Dienstag, 21. März 2017

Diese Woche raus

Die interessantesten Releases dieser Woche sind auf meinem Radar vor allem die folgenden vier:  

BRAVEYOUNG – Misery and Pride
Eigentlich habe ich BRAVEYOUNG seit ihrer 2011er Kollaboration mit The Body auf dem Zettel, die allerdings ‘in my book‘ zu den eher weniger spektakulären Kooperationsalben letztgenannter gehört... 

Vermutlich habe ich die irgendwo zwischen sog. Postrock und Drone agierende Truppe deswegen wiederum in der Folgezeit eher so ein bisschen vernachlässigt, möchte das beim neuen Album jetzt aber noch mal überdenken…
Im Übrigen ist The Flenser ein Label, das zu verfolgen sich lohnt, denn dort erscheint generell viel nicht uninteressantes.




FUBAR - Weltschmerz
Ein vielleicht nicht wirklich umhauendes, aber doch sehr sympathisches Teil ist das Freitag erscheinende neue Album der niederländischen Grind-Institution FUBAR.
Sympathisch u.a. deswegen, weil ich Grindcore mag, der trotz metallsicher Stilbestandteile doch eher zum Punk/ HC als zum übertriebenen Ultrabrutal-Death-Metal neigt, und FUBAR hier eine wirklich sehr gute Balance aus Blastgezimmer, Crust-Gekloppe und schon regelrecht melodiösen Punk-Riffs, sowie Midtempo-Mosh und doomigen Passagen hinbekommen haben.
Und irgendwie gefällt mir sowas heutzutage sehr viel besser als Extrem-Metal-Bands, hinter deren handwerklich perfektionistischem Geratter, aufgeblähten Produktionen und generischen Songstrukturen kaum noch wirkliche Aggression oder authentische Energie steckt.
 


PALLBEARER - Heartless
Das neue Album der, nun ja, „Doom-Sensation“ der letzten Jahre, die über den Umweg des Pitchfork-Hipster-Hypes inzwischen schon hierzulande über Blascht veröffentlicht wird, kommt tatsächlich einen ganzen Tacken stromlinienförmiger und sauberer daher.
Das macht’s mir persönlich etwas schwierig, denn das, was ich an beiden Vorgängeralben eben gerade ganz gut fand, war dieses gesanglich schon mal eher leicht neben der Spur tönende und oft nicht den offensichtlichsten Weg gehende, sowie vom Gitarrensound her eher grobkörnigere, das mit dem fast schon etwas kitschigem Pathos und den epischen Anwandlungen der Band einen interessanten Kontrast bildete.
Was ich bis jetzt von „Heartless“ gehört habe klang zwar alles ziemlich gut, aber tendiert dabei in eine
eher etwas "allgemeinverträglichere" Richtung, bei der ein obskure Unikate liebender Krachfetischist wie ich irgendwie nicht so wirklich den Drang verspürt, noch tiefer eintauchen zu müssen.
Lieber Metal-Mainstream: Hier, Du kannst diese Band haben! Sei nett zu ihnen, denn das sind gute Jungs!




SLOTH HERDER - No Pity, No Sunrise
Grindcore mit Black Metal-Atmosphäre und Chaoscore-Hektik? Wie SLOTH HERDER aus Maryland hier kaputte Fiesheit, angeschwärzte Finster-Aura und Schräglagen-Lärm unter einen Hut bekommen, das ist schon eine ziemlich intensive Sache, auf die man sich auch erst mal einlassen können muss.
Mich erinnert das Ganze zuweilen ja schon mal an die griechischen Dephosphorus, gegen deren heiseres Verzweiflungsplärre die Vocals von „No Pity, No Sunrise“ allerdings eine ganze Liga böser klingen.
Nicht schlecht!





Außerdem:
1.) Das neue Album von BOSS HOG ist am Start! Werde es mir wohl noch irgendwie ordern, habe allerdings ehrlich gesagt noch keinen Ton gehört.

2.) Das Langspieldebüt des Bolt-Thrower-Nachfolgers MEMORIAM erscheint diese Woche über Blascht. Auch wenn's mich grundsätzlich interressiert, bin ich aktuell aber ehrlich gesagt irgendwie nur so semiheiß drauf.
3.) Was mir letzte Woche irgendwie ein bisschen durchgegangen ist, ist die neue DODECAHEDRON via Season of Mist. Die Niederländer klingen wie etwas straightere Deathspell Omega (was generell langsam aber sicher eh
schon zu einem regelrechten Underground-Subgenre wird), sind als solche nicht uninteressant, aber hauen mich andererseits auch nicht wirklich mit Langzeitwirkung um.

Donnerstag, 16. März 2017

The Death And Resurrection Show (DVD Review)


So, nun habe ich sie auch endlich mal im Haus und gesehen: Die ewig in der Mache befindliche KILLING JOKE-Doku THE DEATH AND RESURRECTION SHOW.

Der zweieinhalbstündige (!) „Hauptfilm“ des DoDVD-Package ist schon ein ziemlicher Brocken.

Nicht nur wegen der Form (siehe ein paar Kritikpunkte weiter unten), sondern auch wegen dem gesamten Inhalt musste ich die Doku wirklich in kürzerer Zeit zwei mal komplett gucken, um sie in ihrer Gänze zu verarbeiten.

Faszinierend an TDARS ist dabei, wie die Band und weitere Menschen aus ihrem Umfeld relativ trocken nicht nur diverse Anekdoten über zwischenmenschliche Querelen, sondern auch die Vorkommnisse okkulter Rituale und schwer zu glaubender Begebenheiten während der Frühphase der Band wiedergegeben, was im Grunde genommen auch den thematischen Kern dieser Doku bildet, den man eben nicht in jedem zweiten Musikmagazin-Interview mit Coleman so deutlich beleuchtet bekommt.
Man könnte einiges davon aus der Ferne natürlich auch als Spinnerei oder Legendenbildung abtun. Man kann sich aber auch auf die Möglichkeit einlassen, dass Jaz Coleman – Einblicke in seine Weltuntergangs-Paranoia, Eso-Einstellungen u.ä. hin oder her - vielleicht tatsächlich mal im Zentrum paranormaler Zwischenfälle oder sowas wie auf der Schwelle zu universellen Erkenntnissen stand.   

Neben der Story der Band vom Anfang bis in die Neuzeit (Reunion der Originalbesetzung 2009 rum) erfährt man ferner auch ein bisschen was über Jaz‘ Aktivitäten als Klassik-Komponist und Orchester-Dirigent, was ebenfalls ziemlich interessant ist.
Zu den Specials der zweiten DVD gehören dann noch eine halbstündige Extra-Geschichte über eine tschechische Journalistin und ihre abenteuerliche Beziehung zu Coleman, die durchaus eher noch ein paar Fragezeichen hinterlässt, und eine ganze Stunde (!) Interview mit Drummer Big Paul. 
Der im Übrigen auch eines meiner Lieblingszitate von sich gibt, dazu, warum er nach längerer Pause die Sticks wieder in die Hand genommen hat, um mit Musik gegen die heutigen politischen Zustände zu rebellieren: „…I want to hammer out the drums and scream with rage.“
Davon mache ich mir noch ein Poster für den eigenen Proberaum oder sowas.


Kritik muss ich übrigens ein bisschen üben:

In seiner allgemeinen technischen Inszenierung hätte „The Death And Resurrection Show“ noch etwas Feinschliff-Qualitätskontrolle vertragen können.
Text-Einblendungen über Person und ihre Hintergründe sind schon mal recht kurz und dabei nicht so richtig gut leserlich, überhaupt sind die Schnitte und Überblendungen der Interviews schon mal recht rasant und von der Ton-Produktion her manchmal etwas minderqualitativ, und wenn man einige britische Akzente nicht so wirklich gewohnt ist, ist dann im vorgelegten Tempo nicht immer alles direkt so richtig gut zu verstehen.
Mag aber auch sein, dass das in erster Linie ein Problem ist, das ich habe…
Was allerdings ferner wirklich nervt: Bei der Menüführung der DVDs fehlt irgendwie was. Mit dem DVD-Player war es mir nicht so richtig möglich, einige Features wie die Einzelkapitelauswahl anzuwählen, sondern ich musste die DVD dann extra noch mal in den Rechner schieben, um mit diesem einiges mit der Maus angeklickt zu gucken.

