Freitag, 29. April 2016

Wrong – s/t

Keine Ahnung, warum WRONG’s 2014er Relapse-EP „Stop Giving“ (anscheinend nicht nur) an mir vorbeigegangen ist. Hinter diesem Namen verbergen sich Ex-Kylesa-Mitglied Eric Hernandez, irgendjemand der auch mal bei Torche gewesen sein soll und ein paar andere Jungs, die dabei eine einzige Huldigung an Frühneunziger-Noiserock und -Alternative-Metal im besten AmRep-Sinne abzaubern. Dieses selbstbetitelte Langspieldebüt klingt zu ca. 70% wie eine Hommage an Helmet (vor allem „Mentaime“), während die restlichen 30% auch als eine Band von Dave Curran (Pigs, Players Club, Unsane) durchgehen könnten. Und das passt nicht nur ganz gut ins aktuelle Klima des Musiknerd-Krach-Underdgrounds, in dem man das derzeit durchaus und tatsächlich stattfindende Noiserock-Revival mit offenen Armen und leuchtenden Augen entgegennimmt, sondern kommt mir mit seinen Stakkato-Riffs dann zudem auch noch als willkommener Kontrast zu dem ganzen Stoner- Doon-Fuzz-Gedröhne entgegen, das in letzter Zeit inflationär viel geworden ist. Klar ist das heute veröffentlichte „Wrong“ jetzt nicht unbedingt sowas wie ein Meisterwerk und eigentlich auch schon fast einen Tick zu plagiatsmäßig. Aber ich find‘ das Teil macht ziemlich Bock und nur darauf kommt es an!

Donnerstag, 28. April 2016

Klassiker@Bandcamp: Pig Destroyer

Natürlich gibt es auch bei PIG DESTROYER die „Prowler in the Yard war das beste Album“-Fans und die, nach denen sie auf dem 2012er „Book Burner“ back to form fanden.
Was mich betrifft, so sind jedoch „Terrifyer“ (2004) und „Phantom Limb“ (2007) die beiden Alben, die in meiner Welt einen ganz großen Platz haben. PIG DESTROYER zogen hier die Sludge- und Noise-Schrauben an, erhöhten den Kaputtsheitsgrad und positionierten sich auch schon mal ganz ungeniert als die verquerste unter den Grindcore-Bands der zweiten Welle. Kann ich wirklich immer wieder hören!

 

Mittwoch, 27. April 2016

Shirley’s Temple

Verzeiht mir die schlechte Kalauerüberschrift, aber ich bin verwirrt. Bei Bandcamp gibt es jetzt eine noch umfangreichere Anthologie von JOHN SHIRLEY’s musikalischen Schaffen, als die zwischenzeitlich auf ReverbNation angeteaserte, allerdings fehlt dabei auf Bandcamp auf ein mal einer der besten Songs von der ReverbNation-Zusammenstellung unter gleichem Albumtitel (das gothrockige "There's an Ocean Between Us").
Das soll einer mal verstehen.
Immerhin interessant: Beim Science-Fiction-Webzine "SF Signal" ließ man den hauptberuflichen Genre-Autor über sein Verhältnis zur Musik sinnieren, was wohl dann auch verdeutlichen dürfte, warum ich in ihm schon immer irgendwie eine verwandte Seele sehen wollte:

Dienstag, 26. April 2016

Mirrors For Psychic Warfare

Seit kurzem raus: „Mirrors For Psychic Warfare“ vom gleichnamigen Projekt. Dabei handelt es sich um Neurosis‘ Scott Kelly an Gitarre und Gesang & Sanford Parker als Knöpchendreher, die sich in Ambient/ Drone/ Noise/ Industrial/ Trip Hop –Gefilden ausleben. Beim Roadburn wars im kleinen Raum live ganz geil, von Konserve find‘ ich’s irgendwie „nur okay“, aber.


