Montag, 15. September 2014

Aktuelle Alben im September

DIE CHOKING – II
Kein Album, sondern lediglich eine 7“, dafür aber mit den allergeilsten 5-6 Minuten Grindcore, die ich seit langem gehört habe! Total Fucking Destruction’s Paul Herzog (Bass, Vocals) und seine beiden Mitstreiter scheppern hier irgendwo zwischen Brutal Truth, Groinchurn, Pig Destroyer, frühen JaKa und Phobia („Cruel“) kaputten wie abwechslungsreichen Blastbeat-Lärm mit einigem Drive und Eigenakzenten raus, der unfassbar super ist. Das einzige, was man bemängeln muss ist die kurze Spielzeit von fünf Minuten nochwas. Dieses ständige Repeat-Gedrücke oder Plattenumgedrehe alle paar Minuten nervt nämlich. Ich brauche ganz dringend noch sehr viel mehr hiervon, als leidglich zwei 7“-EPs!!!
Erscheint gegen Ende des Monats.
Bandcamp: diechoking.bandcamp.com

IRON REAGAN - Tyranny of Will
Kann man relativ kurz fassen: IRON REAGAN sind u.a. der Sänger von Municipal Waste und (Ex-)Mitglieder weiterer bekannterer Bands (Cannabis Corpse, Darkest Hour), die hier mit einer ordentlichen Portion Schmutz im Sound und nicht zu überdrehtem Spaßfaktor dem Thrash mit Hardcore-Kante frönen.
Das funktioniert super, macht so viel Laune wie mir MW schon länger nicht mehr bereitet haben und ist uneingeschränkt empfehlenswert!
Bandcamp:ironreagan.bandcamp.com

MONOMYTH – Further

Niederländer, bereits Roadburn-erprobt, Schlagzeuger von 23007, zweites Album, vier lange Instrumental-Stücke in einer Psychedelic/ Prog/ Kraut/ Postrock-Schnittmenge.
Pink Floyd, Neu!, King Crimson.
Warmer, natürlicher, sehr geil transparenter Sound.
Kein herausstechendes Jahreshighlight, für sich genommen aber eine wirklich angenehme Klangreise.
Geiles Artwork auch (mal wieder)!
Kommt am 19.09.
Bandcamp: monomyththeband.bandcamp.com

MYRKUR – s/t
Der Ruf eilte MYRKUR bereits voraus: Ein Ein-Frau-Black Metal-Projekt aus Dänemark, bei dem nicht gekreischt sondern engelsgleich gesungen wird.
Björk meets Bathory? Enya meets Ulver? Zola Jesus in the Throne Room? Irgendwie sowas ist hier wohl die Intention. 
Ich persönlich finds nicht schlecht, müsste es aber jetzt auch nicht wirklich unbedingt in Dauerrotation hören.
Bandcamp: myrkur.bandcamp.com

PHILM - Fire from the Evening Sun
Das PHILM-Debüt „Harmonic“ fand ich bei Erscheinen und finde ich ja nach wie vor ziemlich großartig. Diese Mixtur aus Alternative Metal/ Noiserock mit 90er-Vibe, Anflügen von Psychedelic und Prog, sowie dem sportlichen Drumming des einen Dave Lombardo ist, das habe ich schon mal so gesagt, ja wirklich so dermaßen mein Ding, dass es sich wie für mich gemacht angefühlt. Deswegen hatte ich im Vorfeld fast schon etwas Angst, ob mich das Zweitwerk des Powertrios noch mal genauso zu begeistern vermag. Diese Furcht war allerdings eher ungerechtfertigt. „Fire from the Evening Sun“ ist nicht nennenswert besser oder schlechter als sein Vorgängeralbum, keine Wiederholung, aber auch nicht soooo anders. Als Album an sich ist das Zweitwerk insgesamt einen Ticken kompakter, das enthaltende Songmaterial aber über weite Strecken noch etwas wilder geraten, was vor allem auf Lombardo’s rasante Breakbeat-Prügeleien zurückzuführen ist.
Lediglich der etwas übertriebene Latin-Pop-Song wäre nicht so richtig nötig gewesen.
Unterm Strich auf jeden Fall wieder eine ziemlich Spaß machende Angelegenheit.
Und gerad‘ via Ipecac raus.
Will ich unbedingt endlich mal live sehen!

