Sonntag, 27. September 2020

Konservierte Quarantäne-Streams & Corona-Konzerte 11/2020

Lange keinen mehr gemacht, aber es sind kürzlich mal wieder 'nen paar coole Sachen passiert:

BLOOD INCANTATION, eine der wenigen jüngeren Death-Metal-Bands, die man wirklich kennen muss, haben ein Proberaum-Konzert gespielt und gestreamt: 


Bei Cvlt Nation's Sonic Unrest Vol. 3 spielten außerdem die griechischen Astro-Grinder DEPHOSPHORUS ein Proberaum-Konzert:


Der gleiche Event bietet übrigens auch noch Online-Auftritte von BLACK HELIUM, CORROSION, OHYDA und NON SERVIAM.
Auf den entsprechenden Youtube-Seiten findet man wieder Infos, wie man das Ganze mit ein paar Euros supporten kann.

Und Samurai Music, das essenzielle Label für düsteren, minimalistisch-progressiven Drum'n'Bass, hat einen Online-Showcase veranstaltet, mit dabei u.a. LAST LIFE, TORN, BABY T, DJINN, THE UNTOUCHABLESARTILECT, ANTAGOMNIST und Label-Betreiber PRESHA
Die gesammelte Konservierung soll wohl nicht ewig online bleiben:

Montag, 14. September 2020

Krachmusik 2020, eine Miniquartalsbilanz...

Ich stelle fest: In der zweiten Hälfte der neuen Pig Destroyer-EP gibt’s coole Industrial-/ Ambient-/ Noise-Experimente inkl. Gastauftritt meines alten Helden Iggor Cavalera zu bestaunen, was mich tatsächlich irgendwie anspricht.
Das kommende Napalm Death-Album lässt mehr denn je Gangarten mit Postpunk-/ Noiserock-Schulterblicken Richtung Killing Joke oder auch Swans u.ä. durchblitzen, was wirklich total mein Ding ist.
Justin Broadrick fabriziert jetzt ja auch wieder Drum’n’Bass, was ich generell und in der Kombination auch ziemlich super finde,
Und dann hätten wir ferner noch Christian Kolf, bekannt u.a. von den grandiosen Schräg-Düstermetalllern Valborg, von denen ich bekanntlich echt Fan bin, der neuerdings auch noch so eine Art von Industrial-Outlet am Start sowie auch noch ein Richtung Alternative-/ Noiserock gehendes Bandprojekt hat, wofür ich ihn in beiden Fällen mal wieder schätzen muss.
Finde ich gerade ja mal eigentlich echt ganz geil, dass sich Teile des musikalischen Mikrokosmos meines nerdigen Underground-Bubbles in die Richtungen bewegen, die mir aktuell ziemlich entgegenkommen.

Apropos: Wenn hier bei diesem Blog in letzter Zeit weniger passiert/e liegt das im Übrigen - neben einer neulich schon angedeuteten generellen Blog-Unlust derzeit - mit daran, dass bei mir in Hinblick auf eigene musikalische Aktivitäten in diesem Jahr so einiges passiert ist, inkl. Corona-gerechter Konzerte usw.
Da ich nicht aus Aberglauben sondern tatsächlich aufgrund von gewissen Erfahrungswerten an sowas wie den „Bundy-Fluch“ glaube (heißt: sobald ich hier jetzt sowas äußern würde wie, dass es ja mal ganz gut liefe , dann wird das Murphy'sche Karmaficker-Gesetz einem ‘nen halben Tag später die nächste Pleiten-Pech-Panne um die Ohren hauen...) muss ich das jetzt mal etwas vorsichtig formulieren, aber sagen wir es mal so: So bekackt uns die Welt dieser Tage auch vorkommen mag, es gibt sie ja durchaus, die Dinge an denen man sich persönlich hochhangeln kann….
Jedenfalls sorg(t)en besagte Aktivitäten eigener Lärmerei dafür, dass ich abseits von Proberaum, Tonstudio und Bühne dann halt auch mal Bock habe, keinen weiteren Krach um die Ohren zu haben, weswegen sich der anderweitige Musik-Konsum dadurch auch schon mal ein bisschen hinten anstellen muss.
Was im Übrigen nicht heißt, dass ich keine Musikneuerscheinungen mehr kaufen würde, tatsächlich ist ein Freizeitprojekt, dass ich wahrscheinlich noch diese Woche angehen werde, eine Umräumaktion in meinem Wohnzimmer, weil ich ans Plattenregal anbauen muss (nicht lachen, es ist echt wahr).
Aber dazu, Musikmagazin spielen zu müssen, dazu verspüre ich im Moment erstmal keinen allzu großen Trieb mehr. Wollt’s nur noch mal loswerden.

