Dienstag, 23. Oktober 2018

Dieser Tage raus (KW43)

Versuchen wir uns in dieser Woche als Variation mal wieder mit einer priorisiert geordneten Aufteilung:

Antizipiert und /oder geil...

BONG-RA - Antediluvian
Beim diesjährigen Roadburn Festival konnte man es schon live sehen und jetzt ist's auch bei Bandcamp raus: BONG-RA macht nun keinen Laptop-Breakcore mehr, sondern spielt Rumpeldröhn-Bass während Balazs Pandi dazu trommelt:
Und ganz ohne Scheiß: Ich fands live ganz geil und würde mir das hier kaufen, wenn es auch noch als physischer Tonträger rauskommen sollte...

DAUGHTERS - You Won't Get What You Want
In einigen Kreisen werden die DAUGHTERS ja als ziemlich große Sache gehandelt, allerdings muss ich jetzt mal ganz ehrlich sagen, dass ihr selbstbetiteltes Langspielalbum, das 2010 bei HydraHead erschien (und ein ziemlicher Stilbruch war), für mich dann ja dann doch nicht wirklich mehr als nur so einer Art Fußnote gleichkam…
Ja, ihr spazzy im Math-/ Grindcore wurzelnder und dann ins rockigere abgedrifteter Weirdo-Punk/ Post-Hardcore war jetzt auch nicht ohne, aber dennoch nix, was bei mir von damals hängengeblieben wär‘.
Havin' said said
kann man mit der dieser Tage über Ipecac kommenden EP "You Won't Get What You Want" dann ja trotzdem mal einen neuen Anlauf wagen und siehe da: An den ersten, teilweise regelrecht industriell stampfenden Hörproben gefällt mir dann ja irgendwie doch sehr, das diese mich an sowas wie Cop Shoot Cop erinnern.
Wird dann wohl doch noch was mit mir und den schönen Töchtern anderer Eltern (höhö)!?


GUTTERSNIPE - My Mother The Vent
Der Lärm, den das britische Duo GUTTERSNIPE fabriziert, mutet zwischen kontrolliertem Chaos und totaler Ekstase ziemlich abstrakt und halbimprovisiert an. Das Ganze geht tatsächlich als sowas wie 'ne neuzeitliche Version von Harry Pussy durch, deren jazziger Noiserock ja auch schon eine Liga für sich war.
Das Album "My Mother The Vent" kommt diese Woche bei Upset The Rhythm raus.

HYPNODRONE ENSMELBE Plays Orchestral Favourites
Bei Bandcamp war’s schon vor zwei Wochen als Komplett-Stream aufgeschlagen, offizieller Release der LP-Version via Wolves and Vibrancy Records ist dabei allerdings eigentlich erst diese Woche:
HYPNODRONE ENSMELBE ist ein Bandprojekt, das mit dem kanadischen Wahlberliner Aidan Baker (natürlich auch eine Hälfte des Drone-Doom-Duos Nadja und in hundert andere Geschichten verstrickt) und seinen Weltenbummler-Landsmann Eric Quach (auch unter Thisquietarmy firmierend, neuerdings auch in Bandformation anstatt nur solo) zwei Drone-Gitarrenmeister vereint, die sich dabei von einer Stammbesetzung gleich dreier Schlagzeuger stützen lassen. Was man bei der Aufnahme der "Orchestral Favourites" dann auch noch mal um zusätzliche Leute an Synthies, Baritongitarre, Violine (Simon Goff, u.a. bekannt von Bee and Flower) und Ex-Sun Worshipper Felix-Florian Tödtloff am Bass erweitert hat.
Ich find’s ja ganz cool!


PIJN - Loss
Noch mal doomig-sphärischer Gitarrenlärm mit orchestralem Charakter: In der Überschneidung der (Ambient-/ Drone-) Doom-Metal- und Postrock-Ecke/n setzen PIJN aus Manchester durch ihre Instrumentierung ungeahnte Akzente, denn u.a. ein Cello gibt ihrem Stil so eine gewisse Extra-Dimension.
Das sollte man sich auf jeden Fall noch mal genauer anhören!

THROW DOWN BONES - Two
Interessante Entwicklung, dass man beim primär eigentlich zum Psychedelic-Rock von Garage bis Shoegaze neigenden Label Fuzz Club aktuell offenbar ein Herz für in industrielle/ technoide Richtungen experimentierenden Kram entdeckt hat.
Nachdem letztes Jahr schon das Radar Men From The Moon ‎Album "Subversive III: De Spelende Mens“ mit derartigen Anwandlungen verblüffte, was die RMFTM / 10,000 Russos Kollaboration diesen Sommer dann gar noch auf die Spitze trieb, sind diese Woche die italienischen THROW DOWN BONES dran, zu denen man vorausschickt: „make no mistake, this is dance music“. Denn jene wecken auf "Two" wohl Assoziationen zu Industrial, EBM, Acid House, Fuck Buttons, Aphex Twin und ähnlichem.
Und da ich momentan ja echt keinerlei Stoner-Rock mehr hören kann und mal wieder wachsendes Interesse an elektronischer Musik verspüre, kommt mir das durchaus entgegen.
(Was machen Primal Scream eigentlich heute so?)


Außerdem (mehr oder weniger) interessant:  

BNSU - Brand New Shit Upcoming #1
Nein, ich selbst raffe an dieser Stelle auch wirklich gar nichts mehr. Ich weiß gerade nicht mal mehr wirklich, wie und warum genau ich diese Bandcamp-Seite von Brain Pussyfication eigentlich aufs Radar bekommen hatte und frage mich auch selbst, warum ich das hier überhaupt poste...
Irgendwie aus dem Dunstkreis der Berliner Krachmacher Cuntroaches und VVRNGDNG ist jedenfalls Brain Pussyfication bzw. BNSU, was mit dadaistischen Noise(core)-Eruptionen wirklich nur noch was für Leute ist, die keinen Bock mehr auf „normale“ Musik haben und dabei für Ambient-Drone oder Field-Recordings zu ADHS-mäßig auf Krawall gebürstet sind.


CONSTANT LOVERS - Pangs
Ben Verellen, u.a. auch Ex-Harkonen und irgendwann mal kurz bei These Arms Are Snakes gewesen, kennt man dieser Tage hauptsächlich als Gitarristen und Co.-Sänger des coolen Trios Helms Alee, allerdings spielt er auch Schlagzeug bei CONSTANT LOVERS.
Jene verschreiben sich einer fast schon etwas schrillen und ziemlich ironisch verpackten Mischung aus knalligen Mathrock-/ Post-Hardcore-Anwandlungen, wilder Rock’n’Roll-Aura und zugänglichen Pop-Sensibilitäten, mit der sie diese Woche das dritte Album vorlegen.



DRIP-FED - s/t
Sowas wie ein kleinerer Hardcore-Hype scheint das selbstbetitelte Langspieldebüt von DRIP-FED zu sein, da es schon seit ein paar Wochen fast penetrant über diverse Plattformen vorangekündigt und beworben wird.
Wenn wir in Zusammenhang mit besagter Band aus Austin, Texas von Hardcore sprechen, ist den ersten Höreindrücken nach aber wohl eher solcher Hardcore
gemeint, der sich zwischen Polen wie relativ leicht zugänglichem Punk an der Grenze zum Rotzrock und etwas zurückgenommenem Post-HC der rockigeren Art bewegt, über dem die energischen Gröl-Vocals dann fast schon unpassend etwas zu kräftig klingen.
Schlecht ist ohne Frage was anders, aber wenn man Euch das Ganze von Seiten des Visions Magazins mal wieder als ganz dolle Sache verkaufen wollen sollte, sach ich dazu nur „don’t believe the hype“!


HEIM - WS
Die über Süd- und Norddeutschland verstreuten HEIM sind ja so eine seltsame Mischung aus Nicht-so-mein-Ding-Indie-Schrammelrock mit Hamburg-geschultem Charakter und Ausbrüchen in eine Total-mein-Ding-Noiserock-Richtung, die Andere schon, neben den immer wieder auftauchenden Dinosaur Jr.-Vergleichen, mit sowohl Shellac (wegen rhythmisch pumpenden Stakkato-Eruptionen) als auch Swans (wegen infernalischen Lärmwänden) in Verbindung brachten.
Die seltsame Live-Erscheinung der Band, in der dann auch noch ein „Indie-Normalo“ neben einem plinsigen Metal-Typen auf der Bühne steht, rundete das mitunter auch Fragezeichen aufrufende Gesamtbild ab.
Ich bin jedenfalls tatsächlich ein bisschen gespannt, in welche Richtung/en sich das Ganze auf dem, diese Woche erscheinendem zweiten Album der Band verschieben mag oder auch nicht. Der Live-Erstkontakt mit HEIM letztes Jahr war nämlich immerhin so interessant und partiell mitreißend, dass ich auf jeden Fall mal reinhören möchte.


NOCHNOY DOZOR - s/t
Mit Gitarrist Manos Georgakopoulos von der wirklich sehr guten Doom-Metal-/ Progrock-Band Universe217 an Board stehen die griechischen NOCHNOY DOZOR - ähnlich sonor-klar mit regelrechten Ambient-Qualitäten inszeniert - in so einer interessanten Nische aus Prog, Doom, Gothrock und vielleicht sogar ein bisschen
Pop, aus der heraus sie nicht die erste Band sind, die mit derartigem aufhorchen lässt (mir fällt dazu z.B. auch so eine kleine, inzwischen aufgelöste Band vom Niederrhein ein, die weitgehend unbekannt blieb), aber vielleicht ja mal eine, die international eine Duftmarke hinterlässt?
Natürlich ist das eher Schöngeister-Musik als was für Krachfetischisten, aber das muss ja trotzdem nix schlechtes sein.


PUSSIES - s/t
Nein, auch hier habe ich keine Ahnung, was zur Hölle es eigentlich genau damit auf sich hat, außer dass der finnische Doom-Hohepriester und Oberweirdo Sami Hynninen (Ex-Reverend Bizarre, Opium Warlords, Spiritus Mortis, Tähtiportti, …) in diese Sache involviert ist, die im Demo-Sound zwischen punkigem Rumpel-Rotzrock und Doom Metal pendelt.


RISING - Sword And Scythe
Die dänischen RISING machen ja so 'ne Art von melodischem Metal, der eigentlich erstmal nicht sooo meins ist, aber sie machen das mit einem erdig-energischen und beweglichem Style zwischen Tradtional-Doom, NWOBHM, auch mal Motörhead-Vibes, 'ner gewissen zeitgenössischen Stoner-Sludge-Schlagseite und vor allem abseits jeglichen Plastik-Power-Meddls durchaus so gut, dass der Daumen nur nach oben zeigen kann!
Ihr neues Album "Sword And Scythe" kommt diese Woche bei Indisciplinarian raus.



SLASHER DAVE - Frights
Pünktlich zu Halloween ist auch ein neues Album von SLASHER DAVE raus. 
Jenen kennt man auch als Frontmann der kurzweiligen Doom-Metaller/ Death'n'Roller Acid Witch, solo versucht er sich allerdings auch an der Front Horrorsoundtrack-beeinflusster Synthie-/ Metal-Musik mit Retro- und Wohnzimmerproduzenten-Charakter.

STREET SECTS - The Kicking Mule
An den texanischen Industrial-Rockern/ Synth-Punks STREET SECTS fand ich ja eigentlich die Comic-haften Coverartworks schon immer einen Ticken ansprechender als ihre okaye, aber auch nicht weiter berauschende Musik. Diese inzwischen scheinbar etwas mehr in poppige Songstrukturen abdriftende Mischung aus kraftvoll krachendem, dennoch etwas minimalistisch gehaltenem Elektro-Lärm und einem davon gestützten Frontmann ist in dieser Form wohl irgendwie nicht sooo mein Ding. Dann wiederum aber dennoch interessant genug, sie an dieser Stelle wieder mal mit aufzuführen. Wie so vieles vom Label The Flenser...


TROPICAL FUCK STORM - A Laughing Death In Meatspace
Down under und digital irgendwie eigentlich schon seit Mai draußen, haben Joyful Noise Recordings diese Woche "A Laughing Death In Meatspace", das Debüt der australischen TROPICAL FUCK STORM, auf ihrer Seite der Welt in verschiedenen Tonträgerformaten (samt Bundles) am Start.  
Darauf machen Leute, die man schon von anderen Bands wie The Drones oder High Tension kennt, recht heterogen aufgestellte Rockmusik mit Gefühl, großen Gesten, Gypsy-Vibes und so einigen Schrägheiten, die bis in seltsam-bratzige Dance-Sounds vorstoßen.

Re-Releases 

BAUHAUS‘ immer noch total geiles Langspieldebütalbum "In The Flat Field" und der Nachfolger "Mask" sind zum vierzigsten der Band diese Woche in bronze und gelb als Reissues über Beggars Arkive raus, weitere folgen im November und Dezember.

DARK BUDDA RISING - "Black Triology" Ressiues
Connections zu Großmeistern wie Oranssi Pazuzu (mit denen man ein gemeinsames Kommissionswerk beim Roadburn aufführte) oder Neurosis (auf deren Label das 2015er "Inversum" und
in desem Frühjahr die "II“ EP erschienen) beiseite sind die finnischen DARK BUDDA RISING für mich ja trotzdem irgendwie so eine Doom-/ Psychedelic-/ Sludge-Metal-Band aus der zweiten Reihe. Schlecht finde ich ihr bisheriges Schaffen keineswegs, aber mit dieser leichten Neigung in den „Meddl e.V.“ irgendwie auch nicht so wirklich geil, weswegen ich ihnen eine Band wie eben Oranssi Pazuzu oder Neurosis jeden Tag vorziehe.
Gemein? Meinetwegen. Da sharing bekanntlich caring ist, sei auf ihre in dieser Woche via Svart Records erscheinenden Remaster-Reissues der Albumtrilogie "Abyssolute Transfinite",  "Entheomorphosis" und "Ritual IX", die es ferner auch unter dem Titel "The Black Trilogy" als Komplett-Boxset gibt hingewiesen. 


SKEPTICISM - Stormcrowfleet
Ebenfalls über Svart Records kommt das 1995er SKEPTICISM Debüt "Stormcrowfleet" erstmals überhaupt auch auf Vinyl raus, neu gemischt und neu gemastert.
Ich persönlich bevorzuge sog. Funeral Doom Metal ja mit noch massiverem Sound und atmosphärischer Dichte bis ins schwarze Loch hinein, was mir diese Finnen nicht wirklich bieten können, aber eine Erwähnung isses trotzdem mal wert.

SPACE STREAKINGS - First Love 初恋
Das inzwischen rare, von Zeni Geva’s K.K. Null produzierte 1993er Debütalbum "Hatsu Koi" der japanischen SPACE STREAKINGS, plus das Material ihres 1990er Demotapes, haben Skin Graft Records diese Woche gebündelt und extra dafür remastert
als CD-Veröffentlichung draußen.
Nie von den SPACE STREAKINGS gehört? Erwartet „catchy Hyper-Disco-Grindcore mit Tupfern industriellen Alien-Hip-Hops und einer gesunden Dosis WTF?“, so der Erklärungsversuch des Labels aus St. Louis, auf dem sie auch schon in den Neunzigern veröffentlichten.


Und sonst noch so?

Der Soundtrack zum Klimawandel-Dokumentarfilm BEFORE THE FLOOD ist zum Großteil von Trent Reznor & Atticus Ross und enthält ferner auch noch Songs von Mogwai.



Hipster-Blackgaze, Trve Black Metal, Death Metal und co.:
- Die norwegischen AVAST sind eine dieser im Punkrock/ Hardcore wurzelnden Next-Generation-Bands, die sich an sowas wie Blackgaze/ Post-Black-Metal versuchen. Der, dem Album "Mother Culture" (Dark Essence Records) vorausgeschickte Videoclip von 'An Earnest Desire' klang durchaus ganz cool, mir persönlich fehlt dabei allerdings  sowas wie das richtige Quäntchen an Eigenakzenten, bzw. der Biss, den Atmo-betonende Bands dieser Richtung häufig ein bisschen vermissen lassen.
- Finnland's DEVOURING STAR wiederum haben als eher traditionell geprägte Düsterheimer ihr solide ballerndes zweites Album "The Arteries of Heresy" über Dark Descent Records raus. 
- Auf Gilead Media erscheinen diese Woche zwei Alben: GLACIAL TOMB's selbstbetitelte wirbelt - von Atmo und Gedudel bis Brutalität - Elemente von Crust, Doom, Death und Black Metal durcheinander und ist mir damit ein bisschen zu unentschlossen, aber wer Bock auf sowas wie 'ne weniger "Zirkus-reife" Variante von Behemoth hat, sollte vielleicht mal reinhören. PANDISCORDIAN NECROGENESIS wiederum ist deswegen der Knaller, weil hier ein Typ klampft und keift, während er mit den Füßen gleichzeitig auch noch Bassdrum und Snare spielt. Echt wahr. Das Album "Outer Supernal" ist eine entsprechend schraddelige Konserve davon.
- Derbsten, disharmonischen Death/ Black Metal, der zudem zum Drone-Doom, Noise-Gerausche und Dazwischenhauen von Industrial-Krachcollagen überschwappt, was der Band schon eine Tour mit Sunn o))) und eine Split mit Sutekh Hexen bescherte, bieten HISSING aus Seattle auf dem diese Woche über Profound Lore Records kommenden "Permanent Destitution".

Grind-/ Noisecore
- Uninvited Records aus New Jersey haben gerade ein Split-Tape von DISFORIA (Crust-Rumpel-Grind) und CANNIBE (Gore-Scheppergrunz) am Start.
- Fieses Noisegrind- / Powerviolence-Gerumpel lärmt das schwedische Duo SKULLxPIERCER nach vorne, dessen "First Degree Murder" diese Woche vom australischen Netzlabel Bruxism Records weiterverbreitet wird. 

Indie, Noiserock, Weirdo-Punk und co.: 
- "Сексуальность неуместна" (Sexuality Is Inappropriate) soll das letzte Album der MIRRORED LIPS sein, bevor irgendeine bisher nur vage angekündigte Veränderungen ansteht. Musikalisch fabriziert das Trio aus Russland rumpligen Freiform-Rock, zu dem Andere schon die Pop Group und ganz frühe Sonic Youth als Vergleich aufriefen.
- Mit 1-2 Wochen Verspätung sei dann außerdem noch auf die neue EP "Benidorm" von CUTTY'S GYM aus Glasgow hingewiesen, die furiosem Noiserock/ Punk mit britischem Charme frönen. 
- Die neue SKELETON WRECKS ist dann jetzt doch noch bei Bandcamp aufgeschlagen.

