Freitag, 30. Januar 2015

Musikkonserven 2015 (1)

[Aufgrund von Zeitmangel und verschobenen Prioritäten werde ich in nächster Zeit die nennenswerten Veröffentlichungen diesen Jahres, die an mein Ohr kommen, erst mal eher knapp in einem fortlaufend aktualisiertem Post abhandeln. Vielleicht hebe ich Highlights dann ja später noch mal extra hervor, we'll see…]

Januar/ Februar im Zeichen des Grind:

 

HAAPOJA / DEPHOSPHORUS - Collaboration
„Collaboration“ ist dem Titel entsprechend keine reine Split: DEPHOSPHORUS und HAAPOJA machen hier für jeweils einen Song Sängertausch, während der Gitarrist letzterer bei einem weiteren Song ersterer ein Solo beisteuert. Besagte Nummer ist im Übrigen eine ziemliche Slayer-Hommage. Stehen und Fallen könnte das Ganze mit den Vocals, die gerade bei DEPHOSPHORUS bekanntlich nicht jedermanns Sache sind, allerdings überzeugen die Griechen hier wieder ein mal mit ihrem sehr eigenen, ziemlich atmosphärischen und facettenreichen Grind-Stil. Die mir zuvor unbekannten HAAPOJA aus Finnland tönen nicht ganz so unberechenbar, stehen ihren Partnern in Crime mit einer gelungenen Mischung aus Groove und Geballer ansonsten aber in nichts nach.  
Cooles Teil! Gibt’s auf Vinyl oder digital bei 7degrees-records.de bzw. www.7degreesrecords.bandcamp.com

MÖRSER – V

Lasst Euch nicht verarschen, denn eigentlich ist “V” erst Regulär-Album Nummer vier, handelte es sich doch bei “Pure Scum” um eine alte EP (damals als „Scum“ mit einem Comic zusammen veröffentlicht), die mit neuem Material zum Longplayer aufgestockt wurde. Tut der Sache keinen Abbruch, dass die guten alten Bremer es immer noch draufhaben und ihre eigenständige Grind/ Metal/ HC-Mixtur auch hier mal wieder total geil kommt. Sollte man kennen, muss man haben - Fuck you, I’m with Mörser!
Song-Fave: "Dirt Crawler". 

Label: www.speckflag.com
NAPALM DEATH – Apex Preadator - Easy Metat
Weit von einer Selbstneuerfindung entfernt, in den Nuancen erfrischenderweise aber doch mal wieder mit ein paar Ecken und Kanten bzw. interessanten Akzenten mehr, als auf den meisten anderen Alben der letzten 10-15 Jahre  (die man zwar alle bei Erscheinen gut fand, von denen man dann in der Rückbetrachtung ganz ehrlich aber doch nicht unbedingt so wirklich jedes gebraucht hätte), finde ich auch „Apex Preadator – Easy Metat“ gerade mal wieder ziemlich gelungen. Was wäre die Welt eigentlich ohne NAPALM DEATH?
Song-Fave: Tatsächlich der ziemlich aus dem Rahmen fallende Intro-Titeltrack
Label: www.centurymedia.com


Doom/ Sludge/ Drone, Stoner- und Postrock etc.:

BROTHERS OF THE SONIC CLOTH - s/t

Jaaaaaaa! Endlich! Endlich ist Tad Doyle of Tad fame zurück und präsentiert uns das lang angekündigte Album seiner neuen Band.  Und da staunt man beim Erstdurchlauf nicht schlecht, was für ein mächtiger wie auch verquerer Brocken das geworden ist. Das Album, nicht Doyle, der war schon immer einer. Seinem Kumpel Mike Scheidt und dessen Band Yob machen die BROTHERS OF THE SONIC CLOTH hiermit wirklich ernste Konkurrenz. Von der (relativ) rockigen Zugänglichkeit alter Tad-Tage ist nichts mehr geblieben, stattdessen wird der Hörer von tonnenschwerem, eigenwilligen Doom Metal überwältigt. Hoffentlich war das erst der Anfang!
Kommt Mitte/ Ende Februar via Neurot, aber ich musste mal eben angeben, die CD schon zu haben.
Preorder: neurotrecordings.merchtable.com/...


MERDARAHTA - As The Dark Clouds...
Auch das Ambient-/ Noise-/ Drone-/ Doom-Improvisations-Alter Ego der natürlich nach wie vor sträflich unterschätzten Deathgrinder Fuck The Facts hat gerade mal wieder was neues rausgehauen. Und das Werk mit dem Marathontitel „As The Dark Clouds Swept Away We Could See The Sunset“ dürfte das bisher „musikalischste“ sein, das unter diesem Namen veröffentlicht wurde, neigt dieser ineinander übergehende Fluss von sechs Tracks doch öfter mal etwas mehr zu Post-Metal-Songstrukturen als zur Freiform.
Sehr, sehr cool!
Bandcamp: http://merdarahta.bandcamp.com/album/as-the-dark-clouds...

THE BODY & THOU – You, Whom I Have Always Hated
Ja, richtig, eine erste Platte mit Material ihrer Kooperations-Session gabs letztes Jahr schon mal, und nun legen THE BODY und THOU via Thrill Jockey die zweite Veröffentlichung ihrer gemeinsamen Lärmerei vor. Um ehrlich zu sein, war ich beide Bands jeweils für sich zuletzt ja eher etwas leid. THE BODY - letztjährige Haxan Cloak-Kooperation hin oder her - wurden mir mit dem langsam etwas undurchsichtigen Output irgendwelcher EPs und Compilations immer gleichen Gedröhnes fast schon etwas zu beliebig, während ich beim letzten THOU-Album „Heathen“ nach wie vor nicht so richtig verstehe, warum dieses allgemein so gut ankam, denn mich langweilt es ja ehrlich gesagt leider eher. Im Verbund sind THE BODY & THOU allerdings der schwerste und fieseste Shit, den man in derartigen Stilregionen derzeit findet. Das i-Tüpfelchen ist ein bestialisch verunstaltetes Cover der NIN-Gothdisco-Kamelle „Terrible Lie“. Geil derbe und derbe geil!


Blick über den „langhaarige Musik“-Tellerrand

JOHN CARPENTER - Lost Themes
"They Live" und "Escape from New York" sind ja zwei meiner absoluten Lieblingsfilme. "Dark Star" und der "The Thing"-Remake sind auch nicht zu verachten, "Prince of Darkness" war ganz okay (und hatte Alice Cooper!)  und selbst nicht ganz zu Unrecht vielgescholtene Filme von Regisseur John Carpenter wie "Vampires" und "Ghosts of Mars" mag ich irgendwie trotzdem. Zu den meisten seiner Werke hat er bekanntlich auch selbst die Musik kreiert. Die berühmte "Halloween"-Titelmelodie könnte ich sogar spontan auf dem Piano nachspielen. Mit „Lost Themes“ hat der Altmeister des Horrors und dystopischer Action nun ein für sich stehendes Musikalbum veröffentlicht. Just for the fun of it - er hatte einfach mal Bock auf Komponieren, ohne den Stress drum herum auch noch den Film dazu fertigzustellen. Und das bietet ungefähr bis ziemlich genau das, was man davon erwartet, was in diesem Fall eine absolut coole Sache ist.  Ich hör's gerad' jedenfalls voll gern und auf Repeat!

DISAPPEARS – Irreal
Mein erster nennenswerter Kontakt mit DISAPPEARS und ein Album, das seinem Titel alle Ehre macht. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so richtig, wie ich diesen Avantgarde-Postrock irgendwo zwischen (ahnungslose Assoziationen:) Tortoise, This Heat und Autechre genauer etikettieren oder beschreiben soll. Repetitive Rhythmusmuster und kühle Klangflächen, gerne mal etwas quer? Irgendwie sowas. Reinhören lohnt sich.

Soundcloud-Hörprobe: https://soundcloud.com/kranky/disappears-another-thought

Auch noch reingehört und kurz notiert:
6:33 - Deadly Scenes: Wer sowohl Mr. Bungle/ Fantomas/ Faith No More (/ Civil Defiance, Sleepytime Gorilla Museum, …) mag, als auch mit der klanglichen Sterilität späterer Devin Townsend-Outputs klarkommt, der sollte bei diesen Franzosen mal ein Ohr riskieren. 
COWARDS - Rise To Infamy: Pseudo-Blackened Fickrig-Screamo-Metalcore zwischen Converge und Celeste. Nicht umwerfend, aber ganz gut!
MARDUK  - Frontschwein: Comedy-Black Metal. Nicht essenziell, aber unterhaltsam.
NEGURA BUNGET - Tau: Normalerweise nicht so meine Baustelle, musste ich jüngst anerkennen, dass besagte Prog-/ Folk-Black Metal-Band aus Rumänien durchaus ihre Momente hat. Die aktuelle reicht meinen bisherigen Eindrücken nach allerdings nicht ganz an den Vorgänger ran.
PROFANE AND THE SACRED - Chapter 1: A Long Time Coming: Heavy Rock/ Stoner Metal für Freunde von Down, Black Label Society, C.O.C., Burden und co. Nix besonderes, aber kann man so nehmen.

TOUNDRA - IV: Wenig aufregender aber gutklassiger Instrumental-Postrock mit Stoner-Kante
 

Am Horizont:
ABSTRACTER
CALLISTO
CHERUBS

ELDER
JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE covern wieder
PYRAMIDS

RECTAL HYGIENICS
SANDRIDER / KINSKI Split LP

VENOM (haha!)

Donnerstag, 29. Januar 2015

The Austerity Program

Ein aufmerksamer Leser (ha!), der meine Zuneigung zum Noiserock teilt, wies mich jüngst auf das letztjährige Album von THE AUSTERITY PROGRAM hin.
Danke dafür!
Keine Ahnung warum mir das Duo, das vor einigen Jahren mal ein paar Veröffentlichungen auf Hydrahead hatte, vorher noch nicht so geläufig war. „Beyond Calculation“ kann mit seiner Kombination aus Math-/ Noiserock Richtung Shellac und einem Schuss Metal im Sound, sowie nicht zuletzt dank des Drumcomputers auch noch mit einem Hauch von Industrial-Aura (Godflesh und Cop Shoot Cop lassen durchaus grüßen) ja doch ziemlich bei mir punkten.
Sehr coole, eigenwillige Nerdlärm-Band. Backkatalog wird aufgearbeitet.
Bandcamp: austerityprogram.bandcamp.com

Donnerstag, 22. Januar 2015

Ice-T huldigt S.T.!

Und wie!  Da kann man wirklich nur noch das Bandana ziehen:


Apropos - das hier wär' auch gerad' noch neu:


Dr. Living Dead! - TEAMxDEADx (OFFICIAL VIDEO) on MUZU.TV.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Altar of Plagues: Letzte Runde!

Habe ich hier zwar schon 1-2 mal gesagt, aber sage es gerne noch mal: ALTAR OF PLAGUES‘ „White Tomb“ ist eines meiner absoluten Lieblingsalben der letzten Jahre. Es ist das eine „Post-Black Metal“-Album, das man (klar, neben „Two Hunters“) im Schrank stehen haben muss (ja, scheiß auf Liturgy und scheiß auf Doofheaven).
Ich sah die Band ferner das komplette Teil beim Roadburn am Stück performen und es war großartig.
Bei „Mammal“ dachte man 2011 trotz des unfassbar grandiosen Eröffnungsepos "Neptune Is Dead"  dann irgendwie, dass die Band kreativ inzwischen alles gesagt hatte, doch Pustekuchen: Das finale „Teethed Glory and Injury“ kam 2013 ziemlich verblüffend mit solch verquerem Lärm daher, dass so mancher Hipstermetaller davon völlig überfordert war. Ich fands geil.

Die Iren wollen sich live noch ein letztes mal die Ehre geben. Hier sind die Dates: