Mittwoch, 26. April 2017

Roadburn 2017.

Ja puh. Überspringen wir sofort mal den Warm Up am Mittwoch, der musikalisch eher uninteressant und in erster Linie dafür da war, mit alten und neuen Freunden und Bekannten das eine oder andere Bier zu trinken.

Donnerstag war dann allerdings bereits der Tag, an dem man sich - wie so oft beim Roadburn - in puncto Programm nix schenken wollte.

Von ASH BORER habe ich im Green Room 1-2 (lange) Songs gesehen, was okay war, aber so richtig umhauen werden die mich in diesem Leben wohl auch nicht mehr.
Auf der Hauptbühne eröffneten zeitversetzt CRIPPLED BLACK PHOENIX das Festival und die mag ich. Allerdings verzichtete man bei dieser Gelegenheit auf den Mitsinghit ‘Burn Reynolds‘. Würd‘ mich mal interessieren, warum genau…

Im Folgenden sah ich rastlos ein bisschen was von THOSE POOR BARDS im Het Patronaat (joah), stolperte durch den VANUM-Soundcheck im Extase (nuja), sah ein bisschen SUBROSA auf der Hauptbühne (gut, gut) und verweilte für einen Song bei ROME (tjoah), bis ich beim WOLVES IN THE THRONE ROOM Mainstage Gig erstmals wirklich mal wieder länger an einem Ort verweilen wollte. 
Kurzfassung: Es war schon geil, gerade auch der „Dea Artio/ Vastness and Sorrow“ Beginn, allerdings blieb mir nicht verborgen, dass der aktuelle Drummer von WITTR nicht sooo fest im Sattel saß, was mir meinen Lieblingssong ein bisschen schmälerte.
Was ich danach noch kurz im Vorbeigehen durch den Green Room von ESBEN AND THE WITCH mitbekam gefiel, vielleicht sollte ich mich mit denen mal eingehender beschäftigen…
Danach geht der Aufteilungsmarathon weiter: Zwei Lieder COVEN auf der Hauptbühne. Naja, was soll man dazu sagen…

…bevor ich wirklich eine Meinung habe, muss ich eh schon wieder die ersten drei Songs von SUMA im Green Room gucken, die mal wieder riiiiiichtig geil Alarm machen. 

Dann geht’s aber auch schon wieder weiter, rüber in die Kapelle, weil ich…
DÄLEK komplett sehen will. Endlich mal DÄLEK live, darauf warte ich seit Jahren. Und MC Will Brookes und seine beiden Mitstreiter an Turntables und Tasten haben mit ihrem Noise-Hop dann auch mal echt völlig die Hütte abgerissen.
Ziemlich zufrieden gönne ich mir danach ‘ne Pause zum essen, weitersaufen und Leute zutexten, zumal ich Deafheaven eh nicht brauche, bevor’s zum Schluss noch BONGZILLA auf der Hauptbühne gibt. Was, Kurzfassung, zwar keine Offenbarung war aber doch ziemlich Spaß gemacht hat.

Freitag habe ich dann doch keinen Bock, mich in der langen Schlange zum Schammasch im Patronaat anzustellen und starte mit MAGMA im 013. Ein gewisser Götz K. fragt mich amüsiert quasi, ob mir das tatsächlich gefällt und ist erstaunt über die Antwort. Was die französischen Prog-Dinos machen ist halt so weit draußen, dass es einfach nur noch Spaß macht und was Christian Vander da mit seinen 69 Jahren am Schlagzeug hinzaubert kann sich wirklich sehen und hören lassen…. 
Danach geht’s ins mal wieder proppevolle Patronaat zu ZHRINE, die mir kurzfristig noch als Empfehlung einer Bekannten auf den Zettel rutschten. Das von weiter hinten gehört war cool, allerdings kam hier die Raumakustik beim eher atonal-wilden Black Metal der Isländer schon nicht mehr so ganz mit.
Oathbreaker fallen irgendwie durchs Raster und ich lande bei den vor ein paar Tagen noch gesehenen BIG BUS
INESS im Green Room, die wie immer unterhalten, allerdings wirkte seltsamerweise dieser Auftritt des Duos etwas mehr nach einer runtergerissenen Pflicht als das mäßig besuchte Date in Köln, bei dem Brummbasser/ Sänger Jared Warren mit seinem Running Gag zum Thema Ostern amüsierte.
Was ich danach von CHELSEA WOLFE und Begleitband auf der Hauptbühne sah war übrigens krass gut, weil ziemlich heavy und atmosphärisch. Ich muss wohl das aktuelle Album „Abyss”, das ich wohl irgendwie ausgelassen hatte, nachdem das elektronische „Pain Is Beauty“ und das ‘doom-folkige‘ „Apokalypsis“ wohl zwar ganz gut aber eben nicht weltbewegend fand, doch mal auf meine Ancheck-Liste schreiben …
Ich stolperte dann aber bald schon wieder in den Green Room zu ZU zurück und hatte dort ziemlich lange Spaß am Noise-Jazz des Trios.

Amenra opfere ich ganz WHORES., die ich mir auf meine alten Tage tatsächlich noch mal wie’n jungspundiger Fanboy von Anfang bis Ende aus der ersten Reihe (!) gebe. 
Geilster Moment der Show: Als gegen Ende bei ‘Playing Poor‘ genau bei ca. der „Bass und Schlagzeug spielen noch mal eben alleine bis Gitarre und Gesang wieder einsetzen“-Stelle der Amp abraucht, die Rhythm Section den Part so lange in Endlosschleife spielt bis ein neuer Verstärker auf der Box steht und läuft, und man gigasouverän zurück in den Song findet. War geil! 
Den Rest des Abends überspringe ich, denn so wirklich erwähnenswert war danach musikalisch dann nix mehr…

Samstag heißt’s erst mal wieder mal aufteilen: Von THE BUG vs. DYLAN CARLSON (of Earth) nur die ersten zehn Minuten mitkriegen ist irgendwie, als hätte man nicht wirklich was von der Drone-Dub-Kollabo gesehen, ich wollte dann aber halt direkt noch einen guten Platz im Green Room erwischen, um COBALT zu sehen.

Jene mag ich auf Konserve sehr, in concert merkt man der Band den Charakter des Multiinstrumentalisten-Projekts mit Live-Sessionmusikern aber doch ein bisschen an, denn so ganz vor Energie strotzend wie das aktuelle Album „Slow Forever“ ist der Auftritt des Quartetts nicht. Außerdem: Was ist Charlie Fell denn bitteschön für ein gewöhnungsbedürftiger Frontmann? Irgendwie schon wieder skurril-unterhaltsam, aber irgendwie auch wurstig…
Im Vorbeigehen nehme ich ein paar Songs von RAZORS IN THE NIGHT im Patronaat mit. Scott Kelly (Neurosis) und Mitglieder von Baroness covern Punk-Schinken. Spaßig!
OARNASSI PAZUZU auf der Hauptbühne gehen dann aber doch vor, also geht’s dann auch schon wieder dorthin. Entre nous: So geil wie deren Patronaat-Auftritt letztes Jahr war die diesjährige Nummer auf der Main Stage zwar nicht, aber gut genug.

Nach einer Stunde finnischem Space-Prog-Noise-Black-Metal-Inferno brauche ich dann allerdings erst mal ‘ne Pause und lasse tatsächlich Warning sausen.
Danach kamen MEMORIAM und naja, mal ganz ehrlich: Außer ‘nem übertrieben drückenden Basssound war das jetzt echt nix nennenswertes. 
Mal wieder nur den halben Set gebe ich mir von unserer BM-Übermacht ULTHA, die den Miniclub Extase komplett zerlegen, aber ich will halt auch endlich mal ALUK TODOLO sehen, die zeitversetzt im Green Room auflaufen.
Jene sind das, was dabei herauskommt, wenn Typen mit Düster-Metal-Background King Crimson und Magma für sich entdecken und das Ganze als Instrumental-Hirnfick auf die Bühne zaubern. Ich fands gut! Und der Gimmick mit der runterhängenden Glühbirne als Bühnenbeleuchtung ist auch irgendwie cool.

 
Rüber ins Patronaat zu DISFEAR für ‘ne geile Packung Crustgekloppe im Vorbeigehen und dann Grand Finale auf der Hauptbühne mit MYSTICUM. Und was für eins! Größenwahn hoch zwölf, wie das Drumcomputer-unterstützte Trio da auf Riesenpodesten von einer Projektionsshow umrahmt wird. Gerade auch im schon leicht verwirrten Kopp ist dieser Overkill ein völliger Knaller.

Sonntag war dann irgendwie zugegeben schon ein bisschen die Luft bei mir raus.
Das eine oder andere (Sumac, Ulver, ...) fiel aus verschiedenen Gründen durchs Raster.
Und der verkaterte Start tat fast ein bisschen weh, denn der TEMPEL OV BBV (= Gnod + Radar Men Of The Moon; Album kommt noch) ist ganz schön krachig und verquer, aber gefiel.
Nach zig Jahren mal wieder OXBOW zu sehen war ebenfalls geil und die schenkten sich an sadomasochistischer Kante mit fiesen Feedbacks u.ä. ebenfalls nix.   
PALLBEARER waren irgendwie, genau wie ihr aktuelles Album, ehrlich gesagt eher langweilig und die inzwischen scheinbar völlig in Postrock-/ TripHop-Regionen gedrifteten LES DISCRETS tatsächlich sogar völlig zum einschlafen, die brachialen VALBORG im Green Room dann allerdings noch mal ein spätes Highlight. Aber soll ich hier jetzt echt zum bestimmt zehnten mal darlegen, warum VALBORG so geil sind?

 
Von HYPNOPAZÜZU habe ich dann zum Schluss immerhin erst noch ein bisschen was gesehen und während COME TO GRIEF stieß ich dann wohl irgendwie an die Grenzen meiner verbliebenen Aufnahmefähigkeit, bevor es ab gen Heimat ging.. 

Ja puh². Wie immer: Anstrengend, aber super.
An dieser Stelle noch vor allem ‘n schönen Gruß an die Hamburgers, man sieht sich bestimmt!

Dienstag, 25. April 2017

Dieser Tage raus (ca. KW17)

…uuunnd den mittelharten Aufschlag zurück aus dem Roadburn-Paralleluniversum in den Wahnsinn des normalen Alltags hätte ich somit wohl auch überstanden.
Ein Resümee des hinter mir liegenden, äh, Kulturkurzurlaubs werde ich im Laufe der Woche wohl noch verfassen.
Ich wäre aber nicht ich, wenn ich Euch nicht trotzdem noch eben erzählen müsste, was seit Kurzem oder in Kürze an der Tonträger-Front so neues am Start ist…


CHRISTIAN FITNESS – Slap Bass Hunks
Andrew Falkous war bei Mclusky und ist immer noch bei deren Nachfolgeband Future Of The Left (o…oder?).
CHRISTIAN FITNESS ist sowas wie sein Solobaby. "Slap Bass Hunks" ist bereits das vierte Album:




CHROME - Techromancy
Vergangenen Freitag erschien auch mal wieder ein Album von Helios Creed’s CHROME.
Zum Reinhören bin ich selbst noch gar nicht gekommen, aber irgendwie weiß man da ja auch eh im Vorfeld schon ungefähr, was man an typischem Psychedelic-Punk erwarten darf…



COME TO GRIEF – The Worst Of Times
Passend zum Start des Roadburn, auf dem sie schließlich auch selbst spielten, hatten COME TO GRIEF alias die etwas umbesetzt reunierten Neunziger-Sludger Grief eine neue EP am Start, die’s auch bei Bandcamp gibt.
Mein Kumpel Dennis ist ein bisschen enttäuscht, dass sie auf ein mal etwas von diesem EHG-mäßigem Groove haben, den sie früher eben so nicht hatten, aber nuja. 



DEAD - We Won't Let You Sleep
Die australischen Noiserocker DEAD gibt’s eigentlich auch schon länger. 

Man sollte sie jetzt an dieser Stelle nicht mit den gleichnamigen deutschen Death-Metallern verwechseln, von denen im Sommer ebenfalls ein neues Album erscheint, dessen Coverartwork…nun ja
Diese DEAD haben vor nicht allzu langer Zeit u.a. mal eine Splitsingle mit Vaz gemacht und veröffentlichen kommenden Freitag mit „We Won't Let You Sleep“ den dritten einer „The Trilogy" genannten Serie von vier (ja, vier) LPs.



THE GRAND OPIATE - Convenience Kills EP
Die letzte EP ist gerade mal wenige Monate alt, da legen die Grindcoreler aus LA schon direkt im neuen Line Up eine nach:




YASS – Night Wire
Das letztjährige YASS-Debüt war eine ziemliche Überraschung für mich, zumal ich trotz tendenzieller stilistischer Nähe bisher eigentlich kein aaallzu großer Fan der BaWü-Bands Ten Volt Shock und Kurt war, besagter Ableger aus diesem Camp mir mit dem spaceigen Synthie-Noiserock von „Things That Might Have Been“ allerdings sofort ziemlich gut reinging.