Mouse on The Keys, Kuf, FZW

Sorry, aber ich habe es mal wieder versäumt Fotos zu machen, auch wenn es sich beim Headliner aufgrund der interessanten Beleuchtung gelohnt hätte… Nichtsdestotrotz hier mal eben der gestrige Konzertabend im Dortmunder FZW im relativen Kurzresümee:

Bei meinem Stolpern in den Laden kurz nach acht spielen die eröffnenden KUF aus „Berlin und Düsseldorf“ schon. Das Jungspundtrio macht irgendwas zwischen energischem Fusion-Jazz und Live-EDM, ist abwechslungsreich und kurzweilig, vertrackt und tanzbar, moderne Sounds vereinen sich mit einem Schulterblick zur Tradition. Das war ohne Scheiß ganz schön gut.
Davon, mir die aktuelle Vinyl-EP für’n Zehner mitzunehmen habe ich dann allerdings doch mal abgesehen, da sowas schlicht und ergreifend Musik ist, die ich als Hartwurst-sozialisierter Gitarrenkrachfetischist trotz meiner Vorstöße in elektronische und jazzige Gefilde zu Hause nur selten wirklich hören würde. Für interessierte sei allerdings gerne auf Bandcamp verwiesen: macrorec.bandcamp.com/album/kuf-odyssee

Nach kurzer Umbaupause dann MOUSE ON THE KEYS; zwei E-Pianisten und ein wirklich wilder Schlagzeuger. Das japanische Trio (dessen letztjähriges neues Album irgendwie bis gestern an mir vorbeigegangen war, obwohl ich das 2009er „An Anxious Object“ nach wie vor großartig und die 2012er „Machinic Phylum“-EP auch ganz brauchbar finde) kommt inzwischen auch etwas Elektronik-gestützt daher, besticht aber vor allem mit den rockig-jazzigen Nummern ganz ohne Ambience, bei denen sich Schlagzeuger Akira Kawasaki so richtig auslebt. Der Gute arbeitet mehr mit knallender Durchschlagskraft als wirklich technisch, aber es sitzt dennoch virtuos, und je weiter der Gig fortschreitet, desto sichtlich noch mehr Spaß hat er selbst. Hammertyp, der seinen Mitmusikern glatt ein bisschen die Show spielt, auch wenn jene ebenfalls immer wieder mal ziemlich wild abklimpernd an ihren Keys sitzen.
Cool war’s! Hat sich absolut gelohnt.


Außerdem interessant finde ich übrigens, dass das FZW bei dieser doch etwas spezielleren Musikveranstaltung auf einem Montag tatsächlich sogar einen ganzen Ticken besser besucht war als erwartet (da gewinnt man dann doch ein Stück Glauben an die Menschheit zurück) und dann auch noch Arbeitnehmern gegenüber allzu großzügig bereits um ca. zehn nach zehn zu Ende. Perfekt!

Montag, 25. April 2016

Pord - Wild

Kürzlich klickte ich mich mal durch die Bandcamp-Veröffentlichungen von Solar Flare Records, die ich bisher noch nicht kannte, und landete dabei beim 2014er „Wild“ von PORD. 
Jene werden damit beworben, was mit „Dazzling Killmen, Keelhaul oder Craw“ gemein zu haben. Was in der Sache nicht ganz falsch ist, allerdings klingen diese Franzosen einen Ticken straighter und aufgeräumter als die spielerisch ja doch sehr wilden Referenzbands. Nichtsdestotrotz - ich finds gut: http://music.solarflarerds.com/album/wild

Sonntag, 24. April 2016

Roadburn 2016



Ganz ehrlich: Auch wenn’s eh kaum jemand liest wünschte ich wirklich, ich käme mit dem bloggen (bzw. auch mit dem Musik anhören und hier drüber schreiben) so hinterher, wie ich gerne würde, aber dieser Blog ist als klitzekleines Selbstbeschäftigungstherapie-Hobby aus Gewohnheit halt eben doch auf der Prioritätenliste etwas weiter unten, wenn der Dayjob mir mal wieder viel Zeit und Nerven raubt, die Nebentätigkeits-Autorenschaft an anderer Stelle auch so ihre Deadlines mit sich bringt, und eigene Bandproben einfach auch noch mehr Spaß machen, mir aber fernere Zeit und Energie rauben. Ganz abgesehen davon, dass der allgemeine Vitalitätslevel diese Woche 'n bisschen weiter unten lag.
Bevor wir uns missverstehen: Ich beschwere mich nicht, sondern wollte nur mal eben zu Protokoll geben, dass es Gründe gibt, warum hier trotz eigentlich in letzter Zeit ja doch wieder recht hoher Postingfrequenz quantitativ eben doch weniger passiert, als ich eigentlich gerne raushauen würde. Deswegen wird das Roadburn-Resümee dieses Jahr, bevor es mir noch gänzlich durchs Raster fällt, mal eben nur im Telegramstyle durchgezogen:


Mittwoch
Tilburg, sweet Tilburg. Warm Up im Cul de Sac. Das JUCIFER-Gewitter macht tierisch Bock.

