Freitag, 27. November 2020

Horse The Band – Your Fault

Sie kommen alle wieder. Auch HORSE THE BAND, die mit ihrem „Nintendocore“ Mitte der Nuller Jahre mal zum ganz, ganz heißen Scheiß gehörten, auch wenn sie den unnachahmlichen Spaßfaktor, den sie live mitbrachten, auf Konserve nie so wirklich gänzlich eingefangen bekamen.
Im Jahrzehnt darauf
veröffentlichten sie dann allerdings schon nichts neues mehr und verschwanden nach einem letzten Europatour-Aufbäumen 2013 irgendwie erstmal wieder weitgehend in der Versenkung .

"Your Fault" ist der Titel ihrer neuen EP, deren drei Songs sich ums Grundthema Selbstzweifel drehen.
Der 12‘‘-Preorder stand ruckzuck auf „Sold Out“ und ich hab' keine Ahnung, ob das Teil auch noch bei Bandcamp au
fschlagen soll, oder nur via Spityfock und Amazon bzw, Youtube zu hören ist
Erwähnenswert ist noch, dass die EP mit einem relativ gelungenem Cover vom "March of the Pigs" endet, das mit dem 80er-Synthie-Sound statt Piano dann auch mal kurz noch etwas alberner als wahrscheinlich gewollt ist:

Elektronischer Rundumschlag Ende 11/2020

Mensch Leute, was ist doch dauernd was los in diesem Internet und der Welt der Musik. Als hätte es Anfang des Monats nicht schon genug interessantes und ferner bereits ausreichend Mixe gegeben, haben wir hier noch mal einen ganzen Schwung ganz neues aus der Ecke eher elektronischer Klänge für die sozial-distanzierte Lockdown-Bunkerparty am Ende der zivilisierten Welt... Interessant auch (naja), dass sich ein sehr großer Teil davon irgendwie um unsere Bundeshauptstadt dreht:

THE BUG feat. DIS FIG – The Blue
Irgendwie verfolge ich das Schaffen von Kevin Martin aka THE BUG ja doch nur so mittel, weil’s musikalisch zugegeben auch oft nur so mittel bis dreiviertel mein Ding ist, bzw. es bei aller potenziell vorhandenen Zuneigung zu düster waberndem Alternativwelt-Dub schwierig ist, bei all dem Überangebot an Unterhaltungskunst und Nightlife-Soundtracks da draußen, die Zeit in diesen einzutauchen auch noch zu finden. Mea culpa, Kev, abba wat willze machen?!
Für "The Blue" hat sich der inzwischen in Brüssel residierende Brite mit der Wahlberlinerin Felicia Chen alias DIS FIG zusammengetan, die dem hypnotischen Dunkel-Dancehall/ Trip-Hop des Albums eine betörende Stimme gibt.
Erinnert mich ja irgendwie so ein bisschen an lange vergangene Zeiten, in denen Tricky-Alben interessant waren!

CABARET VOLTAIRE - Shadow of Fear
Wenn ich mal ganz ehrlich bin, habe ich ja tatsächlich einen der älteren CABARET VOLTAIRE-Meilensteine in meinem Plattenregal, konnte mich darüber hinaus aber nie so richtig dazu durchringen, mal tiefer in ihr Schaffen einzutauchen. Denn „mein“ Industrial ist mehr so alles zwischen Throbbing Gristle, "Leichenschrei", Test Dept, Ramleh, frühen Neubauten und Laibach, während mir CABARET VOLTAIRE dann doch schon recht früh etwas zu sehr Richtung Synth-Dance gingen.
Wenn man sich jetzt 2020 ein aktuelles Album der britischen Pioniere anhört, die nach längerer Zeit der Auflösung nun im Grunde genommen ein Soloprojekt sind, dann hat das durchaus so einen old-schooligen Charme, der allzu offensichtlich nicht darauf bedacht ist, irgendwelche Zeitgeist-Sounds oder Szene-Etikette zu bedienen.
Und das spricht einen alten Sack wie mich dann ja doch schon wieder an…