Everybody Wants Somewhere: A Tribute To Fugazi
Und eine FUGAZI Tribute-Compilation hätten wir auch noch!
Bisher kam es vielleicht im Rahmen dieses Blogs noch nicht so richtig durch, aber FUGAZI höre ich wirklich und tatsächlich ja doch immer wieder gern mal und bin derzeit eigentlich noch dabei, die eine oder andere diesbezügliche Lücke im Plattenregal zu schließen…
Dieser ambitionierte Sampler mit insgesamt 21 Beiträgen, von denen ich ehrlich gesagt bisher kaum eine Band kenne, besteht jedenfalls aus einer LP und einem zusätzlichen Download-Album, dessen Erlös an einen wohltätigen Zweck geht (obdachlose Jugendliche von der Straße zu holen).



Außerdem:

  • Über Consouling Sounds erscheint ein neues Album der Instrumental-Rocker A-SUN AMISSA, das eine illustre Runde an Kollaborateuren (u.a. Mitglieder von Amenra, Gnod und Nadja) enthält.
  • Das Industrial-Projekt STAIQBLOOM hat Freitag ‘ne neue über Translation Loss raus.
  • In eine ähnliche Kerbe schlägt wohl PANICKER, das Projekt von Musiker/ Produzent Brent Asbury, bekannt durch Pinback und Goblin Cock, sowie diverse Zusammenarbeiten mit Justin Pearson-Bands wie The Locust und Retox, dessen Label Three One G auch die selbstbetitelte Debüt-EP rausbringt.
  • AARON DILLOWAY, Ex-Wolf Eyes, haut via Dais ein neues Solo-Album namens „The Gag File“ raus.
  • Bei Vendetta gibt’s neues von ASHBRINGER und TONGUE.
  • Und klar, ‘ne neue WOLFBRIGADE wär‘ da auch noch auf Southern Lord.

Mittwoch, 19. April 2017

Livelärm...

Kleine Konzert-Resümees des vergangenen Osterwochenendes:
Eigentlich sollte an dieser Stelle jetzt als erstes stehen, wie es Karfreitag im AZ Wuppertal bei u.a. Rorcal und Blckwvs so war...  Irgendwie war ich allerdings dann doch urlaubsreif in eine solche Feiertagslethargie gerutscht, dass ich es nicht geschafft habe, meinen alten ranzigen Körper dahinzuschleppen. Sorry, Jungs...

Samstag verschlug es mich nach Münster zu Pillorian, Mosiac, Total Negation und Valborg, wo ich eigentlich im Rahmen eines anderen Auftrags landete, weswegen ich an dieser Stelle mal wieder in erster Linie nur meine große Zuneigung zu VALBORG kundtun möchte.

 Das Trio aus Bonn ist mit seinem einerseits primitiv gekloppten, andererseits dunkel-atmosphärischen und auch mal um die Ecke gedachtem Kram einfach eine der spannendsten und, nun ja, nerdy-sympathischsten Bands, die wir in derartigen Stilgefilden derzeit haben. Als hätte man Celtic Frost mit der Verschrobenheit von Eisenvater gekreuzt und neben etwas Type O Negative auch noch einen ordentlichen Schuss Killing Joke/ Godflesh dazugegeben. Ergo: Genau mein Ding!
 

Ostersonntag dann Köln, ein mäßig besuchtes Underground.
WHORES sind laut und einfach nur total geil. Das Noiserock-Trio hat einen mächtig geilen Sound, spielt extrem souverän, rockt wild ab und ist überhaupt ebenfalls ein Fall von genau mein Ding! Ganz schön gut, genauso muss das klingen und sein.

 
Die headlinenden BIG BUSINESS stehen dem im Übrigen in nix nach. Vor allem das teilweise schon etwas unkonventionelle Nonstop-Action-Drumming von Cody ist einfach nur Killer, aber auch der derb brummende Bass-Sound und die Pop-Tendenzen der Band kommen in Verbindung miteinander total geil.
Hat sich schon gelohnt, sich dafür mal wieder nach Kölle aufzumachen.

 
An dieser Stelle noch ein Shoutout an Hofee und Bommel!

Dienstag, 18. April 2017

Diese Woche raus (KW16)

Dieser Tage kommt mal wieder echt viel interessantes raus:

ART OF BURNING WATER - All Obedient Beasts Worship
"All Obedient Beasts Worship" is a six-track, 17 minute noise-based nightmare constructed from stuff chopped, chewed and screwed from remnants of the "Heart" session. (…) Out soon(ish) on Choothar and Tapes Of Wrath.
Prinzipiell mag ich die britischen Krachmacher ART OF BURNING WATER ja (das 2010er „Head Of The Tempest“ war schon ziemlich Killer!), allerdings ist ihr Output in letzter Zeit ‘so hochfrequent geworden – inzwischen scheint gefühlt ja echt fast jeden Monat irgend’ne Langrille, EP, Tape-Veröffentlichung oder Split mit ihnen herauszukommen - dass ich irgendwie schon wieder den Anschluss verliere...