Summa summarum waren die 20 britischen Pfund für die Doppel-DVD dennoch gut investiertes Geld, das ich kein bisschen bereue, denn THE DEATH AND RESURRECTION SHOW ist wirklich und tatsächlich ziemlich faszinierend und wird mit Sicherheit auch noch für weitere Heimkino-Vorstellungen im Player landen.

Außerdem: Mag sein, dass KILLING JOKE mit ihrem Industrial-Rock späterer Phasen zwischenzeitlich mal ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirkten.
Heutzutage, wo die Menschheit immer weniger zu schnallen anstatt mal ein bisschen klarzukommen scheint, sind sie mit ihrer sowohl weitsichtig-weltoffenen Anti-Establishment-Haltung, als auch ihrer ehrfurchtsvollen Berührung mit einer spirituellen Welt allerdings relevanter denn je.

Link: www.killingjokemovie.com

Mittwoch, 15. März 2017

Bummer Love

Ist mir glatt mal wieder einen Extra-Blogpost wert, auch wenn ich es bei Facebook schon geteilt hatte: Einen neuen BUMMER-Song von einer kommenden Split-Veröffentlichung gibt’s gerad‘ als herrlich wilden Low Budget Videoclip und als Gratisdownload bei Bandcamp (s.u.).
Sommer 2015 veröffentlichten BUMMER mit ihrem Minialbum „Spank“ einen meiner absoluten Lieblings-Releases der letzten hundert Jahre. Wie ein frisches Spätachtziger-/ Frühneunziger-Revival im allerbesten Sinne.  Musik, die an frühen (!!) Grunge, an AmRep-Bands und an ironische Alternative-Metaller wie Fudge Tunnel erinnert, ergo: Genau mein Ding.
Bei diesem aktuellen Song sind sie noch mal ‘ne Ecke infernalischer geworden.  




Montag, 6. März 2017

Year Of The Cobra, Dool, Ggu:ll, …


Donnerstag: 
Ins vergangene Wochenende rein gings dann auch schon wieder mit dem nächsten Hinterzimmer-Konzert: Wenn YEAR OF THE COBRA aus Seattle schon mal um die Ecke im Essener Panic spielen, kann man das ja mitnehmen. 
Dass es mit dem angekündigten „arbeitnehmerfreundlichen“ Beginn und Ende nicht so ganz geklappt hatte wie offiziell angekündigt, konnte ich persönlich ja verschmerzen (da am Folgetag eh frei), aber um mal ganz ehrlich zu sein, hätte ich mir die Vorband ja lieber geklemmt....
Und das, bevor wir uns missverstehen, nicht etwa, weil PLAINRIDE als Köln wirklich schlecht gewesen wären. Handwerklich waren die Jungs, das kann ich neidlos eingestehen und anerkennen, sogar ziemlich top. Den Drummer hätte man auch in ‘ne Funk-Band stecken können und der Gitarrist und Sänger hat’s ohne Frage drauf. Wie die Band allerdings schon während ihrer ersten beiden Songs derart viele Stoner- und Rock’n’Roll-Klischees aus dem Setzkasten rausfeuerte, der Typ von Anfang bis Ende mit halbenglischen Ansagen und ständigem „Yeah, c’mon Motherfuckers, allright!“-Gehabe nervt, und dem Ganzen im Laufe des Gigs immer wieder noch ein weiteres Schüppen draufgelegt wurde, das fand ich dann ja ehrlich gesagt doch eher zermürbend als unterhaltsam. 
Liegt vielleicht an mir, denn diverse weitere Anwesende sahen das freudig tanzend offensichtlich etwas anders, aber ich fands wegen dieser allgemeinen "Provinzact lässt mal richtig over the top einen los"-Aura durch die Bank einfach nur unerträglich. 
Gepaart mit der Tatsache, dass der Headliner für ‘ne einzelne LP 25€ nehmen wollte (ganz ehrlich: dann bleibt drauf sitzen und erstickt dran!) war ich daher schon etwas genervt und konnte den folgenden Auftritt von YEAR OF THE COBRA irgendwie nicht mehr so ganz ohne Ambivalenz genießen. 
Nach der Komplettüberreizung der Vorband wirkte der Stoner-Sludge-Doom mit poppiger Note, den Powerhouse-Drummer Jon und Bassistin/ Sängerin Amy mit ihrer Vintage-Amp-Wand aufs Parkett dröhnen, dann auch fast schon etwas steif.  
Ein netter Ersatz für diejenigen, die (wie ich) die poppigere Seite der nur noch extremlärmenden Jucifer vermissen, sind sie zunächst aber mal aber ohne Frage. Mal sehen, wo die sich in Zukunft so hin entwickeln und ob ich sie noch mal unter besseren Umständen sehe…  