DONATO DOZZY - The Tao
Der italienische DJ und Produzent DONATO DOZZY ist wohl eigentlich vor allem für Techno bekannt, aber bei einer Veröffentlichung über Samurai Music dürfte direkt klar sein, dass er sich hier eher in Richtung Drum’n’Bass ausstreckt.
Die vier Tracks von "The Tao" entsprechen dabei weder Standard-DnB, noch jener Art von minimalistischem Halfstep, die man vom Berliner Label vor allem gewohnt ist, sondern sind schon speziellere Dinger für sich. Und damit nicht uncool!
Einen Mix dazu gibt‘s natürlich auch noch (s.u.).

NEED FOR MIRRORS – Flames
Normalerweise bringt Doc Scott auf ThirtyOne Recordings hauptsächlich DJ-12’’-Singles für die Club-taugliche Old School Drum’n’Bass-/ Jungle-Rotation raus (und ein paar davon habe ich sogar, obwohl nicht Club-DJ, denn es sind immer wieder mal Highlights dazwischen), aber Begeisterung für NEED FOR MIRRORS’ Material brachte ihn dazu, mit "Flames" sogar mal ein CD-Album zu veröffentlichen.
Leute wie ich hören Drum’n’Bass ja zugegeben hauptsächlich wegen den düstereren und/ oder etwas härter rumsenden, bzw. auch mal experimenteller-abgepfinneren Auswüchsen des Genres, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass zu gutem Jungle/ DnB auch eine gewisse „Soulfulness“ gehört, die hier bei den Vocal-Tracks von "Flames" wirklich bezaubernd  kommt, während schon etwas ins techsteppige ‘rüberschielende Nummern ebenfalls total super klingen.


SAM KDC - A Mutiny In Monochrome
„Noob
wie ich bin hatte ich Horo, das technoidere und dabei durchaus schon mal Dark-Ambient-Gefilde tangierende Schwester-label von Samurai Music bisher nicht so wirklich in Regionen verortet, in denen es auch schon mal etwas derber und rougher zugeht. Aber was uns Genre-Grenzgänger SAM KDC hier vier Tracks lang mit scheppernden Breakbeats und düster brummenden Synthies aufs Parkett zaubert, das ist echt nicht ganz ohne!
Auf den begleitenden
Soundcloud-Mix via The Brvtalist sei an dieser Stelle auch noch mal eben hingewiesen, ohne diesen unten gesondert aufzuführen.

VERSET ZERO – Kerygma
Verset Zero is an electronic/ Post-Metal project“ sagt der Künstler selbst über sein eigenes Schaffen. Ich würde "Kerygma" ja als so ‘ne Art von grob Metal-neigender Industrial-Musik bezeichnen, die mit pumpenden Breakbeats und bedrohlichen Drone-Sphären eher rau und schroff gehalten und daher auch tatsächlich düster ist, im Gegensatz zu all dem glatt inszenierten Electro-Industrial da draußen, der nur schwer zu ertragen ist. Das hier ist also eher sowas wie das obskure Kellerritual-Bindeglied zwischen Throbbing Gristle und  Sunn o))) anstatt irgendwas Richtung Gothdisco-Schlager-Techno mit Gitarren o.ä. Quatsch, dem ähnliche Stiletikette aufgeklebt werden.
Und das macht’s mir sympathisch!

