Donnerstag, 18. August 2022

Blacklab - Crows Sparrows and Cats (Videoclip)

 Neues BLACKLAB-Video auch noch, Album erscheint morgen!

Girls In Synthesis - Watch With Mother (Videoclip)

Und auch die ziemlich töften UK-Anarcho-Postpunks GIRLS IN SYNTHESIS haben ein neues Video am Start, Album im Oktober:

Netherlands - So Sick (videoclip)

Der Videoclip-Marathon dieses Sommers reißt gar nicht mehr ab. Neu wäre dann jetzt z.B. auch noch ein audiovisueller Angriff der New Yorker NETHERLANDS, deren neues Album mit einiger Gaststarunterstützung (u.a. Gibby Haynes und Tim Dahl) Anfang September erscheint:

Mittwoch, 17. August 2022

Auahaua

Alter Vatter... Ich habe mir tatsächlich eine Ausgabe des Podcasts "The Fyrgen" von Dan Capp (Wolcensmen, Ex-Winterfylleth) partiell angehört, mit dem schon vor einiger Zeit in Zusammenhang mit antisemitischem Verschwörungsbullshit in Ungnade gefallenen Rob Miller (Tau Cross, Ex-Amebix) und Rich Walker (heute mit den Epic-Doomern Solstice aktiv, früüüher mal mit den essenziellen Grindcore-Vorreitern Sore Throat).
Schon das Karikatur-Titelbild in der Youtube-Übersicht ist etwas zum Augen verdrehen und es sind noch keine drei Minuten rum, da gibt's Schräges zum Thema Klimakrise (die natürlich nicht so schlimm sein kann wie gesagt wird, denn wieso sieht man
deswegen dann eigentlich niemanden vor den eigenen Füßen auf der Straße sterben?) und diffus-vages Gefasel über Auflehnung gegen die (Coranamaßnahmen-)"Tyrannei". 
Wir sind noch nicht bei fünf Minuten, da wird behauptet, dass wir ja alle wissen, Affenpocken hätten was mit Impfschäden als Attacke gegen Homosexuelle zu tun. Äh, ja, is' klah.
Wir sind bei sechs, sieben Minuten, da fällt zum ersten mal was von "White Guilt" und Schuldkultur-Generation in Zusammenhang mit deutschen Mittelschicht-Antifa-"Idioten".
Wir sind noch nicht bei zehn Minuten, da geht's darum, dass man sich seine "wahren Informationen" zusammensuchen und zusammenfragen muss, anstatt in Wissenschaft zu vertrauen, weil wer das wiederum kolportiert, der ist der/ die eigentliche dumme.
Und schon geht es darum, hinter welcher Opfermentalität des am lautesten die richtigste Meinung Rumbrüllens die wahren Nazis stecken.
Keine ganzen 12 Minuten rum, und ich musste schon Pause machen, um in Ruhe gebührend zu facepalmen.
Bei der Viertelstundenmarke sind jedenfalls schon die EU, die Ukraine/ Selenskyj und Bill Gates im Zusammenhang gefallen, Klaus Schwab folgt sogleich. 
Und schon bald leuchtet als nächstes der deutsche Begriff "Männerbund" als potenzielle Lösung aller Probleme unserer durch Spaltung, Meinungsdiktatur und Kommunikationsunwille unterdrückten Gesellschaft auf, überhaupt sind ja Rocker-Gangs und ähnliches eigentlich nicht so verkehrt und wenn man, natürlich zu Unrecht, vom obrigkeitshörigen Mob des Virtue Signailing und der Cancel Culture in die rechte Ecke gestellt wird, dann macht man wahrscheinlich irgendwas richtig. 
Man spult daraufhin auch noch eben im Zeitraffer Seitenhiebe auf Veganer, den Begriff Neurodiversität und Pronomen ab und wer als älterer Mensch mit sowas konform geht ist wahrscheinlich ein pädophiler Creep und/ oder hat es nötig bei den hippen, jungen Leuten dazugehören zu wollen.

An der Stelle nach ca. einer halben Stunde, an der sich die drei dann ganz direkt gegenseitig und auch jeweils selbst für ihre aufrichtig-unangepasste Haltung beweihräuchern, wegen der sie natürlich von der Szene "gecancelt" wurden und werden, an der musste ich dann auch mal abbrechen, anstatt mir zu geben, was die noch folgenden 3/4 des Podcasts so kommen mag, denn dafür hatte ich einfach nicht genug Langeweile und Leidensfähigkeit. 
Es war dann halt auch echt mal genug an selbstgefälligem Gesabbel von drei Paradebeispielen alternder, bornierter Egomanen mit fehlgeleiteten Distinktionsbedürfnissen, die mit der Komplexität der heutigen Welt nicht mehr so ganz klarkommen, sich beim Fresse einfach nicht halten können alle drei Sekunden selbst widersprechen und daraus dann auch noch irgendein heldenhaftes Grundsatzding zu konstruieren versuchen.
Sowas geht also in diesen berüchtigten Telegram-Kanälen ab? Wow, just wow, was für ein Durcheinander in deren Köppen...