Freitag: 
Das Oberhausener Helvete ist ja auch per se eine etwas ambivalente Sache, aber da ich GGU:LL sowieso schon länger mal checken wollte und DOOL gerade im Rock Hard "Album des Monats" und in den hiesigen Top50-Charts gelandet sind, und daher demnächst mit Sicherheit auch etwas besser besuchte Locations auf den Plan rufen werden, war’s einfach ’ne zu gute Gelegenheit dem Gastspiel der beiden Niederländer Bands beizuwohnen. 
Um es kurz zu machen: GGU:LL treffen mit ihrem, in Richtung Neurosis gehenden und dabei einen Hauch zum Funeral/ Death Doom neigenden Style schon irgendwie einen Nerv von mir; man hat trotz der absolut soliden Performance unterm Strich aber doch ein bisschen das Gefühl, dass da auch noch einige Luft nach oben ist. 
Oder um meinen Kumpel Watti zu zitieren: „Irgendwie waren die Songs immer dann, wenn man dachte, dass sie gerade richtig gut in Wallung kommen, dann auf einmal zuende“. Kann man so sehen! 

Bei DOOL liegt augenverdrehendes „Hype!“-Gefasel natürlich nah: Sängerin/ Gitarristin Ryanne van Dorst ist in ihrer Heimat wohl sowas wie eine Reality-TV-Persönlichkeit und die Band involviert u.a. ehemalige Devil’s Blood-Mitglieder… klar kann man dem direkt kritisch gegenüberstehen, die Sache von gewissen Seiten förmlich reingedreht zu bekommen. 
Was den Live-Eindruck diesen Abends betrifft kann ich aber nur sagen, den gar nicht mal zu sehr in eine klare Schublade fallenden Düster-Psychedelic-Rock absolut kurzweilig gefunden zu haben. Zwar nicht in einem Maß, in dem ich mir die Platte, die ich  vermutlich eh nicht so wirklich oft hören würde, direkt für’n Zwanni unterm Arm hätte klemmen müssen, aber immerhin so überzeugend, dass ich sie mir bei passender Gelegenheit live durchaus wieder angucken würde, fand ich DOOL dann ja doch. 
Interessant übrigens, dass der Sound an diesem Abend in so einer Kaschemme klanglich und lautstärkenmäßig genau richtig war, um das Ganze auch ohne Hörschutz zu genießen. Manchmal geht's also doch...

Donnerstag, 2. März 2017

Sax on the Rocks (o.s.ä.)