VILIFY - Out of Mind Out of Sight

Noch ‘ne Wahlberlinerin im Downtempo, wenn auch mal weniger düster. VILIFY soll im kommenden Jahr ja ihr Langspieldebüt über Ohm Resistance veröffentlichen. Bis dahin gibt’s mit "Out of Mind Out of Sight" schon mal einen frischen EP-Vorgeschmack an Bass’n’Breaks-Musik mit nicht nur Bums und Brummen, sondern vor allem auch sehr viel Soul. Vintage-Samples im Future-Sound.
Und wenn Euch das gefällt, checkt außerdem noch den ebenfalls diesen Monat veröffentlichten Singletrack "M.T.D.".

v.a. - Cyborgs EP Vol. 1
Für ihre Compilation "Cyborgs EP Vol. 1" konnten die Girls und Boys vom Berliner Humanoid Kollektiv tatsächlich Urgestein DJ TRACE für einem Track akquirieren und Kenner wissen was das heißt: Techstep at it’s best! RAIDEN hätten wir auch noch! Und der Nachwuchs gibt sich mit PRTCL, XENON und SPECONE die Ehre.
Wer’s physisch statt rein digital braucht, der sollte Augen und Ohren offen halten in Bezug auf die demnächst über Trace‘ Label DSCI4 kommende "Spy Technologies 8: Pandemic LP", auf der diese Zusammenarbeit weitergehen wird.

 

Mix-o-Mania:

Das Dortmunder Industrial-/ Techno-Label HANDS hat jetzt auch einen Podcast mit DJ-Sets gestartet. Der erste ist natürlich von Label-Betreiber Udo Wiessmann (auch Mitglied von Winterkälte):

Der aktuelle Metalheadz-Mix via Rinse FM, bei dem sich COMMIX und JEM ONE auf der Mitte von zwei Stunden die virtuelle Plattennadel teilen, darf natürlich nicht fehlen, denn mehr oder minder klassischer Drum’n’Bass geht bei mir ja immer:

Anlässlich seiner neuen, Stil-ausweitenden EP auf Samaurai Music, die heute raus ist (s.o.), hat der auch beim discjocken tatsächlich Vinyl bevorzugende DONATO DOZZY natürlich auch einen Mix dazu zu bieten:

THE WAVES aka Maayan Nidam kriegt bei ihrem neuen Mix die Kurve von Aphex Twin über Kraftwerk zu Beak, und das finden wir ohne Frage alles geil!
Wer sie dabei auch (mehr oder weniger) sehen möchte, der kann das Ganze übrigens auch audiovisuell live konserviert auf Youtube ansteuern.

"Psychedelic DiscoTech Mix by YOUTH" sagt wohl schon alles aus, was man darüber wissen muss:

Last but not least haben wir hier noch mal was für all die Abenteuerlustigen von beiden Seiten und zwischen den Stühlen: Inzwischen halte ich ja wieder ganz große Stücke auf IGGOR CAVALERA, der Original-Drummer meiner Jugendhelden Sepultura war und sich heutzutage gerne in den Grenzgebieten von Punk/ Metal, Noise-Experimenten, Dance-Music und DJ-Mixing/ Turntablism bewegt. Was auch sein aktuellster Livestream-Set für The Vinyl Factory mal wieder tat (witzig im Übrigen, dass Youtube anscheinend tatsächlich den Sabbath-Remix als Sabbath-Song erkannt hat):

Mittwoch, 25. November 2020

Black Pus – Def Vesper

So viel Information, so schlechte Filter; den Internet-Wald vor lauter Social-Media-Bäumen nicht mehr sehen; so viel Musik, so wenig Zeit…
Ohne den Hinweis im "Bandcamp Daily"-Blog wäre mir wohl wahrscheinlich durchgegangen, dass seit zweieinhalb Wochen ein neues Album von BLACK PUS draußen ist, dem Soloprojekt von Lightning Bolt’s Brian Chippendale.

Es handelt sich um eine Sammlung von Improvisationen, die im Februar kurz vor Pandemie-Touchdown eingefangen wurden.
Ein weirdes Zeitdokument einer auch so schon seltsamen Welt, kurz bevor sie dann noch mal in weitaus dystopischere Zustände kippte.

Schon Lightning Bolt ist ja nicht wirklich was für Klangästheten mit Stadionrock-Musikgeschmack und BLACK PUS setzt dem Ganzen wieder einmal noch einen drauf.
Chippendale rumpelt, bollert und brummt sich alleine mit seinem Schlagzeug und Stimmverzerrer im Kellerstudio durch sein ganz eigenes Paralleluniversum. 