Freitag, 12. August 2022

Sommerloch revisited

So viel sei schon mal verraten: Wenn es hier dann irgendwann im Herbst dann doch mal den nächsten Post der Kategorie "Alben 2022" zu lesen geben wird, dann wird sich auf jeden Fall das CHAT PILE-Album "God's Country" mit darunter einfinden.
Ansonsten hält aktuell allerdings die Phase weiter an, bzw. verstärkt sich immer mehr, dass mir nach vielem an harter Gitarrenmusik im allgemeinen, Metal und/ oder Geballer im speziellen momentan oft eher nicht so wirklich der Sinn steht. 
Was mich zwar nicht von weiterer Tonträgerakkumulation bzgl. alter zeitloser Über-Helden abhält, aber für neues und weiteres bin ich wohl zu übersättigt und zu beschäftigt. 
Das Ganze geht so weit, dass ich es mir (und Euch) erspart habe, hier etwas über eine besuchte Veranstaltung zu schreiben, bei der NAPALM DEATH um die Ecke von mir spielten, weil es außer der Tatsache, dass mir der fast etwas zu kurze 
NAPALM DEATH-Set durchaus viel Spaß gemacht hat, nicht sehr viel weiteres mehr dazu zu sagen gäbe. Außer vielleicht, dass mich die sonstigen gespielt habenden Bands zwischen Thrash-Revival aus der Standard-Schablone und originalen Death-Metal-Opas am Rande einer nichtssagenden Genre-Karikatur eher so ein bisschen anödeten. „Schlecht“ war das alles ja jetzt auch nicht wirklich, aber halt irgendwie so ein bisschen egal und beliebig und ja, es liegt an mir und ist vielleicht auch so ein bisschen Lagerkoller- bis Midlife-Crisis-mäßig, aber ich kann diese durchuniformierte Pommesgabeln-in-die-Luft-Crowd, trotz Pandemie-Pause von derartigem irgendwie nicht mehr sehen...
Im krassen Gegensatz dazu hatte ich kürzlich bei einer Drum'n'Bass-Stadtfestbeschallung und den dabei vorherrschenden Vibes vor allem lebensfreudiger
 Natur mit Come-as-you-are-Charakter mal kurz im Vorbeigehen auf 1-2 Kioskbier so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Kein Scheiß. Außerdem warte ich schon nur noch drauf, dass meine Drum'n'Bass-Phase auch wieder vorbeigeht, und dann auf einmal nur noch Ambient und/ oder Krautrock läuft oder ich altersgerecht bei Jazz ankomme. Wahrscheinlich werde ich diesen Blog hier wirklich bald mal einmotten, weil's irgendwie nicht mehr so einen Sinn für mich macht...

Ich habe dennoch in Sachen reingehört bzw. Neuerscheinungen auf dem Radar gehabt, die für den/ die eine/n oder andere/n von Euch interessant sein könnten, weswegen das mal eben aus Gewohnheit abgespult sei: 

BEHOLD! THE MONOLITH’s Matt Price habe ich mal zufällig kennengelernt, als er für eine Kurz-Tour Aushilfsgitarrist bei Armored Saint war (die einzige Traditionsmetall-/ Altherrenhardrock-Band, die man überhaupt braucht, weil sie den besten Sänger der Welt hat). Matt ist dann auch noch wie ich ein sehr großer Voïvod-Fan und das 2015er B!TM-Album "Architects of the Void" enthält sogar einen allzu offensichtlichen Hommage-Moment an besagte Band. Kein Wunder also, dass wir uns so ein bisschen angefreundet hatten.
BEHOLD! THE MONOLITH wiederum machen jedenfalls das, was man auch als „Roadburn*-Musik“ bezeichnen könnte (*wo sie tatsächlich auch schon mal gespielt haben): Heavy Sludge-Doom-Metal mit Gröl-Vocals und durchaus auch einer Betonung des Metal. Und das kann man auch im Fall ihres aktuellen Albums "From the Fathomless Deep" durchaus mal wieder machen, auch wenn mir nach sowas in letzter Zeit eher seltener der Sinn steht...
Der Vollständigkeit halber, weil Ehre wem sie gebührt und so: Die auf diesem Album ein paar Keyboard-Töne beigesteuert habende Katie Gilchrest, Matt's Freundin, hat übrigens mit den Psychedelic-Doomern High Priestess selbst eine ganz gute Band für zukünftige 
Roadburn-Slots am Start!

