Technology, Sisto Rossi und als Kirsche auf der Torte auch noch die grandiose Industrial-Band Beinhaus.

Die Bandbreite des Ganzem reicht von Hörspiel-Elementen über bedrohlichen Dark-Ambient und Boxen strapazierenden Harsh-Noise-Alarm bis zu interessanten Songs (Philipp Münch's Electronica-Track z.B. ist sehr cool!). Dazwischen remixen sich KuK selbst dann auch noch in den völligen Noise-Wahn (Track 19: 'Hamburg'). 
“If you like Kaffee und Kuchen, you may also like: "Devour" by Pharmakon” sagt Bandcamp übrigens dazu. Von wen an wen der Ritterschlag dabei eigentlich geht, das überlasse ich an dieser Stelle dann jetzt mal Euch. ;) 
Super-Coverartwork übrigens auch!




LIGHNTING BOLT - Sonic Citadel 
Auch unverbesserlichste Krachmaten zeigen halt irgendwann mal Zeichen der Weiterentwicklung: War "Fantasy Empire" vor vier Jahren das bis dato (verhältnismäßig) zugänglichste LIGHNTING BOLT Album, geht das eigenwillige Drums'n'Bass-Noiserock-Duo im fündundzwanzigsten Jahr des Bestehens auf dem siebten regulären Langspielalbum noch mal etwas weiter: "Sonic Citadel" legt mehr Facetten frei, als die rumpeldröhnigen Frühwerke der Band demonstrieren wollten. Doch bevor wir uns missverstehen: Es ist jetzt nun auch nicht so, dass wir es hier auf einmal mit mainstreamigeren Produktionsstandards zu tun hätten oder sowas. Ganz im Gegenteil sogar klingen LIGHNTING BOLT auch 2019 immer noch nach verschwitzter Live-Eskalation im muffigen Kellerloch und gleich die Eröffnungsnummer 'Blow To The Head' kippt gegen Ende in nahezu völliges Chaos. Dennoch ist der Sound dabei einen Hauch lichter und luftiger als früher, während Songs wie das knackig knallende 'Air Conditioning' oder die eigentlich schon eingängig-punkrockigen 'USA Is A Psycho' und 'Hüsker Dön't' mehr Spaß denn je machen - im ureigenen, kauzig-kruden LB-Style, versteht sich. 'Don Henley In The Park' schwingt sich dann gar noch in psychedelische Sphären auf, mit dem besonders melodischen 'All Insane' täuschen sie wiederum kurz an, vielleicht auf sowas wie einer Emo-Note zu enden, bevor der abschließende Neun-Minuten-Brocken 'Van Halen 2049' dann einfach nur noch kompletter Rumpel-Schraddel-Schepper-Wahnsinn ist.
Und ich find's tatsächlich alles einfach nur total geil! 