Sowas wie „braucht man das?” bist Du geneigt zu fragen. „Tja, das ist Kunst“ entgegne ich Dir ganz ohne Augenzwinkern und rufe, während Du augenverdrehend weggehst „Kunst ist halt immer auch eine Projektionsfläche gegenwärtiger Befindlichkeiten und ich fühle mich manchmal wirklich so, wie "Def Vesper" klingt“ hinterher. 

Samstag, 21. November 2020

(Grind on:) Fuck The Facts - Pleine Noirceur

Ich bin jetzt mal brutal ehrlich zu Euch und auch mir selbst: Ursprünglich hatte ich mir mal vorgenommen, in diesem Monat auch noch einen umfangreicheren "GRINDCORE 2020"-Post zu machen, in dem ich die aktuellen Alben/ EPs von z.B. Napalm Death, Pig Destroyer und Dephosphorus entsprechend ausformuliert würdigen, auch etwa Chepang, Corrupt Moral Altar, Gall, Sulaco, Venomous Concept und Wake keinesfalls vergessen und das Ganze noch mit einer Auflistung durchaus beachtenswerter "Honorable Mentions" abrunden würde (ACxDC, Bain de Sang, Entrails Massacre, Escuela Grind, Kratzer, Meth Lepppard, Stimulant  Total Fucking Destruction, …), während für Genre-Fremdgänger wie Dark Sky Burial oder Kool Keith x Thetan wahrscheinlich auch noch Platz gewesen wäre, aber…
Aber?
Naja, es wäre irgendwie so ein bisschen wie eine aus Gewohnheit durchexerzierte Pflichtübung, das von der ToDo-Liste eben abzuhaken, nur weil ich es dort neulich irgendwann mal draufgeschrieben hatte, anstatt etwas, auf das ich jetzt gerade aus irgendeinem inneren Antrieb heraus wirklich und tatsächlich Bock hätte. ;)
Also lassen wir das, kommen aber dennoch mal eben auf den einen wichtigen Punkt, über den wir in dem Zusammenhang auf jeden Fall noch sprechen müssen:

FUCK THE FACTS haben nach gefühlten zehn Jahren Inaktivität (so viele waren’s reell natürlich nicht) ein neues Album draußen!

Ich habe ja nie so ganz verstanden, warum FUCK THE FACTS zur Phase ihrer drei Relapse Records-Alben nicht wirklich den "Zulauf" hatten, den mehr oder minder vergleichbare Peers wie Cephalic Carnage, Discordance Axis, (frühe) Dillinger Escape Plan, Japanische Kampfhörspiele oder Pig Destroyer zu ihren jeweiligen Hoch-Zeiten mitunter durchaus verzeichnen konnten.
Wenn man unbedingt eine Theorie aufstellen möchte, dann waren sie wahrscheinlich doch nicht Naked City genug und zu martialisch-metallisch für die eher Punk-geneigte Avantgarde-Crowd unter den Krach-Connaisseuren, für den nicht geringen Neandertaler-Anteil der Ballermusik-Freunde
dann aber wiederum wohl doch viel zu Prog und zu wenig griffiges Klischee (und der Sprung vom krass-krachig-kantigen "Stigmata High-Five" zur etwas melodiöseren Gitarrenarbeit von "Disgorge Mexico" war vielleicht auch nicht der nachvollziehbarste...). Was Hipstern halt auch keine Berührungspunkte gab, sie von irgendeiner Seite aufschnappen zu können...
Anders kann ich es mir wirklich nicht erklären. Und das ist ein Verbrechen, denn FTF sind eine eigenständige Marke für sich, in der viel mehr Substanz steckt als in den meisten anderen Ballerbrüll-Bands.

Das "Pleine Noirceur" betitelte Comeback in Konservenform kann man nun jedenfalls wohl tatsächlich als so eine Art Übergang in eine neue Band-Ära werten.
Das Album ist laut Aussage der, aktuell zum Trio geschrumpften Kanadier nicht wirklich ein kohärentes Album, wie man es normalerweise angehen und bevorzugen würde, sondern eine Zusammenstellung des über die letzten Jahre angesammelten Materials, welches man im Grunde genommen auch auf verschiedene EPs hätte aufteilen können.
Brutalstes Highspeed-Geballer können sie immer noch wie kaum eine andere Band, allerdings erlaubt man sich noch mehr denn
auch mal stilistische Ausreißer:
Schon die Eröffnungsnummer, die sich von einem atmosphärischen Intro, über Brecher-Grooves zu Raserei mit Black-Schulterblicken steigert, um im nächsten Moment schon wieder eine andere Gangart anzuschließen - und immer wieder passt es zusammen - strotzt vor Kreativität und Energie. 
Der Titeltrack bietet zwar durchaus Blastbeat-Anflüge, verzichtet allerdings auf ein rastloses ADHS-Arrangement, wie man es sonst von ihnen kennt und kommt mit einem ziemlich atmosphärischen Post-Hardcore-/ Screamo-Vibe daher, während das für das, was es ist vielleicht etwas kurz geratene 'An Ending' hörbar von "Peaceville-Doom" (Marke Frühneunziger-Paradise-Lost/ -Katatonia) beeinflusst ist. Kurze Grind-Ballersongs mit Crust-Kante gibt's dazwischen genauso wie Midtempo-lastige Epen und bei sowas wie "A Dying Light" zeigen FTF fast schon sowas wie eine experimentelle Post-Metal-Schlagseite.
Einfach alles ist geil. Jeder Track für sich, der breite Facettenreichtum des Ganzem, der auch im eigentlichen Sinne des Wortes progressive Charakter der stilistischen Weiterentwicklung - alles.
Und damit wäre erstmal alles gesagt. Jetzt müssen wir nur noch zusehen, an die LP-Version ranzukommen, ohne die horrenden kanadischen Versandkosten berappen zu müssen...

 

Mittwoch, 18. November 2020

Hey Colossus - Dances / Curses

Das langsam aber sicher in großen Schritten auslaufende 2020 hat noch viele interessante und gute Tonträger zu bieten! Ich hab' mich z.B. gerade nach einem ersten Testhören direkt ein bisschen in das neue HEY COLOSSUS-Album "Dances / Curses" verliebt, das vor eineinhalb Wochen auf Wrong Speed (UK) und Learning Curve (US).rauskam!

Es gab ja Zeiten, da waren die generell recht experimentierfreudigen und wandlungsfähigen HEY COLOSSUS sowas wie 'ne Heavy-Sludge-/ Noiserock-Band.
In Ansätzen kann man das in der DNA einiger Nummern ihres aktuellen Albums auch durchaus noch erahnen und gelegentlich bricht's immer noch mal wieder etwas lauter rockend raus.
Allerdings ist man mittlerweile schwerpunktmäßig eher bei was angekommen, das am allerbesten in eine Schublade wie Psychedelic-Rock passt. Und damit meine ich jetzt bestimmt kein Retro-Hippie-Geüssel, auch wenn ziemliche Pink-Floyd-Vibes hier und da absolut nicht so ganz von der Hand zu weisen sind.
Ich weiß nicht so 
wirklich, was es darüber hinaus eigentlich genau ist, aber diese über weite Strecken eher zurückgelehnte, mit gewissen Ecken und Kanten sehr charmante (in meiner Wahrnehmung damit auch typisch-britische) Gangart, die "Dances / Curses" über weite Strecken anschlägt, übt wohl tatsächlich was irgendwie beruhigendes auf mich aus.
Sehr schönes Teil, kriege ich gerade echt nicht genug von!



