Freitag, 18. Juli 2014

Pissed Jeans

Warum zur Hölle bin ich eigentlich trotz bereits bestehender Sympathie durch bisherige Hörproben und Knaller-Videoclips erst jetzt darauf bekommen, mich mal wirklich eingehender mit PISSED JEANS zu beschäftigen?

Gut, ich kenne die Antwort: Weil es da draußen schlicht und ergreifend mehr gute und interessante Bands gibt, als ein Mensch alleine in einem Leben die gebührende Aufmerksamkeit entgegenbringen kann (#fwp), und ich trotz meiner gerade auch in jüngerer Vergangenheit sehr stark aufblühenden Liebe zu uramerikanischem Noiserock (Pigs/ JJ Paradise Players Club, Whores., Cows, Karp, Jesus Lizard, …) so viel mit diversen Metal-Kapellen von Doom-Gekrieche bis Grind-Geschepper und allem drumherum beschäftigt war, dass man die einfacheren Freuden des Lebens auch schon mal aus dem Blickfeld verlieren kann; PJ’s  Label Subpop ferner mit diversem Weichflötenkram für mich persönlich zuletzt jetzt nicht gerade superviel megainteressante Sachen abwarf, weswegen ich der Ecke wohl nicht so viel Beachtung schenken wollte…

... ich stelle jedoch fest: Eine u.a. von 80er-Post-Harcore geprägte Atonal-Noiserock-Band, dessen Sänger mit offensichtlichem Vollschuss genial-profan und fast schon dadaistisch Themen wie ausfallende Haare, verkatertes Zähneputzen und sein mittelmäßiges Dayjob-Leben besingt (/beschreit/ benölt), sich außerdem in einem Song für die misogynen Lyrics früherer Songs entschuldigt, und das alles dann auch noch produziert von Alex Newport, der dazu mit seiner Fudge Tunnel-Vergangenheit wie der berühmte Arsch auf den Eimer passt – also, noch mehr wie für mich gemacht wie etwa PISSED JEANS‘ „King of Jeans“ kann ein Album ja eigentlich kaum noch sein.

Musste mal gesagt werden.

Neue 2 Song EP von merdarahta!

gibt es bei Bandcamp: http://merdarahta.bandcamp.com/album/solar-pulse

Dienstag, 15. Juli 2014

Noch ein paar neue Alben

ENTRAILS MASSACRE - Alienation Anarchism
Keine Ahnung, warum man bei Bandcamp von den 7 Songs dieser 6 Zoll EP nur einen runterziehen kann. Da jener „Wankers on a Mission“ heißt dürfte allerdings klar sein, dass die altgedienten Rostocker Grindcoreler (nächstes Jahr ist die 25 voll!) auf dem gleichen Kreuzzug wie ich sind.
Platte gibt's bei Power it up: www.power-it-up.de
entrailsmassacre.bandcamp.com/album/alienation-anarchism

HERDER - Gods
Irgendwie wäre es mir fast durchgegangen, auf die schon im Mai erschienene, neue HERDER hinzuweisen. Dabei war ihr Turock-Auftritt letztes Jahr samt nur 10 Euro kostenden Shirts so sympathisch, dass ich mir sogar eins gekauft habe. HERDER sind je nach Perspektive und Alkoholpegel jedenfalls irgendwas zwischen ziemlich affig und völlig saugeil. Die Bollocore-Variante von Stonersludge-Metal. Ähnlich dicke Eier hatten sonst nur Smoke Blow oder Illdisposed zu ihren jeweils besten Zeiten.
http://herder.bandcamp.com/album/gods


LAZER/WULF - The Beast of Left and Right
Hierbei handelt es sich um die derzeit am heißesten gehandelte Truppe im Spannungsfeld von hartem Instrumentalgefrickel und Bands von Hipster-Interesse. Lady Gaga ist anscheinend Fan, warum auch immer.
http://lazerwulf.bandcamp.com/album/the-beast-of-left-and-right-2

PROFETUS – As All Seasons Die
So langatmig die Musik ist, so kurz kann ich die Beschreibung halten: Das Album der Stunde für Funeral Doom-Liebhaber kommt aus Finnland.
http://profetus.bandcamp.com/album/as-all-seasons-die

Dies und das kurz notiert

Hier mal ein Gossip-Rundumschlag:

Kürzlich bin ich durch einen Zufall bei Facebook darüber gestolpert, wie Jinx Dawson den Einfluss, den sie mit ihrer Band Coven auf Black Sabbath ausgeübt hatte, noch weitergehend behaupten möchte, als bisher gedacht. Nicht nur Name(n) und Okkult-Image haben sich die Herren Osbourne, Iommi, Ward und Butler vom ersten Album der psychedelischen Satanisten abgeguckt (was quasi Common Sense ist), nein, auch die Teufelshörnchen-Geste, die zum Markenzeichen des inzwischen leider verstorbenen, späteren Sabbath-Sängers Ronnie James Dio wurde, hatte dieser angeblich zu der Zeit aufgeschnappt, als er im Coven-Umfeld abhing…
 
Was soll man dazu noch sagen? 
 

Apropos Doom-Diva: Letztens ging übrigens die News-Meldung rum, dass THE WOUNDED KINGS von ihrer Sängerin aus persönlichen Gründen verlassen wurden und nun ihr Vorgänger wieder back on Board ist.
Finde ich persönlich ja etwas schade, denn gerade durch die stimmliche und live auch visuelle Präsenz von Sharie Neyland hatte das TWK-Gesamtpaket ein gewisses Charisma.
 

Apropos neuer alter Sänger: EXODUS wiederum haben Rob Dukes gefeuert und Zetro wieder ans Mikro gestellt. Ich bin ganz ehrlich: Es ist in diesem Fall vielleicht zum Besten, denn zuletzt hatte man die Vollproll-Attitüde samt etwas zu plumper Anti-Islamisten-Tiraden von Dukes etwas über. (Netter Typ, aber…)
 

Apropos Vollproll: Phil Anselmo äußert in Interviews immer öfter, sich eine Art von Pantera-Reunion vorstellen zu können, mit Gitarrenheld Zakk Wylde anstelle des verstorbenen Dimebag, während Vinnie Paul, daraufhin in anderen Interviews angesprochen, langsam wohl schon müde wird, es immer wieder dementieren und vehement ablehnen zu müssen. Davon werden ihre Illegals- und Hellyeah-Veröffentlichungen aber leider auch nicht interessanter…
 

Apropos Reunion: Es wird ein neues FAITH NO MORE-Album geben? Bin mir nicht sicher, ob ich in freudiger Erwartung gespannt sein oder Angst haben soll.
 

Ach ja: Diese Viralvideo-Kiddies aus Brooklyn, die im Jungspundalter als Straßenband präzisen Breakdown-Metal moshballern, haben inzwischen einen Major-Deal und sollen somit wohl gerade als großes Ding platziert werden.

Blckwvs melting butter (Video)

Die Kollegen von Prettyinnoise haben heute zwei Videos von BLCKWVS und ihrer „Melting Butter Session“ bei RAMA Sound in Mannheim auf die Welt losgelassen.
Geile Sache!




Montag, 14. Juli 2014

Aktuelle Alben ausführlicher

BONGRIPPER - Miserable
Beim ersten Durchlauf war ich noch etwas hin- und hergerissen, zwischen „naja, schnarch“ und „eigentlich doch ganz geil“. Inzwischen bin ich mir sicher: Ein Ausfall ist das neue BONGRIPPER-Album nicht, aber eben auch nicht so ein herrliches Spektakel wie „Satan Worshipping Doom“ oder die spaßige „Sex Tape/ Snuff Film“-7‘‘. Das Quartett macht aber auf der anderen Seite auch nicht viel falsch, und hat in drei langen Kompositionen ihre instrumentalen Wanderwege zwischen minimalistischer Doom–Wand, auch mal etwas flotterem Massivriff-Gekeule und gar dem ebenfalls dazugehörenden Uptempo-Ballerpart wieder mal ein bisschen anders portioniert. Um die Band selbst zu zitieren: „If it's too slow you're too happy.“  Noch dazu klingt das Teil echt gut. Daumen nach oben!
Bandcamp: bongripper.bandcamp.com/album/miserable

MATYRDÖD - Elddop
Folgendes finde ich ja irgendwie ein bisschen witzig: MATYRDÖD entstammen dem gleichen schwedischen Umfeld wie Agrimonia und Skitsystem (und At The Gates), teilen sich mit diesen Bands mitunter sogar Mitglieder, und diese Blutverwandtschaft merkt man ihrem aktuellen Album zu jeder Sekunde an. Denn das Teil vereint das straighte Crustcore-Geholze von Skitsystem mit einer sehr melodischen Gitarrenarbeit, der man wirklich anhört, dass der gleiche Typ auch für das Gedudel vor allem der nach wie vor aktuellen, dritten Agrimonia-Scheibe verantwortlich war. Und irgendwie schließt sich da dann auch der Kreis zu ATG (deren Tompa mal bei Skitsystem schrie, während Gitarrist Martin Larsson bei Agrimonia basst), denn so weit weg von denen ist das Ganze musikalisch dann auch nicht mehr.
Label-Link: http://www.lafamiliareleases.com/releases/la-familia/martyrdoed-elddop-lp/

WOLVES IN THE TRHONE ROOM - Celestite

Es hatte sich ja vorher schon abgezeichnet bzw. wurde vage angekündigt, dass WITTR nach ihrer auch noch eine Extrarunde drehenden „Abschiedstour“ kein weiteres Metal-Album mehr machen wollten. Dass das Synthie-lastige „Celestite“, das ganz ohne Drums oder Vocals auskommt, über weite Strecken wie Tangerine Dream klingt, finde ich dann ja allerdings doch so ein bisschen amüsant. Wenn an 1-2 Stellen mal auffälliger eine Gitarre hinzukommt, hat es auch mal kurz was von Sunn O))), ansonsten geht das Album in meinen Ohren aber wirklich schon als regelrechte Tangerine Dream Tribute-Veranstaltung durch, während manch einer natürlich auch Burzum-Knastalben-Worshipping unterstellt.  Anhören kann  man sich das zwar durchaus ganz gut, es bleibt aber dennoch ein leicht amüsierter Beigeschmack. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Band bei ihren Livesets neuerdings wohl angeblich gar Songs vom ersten Album runterhobelt. Ja was denn jetzt, Leute?
Bandcamp: artemisiarecords.bandcamp.com/album/celestite

WOLVHAMMER - Clawing Into Black Sun
Apropos Wölfe: Bei ihren Frühwerken verfolgten WOLVHAMMER noch den Ansatz, die Crust-Nähe prototypischen Black Metals (vor allem Schweizer Prägung) hervorheben zu wollen. Als zum zweiten Album „The Obsidian Plains “ Ex-Nachtmystium-Gitarrist Jeff Wilson hinzustieß, gewann das Gesamtkonzept durch seinen wiedererkennbaren Spielstil so einiges an Atmosphäre. Bei diesem dritten Langspiel-Streich haben sie die Krusten nun zum großen Teil abgeschabt (die Ausnahme bildet eine sehr Hardcore-lastige Passage von „In Reverence“), das dunkle Nebeldickicht etwas durchgelüftet und scheinen die Sache irgendwie eher etwas locker und entspannt als zu verbissen und aggressiv angegangen zu sein.  Auf „Clawing Into Black Sun“ klingen WOLVHAMMER wie eine Nachtmystium-geprägte Light-Version ihrer selbst, was wiederum erstaunlich nah an jüngeren Satyricon tönt und überhaupt gar nicht mal so schlecht.
Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/clawing-into-black-sun
 

Ausblick:
Apropos NACHTMYSTIUM: Von denen kommt Anfang August noch eins. 
Neue KEITZER!
PALLBEARER und YOB kommen außerdem gemeinsam und mit jeweils einem neuen Album auf Tour. Erste Hörproben kündigen Großes an.
IRON REAGAN!


Was denn sonst noch?
Notiz an mich selbst: Vielleicht mal in die neue GOATWHORE reinhören, die allgemein recht positive Resonanzen erfährt.
INCANTATION haben auch schon wieder 'ne neue raus, die Bombe sein soll.
Wir sind außerdem gespannt auf die neue OPETH.