Anyway, hier ist mal wieder irgendwas für zwischendurch, bevor im Juni die nächste reguläre am Start ist (ächz):



BUILDINGS – You Are Not One Of Us
Man könnte einen Zusammenhang dazwischen konstruieren, dass der US-Bundesstaat Minnesota ein traditioneller „Blue State“ ist und dessen bevölkerungsreichste Stadt Minneapolis seit eh und je ein fruchtbarer Boden für Noiserock/ Weirdo-Punk/ Post-Hardcore und Eigenbrödler-Kunst zu sein scheint.
Auch BUILDINGS sind eine junge Band in bester AmRep-Manier, dessen neues Album „You Are Not One Of Us” heute via Gilead Media erscheint.
Die Jungs starten außerdem in diesem Moment ihre Europatour. Wer also in Hamburg (01.05., Molotow), der Nähe von Siegen (05.05., VEB), Zürich (06.05. Obenuse Fest) oder München (08.05. Sunny Red) wohnen sollte, könnte sich da mal hinschleifen (der Rest vom Fest findet hauptsächlich in Frankreich, Spanien, Belgien und Polen statt)…
 



BUZZØØKO - Giza
Ja ist denn diese Woche sowas wie offizieller internationaler Noiserock-Freitag? 

Nicht nur Buildings, sondern auch die italienischen BUZZØØKO stehen in der Tradition härterem Indierocks im Touch-and-Go-Stil u.ä.
Diese Woche erscheint ihr neues Album „Giza“ beim mir bis eben noch unbekannten irischen Label Retro Vox.
Hier geht auch was!



CLOUD RAT / CREVASSE Split
Digital
über das hiesige Label eigentlich schon 2-3 Wochen raus, dabei aber offiziell und haptisch übers Übersee-Label für diesen Freitag angekündigt: Eine Split-7“ der US-Grindcoreler CLOUD RAT und der Leipziger (?) Punks CREVASSE.
Gerade erstere schätze ich ja schon länger, weil sie attitüdisch und musikalisch einfach ‘ne Menge richtig machen und einen immer wieder mal mit kleinen Experimenten und Ausweitungen ihres auch so schon intensiven Stils beeindrucken…




ORANSSI PAZUZU -  Kevät / Värimyrsky 
Hierbei ist das genaue Veröffentlichungsdatum im Übrigen auch etwas schwammig, handelt es sich um eine 10" mit zwei bisher unveröffentlichten Songs, welche die finnischen Avantgarde-Black Metaller auf ihrer aktuellen Tour dabei haben... 
Digital gibt's das Teil jedenfalls auch bei ihren jeweiligen Labels auf dieser Seite vom Teich (Svart) und Übersee (20 Buck Spin).



VAMPILLIA + THE BODY - xoroAHbin
Und mal wieder eine Kooperation des amerikanischen Noise-Metal-/ Krass-Pop-Duos THE BODY, dieses mal mit den ihrerseits ebenfalls bereits kooperationserprobten VAMPILLIA aus Japan. 

Da dürfte wohl was schrägeres ins Haus stehen!

Mittwoch, 12. April 2017

Author & Punisher…

Dafür, dass ich im ersten Quartal des bisherigen Jahres wesentlich Konzert-fauler als sonst schon mal war und mich an der Front wohl schon in sowas wie einer Altersteilzeit wähnte, dafür kriege ich jetzt wiederum aber doch mal wieder den Arsch hoch und hab‘ schon den zweiten Köln-Trip innerhalb von sieben Tagen hinter mir, während ich einen dritten in naher Zukunft andenke… ist das sowas wie ein Frühlingserwachen?
Anyway. Die Gelegenheit, mir AUTHOR & PUNISHER mal anzusehen konnte ich in einer Woche, in der es sich dann doch mal recht stressfrei einrichten lies, nicht so vorbeiziehen lassen.
Natürlich musste ich erst mal darüber die Augen verdrehen, dass die auf der Homepage des Kölner Underground mit „Einlass 19:30, Beginn 20:00“ ausgeschriebene Veranstaltung reell um kurz vor neun begann, aber da hatte ich ja bereits mit gerechnet.
Genauso wie damit, dass sich gerade mal irgendwas an die zwanzig Leute dafür einfanden…