Elektronisch
Auf +CLOSER², einem Sublabel von Unknown Pleusure Records, das sich auf Düster-Techno, EBM und ähnliches spezialisiert, ist das 13 Tracks starke "Russian Tape" von OHOTA raus, dessen relativer Retro-Sound ganz cool kommt.

Montag, 22. Oktober 2018

FirstWorldProblems (3)

Irgendwie ja doch ziemlich doof, dass der gestern geplante GEWALT-Gig in Duisburg Autopannen- und Krankheits-bedingt abgesagt werden musste. Aber wat willste machen...

Heute spielt bzw. spielen, weil in Bandformation statt solo, THISQUITEARMY in der Bochumer Bastion. Eintritt frei. Hätte ja Bock. Aber zur Teilnahme hätte man einen der 16 (!!!) Plätze schon vor Wochen vorreservieren müssen… Echt jetzt? Eine Location mit noch geringerem Fassungsvermögen habt Ihr nicht gefunden?

Sonntag, 21. Oktober 2018

The Inextricable Wandering

Als das zweite ULTHA-Album "Converging Sins" Ende 2016 relativ überraschend (weil ohne große Vorankündigungen ziemlich kurzfristig) veröffentlicht wurde, hatte es dieses - obwohl ich es sehr gut fand - aus mehreren Gründen etwas schwieriger, von mir gebührend entgegengenommen zu werden:
1.) kam es mit der Art und Weise, wie es sozusagen „in den Endspurt vorm
Jahreswechsel grätschte“ etwas ungünstig um die Ecke. Das mag albern wirken oder unflexibel klingen, aber es war so. Zu der Zeit schrieb ich z.B. auch noch nebenbei für ein monatlich erscheinendes Musikmagazin, wo es keine Chance mehr gab, das Album in der Jahresabschlussbilanz zu berücksichtigen und wo es im tagesgeschäftlichen Wirrwarr um den Jahreswechsel rum dann auch nicht wirklich genug gewürdigt werden konnte.
2.) spielt meine persönliche „Metal-Müdigkeit“ dann wohl auch noch eine Rolle. ULTHA sind zwar eine dieser geschätzten Ausnahmebands, die ich nach wie vor „goutiere“ bzw. interessiert verfolge, aber generell ist der jetzt mal grob als „Düster-/ Extrem-Metal“ umfasste Stil-Sektor etwas, das mich trotz durchaus interessanter Underground-Entwicklungen in letzter Zeit eigentlich eher so ein bisschen langweilt, teilweise sogar schon regelrecht abturnt, weil sich für mich alles nur noch so „been there, done that“-mäßig und oft auch aufgesetzt anfühlt (und ich als alter Sack, der ich nun mal bin, die Klischeeerfüllungsanwandlungen diverser Szenejungspunde dabei dann auch nur noch seufzend abwinken kann, aber ich schweife ab).
ULTHA sind, bevor wir uns missverstehen, eine dieser Ausnahmen, bei der nix aufgesetzt oder langweilig ist. Es ist allerdings trotzdem eher so, dass mich Black Metal und co. im Allgemeinen zuletzt eher wenig reizten.
3.) haben es Bands immer schwer, einen mit neuem Material zufriedenzustellen, wenn die Messlatte von Anfang an sehr hoch lag.
Denn das zur Veröffentlichung ihres zweiten Albums eineinhalb Jahre zurückliegende Langspieldebüt "Pain Cleanses Every Doubt" klang für mich als Fan der ersten Stunde immer noch stark nach.
"Pain Cleanses Every Doubt" folgte dem Genre-typischen Format vier langer Songs (vergleiche etwa "Two Hunters" und vor allem auch "Black Cascade", "White Tomb" und "Mammal", "Roads to Judah", die Wiegedood-Trilogie u.ä.), die auf ihre Art und Weise aber dennoch sehr gelungen auf dem Punkt waren.

Irgendwie hatte ich daraufhin auf dem stilistisch erweiterten, etwas mehr auf Atmosphäre setzendem "Converging Sins" diese wuchtige Durchschlagskraft vermisst, die ich dem im Direktvergleich sehr roh-brachial sägenden "Pain Cleanses Every Doubt" zusprach, auch wenn Andere - sowohl von der Band selbst, als auch weitere Meinungen von Außen betreffend - diese Wahrnehmung nicht unbedingt teilen wollten. 

Nach einiger Rotation des neusten, beim Soulcrusher als transparente 2LP untern Arm geklemmten Albums "The Inextricable Wandering" muss ich inzwischen allerdings dann auch doch mal feststellen, dass die bisherige Entwicklungskurve von ULTHA eine beeindruckende ist. 
Die beiden längsten, epischsten, irgendwie ausgeklügelsten Songs, die trotzdem sehr aggressiv sind, rahmen das Album als Opener und Schlussnummer ein: ‘The Avarist (Eyes of a Tragedy)‘ schaukelt sich von einem doomigen Beginn in irrsinnige Raserei und völlig Verzweiflung hoch, um gegen Ende gar noch in einem erbaulichen Schlussteil mit Keyboard-Unterstützung zu münden. 'I'm Afraid to Follow You There' ist mit einem ähnlich interessanten Aufbau ein gelungenes Finale. 
Dazwischen ist der Zehnmninüter ‘With Knives to the Throat and Hell in your Heart‘ eine verhältnismäßig typische Nummer, die ebenfalls mit episch ausartender Black-Metal-Raserei begeistert (ich mag dieses „zurückgenommene“ einiger Passagen, die dabei trotzdem gut blasten und schraddeln) und LP1-Seite B endet mit dem atmosphärischen Synthie-Instrumental 'There is no Love, high up in the Gallows'.
LP2 beginnt mit einem weiteren (Fast-)Zehnminüter, dessen Anfang mich irgendwie ein bisschen an Neurosis' frühen Oberübersong ‘A Chronology For Survival‘ erinnert und endet auf der ersten Seite (vorm oben schon erwähnen Finale der zweiten) mit dem stilistisch etwas aus dem Rahmen fallenden 'We Only Speak in Darkness', einer Art Dark-Wave-Song. Eine Tendenz zu sowas gab es ja schon auf dem letzten ULTHA-Album und auf dem letzten von Planks (der inzwischen aufgelösten anderen Band von Gitarrist/ Gröler Ralph) und 'We Only Speak in Darkness'  ist mit seiner emotionalen Spannungskurve  ein noch griffigerer, interessanter Song geworden.

