Freitag, 14. Dezember 2018

Dieser Tage raus (KW50)

...Endspurt...

CHAINED TO THE BOTTOM OF THE OCEAN - I Carry My Awareness of Defeat like a Banner of Victory
Düster-Derbst-Sludge-Doom für die ganz Hartgesottenen aus Springfield, Massachusetts.
Auf dieser Seite des großen Teichs kriegt man die Schallplatte über das süddeutsche Label Fucking Kill Records.  

FERUM - Vergence
Auch wenn ich in letzter Zeit immer wieder mal betone, dass man mich dieser Tage mit handelsüblicherem Düster-/ Extrem-Grunzröchel-Metal eigentlich nicht mehr so gut kriegen kann, ist gut gemachter Death-Doom zwischen Derkéta und Coffins etwas, das im Zweifelsfall und der richtigen Tagesform bei mir ja eigentlich trotzdem immer noch ganz gut geht.
In eine derartige Kerbe, wenn auch deutlicher zum Rumpel-Death als zum Doom, schlagen die italienischen FERUM, die auf dieser EP außerdem die Genre-Hausnummer Cianide covern.


JARBOE - The Cut of the Warrior 

Die vier Kompositionen von "The Cut of the Warrior" (Translation Loss Records) sind von JARBOEs  Zuneigung zum Buddhismus beeinflusst.
Obendrauf kommen zwei Remixe und eine Alternativfassung unter Mitwirkung vom Drone-Act Byla (aka Colin Marston von Dysrhythmia, Gorguts und zwölf weiteren Bands), End Christian (Avantgarde-Pop-Projekt mit u.a. Brutal Truth-/ Total Fucking Destruction-Irrsinns-Drummer Richard Hoak) und Kris Force (von Amber Asylum). 

Zugegeben ganz schön viel Namedropping in den Fußnoten...
Dürfte auf der entsprechenen Bandcamp-Seite dann noch bei oder kurz nach Veröffentlichung online gehen.


KERRETTA - Exiscens
Instrumental-Postrock mit spaceigen Anwandlungen und knackiger Prog-Kante Richtung King Crimson, der partiell auch schon mal etwas härter brät?
Dieser Tage auch nichts ungewöhnliches mehr, aber wer auf derartiges steht, sollte vielleicht mal das vierte Album von KERRETTA aus Neuseeland checken.


NIGHT VAPOR - 1000 Miles of Mud
Bevor Corpse Flower Records dieses Jahr in der kommenden Woche mit einem antizipierten Album beenden (Great Falls!) und das kommende quasi schon wieder mit einem vielversprechendem beginnen werden (Sofy Major!) gibt's in dieser gleich noch mal eben ein weiteres potenzielles Noiserock-Highlight: 

NIGHT VAPOR aus Pittsburgh teilen sich den Drummer im Übrigen u.a. mit den Voïvod-Fans der Microwaves, die in diesem Jahr ja auch schon ein durchaus beachtenswertes Teil rausgehauen haben.

RHODOTORULA - Aspiration Pneumonia
Neuer "Antimusic-Worship"-Noisecore-Wahn der beiden Mädels aus Milan.
24 Songs plus Wham!-Cover in einem Track von 02:02 Minuten.


SHUCK - Wunder EP
Hominid Sounds präsentieren uns diese Woche die Debüt-EP von SHUCK: Ein aus Mitgliedern von Gnod und Ghold zusammengesetztes Punk-Duo zwischen augenzwinkernder Melancholie und Uptempo-Alarm.


SPC ECO - Little Ones
Von der Curve-Nachfolgeband SPC ECO (Dean Garcia mit neuer Sängerin Rose Berlin) gibt's 'n Weihnachtssong zum Gratisdownload:


SQALUS / SHADOW LIMB - Mass and Power
Schon irgendwie ein bisschen seltsam, dass ich mit den Prog-Stonern von Giant Quid nicht sooo viel anfangen konnte, ihre ähnliche Wasserwege fortsetzende Nachfolgeband SQUALUS dafür aber eigentlich ganz cool finde.
Mit "Mass and Power" teilen diese sich eine Split-LP (Translation Loss) mit den langjährig befreundeten und auch musikalischen Brüdern im Geiste von SHADOW LIMB.

