Donnerstag, 16. April 2015

Roadburn 2015 (1)

Ja, vergangene Woche Mittwoch war es mal wieder soweit: Die Reisegruppe Ruhr, die sich vor Ort mit temporären Mitbewohnern aus Berlin, London und Oslo treffen sollte, brach mal wieder gen Tilburg, NL auf.

Der traditionelle "Hardrock Hideout" im Cul de Sac wird dabei eigentlich schon mehr mitgenommen, um sich beim ersten Biergenuss in der Vorfreude auf die nächsten vier Tage und Nächte zu suhlen, als wegen der Musik, letztere bot in diesem Jahr mit zwei eher etwas Thrash-lastigen Kapellen (die Belgier BARK mit gewisser 90er-Kante und die mehr an der alten Schule ansetzenden PREMATORY) allerdings meinem persönlichen Geschmack etwas mehr als die Warm-Up-Abende vorangegangener Jahre (mit Grausen erinnere ich mich z.B. an diese beschissenen Attic).
Erste skurrile Szenen ereignen sich in der Imb
issbude Karnak, in der man m Laufe des Wochenendes noch einige male für Pommes, Falafel und/oder Kaassoufflé einkehren wird, und erste Biere teilt man sich mit weiteren Roadburn-Familienmitgliedern aus Großbritannien...

Donnerstag wiederum sollte sich dann, was das Musikprogramm betrifft, mit vielen Überschneidungen als totaler Overkill-Tag herausstellen. Ich versuche mich an einem Schnelldurchlauf:

SÓLSTAFIR's (15:00) Livemusik-Begleitung eines isländischen Wikinger-Filmklassikers war mehr "geht so" als grandios. Bei FISTER (16:10) isses im Cul de Sac schon so voll, dass ich diese natürlich nur ein bisschen von weiter hinten sehe, aber ich wollte ja eh zu SUBROSA (16:30) ins Het Patronaat. Jene sind ziemlich super und heavier als auf Platte. Es geht noch im winzigen Stage01-Raum des 013 bei Mortals (17:20?) vorbei, dem Black-Metal-Frauentrio aus Brooklyn, das supergeil am abscheppern ist und deren Drummerin einen Wikingerhelm trägt, da die aber am Folgetag auch noch mal spielen und FLOOR nur ein mal, gucke ich mir auf der Hauptbühne etappenweise auch ein paar Songs von wiederum denen an. Ganz gut, aber irgendwie hauen die mich auch nicht so um. Primitive Man müssen durchs Raster fallen, denn EAGLE TWIN gucke ich mir komplett an (Stage01, 18:20-19:10). Irgendwie schon ein bisschen Melvins, was die beiden da machen, und ich bekomme zum Schluss sogar meinen Lieblingssong „Carry On, King Of Carrion“! Im Vorbeigehen an der 013-Hauptbühne dann sogar nahtlos von RUSSIAN CIRCLES meinen Fave von eben jenen („Harper Lewis“), bei THOU im Het Patronaat (19:30-20:30) wird das Triple aber leider nicht vollgemacht, „Voices in the Wilderness“ bleibt aus. Was nur einer kleiner Wehrmutstropfen ist, denn ansonsten war’s fett. Im Merch-Hause gibt es in diesem Jahr doch wieder einen Bierdosenautomat? Hundertprozentige Preiserhöhung? Egal, rein damit. Von WOVENHAND (Hauptbühne, 20:30-) und MOLOCH (Cul de Sac, 21:40-) sehe ich auch ein bisschen, von KEN MODE (22:00) EYEHATEGAOD (22:20) dann gar nur jeweils einen Song im vorbeigehen, denn ich will schon wieder in den Stage01-Wandschrank, dieses mal zu HELMS ALEE (22:40). Deren Schlagzeugerin regt sich ziemlich witzig über die Nebelmaschine auf, ist ansonsten aber eine Könnerin vorm Herrn. Von CORTEZ (23:30, Cul de Sac) hatte ich irgendwie mehr erwartet. Auf Konserve finde ich die Schweizer Brachial-Post-Hardcorler ja ganz geil, so richtig 100%ig überspringen will der Funke aber nicht, als geht’s dann so Mitternacht rum oder kurz später doch noch zur Hauptbühne rüber, die zweite Hälfte von BONGRIPPER’s „Miserable“-Performance mitzubekommen.
Danach noch ein bisschen Foyer-Metaldisco mit dem Typ von Primordial als DJ.   

Ein Tag wie Himmel und Hölle zugleich…


 

Fortsetzung folgt…

(Fotos: Mal wieder von LL geklaut. Einfach so, ohne zu fragen. Aber gehören rechtlich eigentlich eh schon Facebook.)