PETBRICK - I
Man könnte unken, dass der semiprominente Background von PETBRICK ja eigentlich doch etwas interessanter ist als die eigentliche Musik: Kein Geringerer als Drummer Igor Cavalera, natürlich u.a. of Sepultura-Fame (warum auch immer er sich in diesem Zusammenhang "Iggor" nennen mag...), tat sich mit dem britischen Weirdo Wayne Adams von den schrägen Electro-Rockern Big Lad und den bereits aufgelösten (Post-)Punks Death Pedals zur Duoformation PETBRICK zusammen und konnte damit schon vorm ersten Longplayer das Roadburn Festival von der ToDo-Liste streichen.
Besagter Langspieleinstand wäre dann nun römisch eins betitelt am Start und bietet eine verschiedenste Gangarten ausprobierende Kombination aus Schlagzeuggeballer und Industrial-Noise/ Synthie-Gebratze, zu dem sich gelegentlich auch Geschrei gesellt. Manchmal knallt das Ganze gar Hardcore-mäßig straight und schnell nach vorne, manchmal ergeht man sich in etwas seltsam um die Ecke groovenden Instrumentals (z.B. 'Guacamole Handshake'') und überhaupt scheinen die beiden plus gelegentliche Gäste Bock drauf gehabt zu haben, klanglich und stilistisch verschiedenes auszuprobieren, anstatt sich auf eine ganz bestimmte Richtung einzuschießen.
Der Weisheit letzter Schluss ist wahrscheinlich was ganz anderes als dieser gelegentlich etwas ungelenk wirkende Freistil-Industrial-Punk, aber irgendwie freut es mich immer besonders, wenn man frühere Helden neuzeitlich auf ein mal unkonventionellere Wege beschreiten sieht, auf die man dann gerne mal wieder mitkommt.
SUN WORSHIP - Emanations of Desolation
Bin mal ganz ehrlich: Es gab Zeiten, da wollte ich SUN WORSHIP (ziemlich zu Unrecht) in so eine „Hipster-Band, die ich nicht brauche“-Schublade stecken, obwohl ich mich vermeintlichen Hipster-Bands dann ja eigentlich doch gerne mal näher fühle als mit in das Trve-Horn irgendwelcher Underground-Lifestylemetaller-Troglodyten tuten zu müssen. Fakt ist allerdings: Schon das Debütalbum "Elder Giants" war eigentlich ganz geil und machte mit ‘nem Schulterblick zu experimentellen Drone-/ Noise-Gefilden beim Schlusstrack dann auch noch ferner was richtig.
Im gleichen Monat, in dem die persönlich verbandelten Ultha 'ne EP über gleiche Label raushaben (s.u.), haben auch die inzwischen zum Duo geschrumpften SUN WORSHIP ihr neues Album via Vendetta auf die Welt losgelassen. Und jenes zeigt schon beim sehr coolem Intro-Track 'Zenith', dass es anders ist als andere/s. Und dabei vor allem auch tatsächlich das beste Black-Metal-Album, das ich seit längerem gehört habe. Ganz ohne Scheiß. Spielerisch auf Top-Niveau (diese Schlagzeugarbeit - aaaalter Vatter!!!), irgendwie komplex und dabei trotzdem archaisch, brutal und atmosphärisch zugleich ist das hier der Next Level von dem, was Bands wie Emperor, Enslaved oder auch Behemoth zu ihrer Hochphase ("Thelema.6" ist ja auch fast schon zwanzig Jahre alt...) oder in jüngerer Vergangenheit meinetwegen Bölzer vorgelebt haben. Auf "Emanations of Desolation" passt echt alles. Das hier ist kein shoegaziges „Post-“-Rumgesäusel oder sowas, sondern beeindruckend exerziertes Extrem-Metal-Geballer von höchstqualitativer Substanz. Wahnsinnsalbum!

SWANS - Leaving Meaning
Apropos Black-Metal-Troglodyten: Habt Ihr eigentlich die Anekdote mitbekommen, dass Mainman Michael Gira seinen Mitmusikern den baldigen Abschluss der damals aktuellen SWANS-Inkarnation verkündete, als die Band 2015 beim BM-lastigen Chaos Descends Festival in der ostdeutschen Pampa spielte und dort vom Szeneklon-Publkum völlig zurecht eher etwas irritiert und abgeturnt war?
Jedenfalls ist man geneigt zu sagen, dass das eigentlich auch gar nicht mal sooo schlimm ist, denn die beeindruckenden SWANS, die mit "The Seer" 2012 das wahrscheinliche Album des Jahrzehnts veröffentlicht haben, die sah man in der Folgzeit dann irgendwie auch so ein bisschen übern Zenit gehen. Zuletzt war’s live zwar immer noch sehr geil, aber eben vielleicht doch nicht mehr sooo Maulsperren-mäßig mächtig und wie nicht von dieser Welt wie um besagtes "The Seer" rum (auch, wenn das evtl. nur eine Sache der persönlichen Wahrnehmung ist, die einen auch schon mal selbst verarscht).
Das neue Kapitel der Band beinhaltet nun ein Sammelsurium aus neuen und alten Mitstreitern und Gast-Kollaborateuren, unter die sich auch noch mal ein paar eigentliche Ex-Mitglieder gemischt haben: Kristof Hahn ist immer noch fest an der Lap-Steel-Gitarre dabei, Thor Harris wiederum kam noch mal durch’s Studio, um an diversen Schlag- und Blaß-Instrumenten mitzuwirken, die 2010-2017 zum Stamm-Line-Up gehörenden Norman Westberg, Christopher Pravdica und Phil Puleo haben zur Verabschiedung auch noch mal mitgemacht, der früüüher schon mal bei den SWANS (und Angels of Light) mitwirkende Larry Mullins erschien wieder auf der Bildfläche, Anna von Hausswolff brachte ihre Schwester Maria für chorale Backing-Vocals mit, Soundtrack-Komponist / Experimentalmusiker Ben Frost ist auch dabei, Kunst- und Kultur-Tausendsassa Paul Wallfisch haute in die Piano-Tasten und auch Dana Schechter (Insect Ark, Bee & Flower, Ex-Angels of Light…) taucht in den Credits auf.
Lange Rede, kurzer Sinn: "Leaving Meaning" markiert eine konzeptuelle und daraus resultierend auch stilistische Kurskorrektur. Weg von der Band, hin zum orchestrierten Wechselbank-Ensemble mit Projektcharakter. Musikalisch spannt man dabei oft den Bogen zurück zur Bandphase ca. frühe Neunziger, als man sowas wie Goth-Folk näherstand als den industriell doomenden Noiserock-Brutalitäten der Anfangstage oder den Postrock-Soundexkursionen anderer Zeiten.
Das, was man zuletzt mit neuzeitlichen SWANS verband kommt beim insgesamt etwas ruhigeren Album hier oder da noch mal durch, sei es durch dicht instrumentiere Klangsphären oder einen transzendental auf der Stelle tanzenden Zehnminüter wie 'The Hanging Man', während eine Nummer wie 'Some New Things' trotz aller mantrisch-hypnotischer Stammestanz-Charakteristik wiederum ferner ein bisschen an das 1995er "The Great Annihilator" erinnertDass 'What is This?' dann gegen Ende was von einem Weihnachtslied hat, hinterließ mich erstmal etwas ratlos, allerdings bricht dann relativ unerwartet noch die etwas verstörend stampfende Schlussnummer 'My Phantom Limb' über einen herein, die so ähnlich auch aus "Children of God"-Zeiten übrig sein könnte.
Wer sie im "The Seer" rum live erlebt hat, kann und sollte sich glücklich schätzen, da dabeigewesen zu sein. Das hier sind jetzt wieder mal andere SWANS. Keine schlechteren, aber andere.



THANK - Please 
Was ich jetzt schreiben werde, meine ich ebenso mit einem deutlichen Augenzwinkern, wie es nah an der Wahrheit ist: Ich hab‘ ja längst das Alter erreicht, in dem ich „die Jugend von heute“ nicht mehr verstehe. Dieser Blog wimmelt daher eigentlich nur so vor Neunziger-Nostalgie und Altherren-Krach, denn nix anderes als das ist der ganze Noiserock-, Grindcore-, Metal-, Post-Irgendwas- und auch Drum'n'Bass- oder Industrial-Kram, auch wenn’s oft als aktuell getarnt daherkommen mag. Dass mich eine wirklich „junge“ Band übermäßig begeistert, sowas kommt nur noch selten vor…
THANK - die im Übrigen sozusagen Teil einer spannenden Clique von Bands sind, zu der u.a. auch noch Beige Palace
gehören ("Leg" sorgte im Frühjahr für Aufsehen) - wären dann wohl eine Ausnahme dieser Regel! Das kurz-knackige "Sexghost Hellscape" Tape, mit dem die Leeds’er Weirdo-Truppe 2017 debütierte, ist auf seine minimalistisch-verstörende Art zwischen verzerrtem Rumpel-Bass, Bleepblop-Synthies und völlig bescheuerten Songtexten so simpel-genial, dass ich seitdem nach mehr von dieser Band lechzte.
Die "Please" 10''-EP bietet nun immerhin vier neue Songs und die Vorfreude war berechtigt: Schon die eröffnende Blasphemiker-Hymne 'Commemorative Coin' ist mit ihrem irre geplärrtem Text darüber, dass Gott Sex nach der Ehe dann aber auch ganz schön gut findet auf Disco-Rhythmus ein ausschweifendes Fest des Wahnsinns, das den Weg für drei weitere Tracks ebnet, deren Kombination aus ohrenfeindlichen Noise-Versatzstücken und eingängiger Tanzbarkeit, mit wahnhaftem Geschrei obendrauf und gelegentlichen Knüppel-Ausbrüchen, genauso mitreißend wie irgendwie auch ziemlich gaga ist.
Und ganz ohne Scheiß ist das hier mit das allergeilste, was Ihr dieses Jahr gehört haben werdet!
-Donnerstag, den 07.11. spielen THANK übrigens im Solinger Waldmeister. Alle kommen!-