Und sonst noch...

...Sludge, Doom, etc.:

DEAD TO A DYING WORLD’s selbstbetiteltes Debütalbum von 2011 erscheint diese Woche als Remix-/ Remaster-/ Reimaging- Reissue mit einem zuvor unveröffentlichtem Cover von Leonard Cohen's "Dance Me to the End of Love" (inkl. Videoclip) als Bonus unter dem Titel "Reprise".

"Lost Empyrean" ist das bereits siebte Album der französischen Sludge-/ Post-Metaller DIRGE.

GOBLINSMOKER's "Toad King" auf Sludgelord Records dürfte in etwa das sein, was man dahinter erwartet.  

...Noise, Drone und co.:

Hinter CRAWLL steckt eine Kooperation der Herren Roger Batty und Clive Henry, die in der Noise-Szene keine Unbekannten sein sollen und deren limitierte Tape-Version von "October Cold Descent" bereits ausverkauft ist, sorry.

Ein Split-Release von GOTH GIRL und D.O.M. (DESTRUCTION OF MUSICALITY) steht unter dem Motto "NOISE BY PASSION, NOT FOR POSE!

Das neue Koblenzer Label Noise-Control-Act hat als erste Veröffentlichung ein Split-Tape von EVOLUTIONS ENDS? und XPM am Start. Bei letzteren macht übrigens jemand von den Kölner Black-Metallern Ultha mit.
Für kommendes Jahr ist im Übrigen auch schon ein Split-Tape von xpm und dem Ruhrpott-Noise-Urgestein Sisto Rossi geplant (Pre-Order).

ROBERT HAMPSON of Loop-Fame will heute mal eben zwei Live-Alben elektroakustischen Solo-Lärms
als Weihnachtsgeschenk zum Gratisdownload ins Netz stellen.
Interessenten behalten seine Website und/ oder seine Facebook-Seite im Auge, wo der entsprechende Link dann wohl irgendwann im Laufe des Tages aufschlagen wird...

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Tippwoche: Hair Of The Dog

Der heutige Tipp stammt von Flo, Betreiber des Blogs 3,40qm und Gitarrist / Vocalist der Hardcore-Punk-Band Blank When Zero:

Eine persönliche und sehr zufällig Entdeckung aus diesem Jahr, die mich sehr positiv überrascht hat sind HAIR OF THE DOG, letzte Studioplatte von 2017 heißt "This World Turns" (…) Sind die Dir bekannt? Waren wohl auch schon zwei Mal auf dem Roadburn.  schrieb er mir...



...und nein, die waren mir tatsächlich noch nicht bekannt.
Im Roadburn-Kontext ist's nämlich ein bisschen so, dass der Richtung Retro-Hardrock gehende Kram, der dort mitunter so spielt, häufig mehr so das Paralleluniversum im

