Donnerstag, 26. Februar 2015

Neu auf Bandcamp:

1.) Das neue Album der Bremer Deathgrindhardcore-Macht MÖRSER mit dem Titel „V“, welches ich absolut großartig finde, besonders den Song „Dirt Crawler: http://morser.bandcamp.com/album/v
(Außerdem merken: Es ist mir nicht mehr möglich in Zusammenhang mit MÖRSER nicht „Fuck you, I’m with Mörser!“ zu sagen.)

2.) Der neue Longplayer der epischen US-Stoner-Metaller ELDER, die letztes Wochenende im Übrigen auch den Abschiedsgig von Hull supporteten, mit denen sie letztes Jahr auf deren einziger Europatour waren:
beholdtheelder.bandcamp.com/album/lore

3.) Mit PINES‘ „Five Letters“ ein (Solo-)Projekt aus dem Zeitgeister-Umfeld (Owl), welches mehr in Richtung Alternative Rock geht: zeitgeister.bandcamp.com/album/five-letters

4.) Die neue TORCHE: torche.bandcamp.com/album/restarter

5.) ging letzte Woche auch schon die neue PRIMITIVE MAN online:  primitivemandoom.bandcamp.com/...

Ich komm‘ ja mal wieder schon gar nicht mehr hinterher mit dem anhören...
#FirstWorldProblems

Sonntag, 22. Februar 2015

Ja huch...

Beim mal wieder zum Hören rauskramen des ROTTEN SOUND-Albums „Murderworks“, welches ich in meiner Relapse Top 10 erwähnt habe, fiel mir dann auf bzw. wieder ein, dass dieses 2002 in Europa ursprünglich bei Necropolis Records erschien, und erst beim 2005er Rerelease über Relapse. Ich hatte das wohl irgendwie fälschlicherweise als originalen Relapse-Release abgespeichert, obwohl ich seit Ersterscheinungsjahr in Besitz einer CD mit Necropolis-Logo hintendrauf bin.
Als Nachnominierung tausche ich es in der Liste dann wohl später noch durch BRUTAL TRUTH' Sounds of the Animal Kingdom” aus, das eh von vorne herein mit reingehört hätte...

Samstag, 21. Februar 2015

Relapse Top 10

Da aktuell anlässlich des 25jährigens Jubiläums von Relapse Records die Relapse-Lieblingsalbenlisten in der Metal-Blogosphäre rumgereicht werden, lasse ich mich auch mal zu sowas hinreißen.
Hier meine zehn Lieblingsalben aus dem Hause Relapse (ursprünglich von woanders aufgegriffene Rereleases ausgenommen), der Einfachheit halber alphabetisch, mal knapper und mal ausführlicher:

BARONESS - Blue Record

Man kann das alles drehen und wenden, was von Hype oder „früher waren die besser“ faseln wie man will – BARONESS waren zu Zeiten der roten (2007) und der blauen (2009) das aufregendste, das in der Rock-/Metal-Landschaft gerade passierte.  Ja, zu Zeiten ihrer „Second“ EP waren sie irgendwie noch einen Ticken härter, wilder, aufregender und interessanter gewesen, aber als das wirklich mit Spannung erwartete „The BRecord“ erschien, tauchte ich mit einer regelrecht gierigen Begeisterung ins Hörerlebnis ein, wie es mit fortschreitendem Alter immer seltener vorkommt. Man kannte 1-2 Songs schon von Konzerten und wurde von dieser eigenwilligen Melange aus Prog-, Psychedelic-, Stoner- und Sludge-Rock/-Metal immer noch sehr verblüfft. BARONESS schafften es wie keine andere Band, „klassische Musik“ von Pink Floyd bis Iron Maiden und Metallica  in einem eigenen, kontemporären Ding einfließen zu lassen, das eine Brücke zwischen Underground-Lärm und  potenzieller Stadionkompatibilität schlug. Im Grunde genommen hatte das „Red Album“ als Musikveröffentlichung an sich ja seinerzeit sogar noch etwas mehr bei mir eingeschlagen, aber mit „The Blue Record“ verbinde ich tatsächlich so einiges an Erinnerungen und Emotionen, und was, wenn nicht das, macht denn eigentlich sonst die Magie von Musik aus?

