Mittwoch, 15. Oktober 2014

Aktuelle Alben Oktober

Ja puh, es ist schon wieder so viel interessantes los, dass ich mit so vielen guten Alben vom letzten Monat nach wie vor in der Dauerrotation gar nicht mehr so richtig mit dem anhören, geschweige denn bloggen nachkomme… immer diese Zwänge und First World Problems…
 

1349 - Massive Cauldron of Chaos
Wie es sich für eine norwegische Black Metal-Band schon regelrecht gehört (man bedenke z.B. Mayhem’s Prog-Album mit Trip Hop-Track; die Industrial-Anwandlungen von Satyricon, Thorns und Dødheimsgard um die Jahrtausendwende, während der auch Gorgoroth Nuancen in diese Richtung durchschimmern ließen…), ergingen sich auch 1349 neulich mal in einer experimentellen Phase mit Ambient-Ansätzen u.ä., wofür sie sich gar zwei mal den_Warrior aka Thomas Gabriel Fischer zum Hand auflegen ins Studio holten. Bei „Massive Cauldron of Chaos“ steht der Kurs wieder voll und ganz auf reiner Extremmetall-Raserei, weswegen das halbstündige Album Erinnerungen an die Genre-Klassiker „Battles in the North“ und „Panzerdivision Marduk“ weckt. Wer auf sowas Bock hat, liegt hier richtig. Ein überraschender musikalischer Meilenstein ist aber natürlich was anderes.
Label-Bandcamp: seasonofmist.bandcamp.com/album/massive-cauldron-of-chaos


FUCK THE FACTS – Abandoned
Wie schon erwähnt haben FUCK THE FACTS drei Outtakes der Aufnahmesession des großartigen „Die Miserable“-Albums als limitierte Tape-Auflage und ansonsten rein digitalen Release rausgehauen.
Der Mix ist hier zwar etwas verwaschener als bei besagtem Album, die kanadischen Prog-Deathgrinder an sich aber on top wie man sie kennt und schätzt. Warum tun das eigentlich immer noch viel zu wenige?

Bandcamp: fuckthefacts.bandcamp.com/album/abandoned

GODFLESH - A World Lit Only by Fire
Nach der vorangegangenen EP im Frühjahr hier nun also der Longplayer. Neue Alben alter Helden nach längerer Pause sind ja immer so eine Sache. Dass sich die Herren Broadrick und Green in ihrer Herangehensweise eher an der Frühphase von GODFLESH orientieren, tut dem Ganzen dabei gut.
Um auf den Punkt zu kommen: Mir gefällt‘s. Das ist diese interessante und mitreißende Kombination aus mechanisch treibender Rhythmik und wuchtigem Saiteninstrumenten-Lärm, die mich schon bei meinen ersten Berührungen mit der Band Mitte der Neunziger faszinierte. Im Gegensatz zur erwähnten „Decline & Fall“ EP, die ich ganz okay aber nicht überragend fand, wartet „A World Lit Only by Fire“ allerdings endlich auch wieder mit diesen alles zerschmetternd stampfenden Monster-Grooves auf, wie sie eben nur GODFLESH können. 
Steht nur nach wie vor die Frage im Raum, wann die nach einer kleineren und natürlich längst ausverkauften Vinyl-Auflage schon länger versprochene Digital- und CD-Veröffentlichung des Mitschnitts vom 2011er Roadburn-Auftritt der Band endlich erscheint…
Bandcamp: godflesh1.bandcamp.com/album/a-world-lit-only-by-fire

INTER ARMA - The Cavern
Irgendwie sind INTER ARMA ja schon eine etwas seltsame Band. Sie haben allerdings unbestreitbar ihre Momente. So war z.B. ihr letztes Album „Sky Burial“ zwar
komisch heterogen, hatte dabei aber dennoch ein paar ziemliche Killer-Songs und einige coole Passagen zu bieten.  Und auch im Rahmen ihres Auftritts beim diesjährigen Roadburn Festival hinterließen sie einen ambivalenten Eindruck – seltsame Band, teilweise fast unsympathisch, dann aber passagenweise doch ziemlich beeindruckend.
Bei „'The Cavern“ handelt es sich um einen eigentlich schon etwas älteren, dreiviertelstündigen Song, bei dem u.a. auch Mitglieder von Windhand, U.S. Christmas und Across Tundras mitwirken. Auch hier wieder: So ein bisschen
seltsam unentschlossen ist das Teil schon, aber eben auch nicht wirklich schlecht.
Bandcamp: interarma.bandcamp.com/album/the-cavern


MELVINS – Hold It In

Man hat sich inzwischen fast schon dran gewöhnt, dass zur quartalsweisen MELVINS-Veröffentlichung immer wieder auch die nächste Inkarnation der Band das Licht der Welt erblickt. Nach dem kreativ mehrfach sehr erfolgreichen Line Up, das sie mit der Duoformation Big Business verschmelzt, einem Coveralbum mit umfangreicher Gastmusiker-Beteiligung, einer weiteren Runde als Trio mit Trevor Dunn, und einem Old School Line Up Revival, haben sich Osbourne und Crover für dieses Album nun auch noch mit zwei Mitgliedern der noch berüchtigteren Noiserock-Weirdos The Butthole Surfers zusammengetan.  Gemessen daran ist „Hold It In“ ja sogar ziemlich verträglich, rockig und gar nicht mal so krude-experimentell ausgefallen, wie man aufgrund dieser Konstellation auch hätte erwarten oder befürchten können.  Mit dem Maßstab, den man im MELVINS- bzw. Butthole Surfers-Kosmos ansetzt, wohlgemerkt, denn „normal“ ist natürlich immer noch was ganz anderes. Es wäre allerdings müßig, analysieren und diskutieren zu wollen, inwieweit „Hold It In“ aus einer anderen Perspektive konventionell oder far out ist. Es ist ein MELVINS-Album und als solches macht es gewohnt Spaß. 
(Als CD und mp3s gerade raus, Vinyl kommt im Dezember)


TODAY IS THE DAY – Animal Mother
Nach dem letzten TITD-Album „Pain Is A Warning“ konnte ich im Netz dazu die ersten Stimmen mit dem Tenor „Thema für mich wohl durch“ lesen. Ja, das Teil hatte etwas zugänglich-rock’n’rolliges, das – sieht man von Herrn Austin’s nach wie vor mitunter gewöhnungsbedürftigen Keifquietsch-Vocals ab – nicht mehr ganz so eigenwillig und schmerzhaft tönte, wie es der TITD-Grenzgang zwischen Noiserock und Extremmetall sonst schon mal tat. (Ex-)Fans mit Vorbehalten würde ich trotzdem empfehlen, beim neuen Album mal ein Ohr oder zwei zu riskieren, denn „Animal Mother“ kommt wieder mit etwas mehr Ecken und Kanten, sowie musikalisch einen Tick verspielter daher.
Kann man nehmen!
Bandcamp:todayistheday.bandcamp.com/

To be continued...

Ach ja…

Eigentlich wollte ich noch ausführlicher darüber berichten, wie es beim diesjährigen „Radau gegen HIV“ in Lünen mit AMENRA, OATHBREAKER und SUM OF R so war.
Ein momentaner Mangel an Zeit, Lust und Energie steht dem irgendwie im Weg. Soviel: OATHBREAKERs hochenergische Show mit Hippie-esquer Schreierin war das Highlight des Abends, SUM OF R mit ihrem eigenwilligen Bassloop-Drone- und Minimaldrumkit-Style wieder ein mal eine wirklich feine Sache, AMENRA wie üblich ziemlich gut, wenn auch (ebenfalls wie gewohnt) irgendwie dezent unsympathisch. Einen mäßigen Local Support gabs auch. Bilder habe ich keine (Amenra verbaten sich im Vorfeld ausdrücklich Amateurfotografen und Handyfilmer).

Montag, 13. Oktober 2014

Sonntag, 12. Oktober 2014

Emma Ruth Rundle (Nachzügler-Woche)

Am siebten Tage sollst Du ruhen? Einen habe ich noch, gerade passend zum Sonntag: Emma Ruth Rundle, die u.a. bei der amerikanischen Postrock-Hausnummer Red Sparowes mitspielt, macht solo sowas wie Drone/ Gitarren-Ambient und singt auch schon mal dazu.
Neben einer EP mit improvisiertem Material, das auf Tour entstanden ist, erschien im Mai das Debüt-Album „Some Heavy Ocean“.
Bandcamp: emmaruthrundle.bandcamp.com

Samstag, 11. Oktober 2014

Goat - Hide from the Sun (Videoclip)

MONARCH! – Sabbracadaver (Nachzügler-Woche)

[„Nachzügler-Woche“: Irgendwann in diesem Jahr veröffentlichte Alben, in die ich erst mit einiger Verspätung reingehört habe… Samstag: MONARCH!]

Irgendwie habe ich den Überblick verloren, ob und wie, bzw. warum sie auf welchem Markt mit Ausrufezeichen im Bandnamen geschrieben werden, an anderer Stelle dann aber wieder nicht.
Blickt da irgendjemand durch?
Anyway, Profound Lore haben im Sommer ein neues Album der französischen Dronedoomer MONARCH! (ich schreibe sie jetzt einfach mal mit, auch wenn es hier anscheinend mal wieder ohne ist) veröffentlicht.
Schon mal verspätet drauf hingewiesen hatte ich irgendwo im Rahmen dieses Blogs in aller Kürze zwar, da MONARCH! grundsätzlich allerdings ‘ne interessante und sympathische Band sind, und das Teil aktuell gelegentlich immer wieder mal läuft, möchte ich ihnen bei dieser passenden Gelegenheit dann gerne auch noch mal eine Extra-Abfertigung gönnen.
Drei lange Tracks lang wandeln die Franzosen um Zeremonienmeisterin Emilie mal wieder auf den Pfaden von Khanate u.ä. Seit ihrem letzten Album „Omens“ haben sie dabei ein wenig an Struktur gewonnen, was sich auch auf „Sabbracadaver“ weiter äußert. Man hat hier nie das Gefühl, dass sich irgendwas in dröhnschleppendem Selbstzweck verläuft, sondern durchaus ein kompositorischer Masterplan verfolgt wird. Musik, in der man versinken und an der man verzweifeln kann, der allerdings auch ein Hauch von Erlösung innewohnt, was bei früherem MONARCH!-Material nicht so war.
Ich finds gut!
Label-Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/sabbracadaver

Freitag, 10. Oktober 2014