Paralleluniversum ist, das mich im Gegensatz zum kernigeren und/ oder experimentelleren Lärm, den ich mir dort primär geben möchte, eher nicht so dolle interessiert.
Der Punkt an Heavy Metal ist allerdings: Wenn man mit sowas aufgewachsen ist, wird man das nie so ganz los. 
Und so muss ich durchaus feststellen bzw. gestehen, dass mir HAIR OF THE DOG trotz meines vorwiegendem Desinteresses an der "junge Bands frönen alter Rockmusik mit einer frisch wehendem Brise Stoner-Wind"-Ecke doch ziemlich gut reingehen.
Denn das schottische Powertrio macht viel richtig: Die soundtechnische Inszenierung des Ganzen kommt zwar schon so ein bisschen retro rüber, das aber wiederum im eher zeitlosen Sinne als irgendwie gekünstelt auf Vintage geeicht. Und dass die Jungs in puncto Einflüsse nicht nur auf Led Zeppelin, sondern auch zu Rage Against The Machine stehen, kann man dabei tatsächlich hören. Denn gerade in der ersten Hälfte von "This World Turns" ist der an der Grenze zum klassischen Heavy Metal schabende Hardrock der Band von einer gewissen Knackigkeit, mit mehr Spielwitz und tighter Härte als viele andere Typen, die dieser Tage in Schlaghosen schlüpfen um auf Blue Cheer oder Budgie zu machen.
Das lässt dann tatsächlich auch erstmal drüber hinwegsehen, dass mir persönlich das Album im letzten Drittel dann schlussendlich doch noch einen Ticken lahm wird, aber immerhin spielen sie eben auch nicht sechs mal den gleichen Song.

Der aktuellste Release der Band ist im Übrigen ein Roadburn-Livealbum.


Kennst Du eigentlich Kaleidobolt, Flo?

Mittwoch, 12. Dezember 2018

All Mangled and Deformed

Ja, er ist endlich da: Mit etwas Verspätung aus dem Presswerk gekommen, ist "All Mangled and Deformed" am Start. Ein Tributsampler der AmRep-Noiserock-Überband HAMMERHEAD vom finnischen Label Kaos Kontrol, auf dem gleich mehrere weitere sehr geschätzte Bands vertreten sind:
Die großartigen norwegischen Art-Punks von ÅRABROT z.B. sind mit dem Titeltrack des meiner Meinung nach ja bestem Hammerhead-Albums "Duh, The Big City" und die mächtigen schwedischen Sludge-Killer SUMA mit 'Brest' vom Referenzwerk "Into The Vortex" (von dem auch noch zwei weitere Bands was covern)
dabei.
Während sich GREAT FALLS (die kommende Woche im Übrigen außerdem ihr neues Album rausheuen) einem Song vom Debüt angenommen haben, nahm sich die kompetente KK-Hausband THROAT wiederum eine Nummer der 2011er Comeback-EP "Memory Hole" zur Brust, und die mir bisher unbekannten PETS OR FOOD intonieren den geilen Titelsong der ebenfalls hochessenziellen "Evil Twin" EP. 




Covert jetzt noch jemand mit mir zusammen 'Earth (I Won't Miss)' und/ oder 'Meanderthal'?


Tippwoche: Scary Busey

Mit den Worten „Apropos Krach“ legte mir auf meiner Blog-begleitenden Facebook-Seite Buzz Graeger von Bellrope und Arsen (und natürlich ehemals Black Shape Of Nexus) SCARY BUSEY nah.
Wer wäre ich, dem nicht gerne nachzukommen...



Und was soll ich sagen?! Wie kann es eigentlich mal wieder sein, dass etwas so geiles wie SCARY BUSEY’s 2016er Debütminialbum "Faceless Beacons" bisher so unbemerkt am Rest der Welt stattfand (weder bei Discogs noch auf Lastfm hat man was von besagter Band gehört)?  
Zumal man Drummer Jamie Sykes immerhin u.a. von Thor’s Hammer, Burning Witch und Gnaw kennt?!

Zunächst weiß man dabei allerdings gar nicht mal so recht, in was für eine Stilschublade man die Band so stecken soll.
Der Album-Opener 'Mankind, The Plague' hat auf eine etwas industriell stampfend doomige Art ja erstmal was von früheren Swans, nimmt mit dem Einsetzen von Vocals und psychedelisch tönender Lead-Gitarre dann allerdings noch mal eine interessante Wendung.
Im weiteren Verlauf der nächsten Songs ist eine Assoziationen, die beim sehr Rhythm-Section betontem Style des Quartetts, gerade auch gepaart mit den schon mal etwas bekloppt rüberommenden Vocals mehr und mehr durchkommt, dann wiederum ja vor allem The Jesus Lizard.  