BONG-RA mag ich ja ja so oder so: Sowohl den 1998-2018 aktiven Solo-Act „Bong-Ra (v1.0)“, der u.a. Jungle-Breakcore-Mashups mit Kyuss- und Slayer-Riffs fabrizierte, als auch das, was als „Bong-Ra (v2.0)“ dann inzwischen sowas wie ein Projekt mit Gastmusikern geworden ist, bei dem Doom auf Jazz-Schlagseiten und Electronica-Ingredienzen trifft, während Mainman Jason Köhnen Bass (und weiteres) statt Laptop spielt. 
(Dass ich bei all seinen Umtrieben, wie viele Projekte er 
unter Bannern wie MansurThe Lovecraft Sextet oder The Answer Lies In The Black Void eigentlich sonst noch noch so zwischen Ambient, Dark-Jazz und Doom Metal betreibt, und wie viele davon auch schon wieder ad acta gelegt wurden, inzwischen gar nicht mehr so ganz durchblicke - geschenkt!)
Die kurzlebige BONG-RA-Duo-Konfiguration im Übergang, die das "Antediluvian"-Album in die Welt entließ und 2018 beim Roadburn spielte fand ich ja super, aber scheine da irgendwie der einzige gewesen zu sein.
"Meditations" treibt die dabei eingeschlagene Richtung nun jedenfalls weiter: Instrumentaler Bassbrumm-Doom-Metal mit Synthie-Pads und gewissem Industrial-Feel, welches immer wieder von jazzigen Anwandlungen inkl. Sax-Einsatz durchbrochen wird.
Ziemlich Special Interesst, ja. Ob ich mir die Platte zulegen muss, weiß ich aber noch nicht so recht, ich werde wohl erst noch mal ein paar weitere Male online reinhören...

Dass DANNY ELFMAN mit "Bigger. Messier." so 'ne Art von Remix- und Kollaborationen-Resteverwertungs-Compilation auf Bandcamp gewuppt hat, ist dann durchaus auch was, das ich nicht ganz uninteressant finde.
Denn zu den 23 Tracks gehören 
z.B. auch Gast-Features von Blixa Bargeld oder Trent Reznor, während sich unter den Remixern auch Bands und Krachmaten wie BorisThe Locust oder Zach Hill (Death Grips, Hella, ...) und Meisterelektroniker wie Squarepusher (bin Fan!) oder Kid606 (hatte mich schon gefragt, ob der noch was macht) einfinden. 
Und dass sich 'Native Intelligence' im Ghostename-Remix dann einerseits wie was von Mitte/ Ende der Neunziger anfühlt, andererseits aber 2022 irgendwie (m)einen Nerv trifft ist dann wohl auch ein Beweis für dieses faszinierende Naturgesetz, dass sich alles in Ellipsen bewegt und wiederkommt... 

Nicht nur über Wake (s.u.), sondern auch über LOCRIAN hätte ich übrigens Anekdötchen über einen gemeinsamen Gig mit meiner nie wirklich aufgelösten, praktisch aber leider auch nicht mehr wirklich existenten Noiserock-Duoformation zu erzählen, aber das machen wir dann vielleicht mal wann andermal.
Irgendwas scheint das Trio aus Chicago jedenfalls richtig zu machen, denn nach Veröffentlichungen 
auf u.a. Relapse erscheint ihr neues Album "New Catastrophism" über das Spezialistengeschmacks- und Qualitäts-Metal-Label Profound Lore.    
Und bei LOCRIAN kommt von allen abseitigeren Seiten alles zusammen: Sunn'scher Drone als Ausgangspunkt, Dark-Ambient-Anwandlungen als weiterführende Konsequenz, Ideen von Krautrock-Einflüssen als definierte Basis hypnotischer Repetition, Death-/ Black-Metal-Vorlieben als Legitimation für all diesen Lärm, Noiserock als vages Etikett für das alles und sowas wie Postrock als eigentliches Resultat davon. 
Dabei pendelt sich das Ganze dieses mal vor allem in der ersten Hälfte bei
 düster-sphärischer Dark-Ambient-/ Drone-/ Noise-Soundarchitektur ohne richtige Schlagzeugrhythmen (sieht man vom jazzigen Gerumpel im zweiten Track und hintergründiger Percussionbegleitung bei anderen Passagen ab) und in der zweiten dann auch noch bei sowas wie eine, versöhnlichem Postrock-Charakter durch Cleangitarren-Getingel ein, während es ganz zum Schluss dann auch noch die mutmaßliche Sequencer-Verbeugung vor Tangerine Dream gibt. Das alles über vier Tracks zwischen 06:48 und 10:28.
Und wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin, haut mich das ja einerseits echt nicht gerade um, andererseits finde ich das aber doch interessant und sympathisch genug, um es Euch mal anzubieten.