ULTHA - Belong
Nur einen Tag, nachdem ich die "Black/ Death/ Doom Review-Resterampe Herbst 2019" rausgehauen hatte, kamen die hiesigen Ausnahme-Black-Metaller ULTHA unerwartet mit ‘ner neuen EP um die Ecke… aber sie passen aufgrund ihrer szeneübergreifend-herausragenden Qualität tatsächlich halt auch hier mit rein.
"Belong" bietet jedenfalls zwei Tracks von 38 Minuten Gesamtspiellänge, die man als eine Art Prequel zum letzten Album “The Inextricable Wandering” sehen kann. 

Thematisch in persönlichen Selbstzweifeln wurzelnd ist das Material musikalisch vielleicht sogar noch mal 'nen Ticken epischer als anderes der Band. 
Einziger Kritikpunkt: Drumsound geht wohl auch besser.
Man hat übrigens angekündigt, es 2020 erstmal langsamer angehen zu wollen. Bedenkt man, dass es die (Hobby-)Band in nur fünf Jahren auf drei Langspielalben, diverse EPs und Splits und 120 Gigs brachte, kann man ihnen das nicht mal verdenken.



ZONAL - Wrecked
Ahnunghaber wissen hier natürlich Bescheid: Als Techno Animal (und unter weiteren Projektnamen wie God, Ice oder Curse Of The Golden Vampire) haben Kevin Martin (aka The Bug) und Justin Broadrick (Godflesh, Jesu, etc. ...) mit einer Reihe von Gelegenheits-Kollaborateuren (z.B. El-P, Dälek, Alec Empire, Blixa Bargeld, Antipop Consortium...) schon über die Neunziger zusammen Musik Richtung Industrial-Hip-Hop/ Illbient/ Hard-Dub u.ä. fabriziert, die wenn überhaupt nur Nerds wie Dich und mich interessiert hatte.
ZONAL ist eine Wiederaufnahme dieser Tradition unter anderem Namen oder vielleicht auch eher noch ein frischer Neubeginn.
Sie baten noch die junge Ausnahmekünstlerin Moor Mother hinzu, die der Hälfte des Albums ihre Stimme gibt. Getragen wird ihr unwirklicher Sprechgesang von minimalistisch scharrenden Midtempo-Beats und dunkel-rauen Klangflächen, die als Ganzes dann zuweilen auch schon mal ein regelrecht surreales Hörerlebnis ergeben. 
Das Ganze erinnert mich irgendwie spontan an einen Moment in den späteren Neunzigern, als ich zum ersten mal was vernebelt anmutendes von Tricky hörte (es muss vom "Angels with Dirty Faces" Album gewesen sein), das mich fasziniert-interessiert und ratlos-irritiert zugleich zurückließ. Und es gibt noch ein Neunziger-Déjà-vu: Wie in Zeiten, in denen Earache Records anfingen sowas rauszubringen, was bei ihrer Death’n’Grind-Hauptzielgruppe dann natürlich partout nicht gut ankam, dürfte die am Label Relapse drangeflanschte Promo-Maschinerie das hier auch mal wieder mit in Kreise betonköpfiger Verfechter handgemachter Rockmusik schieben, die mich dann wieder mit ahnungslosen bis angewiderten Gesichtsausdrücken im Quengeltonfall fragen werden, wie man denn so’n komisches Zeuch goutieren kann. Kann man, weil man es kann und dabei gerafft hat, dass gute und interessante Musik (erstrecht) auch noch was anderes sein kann, als auf ‘ner wie’n Posergott gehaltenen Gitarre irgendwelche uninspirierten Standardakkordfolgen rauszuschraddeln, Ihr dummen Ficker.


Sonst noch was? Joah...