 

AUTHOR & PUNISHER jedenfalls ist das Projekt von Tristan Shone, der im wahrsten Sinne des Wortes ein Maschinenbauer ist.
Der eher adrett als abgerockt rüberkommende Amerikaner hat sich eigene Vorrichtungen gebastelt, mit denen er zur ungewöhnlichen Einmann-Band wird.
Hebel, Fußpedale und ein Kehlkopfmikrofon erzeugen Brumm- und Dröhn-Sounds, mit sowas wie einer hydraulischen Schiebe rummst er die Drum-Beats raus, er spielt Keyboard und singt grimmig in ein seltsames breites Mikro, das an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Effekten belegt zu sein scheint.
Die Musik, die dabei rauskommt, könnte man als „noisigen Industrial-Metal mit Drone-Doom-Aura“ bezeichnen und das Faszinierende daran ist, dass ihr bei ihrer im wahrsten Sinne des Wortes manuell-maschinellen Entstehungsweise ein sehr organischer Kern zugrunde liegt. Cyborg-Musik? Meinetwegen.

 
Leider fand die Vorstellung, was wohl nicht einer gewissen Ironie entbehrt, aufgrund technischer Probleme etwas unrühmlich schon nach ca. 40 Minuten ein abruptes Ende, denn auf ein mal schien irgendwas auf der AUTHOR & PUNISHER-Brücke nicht mehr richtig zu funktionieren und lies sich anscheinend auch nicht mehr kurzfristig richten.
Geil war’s trotzdem, ich hab’ne DoLP und ‘ne CD gekauft und würd‘s mir definitiv gern noch mal wieder ansehen!

Hier mal noch ein anderer, audiovisuell festgehaltener Gig von ihm:  




Und noch mal der aktuelle Longplayer via Bandcamp, der wohl sein bisher "musikalisch auskomponiertestes" Werk ist:

Donnerstag, 6. April 2017

Wolf Eyes…

Eigentlich bin ich ja viel zu alt und eingefahren für spontane Konzerttrips unter der Woche, die über ‘ne Stunde aus der Stadt raus stattfinden. Noch dazu hasse ich Köln ja eigentlich regelrecht. Als ich allerdings gestern Nachmittag ziemlich zufällig im Netz darauf stieß, dass WOLF EYES noch am gleichen Abend in der ambivalenten Dommetropole aufspielen, bin ich dann doch mal hin.
(Ich hatte nämlich wohl, während ich ausnahmsweise mal nix anderes vorhatte, einfach irgendwie Bock auf Auswärtszerstreuung, die meinen aktuellen Hörgewohnheiten und Interessen einen Tacken mehr entgegenkommt als die unter „Standard“ verbuchten Rock-/ Metal-Konzerte, die man dieser Tage mal wieder so um die Ecke haben könnte…)
Unglaublich jedenfalls, wie smooth sowas trotz aller Widrigkeiten dann doch mal so laufen kann: Extra schon eher spät als früh aufgebrochen, habe ich mich nach der einzigen Großbaustelle von Autobahnnetz, die man erst mal hinter sich bringen muss, zwar in die Stadt rein herbestens verfranzt (fragt nicht, wie ich das geschafft hatte… das ist wohl einfach der Köln-Fluch…), dann allerdings in unmittelbarer Nähe der Location „Gewölbe“ im Univiertel problemlos einen zu der Zeit bereits kostenfreien Parkplatz ergattert (in Köln alles andere als selbstverständlich), um nur 1-2 Minuten bevor WOLF EYES die Bühne betraten in den Laden zu stolpern.
Geht doch!?

 

Die Mitte der Neunziger gegründeten WOLF EYES sind mit ihrem dreistelligen Output jedenfalls so eine Sache für sich. Ihre Musik geht Richtung Noise/ Dark Ambient/ Industrial/ Klangkunst, ist aber immer wieder doch ein bisschen anderes als das, was man mit solchen Stichworten assoziiert.
An diesem Abend konnte man diese seltsame Eigendynamik der Detroiter aus nächster Nähe in voller Pracht erleben: In der Mitte der kleinen Bühne steht Nate Young, Baseballcap und coole Sonnenbrille, faselt was ins Mikro, das er direkt knöpfchendrehend mit Effekten verfremdet, spielt zwischenzeitlich gar mal verzerrte Mundharmonika, dreht minimalistisch stampfende Rhythmen aus der Konserve hoch und wieder weg.
Auf der einen Seite neben ihm der bärtige James Baljo mit Gitarre, immer wieder seltsame Klanglandschaften ausmalend. Auf der anderen Seite John Olson mit alberner Retrofutur-Sonnenbrille – der zwischen Saxophon und anderen Blasinstrumenten, Rasseln und Tamburin hin- und herwechselt und zwischendurch einfach nur mal mit leerem Süßigkeiten-Verpackungsmüll am Mikrofon Raschellärm macht.
Das Ganze baut sich im Rahmen halbstündiger Stücke immer wieder zu einem surrealen Klangbrei auf, der eigentlich nicht so wirklich durchdacht wirkt und auch nicht immer so 100%ig Sinn zu machen scheint, aber eben genau das ist dann irgendwie auch die selten-kaputte, faszinierende Schönheit an dem, was das Trio da veranstaltet.

 
Cool, dass ich da nun besser spät als nie den Haken dran habe, mir das mal angetan zu haben. Morgen in Brüssel spielen sie übrigens zusammen mit Author & Punisher. Geiles Package!

Montag, 3. April 2017

Diese Woche raus (KW14)

Willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Reihe "die in meinem nerdigen Mikrokosmos interessantesten Musikneuerscheinungen der Woche":

BUMMER / PINKO Split 
Essenziell: Die großartigen Derbe-auf-die-Fresse-Noiserocker BUMMER haben eine Split-EP mit den Richtung Fugazi/ Refused tendierenden PINKO draußen. 
Zur Bandcamp-Seite letzterer kommt man von der erstgenannter aus:



CLEARED - Serpens
Mal wieder was faszinierendes von Utech Records: Mit freiflächigem Lärm wie auch unterstützenden Rhythmen gelingt diesem Duo aus Chigaco im Ambient-/ Drone-/ Noise-Spannungsfeld mit Industrial-Feeling und Krautrock-Schulterblicken etwas, das derzeit wirklich genau mein Ding ist.  
Ja, tatsächlich, ich steh' total auf sowas!



CLOSET DISCO QUEEN - Sexy Audio Deviance For Punk Bums 
Generell mag ich Duo-Formationen (schließlich spiele ich selbst in einer) und ich habe einen gewissen Faible für Bands, deren (Rock)Musik etwas irgendwie „unfertig“ dahingelärmt anmutendes anstatt zu perfektionistisch auskomponiertes an sich hat, was auf viele ebensolcher zutrifft. 
Bei CLOSET DISCO QUEEN wiederum habe ich allerdings als konträre Ausnahme dieser Regel immer wieder mal das Gefühl, dass den Jungs ein bisschen mehr Augenmerk aufs Songwriting ganz gut tun könnte. 
Die beiden Schweizer beherrschen vom Drone über den Abrock-Modus bis zu vertrackteren Lämerein ihr Handwerk ohne Frage sehr gut, was sie auch schon in anderen Bands wie The Ocean oder Coilguns bewiesen haben, allerdings hat die Instrumentalmusik von CDQ in meiner Wahrnehmung trotzdem so ein bisschen den Charakter von skizzierten Ideen, die es nicht so ganz zum richtigen Song geschafft haben. 
(Sage ich im Übrigen als jemand, der „Ghosts I-IV“ für einen der interessantesten NIN-Releases hält, den "krautigen" Minimalismus von Nisennenmondai mag und Dyse früher in den Momenten am mitreißendsten fand, als sie sich eben noch nicht so sehr Standartrocksong-Mustern hingaben wie auf späteren Alben… )
Anyway, die neue, "einseitige" EP von CLOSET DISCO QUEEN ist diese Woche via Crazysane Records raus und das Reinhören und gerade auch live ansehen lohnt sich trotz meiner geäußerten Kritik durchaus: 

 

CURBEATERS - Time Is Unforgiving
Kurzfassung: Vor einer halben Ewigkeit begonnenes, nun vollendetes Projekt, an dem (Ex-)Mitglieder von u.a. Ultha, Planks und Black Shape Of Nexus mitwirk(t)en.
Die ganze Geschichte kann man auf der entsprechenden Preorder-Page des Labels oder der Bandcamp-Seite (s.u.) nachlesen.
Der Download ist umsonst, die limitierte 180g LP gibt’s bei Golden Antenna. 




