Mittwoch, 19. April 2017

Livelärm...

Kleine Konzert-Resümees des vergangenen Osterwochenendes:
Eigentlich sollte an dieser Stelle jetzt als erstes stehen, wie es Karfreitag im AZ Wuppertal bei u.a. Rorcal und Blckwvs so war...  Irgendwie war ich allerdings dann doch urlaubsreif in eine solche Feiertagslethargie gerutscht, dass ich es nicht geschafft habe, meinen alten ranzigen Körper dahinzuschleppen. Sorry, Jungs...

Samstag verschlug es mich nach Münster zu Pillorian, Mosiac, Total Negation und Valborg, wo ich eigentlich im Rahmen eines anderen Auftrags landete, weswegen ich an dieser Stelle mal wieder in erster Linie nur meine große Zuneigung zu VALBORG kundtun möchte.

 Das Trio aus Bonn ist mit seinem einerseits primitiv gekloppten, andererseits dunkel-atmosphärischen und auch mal um die Ecke gedachtem Kram einfach eine der spannendsten und, nun ja, nerdy-sympathischsten Bands, die wir in derartigen Stilgefilden derzeit haben. Als hätte man Celtic Frost mit der Verschrobenheit von Eisenvater gekreuzt und neben etwas Type O Negative auch noch einen ordentlichen Schuss Killing Joke/ Godflesh dazugegeben. Ergo: Genau mein Ding!
 

Ostersonntag dann Köln, ein mäßig besuchtes Underground.
WHORES sind laut und einfach nur total geil. Das Noiserock-Trio hat einen mächtig geilen Sound, spielt extrem souverän, rockt wild ab und ist überhaupt ebenfalls ein Fall von genau mein Ding! Ganz schön gut, genauso muss das klingen und sein.

 
Die headlinenden BIG BUSINESS stehen dem im Übrigen in nix nach. Vor allem das teilweise schon etwas unkonventionelle Nonstop-Action-Drumming von Cody ist einfach nur Killer, aber auch der derb brummende Bass-Sound und die Pop-Tendenzen der Band kommen in Verbindung miteinander total geil.
Hat sich schon gelohnt, sich dafür mal wieder nach Kölle aufzumachen.

 
An dieser Stelle noch ein Shoutout an Hofee und Bommel!

Dienstag, 18. April 2017

Diese Woche raus (KW16)

Dieser Tage kommt mal wieder echt viel interessantes raus:

ART OF BURNING WATER - All Obedient Beasts Worship
"All Obedient Beasts Worship" is a six-track, 17 minute noise-based nightmare constructed from stuff chopped, chewed and screwed from remnants of the "Heart" session. (…) Out soon(ish) on Choothar and Tapes Of Wrath.
Prinzipiell mag ich die britischen Krachmacher ART OF BURNING WATER ja (das 2010er „Head Of The Tempest“ war schon ziemlich Killer!), allerdings ist ihr Output in letzter Zeit ‘so hochfrequent geworden – inzwischen scheint gefühlt ja echt fast jeden Monat irgend’ne Langrille, EP, Tape-Veröffentlichung oder Split mit ihnen herauszukommen - dass ich irgendwie schon wieder den Anschluss verliere...

Anyway, hier ist mal wieder irgendwas für zwischendurch, bevor im Juni die nächste reguläre am Start ist (ächz):



BUILDINGS – You Are Not One Of Us
Man könnte einen Zusammenhang dazwischen konstruieren, dass der US-Bundesstaat Minnesota ein traditioneller „Blue State“ ist und dessen bevölkerungsreichste Stadt Minneapolis seit eh und je ein fruchtbarer Boden für Noiserock/ Weirdo-Punk/ Post-Hardcore und Eigenbrödler-Kunst zu sein scheint.
Auch BUILDINGS sind eine junge Band in bester AmRep-Manier, dessen neues Album „You Are Not One Of Us” heute via Gilead Media erscheint.
Die Jungs starten außerdem in diesem Moment ihre Europatour. Wer also in Hamburg (01.05., Molotow), der Nähe von Siegen (05.05., VEB), Zürich (06.05. Obenuse Fest) oder München (08.05. Sunny Red) wohnen sollte, könnte sich da mal hinschleifen (der Rest vom Fest findet hauptsächlich in Frankreich, Spanien, Belgien und Polen statt)…
 



BUZZØØKO - Giza
Ja ist denn diese Woche sowas wie offizieller internationaler Noiserock-Freitag? 

Nicht nur Buildings, sondern auch die italienischen BUZZØØKO stehen in der Tradition härterem Indierocks im Touch-and-Go-Stil u.ä.
Diese Woche erscheint ihr neues Album „Giza“ beim mir bis eben noch unbekannten irischen Label Retro Vox.
Hier geht auch was!



CLOUD RAT / CREVASSE Split
Digital
über das hiesige Label eigentlich schon 2-3 Wochen raus, dabei aber offiziell und haptisch übers Übersee-Label für diesen Freitag angekündigt: Eine Split-7“ der US-Grindcoreler CLOUD RAT und der Leipziger (?) Punks CREVASSE.
Gerade erstere schätze ich ja schon länger, weil sie attitüdisch und musikalisch einfach ‘ne Menge richtig machen und einen immer wieder mal mit kleinen Experimenten und Ausweitungen ihres auch so schon intensiven Stils beeindrucken…




ORANSSI PAZUZU -  Kevät / Värimyrsky 
Hierbei ist das genaue Veröffentlichungsdatum im Übrigen auch etwas schwammig, handelt es sich um eine 10" mit zwei bisher unveröffentlichten Songs, welche die finnischen Avantgarde-Black Metaller auf ihrer aktuellen Tour dabei haben... 
Digital gibt's das Teil jedenfalls auch bei ihren jeweiligen Labels auf dieser Seite vom Teich (Svart) und Übersee (20 Buck Spin).



VAMPILLIA + THE BODY - xoroAHbin
Und mal wieder eine Kooperation des amerikanischen Noise-Metal-/ Krass-Pop-Duos THE BODY, dieses mal mit den ihrerseits ebenfalls bereits kooperationserprobten VAMPILLIA aus Japan. 

Da dürfte wohl was schrägeres ins Haus stehen!

Mittwoch, 12. April 2017

Author & Punisher…

Dafür, dass ich im ersten Quartal des bisherigen Jahres wesentlich Konzert-fauler als sonst schon mal war und mich an der Front wohl schon in sowas wie einer Altersteilzeit wähnte, dafür kriege ich jetzt wiederum aber doch mal wieder den Arsch hoch und hab‘ schon den zweiten Köln-Trip innerhalb von sieben Tagen hinter mir, während ich einen dritten in naher Zukunft andenke… ist das sowas wie ein Frühlingserwachen?
Anyway. Die Gelegenheit, mir AUTHOR & PUNISHER mal anzusehen konnte ich in einer Woche, in der es sich dann doch mal recht stressfrei einrichten lies, nicht so vorbeiziehen lassen.
Natürlich musste ich erst mal darüber die Augen verdrehen, dass die auf der Homepage des Kölner Underground mit „Einlass 19:30, Beginn 20:00“ ausgeschriebene Veranstaltung reell um kurz vor neun begann, aber da hatte ich ja bereits mit gerechnet.
Genauso wie damit, dass sich gerade mal irgendwas an die zwanzig Leute dafür einfanden…

 

AUTHOR & PUNISHER jedenfalls ist das Projekt von Tristan Shone, der im wahrsten Sinne des Wortes ein Maschinenbauer ist.
Der eher adrett als abgerockt rüberkommende Amerikaner hat sich eigene Vorrichtungen gebastelt, mit denen er zur ungewöhnlichen Einmann-Band wird.
Hebel, Fußpedale und ein Kehlkopfmikrofon erzeugen Brumm- und Dröhn-Sounds, mit sowas wie einer hydraulischen Schiebe rummst er die Drum-Beats raus, er spielt Keyboard und singt grimmig in ein seltsames breites Mikro, das an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Effekten belegt zu sein scheint.
Die Musik, die dabei rauskommt, könnte man als „noisigen Industrial-Metal mit Drone-Doom-Aura“ bezeichnen und das Faszinierende daran ist, dass ihr bei ihrer im wahrsten Sinne des Wortes manuell-maschinellen Entstehungsweise ein sehr organischer Kern zugrunde liegt. Cyborg-Musik? Meinetwegen.