Wer auf sowas wie EBM/ Electro-Industrial mit gewissem Old-School-Charme Richtung früher Skinny Puppy u.ä. steht (was aktuell ja auch ein gewisses Revival erlebt), der sollte "The Third Estate" von 6TH CIRCLE checken. 
Kommt über Sentient Ruin Laboratories, einem Label mit eigentlichen Black-/ Death-Metal-Schwerpunkt, das sich allerdings auch immer mehr auf alles mögliche noch abseitigere von Harsh-Noise und Düster-Drone bis zu Lofi-Industrial-Metal stürzt.

BATTLES haben ein neues Album namens "Juice B Crypts" raus und via Apple-Einbettung kann man immerhin ein paar ausschnittweise Eindrücke davon gewinnen:


Ein interessantes "Remixed"-Album von THE BODY kam diesen Monat via Thrill Jockey raus. Zu den Remixern gesellen sich z.B. aktuell für relativ viel Aufsehen sorgende Künstlerinnen wie Moor Mother (die ferner auch -s.o.- auf dem Zonal-Album gastiert) oder Lingua Ignota

Das neue DYSRHYTHMIA-Album "Terminal Threshold" wollte ich als langjähriger Follower der Band ja eigentlich oben mit einem ausführlichen Review über ihre Entwicklung im Laufe der Jahre etc. würdigen , aber wenn ich mal ganz ehrlich bin, hat man sich inzwischen ja doch etwas auseinander gelebt. 
Der „Dudel-Prog-Metal“, bei dem das Instrumental-Trio gerade angekommen ist, ist nämlich, wenn ich mal ganz ehrlich bin, ja doch nicht mehr sooo mein Fall.

Was sich letztes Jahr mit der digitalen "Spoiled Rotten"-Single ankündigte, setzte sich kürzlich mit einer selbstbetitelten EP fort: HEAVEN'S BLADE sind fast schon ein Kuriosum, denn Frontfrau Sara Taylor kennt man vom Neo-EBM-/ Electropunk-Duo Youth Code, während sich der Rest der Band aus Leuten zusammensetzt, die auch mit Größen wie Alice Cooper, Marilyn Manson, Rob Zombie oder Peter Hook auf Stadionbühnen stehen, und man fabriziert gemeinsam ziemlich derben Auf-die-Fresse-Metallicore. 

Witzige Geschichte: Ein in den Niederlanden gestrandeter Brite sucht in einer Facebook-Gruppe für Noiserock-Fans nach Mitstreitern zur Bandgründung und findet dabei zwei weitere Brexit-Flüchtlinge, mit denen er schon ein Jahr später ein selbstbetiteltes Debüt als Tape und via Bandcamp veröffentlicht: "Klämp" von KLÄMP aus Utrecht bietet dabei Noiserock/ Postpunk/ Grunge mit fuzzy Gitarrensound, songdienlich knallenden Drums und gewisser Schräglage. Nicht jeder der acht Songs ist so ein Treffer wie der straight treibende Opener 'Spine' - das hier ist aber dennoch ein echt sympathischer Einstand mit typisch-britischen Ecken und Kanten!

Re-Release: Von den Doom-Crusties MORNE gab's unter dem Titel "Rust" Anfang des Monats eine gebündelte Bandcamp- und 12''-Wiederveröffentlichung von Frühwerk-Material, welches vor zehn Jahren auf einer Split-LP und einer 7'' erschien.
War übrigens nice, sie live zu sehen.

"Pyroclasts", das aus spontanen Studio-Improvisationen bestehende Begleitalbum zum letzten SUNN O))) Album, kam natürlich auch noch kürzlich raus.