Eine Woche, die schon mit einem Doom-Jazz-Sitzkonzert begann, kann man als Bergfest wohl auch gleich mal ähnlich weiter gehen lassen…
Im Steinbruch Duisburg gibt es aktuell eine Veranstaltungsreihe aus dem Umfeld von The Dorf, dem „Hausorchester“ des Dortmunder Jazz-Clubs Domizil. An diesem Abend kooperierten Dorf-Leader Jan Klare (Bass-Saxophon) und der inzwischen durch so einige Releases auf Denovali Records bekannte Drone-Gitarrist N im noch gemütlicheren Veranstaltungshinterzimmer des gemütlichen Gastro-Ladens. Die beiden spielten zwei von einer kurzen Pause unterbrochene, je ca. dreiviertelstündige Sets, die komplett improvisiert waren.
Die typische Drone-Ambience von N traf vereinte sich dabei mit dem teilweise schon schwer-bratzigen Getröte von Jazz-Vollprofi Klare, dem man an 1-2 Stellen vielleicht schon mal etwas anmerken konnte, dass das Arbeiten mit Effektpedalen wie Loopern mutmaßlich noch etwas außerhalb seiner Komfortzone liegt (No offense, Keule!).
Interessant war vor allem auch der Anfang des zweiten Sets, der zunächst mit satten Gitarrenakkorden aus der eher Rock-charakteristischen Ecke etwas bluesiges hatte (auch als Sludge-Doom- und Noiserock-Freund kam man bei diesen brachialen Breitseiten voll auf seine, in den rumgehenden Hut abzugebenden Kosten).
Mehrfach türmte sich das Ganze diese zu regelrechten Noise-Gebirgen auf, um zum Schluss in einem klar-sonoren Ton-Fluss auszuklingen.
Hatte Klare bei seiner kurzen Eröffnungsrede noch etwas zu Blicken über den Tellerrand erklärt muss auch ich sagen, dass ich an Crossover-Experimenten in derartigen Nischen derzeit auch sehr große Freude habe…


 
Ein gemeinsames Album der beiden ist übrigens fertig und wird irgendwann dieses Jahr noch via Denovali erscheinen.
Kurze Vorabeindrücke gibt’s auf Soundcloud auch schon: 


Dienstag, 28. Februar 2017

Plattenläden (1): Dortmund & Bochum

Da ich ja bei Facebook versprochen habe, hier mal einen Plattenläden-Guide der Region Ruhr zu posten, hatte ich mir schon Anfang vergangenen Monats das Moving Noises Festival zum Anlass genommen, entsprechend mal 1-2 Stunden eher nach Bochum zu fahren, um in dort anzufangen… und ich erspare uns jetzt hier auch mal irgendwelche Grönemeyer-Witze.
Dortmund können wir dann gleich eigentlich auch noch mal im gleichen Abwasch sofort besprechen.
Essen kommt demnächst mal dran…

BOCHUM

BAHLO RECORDS
Der Second-Hand-Shop-Betreiber Bahlo verzichtet auf eine Facebook-Präsenz o.ä. und hat lediglich eine ganz simple Homepage zu bieten, aber reinschauen lohnt sich meistens eigentlich trotz der mauen Vorab-Infos.
Wenn ich mal ganz ehrlich bin, waren die Metal- und die Prog-Oldies-Ecken in seinem Laden für mich bisher zwar noch nie soooo ergiebig, aber da bin ich wohl generell auch eher so ein bisschen picky. In den Kisten unter „Punk/ Wave/ Indie“-Banner kann man dann allerdings doch schon mal das eine oder andere ganz coole Schnäppchen ausfindig machen und ich behaupte mal, auch die Elektronik-Strecke seiner Plattenkisten hatte bei meinen letzten 1-2 Besuchen das eine oder interessante zu bieten. Bei meinen letzten Shopping-Stippvisiten bin ich eigentlich immer mit ganzen netten Fundstücken aus einem stilistischen Querschnitt von Sludge-Metal und Noiserock über Postpunk-Klassiker bis IDM-Kram im Jutebeutel wieder rausgegangen.
http://www.bahlo-records.de/

 

DISCOVER
Der ebenfalls nicht wirklich weit vom Bochumer Hbf gelegene Laden DISCOVER existiert seit 1985 und kann sich somit auf die Fahne schreiben, die dürren Jahre überlebt zu haben. Dementsprechend wurde in den letzten Jahren natürlich auch das Angebot an Vinyl-Neuware wieder aufgestockt.  
Für mich persönlich hielt sich die Ausbeute öfter mal in Grenzen, aber ich muss gestehen dennoch schon mal 2-3 Rockopa-Reissues aus dem engen Laden mit rausgenommen und in der Second-.Hand-Ecke durchaus auch interessantes in der Hand gehabt zu haben.
Generell gibt’s hier neue und wiederverkaufte Platten CDs quer durch alle Rockspaten, aber auch ein bisschen Elektronik, und Schnäppchen genauso wie ein paar Raritäten.
http://discover-music.de