Donnerstag
Bei CULT OF LUNA, die ihr langweiligstes Album am Stück spielen, ist es bereits brechend voll in der Haupthalle. Die Show ist ganz gut.
Überspringen wir das nur okaye zwischendurch und kommen zu den Highlights: ORANSSI PAZUZU gehören zu den Gewinnern des ganzen Wochenendes. Was für eine geile, noisige, atmosphärische, mitreißende Show. „Saturaatio“ ist auch live ein geiler Opener, „Uraanisula“ groovet auch live wie Sau und überhaupt funktioniert das Ganze live sogar ein Stück besser, als ich erwartet hätte. Geil, geil, geil!
Die „Jane Doe“-Show von CONVERGE macht Bock, und genau das machen auch THE BODY in sehr stimmungsvoller Beleuchtung mit ihrem Noise-Metal.
Ganz witzig zum Abschluss kamen ABYSSION mit ihrem recht eigenwilligen Kram. Keine Ahnung, ob ich das von Konserve hören müsste, aber spät am Tag mit einem im Tee fand ich's ziemlich unterhaltsam.


 

Freitag
Ich kann ja jetzt mal damit angeben zu den geladenen Freunden der Familie gehört zu haben, die vorm Start des Festivals-Tags schon mal im Keller das kommende neue Neurosis-Album gehört haben. Für ein abschließendes Urteil müsste ich es dann aber doch erst noch  ein paar mal hören...
Zum Festivalprogramm:
DIAMANDA GALÁS– well, that was something!
REPULSION – wie erwartet ein Fest!
WITH THE DEAD – sehr geil!
G.I.S.M. - zum ersten mal außerhalb Japans und seit zehn Jahren und überhaupt blablabla... es war geil! Hammerirrerdrummer, super Band, geiles Gerumpel, geile Strichmännchenpornoanimationen, geil!
PENTAGRAM legten ebenfalls einen ihrer erwähnenswerteren Gigs hin.
Der Kürbisburger bei Polly Magoo kann übrigens so einiges.


 

Samstag
YODOK III – Jazzy Drone-Kram. Gefällt. Muss ich mal von Konserve checken!
Fett, fetter, BROTHERS OF THE SONIC CLOTH! Tad Doyle und Anhang regeln als Main Stage Opener alles. Ja, alles!
Danach TAU CROSS mit einem „We Control The Fear“ / „Hangman's Hill“-Traumfinale. Auch geil!
MISPYRMING blieben leicht hinter meinen Erwartungen zurück, dafür machen LA MUERTE schwer Bock. (Bei denen ist inzwischen einer von den komplett abgehalfterten Channel Zero dabei? Sachen gibt’s...)
Hammerfinale mit der Jubiläumsshow von NEUROSIS, Teil 1! U.a. „To What End?“, Joy Division Cover. als Endspurt „Through Silver In Blood“ und als Schlusshöhepunkt „Stones From The Sky“. Das war groß!

Sonntag
MIRROS FOR PSYCHIC WARFARE bringen den Green Room zum vibrieren, BLIND IDIOT GOD sind total geil, CHAOS ECHOES machen wie erwartet mit ihrem Atonal-Gerumpel durchaus Laune.
Ein deutscher Vollprofimusikjournalist, nennen wir ihn Jan S., faselt derweil was davon, dass die isländischen Black-Metaller Mispyrming für ihn „einen Post-Hardcore-Vibe“ haben und ich solle mir unbedingt mal ECSTATIC VISION ansehen, weil die so Killing-Joke-mäßig sein sollen. Äh, ja. Ohne Worte. Einfach nur ohne Worte.
Falafel-Broodje bei Karnak war übrigens ganz gut.
NEUROSIS eröffnen ihren zweiten Jubiläums-Set mal eben mit „To Crawl Under One's Skin“ und haben damit schon wieder gewonnen.




Ja doch, es hat sich mal wieder gelohnt, den eben gar nicht mal so weiten Weg nach Tilburg anzutreten. Wenn jetzt nicht noch 1-2 Angehörige meiner Reisegruppe ziemliche Mimimimi-Menschen wären (2. Edit), wär's 100%ig super und entspannt gewesen.
Erwähnenswert im Übrigen auch, dass im umgebauten 013 auch die Anlage aufgestockt wurde, denn der Sound war, obwohl man dort schon einiges gewohnt war, echt nicht ohne. Bin mal gespannt, was Walter nächstes Jahr so auffährt...