SICK OF IT ALL - Last Act Of Defiance
Auch wenn ich sie zwischendurch mal längere Zeit habe beiseite liegen lassen – wozu u.a. auch der Pressure Fest Sportbollocore-Hype seinen beträchtlichen Teil beigetragen hatte, der mir das Thema Hardcore für einige Zeit verleidete – haben SOIA bei mir durchaus einen Status als gar nicht mal so unwichtige Jugendhelden. Ihr neues Album „Last Act Of Defiance“ ist genau der richtige Zeitpunkt, das mal wieder aufleben zu lassen, denn darauf zeigt sich die seit Ende der 80er nonstop aktive NYHC-Institution so frisch, unverbraucht und energisch, wie es nicht mal manche Jungspundkapelle schafft. Songs wie „2061“ oder „Disconnect Your Flesh“ sind ziemliche Knaller und noch dazu thematisch mitunter ziemlich sympathisch.
Das 1994er „Scratch The Surface“ war ja für mich damals ein gewisses Landmark-Album. 20 Jahre (ZWANZIG Jahre!!)  später habe ich immer noch bzw. wieder mal ziemlichen Spaß an einem SICK OF IT ALL-Album. Und wenn das nix ist in dieser schnelllebigen, immer komplizierter werdenden, immer mehr vor die Hunde gehenden Welt, dann weiß ich es auch nicht.
Kommt am 26.09. über Century Media!

last but nur least: 

Bei Power it Up erscheint gerade eine Split-10“ der norddeutschen Grind-Helden YACØPSÆ und der frisch reunierten kanadischen Thrash -Urmonster RAZOR.
My definition of Kvlt!
www.power-it-up.de

Freitag, 12. September 2014

Rabbits - So Fake It's Real (Videoclip)

Irgendwie verstehe ich den Wind, der in der Metal-Blogosphere gerade um RABBITS gemacht wird, ja nicht so richtig. Denn auch, wenn sie stilistisch durchaus meine Kragenweite sind, überzeugt mich das Songmaterial ihrer aktuellen Veröffentlichung jetzt nicht wirklich.
Sei’s drum. Auch die haben jedenfalls einen neuen Videoclip am Start, den ich dennoch gerne teile:


Donnerstag, 11. September 2014

Neu im Oktober (Fuck The Facts, Pig Destroyer)

Zwei Hinweise:

FUCK THE FACTS veröffentlichen am 01.10. mit der „Abandoned“ EP drei Songs, die während der Aufnahmesession des unglaublich großartigen „Die Miserable“ entstanden, aber nicht mit aufs Album kamen.
Wem digital nicht reicht, der sollte sich im Vorfeld ein Exemplar der limitierten Tape-Auflage sichern.

https://fuckthefacts.bandcamp.com/album/abandoned

Vor einiger Zeit schon mal digital veröffentlicht, und das für einen guten Zweck, wurde PIG DESTROYER’s Doom-EP „Mass & Volume“.
Wer’s nicht nur auf dem Rechner sondern auch im CD-Regal haben will, für den schaffen Relapse Mitte Oktober Abhilfe:

http://www.relapse.com/mass-volume-cd.html

Yob, Pallbearer, Dortmund

So richtig Zeit und Lust für’n ausführlicheren Konzertbericht habe ich gerade eigentlich irgendwie nicht, komme aber nicht umhin mal eben zu erwähnen, dass das gestrige Gastspiel von PALLBEARER und YOB im Dortmunder FZW verdammt großartig war.