FUOCO FATUO - Backwater
Profound Lore bürgen bekanntlich für eine gewisse Qualität. So verwundert es auch nicht, dass die italienischen FUOCO FATUO in ihrer Substil-Ecke, nennen wir diese Funeral Doom, durchaus an Oberliga-Regionen schaben.
Bei mir persönlich lösen sie zwar so einen „Warum sollte ich die hören, wenn ich auch noch in Esoteric oder Evoken eintauchen kann, die beide einen ganzen Ticken akzentreicher sind“-Impuls aus, aber nach jenen beiden Bands und den niederländischen Faal wäre „Backwater“ wohl immerhin auf dem nächsten Nachrückplatz.
Nicht schlecht, wirklich nicht: 




VALBORG - Endstrand
Ihre Momente hatten sie zwar mitunter auch schon auf vorangegangenen Releases (‘I Am Space‘!!!), es war allerdings das 2012er „Nekrodepression“ plus ein vorausgegangener Live-Auftritt zu der Phase, mit denen sich die Bonner VALBORG mal eben direkt in die Riege meiner Lieblingsbands katapultierten und mich sogar dazu veranlassten, auch mal ein Interview mit ihnen zu führen, was ich im Rahmen meines Blogs wirklich nur sehr, sehr selten mache.
Was genau ich eigentlich an VALBORG grandios finde, was im Grunde genommen viele Gründe in Summe sind, das habe ich hier schon bei vielen verschiedenen Gelegenheiten immer wieder mal angerissen, deswegen komme ich gleich zu dem Punkt, dass ich nach dem wilden „Nekrodepression“ und dem viel gothisch-doomiger mit starker Synthie-Ausmalung wie aus einem Guss fließenden „Romantik“ sehr gespannt war, wo die musikalische Reise auf ihrem neuen Longplayer hingehen würde.

Eine Frage, die ich noch nicht wirklich beantworten kann, denn die vorbestelle Platte habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Haus. Immerhin kann man das Teil via Bandcamp hören:

 

ZU - Jhator
Irgendwie scheinen das etwas eso angehauchte Label House of Mythology (Ulver, Hypnopazūzu) und die römischen, hm, Metallic-Jazzer (?) ZU auf den ersten Blick ja eine komische Paarung zu sein. Dann wiederum ist HoM aber auch ein noch so junges Label, dass man das eigentlich auch gar nicht so genau sagen kann...
ZU sind jedenfalls mit ihrer Mischung aus verzerrtem Bass-Lärm, Action-Drumming und jazzigem Sax-Getröte eigentlich ‘ne ganz geile Sache, so richtig festsetzen wollte sich ihr letztes Album “Cortar Todo” vor zwei Jahren bei aller Sympathie trotz einiger Durchläufe bei mir allerdings irgendwie nicht. 

Wird wohl mutmaßlich noch dieser Tage irgendwann bei houseofmythology.bandcamp.com online gehen, dann reiche ich den Bandcamp-Stream noch nach.

Außerdem:
 
Die italienischen Doom-/ Jazz-Chamäleons ORTHODOX und die spanischen GRAJO haben eine Splitsingle mit wirklich coolem Coverartwork draußen. Die Orthodox-Seite ist dabei ein Neil Young-Coversong, bei dem die Sängerin von Grajo mitwirkt.
Beide Seiten der 7“ gibt es bei den jeweiligen Bandcamps:
orthodoxband.bandcamp.com/album/orthodox-grajo-7

DEATHRITE fand ich mit ihrem leicht crustigen Old School Death Metal schon immer ganz sympathisch, dann wiederum ist das allerdings eher so ‘ne Art von Musik, die ich mir dieser Tage nicht mehr unbedingt lechzend als Tonträger ins Regal stelle…
deathrite-official.bandcamp.com/album/where-evil-arises


Beim belgischen Label Consouling Sounds erscheint ein neues Album von EMPUSAE.
http://consouling.be/album/empusae-lueur/

Die neue THE OBSESSED erscheint via Relapse. Um mal ganz ehrlich zu sein, war ich ja noch nie der größte Fan von dieser Wino-Band. Irgendwie ist mir das wohl einfach nicht heavy genug oder so…
theobsessed.bandcamp.com/album/sacred


Ebenfalls über House of Mythology erscheint ein neues Album von ULVER. Irgendwie bin ich da seit einiger Zeit aber so ein bisschen raus. Zwar fand ich ja durchaus einiges von ULVER in der Vergangenheit recht spannend, aber mal ganz nüchtern betrachtet ist von ihrem Schaffen der letzten 10 Jahre auch nicht so wirklich viel bei mir hängengeblieben.
houseofmythology.bandcamp.com und/ oder ulver.bandcamp.com/ im Auge behalten.