Dienstag, 17. November 2020

The Cell Phones - Battery Lower

Ein aktuelles Album, das gerade die virale Empfehlungs-Runde macht, ist "Battery Lover" von THE CELL PHONES; einem jung wirkenden, aber eigentlich auch schon einige Jahre existentem Trio aus Chicago, dessen Musik vom Label als "Pop Music with Elements of Grindcore and Hardcore-Punk" deklariert wird, während sich Conan Neutron mit ausdrücklicher "Album des Jahres"-Nominierung zu einem "Tina Turner fronted NoMeansNo" hinreißen ließ.

Das mit NoMeansNo ist zur ungefähren Beschreibung ihres, instrumental nur aus wild wirbelndem Schlagzeug und verzerrt schnarrendem Bass bestehendem Sounds gar nicht mal so unzutreffend. Mich persönlich erinnert das Ganze, in Zusammenhang mit Sängerin Lindsey, in den besonders poppigen Momenten dann ja irgendwie auch so ein bisschen an The Gossip, allerdings muss man sich das dann noch mit Melt-Banana-Ausbrüchen vorstellen.
Hat was:


Montag, 16. November 2020

Bummstschackedüsch-Mix-o-Mania 11/2020

Ein Drum’n’Bass-/ Electronica-Binge kommt selten allein. In Anschluss an die letzten beiden Ohm Resistance-Mixtapes hätten wir zum fortsetzenden Marathon in Sachen Breaks’n’Beats aus jüngerer Vergangenheit auch noch in Bild und/ oder Ton:

Ladies first: Mir persönlich driftet die Musik von DJ RAP – Grand Dame und Selbstvermarktungsexpertin in Sachen elektronische Tanzmusik mit Wurzeln im Drum’n’Bass aber auch Ausreißern in weitere Betätigungsfelder – wohl wahrscheinlich doch in Gefilde, die mir schon etwas zu poppig sind; Ehre wem Ehre gebührt sei allerdings doch mal anerkannt, dass sie ihre Fans auch schon das ganze bisherige Corona-Jahr über mit DJ-Sets auf ihrem Youtube-Kanal unterhält, Old-Schhool-Jungle von Vinyl inklusive, Herzchen-Icon!
Hier das aktuellste:

Auch IRIS haut fleißig "Quarantine Sessions" raus.
Hier ist die letzte zur US-Wahlnacht:

Geoff Wright wiederum ist bekanntlich nicht nur Betreiber der Label Samurai Music und Horo, sondern als PRESHA selbst auch Producer- und DJ-mäßig in Drum’n’Bass-/ Halfstep-Gefilden aktiv.
Einen audiovisuellen Livestream, in dessen Rahmen man den seit März aus bekannten Gründen geschlossenen Berliner Club Gretchen mit ein paar Euro unterstützenden kann, gibt’s auf dringeblieben.de

Aus dem gleichen Umfeld hätten wir dann jetzt auch noch einen aktuellen Mix von TORN, der dunklen Ambient-Techno genauso kann wie Drum’n’Bass mit Industrial-Schulterblick:

Aaapropos Drum'n'Bass- /Industrial-/ Techno-Crossover:
PRTCL
b2b XENON beim "Humanoid Showcase" @ HÖR Berlin, sowohl als Soundcloud-Konservierung, als auch bei Youtube!
Gerade auch insofern erwähnenswert, als dass bei Hör ja so viel breakbeatiges sonst eher nicht läuft...


Alternative-Electronica-Unikat 2METHYL - kürzlich auch noch auf der "Reverberations of Stone"-Compilation mit einem geilen Beitrag zu hören und demnächst mit einem Live-Drummer-unterstütztem Album auf der Startrampe! - hat dann noch zu seinem im Juli erschienenden Album "Drowned Landscapes" (auf Murder Channel) einen etwas späten Promo-Mix fabriziert, inkl. Tom Waits-Coverversion:

Last but not least Old Schhool Drum’n’Bass mit rappenden MCs:
Zu Feier der Compilation 'RTRN II FABRIC' peformten CHASE & STATUS live aus dem Fabric Green Room ins Weltnetz gestreamt: