Mittwoch, 22. Oktober 2014

Aktuelle Alben Oktober

Ja puh, es ist schon wieder so viel interessantes los, dass ich mit so vielen guten Alben vom letzten Monat nach wie vor in der Dauerrotation gar nicht mehr so richtig mit dem anhören, geschweige denn bloggen nachkomme… immer diese Zwänge und First World Problems…
 

1349 - Massive Cauldron of Chaos
Wie es sich für eine norwegische Black Metal-Band schon regelrecht gehört (man bedenke z.B. Mayhem’s Prog-Album mit Trip Hop-Track; die Industrial-Anwandlungen von Satyricon, Thorns und Dødheimsgard um die Jahrtausendwende, während der auch Gorgoroth Nuancen in diese Richtung durchschimmern ließen…), ergingen sich auch 1349 neulich mal in einer experimentellen Phase mit Ambient-Ansätzen u.ä., wofür sie sich gar zwei mal den_Warrior aka Thomas Gabriel Fischer zum Hand auflegen ins Studio holten. Bei „Massive Cauldron of Chaos“ steht der Kurs wieder voll und ganz auf reiner Extremmetall-Raserei, weswegen das halbstündige Album Erinnerungen an die Genre-Klassiker „Battles in the North“ und „Panzerdivision Marduk“ weckt. Wer auf sowas Bock hat, liegt hier richtig. Ein überraschender musikalischer Meilenstein ist aber natürlich was anderes.
Label-Bandcamp: seasonofmist.bandcamp.com/album/massive-cauldron-of-chaos


ATRIARCH - An Unending Pathway
Bei den ersten 1-2 Anläufen dachte ich erst noch ATRIARCH arg mittelmäßig zu finden, musste einige Hörproben später dann aber doch noch eingestehen, dass  „An Unending Pathway“ ja doch so ziemlich das ist, was man gemeinhin als Grower bezeichnet.
Wenn man die besten Momente von Neurosis (Souls at Zero/ Enemy of the Sun/ Sovereign/ ...) mit vereinzelten Ausbrüchen schwarzmetallisch inspirierter Raserei und einer dicken Portion Gothrock/ Postpunk (derzeit ja eh angesagt) in einen Topf wirft, und das Ganze soundtechnisch nicht zu dick aufträgt, sondern eher so ein bisschen stripped down inszeniert, dann kommt sowas wie  „An Unending Pathway“ dabei raus.
So richtig Oberliga ist das zwar noch nicht ganz, aber ATRIARCH sind aber bereits auf dem absolut richtigen Weg. Gefällt mir.
Bandcamp (in ein paar Tagen komplett dort hörbar): atriarch.bandcamp.com/releases


FUCK THE FACTS – Abandoned
Wie schon erwähnt haben FUCK THE FACTS drei Outtakes der Aufnahmesession des großartigen „Die Miserable“-Albums als limitierte Tape-Auflage und ansonsten rein digitalen Release rausgehauen.
Der Mix ist hier zwar etwas verwaschener als bei besagtem Album, die kanadischen Prog-Deathgrinder an sich aber on top wie man sie kennt und schätzt. Warum tun das eigentlich immer noch viel zu wenige?

Bandcamp: fuckthefacts.bandcamp.com/album/abandoned

GODFLESH - A World Lit Only by Fire
Nach der vorangegangenen EP im Frühjahr hier nun also der Longplayer. Neue Alben alter Helden nach längerer Pause sind ja immer so eine Sache. Dass sich die Herren Broadrick und Green in ihrer Herangehensweise eher an der Frühphase von GODFLESH orientieren, tut dem Ganzen dabei gut.
Um auf den Punkt zu kommen: Mir gefällt‘s. Das ist diese interessante und mitreißende Kombination aus mechanisch treibender Rhythmik und wuchtigem Saiteninstrumenten-Lärm, die mich schon bei meinen ersten Berührungen mit der Band Mitte der Neunziger faszinierte. Im Gegensatz zur erwähnten „Decline & Fall“ EP, die ich ganz okay aber nicht überragend fand, wartet „A World Lit Only by Fire“ allerdings endlich auch wieder mit diesen alles zerschmetternd stampfenden Monster-Grooves auf, wie sie eben nur GODFLESH können. 
Steht nur nach wie vor die Frage im Raum, wann die nach einer kleineren und natürlich längst ausverkauften Vinyl-Auflage schon länger versprochene Digital- und CD-Veröffentlichung des Mitschnitts vom 2011er Roadburn-Auftritt der Band endlich erscheint…
Bandcamp: godflesh1.bandcamp.com/album/a-world-lit-only-by-fire