irgendwas mit nerven

Was mich übrigens ein bisschen ratlos hinterlassen hat, ist das Konzert von WOLF MOUNTAINS, das vergangenen Samstag im Dortmunder Subrosa stattfand.
In so einem kleinen Kneipen-Ambiente Bands von Leuten zu sehen, die mit anderen Formationen schon einen ganz anderen Status haben, finde ich ja immer wieder interessant. Z.B. sah ich im Surbosa auch schon mal ‘ne Rotzrock-Band von irgend ’nem Motorpsycho-Typen...
WOLF MOUNTAINS wiederum sind ‘ne Band von Kevin Kuhn, der auch bei Die Nerven trommelt. Jene wurden früh in ihrer Karriere tatsächlich von AmRep-Hazelmyer aufgegriffen (also muss mehr dran sein als der deutschsprachige Faktor) und von dort aus auch im hiesigen Feuilleton zu sowas wie dem deutschen Indierock-Hoffnungsträger schlechthin stilisiert.  An der aufreibenden Arbeit zum aktuellen Album sollen sie fast zerbrochen sein. Ich find‘, man hört es dem Teil an. Es ist zwar nicht gefällig, aber schon irgendwie glatt. Es scheint eine Selbstzweck-Ambition drinzustecken, die in eine nichtssagende Leere läuft.  Man weiß nicht so genau, ob eine gewisse, vor sich hinplätschernde Tristesse das eigentliche künstlerische Statement ist oder ob die Band den richtigen Biss verloren und kreativ einfach wirklich nicht mehr zu sagen hatte.
WOLF MOUNTAINS scheinen eine Art von spaßbetonter Antithese dazu zu sein und doch haben sie eine gewisse Parallelentwicklung vorzuweisen: Musikalisch ist das Trio, das sich als „Garage-Rock“ versteht, aktuell dann ja ebenfalls ganz schön popig geworden.  Hauptunterschied allerdings: Sind Die Nerven eher eine Band runtergezogener Mundwinkel, geht’s bei WOLF MOUNTAINS betont um den Spaß.
Keine Ahnung, ob der „letzter Abend der Tour“-Faktor mit eine Rolle spielte, aber Bandleader Kuhn – nicht nur an den Drums, sondern auch Lead-Gesang (nicht aller, aber) der meisten Stücke
gibt dabei so richtig den Clown. Er spielt barfuß und in Unterhose, wirft seinen Mitmusikern immer wieder wahnsinnig aufgesetzt Blicke zu, headbangt wild zu gar nicht mal sooo wilder Musik, macht mitunter ziemlich bescheuerte Ansagen, läuft gar zwischendurch mal mit Beckenständer  durch’s Publikum. 
Interessante Randnotiz für Musikerpolizisten und Drumnerds übrigens ferner noch: Er spielt am Rechtshänderschlagzeug durchgängig HiHat und Crash/Ride mit links und die Snare mit rechts.
Die mit relativ minimalistischen Mitteln, funky treibendem Bassspiel und psychedelisch angehauchtem Vintage-Gitarrensound durchaus eine abwechslungsreiche Bandbreite abdeckende Musik der ganzen Inszenierung ist durchaus kurzweilig, aber wenn ich mal ganz ehrlich bin, hat sie jetzt auch nicht wirklich irgendwie bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Was einerseits sicherlich daran liegt, dass es jetzt auch nicht soooo „meine Musik“ ist/ war, auf der anderen Seite überschattet das echt schon übertrieben alberne Gehabe von Kuhn allerdings auch irgendwie die sonstige Darbietung, da für mich die Frage offen blieb, ob das jetzt noch kurzweilig und amüsant oder eben doch, nun ja, eher am Nerven war…

Freitag, 25. Oktober 2019

Bumms-Tschacke-Düsch (Ende Oktober)

Es breaken wieder Amens und es wird auch mal wieder mit über den DnB-Tellerrand geschaut:

16PAD NOISE TERRORIST - EUNOIA reMIXTAPE
Das Dortmunder Label Hands veröffentlicht ja in erster Linie auch so einiges an Industrial-Techno- / Rhythm’n’Noise-/ etc.- Kchrz-Rummsbumms-Sachen, die nicht soooo mein Ding sind, haut dann wiederum aber gelegentlich auch Veröffentlichungen wie End.User-Alben raus, und den wiederum finde ich bekanntlich ziemlich gut.
Auch beim 16PAD NOISE TERRORIST gibt’s Tendenzen Richtung Drum’n’Bass, Dubstep, Breakcore und IDM - das dann aber wohl aus einer weiteren Industrial-Perspektive.
Zum letztjährigen Album "Eunoia" ist hiermit nun ‘ne Remix-Compilation (you say?) raus, auf der sich neben besagtem End.User und Monolog dann auch noch hiesige Industrial-Hausnummern wie Ecstasphere oder „zu hart für’s Sauerland / Eisenkiller“-Urgestein Xotox einfinden. 

In der Sache nicht uninteressant!


ARTILECT - Rhythm Seeker
Können wir uns drauf einigen, dass Samurai Music das aktuelle State-of-the-Art-Label ist, wenn's um Düster-Drum'n'Bass mit schon regelrecht experimenteller Note oder sowas in der Art geht? Ich persönlich stehe ja total auf solchen Kram wie das aktuelle Homemade Weapons Album oder die "Samurai Hannya"-various artists-EPs.
Auf letzteren war ARTILECT aus Manchester letztens auch noch mit einer ganz coolen Nummer vertreten, hier beglückt er uns nun mit einer neuen 4-Song-EP, auf der kühl knallende Breakbeats ihren Weg durch einen dunklen Klangkosmos suchen.
Ein Langspielalbum soll nächstes Jahr kommen!


ES.TEREO - Temple of Ra 
In der Tat leicht esoterisch angehaucht und genauso Dancefloor- wie Kopfhörer-tauglich soll die Musik vom Berliner Max Hock aka ES.TEREO sein.  
Ätherischer Hintergrundsound und rituell anmutende Perkussivelemente treffen dabei auf schneidige Amenbreak-Variationen. 
Diese 4-Track-EP in der "Earthbase Series" von Cosmic Bridge Records aus London gibt's dabei im Übrigen auch auf Vinyl.
Kein Wunder, dass der New Yorker Drum’n’Bass-Guru Submerged nach Berlin gezogen ist, denn aus unserer Hauptstadt scheinen momentan wirklich die interessantesten Impulse dieses Genres zu kommen…


HLZ - Eternal EP
Die Releases von Metalheadz wiederum will man sich ja teilweise schon wegen der geilen Coverartworks ins Plattenregal stellen - das von "Eternal" macht echt schwer was her!
Der Londoner HLZ gibt mit dieser schick aussehenden 4-Song-EP
jedenfalls seinen, frischen Wind bringenden Einstand auf dem Label, das seinen eigenen Sound siginifikant beeinflusst hat. Eine dieser Tage nicht untypische, symbiotische Beziehung in diesem Umfeld.  
Interessant an "Eternal": Es gibt genauso soulige Vocal-Versatzstücke wie futuristische Anwandlungen und das Ganze klopft durchaus auch schon mal etwas kräftiger, geht dabei aber auch nicht zu weit raus. Vielleicht sogar der Metalheadz-Style in a nutshell.


MVRK - Warp Speed
Über MVRK weiß ich rein gar nichts außer, dass der dahintersteckende Produzent/ Musiker bürgerlich auf den Namen Márk Kövér hört. Diese 4-Track-EP über das ganz coole Digital-Label Vandal Records zeigt dabei jedenfalls ein interessantes Liquid-Sounddesign, das mal hektischer ('Klangfarbe') und mal smoother daherkommt ('Mogul'), mal die Fühler Richtung Neurofunk ausstreckt ('Muse') und beim abschließenden Titeltrack gar irgendwo zwischen Ambient-Qualitäten und futuristischem Gebratze unterwegs ist. 
Nicht ganz unoriginell!


XEOMI & KAIZA – Shelter EP
Und echt schon wieder die nächste 4-Song-EP übers nächste Digital-Label von XEOMI & KAIZA, primär natürlich via Beatport? Wenn ich richtig mitgezählt habe, ist das seit Juli die bereits fünfte. Und da muss ich jetzt, auch wenn ich den gerne mal etwas härteren Neurobratz-Sound der beiden echt nicht schlecht finde, mal ganz ehrlich sagen: Leute, ich geb’s auf!  Dem Schaffen von solchen Fließbandproduzenten zu folgen ist wohl dann doch mal eher nichts für einen rockmusikalisch geprägten Albumhörer wie mich, denn da kommt man ja echt kaum noch hinterher... 


Außerdem...

END.USER's Live-Mix für's Idol Patterns Radio gibt's auch als Bandcamp-Strream/ Download
Außerm ist 'ne ältere Split-Veröffentlichung aus dem Hause Ad Noiseam
erstmals bei Bandcamp aufgeschlagen.


Unter dem Titel "Goldie Drum & Bass Life" und mit dem selbsterklärenden Cover-Aufkleber "the ultimate dj set. 60 tunes that smashed it." hat GOLDIE ein 4CD-Set kompiliert, das neben seiner Signature-Hymne 'Inner City Life' auch noch Tracks von u.a. Photek, Roni Size, Adam F., Doc Scott, Benny L usw. enthält. (Amazon oder iTunes)

Neuer Samurai Music Podcast mit HOMEMADE WEAPONS!