Und auch Prog-/ Psych-Punks wie NoMeansNo, Victims Family oder Triclops! kommen einem schon mal einen Hauch in den Sinn.
Allerdings klingen SCARY BUSEY so ein bisschen wie eine noch rauere und heimlich Grunge-/ Stoner-/ Metal-geschulte Variante von derartigem.

Und Noiserock/ Weirdo-Punk mit Doom-Kante ist ja wirklich etwas, das wie für mich gemacht ist...

Die Band hat ihr nächstes Album übrigens schon im Kasten und ich bin jetzt schon voller Vorfreude sehr gespannt drauf.

Danke Malte, für diesen Tipp! Wirklich total mein Ding!

Bleibt nur noch, mit folgendem abzuschließen: Freut Euch auf das Bellrope Album, das gerade unterwergs ist, und checkt die Band auf jeden Fall auch live auf Tour mit the mighty Eisenvater im Februar:
5.2. Dresden - Beatpol
6.2. Lünen - Lükaz (+ ORT)
7.2. Berlin - Tiefgrund,
8.2. Jena - Rosenkeller

9.2. Stuttgart - Juha West (+ Arsen)
 

Dienstag, 11. Dezember 2018

Tippwoche: Grand Final

Nein, nicht „Finale, ohoho“, sondern der Neubeginn aus dem Ende…
Der heutige Tipp stammt von Exile on Mainstream Labelbetreiber Andreas „Kanzler“ Kohl, der sich schon im Sommer nicht nur von der Musik, sondern auch der Tonträger-Aufmachung etc. von GRAND FINAL’s "La Mort" überschwänglich begeistert zeigte.




Um nicht zu weit auszuholen muss man zumindest abhaken, dass die Ehepaar-Duoformation GRAND FINAL aus dem französischen Noiserock-Trio Dickybird hervorging, das von 1990 bis 2006 aktiv war.
GRAND FINAL’s Debüt "The Bridge" erschien daraufhin bereits 2008, ihr zweites Album "La Mort" Anfang diesen Jahres somit allerdings erst eine ganze Dekade später, im Format vier zusammengehöriger 7"-Scheiben.
 

Und "La Mort" hat es in sich! Das Album beginnt hart und knackig, stößt einen beim ersten Song gleich mal musikalisch und textlich etwas vor den Kopf und Frontfrau Doris Le Mat-Thieulen macht mit ihrer Gitarre dabei auch mitunter interessante Sachen.
Allerdings wird nach dem Eröffnungsdoppel dann auch mal direkt etwas vom Gas runtergegangen: 'Femme Fatale' hat gewissen Singer-/Songwriter- Charakter und weckt in mir außerdem so ein bisschen PJ Harvey als Assoziation, während auch das folgende 'Love Should Never Be At Fault' regelrechte Powerpop-Qualitäten hat. 
Das einfach nur großartige 'Dancing with Angels' ist daraufhin bluesig, musikalisch leicht verspielt und "spannend" arrangiert zugleich.
Dass das Album im weiteren Verlauf dann eigentlich in derartigem Terrain bleibt und die Härtegradschraube nicht wirklich noch mal anzieht (auch wenn das abschließende 'I Hate Faimily' etwas flotter rockt, in einem Paralleluniversum auch ein QOTSA-Song oder so hätte sein können und nach hintenraus auf Tanzrhythmus was versöhnlich tönendes hat) macht eigentlich nicht mal wirklich was, denn "La Mort" ist eine wirklich gelungene Sammlung von acht Rocksongs, die nicht nur was für Nerds wie mich sind, sondern durchaus auch Potenzial für eine breitere Anhängerschaft hätten!

Eine der bestimmt nicht gerade häufigen Gelegenheiten, sich GRAND FINAL live zu gönnen, wird's im Übrigen beim Exile on Mainstream Labelfest im April geben:

Montag, 10. Dezember 2018

Tippwoche: Distress Test

Nein, das hier hat nix mit Lottozahlen tippen zu tun und nein, ein besserer/ bescheuerterer Titel ist mir für die heute startende Blogpost-Serie tatsächlich nicht eingefallen, aber unter dem Banner "Tippwoche" werde ich jetzt eine Woche lang jeden Tag in einen mir direkt zugetragenen oder irgendwie etwas allgemeiner aufgeschnappten Tipp reinhören, der auf diesen Blogseiten bisher noch nicht stattgefunden hatte...
Heute: "Distress Test" von ORCHESTRA OF CONSTANT DISTRESS.



Schon etwas seltsam, dass mir das Teil bei Veröffentlichung im Februar irgendwie durchgegangen ist, denn eigentlich verfolg(t)e ich das Treiben des britischen Labels Riot Season Records in den letzten Jahren recht aufmerksam.
Tompa Lindberg, Frontmann u.a. von At The Gates und Disfear, sowie Kurator des diesjährigen Roadburn Festivals gewesen, wies sozialmedial dann allerdings recht begeistert darauf hin, dass ORCHESTRA OF CONSTANT DISTRESS bei der kommenden Ausgabe des Prestige-Events spielen werden.
Und die hinter ORCHESTRA OF CONSTANT DISTRESS steckenden Mitglieder sind beileibe keine Unbekannten, denn von u.a. The Skull Defekts und den Brainbombs hat man schon mal gehört.

“Just when you think something is about to happen, it doesn’t.” soll ein anderer Rezensent bereits zu "Distress Test" geschrieben haben und besser kann man es wirklich nicht ausdrücken. 
Ich nenne sowas ja auch "antiklimatisch": Das ORCHESTRA OF CONSTANT DISTRESS zieht seltsame instrumentale Krachkonstruktionen mit angekrümmten Drumbeats, atonal dröhnenden Gitarrenriffs, Feedbacks und Noise-Zusätzen hoch... die dann minutenlang auf der Stelle treten und sich nur in Nuancen thematisch weiterentwickeln.
So ein bisschen ist das ja echt wie eine kaputte Version von Glenn Branca und macht seinem Albumtitel damit auch alle Ehre. Die Frage, ob ich mir das Ganze wirklich öfter anhören will, stelle ich mir dabei allerdings ja doch trotzdem gerade...



Montag, 3. Dezember 2018

Dieser Tage raus (KW49)

Auf in den Endspurt...

BAHNHOF SCHWARZBURG - Bahnhofsjugend
Klirrig-krachiger, hektisch nach vorne stolpender Homerecording-Postpunk eines Einmannprojekts aus der Bundeshauptstadt.
Bei X-Mist Records gibt's das Ganze als extra-nett aufgemachte 7".


Br’lâaB - Other People's Crimes
Collagen aus Field Recordings, Flohmarktschallplatten und 'ner eigenen Mandoline präsentiert uns Br'lâaB (alias Ameel Brecht / Razen) auf seinem neuen Album über das Experimentallabel Ana Ott aus Mülheim an der Ruhr.
Mastering vom belgischen Drone-/ Jazz-Meister Dirk Serries.




COCAINE PISS - My Cake
Die belgischen Noiserocker/ Weirdo-Prügel-Punks COCAINE PISS haben hiermit ‘ne neue EP am Start, auf der sich
zu den zwei regulären Songs, die im Chicagoer Electrical Audio Studio von Steve Albini aufgenommen und gemischt wurden, dann auch noch ein paar Remixe gesellen.
Zum Titeltrack gibt's auch 'nen Videoclip (s.o.).


ERNIA - s/t
Deathgrind mit technisch-progressiver Schlagseite interessiert mich dieser Tage ja eigentlich nur noch, wenn die Band Cephalic Carnage, Fake Idyll oder Fuck The Facts heißt, aber give Nachwuchs a Chance:
ERNIA sind aus Spanien und scheinen sich in der internationalen Extrem-Metal-Szene mit ihrem schnellen Geballer genauso schnell neue Fans zu erballern…


GRAF ORLOCK - Examination of Violent Cinema Vol. 1
Ist mir das 2016er "Crimetraveler" echt irgendwie durchgegangen? Passiert wohl...
Jedenfalls gibt's diese Woche ein neues Album der "Cinematic-Grindcoreler" aus L.A., dessen Konzept eine Kritik am Hollywood-Kino heutiger Tage ist. 
Bis das ganze Teil in Kürze auf vitriolrecords.bandcamp.com online gehen wird, kann man sich immerhin schon die Vorabsaongs "A Man Named Suicide" und "Alternate Route to Mexico" anhören.



IRK - Recipes from the Bible  
Was mich betrifft die vielleicht interessanteste Veröffentlichung dieser Woche: Die Szene in Leeds scheint ja wirklich ein fruchtbarer Boden für Noiserock, Weirdo-Punk und derartiges zu sein, denn auch IRK entstammen dem frischwindig wehendem Dunstkreis junger, etwas unorthodoxer argierender Bands aus besagter Großstadt in West Yorkshire.
Und wer Unsane covert kann zudem generell nicht so falsch liegen...



LA MUERTE - L.S.D. for the Holyman
Neue Vinylsingle der witzigen, ursprünglich von 1983 bis 1994 existenten, seit einiger Zeit reunierten und somit wieder (semi-)aktiven Kartoffelsackmasken-Krawallrocker aus Belgien auf Mottow Soundz

MAN OR ASTRO-MAN / TAR Split Single
Ja, bei dieser Split-7" der altgedienten SciFi-Surf-Punks MAN OR ASTRO-MAN? und der AmRep- und Touch&Go-erprobten TAR scheint es sich tatsächlich um was neues zu handeln?!
Auf dem gleichen Label sind außerdem noch Split-Singles von Honey Radar ​/ ​Gotobeds und Elf Power​ /​ Velvet Monkeys raus.


MISTY GREY - Chapter II
Intentionell gänzlich zeitgeistfreier, traditioneller Doom Metal mit weiblicher Singstimme? Ja? Dann checkt doch mal MISTY GREY aus Madrid mit neuer Frontfrau auf neuem Release, der u.a. von Alfred Hitchcock beeinflusst ist.

NEON HISS - Volume I
Schon wieder was aus dem Umfeld der kanadischen Noisecoreler Holy Grinder, deren Ei (Saiteninstrumente und Drumcomputerprogrammierung) sich hier mit John Wood (Vocals) von The Power Of Violence für etwas zusammengetan hat, das in Richtung Emoviolence/ Cybergrind/ Mathcore geht.

NIGHTWITCHES -  Of Blood & Earth 
Ein All-Girl-Doom-Duo aus Montreal tut hiermit den ersten Longplayer nach der 2015er Debüt-EP "Nachthexen" raus.
Fuzzy, heavy, hazy schielt man vom Psychedelic-Stoner-Doom aus auch ein bisschen Richtung Shoegaze.


NONN - XVII 
Interessanter Trend, denn noch eine Band auf dem Londoner Psych-Rock-Label Fuzz Club wendet sich der industriellen Elektronik zu: Gingen die schwedischen NONN auf ihrem ersten Album noch recht deutlich Richtung Post-Punk, ist ihr Zweitwerk "XVII" nun eine interessante Weichenstellung in glattere, EBM-beeinflusste Darkwave-Regionen mit dominanterem Synthie-Einsatz.

PHARAOH OVERLORD - Chewing Gum
Der experimentellere, dennoch auch rockende Stoner-/ Space-/ Krautrock-Offshoot der für sich schon eigenwilligen finnischen Circle hat mit "Chewing Gum" gerade ein Live-Album raus, dessen Hintergrund irgendeine Art von arty One-Time-Performance ist, bei der man wohl dabei gewesen sein muss, um das alles wirklich zu raffen (oder auch nicht).


SVARTIDAUDI - Revelations of the Red Sword 
Mit ihren gerne mal länger ausartenden Blastgeknatter-Songs unter Kapuzenvermummung sind die isländischen SVARTIDAUDI ja so ein bisschen sowas wie die vermeintlich schwarzmetallisch-trvere Variante der ganzen Wolves-In-The-Throne-Room-Epigonen, Shoegaze-Hipster-Post-Metaller u.ä.
Dazu muss ich sagen, dass ich ihr 2012er Langspieldebüt "Flesh Cathedral" (im Genre-typischen 4-Song-Format) seinerzeit ganz gut fand, sich die Band im Laufe weiterer Livebegegnungen und Veröffentlichungen auf Dauer allerdings nicht so richtig als beeindruckende Sache bei mir halten konnte. Aber man kann ja anlässlich der neuen mal wieder reinhören, die in dieser Woche offiziell bei Ván raus ist und dabei schon seit letzter in ausgewählten Plattenläden liegt bzw. scheinbar auch schon länger bei Bandcamp online stand...


TERRITORIAL GOBBING - Gubbins
Noch was neues aus der Leeds-Clique: Als TERRITORIAL GOBBING machen Mitglieder von Thank und Gloomy Planets improvisierten Ambient-Noise-Kram mit Kontaktmikrofonen und Tape-Manipulationen.

VISCERA/// - City Of Dope And Violence
"Disfigured by Metal!" Auf dem heiligen Sonntag ging die neue EP von VISCERA/// in Zusammenarbeit von Toten Schwan (IT) und Third I Rex (UK) online. 

Die Italiener sehen sich mehr oder weniger in der "Post-Metal"-Ecke, haben dabei mit ihrer Mixtur aus Quasi-Black-Metal, Post-HC, Grindcore-Wurzeln und wasweißich was sonst noch aber ein bisschen mehr Schneid als diverse "Shoegaze mit Blastbeats"-Bands unter derartigem Banner.

WARREN SCHOENBRIGHT - Machinae Inutiles
Geil kühler Krach, wie ihn eben irgendwie nur Briten hinkriegen: Bei den drei Songs ihrer neuen EP knallen WARREN SCHOENBRIGHT kantigen Noiserock mit gewisser Industrial-Aura raus.
Genau mein Fall!


Und sonst noch?

CYNIC melden sich mit ihrer neuen Single "Humanoid" zurück.

Die nächste Veröffentlichung im nicht mehr abreißenden „Gothrock aus Metaller-Umfeldern“-Trend ist DETH CRUX‘ "Mutant Flesh" auf Sentient Ruin Laboratories. Gemischt und gemastert von Sanford Parker und mit Gast-Saxophon von Bruce Lamont (Yakuza, Corrections House). Ich werd‘ echt zu alt für sowas…

Und für sowas wohl auch: Die Hamburger Düster-Sludgecore-Krawallmetaller KAVRILA wollen Ende der Woche ihre neue EP "Rituals II" raushaben.

Das mit einem Plattenladen kombinierte Londoner Label Crypt of the Wizard hat derweil mit "Conjuring A Death Creature" von KNIGHT TERROR aus Portland ‘ne Packung Black-Thrash-Metal am Start.

Das italienische Duo KOTIOMKIN wiederum macht sowas wie durch einen zeitgenössischen Stoner-Doom-Filter gezogene Retro-Progrock-Horrorsoundtrackmusik. "Lo Albicocco al Curaro - Decameron 666" ist diese Woche bei Subsound Records raus.

MYRKUR's 2-Song-EP "Juniper" ist diese Woche ebenfalls am Start.