Was neben der neuen Napalm Death eine der nächsten Platte sein wird, die im vergrößerten Regal landen wird, das sei an dieser Stelle dann aber auch noch erwähnt: Ende des Monats erscheint auf Samurai Music mit "Recon" das auch haptisch erhältliche Langspieldebüt von Last Life alias Mauro Picciau aus Italien. In diesem Jahr gab’s auf seiner Bandcamp-Seite nämlich schon gleich zwei rein digitale EPs (nachdem auch letztes Jahr schon eine sehr überzeugte), deren reduzierter Halfstep-Drum’n’Bass mit dystopischen Dark-Ambient-Anwandlungen ziiieemlich gut umgesetzt ist, weswegen ich auf das Album echt relativ großen Bock habe.

Sonst noch was?
Ja: Mein Lieblingslabel in Sachen Geballer, 7 Degrees Records, hat gerade mal wieder ein Album der griechischen Astro-Grinder Dephosphorus (Bandcamp / Label-Shop) rausgebracht, Anfang des Monats gabs auch schon eines der französischen Powerviolence-Truppe bain de sang (Bandcamp / Label-Shop) und im Oktober kommt das langerwartete Langspieldebüt der Hamburger Dark-Crusties(?) Kratzer (Bandcamp / Label-Shop).
Supportet den auch bei Keitzer bassenden Sieben-Grad-Simon bei dem, was er für den Underground tut, denn er ist einer von den guten!

Soweit, Leude. Bleibt gesund!

Montag, 31. August 2020

Mutants Of The Monster Virtual Festival

Muss man auch mal drauf hinweisen: Am vergangen Wochenende fand Übersee das zweitägige Streaming-Festival MUTANTS OF THE MONSTER statt.
Besonders erwähnenswert, zum ersten: Dafür tauchten die eigentlich aufgelösten, äußerst Krach-und-so-geschätzten Prog-Sluge’n’Stoner-Metaller HULL mal wieder aus der Versenkung auf!
Besonders erwähnenswert, zum zweiten: Die ebenfalls vertretenen SIX KILLS NINE, bei denen sich gleich zwei Mitglieder der noch
Krach-und-so-geschätzteren Keelhaul und Child Bite-Fronter Shawn einfinden!
Und natürlich waren auch noch andere gute Bands dabei, bzw. sind es konserviert immer noch, wie z.B. THE BODY, REDBAIT oder EYE FLYS…
Enjoy:


Freitag, 28. August 2020

VÖ: 28.08.

Notiz bzw. (semirhetorische) Frage an mich selbst: Nach der ganzen sommerlochigen Unlust in Bezug auf neue Musik in den letzten Wochen, an diesem Wochenende dann vielleicht doch mal wieder in einen Schwung heute rauskommender Neuerscheinungen reinhören?! Och, könnt' man ja echt ma' machen... 
Als da wären:



GIRLS IN SYNTHESIS - Now Here's An Echo From Your Future
Von 2017 an veröffentlichte das britische Trio GIRLS IN SYNTHESIS bereits eine ganze Reihe an Singles und EPs, die das vielversprechende Bild einer politisch motivierten, dystopisch anmutenden und dabei ziemlich wild lärmenden (Post-)Punk-/ Noiserock-Band zeichneten.
Es ist wohl an der Zeit, das Versprechen mit einem Langspieldebüt einzulösen und es scheint sich in so mancher Ecke der Musikpresse/ Szene-Blogsphäre auch bereits einiges an Antizipation dazu und Begeisterung dafür in Album-des-Jahres-Ausmaßen aufgebaut zu haben.

Für Fans von: frühen Killing Joke / Big Black Flag / Bad Breeding, Gnod, USA Nails u.ä....


HYMN - Breach Us
Letztes Jahr irgendwann sagte mal jemand zu mir
sinngemäß etwas in Richtung „Eigentlich mag ich keine anderen Bands, die wie Neurosis klingen“. Und irgendwie bin ich geneigt, dem zuzustimmen, dass ich keine brav genormten Nachahmer von einem Original mit besonderer Aura brauche und mich das meiste unter dem Banner „Post-Metal“ kolossal langweilt (fast alles von Isis und die halbe Cult of Luna Discographie inklusive)…
Ich komme aber trotzdem oft nicht ganz umhin festzustellen, dass Bands, die was von den raueren Neurosis vor allem zu "Souls at Zero"-/ "Enemy of the Sun"-Zeiten oder vielleicht auch von späteren Breach (ha!) haben, mich zumindest durchaus schon mal so’n bisschen aufhorchen lassen.
Ihr habt’s erfasst, auf das norwegische Duo HYMN trifft das so ein bisschen zu. Und auch wenn (oder vielleicht auch gerade weil) sie in der Natur der Sache wie eine recht reduzierte Version davon klingen, mochte ich diese unbändige Energie, die der vorab zu hörende Track von "Breach Us" ausstrahlt, direkt ziemlich und sage mal, dass das ‘ne Band ist, die man im Auge behalten sollte…




PIG DESTROYER - The Octagonal Stairway
Neue PIG DESTROYER EP = ziemlicher Einkaufszettel-No-Brainer. So einfach ist das tatsächlich, denn ich bin halt schon so’n bisschen Fanboy.  

Die "Terrifyer"-/ "Phantom Limb"-Zeiten in Triobesetzung, zu denen sie wie eine völlig kaputte Mischung aus Napalm Death und den Melvins mit gelegentlichen Slayer-Riffs klangen, die sind zwar schon länger vorbei, und ich bin mir immer noch nicht so ganz sicher, ob ich diese etwas „metalcoreige“ Rhythm-Section ihrer jüngeren Line-Up-Entwicklungen mag, aber dem Familienstammbaum, zu dem neben PIG DESTROYER auch noch Agoraphobic Noselbeed oder Enemy Soil gehören, haftet nach wie vor sowas keinen Fick gebendes, dem Punk attitüdisch dann eben doch näher als dem Metal stehendes an, das ich sympathisch finde.
Die EP "The Octagonal Stairway" bietet sechs Tracks mit nicht nur typischem Geknatter, sondern auch Harsh-Noise-/ Industrial-Experimente und einem Gastauftritt von Iggor Cavalera!
PS: Wann können wir eigentlich endlich mit was neuem von Virginia Creep rechnen, Mr. Hayes?


QUARTZ - Snakes
Ein weiterer No-Brainer: Wenn Samurai Music was rausbringen, höre ich zumindest mal rein. Sicher brauche ich nicht alles, was so an mehr oder minder Label-typischem „Halfstep“ bzw. oft minimalistischem und/ oder mit Dark-Ambient-/ Industrial-Spirit flirtendem, sowie manchmal zienmlich straightem und manchmal schon fast dekonstruiertem Düster-Drum’n’Bass erscheint, aber das eine oder andere landet dann auch doch schon mal in meinem Plattenregal.
Auf diesem heute erscheinden Label-Einstand z.B. präsentiert uns der bereits Metalheadz-erprobte Elliot Garvey aka QUARTZ vier Tracks lang dunkles Gewaber und treibendes Getacker!


REPTOID - Worship False Gods
Fun Fact: Eigentlich hatte ich geplant, bzw. sogar schon damit angefangen, eine Blogpost-Serie über Schlagzeuger-Einmann-Bands zu machen, in der es dann neben eben REPTOID natürlich auch noch um Black Pus, Orgullo Primitivo, Pornohellmut, Octopoulpe, Nanorisk Akatsuki und vielleicht noch Ryosuke Kiyasu gegangen wäre, aber dann fiel ich irgendwie, irgendwo, irgendwann zwischen Lockdown-Lethargie, Dayjob-Müdigkeit und eigener Musikaktivität in ein regelrechtes Schreibblockaden-Loch und hatte bisher noch keinen Bock gehabt, das Ganze auch wirklich bis zur Vollendung weiter anzugehen...
Keine Ahnung, ob ich das in diesem Leben noch mal nachholen werde, aber Ihr entnehmt dieser Einleitung bereits, dass es sich bei REPTOID aus Oakland, Kalifornien um eine Schlagzeuger-Einmann-Band handelt.
Noiserock-Enthusiasten wissen das natürlich bereits, schließlich war REPTOID mit einem Song auf Amphetamine Reptile Records‘ "Dope, Guns & Fucking In The Streets Volume 14" vertreten!
Über das andere Noiserock-Spezialisten-Label aus Minneapolis, Minnesota - gemeint sind natürlich Learning Curve Records (denen wir nebenbei mal wieder bemerkt auch das vielleicht beste Album des vergangenen Jahrzehnts zu verdanken haben) - erscheint nun sein Langspieldebüt, das sich nur Leuten erschließen dürfte, die was mit eigenwilligem Lärm Marke Black Pus/ Lightning Bolt oder vielleicht auch Author & Punisher anfangen können. Mir somit also auf jeden Fall...

VENOMOUS CONCEPT - Politics Versus the Erection
Und zum Schluss noch mal Grindcore-Originale mit viel Punk-Attitüde: Der an der Wurzel auch noch Melvins-anverwandte Brutal Truth-/ Napalm Death-Inzest VENOMOUS CONCEPT ist tatsächlich mit Album Nummer Vier am Start.

Die Erwartungshaltung steht auf dreckigen Knüppel-Crustcore, räudigen Grind’n‘Roll und auch mal dicke Grooves samt angeschrägten Riffs mit dem unnachahmlichen Hirschgeröhr vom generell unnachahmlichen Kevin Sharp obendrauf, und genau diese wird erfüllt werden!  
Bock drauf!

Sonst noch was?

Der mega-alberne Name BONGBONGBEERWIZARDS mag etwas abschrecken, aber wer trotz der allgemeinen Szeneübersättigung der letzten Jahre immer noch (oder jetzt langsam mal wieder) Bock auf Stoner-Sludge-Drone-Doom auf der Bandbreite von Sleep bis Ufomammut hat, welcher gleichermaßen erdbebend krass-fett-wuchtig wie entschwebend spaceig-psychedelisch-atmosphärisch tönt, der sollte auf jeden Fall mal "Albong" von besagter Dortmunder Jungspundtruppe (Ex-Hexer!) checken!
Dass es wahrscheinlich noch ‘ne ganze Weile dauern wird, bis man sich die Schose in irgendeinem dunklen, muffigen Kellerloch um die Ecke mit ‘nem Hansa Pils in der Hand mal live geben kann, das ist natürlich bedauerlich…

Auf dem Samurai Music-Schwesterlabel Horo ist dann mit CODEX EMPIRE's "Broken by Fear" auch noch eine interessante EP raus, deren Sound ziemlich in Richtung Industrial-Techno abstampft.

Dessmeddl höre ich dieser Tage ja kaum noch, aber NECROT sind 'ne gute Band mit 'nem guten Schuss Crust-Punk im Knüppelröchel-Style und Tankcrimes ist'n gutes Label mit guter Attitüde! 
Daher sei außerdem auf das ebenfalls heute erscheinende "Mortal" hingewiesen.

Aus der zweiten Liga neuen Noiserocks kommen die Portlander SHEENJEK und erste Hörproben ihres neuen Albums "Unclever"zeigten genauso herrliche Schrägheiten in der Gitarrenarbeit wie einen härteren Punch auf, außerdem ziemlichen Spaß am Abrock'n'rollen.
Schlecht/ uninteressant/ unsympathisch ist was ganz anderes, ein „ja krass geht mir das gerad‘ direkt geil rein, sofort mal vorbestellen“-Album allerdings auch.

Und bei ULVER bin ich schon länger ziemlich raus. Aus alter Verbundenheit ("Perdition City" höre ich ja alle Jubeljahre immer noch mal gerne, gelegentlich auch tatsächlich mal noch "Nattens Madrigal"...) und der Vollständigkeit halber sei aber auch noch erwähnt, dass die Norweger heute mit "Flowers of Evil" ein neues Popmusik-Machwerk über House of Mythology raus haben.

Dienstag, 25. August 2020

Ratamahatta

Normalerweise bin ich ja eeeiigentlich und wirklich kein übermäßiger Neunziger-Nostalgiker (auch wenn meine plakativen Vorlieben für Noiserock, Sludge-Metal, Drum’n’Bass und dezent Industrial-eskes zugegeben etwas anderes auszusagen scheinen), aber irgendwie mag ich es, wenn man Neunziger-Helden in neuzeitlichem Kontext überraschend wiedertrifft – vor allem, wenn man sich dabei in einer anderen, frischeren Ecke einfindet als lediglich gegenseitig beim Altherren-mäßigen Romantisieren der damaligen Hartwurst-Zeiten zu erwischen.
Mit Iggor Cavalera ist’s dieser Tage ja in der Tat so ein Fall!

Wenn ich mal etwas ausholen darf: 

Mitte/ Ende der Neunziger, eigentlich sogar ein Stück weit darüber hinaus, waren Sepultura-Songs, vor allem von den Alben "Arise" und "Chaos A.D.", aber auch ältere oder spätere Nummern wie 'Troops of Doom' oder 'Roots Bloody Roots' etwas, das mich nicht nur als Musikkonsument aka nerdiger Metalhead begleitete, sondern auch immer wieder mal bei Jam-Sessions mit Freunden oder im Rahmen von Band-Gehversuchen runtergelärmt wurde.
Von daher kann man wohl schon sagen, dass der damalige Sepultura-Drummer Igor Cavalera wahrscheinlich sogar einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf mich als Hobbytrommler hatte.

"Inflikted", das 2008er Debütalbum der Band Cavalera Conspiracy, das ihn mit seinem Bruder und Ex-Sepultura-Frontmann Max wiedervereinte, fand ich dann im Übrigen auch noch mal ganz gut. Zeitloser Thrash-Metal mit rauer Hardcore-Punk-Kante und gewisser Neunziger-Groove-Fettheit? Count me in!
Das nur nebenbei: Mit Album zwei schafften sie es für meinen Geschmack dann allerdings nicht wirklich, an diesen Überraschungskracher anzuknüpfen, Max Cavalera mit seiner anscheinend nicht mal wirklich eingestöpselten (bzw. seeeeeehr leise gedrehten) Gitarre live zu erleben kann ferner ziemlich ernüchternd sein, in die weiteren beiden CC-Alben habe ich dann nicht mal mehr reingehört und überhaupt habe ich seitdem wohl auch ziemlich das weitere Interesse an so ‘ner Art von Metal verloren, weil dabei kreativ schnell alles gesagt ist, was man für mich persönlich jetzt auch nicht zum zwölften Mal wiederholen müsste (und diese „was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“-Fankultur drumherum gibt mir den Rest)…

Umso erfreuter war ich in jüngerer Vergangenheit gelegentlich darüber, wenn Igor heutzutage immer wieder mal in anderen Zusammenhängen auf meinem Radar auftaucht, zumal neuzeitliche Projekte von ihm, wie z.B. das krud-experimentelle Noise-/ Industrial-Punk-Duo Petbrick, meinen gegenwärtigen Hörgewohnheiten und Interessen durchaus entgegenkommen.
Warum er sich dabei inzwischen "Iggor" statt "Igor" schreibt, das habe ich allerdings immer noch nicht verstanden…


Jedenfalls ist Iggor schon länger auch in experimentellen und tanzbar-elektronischen Musikgefilden unterwegs, mit seiner Frau Laima Leyton zusammen betreibt er z.B. auch das Projekt Mixhell.
Und da aus der Sicht von Rockmusik-Enthusiasten etwas abseitigere Dinge wie Noise-Experimente oder Turntablism Sachen sind, die mich aktuell wirklich wesentlich mehr interessieren und reizen, als etwa das nächste klischeetriefende Selbstabziehbild-Album von Kreator oder das neuste lahme Cover eines eigenen älteren Songs von Metallica gehört haben
zu müssen o.ä. (ernsthaft, Leute, warum tut Ihr Euch das alles noch an?), weiß sowas wie folgendes auch immer wieder mal meine Aufmerksamkeit zu fangen:

Bei seinem letzten Live-Stream für The Vinyl Factory vor ein paar Tagen hat er Platten aufgelegt und das ganze mit etwas Modular-Synthie-Drones kombiniert:



Vor eineinhalb Monaten hat er sowas an gleicher Stelle schon mal gemacht; ein ziemlich Ambient-/ Noise-lastiges Set inkl. Tapedeck:



Packen wir bei dieser Gelegenheit zum Schluss auch noch mal den Impro-Drumming- Quaranstream aus seinem eigenen Studio aus, der im Mai stattfand - powered by Cvlt Nation als Corona-Soforthilfe.
Dazu ließ er sich Sound-Versatzstücke zum dazu trommeln von Freunden schicken, die man aus so unterschiedlichen Band wie u.a. Amenra, Integrity, Dark Funeral oder Warmduscher kennt.
Wo man ihm einen Obolus zukommen lassen oder Downloads seines Elektronik-Projekts Mixhell ziehen kann, das lässt sich auf der Seite des Youtube-Videos nachlesen:




Cool, dass solche Sachen passieren, cool, dass es Künstler wie ihn gibt und ich freue mich schon aufs nächste mal, wenn wieder mal derartiges auf meinem Radar auftauchen wird, denn ich sehe/ höre sowas tatsächlich immer wieder gerne...

Dienstag, 18. August 2020

FREE JAZZ FOR THE FREE DOOMED (Moor Mother)

Noch ein Kleinformat, das gestern erschien:
Die wirklich interessante Künstlerin MOOR MOTHER, die u.a. auch schon mehrere Zusammenarbeiten mit Justin Broadrick und The Bug in der Vita stehen hat, hat mit "Forever Industries" eine Single in sowohl digitaler Version als ich in Form von den letzten paar siebenzölligen Exemplaren in der Reihe des "Sub Pop Singles Club Vol. 5" draußen.
Geboten wird dabei hörenswerter, dusterer „Jazz-tinged experimental Hip-Hop“:



Quasi vorbereitend dazu erschien exakt eine Woche vorher unter dem Titel "FREE JAZZ FOR THE FREE DOOMED" übrigens außerdem der erste Mix, den sie für eine Radioshow fabrizierte.
Jener enthält Menge Drumcomputer-Programmierung, weil sie „dachte, dass man das für einen DJ-Mix so macht, aber man lernt nie aus“.
Kann man bei Bandcamp zwar nicht als Stream hören, aber dafür zu „Name Your Price“ herunterladen


Sulaco - privilege

Haken wir erst mal eben kurz das obligatorische Namedropping ab: Erik Burke war u.a. in den Neunzigern mit Lethargy aktiv, dessen anderen beiden Mitglieder danach für ein Album zu Today Is The Day weiterzogen um danach wiederum Mastodon zu gründen; außerdem spielte er von 2007 bis zum Ende bei Brutal Truth Gitarre und war sogar bei späteren Inkarnationen der essenziellen Thrash-Metaller Nuclear Assault dabei. 
Lässt sich sehen, was?
Etwas unterrepräsentierter ist da seine Grindcore-Band SULACO, die es inzwischen auch schon eine Weile gibt.
Jene hat gestern mit "privilege" eine neue EP via Bandcamp rausgehauen, die sich Freunde von Schräg-Grindern à la Brutal Truth, Pig Destroyer usw. unbedingt mal reinfahren sollten!




(Ziemlich grindiger Spätsommer/ Herbst also, denn neue Veröffentlichungen von Napalm Death, Venomous Concept, Pig Destroyer und Dephosphorus sind ja auch gerade unterwegs…)