OaT-Song zum Gratisdownload

Den gleichermaßen atmosphärischen wie gerne mal gebrochenen Industrial-Sound vom weiter oben schon mal erwähnten MONOLOG kann man sich auch mal mit einer diesen Monat aufgezeichneten Rehersal-Live-Session geben.

Sein Diasiva-Kollege SWARM INTELLIGENCE ist dann im Rahmen des "The Forgotten" Podcast mit eineinhalb Stunden Ambient, Noise, Industrial, Techno, Drum'n'Bass und Breakcore vertreten.

Aller guten Dinge sind drei: Auch TOMMY FOUR SEVEN neigt bei seinem Industrial-Techno ebenfalls oft eher zu Broken Beats als zu Four-to-the-Flour, weswegen sein "Fabric 20th Birthday Promo Mix" (sogar zum Gratis-Download!) zum Label-Jubliäum hier gut noch mit reinpasst.



Bumms-Tschacke-Düsch 2019:

  • Bumms-Tschacke-Düsch (Mai 2019): Mixe von SUBMERGED und GORE TECH
  • Bumms-Tschacke-Düsch (2): SUBMERGED Live-Set, OAT 
  • Bumms-Tschacke-Düsch (3): EPs und Singles von BEAMWIDTH, BREAKAGE, PETE CANNON, HEADPLUNGER, MARK
  • Bumms-Tschacke-Düsch (4): Alben von HOMEMADE WEAPONS und PARAGON
  • Bumms-Tschacke-Düsch (5): Live-Set von MONOLOG, EPs von SUBMERGED, IDEATORZ, ERIS & OZ1 und END.USER & AARON BIANCHI / VELOS & N.L.I.C. 
  • Bumms-Tschacke-Düsch (6): USDNB Producer Showcase/ Best Drum and Bass Podcast
  • Bumms-Tschacke-Düsch (7): DEEP JUNGLE Labelportrait mit u.a. DILLINJA,  RAFFKUTT, SIMON BASSLINE SMITH und TECH ITCH
  • Bumms-Tschacke-Düsch (8): Mixe von DJ HARMONY, RAY KEITH, AMIT und BENNY L; EPs von METALHEADZ und EATBRAIN  
  • Bumms-Tschacke-Düsch (9): EPs/ Singles von KNORZ, MIZO, NAIS, OAT, OPHOBOT, PASCAL, THE TEKNOIST und SAMURAI MUSIC, plus paar Mixe und Live-Sets
  • Bumms-Tschacke-Düsch (10) mit Soundcloud-Playlist, ThirtyOne Recordings, FLAME 2 (The Bug + Burial), KARL K, SWARM INTELLIGENCE, TORN, ...  
  • Bumms-Tschacke-Düsch (11): ARCLIGHT & Vandal Records Compilation, BLACK BARREL (Metalheadz), BLACK SUN EMPIRE, MAHAKALA, T3K Recordings' DOUBLE HELIX / XEOMI & KAIZA / INSTINKT, einige Mixe/ Live-Sets und weiteres...
  • Bumms-Tschacke-Düsch (12): BIZARRO, DAGHOTI, AARON SPECTRE, JEM ONE, RAY KEITH, METALOGUE und weitere... 
  • Bumms-Tschacke September: GGG002, HYBRIS, MAKOTO, OAT, REVAUX, STATE OF MIND, XEOMI & KAIZA, Metalheadz- und Samurai-Music- Podcasts usw. ...   
  • Bumms-Tschacke September (2): EPs von PETE CANNON, INCORPORATE, MONSTER X, OAT, VOID STALKER ​​(/​Velos & NLIC) und W2W.b; Mixe/ Sets von APHEX TWIN, RAY KEITH, BLACK BARREL & JEM ONE, HIDD:EN TECH und V RECORDINGS 
  • Bumms-Tschacke-Düsch (Anfang Oktober): BUNGLE, END.USER / STAZMA THE JUNGLECHRIST, HYROGLIFICS, PARTICLE, RESSLEK, THE DIABOLICAL LIBERTIES, XEOMI / KAIZA, Cinquewave Compilation...