Dienstag, 30. September 2014

The Order of Israfel (live gesehen)

Eigentlich hatte ich mich am vergangenen Freitag schon auf einen Sofa-Abend eingestellt, landete dann aber halbspontan auf ein mal doch noch im Siegener Vortex Club. Klingt komisch, ist aber so.
Haupt-Act waren eigentlich LONEY CAMEL, Hauptgrund unserer Anwesenheit allerdings die davor spielenden THE ORDER OF ISRAFEL (während die erste Band ausfiel, woraufhin es für jeden Konzertkartenbesitzer einen Euro zurückgab).
TOOI sind das erste „eigene Baby“ von Gitarrist Tom Sutton, den man vor allem daher kennt, immer wieder mal als Live-Gitarrist bei Church of Misery mitgemacht zu haben. Im Gegensatz zu den japanischen Sludge-Doom-Rockern ist der Sound von THE ORDER OF ISRAFEL sehr sauber und klar, mir persönlich eigentlich fast schon einen Tick zu sehr. Der epische Doom von TOOI pendelt sich stilistisch dabei klar beim ganz klassischen Heavy Metal ein. U.a. weil Sutton und seine schwedischen Mitmusiker dabei alles richtig machen, empfand ich das stimmungsvolle Konzert als ganz kurzweilige Angelegenheit, um ganz ehrlich zu sein müsste ich das Ganze jetzt aber auch nicht total dringend zeitnah noch mal sehen oder mir die Platte kaufen.


Mastodon - The Motherload (Videoclip)

Und das nächste witzige Video kommt von Mastodon…

Sonntag, 28. September 2014

Electric Wizard - Sadowitch (Videoclip)

Aktuelle Alben im September

BLACK MOTH - Condemned To Hope
So wie schon das Langspieldebüt der jungen Briten zu gefallen wusste, macht auch ihr zweites Album tierisch Bock. Wenn BLACK MOTH repräsentativ für die Rockmusik dieser Dekade sein sollten, dann ist ja doch alles nur halb so schlimm. Die Band aus Leeds geht getreu dem Motto „I know it’s only Rock’n’Roll but I like it“ mit einer ordentlichen Portion Garagenrock zu Werke, bringt dabei aber außerdem so eine mittelschwere Affinität zum Stoner- und „Jeansjacken-Metal“-Sound mit, die das Salz in der Suppe ist. Das Ganze hat sowohl energischen Biss, als auch schon regelrecht radiotaugliche Eingängigkeit, weckt von frühen Alice Cooper-Kamellen über L7 bis Kylesa Assoziationen aus min. vier Dekaden Musikgeschichte, klingt aber trotzdem völlig auf der Höhe der Zeit. Es grenzt schon fast an Hexerei, dabei ist das hier eigentlich nichts weiter als eine Ansammlung mehr oder minder simpler Rocksongs. But I like it!

DIE CHOKING – II
Kein Album, sondern lediglich eine 7“, dafür aber mit den allergeilsten 5-6 Minuten Grindcore, die ich seit langem gehört habe! Total Fucking Destruction’s Paul Herzog (Bass, Vocals) und seine beiden Mitstreiter scheppern hier irgendwo zwischen Brutal Truth, Groinchurn, Pig Destroyer, frühen JaKa und Phobia („Cruel“) kaputten wie abwechslungsreichen Blastbeat-Lärm mit einigem Drive und Eigenakzenten raus, der unfassbar super ist. Das einzige, was man bemängeln muss ist die kurze Spielzeit von fünf Minuten nochwas. Dieses ständige Repeat-Gedrücke oder Plattenumgedrehe alle paar Minuten nervt nämlich. Ich brauche ganz dringend noch sehr viel mehr hiervon, als leidglich zwei 7“-EPs!!!
Erscheint gegen Ende des Monats.
Bandcamp: diechoking.bandcamp.com

ELECTRIC WIZARD – Time To Die

Jaja, nur die frühen Sachen waren so wirklich geil. Entgegen dieser gängig-allgemeingültigen Floskel hat sich ja als eines meiner Lieblingsalben vom Wizard über die Zeit vor allem auch das 2007er „Witchcult Today“ herauskristallisiert. Verglichen mit meinem anderen Fave, dem nicht ganz zu Unrecht als Magnum Opus geltenden „Dopethrone“ (2000), ist jenes zwar einerseits viel glatter, hat dafür aber ein paar ziemliche Hits. Das 2012er „Black Masses“ versuchte danach tatsächlich die Schroffheit des „Dopethrone“ mit der Catchyness vom „Witchcult…“ zusammenzuführen, was aber nur partiell gelang.
Inzwischen gelten die Briten nicht nur in der Stoner/Doom-Community als große Sache, sondern stehen mehr oder minder sozusagen mit einem Bein im Metal-Mainstream, rücken jedoch kein bisschen von ihrem gewohnten Sound und Stil ab. Ob „Time To Die“ Chancen hat, es in die Top 3 meiner Wizard-Lieblingsalben zu schaffen, das kann ich erst in 1-2 Jahren sagen. Das hypnotische Element ihrer Musik und dieser geil knarzige Gitarrensound machen aber auch hier mal wieder Spaß!


HAMMERHEAD - Global Depression
Irgendwie wäre mir diese neue Veröffentlichung der Noiserock-Legende fast durchgegangen, Teil 1, durch puren Zufall stieß ich dann aber doch noch darauf: Nach einer Split-Single mit den Melvins und der 2011er Tour-EP „Memory Hole“ (die man auch bei Bandcamp findet: hammerhead.bandcamp.com) haben HAMMERHEAD, die US-Noiserocker (was man aufgrund der gleichnamigen deutschen Punk-Band ja immer dazusagen muss) jetzt gerade diesen Monat frisch ein neues Mini-Album raus.
„Global Depression“ gehört dabei zwar nicht unbedingt zu ihren lärmigsten und abenteuerlustigsten Releases, macht mit jener Art von Punk-/Indierock, die wirklich Eier hat, aber absolut Bock.
Im Übrigen sind die außerdem jetzt gerade hier auf Tour...
Label-Bandcamp: learningcurverecords.bandcamp.com/album/global-depression


IRON REAGAN - Tyranny of Will
Kann man relativ kurz fassen: IRON REAGAN sind u.a. der Sänger von Municipal Waste und (Ex-)Mitglieder weiterer bekannterer Bands (Cannabis Corpse, Darkest Hour), die hier mit einer ordentlichen Portion Schmutz im Sound und nicht zu überdrehtem Spaßfaktor dem Thrash mit Hardcore-Kante frönen.
Das funktioniert super, macht so viel Laune wie mir MW schon länger nicht mehr bereitet haben und ist uneingeschränkt empfehlenswert!
Bandcamp:ironreagan.bandcamp.com

MONOMYTH – Further

Niederländer, bereits Roadburn-erprobt, Schlagzeuger von 23007, zweites Album, vier lange Instrumental-Stücke in einer Psychedelic/ Prog/ Kraut/ Postrock-Schnittmenge.
Pink Floyd, Neu!, King Crimson.
Warmer, natürlicher, sehr geil transparenter Sound.
Kein herausstechendes Jahreshighlight, für sich genommen aber eine wirklich angenehme Klangreise.
Und cooles Artwork auch (mal wieder)!
Bandcamp: monomyththeband.bandcamp.com

MYRKUR – s/t
Der Ruf eilte MYRKUR bereits voraus: Ein Ein-Frau-Black Metal-Projekt aus Dänemark, bei dem nicht gekreischt sondern engelsgleich gesungen wird.
Björk meets Bathory? Enya meets Ulver? Zola Jesus in the Throne Room? Irgendwie sowas ist hier wohl die Intention. 
Ich persönlich finds nicht schlecht, müsste es aber jetzt auch nicht wirklich unbedingt in Dauerrotation hören.
Bandcamp: myrkur.bandcamp.com

PHILM - Fire from the Evening Sun
Das PHILM-Debüt „Harmonic“ fand ich bei Erscheinen und finde ich ja nach wie vor ziemlich großartig. Diese Mixtur aus Alternative Metal/ Noiserock mit 90er-Vibe, Anflügen von Psychedelic und Prog, sowie dem sportlichen Drumming des einen Dave Lombardo ist, das habe ich schon mal so gesagt, ja wirklich so dermaßen mein Ding, dass es sich wie für mich gemacht angefühlt. Deswegen hatte ich im Vorfeld fast schon etwas Angst, ob mich das Zweitwerk des Powertrios noch mal genauso zu begeistern vermag. Diese Furcht war allerdings eher ungerechtfertigt. „Fire from the Evening Sun“ ist nicht nennenswert besser oder schlechter als sein Vorgängeralbum, keine Wiederholung, aber auch nicht soooo anders. Als Album an sich ist das Zweitwerk insgesamt einen Ticken kompakter, das enthaltende Songmaterial aber über weite Strecken noch etwas wilder geraten, was vor allem auf Lombardo’s rasante Breakbeat-Prügeleien zurückzuführen ist.
Lediglich der etwas übertriebene Latin-Pop-Song wäre nicht so richtig nötig gewesen.
Unterm Strich auf jeden Fall wieder eine ziemlich Spaß machende Angelegenheit.
Und gerad‘ via Ipecac raus.
Will ich unbedingt endlich mal live sehen!

SHELLAC – Dude Incredible
Irgendwie wäre mir diese neue Veröffentlichung der Noiserock-Legende fast durchgegangen, Teil 2, mein für den Vertrieb des Albums arbeitender Kumpel Vince L.S.-P.-Vohwinkel aka the Duke of Love wies mich dann aber noch rechtzeitig drauf hin, dass das Teil schon ‘ne Woche raus is‘: Die aktuelle Band von Sound Engineering-Guru, Noiserock-Gottvater und Indie-Zentralfigur Steve Albini kommt nach sieben Jahren auch mal wieder mit einem neuen Album aus der Hüfte. Darauf zeigt man sich in allem (Spielzeit, Sound, Songwriting) insgesamt sehr „stripped down“, was nicht nur aktuell so ein bisschen wieder in Mode zu kommen oder bereits im Zeitgeist zu liegen scheint, sondern bei den hier noch trockener als sonst klingenden SHELLAC tatsächlich auch ganz gut funktioniert. Cooles Ding!  

SICK OF IT ALL - Last Act Of Defiance
Auch wenn ich sie zwischendurch mal längere Zeit habe beiseite liegen lassen – wozu u.a. auch der Pressure Fest Sportbollocore-Hype seinen beträchtlichen Teil beigetragen hatte, der mir das Thema Hardcore für einige Zeit verleidete – haben SOIA bei mir durchaus einen Status als gar nicht mal so unwichtige Jugendhelden. Ihr neues Album „Last Act Of Defiance“ ist genau der richtige Zeitpunkt, das mal wieder aufleben zu lassen, denn darauf zeigt sich die seit Ende der 80er nonstop aktive NYHC-Institution so frisch, unverbraucht und energisch, wie es nicht mal manche Jungspundkapelle schafft. Songs wie „2061“ oder „Disconnect Your Flesh“ sind ziemliche Knaller und noch dazu thematisch mitunter ziemlich sympathisch.
Das 1994er „Scratch The Surface“ war ja für mich damals ein gewisses Landmark-Album. 20 Jahre (ZWANZIG Jahre!!)  später habe ich immer noch bzw. wieder mal ziemlichen Spaß an einem SICK OF IT ALL-Album. Und wenn das nix ist in dieser schnelllebigen, immer komplizierter werdenden, immer mehr vor die Hunde gehenden Welt, dann weiß ich es auch nicht.
Kommt am 26.09. über Century Media!

Ganz schön geiler, teurer Musikmonat…

kurz notiert:
 
Ich kam in den Hörgenuss des neuen EARTHSHIP-Albums „Withered“. Jenes ist mit seiner bollernden Mischung aus Prog-Metal und Sludge’n‘Stoner zwar ganz cool, aber genauso wie die Quasi-Schwesterband The Ocean nichts, was in my book auch nur einen Hauch von minimalem Klassikerpotenzial haben könnte bzw. bei mir in anhaltender Dauerrotation landen würde.
Bandcamp: earthship.bandcamp.com

Die Tracklist des neuen Albums „Volume 10“ der Aachener ELECTRIC ORANGE ist eine kalauerhafte Anlehnung an diverse Sabbath-Songtitel (‘Paraboiled‘, ‘Suite Beef‘, ‘Behind The Wall Of Sheep‘, ‘Seven And Smell‘…), geht musikalisch aber eher in Richtung spaceige Collagen.
Bandcamp: electricorange.bandcamp.com/album/volume-10


Auch wenn ich sie bei einer Live-Begegnung zu Zeiten ihres Debüts sacklangweilig fand: Wo die neue IDES OF GEMINI schon ungefragt als CD bei mir im Briefkasten landete, weil die entsprechende Promo-Agentur mich wegen einer anderen Geschichte auf dem Radar hatte, musste ich anstandshalber ja doch mal reinhören. Fazit: Kann man sich durchaus anhören, aber übermäßig spannend sind sie immer noch nicht geworden. Was ich immerhin interessant finde ist, dass die Schlagzeugerin so gut wie nie ihr Hihat benutzt...


Um ehrlich zu sein hatte ich ja zuvor noch nie von LE BUTCHERETTES oder ihrer als kultig gehandelten Frontfrau Teri Gender Bender gehört, bis zufällig vor kurzem eine offizielle Reinschnupper-Möglichkeit des aktuellen, gerade via Ipecac erschienenen Albums „Cry is for the Flies“ in meinem E-Mail-Kasten landete. Jenes, im Übrigen produziert von Omar Rodriguez-Lopez und mit einem Gastauftritt von Henry Rollins, ist schon sehr, sehr cool – wenn wir von straightem „Female Fronted Rock’n’Roll“ reden, gefallen mir im aktuellen Direktvergleich die meiner Hardrock-/ Metal-/ Grunge-Sozialisierung etwas mehr entgegenkommenden Black Moth (s.o.) dann aber ehrlich gesagt doch einen Tacken besser (Äpfel und Birnen, klar, aber…) als diese Kiste irgendwo zwischen PJ Harvey und Garage-Rock.

Dienstag, 23. September 2014

Le Butcherettes - Demon Stuck In Your Eye (Videoclip)

Le Butcherettes' Album "Cry is For the Flies" erscheint hierzulande Freitag via Ipecac.
Zum Song "Demon Stuck In Your Eye" gibt es einen Videoclip:


Montag, 22. September 2014

Skullhog - Risen to Bludgeon (Videoclip)

Kurzer Abriss zur Abriss-Band: SKULLHOG sind eine meiner persönlichen Entdeckungen des Jahres, dank Neurotic Deathfest.
Ihre fiese Mixtur aus Goregrind-Roots und Death Metal mit Doomsludge- und Crust-Kante, irgendwo zwischen Coffins, Autopsy und einem Schuss early Carcass, ist nichts für Ästhetenohren oder Schöngeister, macht fiesen Typen wie mir aber umso mehr Spaß.
Es gibt einen neuen Billig-Videoclip der Niederländer:


Nein…

…ich bin heute doch nicht bei Bolt Thrower. Long Story, fragt nicht.
Allerdings hätte ich mein Shirt gestern schon haben können, denn an einem der Platten- und Merchstände mit äußerst geschmackvoller Auswahl, die gestern im AZ Mülheim standen, gab es BT-(Bootleg?-)Hemden und -Backpatches. Ich entschied mich dann allerdings doch für ein nur 10€ kostendes Witchfinder General-Shirt, wenn Ihr es genau wissen wollt, weil’s noch viel kultiger ist und ich damit mal wieder einen weitaus größeren Metal-Experten raushängen lassen kann, als ich eigentlich bin.
(Spaß. WG's Langspieldebüt "Death Penalty" lief, wie es der Zufall will, witzigerweise in letzter Zeit öfter mal...)

Natürlich war ich nicht primär zum Einkaufen da, sondern um mir mal eine ordentliche Packung Live-Alarm abzuholen.
Die gab es in Form der Schweizer IRRSINN (die tatsächlich pünktlich um halb neun zu spielen anfingen, fast schon ein Novum im AZ), der schwedischen SWORDWIELDER und der amerikanischen FEMACOFFIN.
Bei letzteren handelt es sich um die Nachfolgeband der Oaklander Crusties Stormcrow, die Schweden wiederum haben sich furiosem D-Beat mit Metal-Kante verschrieben, und die Irren aus dem südlichen Nachbarland mischen ähnliches mit einem Hauch von Stoner-Affinität (passend dazu trug einer auch ein Weedeater-Shirt).
Drei gute Bands zeitgenössischen Punkmetalllärms. Hat Spaß gemacht! Checkt die mal alle aus:

femacoffin.bandcamp.com


wieldthesword.bandcamp.com


irrsinn.bandcamp.com