BURIED INSIDE – Chronoclast
Mit „Chronoclast“ waren diese Kanadier, die sich in ihren überschaubaren zehn Jahren nennenswerter Aktivität stilistisch ständig in Bewegung befanden (anfänglich war man mal mehr in Screamo-/ Metalcore-Gefilden unterwegs gewesen, gegen Ende dann gänzlich in die Ecke Doom-Sludge/ Post-Metal gekippt) nicht nur auf ihrem kreativen Zenit, sondern für Krach-Nerds wie mich gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Mit einer schwer definierbaren Melange aus Postrock, Hardcore und Extrem-Metal, sowie einem komplex zusammenhängenden Gesamtwerk anstatt lediglich einer Aneinanderreihung einzelner Songs, schufen BURIED INSIDE  2005 etwas, das in dieser Intensität diverse Neurosis-Epigonen, Epic-Neocrust- und Post-Black-Metal-Bands, die sich an ähnlichem versuchen, bisher noch nicht übertrumpfen konnten. Herzlichen Glückwunsch zum zehnten, nebenbei.
(True Story: Ich ging zu der Zeit zum „Animal Liberation Festival“ in der Bochumer Matrix, nur um die sehr früh in einem da erst noch mäßig gefüllten Saal Material dieses Albums runterzockende Band zu sehen und feiern, und im direkten Anschluss sofort wieder nach Hause zu fahren, um mir alle danach noch spielenden Bollometalcore-Kapellen zu ersparen. Das war ignorant? Mitnichten, denn die Typen, die zu der Zeit noch nicht vor Ort waren, um drei Stunden später zur irgendeiner Stumpfscheiße mit Windmühlen und Spinkicks rumzuäffen, waren viel ignoranter.)

CEPHALIC CARNAGE – Anomalies
Technischer Deathgrind-Irrsinn, Parodien von und Verbeugungen vor anderen Genres, infantiler Kifferhumor – auch CEPHALIC CARNAGE sind eine dieser Relapse-Bands, wie es keine zweite gibt. Im Übrigen auch eine der unterhaltsamsten Live-Bands, die es überhaupt gibt, aber darum geht’s gerad‘ nicht. Auch „Anomalies“ ist eines dieser Alben, das schlicht und ergreifend zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben trat und bis heute geblieben ist. Erst letztes Jahr freute ich mir noch einen Ast darüber, dass die bescheuerten Jungs aus Denver live tatsächlich die groovige Sludge-Nummer „Piecemaker“ von diesem Album brachten und auch das heitere Mitjohlen von „Dying Will Be The Death Of Me“ im Auto kommt nach wie vor noch so ein mal im Jahr vor.

FUCK THE FACTS – Die Miserable
Sowohl  das etwas mehr Richtung Mathcore neigende “Stigmata High-Five“ (2006), als auch das metallisch-melodiöser ausgerichtete „Disgorge Mexico“ (2008) waren zwei großartige Beweise dafür, dass man in Death’n’Grind-Gefilden immer noch frische Akzente setzen kann. Das 2011er „Die Miserable“ ist allerdings ohne Frage FUCK THE FACTS‘ Magnum Opus. Trademark-Stilmittel aus den verschiedensten Ecken extremen Metals werden hier äußerst kreativ und progressiv zu etwas sehr eigenem und nicht zuletzt höchst mitreißenden zusammengesetzt. Ich habe es hier schon so oft gesagt und sage es auch gerne noch mal: Es ist wirklich eine Schande, dass FTF ein Dasein als Autonom-Kellerlöcher abklappernde Nischenband fristen, während viel uninteressantere Bollergrunz-Kapellen mittelgroße Metal-Clubs gut füllen.

NASUM – Human 2.0
Das Langspieldebüt „Inhale/Exhale“ wird in der Natur der Sache von einigen Fans ja bis heute am meisten geschätzt, während einige davon das dritte und meiner Meinung eigentlich beste NASUM-Album „Helvete“ irgendwie zu glatt oder sowas finden, was allerdings Bullshit ist, das Teil ist super.  „Human 2.0“ ist für mich allerdings irgendwie ihr sozusagen signifikantestes Album, zumal es ein „Game-Changer“ in der Szene war, das auch mich zu NASUM brachte und eine regelrechte Grindcoroe-Welle mitverursachte, von der sich selbst die Originale Napalm Death beeindruckt zeigten.  Was hinzukommt: Zwischen all dem infernalisch-räudigen Geschepper hatten NASUM mit Songs wie „ A Welcome Breath Of Stinking Ar“, „Shadows“, „Corrosion“ oder dem Groover „The Professional League“ immer wieder diese genial herausstechenden Momente.
(True Story: Die Band spielte 2001 auf dem damals noch nicht mit heutigen Dimensionen vergleichbaren Wacken Open Air, zusammen mit Napalm Death als einzige beiden Bands in derartigen Härtegraden. Ich war dabei, und ganz ehrlich: NASUM waren tatsächlich das nennenswerteste, das von damals bis heute bleibenden Eindruck hinterließ.)

NEUROSIS - A Sun That Never Sets
Es mag überraschend sein, dass ich hier das 2001er Album nenne, auf dem NEUROSIS ihren Sound weiteten und lüfteten, anstatt das 1996er „Through Silver In Blood“, das sie mit regelrechtem Industrial-Flair auf dem Zenit krasser Lärmerei zeigte, oder das ambitionierte 1999er „Times Of Grace“, das einige Fans als ihr Magnum Opus betrachten. Wenn es darum geht, welches mein Lieblingsalbum von NEUROSIS ist, neige ich ja eigentlich immer sehr zum ‘93er „Enemy OF The Sun“, welches auf Alternative Tentacles erschien. „A Sun That Never Sets”, das ihre, sagen wir mal „epischen Anwandlungen“ weiterentwickelte und zusammen mit der vorangegangenen „Soverign“ EP somit den nächsten Karriereabschnitt einläutete, hat allerdings auch einen ganz großen Platz in meinem Herzen. Ob der knapper auf den Punkt gebrachte Titeltrack, das partiell an Swans‘ „The Sound“ erinnernde „ Falling Unknown“, oder „Stones From The Sky“, eine der geilsten Finalnummern die je ein Album hatte – die Spannungskurven, die einen dieses Album erleben lässt, sind unerreicht.

MASTODON – Remission
Ja, bei MASTODON wiederum bin ich tatsächlich einer dieser „die ersten beiden Alben waren dann ja doch die besten“-Typen. Ich war dabei, als sie bei ihrer ersten Europatour im Vorprogramm von The Haunted u.a. einen inzwischen ehemaligen RockHard-Redakteur dazu brachten nach 2-3 Songs fluchtartig den Saal zu verlassen, weil er auf ihren eigenwilligen Lärm nicht klarkommen wollte. Und auch wenn der Nachfolger „Leviathan“ einige richtig große Momente hat („Hearts Alive“  was für ein Song-Epos!), ist es die Kompaktheit dieses Albums mit eigenwilligen Brechern wie „Crusher/ Destroyer“ oder „Mother Puncher“ (und, jaja, „March Of The Fire Ants“, ist ja gut!), die mich immer wieder dazu zurückkommen lässt.

PIG DESTROYER – Terrifyer
Ich bin mir gar nicht mal sicher, ob ich den Nachfolger „Phantom Limb“, der die Kaputtheitsschraube noch ein Stück weiterdrehte, nicht sogar noch einen Ticken lieber mag, aber bevor ich darüber zu lange nachdenke nenne ich der Einfachheit halber dann doch mal das PIG DESTROYER-Album, das mir immer als erstes in den Sinn kommt. Es war nämlich dieses Album, mit dem PIG DESTROYER anfingen  mehr und mehr als „die Melvins des Grindcore“ wahrgenommen zu werden. Ihre teils sehr unkonventionell arrangierten Songs zeigten nicht nur gelegentlich mal Slayer-Anflüge (kann jeder), sondern drangen bis in Sludge-, Noise- und convergige Hektik-Regionen vor. Und es war dieses Album, das eine bis heute anhaltende Liebe auslöste. Andere Releases von PD sind auch gut, aber die „Terrifyer“-/ „Phantom Limb“-Phase ist mir persönlich wie gesagt ja echt die liebste.

ROTTEN SOUND – Murderworks
Neben Nasum und Pig Destroyer reiften ROTTEN SOUND mit diesem Album schon früh zu einer der Relapse-Hausmarken des zweiten Grindcore-Frühlings. Und die Finnen mit dem damals noch in Ausbildung steckendem und inzwischen leider ausgestiegenen Killerschlagzeuger Kai hatten  schon auf diesem Album mit Knallern wie „Targets“ und „Obey“ einige ihrer allerstärksten Momente. Irgendwie nahm man sie damals zwar schon irgendwie so ein bisschen als kleinen Bruder von Nasum wahr, nachdem deren Mainman (der u.a. auch dieses Album produzierte) tragisch verunglückte, sind sie heute allerdings die eine Band, die nach wie vor sein Erbe lebt.

TODAY IS THE DAY – Temple Of The Morning Star
Dieses Album und sein ebenfalls auf Relapse erschienener Nachfolger „In the Eyes of God” (auf dem zwei spätere Mastodon-Mitglieder zur Band gehörten) dürften wohl auch meine beiden generellen TITD-Faves sein. TODAY IS THE DAY ist richtige Schmerzmusik. Hauptmacher Steve Austin leidet nicht nur selbst, sondern tut einem mit seiner schneidenden Stimme gleich mit weh. Der zweigeteilte Titeltrack dürfte dabei die größte Hymne sein, die er geschrieben und auf einen Tonträger gebannt hat. Andere TITD-Werke mögen noch auffälligere  Alleinstellungsmerkmale haben, aber dieses fühlt sich einfach irgendwie besonders an.

Zehn sind zehn. Wären es fünfzehn oder zwanzig, würden hier vermutlich auch noch Bongzilla, Brutal Truth, Cripple Bastards, Dysrhythmia, Jucifer, Nothing, Soilent Green, Tombs, oder Unsane auftauchen. Zombi könnte ich auch mal wieder hören. Und manch einer hat in der Aufzählung vielleicht nicht ganz zu Unrecht etwa Dillinger Escape Plan, Disembowelment, Dying Fetus, Mindrot, High On Fire, Incantation, Origin, Skinless, Suffocation u.ä. vermisst. Aber zehn sind zehn und meine Liste ist meine Liste. Darauf einigen wir uns jetzt einfach mal.

Musikkonserven 2015 (1)

[Aufgrund von Zeitmangel und verschobenen Prioritäten werde ich in nächster Zeit die nennenswerten Veröffentlichungen diesen Jahres, die an mein Ohr kommen, erst mal eher knapp in einem fortlaufend aktualisiertem Post abhandeln. Vielleicht hebe ich Highlights dann ja später noch mal extra hervor, we'll see…]

Januar/ Februar Erstes Quartal im Zeichen des Grind:

 

HAAPOJA / DEPHOSPHORUS - Collaboration
„Collaboration“ ist dem Titel entsprechend keine reine Split: DEPHOSPHORUS und HAAPOJA machen hier für jeweils einen Song Sängertausch, während der Gitarrist letzterer bei einem weiteren Song ersterer ein Solo beisteuert. Besagte Nummer ist im Übrigen eine ziemliche Slayer-Hommage. Stehen und Fallen könnte das Ganze mit den Vocals, die gerade bei DEPHOSPHORUS bekanntlich nicht jedermanns Sache sind, allerdings überzeugen die Griechen hier wieder ein mal mit ihrem sehr eigenen, ziemlich atmosphärischen und facettenreichen Grind-Stil. Die mir zuvor unbekannten HAAPOJA aus Finnland tönen nicht ganz so unberechenbar, stehen ihren Partnern in Crime mit einer gelungenen Mischung aus Groove und Geballer ansonsten aber in nichts nach.  
Cooles Teil! Gibt’s auf Vinyl oder digital bei 7degrees-records.de bzw. www.7degreesrecords.bandcamp.com

MÖRSER – V

Lasst Euch nicht verarschen, denn eigentlich ist “V” erst Regulär-Album Nummer vier, handelte es sich doch bei “Pure Scum” um eine alte EP (damals als „Scum“ mit einem Comic zusammen veröffentlicht), die mit neuem Material zum Longplayer aufgestockt wurde. Tut der Sache keinen Abbruch, dass die guten alten Bremer es immer noch draufhaben und ihre eigenständige Grind/ Metal/ HC-Mixtur auch hier mal wieder total geil kommt. Sollte man kennen, muss man haben - Fuck you, I’m with Mörser!
Song-Fave: "Dirt Crawler". 

Label: www.speckflag.com
NAPALM DEATH – Apex Preadator - Easy Metat
Weit von einer Selbstneuerfindung entfernt, in den Nuancen erfrischenderweise aber doch mal wieder mit ein paar Ecken und Kanten bzw. interessanten Akzenten mehr, als auf den meisten anderen Alben der letzten 10-15 Jahre  (die man zwar alle bei Erscheinen gut fand, von denen man dann in der Rückbetrachtung ganz ehrlich aber doch nicht unbedingt so wirklich jedes gebraucht hätte), finde ich auch „Apex Preadator – Easy Metat“ gerade mal wieder ziemlich gelungen. Was wäre die Welt eigentlich ohne NAPALM DEATH?
Song-Fave: Tatsächlich der ziemlich aus dem Rahmen fallende Intro-Titeltrack
Label: www.centurymedia.com


UNREST – Grindcore
Dieses Teil erscheint zwar erst Ende März, ist mir aufgrund der inzwischen verhältnismäßig hohen Quote sehr starker Grindcore-Veröffentlichungen im ersten Quartal des Jahres aber schon mal den entsprechenden Hinweis wert! Die Geschichte hinter UNREST ist die, dass diese sich vor Ewigkeiten von Nasum inspiriert zusammentaten, u.a. weil einer der Jungs dann nach NY zog um dort Woe zu gründen aber eine ganze Weile auf Eis lagen. Dem nun mit reichlich Verspätung veröffentlichten, plakativ und programmatisch betitelten Debüt merkt man das Recycling alter Ideen aber kaum an. „Grindcore“ erinnert vor allem an die besten Momente von Phobia, kommt abwechslungsreich, energisch, zeitlos und sehr ungekünstelt daher, und könnte damit ironischerweise nun zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Grind on!

Doom/ Sludge/ Drone, Stoner- und Postrock etc.:

ABSTRACTER -  Wound Empire
Verglichen mit „Tomb of Feathers" haben ABSTRACTER auf „Wound Empire" vor allem an düsterer Atmosphäre und schlechter Laune zugelegt. Nahmen 1-2 Songs auf dem Vorgänger schon mal eine Wendung, die man tendenziell als fast schon heiter bezeichnen konnte, sind derartige Stoner-Metal-Vibes hier nun weitgehend  gewichen. Das zweite Album der Oaklander klingt dunkler und bösartiger, neigt mit düster-psychedelischem Anhauch etwas mehr zum Funeral Doom und vielleicht auch Black Metal als zuvor. Das macht es nicht unbedingt wirklich interessanter, ändert aber auch nichts daran, dass auch dieses Album insgesamt ziemlich gelungen ist, was vor allem dem verhältnismäßigen Facettenreichtum der Band geschuldet ist. Für Isis- wie Ahab-Fans gleichermaßen interessant!
Band-Bandcamp: http://abstracter.bandcamp.com/...
7 Degrees Bandcamp: http://7degreesrecords.bandcamp.com/album/...


BROTHERS OF THE SONIC CLOTH - s/t

Jaaaaaaa! Endlich! Endlich ist Tad Doyle of Tad fame zurück und präsentiert uns das lang angekündigte Album seiner neuen Band.  Und da staunt man beim Erstdurchlauf nicht schlecht, was für ein mächtiger wie auch verquerer Brocken das geworden ist. Das Album, nicht Doyle, der war schon immer einer. Seinem Kumpel Mike Scheidt und dessen Band Yob machen die BROTHERS OF THE SONIC CLOTH hiermit wirklich ernste Konkurrenz. Von der (relativ) rockigen Zugänglichkeit alter Tad-Tage ist nichts mehr geblieben, stattdessen wird der Hörer von tonnenschwerem, eigenwilligen Doom Metal überwältigt. Hoffentlich war das erst der Anfang!
Kommt Mitte/ Ende Februar via Neurot, aber ich musste mal eben angeben, die CD schon zu haben.
Preorder: neurotrecordings.merchtable.com/...


MERDARAHTA - As The Dark Clouds...
Auch das Ambient-/ Noise-/ Drone-/ Doom-Improvisations-Alter Ego der natürlich nach wie vor sträflich unterschätzten Deathgrinder Fuck The Facts hat gerade mal wieder was neues rausgehauen. Und das Werk mit dem Marathontitel „As The Dark Clouds Swept Away We Could See The Sunset“ dürfte das bisher „musikalischste“ sein, das unter diesem Namen veröffentlicht wurde, neigt dieser ineinander übergehende Fluss von sechs Tracks doch öfter mal etwas mehr zu Post-Metal-Songstrukturen als zur Freiform.
Sehr, sehr cool!
Bandcamp: http://merdarahta.bandcamp.com/album/as-the-dark-clouds...

THE BODY & THOU – You, Whom I Have Always Hated
Ja, richtig, eine erste Platte mit Material ihrer Kooperations-Session gabs letztes Jahr schon mal, und nun legen THE BODY und THOU via Thrill Jockey die zweite Veröffentlichung ihrer gemeinsamen Lärmerei vor. Um ehrlich zu sein, war ich beide Bands jeweils für sich zuletzt ja eher etwas leid. THE BODY - letztjährige Haxan Cloak-Kooperation hin oder her - wurden mir mit dem langsam etwas undurchsichtigen Output irgendwelcher EPs und Compilations immer gleichen Gedröhnes fast schon etwas zu beliebig, während ich beim letzten THOU-Album „Heathen“ nach wie vor nicht so richtig verstehe, warum dieses allgemein so gut ankam, denn mich langweilt es ja ehrlich gesagt leider eher. Im Verbund sind THE BODY & THOU allerdings der schwerste und fieseste Shit, den man in derartigen Stilregionen derzeit findet. Das i-Tüpfelchen ist ein bestialisch verunstaltetes Cover der NIN-Gothdisco-Kamelle „Terrible Lie“. Geil derbe und derbe geil!


URFAUST - Apparitions
Gehen wir es mal von folgender Seite an: Wer URFAUST schon immer irgendwie albern oder „überbewertet“  oder etwas in der Richtung fand, bzw. mit der Band aus irgendeinem anderen Grund schlicht und ergreifend nicht viel anfangen kann (etwa weil er fälschlicherweise eher sowas wie Kackdavar oder Doofheaven für ‘ne interessante Sache hält), den wird „Apparitions“ nicht unbedingt vom Gegenteil überzeugen. Wer das Duo jedoch vor allem deswegen schätzt, weil die Niederländer stilistisch das absonderliche Gegenteil der repräsentativen Metal-Kapelle von um die Ecke sind, der wird sich auch diese  EP gerne in die Sammlung stellen. Dieses mal loten URFAUST nämlich alle Richtungen außer der von ihnen gewohntesten aus. Der „typische Urfaust-Song“ ist ja eine straighte Kombination aus 6/8-Gestampfe, Schrammelriffing und kruden Vocals, die mal ins melodische, mal ins verzweifelte kippen. Gerade jetzt, wo ich genau diesen von der letzten Livebegegnung tatsächlich etwas über hatte, gibt es hier nun vor allem lange Ambient-Passagen, mantrische Gesänge in freier Schwebe und eine auch im vertikalen Arrangement ziemlich wirre Nummer (Titeltrack). Und vieles davon hat eigentlich schon mehr mit Surrealismus als mit irgendwie gängigem Black Metal zu tun.
Klar, man könnte das auch als artyfartsige Unnötigkeit von betrunkenen Hobbylärmern abstempeln, die sich Okkult-Modebarbies und andere Metal-Lemminge, sowie Vice-Leser mit neu entdeckter Krachmusik-Zuneigung als ganz große Sache einreden lassen. Wirklich cool ist man allerdings nur dann, wenn man den Ansatz einer eh schon eigenwilligen und originellen Band anerkennt, auch mal Wege abseits der zur Genüge ausgetretenen  Pfade zu betreten, und daher tatsächlich eine künstlerisch wertvolle Angelegenheit zu sein.
Ich find‘s ziemlich gut!
Label: www.van-records.de


Blick über den „langhaarige Musik“-Tellerrand

JOHN CARPENTER - Lost Themes
"They Live" und "Escape from New York" sind ja zwei meiner absoluten Lieblingsfilme. "Dark Star" und der "The Thing"-Remake sind auch nicht zu verachten, "Prince of Darkness" war ganz okay (und hatte Alice Cooper!)  und selbst nicht ganz zu Unrecht vielgescholtene Filme von Regisseur John Carpenter wie "Vampires" und "Ghosts of Mars" mag ich irgendwie trotzdem. Zu den meisten seiner Werke hat er bekanntlich auch selbst die Musik kreiert. Die berühmte "Halloween"-Titelmelodie könnte ich sogar spontan auf dem Piano nachspielen. Mit „Lost Themes“ hat der Altmeister des Horrors und dystopischer Action nun ein für sich stehendes Musikalbum veröffentlicht. Just for the fun of it - er hatte einfach mal Bock auf Komponieren, ohne den Stress drum herum auch noch den Film dazu fertigzustellen. Und das bietet ungefähr bis ziemlich genau das, was man davon erwartet, was in diesem Fall eine absolut coole Sache ist.  Ich hör's gerad' jedenfalls voll gern und auf Repeat!

DISAPPEARS – Irreal
Mein erster nennenswerter Kontakt mit DISAPPEARS und ein Album, das seinem Titel alle Ehre macht. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so richtig, wie ich diesen Avantgarde-Postrock irgendwo zwischen (ahnungslose Assoziationen:) Tortoise, This Heat und Autechre genauer etikettieren oder beschreiben soll. Repetitive Rhythmusmuster und kühle Klangflächen, gerne mal etwas quer? Irgendwie sowas. Reinhören lohnt sich.

Soundcloud-Hörprobe: https://soundcloud.com/kranky/disappears-another-thought

Auch noch reingehört und kurz notiert:
6:33 - Deadly Scenes: Wer sowohl Mr. Bungle/ Fantomas/ Faith No More (/ Civil Defiance, Sleepytime Gorilla Museum, …) mag, als auch mit der klanglichen Sterilität späterer Devin Townsend-Outputs klarkommt, der sollte bei diesen Franzosen mal ein Ohr riskieren. 
CALL OF THE VOID  - Ageless: Hard-/ Crust-/ Grindcore aus dem Hause Relapse. Nicht wirklich spannend, aber auch nicht wirklich schlecht. callofthevoid303.bandcamp.com 
COWARDS - Rise To Infamy: Pseudo-Blackened Fickrig-Screamo-Metalcore zwischen Converge und Celeste. Nicht umwerfend, aber ganz gut!
GRANDIZER – A75: Völlige wahnsinnige Franzosen mit einem Synthie-unterstützern Math-/ Hard-/ Grind-core-Inferno. http://grandizerband.bandcamp.com
MARDUK  - Frontschwein: Comedy-Black Metal. Nicht essenziell, aber unterhaltsam.
MORBID EVILS - In Hate With The Bruning World: Klick-> Extra-Post
NEGURA BUNGET - Tau: Normalerweise nicht so meine Baustelle, musste ich jüngst anerkennen, dass besagte Prog-/ Folk-Black Metal-Band aus Rumänien durchaus ihre Momente hat. Die aktuelle reicht meinen bisherigen Eindrücken nach allerdings nicht ganz an den Vorgänger ran.
PROFANE AND THE SACRED - Chapter 1: A Long Time Coming: Heavy Rock/ Stoner Metal für Freunde von Down, Black Label Society, C.O.C., Burden und co. Nix besonderes, aber kann man so nehmen.

SANDRIDER / KINSKI Split: Klick-> Extra-Post
SATURNALIA TEMPLE – To The Other: Kruder Düster-Doom mit rituellem Charakter (natürlich total okkult). Wie härtere Electric Wizard ohne bekifftes Explotationfilmgucken oder etwas zurückgenommene Ufomammut.

THE CROWN - Death Is Not Dead: ZIemlich okayer Death-Thrash mit melodiös-klassischer Metal-Kante, aber so geil wie zu "Hell is Here" / "Crowned in Terror"-Zeiten werden die in diesem Leben wohl nicht noch mal wieder werden.   
TOUNDRA - IV: Wenig aufregender aber gutklassiger Instrumental-Postrock mit Stoner-Kante
 

Am Horizont:
CHERUBS

ELDER
JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE covern wieder

LIGHTNING BOLT
PYRAMIDS

RECTAL HYGIENICS
VENOM (haha!)

Freitag, 20. Februar 2015

Perkele!

Aktuell leide ich wieder ein wenig unter dem „So viel Musik, so wenig Zeit“-First-World-Problem, deswegen auch hier mal eben im kurz abgehakten Stil: 1.) eine bereits erschienenes, von mir aber noch nicht gehörtes, 2.) ein noch nicht offiziell veröffentlichtes, bei mir aber bereits rotierendes Album (und das völlig rechtens!). Beide sind...
 
...neu auf Svart Records:

1.) Die finnischen Post-Metaller CALLISTO, die bereits im Underground auch der etablierteren Metal-Ecke von sich reden machten, als diese Welle mit Bands wie Isis, Cult of Luna oder auch Tephra gerade mal ins Rollen kam, haben nach einigen Jahre Ruhe auch mal wieder ein neues Album gemacht.  
Ich hab‘ mir die Bandcamp-Seite schon seit Tagen gebookmarkt, bin aber selbst noch nicht zum checken gekommen, weil der Musikhör-Queue aktuell auch so schon mal wieder randvoll ist.
Deswegen hier nur der Link ohne weiteren Kommentar: callistochaos.bandcamp.com/album/secret-youth
 

2.) Keijo Niinimaa von der Grindcore-Hausnummer Rotten Sound hat mit MORBID EVILS außerdem eine doomige Band am Start. „In Hate With The Bruning World“ bietet böses, düsteres, dicht-atmosphärisches, minimalistisch auf den Punkt gebrachtes Gestampfe in einer quintessenziellen Dunkelgrauzone zwischen Drone-Doom und Ansätzen von Death Metal. Ein ziemlicher Brocken!
Bandcamp: morbidevils.bandcamp.com/...

Donnerstag, 19. Februar 2015

Sandrider / Kinski Split

Jawohl, sie ist endlich raus, wat freu‘ ick mir!
Die instrumentalen Stoner-/ Postrocker KINSKI fand ich ja ehrlich gesagt schon immer nur „okay“ im Sinne von „kann man sich anhören, aber ein spannendes Must-Have ist was anderes“, was auch hier wieder der Fall ist. SANDRIDER wiederum sind für mich allerdings eine der allerbesten Rock-Bands, die in letzter Zeit passiert ist. Zu 2/3 aus ehemaligen Mitgliedern von Akimbo bestehend sind beide bisherigen Alben so dermaßen stark, dass ich ohne Probleme damit klarkommen würde, wenn ich von heute auf Morgen nichts anderes mehr hören dürfte. Auf dieser Split-EP kredenzen uns SANDRIDER neben zwei neuen Eigenkompositionen ein recht  gelungenes Cover von Jane’s Addiction‘s „Montain Song“, das einfach nur total Sinn macht.
Bandcamp: sandrider.bandcamp.com/album/sandrider-kinski

Dienstag, 17. Februar 2015

Endlich mal Agrimonia!

Jau, wieder mal zu wenig Zeit zum ausführlich bloggen, aber: Ich habe am vergangenen Sonntag endlich mal AGRIMONIA live gesehen und es war voll schön.
TALBOT waren auch ganz gut.
Headliner GHOST BRIGADE gemessen daran, dass deren Prog-Gothrock-MeloDeath-Metal eigentlich nicht so 100%ig meins ist, im Grunde genommen auch. 

Props ans Turock für's 'ne Sonntags-Show von 18:00 bis 21:30 über die Bühne bringen.
That’s all.