 
Leider fand die Vorstellung, was wohl nicht einer gewissen Ironie entbehrt, aufgrund technischer Probleme etwas unrühmlich schon nach ca. 40 Minuten ein abruptes Ende, denn auf ein mal schien irgendwas auf der AUTHOR & PUNISHER-Brücke nicht mehr richtig zu funktionieren und lies sich anscheinend auch nicht mehr kurzfristig richten.
Geil war’s trotzdem, ich hab’ne DoLP und ‘ne CD gekauft und würd‘s mir definitiv gern noch mal wieder ansehen!

Hier mal noch ein anderer, audiovisuell festgehaltener Gig von ihm:  




Und noch mal der aktuelle Longplayer via Bandcamp, der wohl sein bisher "musikalisch auskomponiertestes" Werk ist:

Donnerstag, 6. April 2017

Wolf Eyes…

Eigentlich bin ich ja viel zu alt und eingefahren für spontane Konzerttrips unter der Woche, die über ‘ne Stunde aus der Stadt raus stattfinden. Noch dazu hasse ich Köln ja eigentlich regelrecht. Als ich allerdings gestern Nachmittag ziemlich zufällig im Netz darauf stieß, dass WOLF EYES noch am gleichen Abend in der ambivalenten Dommetropole aufspielen, bin ich dann doch mal hin.
(Ich hatte nämlich wohl, während ich ausnahmsweise mal nix anderes vorhatte, einfach irgendwie Bock auf Auswärtszerstreuung, die meinen aktuellen Hörgewohnheiten und Interessen einen Tacken mehr entgegenkommt als die unter „Standard“ verbuchten Rock-/ Metal-Konzerte, die man dieser Tage mal wieder so um die Ecke haben könnte…)
Unglaublich jedenfalls, wie smooth sowas trotz aller Widrigkeiten dann doch mal so laufen kann: Extra schon eher spät als früh aufgebrochen, habe ich mich nach der einzigen Großbaustelle von Autobahnnetz, die man erst mal hinter sich bringen muss, zwar in die Stadt rein herbestens verfranzt (fragt nicht, wie ich das geschafft hatte… das ist wohl einfach der Köln-Fluch…), dann allerdings in unmittelbarer Nähe der Location „Gewölbe“ im Univiertel problemlos einen zu der Zeit bereits kostenfreien Parkplatz ergattert (in Köln alles andere als selbstverständlich), um nur 1-2 Minuten bevor WOLF EYES die Bühne betraten in den Laden zu stolpern.
Geht doch!?

 

Die Mitte der Neunziger gegründeten WOLF EYES sind mit ihrem dreistelligen Output jedenfalls so eine Sache für sich. Ihre Musik geht Richtung Noise/ Dark Ambient/ Industrial/ Klangkunst, ist aber immer wieder doch ein bisschen anderes als das, was man mit solchen Stichworten assoziiert.
An diesem Abend konnte man diese seltsame Eigendynamik der Detroiter aus nächster Nähe in voller Pracht erleben: In der Mitte der kleinen Bühne steht Nate Young, Baseballcap und coole Sonnenbrille, faselt was ins Mikro, das er direkt knöpfchendrehend mit Effekten verfremdet, spielt zwischenzeitlich gar mal verzerrte Mundharmonika, dreht minimalistisch stampfende Rhythmen aus der Konserve hoch und wieder weg.
Auf der einen Seite neben ihm der bärtige James Baljo mit Gitarre, immer wieder seltsame Klanglandschaften ausmalend. Auf der anderen Seite John Olson mit alberner Retrofutur-Sonnenbrille – der zwischen Saxophon und anderen Blasinstrumenten, Rasseln und Tamburin hin- und herwechselt und zwischendurch einfach nur mal mit leerem Süßigkeiten-Verpackungsmüll am Mikrofon Raschellärm macht.
Das Ganze baut sich im Rahmen halbstündiger Stücke immer wieder zu einem surrealen Klangbrei auf, der eigentlich nicht so wirklich durchdacht wirkt und auch nicht immer so 100%ig Sinn zu machen scheint, aber eben genau das ist dann irgendwie auch die selten-kaputte, faszinierende Schönheit an dem, was das Trio da veranstaltet.

 
Cool, dass ich da nun besser spät als nie den Haken dran habe, mir das mal angetan zu haben. Morgen in Brüssel spielen sie übrigens zusammen mit Author & Punisher. Geiles Package!

Montag, 3. April 2017

Diese Woche raus (KW14)

Willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Reihe "die in meinem nerdigen Mikrokosmos interessantesten Musikneuerscheinungen der Woche":

BUMMER / PINKO Split 
Essenziell: Die großartigen Derbe-auf-die-Fresse-Noiserocker BUMMER haben eine Split-EP mit den Richtung Fugazi/ Refused tendierenden PINKO draußen. 
Zur Bandcamp-Seite letzterer kommt man von der erstgenannter aus:



CLEARED - Serpens
Mal wieder was faszinierendes von Utech Records: Mit freiflächigem Lärm wie auch unterstützenden Rhythmen gelingt diesem Duo aus Chigaco im Ambient-/ Drone-/ Noise-Spannungsfeld mit Industrial-Feeling und Krautrock-Schulterblicken etwas, das derzeit wirklich genau mein Ding ist.  
Ja, tatsächlich, ich steh' total auf sowas!



CLOSET DISCO QUEEN - Sexy Audio Deviance For Punk Bums 
Generell mag ich Duo-Formationen (schließlich spiele ich selbst in einer) und ich habe einen gewissen Faible für Bands, deren (Rock)Musik etwas irgendwie „unfertig“ dahingelärmt anmutendes anstatt zu perfektionistisch auskomponiertes an sich hat, was auf viele ebensolcher zutrifft. 
Bei CLOSET DISCO QUEEN wiederum habe ich allerdings als konträre Ausnahme dieser Regel immer wieder mal das Gefühl, dass den Jungs ein bisschen mehr Augenmerk aufs Songwriting ganz gut tun könnte. 
Die beiden Schweizer beherrschen vom Drone über den Abrock-Modus bis zu vertrackteren Lämerein ihr Handwerk ohne Frage sehr gut, was sie auch schon in anderen Bands wie The Ocean oder Coilguns bewiesen haben, allerdings hat die Instrumentalmusik von CDQ in meiner Wahrnehmung trotzdem so ein bisschen den Charakter von skizzierten Ideen, die es nicht so ganz zum richtigen Song geschafft haben. 
(Sage ich im Übrigen als jemand, der „Ghosts I-IV“ für einen der interessantesten NIN-Releases hält, den "krautigen" Minimalismus von Nisennenmondai mag und Dyse früher in den Momenten am mitreißendsten fand, als sie sich eben noch nicht so sehr Standartrocksong-Mustern hingaben wie auf späteren Alben… )
Anyway, die neue, "einseitige" EP von CLOSET DISCO QUEEN ist diese Woche via Crazysane Records raus und das Reinhören und gerade auch live ansehen lohnt sich trotz meiner geäußerten Kritik durchaus: 

 

CURBEATERS - Time Is Unforgiving
Kurzfassung: Vor einer halben Ewigkeit begonnenes, nun vollendetes Projekt, an dem (Ex-)Mitglieder von u.a. Ultha, Planks und Black Shape Of Nexus mitwirk(t)en.
Die ganze Geschichte kann man auf der entsprechenden Preorder-Page des Labels oder der Bandcamp-Seite (s.u.) nachlesen.
Der Download ist umsonst, die limitierte 180g LP gibt’s bei Golden Antenna. 




FUOCO FATUO - Backwater
Profound Lore bürgen bekanntlich für eine gewisse Qualität. So verwundert es auch nicht, dass die italienischen FUOCO FATUO in ihrer Substil-Ecke, nennen wir diese Funeral Doom, durchaus an Oberliga-Regionen schaben.
Bei mir persönlich lösen sie zwar so einen „Warum sollte ich die hören, wenn ich auch noch in Esoteric oder Evoken eintauchen kann, die beide einen ganzen Ticken akzentreicher sind“-Impuls aus, aber nach jenen beiden Bands und den niederländischen Faal wäre „Backwater“ wohl immerhin auf dem nächsten Nachrückplatz.
Nicht schlecht, wirklich nicht: 




VALBORG - Endstrand
Ihre Momente hatten sie zwar mitunter auch schon auf vorangegangenen Releases (‘I Am Space‘!!!), es war allerdings das 2012er „Nekrodepression“ plus ein vorausgegangener Live-Auftritt zu der Phase, mit denen sich die Bonner VALBORG mal eben direkt in die Riege meiner Lieblingsbands katapultierten und mich sogar dazu veranlassten, auch mal ein Interview mit ihnen zu führen, was ich im Rahmen meines Blogs wirklich nur sehr, sehr selten mache.
Was genau ich eigentlich an VALBORG grandios finde, was im Grunde genommen viele Gründe in Summe sind, das habe ich hier schon bei vielen verschiedenen Gelegenheiten immer wieder mal angerissen, deswegen komme ich gleich zu dem Punkt, dass ich nach dem wilden „Nekrodepression“ und dem viel gothisch-doomiger mit starker Synthie-Ausmalung wie aus einem Guss fließenden „Romantik“ sehr gespannt war, wo die musikalische Reise auf ihrem neuen Longplayer hingehen würde.

Eine Frage, die ich noch nicht wirklich beantworten kann, denn die vorbestelle Platte habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Haus. Immerhin kann man das Teil via Bandcamp hören:

 

ZU - Jhator
Irgendwie scheinen das etwas eso angehauchte Label House of Mythology (Ulver, Hypnopazūzu) und die römischen, hm, Metallic-Jazzer (?) ZU auf den ersten Blick ja eine komische Paarung zu sein. Dann wiederum ist HoM aber auch ein noch so junges Label, dass man das eigentlich auch gar nicht so genau sagen kann...
ZU sind jedenfalls mit ihrer Mischung aus verzerrtem Bass-Lärm, Action-Drumming und jazzigem Sax-Getröte eigentlich ‘ne ganz geile Sache, so richtig festsetzen wollte sich ihr letztes Album “Cortar Todo” vor zwei Jahren bei aller Sympathie trotz einiger Durchläufe bei mir allerdings irgendwie nicht. 

Wird wohl mutmaßlich noch dieser Tage irgendwann bei houseofmythology.bandcamp.com online gehen, dann reiche ich den Bandcamp-Stream noch nach.

Außerdem:
 
Die italienischen Doom-/ Jazz-Chamäleons ORTHODOX und die spanischen GRAJO haben eine Splitsingle mit wirklich coolem Coverartwork draußen. Die Orthodox-Seite ist dabei ein Neil Young-Coversong, bei dem die Sängerin von Grajo mitwirkt.
Beide Seiten der 7“ gibt es bei den jeweiligen Bandcamps:
orthodoxband.bandcamp.com/album/orthodox-grajo-7

DEATHRITE fand ich mit ihrem leicht crustigen Old School Death Metal schon immer ganz sympathisch, dann wiederum ist das allerdings eher so ‘ne Art von Musik, die ich mir dieser Tage nicht mehr unbedingt lechzend als Tonträger ins Regal stelle…
deathrite-official.bandcamp.com/album/where-evil-arises


Beim belgischen Label Consouling Sounds erscheint ein neues Album von EMPUSAE.
http://consouling.be/album/empusae-lueur/

Die neue THE OBSESSED erscheint via Relapse. Um mal ganz ehrlich zu sein, war ich ja noch nie der größte Fan von dieser Wino-Band. Irgendwie ist mir das wohl einfach nicht heavy genug oder so…
theobsessed.bandcamp.com/album/sacred


Ebenfalls über House of Mythology erscheint ein neues Album von ULVER. Irgendwie bin ich da seit einiger Zeit aber so ein bisschen raus. Zwar fand ich ja durchaus einiges von ULVER in der Vergangenheit recht spannend, aber mal ganz nüchtern betrachtet ist von ihrem Schaffen der letzten 10 Jahre auch nicht so wirklich viel bei mir hängengeblieben.
houseofmythology.bandcamp.com und/ oder ulver.bandcamp.com/ im Auge behalten.

Donnerstag, 30. März 2017

Swans…

Keine Ahnung, ob ich derzeit vielleicht einfach so ein bisschen übersättigt bin, es so eine Alterssache ist oder sonstwas, aber dafür, dass sich SWANS mit ihrer aktuellen Reinkarnation noch mal zu einer ziemlichen Lieblingsband von mir mausern konnten, dafür hielt sich meine Vorfreude, sie im „Ausläufer“ eben dieser noch mal live zu sehen, seltsamerweise zunächst erst mal etwas ins Grenzen.
Wie ich schon beim Release des aktuellen Albums „The Glowing Man“ sinngemäß feststellte ist es ja irgendwie auch Meckern auf hohem Niveau, sich vom Gefühl beschleichen zu lassen, dass Michael Gira und seine Mitmusiker jetzt auch mal (vorerst?) alles gesagt haben, was man in ausufernden Song-Epen zwischen Postrock-Spannungskurven und Noise-Soundwällen mit Meditativcharakter so sagen kann. Aber dieses Gefühl ist halt da. „The Glowing Man“ ist ein gutes Album, aber es ist nicht ganz so bestechend wie der direkte Vorgänger „To Be Kind“ und beileibe nicht so umwerfend oder spannend wie das 2012er „The Seer“ regelrecht die eigenen Hörgewohnheiten auf den Kopf stellen konnte…

Sei’s drum: Das Dortmunder FZW ist mit seiner für mich sehr günstigen geographischen Lage und dem dort eigentlich meistens okayen bis gutem Sound trotzdem eine Gelegenheit, SWANS noch mal wieder zu sehen, die einfach zu gut passte um sie auszulassen.
Als Opener fungierte dabei LITTLE ANNIE. Eine, nun ja, schon etwas betagt wirkende Dame, die auf Kooperationen mit Bands wie Crass und Coil zurückblicken kann und ihren Auftritt mit dem ‘Folsom Prison Blues‘ begann, begleitet von einem gewissen Paul Wallfisch (zu dem gleich noch), der dazu auf allem, was sich ihm beim Gang über die Bühne anbot, Percussion spielte und sich für den Rest des Gigs hinter die Swans’sche Verstärkerwand ans E-Piano setzte.

Bei allem Respekt: Man merkte dem Publikum nach mehr als einer halben Stunde dann aber auch irgendwie an, dass es dann auch mal gut war, denn beim Erreichen der 40min-Marke waren dann doch mehr Unterhaltungen in der überschaubar besuchten großen Halle auszumachen als noch Leute andächtig lauschten wie zu Anfang…
Eine Äußerung zwischen den Songs, die das Thema Drogen beinhaltete brachte das Publikum allerdings zum lachen und ihr Mitmusiker Wallfisch schmunzelte „Ah, Dortmund…“
Das Witzige an diesem Herren: Ich sah ihn 2009 mal live, zusammen mit Bee & Flower in einer Kellerbar in Manhattan. Danach war er dann irgendwie mal für eine Zeit lang Intendant am Dortmunder Theater. An diesem Abend kehrte er zu seiner ehemaligen Wirkungsstädte zurück und nahm als aktueller Keyboarder der SWANS auch noch ein zweites mal Platz auf der Bühne.    

 

SWANS wiederum – nun ja: Geil, einfach nur geil. Obwohl ich wusste, was mich erwartet und die Sache im Vorfeld als „ein bisschen überm Zenit“ sehen wollte, war es halt einfach nur geil.
Dass Thor Harris aktuell nicht mehr dabei ist, ist zwar irgendwie schade, aber wie die von Michael Gira in Messiasposen geleitete Band Aufbauten orchestral anmutenden Monumentallärms hochzieht, die dann einfach nicht mehr aufhören, sondern
hypnotisierend immer weitermachen, das lässt einen schon mal alles um sich herum vergessen.
Und obwohl ich - abgesehen von etwas bisher unveröffentlichtem Material, das üblicherweise an diesem Abend auch gespielt wurde – mit dem, was da passierte eigentlich schon gut vertraut war, sprangen mir in den Momenten, in denen ich mich nicht in einem meditativen Stadium befand immer noch neue Erkenntnisse zu. Z.B. die eigentlich auf der Hand liegende, wie geil-funktional das auf dem Punkt pumpemde Bass-Spiel von Christopher Pravdica eigentlich ist.

 
Auf jeden Fall war’s geil, auch wenn ich mich wiederhole, und wohl definitiv eines der Konzerthighlights des noch nicht so alten Jahres.
Die hässlichen Shirts waren im Übrigen mit ‘nem Zwanni ca. fünf Euro zu teuer, dafür wiederum muss man allerdings sagen, dass die Tonträgerprise völlig okay waren. Bei 25 für ‘ne 3er-LP kann man nicht meckern und dass die „Soundtracks For The Blind“-DoCD wieder neu aufgelegt wurde ist auch zu begrüßen.

Montag, 27. März 2017

Diese Woche raus (KW13)

ASCETIC: - Everything Is Becoming - Remixes EP
Elektronischen Remix-Alben/ -EPs von eigentlichen Rockbands stehe ich seit eh und je sehr zwiespältig gegenüber. Nachdem das Mitte der 90er einige der damals zeitgenössischen Metal-Bands, zu denen es irgendwie passte, gemacht hatten (Prong, Fear Factory, ...), war das Ding auch direkt schon wieder durch.
Die australischen Wahlberliner ASCETIC: und ihren dunkel-atmosphärischen, manchmal auch eigensinnig-noisigen Postpunk mag ich allerdings nicht nur generell, sondern finde, dass die Paarung mit Elekronikern an so einer Stelle sogar Sinn machen kann.
Ziehen wir’s uns mal rein:



BUIONGOLOA - Il nuovo mare  
Das Abschiedsalbum einer Band zu checken fühlt sich irgendwie so pointless an, aber der dunkelbunte Strauß an Vergleichsreferenzen, die diesen Italienern von ihrem Label so angedichtet werden (Planks, His Hero Is Gone, Godflesh/Jesu, Sisters of Mercy, The Cure, Neurosis, Amebix, Altar of Plagues), machte mich, nun ja, hellhörig.
Und in der Tat bietet „Il nuovo mare“ eine wirkliche interessante Mischung aus Gothrock und Black Metal mit industriellen und progressiven Akzenten.



MANDRILLIFESTO – s/t (7“)
Cometh the moment, cometh the Mandrill: Von „Comicguru“ Alan Moore (wohl vor allem bekannt durch oft mehr schlecht als recht verfilmten Stoff wie Watchmen, V for Vendetta, From Hell oder League of Extraordinary Gentlemen…) bin ich ja tatsächlich ein bisschen Fan.
Das in Alternative-Hip-Hop-Regionen neigende MANDRILLIFESTO ist nicht mal seine erste Berührung mit Musik, denn es gab in geraumer Vorzeit bereits Kooperationen mit David J (Bauhaus), daraus entstanden auch einen Songtext für die Rock’n’Roll-Band The Dirtbombs und vor nicht allzu langer Zeit auch ein ambitioniertes Audiobook- Projekt namens „Unearthing“, an dem höchst „Krach-und-so-relevante“ Personen wie Mike Patton, Justin Broadrick, Zach Hill und einer von Mogwai mitwirkten.
MANDRILLIFESTO scheint nun sowas wie Moore’s gewohnt eigenwillige Reaktion auf die aktuelle politische Weltlage zu sein und ich finds eigentlich ganz witzig.
Obey the Mandrill!



MANUKIND – Russian Paradox
Auf dem jungen Berliner Label, das auch die Remix-EP von Ascetic: rausbringt (s.o.), erscheint diese Woche außerdem ein neuer Release des russischen Duos MANUKIND, das sich der Power-Electronics-/ Noise-/ Derb-Industrial-Ecke verschrieben hat. Es mag an meiner selektiven Wahrnehmung liegen, aber sowas scheint ja in letzter Zeit aus seiner Gothicschmuddelkinder-Ecke ein bisschen Einzug in vermeintliche Hipsterkreise zu halten. Was ich persönlich ja doch begrüße, denn wir brauchen mehr interessante Krach-Experimente und weniger generischen Hippierock.



MORAST – Ancestral Void
Schon das Debüt-Demo von MORAST war eigentlich viel zu gut um als Demo deklariert zu sein, und so erschien es später tatsächlich noch mal auf Vinyl. Hier haben wir nun den ersten regulären Longplayer, der bei Totenmusik in Zusammenarbeit mit Ván Records erscheint.
MORAST treffen einen Nerv, wenn man es brachial und düster, sowie seinen Metal auch mal mit eher schleppendem Groove mag, denn genau das können und machen sie wirklich ziemlich mächtig.
Außerdem habe ich eine perfide Freude daran, dass MORAST gewissermaßen als Band mit Punk-Wurzeln in eine Szene-Ecke platziert wurden, in der sich in letzter Zeit viel zu viele rechtsoffene Internettroll-Schmuddelkinder rumtreiben, die es echt gar nicht mehr peilen. Aber für jene geht die Musik vermutlich eh nicht genug in Richtung dilettantisch-generisches Klischeegerumpel...
Bandcamp gibt’s gerad‘ noch nicht, also muss es erst mal ein Song per Soundcloud tun:



PHARMAKON – Cobntact
Auch das, naja, sagen wir ruhig mal aktuelle Pitchfork-Postergirl der Power Electronics-Ecke,
Margaret Chardiet aus New York aka PHARMAKON, hat ein neues Album am Start, für das sie sich ziemlich Zeit gelassen hat. 
Da ich in letzter Zeit immer mehr in sowas eintauche, war ich wirklich gespannt drauf:



TELEPATHY - Tempest
Sozusagen als Service für meine 2-3 Leser schiebe ich in diese Auflistungen ja auch immer wieder mal der Vollständigkeit halber Veröffentlichungen zwischen, die mich selbst eigentlich, wenn ich mal ganz ehrlich bin, nur so semi interessieren.
Die britischen TELEPATHY, deren neues Album diese Woche über Golden Antenna Records raus ist, sind so ein Fall.
Grundsätzlich ist deren zeitgenössischer Instrumental-Metal nämlich eine beeindruckende Sache, bei der in puncto mächtigem Sound und „Geschichten erzählenden Kompositionsverläufen“ viel richtig gemacht wird.
So richtig umhauen will mich sowas 2017 allerdings trotzdem nicht mehr so wirklich.
Überhaupt ist die Stelle, an der „Post-Metal“-Kram zu sehr in Richtung Pompös-Prog abbiegt (Hallo, The Ocean!), bzw. an der es eher etwas nach „Euroblast“ als nach „Roadburn“ anmutet (wenn Ihr versteht was ich meine) dann die, an der ich dann selbst auch gerne mal eher raus bin.
Wie dem auch sei, gut genug, sie mal vorzustellen, sind sie trotzdem:




VANUM - Burning Arrow
Das gemeinsame Projekt der Köpfe hinter Ash Borer und Fell Voices fand ich schon beim Debüt nicht ohne, so insgesamt ist in diesem Genre – atmosphärische wie aggressive Black-Metal-Raserei, die ins epische ausartet – meiner Meinung nach aber so langsam auch mal alles gesagt und die letzten Bands, die mich aus dieser Ecke begeisterten, waren Ultha und Wiegedood, während ich den Fuzz um eben z.B. Ash Borer nicht (mehr) so ganz nachvollziehen kann.
Sei’s drum. Schlecht ist „Burning Arrow“ natürlich nicht: 



 

Außerdem: Neue Alben von MASTODON und MANTAR. Naja, ich kann gerad' irgendwie ehrlich gesagt auch ohne...