INTER ARMA - The Cavern
Irgendwie sind INTER ARMA ja schon eine etwas seltsame Band. Sie haben allerdings unbestreitbar ihre Momente. So war z.B. ihr letztes Album „Sky Burial“ zwar
komisch heterogen, hatte dabei aber dennoch ein paar ziemliche Killer-Songs und einige coole Passagen zu bieten.  Und auch im Rahmen ihres Auftritts beim diesjährigen Roadburn Festival hinterließen sie einen ambivalenten Eindruck – seltsame Band, teilweise fast unsympathisch, dann aber passagenweise doch ziemlich beeindruckend.
Bei „'The Cavern“ handelt es sich um einen eigentlich schon etwas älteren, dreiviertelstündigen Song, bei dem u.a. auch Mitglieder von Windhand, U.S. Christmas und Across Tundras mitwirken. Auch hier wieder: So ein bisschen
seltsam unentschlossen ist das Teil schon, aber eben auch nicht wirklich schlecht.
Bandcamp: interarma.bandcamp.com/album/the-cavern


MELVINS – Hold It In

Man hat sich inzwischen fast schon dran gewöhnt, dass zur quartalsweisen MELVINS-Veröffentlichung immer wieder auch die nächste Inkarnation der Band das Licht der Welt erblickt. Nach dem kreativ mehrfach sehr erfolgreichen Line Up, das sie mit der Duoformation Big Business verschmelzt, einem Coveralbum mit umfangreicher Gastmusiker-Beteiligung, einer weiteren Runde als Trio mit Trevor Dunn, und einem Old School Line Up Revival, haben sich Osbourne und Crover für dieses Album nun auch noch mit zwei Mitgliedern der noch berüchtigteren Noiserock-Weirdos The Butthole Surfers zusammengetan.  Gemessen daran ist „Hold It In“ ja sogar ziemlich verträglich, rockig und gar nicht mal so krude-experimentell ausgefallen, wie man aufgrund dieser Konstellation auch hätte erwarten oder befürchten können.  Mit dem Maßstab, den man im MELVINS- bzw. Butthole Surfers-Kosmos ansetzt, wohlgemerkt, denn „normal“ ist natürlich immer noch was ganz anderes. Es wäre allerdings müßig, analysieren und diskutieren zu wollen, inwieweit „Hold It In“ aus einer anderen Perspektive konventionell oder far out ist. Es ist ein MELVINS-Album und als solches macht es gewohnt Spaß. 
(Als CD und mp3s gerade raus, Vinyl kommt im Dezember)


MENACE RUINE - Venus Armata
Hier haben wir also das insgesamt schon sechste Album des eigenwilligen Duos, welches schon in diesen Zeitgeist passte, dass so ein bisschen Goth aktuell wieder cool ist, als der Sachverhalt noch gar nicht so lag. Aus der Zeit gefallen wirkt ihre seltsame Mixtur aus Synthie-Dones und Neofolk allerdings immer noch, irgendwie hat es sogar ein bisschen was von Cold Meat Industry-Musik zu deren Hochzeiten. Im Gegensatz zu „The Die Is Cast“, „Union Of Irreconcilables“ oder „Alight in Ashes“ - die allesamt absolut ihre Momente hatten – will der Funke von „Venus Armata“ allerdings nicht so richtig zu mir rüber springen. Keine Ahnung, ob es gerade irgendwie an meiner eigenen Tagesform liegt, oder das Album tatsächlich einen riesigen Ticken fader als die genannten ausgefallen ist, aber irgendwie säuselt sich das Teil meiner Wahrnehmung nach in die totale Beliebigkeit. Schade.
Label-Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/venus-armata


NECRO DEATHMORT –EP2
Ihre letzte EP war so etwas wie eine Hommage an verschiedene Techno-Musikstile im Postrocker-Kompositionsverständnis. Nun fährt das britische Duo auf „EP2“ doch wieder die etwas härteren Kaliber auf, wegen denen ich sie eigentlich schätze. Es erinnert ja doch so ein bisschen an Godflesh (oder mehr noch an JK Flesh) wie hier Downtempo-Konservenbeats und eine generell düstere Atmosphäre auf akzentuiert eingesetzten Gitarrenlärm und auch mal Gebrüll treffen. Die harten Elemente sind dabei allerdings wie gesagt nur Akzente, die dem Rest auch mal Luft lassen. Hatte man so ähnlich zwar wohl schon mal von ihnen gehört, aber NDM sind trotz aller Broadrick- und Scorn-Assoziationen nach wie vor ein ziemlich eigenes Ding.
Label-Bandcamp:  distractionrecords.bandcamp.com/album/ep2


OOZING WOUND – Earth Suck
Irgendwie scheinen mich OOZING WOUND regelrecht zu verfolgen. Nachdem ich in jüngerer Vergangenheit schon von verschiedenen Seiten aus mehrfach über ihren Namen gestolpert war, wollte ich eigentlich eh schon reinhören, witzigerweise landete ihr neues  Album dann allerdings auch so schon als für ein anderes Medium abzuarbeitende Promo-CD in meinem Briefkasten.
OOZING WOUND bieten Sludge-Metal der eher temporeich abrockenden Sorte mit ordentlicher Thrash-Kante. Den intensiven Energiepegel einer ansatzweise vergleichbaren Band wie Black Cobra oder High On Fire erreichen sie dabei zwar nicht, machen aber durchaus Spaß.
Interessant übrigens, dass das Teil über das vor allem auch für eher experimentell oder speziell angehauchte Indie-Geschichten bekannte Label Thrill Jockey kommt (Tortoise, Trans Am, … auch Liturgy, jaja). Ich erinnere mich an karge, graue Zeiten (ca. die ersten zwei Drittel der Nuller-Jahre),  in denen man neandertaligen Metal innerhalb solcher Kreise nicht mit der Kneifzange anfassen wollte…
Stream oder Bandcamp o.ä. sobald verfügbar bzw. gefunden...


TODAY IS THE DAY – Animal Mother
Nach dem letzten TITD-Album „Pain Is A Warning“ konnte ich im Netz dazu die ersten Stimmen mit dem Tenor „Thema für mich wohl durch“ lesen. Ja, das Teil hatte etwas zugänglich-rock’n’rolliges, das – sieht man von Herrn Austin’s nach wie vor mitunter gewöhnungsbedürftigen Keifquietsch-Vocals ab – nicht mehr ganz so eigenwillig und schmerzhaft tönte, wie es der TITD-Grenzgang zwischen Noiserock und Extremmetall sonst schon mal tat. (Ex-)Fans mit Vorbehalten würde ich trotzdem empfehlen, beim neuen Album mal ein Ohr oder zwei zu riskieren, denn „Animal Mother“ kommt wieder mit etwas mehr Ecken und Kanten, sowie musikalisch einen Tick verspielter daher.
Kann man nehmen!
Bandcamp:todayistheday.bandcamp.com/

To be continued...

Montag, 20. Oktober 2014

Haglaz Fest

Jaja, no time for love, Dr. Jones, weswegen ich  auch den letzten Konzertbesuch noch mal wieder etwas knapper abhake:
Beim zweiten Tag des „Haglaz Fest“ im AZ Mülheim verpasste unsere Reisegruppe die erste Band u.a. aufgrund des Bahnstreiks (man saß bereits in einem Regionalexpress, der dann aber doch nicht weiterfuhr… oh man).
Und ich nehm‘s gleich vorweg: Bei den abschließenden „Thränenkind“ (sic!) befanden wir uns dann außerdem schon auf dem Heimweg, zumal besagte Band mit ihrem saft- und kraftlosem  Versuch sowas wie Shoegaze-Metal zu machen schlicht und ergreifend eher langweilt. Ja sorry, das wird man jawohl noch sa… whatever.

Beim Reinstolpern in die Bude spielten ULTHA jedenfalls bereits im schummrig-rot dezent angeleuchtetem Dunkel. Die neue Kölner Band, kürzlich u.a. auf Minitour mit Sun Worship und N gewesen, und macht das, was man grob unter Post-Black Metal eintütet.  Mit einem Kontrast aus Gegröle (Gitarrist Ralph, den man auch von Planks kennt) und heiserem Verzweiflungsgeschrei (der Basser) wurde fieses wie atmosphärisches rausgescrheddert. Cool. Bin gespannt auf kommende Tonträger.
Was INCARCERATION mit linkem Black Metal zu tun haben, muss mir jemand aufmalen, das mitunter Deicide-Assoziationen weckende Death Metal-Geknatter des Trios kam aber ziemlich geil.
Bei PLANKS merkte man im Vergleich zu Ultha dann schon den Unterschied, den eine zweite Gitarre ausmachen kann. Schade im Übrigen, dass sie „The Spectre“ nicht gespielt haben, aber cool, dass dafür jetzt ein anderes Instrumental im Programm ist.
Danach hieß es wie schon gesagt "man soll gehen wenn’s am schönsten ist"…


 
 
 
 

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ach ja…

Eigentlich wollte ich noch ausführlicher darüber berichten, wie es beim diesjährigen „Radau gegen HIV“ in Lünen mit AMENRA, OATHBREAKER und SUM OF R so war.
Ein momentaner Mangel an Zeit, Lust und Energie steht dem irgendwie im Weg. Soviel: OATHBREAKERs hochenergische Show mit Hippie-esquer Schreierin war das Highlight des Abends, SUM OF R mit ihrem eigenwilligen Bassloop-Drone- und Minimaldrumkit-Style wieder ein mal eine wirklich feine Sache, AMENRA wie üblich ziemlich gut, wenn auch (ebenfalls wie gewohnt) irgendwie dezent unsympathisch. Einen mäßigen Local Support gabs auch. Bilder habe ich keine (Amenra verbaten sich im Vorfeld ausdrücklich Amateurfotografen und Handyfilmer).

Montag, 13. Oktober 2014

Sonntag, 12. Oktober 2014

Emma Ruth Rundle (Nachzügler-Woche)

Am siebten Tage sollst Du ruhen? Einen habe ich noch, gerade passend zum Sonntag: Emma Ruth Rundle, die u.a. bei der amerikanischen Postrock-Hausnummer Red Sparowes mitspielt, macht solo sowas wie Drone/ Gitarren-Ambient und singt auch schon mal dazu.
Neben einer EP mit improvisiertem Material, das auf Tour entstanden ist, erschien im Mai das Debüt-Album „Some Heavy Ocean“.
Bandcamp: emmaruthrundle.bandcamp.com

Samstag, 11. Oktober 2014

Goat - Hide from the Sun (Videoclip)

MONARCH! – Sabbracadaver (Nachzügler-Woche)

[„Nachzügler-Woche“: Irgendwann in diesem Jahr veröffentlichte Alben, in die ich erst mit einiger Verspätung reingehört habe… Samstag: MONARCH!]

Irgendwie habe ich den Überblick verloren, ob und wie, bzw. warum sie auf welchem Markt mit Ausrufezeichen im Bandnamen geschrieben werden, an anderer Stelle dann aber wieder nicht.
Blickt da irgendjemand durch?
Anyway, Profound Lore haben im Sommer ein neues Album der französischen Dronedoomer MONARCH! (ich schreibe sie jetzt einfach mal mit, auch wenn es hier anscheinend mal wieder ohne ist) veröffentlicht.
Schon mal verspätet drauf hingewiesen hatte ich irgendwo im Rahmen dieses Blogs in aller Kürze zwar, da MONARCH! grundsätzlich allerdings ‘ne interessante und sympathische Band sind, und das Teil aktuell gelegentlich immer wieder mal läuft, möchte ich ihnen bei dieser passenden Gelegenheit dann gerne auch noch mal eine Extra-Abfertigung gönnen.
Drei lange Tracks lang wandeln die Franzosen um Zeremonienmeisterin Emilie mal wieder auf den Pfaden von Khanate u.ä. Seit ihrem letzten Album „Omens“ haben sie dabei ein wenig an Struktur gewonnen, was sich auch auf „Sabbracadaver“ weiter äußert. Man hat hier nie das Gefühl, dass sich irgendwas in dröhnschleppendem Selbstzweck verläuft, sondern durchaus ein kompositorischer Masterplan verfolgt wird. Musik, in der man versinken und an der man verzweifeln kann, der allerdings auch ein Hauch von Erlösung innewohnt, was bei früherem MONARCH!-Material nicht so war.
Ich finds gut!
Label-Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/sabbracadaver