Mittwoch, 15. April 2015

Aktuelle Alben April

Nachdem der März in puncto Neuerscheinungen meinem in jüngerer Vergangenheit immer ausgeprägter gewordenen Noiserock-Fetisch ziemlich gut entgegenkam, kommen aktuell auch wieder einige Veröffentlichungen eher düsteren und extremmetallischen Krams raus, die mich interessier(t)en...

SULPHUR AEON - Gateway to the Antisphere

Man kann den 2013er Vorgänger "Swallowed By The Ocean's Tide" gerne als ziemlichen Überraschungserfolg in der Metal-Szene ansehen. Die Band aus dem Dortmunder Umland traf mit ihrem epischen, atmosphärischen, brutalem und trotzdem cleveren Death Metal, der stilistisch ein wenig die Gefilde von Morbid Angel und Behemoth zu ihren besten Zeiten streift, bei vielen einen Nerv. Auch bei mir, bei dem heutzutage eher selten (jüngere) Musik besagter Stilschublade in der Rotation landet. Wie erwartet ist der Überaschungseffekt beim zweiten Longplayer via Ván Records ein bisschen verflogen, was allerdings nichts daran ändert, dass auch "Gateway to the Antisphere" zienlich gut geworden ist.
Zusammen mit dem musikalisch etwas (!) ähnlich geartetem (aber wohl moderner und wesentlich experimenteller veranlagtem) Zeitgeister-Projekt Owl sind SULPHUR AEON damit momentan eine der besten Todes- bzw. Extremmetall-Kapellen, die wir haben, vielleicht auch international.

TRIBULATION - The Children Of The Night
Als ich anlässlich ihres letztjährigen Roadburn-Auftitts TRIBULATION's “Formulas of Death” für ich entdeckte, kamen mir als Vergleichsreferenz ja bereits ein wenig Morbus Chron in den Sinn. Bei beiden Bands handelt es sich um schwedische Jungspunde im Early-Tom-Warrior-Gedächtnislook, die Düsterknüppel-Metal alter Schule mit einer regelrecht psychedelischen Kante vermengen. Interessamt, dass TRIBULATION danach tatsächlich vom Label gesignt wurden, auf dem Morbus Chron schon sind, und auf ihrem aktuellen Album dann auch gleich mal eben das Tempo rausgenommen haben. Mit der entfesselten Raserei von “Formulas of Death” hat "The Children Of The Night" nicht mehr viel zu tun. Das Atmosphäre- und Melodie-betonte, irgendwie nach Melo-Death und Goth-Metal müffelnde Album hat zwar durchaus seine Momente (vor allem 'Holy Libations'), aber irgendwie... ich weiß ja nicht so wirklich, ob das ein Schritt in die richtige Richtung ist, und ob ich das hier tatsächlich noch öfter hören will...
(Kommt diesen Monat bei Century Media raus)

Aktuelle Kleinformate

SHROUD EATER - Face The Master
Der "Kylesa's kleine Schwestern und Bruder"-flotte-Dreier aus Miami hat gerade zwei neue Songs via Bandcamp rausgehauen. Ich finde die ja schon länger recht vielversprechend und es wird Zeit, dass die mal größere Aufmerksamkeit bekommen, bzw. mal 'ne Tour oder 'n Longplayer machen, denn auch der aktuelle Release macht Spaß...
http://shroudeater.bandcamp.com/album/face-the-master


VOIVOD / AT THE GATES Split
Danke an meinen Kumpel, den Century Media-Bediensteten AJ, mir noch eben ein Exemplar dieser Split-7" gesichert zu haben. Warum genau man die frankokanadischen Unikate VOIVOD und die reunierte Melo-Death-Blaupause AT THE GATES auf je eine Seite der gleichen Vinylsingle packen musste, entzieht sich meiner Kenntnis, aber der Voivod-Fanboy in mir hatte jetzt einfach mal schwer Bock auf das Besitztum.
Den Voivod-Song kann man im Übrigen schon seit einiger Zeit im Stream hören (z.B. beim Rock Hard).

