Samstag, 19. April 2014

Straßenbrandwoche 2014 (1)

Dienstag, 08.04.
Am Abend geht’s mal wieder rüber zum Plattenladen Black Plastic, denn EYEHATEGOD-Schreihals Mike IX Williams ist gerade eh zufällig in Dortmund, da er für Interviewtermine u.ä. bei der Plattenfirma abhängt, die das neue EHG-Album rausbringt, bevor er zwei Tage später beim Roadburn im nur zwei Stunden entfernten Tilburg, NL mit CORRECTIONS HOUSE auftritt.
Im Plattenladen hält er eine Lesung plus Signierstunde für sein Buch ab, und anschließend gibt es ein Pre-Listening des neuen Albums. Ein noch besser als Roadburn-Vorprogramm passendes Vorglühen vor der eigenen Haustür könnte es kaum geben...
Ich komme zu spät in den Laden gestolpert, während seine Lesung schon im vollen Gange ist, bekomme vom Protagonisten eine Extrabegrüßung, und bin damit natürlich erst mal der Lacher der Minute. 
Zu schräger Hintergrundbeschallung liest Mike schräges Zeug vor. Besonders hängen bleibt das lange Prosagedicht „That’s what the Obituary said“. Witziger Typ, der Mike.
Danach meint einer der Plattenfirmenmenschen, dass man den Anwesenden ja jetzt mal das neue Eyehategod-Album, das im Mai erscheint, vorspielen könnte, worauf es aus Herrn Williams herausplatzt „That’s what they’re actually here for anyway, haha.“
Während „Eyehategod“ durchs Black Plastic dröhnt, hält man ein wenig Smalltalk. Ein namentlich nicht genannter Visionsredakteur erzählt mir hektisch, den guten Mike gleich total unvorbereitet zu interviewen. Jaja, habe ich selbst gestern schon getan, schnarch.

Mittwoch 09.04.
Auf nach Tilburg!
Bei traditionellem Roadburn-Verglühen, dem „Hardrock Hideout“ im Cul de Sac gibt’s die ersten Bands auf die Ohren und Biere auf die Milz.
Es spielen: DEATH ALLEY und EVIL INVADERS. Erstere stecken tief im Rock'n'Roll vergangener Dekaden, zweitere haben gar einen Schuss Thrash im Old School Metal-Stilmix.
Wie gewohnt ist mir das Line up damit eeeiigentlich ein bisschen zu retro, aber bei solcher Musik schmeckt das Kaltgetränk generell ganz gut (eigentlich sogar schon zu gut, gerade auch gemessen an den holländischen Preisen, die man gerade aussem Pott so nun wirklich nicht gewohnt ist).
Im Übrigen auch dem ebenfalls bereits anwesenden Mike IX Williams, der uns im späteren Verlauf des Abends offenbart, gerade eben aus dem nahegelegenen Strip Club rausgeschmissen worden zu sein.
Ein Mitglied unserer Reisegruppe, nennen wir ihn Double-L, schießt auch gleich am ersten Abend einen der gröbsten Böcke des Festivals, zu dem mir nicht mehr viel einfällt… meine Fresse, ich kenn‘ echt nur denkbefreite…
Aber netter, feuchtfröhlicher Start ins verlängerte Wochenende!

... to be continued ...

Freitag, 18. April 2014

Aktuelle Alben (kurz notiert)

EYEHATEGOD –s/t
Kann man kurz und bündig abhaken: „Eyehategod“ ist ein neuzeitliches EYEHATEGOD-Album, wie man es erwartet. In seiner gesamten Inszenierung (Sound, Vocals) nicht so harsch wie die Frühwerke der Band ausgefallen, aber natürlich die erwartete Mischung aus Doom Metal und Hardcore-Punk. Mir macht’s Spaß!
VÖ: 23. Mai 2014


TRIPTYKON - Melana Chasmata
Ich sach et getz ma‘ ganz offen: 1.) An das umwerfende Debüt reicht das Zweitwerk wirklich kein Stück ran. 2.) Das eigentlich schlimme daran: Selbst nach x Durchläufen finde ich immer noch kein zumindest vorläufiges Werturteil zu „Melana Chasmata“. Ich habe keine Meinung zu dem Album! Es läuft durch, weder stört mich daran irgendwas groß, noch begeistert es mich übermäßig, dann ist es zu Ende, und ich weiß nicht, wie ich es eigentlich genau finde. Hilfe!

Tribulation

Wenn man zum Roadburn Festival fährt, entdeckt man im Vorfeld gerne mal eine Menge Namen in der Running Order, über die man noch nicht wirklich viel wusste, und dann hört man mal rein.
Ein wirklich guter Fund, den ich jüngst über diesen Weg gemacht habe, sind TRIBULATION.
Die jungen Schweden sind bestimmt nicht die einzige Band mit diesem Namen, in ihrem konkreten Fall hat man es allerdings auf dem letztes Jahr veröffentlichtem “Formulas of Death” mit einer wirklich coolen Mischung aus punkig-thrashigem Ur-Death/ Black Metal-Sound samt entsprechend rohem Spirit und – man höre und staune - psychedelischen Anflügen zu tun.
Scheint also ganz so, als wären Morbus Chron nicht die einzigen, die uns dieser Tage derartiges vorsetzen, und damit überraschen, dass sowas tatsächlich funktionieen kann.
Ich finds ziemnlich gut!
Bandcamp: metalhit.bandcamp.com/album/formulas-of-death

PS: Schade, dass der Auftritt der Band beim Festival dann leider doch eine vorwiegend rumplige Angelegenheit mit enormen Old School-Poserfaktor war, der die Atmosphäre der Tonkonserve nicht wirklich transportieren konnte. Hätte besser aufs Hell’s Pleasure oder PartySan gepasst, als aufs Roadburn...

Donnerstag, 17. April 2014

Ach ja: Svffer (2)

Hätte ich vor lauter Stress und Roadburn ja fast vergessen: Nachdem schon die selbstbetitelte Debüt-7‘‘ ziemlich überzeugte, haben SVFFER mit „Lies We Live“ nun auch ihren ersten Longplayer draußen, und werden dafür ziemlich abgefeiert.
Stichworte: Femaled Fronted Blastbeatcore mit ehemaligem Alpinist-Mitglied in den Reihen.
Kann man so nehmen!
Bandcamp: svffer.bandcamp.com

Mittwoch, 16. April 2014

Die Straßen brannte wieder (…)

Wie konnte ich eigentlich letztes Jahr allen Ernstes behaupten, dieses mal nicht zum Roadburn fahren zu wollen? Was hat denn da eigentlich nicht mit mir gestimmt?“ ist die laut ausgesprochene Quintessenz einer fast ganzen Woche, von Anfang/ Mitte letzter, bis Anfang dieser. Eine Woche, in der ich mit viel Hektik, Stress, und diversen weiteren Widrigkeiten und ambivalenten Verstimmungen im Nacken, um die Ohren, im Kopf und im Bauch ins Tilburg’sche Paralleluniversum entglitten bin, um dort – obwohl letztes Jahr bei mir ein bisschen die Luft raus war – ein gleichermaßen anstrengendes (physiologisch, und bei Freunden wie meinen teilweise auch nervlich) wie wohltuendes (seelisch) verlängertes Wochenende zu erleben, wie es in diesem Jahr mutmaßlich nicht noch mal besser werden kann. 
Aus besagtem Kosmos in all seiner wundersamen Eigendynamik wieder herausgeglitten, hält die Endorphin-Ausschüttung, die vier Tage, plus Vorglühen und Bonus-Nachbrenner zum runterkommen gar sechs bis sieben Tage Familientreffen voller Musikspezialitäten mit mächtigen Gitarrenriffs, großen Helden, sowie vielen Freunden und Gleichgesinnten, zugegeben auch begleitet von dem einen oder anderem Bier zum Sorgen runterspülen bewirkt haben, immer noch an.
Obwohl die Landung im gleich sofort wieder fordernden, arbeitsamen und tendenziell ruhelosem Alltag eine gar nicht mal so sanfte war, habe ich den Ruck in meiner immer noch meditativ nachwirkenden Roadburn-Euphorie eigentlich gar nicht wirklich gespürt.

Natürlich wird es hier noch einiges darüber zu lesen geben. Das allerdings schrittweise und nur dann, wenn ich gerade wirklich die Zeit, Puste und Ruhe dafür habe. Und wenn die nächsten Tage so weitergehen sollten, wie die 2-3 Wochen davor verliefen, wird das noch ein bisschen dauern, denn das Leben außerhalb dieses Blogs ist derzeit alles außer langweilig. Aber keine Sorge, (fast) alles ist gut.

PS: Einen persönlicheren Post wie diesen habe ich glaube ich noch nie geschrieben. Selbst ich werd' wohl im Alter sentimental...
(Bild: geklaut!)


Freitag, 4. April 2014

Thou / The Body

Parallel zum ganz geilen THE BODY-Kooperationsalbum mit The Haxan Cloak und der neuen THOU, die wiederum etwas auf sich warten lies und dann irgendwie leider nicht so wirklich überzeugte, ist nun auch das lang angekündigte Kooperationsalbum dieser beiden Bands frisch raus.
Das Ganze ist ausschließlich (!) als Schallplatte erhältlich und wird keine offizielle Veröffentlichung in digitaler Form erfahren.
Bekommen tut man das Teil hier: http://www.vinylrites.bigcartel.com/product/thou-the-body-released-from-love-12
Und einen Song davon kann man sich
via Soundcloud anhören:

Mittwoch, 2. April 2014

@"Dystopia" aus Greifswald

Könnt Ihr Euch bitte endlich mal umbenennen? Jedes mal, wenn ich Euren Namen auf einem Konzert-Billing lese, denke ich zwangsläufig die Dystopia gibt es wieder und damit dann kurz reflexartig sowas wie "OMG-ich-muss-dahin!!!!"...
Das muss aufhören!