PALLBEARER gingen wie angekündigt pünktlich um halb neun auf die Bühne und das einzige, was es am Gig des amerikanischen Quartetts auszusetzen gäbe, wären die etwas sehr ruhigen Gitarrenstimm-Pausen zwischen ihren langen Songs.
Songs, die wuchtig und heavy, aber auch von wunderschöner Melancholie erfüllt sind. Der Schwerpunkt lag auf ihrem aktuellen Album.
Letzteres taten YOB ihnen gleich. Auch Mike Scheidt und Crew lieferten, sieht man vom Urviech-haft tobenden Brecher ’Nothing To Win‘ ab, in erster Linie gemächlicheren Doom, dessen Riffs sich zu massiven Bergen auftürmten. Darunter das wie auf Platte auch live tatsächlich unglaublich großartige Wicked Ga…, äh,  ‘Marrow‘. Was ein Wahnsinnssong! Zum Schluss gabs zum freudigen headbangen noch den  unkaputtbaren Feger ‘Quantum Mystic ‘.
War geil! Da gibbet nix, das war mal so richtig geil!
(Fotos: Von LL’s Handy. Bessere habe ich nicht. Live with it.)

Sonntag, 7. September 2014

Haben...

...die Livemischer und Location-DJs von der westfälischen Eckkaschemme bis zum überregional bekannten Sparten-Sommer-Open-Air in der ehemaligen DDR eigentlich irgendeine Art von halbgeheimer Absprache getroffen, dass Sabbath' „God is dead?“ der offizielle Umbaupausen-Song 2014 ist oder sowas? Langsam glaube ich nicht mehr an Zufall...


Donnerstag, 4. September 2014

Castle – Evil Ways (Videoclip)

Im Grunde genommen sind CASTLE ja so eine Band, die ich zwar ziemlich sympathisch finde, aber irgendwie doch nicht so wirklich öfter mal hören muss.
Ihre irgendwo zwischen Okkult-Rock und klassischem Heavy/ Thrash Metal angesiedelte Musik klingt zwar etwas retro, das aber ohne sich zu sehr in Vintagesound-Mief mit generischer Stil-Beliebigkeit festzufahren, kommt dabei im Gegenteil nicht selten recht eigenwillig arrangiert rüber, allerdings ohne gewollt mit dem Holzhammer auf anders machen zu müssen. Wie gesagt, eigentlich ziemlich sympathisch, aber in meiner zuletzt vor allem zwischen Thrash-Klassikern, Doom-Hausnummern und Noiserock-Eigenwilligkeiten pendelnden Dauerrotation wollte ich für eine Band wie CASTLE bisher irgendwie einfach keinen Platz finden…

Deswegen ging es mir wohl auch bis gerade eben durch, dass von besagtem Trio Anfang des Jahrs eine 7“ mit der Coverversion eines Alice Cooper-Songs aus dessen 70er-Hochphase veröffentlicht wurde, was mir das Frisco-Trio gleich noch mal einen ganzen Ticken sympathischer macht und diesen verspäteten Hinweis gerne wert ist.
(Bandcamp: heavycastle.bandcamp.com/album/second-coming-labyrinth-of-death-7)
 

Mit “Evil Ways” gibt es außerdem gerade einen brandneuen Videoclip, was auch der eigentliche Anlass für diesen Post war: 

Dienstag, 2. September 2014

Distorted Pony

Es sieht übrigens ganz so aus, als hätten auch die Spät80er-/ Früh90er-Noiserocker DISTORTED PONY nach einigen Jubiläums-Reunion-Shows in heimischen Breitengeraden aktuell Ambitionen, zukünftig irgendwann vielleicht auch mal wieder mehr von sich hören und sehen zu lassen.

DISTORTED PONY veröffentlichten in geraumer Vorzeit zwei Alben und eine EP, darunter 1992 das von Steve Albini aufgenommene Langspieldebüt „Punishment Room“.
Da der lärmige Rock der Band aus L.A. neben einem hohen Verzerrungsgrad u.a. auch mit rhythmischen Geschepper via Blechschott-Percussion aufwartete, ließen sich einige Musikanalytiker gar zur Kategorisierung „Industrial Rock“ hinreißen, und ein bisschen was von Cop Shoot Cop hatten sie tatsächlich, im Grunde genommen war‘s aber eigentlich Punk.

Wer sich auf dem Laufenden halten möchte: www.facebook.com/pages/Distorted-Pony/...
Da findet man im Übrigen auch einen eingebundenen Audio-Player und eine paar Videoaufnahmen von damals …