Mit Verspätung gehört und notiert:

TREEDEON - Lowest Level Reincarnation

Als dieses Teil Ende Februar veröffentlicht wurde, hatte ich es zwar auf dem Radar lies es aber aufgrund der Fülle interessanter Veröffentlichungen durchs Raster fallen. Ein Fehler, wie sich jetzt heraustellen sollte, doch zum Glück hat der Kanzler von Exile On Mainstream beim Roadburn immer einen Tonträgerverkaufsstand, womit ich dieses Versäumnis ausgleichen konnte. Dass die neue Band von Ulme-Arne und Jingo-de-Lunch-Yvonne mit ihrem punkig-räudigen Sludge etwas zu sehr in den aktuellen Zeitgeist passt, da sollte man gerade hier drüber hinwegsehen können, denn im Gegensatz zu uninspirierter Post-Metal-Langeweile bekommt man hier tatsächlich einen verhältnismäßig eingebrödlerischen, fiesen, brachialen und auch facettenreichen Brocken vorgesetzt, der auf jeden Fall weit mehr taugt als die letzten beiden Kylesa-Alben! Ich finds geil!
Gibt's bei Exile On Mainstream.

TÄHTIPORTTI – Tähtiportti
Kurzfassung: Komisches Elektro-Projekt, bei dessen finnischen Unsinn brabbelnder Stimme es sich um keinen geringeren als Sami Hynninen alias Sir Albert Witchfinder von den Doom-Metal-Göttern Reverend Bizarre handelt. Äh...?
Bandcamp: tahtiportti.bandcamp.com


Unterwegs: U.a. neues von Acid King, Acid Witch, Malthusian, und eine Split von Fuck The Facts und Fistfuck (sic!).
Als Mai-Highlight zeichnet sich u.a. schon das Album von Tau Cross (mit der Stimme von Amebix und dem Drummer von Voivod) ab. Und KEN mode haben ebenfalls ein neues Album in er Pipeline.

Dienstag, 14. April 2015

Zwei aktuelle Mini-Dokus...

...über Bands mit Lieblingsschlagzeugern von mir: 


Straßenbrand-Kurzresümee

Ja, gestern kam ich aus Tilburg zurück. Es galt mal wieder, sich die komplette Roadburn-Mayhem zu geben, vom Warm-Up-Abend "Hardrock Hideout" am Mittwoch bis zum sonntäglichen "Afterburner".
Vorerst in aller Kürze: War mal wieder total super. Trotz aller Überfüllung kleinerer Konzerträume war wieder ein mal ein toller allgemeiner Vibe in der Luft, ich habe viele gute Gigs gesehen, viel zu viel Geld für Bier, Tonträger und niederländische Parkgebühren ausgegeben, und das verlängerte Wochenende ging viel zu schnell rum.
Kaum bin ich aus dem Doomtopia-Paralleluniversrum zurück in den Alltag gefallen, verlangt mir dieser schon wieder einiges ab, weswegen ich heute sogar sausen lasse, dass eigentlich Zaum im Essener Panic Room spielen und sich die Langfassung der Festivalnotizen hier vielleicht noch ein paar Tage hinziehen wird...

Dienstag, 7. April 2015

Blablafuckingbla

Vergangenen Samstag übrigens im AZ Mülheim gewesen, wo SVFFER mal wieder abgeräumt haben, wie es derzeit kaum eine andere Band tut. Bis auf die Tatsache, dass sich der Gitarrist mal wieder selbst lustiger fand, als er eigentlich ist. Rest vom Hardcore-Fest war weitgehend okay und unterhaltsam, aber ehrlich gesagt sonst nix dabei, was mich noch so groß umgehauen hätte, dass ich es erwähnen müsste.
(Erwähnenswert allerdings: Vorletzte Band spielte schon kurz vor zehn, anstatt dass sich alles drei Tage zog. Wassen da los, AZ? Kann gerne Schule machen...)
Sonntag dann zu verkatert gewesen, um irgendwo hinzugehen.

Ostermontag im fast leeren Dortmunder FZW dann noch mal eben RAKETKANON und GRIM VA DOOM geguckt. Letztere waren mit ihrem energischen Sludgecore eine angenehme Aufwärmübung, zweitere mit ihrem Synthie-lastigen Noiserock/ Alternative Metal eine ziemlich witzige Angelegenheit, wenn auch nicht ganz so eine Mayhem wie erwartet.
Jaja.

Mittwoch, 1. April 2015

The Colossus Of Destiny

10 Jahre Scheißthrax, der längste Aprilscherz aller Zeiten

Dies ist gar kein Aprilscherz, sondern die bittere Wahrheit: Vor exakt zehn Jahren, am 01. April 2005, verkündeten ANTHRAX wieder im „klassischen“ Line Up aufzutreten, mit Joey Belladonna am Mikrofon und dem über Jahre völlig verschollenem Dan Spitz an der zweiten Gitarre.

Das Hickhack, das danach so kam, ist kaum der Rede wert, deswegen nur in aller Kürze: Glückwunsch, Ihr Deppen.

PS: Die neue Armored Saint kommt Anfang Juni!