Mit Noiserock auf Reptilian Records macht man ja eigentlich selten was falsch...
Und die SINKING SUNS haben dort was neues draußen!
Deren letztes Album "Bad Vibes" lief im Sommer/ Herbst 2018 dann ja tatsächlich gar nicht mal so wenig bei mir, obwohl ich Euch nicht mal sagen könnte, was daran raussticht. Eigentlich nix. Es ist einfach nur gute Rockmusik nach meinem Geschmack. Und so werde ich mir den Nachfolger "Dark Days" wohl noch mit ziemlicher Sicherheit auch noch zulegen, sobald ich mal wieder 'ne Tonträgerbestellung bei einem entsprechenden Mailorder wie dem Kaos Kontrol Nega Mart oder bei X-Mist oder wo auch immer das Teil noch auftauchen könnte machen sollte, denn das bisher nur auf Soudcloud reingehörte gefällt wieder einmal...

Relativ unbemerkt am Rest der Welt vorbei haben TRIAC dann in diesem Sommer auf einmal auch ein Album veröffentlicht, und es ist dabei tatsächlich ihr erst zweiter regulärer Longplayer, denn in den 17 Jahren zwischen diesem und dem 2005er "Dead House Dreaming" auf dem oben bereits erwähnten, eigentlichen Noiserock-Spezialistenlabel Reptilian Records kam sonst nur so einiges an Split-Rekeases und ein paar 7''-EPs raus. In der Hinsicht sind sie dann wohl eben doch eine typische Grindcore-Band. 
Ansonsten hat das Grind-/ Powerviolence-Dauergeschrote der Marylander, die sich den Drummer mit den (live echt übermäßig geilen) Noiserockern Multicult teilen, allerdings eine ziemlich chaotische Note, die durchaus mit „Musikalität“ und Abwechslungsreichtum umgesetzt wird. 
Und dafür, dass ich im Moment halt irgendwie nicht so wirklich für sowas 
brenne, dafür können TRIAC nichts, denn die sind schon 'ne echt gute Band, die das was sie machen sehr gut machen und dabei auch aus dem Genre-Standard herausstechen!
 

Eine Randnotiz über die kanadischen WAKE: Neben Theories aus Seattle sind sie die zweite Grindcore-Band, die (tatsächlich auch in Form einer gemeinsamen Split) schon mal was auf dem geschätzten Essener Label 7 Degrees Records und mit diesem Album dann auch noch über die langlebige Alteisen-Marke Metal Blade veröffentlicht hat. 
Und ihr 2016er Album "Sowing the Seeds of a Worthless Tomorrow" fand ich seinerzeit ja ganz schön beeindruckend, während ein schlechtbesuchter gemeinsamer Gig mit meinem quasi in direktem Anschluss daran in die Inaktivität abgesackten Noiserock-Rumpelduo vor fünf Jahren sowas wie der bisherige Tiefpunkt meiner von Pleiten, Pech, Pannen und Pennermitmusikern geplagten Hobbymusikerkarriere war. Aber das nur nebenbei.
Inzwischen haben sich die Schwerpunkte meiner musikgeschmacklichen Vorlieben, wie einleitend schon erwähnt, dann allerdings auch schon eine Weile lang immer mehr von metallisch-breitbeiniger Ballergröl-Musik wegbewegt und ich hab' nur noch selten Bock auf sowas in Dauerrotation.
Da WAKE eine auf jeder Ebene überdurchschnittliche und interessante Band sind, versuche ihr Schaffen dennoch zu verfolgen, das sich vom Nasum'schem Grind der Anfangstage inzwischen immer mehr zu einem dichten Komplex an düsterer Brutalität weiterentwickelt hat, in den auch Black-Metal-Atmosphäre, postrockig inspirierte Arrangements und der technische Wahnsinn einer Band wie Gorguts Einzug halten.
Nicht die leichteste Kost, aber eben auch keine generische.

Might - Shrine (Videoclip)

 Vorab-Videosingle Nr. 2 zum kommenden MIGHT-Album:

25 Jahre Phobos!

 Ja, Leute, heute können wir uns mal wieder alt fühlen.