Es soll Leute geben, die dieses Album musikalisch in der Nähe von Nachtmystium sehen wollen. Ich verstehe, wo das herkommt (diese melodiöse Gitarrenarbeit, so ein bestimmter Groove, Post-Punk-Anleihen, ...), so richtig zutreffen tut das allerdings  trotzdem nicht.
"The Inextricable Wandering" platziert ULTHA endgültig als eigene Marke in der Black-Metal-Ecke, durchaus dem Zeitgeist entsprechend, aber dabei mit Klassiker-Potenzial.

Im Direktvergleich zu Wiegedood, die ebenfalls in diesem Jahr ihr drittes Album epischen wie aggressiven Black Metals, ebenfalls erstmals über Century Media veröffentlicht haben, sind ULTHA ganz klar die interessantere und facettenreichere Band (Wiegedood dafür allerdings die regelrecht archaisch anmutende).

Es soll übrigens ferner Leute geben, die der Meinung sind „seit die einen Keyboarder dabeihaben ist es irgendwie nicht mehr so gut wie vorher“ Die sollten sich dann bei Konzerten halt mal nicht in die erste Reihe direkt ans Keyboard stellen.

PS: Könnt Ihr Euren LPs endlich mal Download-Codes beilegen, Century Media?! Hallo!?

Freitag, 19. Oktober 2018

FirstWorldProblems (2)

Hm, man könnt ja eigentlich mal zum dieses Jahr zum letzten mal steigendem Maschinenfest in Oberhausen, oder?
Aber, ich weiß ja nicht… 35€ für ein Tagesticket dafür zu zahlen, oder eines für alle drei Tage dafür schießen, dass mich eigentlich nur Freitags End.User bzw. Samstags primär Sutcliffe Jügend (und vielleicht noch Winterkälte) interessieren? Den Sonntag eigentlich nur Contagious Orgasm so wirklich? Zwischendurch dann irgendwelchen langweiligen Four-To-The-Floor-Bumbum-Kram ertragen müssen?
Ja ne, lass mal, das ist dann wohl doch nix für so’n Opa wie mich, der's diesen Monat eh nicht mehr so dicke locker sitzen hat…


Ach, Moment, im AZ Mülheim spielen heute im Rahmen eines Kunstfestivals immerhin Yacht Communism? Aber der Hbf Mülheim wird die ganzen Herbstferien mal wieder nicht direkt angesteuert?
Gna…



#FirstWorldProblems

Montag, 15. Oktober 2018

Dieser Tage raus (KW42)

Schon wieder ganz schön viel auf dem Radar in dieser Woche:

BELLS INTO MACHINES - s/t
Seit Paul Barker irgendwann 2003 Ministry, die Industrial-Metal-Kings des MTV-Zeitalters verließ, wurde es ja erstmal ruhiger um ihn. U.S.S.A., ein gemeinsames Projekt mit Duane Denison (The Jesus Lizard, Tomahawk) brachte es auf nicht mehr als nur ein Album. In jüngerer Vergangenheit hat er nun allerdings seine musikalischen Aktivitäten fortzusetzen begonnen. So stand er z.B. auf ein mal bei Puscifer mit auf der Bühne, hat kurz drauf tatsächlich auch wieder was unter Revolting Cocks-Banner gemacht (letztjähriger WGT-Auftritt inklusive), ferner den alten Projektnamen Lead into Gold aus der Mottenkiste geholt und jetzt gibt’s dann auch noch in physischen Tonträgerformaten den zuvor nur digital kursierenden, selbstbetitelten Langspieleinstand der neuen Band BELLS INTO MACHNES, die ihn mal wieder mit Chris Connelly (natürlich auch mal Ministry-, Revolting Cocks- und Pigface-Mitstreiter gewesen) vereint. Außerdem u.a. dabei: Lee Popa (ebenfalls Ministry-Umfeld-Urgestein), Janne Jarvis (neulich irgendwann mal Basser bei Warrior Soul gewesen) und Produzent Toby Wright.



BRAINOIL - Singularity to Extinction
Dritter regulärer Longplayer der Oaklander Sludgecoreler aus der zweiten Endneunziger-Reihe, die mit ihrem derben Crust-Doom-Style Vorreitern wie Dystopia, Grief oder Noothgrush allerdings in nichts nachstehen.


JOHN CARPENTER, CODY CARPENTER and DANIEL DAVIES - Halloween: Original Motion Picture Soundtrack
The Shape returns: Es gibt einen neuen Halloween-Film, der inkl. Jamie Lee Curtis in der Hauptrolle als direktes Sequel zum ersten fungiert. 

Altmeister Carpenter ist dabei doch noch mal involviert und ließ es sich natürlich ferner nicht nehmen, mit seinem aktuellen Band-Familienbetrieb den Soundtrack dazu zu liefern.

CASTLE - Deal Thy Fate
Wer mich kennt weiß, dass ich seeehr picky bin, wenn es darum geht, irgendwelchen Retro-Hardrock oder Traditions-Schwermetall der alten Schule an mich ranzulassen...

Die sympathischen CASTLE aus San Francisco allerdings sind mit ihrem energiegeladenen, erdig-authentischem und dabei irgendwie auch etwas kauzigem, Doom- und Thrash-beeinflussten Heavy Metal so eine Band, die ich mir zumindest live durchaus gerne öfter mal geben würde, als bisher geschehen.
Diese Woche erscheint ihr neues "Deal Thy Fate" über Ripple Music.




DOMKRAFT - Flood
Im Stoner-/ Sludge-/ Psych-Doom-Bemudadreieck noch THC-vernebelte Duftmarken zu setzen, die einen irgendwie aufhorchen lassen, ist dieser Tage ja gar nicht mal so einfach.
Was die schwedischen DOMKRAFT bei ihrem hypnotisch groovenden Stil richtig machen ist, trotz aller Trancezustands-Anwandlungen und Psychedelic-Zusatzstoffe mit so einem gewissen aggressiven Biss zu agieren. Und das gefällt mir!

Cooles Coverartwork außerdem.

DON'T TRY - JWAF J
Ist das mit dem "Cassette Store Day" irgend so eine Art von Witz oder ernst gemeint? Ich komme wohl irgendwie nicht mehr ganz mit...
Jedenfalls fabrizieren die englischen DON'T TRY bei den zwei Songs dieser Veröffentlichung ganz coolen Post-Punk-/ Noiserock-Kram, der samt Drumcomputer einen gewissen 80er-Pop-Charme mitbringt, dabei allerdings trotzdem etwas schräg und recht krachig tönt.
Gefällt mir, mehr davon!
Auf dem gleichen Label ist gerade übrigens auch die "LP II" der New Yorker Noiserocker Dead Tenants raus.

EROSION - Maximum Suffering
Ist sowas wie Crust-Metal fabrizieren müssen aktuell eigentlich das Ding, an dem jetzt mal wirklich niemand mehr vorbeikommt? Gefühlt hat fast jeder, der in irgendeiner Rumpeldröhn- oder Düstergeprügel-Metalkapelle spielt, auch noch irgendeine Zweit- bis Viertband am Start, die einen auf D-Beat macht.
So auch EROSION aus dem direkten Baptists-/ Sumac-Umfeld, die uns auf diesem (natürlich) von Kurt Ballou gemischten und von James Plotkin gemasterten Album via (natürlich) HydraHead Records sowas wie derbe abrasenden Crust-/ Grindcore mit gewisser Sludge-/ Black-/ Death-Metal-Kruste samt sägendem
HM-2-Sound präsentieren.

HEPA-TITUS - Champagne of Incest 
Wer die LP bei Rock is Hell bestellt hat, hat "Champagne of Incest" vielleicht auch schon 1-2 Wochen zu Hause, bei Bandcamp ist das neue Ding von Kevin Rutmanis' Soloprojekt diese Woche dann jetzt auch noch aufgeschlagen... 
Aufgenommen von Toshi Kasai, dessen Name nach wie vor öfter mal in Zusammenhang mit den Melvins auftaucht.

MALM - Kollaps
Die Würzburger MALM, einst mit Omega-Massif-Personalüberschneidung, sind eine bereits seit um die Jahrtausendwende existente Noiserock-Band mit deutschen Texten, derbem Härtegrad, NoMeansNo'schen Rumpelbass-Progpunk-Anwandlungen und brutalistischer Post-Hardcore-Aura, die in Zeiten wie diesen als laute Stimme gegen rechts zu neuer Größe erstarkt. 
Das mehr oder minder live in der, immer einen geilen Sound liefernden Oldenburger Tonmeisterei aufgenomme "Kollaps" ist eine musikalisch auf den Punkt gebrachte, frisch und energisch klingende Kampfansage, hinter die ich mich hiermit auch gerne stelle!




MERZBOW / GENESIS BREYER P-ORRIDGE - A Perfect Pain
Weder GENESIS BREYER P-ORRIDGE (of Psychic TV- / Throbbing Gristle-Fame) noch Japanoise-Monopolist MERZBOW sollten an dieser Stelle noch irgendeiner genaueren Vorstellung bedürfen.
Diese brandneue Kollaboration der beiden für das britische Label Cold Spring enthält fünf Tracks fiesen Industrial-Noise von knackig-kurz bis episch ausartend, wie ihn nur Protagonisten machen können, die derartiges überhaupt erst erfunden haben.



MINUS THE BEAR - Fair Enough
Auch wenn MINUS THE BEAR bei mir schon vor Ewigkeiten unter „eigentlich fand ich nur ein Album so wirklich geil und der Rest ist wohl doch nichts für mich“ abgelegt wurden, ist es natürlich doch mal eine Erwähnung wert, dass die seit 2001 aktiven Indierocker mit Ex-Botch-Beteiligung hiermit ihre Abschieds-EP vorlegen!

MOLOCH - A Bad Place

Die britischen Düster-Derb-Doom-Sludger MOLOCH haben diese Woche 'ne neue über Feast of Tentacles Records raus (LP Preorder / Bandcamp).
Beim Soundcloud-Account von Cvlt Nation gibt's einen Komplett-Stream.

NOISAYS - s/t
Was ich bis jetzt vom selbstbetitelten Debüt der NOISAYS aus Baltimore gehört habe, hinterließ mich ja mal wieder so’n bisschen mit dem Gefühl des Hartwurstopas, der einfach „zu alt für sowas“ ist. Dabei machen sie nicht mal wirklich was neues, sondern setzen ihren hochenergischen bis fickrig-frickligen Lärm aus Post-HC-/ Screamo- und Spazz-/ Mathcore-Versatzstücken zusammen, der von jazzy-postrockigen Parts bis zu abgehackten Brutalo-Eruptionen und metallischem Gerödel als totales ADHS-Massaker daherkommt.


oOo - Zoom Yourself voOol. last
Was die slowenischen oOo so fabrizieren, habe ich an anderer Stelle auch schon, tendenziell eher verächtlich als “Musiker-Musik“ tituliert gesehen.
Fakt ist: Das Trio macht sowas wie Improvisations-basierten Rumpel-Noise-/ Post-/ Kraut-Rock, der ins jazzige neigt und dabei manchmal eher Geräusche als Song ist, was völlig in einer eigenen Liga spielt. Wo und wie man diese wiederum einstuft, das bleibt dann wohl einem selbst überlassen… 


PART CHIMP - Cheap Thriller
Zuvor, z.B. beim Soulcrusher, nur als LP auf Tour verkauft, gibt’s die wirklich coole Outtakes-Sammlung der britischen PART CHIMP jetzt auch digital über Bandcamp.
Du magst verschrobenen Stoner-/ Noiserock wie die Melvins? Dann gehören PART CHIMP zu Deinen besten Freunden! 


PIGEON - Bug
Ein halbes Jahr nach dem ziemlich guten, selbstbetiteltem Longplayer gibt's schon wieder 'ne neue Tape-EP der mehr als knorken Berliner Post-Punks PIGEON!
Möchte ich ja gerne mal live sehen...


THE TUNNEL - Exoskeletal EP
Als „Deathrock/ Gothic Americana/ Post-Punk“ oder auch „Noise Noir“ identifiziert das kalifornische Trio THE TUNNEL den eigenen Stil zwischen Rumpelbass und etwas affektierten Vocals. 

Zum „Name Your Price“-Download dieser Drei-Song-EP tut man dabei dann außerdem noch einen SciFi-Videoclip dazu. 
Fans von Heads. und den späten Young Widows sollten das hier vielleicht mal checken. Ein bisschen Bauhaus isses irgendwie auch.


THE WOUND - Strange Feeling
Über diese UK-Punks weiß ich bisher gar nichts außer, dass der übersteuert krachende Hardcore von "Strange Feeling" gehörig entfesselt und bissig rüberkommt.


THIS WILL DESTROY YOU - New Others Part Two
Zum im September veröffentlichten "New Others Part One" gab es dann in dieser Woche auch schon das Sequel als spontan rausgehauenen Überraschungs-Release der kalifornischen Instrumental-Postrocker.


UBOA - The Sky May Be 
Noch mehr Industrial-Noise und surreale Soundscapes: Australiens Trans-Artist Xandra Metcalfe alias UBOA soll down under schon ein gewisse Hausnummer sein, was Alptraum-Ambient und Harsh-Noise-Nervenzerreißproben angeht.
Das Geschmackslabel Art As Catharsis schickt sich an, hiermit den internationalen Bekanntheitsgrad zu erhöhen.


UPPER WILDS - Mars
Neues von der Band, mit der Dan Friel die gutgelaunten Poppunk-Vibes, gepaart mit brachialer Noiserock-Schrägheit seiner früheren Parts and Labor wiederaufleben lässt.
Dieses mal kommt noch ein SciFi-Faible hinzu.

An den Tonstudioreglern saß Martin Bisi.

Various Artists - A Butcher's Waltz Volume 3
Auf meinem aktuellen Lieblingslabel Learning Curve (Tongue Party, Bummer, Hammerhead und Vaz…) erscheint nach Teil 1 mit u.a. den Seawhores und Gay Witch Abortion und Teil 2 mit u.a. Hey Colossus und den Blacklisters unter dem Motto "A Butcher's Waltz Volume 3" eine limitierte Mehrweg-Split mit den australischen DEAD, LARDO aus Chicago, den coolen Postpunks WAILIN STORMS und mit NOVACRON und MARX weiteren Inzest-Projekten aus der Noiserock-Szene Minneapolis' (Seawhores/ Hammerhead/ Gay Witch Abortion Leute).

Nennenswerte Re-Releases:

Warum BIG BLACK's "Songs About Fucking" schon wieder neu aufgelegt wird, obwohl es letztes Jahr noch 'ne Touch-and-Go-Reissue zum dreißigjährigen gab, muss man wohl auch nicht wirklich raffen, oder? Diese Version ist jedenfalls "remastered".

SORE THROAT’s 1987er Demo "Aural Butchery" gibt’s jetzt mit Bonus-Track bei Bandcamp. Einnahmen gehen an People's Dispensary for Sick Animals (PDSA UK).

Die belgische Doublebass- plus Cello-Einmannarmee MR MARCAILLE hat das 2013er "Kill, Kill, Kill!" über MercyfulHell erneut als Tape (150 Stück) raus!



Und sonst noch?

Tributsampler: Auf dem Freitag erscheinenden "Why Kill Time (When You Can Cover Cabaret Voltaire)" via Metropolis Records nehmen sich 18 Künstler/ Bands, von denen ich die meisten nicht kenne, Songs der britischen Industrial-Vorreiter Cabaret Voltaire (ach?) an.

Audiophob veröffentlicht diese Woche "Third Places" von Ambient-/ IDM-Künstler Krischan Jan-Eric Wesenberg alias WESENBERG und das zum Industrial-Techno neigende "Combined Minds" vom Bochumer MORTAJA.

Auf dem Dortmunder Elektronikspezialisten-Label Hands kommen neben der "Resurface" EP vom geschätzten END.USER diese Woche außerdem neue CDs von 16PAD NOISE TERRORIST, AH CAMA-SOTZ, TOTAKEKE und XABEC raus. 
Mutmaßlich dann in Kürze auch auf handsofficial.bandcamp.com.

Eine regelrechte Großoffensive gibt’s in dieser Woche auch von Seiten des Amsterdamer Ambient-/ Drone-/ Field-Recordigns-/ Experimentalelektronik-Labels Moving Furniture Records mit MATTHIJS KOUW's "Look At Your Body" (Modular-Synthies und Metallobjekte) und "Obscurum Per Obscurius", JOS SMOLDERS’ "Spaces" (Aufnahmen in Museen) und JEAN-LUC GUINNET & MUGUEL A. GARCIA’s "Siticidelhous" (weiß man nicht mehr drüber).  

Apropos Ambient-Klangkust: Megan Mitchell alias CRUEL DIAGONALS hat unter dem Titel "Monolithic Nuance" einen Release ihrer unbehaglich-ätherischen Musik mit Jazz- und Klassik-geschultem Hintergrund in der Serie der Longform Editions draußen. 
Und "Marimbza" von MATTHEWDAVID’S MINDFLIGHT ist daneben schon der nächste Beitrag zur Reihe.     

Apropos arty: LYDIA LUNCH’s "Marchesa", Dark-Ambient-unterstütze Spoken-Word-Poesie, die u.a. vom Marquis De Sade beeinflusst ist, kommt diese Woche bei Rustblade raus.

Black-Metal-Resterampe:
- Dieser ganze Einmannprojekt-BM-Kram ist ja irgendwie noch nie so mein Genre gewesen. Wen sowas interessiert, der sollte mal das diese Woche bei I, Voidhanger Records rauskommende "Inhüma" von ESOCTRILIHUM checken.
- Die spanischen Depris von NEGATIVA wiederum haben mit "03" ein auf 100 Stück limitiertes Tape über Sentient Ruin Laboratories raus, zu dem es keinen gesonderten Digital-Release geben wird.  
- Bei Iron Bonehead erscheinen TEZCATLIPOCA’s "Tlayohualtlapelani" (wer spricht’s auf Anhieb fehlerfrei aus?) und das Debüt-Minialbum "Luguber" von EADEM. Letztere deklariert man als “Traditional Free Jam Black Metal” (watt?). 

Das süddeutsche Label Fucking Kill Records wiederum hat 'ne Split der italienischen Doom-Deather DEVOID OF THOUGHT und der amerikanischen Blackened-Sludger SHROUD OF VULTURE, sowie das Debüt-Minialbum "Don´t Waste Your Time" der Portlander IDLE HANDS am Start, die sich wiederum einer Verquickung aus melodischem Heavy Metal der alten Schule mit dem momentan ja schwer angesagten Einfluss aus Richtung Gothrock, Dark-Wave, The Cure und co. auf die Fahne schreiben.

Dazu passen dann auch noch UNMAKER aus Richmond, Virginia, deren Debüt "Firmament" sich in den Trend von Metal-Leuten reiht, die sich am Thema Gothrock versuchen. 

'Crushing female-fronted Blackened Doom' wiederum sollen LOWERED aus Portland mit ihrem selbstbetitelten Debüt bieten.

LOST HOURS aus Atlanta haben mit "IV: The Silence of the Perpetual Choir in Heaven" in dieser Woche den nächsten Derb-Doom-Brocken raus.

Die mit Prog-Einflüssen und modernen Melodeath-Anwandlungen ziemlich gen Metalcore neigenden Essener EXTINCTION MASS (Mitglieder von u.a. Ewig.Endlich und Neaera) wollen ihre digitale Debüt-EP "In Free Doom“ veröffentlichen.
Ein Videoclip wurde schon im Sommer vorausgeschickt. 


Britischer Psych-Jam-Rock mit Beteiligung gastierender Priester des Acid Mothers Temple: PERHAPS‘ "Hexagon" erscheint diese Woche über Riot Season Records.

Etwas unscheinbaren, aber partytauglich Laune machenden Rock'n'Roll hat das polnische Label Antena Krzyku diese Woche mit "Tender Romance" von ihren Landsleuten LAZY JACK AND THE SPINNING JENNY am Start.

Internationaler geht’s nicht mehr: Bristol’s ursprünglich aus Japan stammenden YAMA WARASHI sind irgendwo zwischen Psych-Rock, Fusion-Jazz und Afrobeat-beeinflusster Weltmusik unterwegs und haben diese Woche ihr neues Album "Boiled Moon" über das australische Label Worlds Within Worlds raus.

FirstWorldProblems (1)

Können die MELVINS in diesem Leben bitte eigentlich auch noch mal woanders (in NRW) spielen, als immer nur in Köln?
Nachdem ich die letzte Tour schon ausgesetzt hatte, primär weil früh ausverkauft, setze ich diese auch mal wieder aus, weil zu viel weiteres um die Ohren, als dass ich auf ‘nem Mittwoch mal eben den verkehrsmäßig oft etwas aufreibenden Trip nach Kölle runter machen würde (und über das Thema Öffis wollen wir in dem Zusammenhang auch mal eher nicht reden).
Schlechtes Timing übrigens ferner, ein noiserockiges Konzert im Sonic Ballroom am gleichen Abend angesetzt zu haben, liebes Köln…


Am gleichen Abend würden übrigens auch ferner ELDER und die ANCESTORS im Dortmunder Junkyard spielen. Im Grunde genommen auch eine Überlegung wert, da beide ziemlich gut. Da ich aber schon nicht zu den Melvins fahre, schaufel‘ ich mir den Wochenverlauf jetzt wohl eher nicht auch noch so zurecht, immerhin das dann als so ‘ne Art Trostpreis mit reinzukriegen, zumal die eigene Band diese Woche auch noch geprobt haben will.
Schlechtes Timing übrigens ferner, ein stonerrockiges Konzert am gleichen Abend im Rekorder angesetzt zu haben, liebes Dortmund…



#FirstWorldProblems

Samstag, 13. Oktober 2018

Always Moving

Schon eeeeewig nicht mehr im Kölner Luxor gewesen. Und eigentlich war das ja gar nicht mal so bedauerlich, denn wenn man mal ganz ehrlich ist, ist der Laden – wie so viele Kölner Konzertlocations – ja irgendwie eher so'n bisschen ungeil mit der sehr schlauchigen Architektur und der niedrigen Bühne. Immerhin kann man sich aufgrund dessen sechseckiger Form in Klo-Nähe so halb an die Seite stellen, um was zu sehen...

Jedenfalls baten VOIVOD zum Tanze, wofür ich das Ganze mal auf mich genommen habe.
Als VOIVOD-Fan ist man inzwischen eher schon so ein bisschen verwöhnt, denn die Band kommt in ihrer aktuellen Inkarnation ja mindestens ein mal im Jahr auf Tour und legt dabei ziemlich energiegeladene, spielfreudige Gigs hin.
So auch an diesem Abend, an dem die Setlist im Verlauf des Gastspiels aus drei Nummern des starken aktuellen Albums "The Wake" (Obsolete Beings, Iconspiracy, Always Moving) und zwei der "Post-Society" EP davor (der Titeltrack und das trotz Sommertemperaturen an diesem Tag zur Jahreszeit passende 'Fall') besteht, wofür man tatsächlich auch mal ein paar erwartete Standards weglässt (so gibt es an diesem Abend überraschenderweise mal kein 'Tribal Convictions' und kein 'Astronomy Domine').
Dafür ist die letztes Jahr ins Programm aufgenommene "Outer Limits"-Nummer 'Lost Machine' wieder zu hören (geil!) und man spielt relativ viel vom 1987er "Killing Technology" (Ravenous Medicine, Order of the Blackguards, Overreaction).
Das Kölner Publikum ist in Feierlaune und frisst der Band frenetisch aus der Hand, Sänger Snake gibt mit seinen Verrenkungen und Grimassen wieder mal den herrlich kauzig-charismatischen Zeremonienmeister und Drummer Away ist - das kann man nicht oft genug feststellen - mit seinen 55 in beachtlich guter Form.
Was Daniel Mongrain betrifft, der wohl ewig "der neue Gitarrist" bleiben wird, so muss ich wieder mal sagen, dass mir sein etwas aufgesetztes Gehampel ja wirklich so ein bisschen auf die Nüsse geht. Vielleicht ist das unfair, aber es ist halt so, was allerdings auch nur das kleine Haar in der Suppe ist, dass ich mal wieder einen super Konzertabend mit einer meiner Lieblingsbands hatte.
Ach ja: Die wie angekündigt um pünktlich 19:30 gestarteten BIO-CANCER aus Griechenland waren mit ihrem enthusiastisch dargebotenen Keifgröl-Thrash-Metal zwischen Hyperblastgeballer (viel zu leise Snare!) und Leadgedudel-Parts bei nicht so optimalem Sound eine völlig okaye Vorband, aber irgendwie auch sehr von der Stange und 1-2 Songs weniger hätten es auch getan.