Und sonst noch?
Der „Evergreen Record Store“ hat ja leider vergangenen Dezember die Türen geschlossen… Wenn man aber eh schon man in Bochum ist, kann man natürlich außerdem einen Blick ins Kellergeschoss des „MUSICPOINT“ werfen, der zwischen Bahlo und Discover regelrecht auf dem Weg, einen kleinen Schlenker in die Fußgängerzone gemacht liegt. Erfahrungsgemäß ist das dann aber ein eher kurzer Besuch.
Im Campus Center der Ruhr-Uni soll es im Übrigen auch einen netten „CD + Plattenladen“ geben; da ich aber vor gefühlten hundert Jahren woanders studiert habe, kann ich dazu nicht viel sagen.

Last but not least: Die sympathische TRINKHALLE, um die Ecke von Bahlo, veranstaltet in halbjährlichen bis quartalsweisen Abständen immer wieder mal einen Vinyl-Flohmarkt (in ein paar Tagen ist es mal wieder soweit), der sich der Erfahrung nach ebenfalls lohnen kann.
https://www.facebook.com/trinkhalleruhrgebeat

DORTMUND


BLACK PLASTIC
Die Spatzen haben es längst überregional von den Dächern gepfiffen und er ist auch der erklärte „Krach und so…“-Liebling: Der BLACK PLASTIC in Dortmund ist einer der coolsten und sympathischsten Plattenläden, den man in diesem Leben jemals von innen betreten wird.
Neuware und Second Hand, von Krautrock und Prog, über Indie, Hardcore, Punk, Stoner, Metal, bis zu Drum’n’Bass oder Jazz gibt’s hier echt alles und dauernd was neues…
In diesen Laden zu gehen ohne zumindest in Erwägung zu ziehen schon wieder was zu kaufen ist mir nahezu unmöglich.
Gelegentlich finden auch kleine Konzerte im Laden statt. Über das eine oder andere davon gab‘s hier schon was zu lesen…

http://blackplastic.de/


IDIOTS RECORDS
Hat auch Tradition: Wenn man eh schon mal im BlackPlastic ist, sind’s zu Hannes nur noch ein paar Meter. Und “Sir Hannes“ of The-Idiots- und Phantoms-of-Future-Fame ist schon immer einer von den Guten gewesen.
Man sollte zugegeben im Idealfall schon beinharter Metaller sein bzw. darf sich nicht am teilweise etwas speziellen Stammpublikum des Ladens stören, ferner auch nicht direkt daran, dass man auch schon mal ‘ne unnötige Hässlichkeit wie was von den Onkelz oder Burzum unter den Tonträgern ausmachen kann... Aber jetzt mal davon abgesehen findet man unter der grob eingeteilten Neuware (eher klassischer und eher extremer Metal, Punk) und den Second Hand-Schnäppchen (ebenfalls von Classic Rock bis Geknüppel) durchaus schon mal so einiges, womit es sich den Laden wieder zu verlassen lohnt.
Das Bier aufs Haus gehört auch dazu.

http://www.idiots.de

AMSTERDAM RECORD SHOP
Jetzt mal ganz ehrlich, so unter uns: "Amsterdam" genießt hier bei uns inne Stadt durchaus auch einen mitunter schon mal eher etwas zweifelhaften Ruf.
Ohne jetzt irgendwelchen Klatsch zu recyclen kann ich aus meiner Sicht dazu u.a. sagen: Unsitten wie auf die ungeschützten Hüllen von Platten, die durchaus mehr als drei Euro fuffzich wert sind, erst das Preisschild kleben und dann mit Kuli den Preis schreiben sind schon etwas… naja. Mir wurd’ dort ferner auch schon mal ‘ne offensichtliche Bootleg-Pressung als eben nicht solche ausgewiesen (ohne da jetzt 'ne große Sache draus machen zu wollen, denn es ging um 'ne 12€-Platte...).
Auf der anderen Seite muss ich dann wiederum sagen, bei meinen gelegentlichen Amsterdam-Besuchen durchaus immer wieder mal mit was coolem
aus dem Kellergeschoss der Indie-/ Punk-/ Metal-Abteilung unterm Arm wieder rauszukommen, mit dem man nicht unbedingt gerechnet hätte. Z.B. auch mal was aus der AmRep-Ecke o.ä.  ...
http://www.amsterdam-record-shop.de
 

ARCHIV
Einen Hauch weg vom Schuss der Innenstadt oder des gentrifizierten Unionviertels ist das langlebige ARCHIV, das ein ebenfalls sympathischer Laden mit Second Hand- und Neuware an LPs, Vinyl-Singles und CDs ist.
Auch dort habe ich, wenn ich es schon mal dahinschaffe, sowohl „im niedrigeren Gebraucht-Preissegment“, als auch an Neuerscheinungen, die ich gar nicht auf dem Radar gehabt hatte, das eine oder andere brauchbare ausgemacht.
http://www.archiv-cd.de/

Sonst noch:
In der Innenstadt gibt’s Andrä (http://www.cd-andrä.de/pages/standorte/dortmund.php), der vor allem für spontane CD-Schnäppchen ganz brauchbar ist, aber in der Vinyl-Abteilung versteckt sich gelegentlich auch schon mal was nettes zwischen viel Schrott.

Nicht allzu weit von der Innenstadt gibt es auch noch den Plattenhändler "XXL Music World".
Als Laden zum Stöbern ist das allerdings mehr so mittel.

http://musik-und-filme.de/xxl/index.php

Wer zum Abklappern der Läden noch ‘ne Karte oder sinnvolle Marschroute haben oder Tipps für lohnenswerte kulinarische Zwischenstationen wissen will, kann sich gerne an mich wenden. ;)

Zum Schluss noch mal ein kleiner Blick zurück in die Vergangenheit: Lange war LAST CHANCE die Adresse in Dortmund, wenn’s ums Tonträger kaufen ging.
Ich habe im Netz ein Interview zum Ende des Ladens gefunden, als man das „Vinyl-Revival“ wohl noch nicht so richtig erahnen konnte. Schade drum: http://www.unruhr.de/musik/interviews/1615-last-chance-das-wars

Bohren’s Mut zur Lücke

Anti-Karneval mit BOHREN & DER CLUB OF GORE? 
Das hat eigentlich schon Tradition, nach ihrem Konzert im Essener Chorforum Februar 2014 und der Bochumer Christuskirche ein Jahr davor. Diesen Rosenmontag war es mal wieder so weit, dass sie in letzterer einkehrten. 
Persönlich war ich vor allem gespannt auf das aktuelle Line Up, denn Schlagzeuger Thorsten Benning verließ die Band inzwischen. Das verbliebene Trio hat keinen Ersatz eingestellt, sondern versucht, sich noch mehr dem Minimalismus hingebend, die im Rhythmus-Bereich entstandenen Lücken zu füllen, indem Tastenmusiker Morten Gass stattdessen die Hi-Hat durchtritt und jeder mal an irgendeiner Stelle etwas perkussives macht. 
Mit der vorne an der Bühne platzierten Beckenapparatur wurde es zum Schluss etwas albern, aber Humor gehört bei Bohren bekanntlich auch dazu. 
Generell muss man sagen, möchte man kritisch sein, dass diese Inszenierung im reduzierten Line Up an 1-2 Stellen doch noch etwas untight gewackelt hat. Da ich selbst zu gut weiß, wie schwierig langsam und reduziert spielen tatsächlich ist, möchte ich der Band da aus Schlagzeuger-Sicht ja nicht mal einen Vorwurf machen. Als derjenige, der ‘n Zwanni Eintritt und drei fuffzich für jede Flasche Schlegel hingelegt hat dann aber irgendwie schon. ;) 
Ansonsten kann man bei einem zu arbeitnehmerfreundlichen Zeiten über die Bühne gehendem Konzert von ca. 100 Minuten, die einem trotz Zähfluss der Musik (oder vielleicht auch gerade wegen) eben nicht so lange vorkamen, aber wirklich nicht meckern.