Montag, 29. August 2016

Dies und das

Ein kleiner Update-Rundumschlag:
Da ich die letzten Tage/ Woche(n) ein bisschen im Stress war und auch die Pleiten-/ Pech-/ Pannen-Serie mal wieder ein bisschen zuschlug (s.u.), bin ich wieder mal ‘ne Zeit lang nicht so richtig zum Bloggen gekommen.
Das hier ist halt seit eh und je vor allem ‘ne Beschäftigungstherapie, die dann ins Hintertreffen gerät, wenn ich an Day- und Zweitjob-, sowie eigener Musizier-Front ausreichend ausgelastet bin. Kam zuletzt alles drei aufeinander…

Eigentlich wollte ich hier ein Review zur aktuellen BOSS HOG EP „Brood Star“ verfassen, die ich schon einige Tage im Haus habe. Mit dieser hatte ich dann allerdings einen nicht so günstigen Start, denn als sie erstmals auf meinem heimischen Plattenteller rotierte, rauchte mir parallel dazu mein Wohnzimmercomputer irreparabel ab, mit dem ich an jenem Spätnachmittag eigentlich noch zeitnah was wichtiges erledigen musste. Im allgemeinen Stress drumherum dauerte es dann ein paar Tage, bis ich wirklich die Muße hatte, wieder die Nadel auf das Teil zu legen und dann auch noch mal richtig hinzuhören, aber jetzt weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr so ganz, was ich dazu überhaupt schreiben will. Ja, auch das kommt schon mal vor. Interessante Randnotiz allerdings dennoch: Das eigentlich schon etwas unscheinbare Coverartwork der EP stammt von Comickünstler Paul Pope. Guter Mann!

Vergangenen Freitag erschien das neue Album von SUBROSA, die ich mit ihrer Mischung aus pathetischem Doom Metal und einer gewissen Indierock-Aura schon immer ganz gut fand. Aber ich hatte bisher noch nicht so wirklich Bock, mir die neue anzuhören. Ja, ich bin aktuell wohl so ein bisschen übersättigt. Hier mal die entsprechende Bandcamp-Einbettung für interessierte, vielleicht ring ich mich selbst dann ja auch endlich mal durch…:


 

Und eine neue PALLBEARER EP gibt's auch:


 

Nicht nur im Rahmen des Dortmunder „Hafenspaziergang“ war in besagter Stadt am vergangenen Wochenende ziemlich was los. Da schlender‘ ich gemütlich durch die Nordstadt und stelle fest, dass auf der Open Air im Park schräg gegenüber des Subrosa (jetzt ist die gleichnamige Kneipe gemeint) gerade POWDER FOR PIGEONS spielen, die ich generell ganz gut finde. Wieso wusste ich denn da nichts von? Weird. Zwischenzeitlich renne ich noch in einen ewig nicht gesehenen alten Kumpel, von dessen alter Band ich an dem Tag zum ersten mal seit Ewigkeiten mal wieder das Shirt trug. Even weirder!
Kurz danach landete ich im Blackend, um mir nicht zuletzt auch aufgrund persönlicher Bekanntschaft die Death Metaller SYMMETRIC ORGAN anzugucken. Danach wiederum dann auch noch in der Pauluskirche, wo die Instrumental-Dröhner NEEVA aufspielten (selbst schon zwei mal die Bühne mit geteilt, mit zwei verschiedenen eigenen Bands!), was in dem Setting ziemlich nett war. Im Subrosa zeigte sich danach noch DJ Robert vom RockHard für die Musikauswahl zuständig. Jung müsste man noch mal sein, um das alles ohne schlimmeres ächzen am nächsten Tag zu verpacken…

Weitere interessante Musikveröffentlichungen sind am Horizont: Ich habe u.a. Brain Tentacles, Dysrhythmia, Helms Alee, Japanische Kampfhörspiele, Mammoth Weed Wizard Bastard, Neurosis, Oxbow, Suicidal Tendencies feat. Dave Lombardo, Suma und Valborg auf dem Zettel. Eigentlich reicht das auch schon.

Dienstag, 9. August 2016

JK Flesh - Rise Above

Hoppla, mal wieder zwei Monate zu spät dran: Mit „Rise Above“ erschien letztens über das niederländische Label Electric Deluxe das neue Album von JK FLESH alias Justin Broadrick (Godflesh, Jesu, …). 
JK FLESH finde ich ja eigentlich generell ganz gut! Ging das 2012er Album „Posthuman“ ungefähr in die Richtung von Godflesh’s „Us And Them“, überraschte das folgende Material auf einer Split mit Prurient dadurch, sich ein bisschen mehr auf schrägen Breakcore-/ IDM-Kram zu konzentrieren. Die letztjährige „Nothing Is Free“ EP wiederum kam dann als ziemlicher Kontrast mit straighterem Beat-Gewummse, dafür aber gänzlich ohne Bestandteile härterer Gitarrenmusik daher.  
„Rise Above“ macht nun tatsächlich genau da weiter. Die acht Tracks bieten geradlinig rummsendes Beat-Geschiebe zwischen Dub, Techno und Industrial durch oft eher gelassenere Temporegionen, die gleichermaßen rudimentär-funktional, dunkel-atmosphärisch wie auch etwas abweisend-noisey sind. Was dann zwar schon in eine Kategorie elektronischer Musik fällt, mit der ich was anfangen kann, allerdings muss ich ganz offen zugeben, dass sowas dann doch etwas ist, das ich nicht so wirklich oft hören muss...

Freitag, 5. August 2016

Ultha - Dismal Ruins

Kurzfassung: Eigentlich für eine Split-Veröffentlichung geplant, die dann doch nicht stattfand, gibt’s von der Kölner Derbdüster-Macht ULTHA gerad‘ zwei neue Songs via Bandcamp und auf Vinyl. Einer davon ist ein doomiges Cover der 80er-Gothrock-Obskurität Mighty Sphincter:


Triptykon, Valborg, Zeche Carl

TRIPTYKON spielten gestern mal wieder in der altehrwürdigen Zeche Carl zu Essen, in der ja sonst auch nicht mehr viel los ist.
Ich hab‘ mal durchgezählt: Nach ihrem grandiosen Roadburn-Warm–Up-Gig einst am gleichen Ort und dem kurz darauf folgenden, beim von Tom kuratierten
Roadburn 2010, dem Rock Hard Festival 2011, dem improvisierten Schlechtwetter-Zeltbühnenauftritt beim PartySan im gleichen Jahr,  2014 noch mal sowohl Roadburn als auch Rock Hard, außerdem der Morbus Chron/ Triptykon/ At The Gates Tour im Essener Turock und beim Eindhoven Metal Meeting 2014, war das ja tatsächlich schon das achte mal, dass ich TRIPTYKON gesehen habe… wow.

Den Support bestritt die Bonner Dunkel-Metal-Obskurität VALBORG. Und die mag ich generell sehr, wofür es mehrere Gründe gibt. Nur einer davon: VALBORG trauen sich Sachen, die eigentlich eher uncool sind. Ob es ihr Auftreten irgendwo zwischen Rocksau, stylischer Düster-Entität und latenter Selbstironie an der Grenze zum Dadaismus ist, ein Keyboard-dominiertes Album namens „Romantik“, oder recht eigensinnige Songstrukturen und skurrile deutsche Textfragmente, begleitet davon, dass Stilbrüche eher zum Konzept gehören als Ausnahmen sind… Vieles an dieser Band schreit förmlich danach, dass sowohl sich zu ernst nehmende Trve-Cvlt-Köppe und Ballerkram-Neandertaler, als auch Vertreter der Hipsterstoner- und Modemetaller-Bagage das Ganze eher nicht so wirklich begreifen und gut finden können. Genau darum liebe ich persönlich VALBORG noch mal umso mehr.

Ich erspare mir hier an dieser Stelle jetzt mal, dazu auch noch alle vergangenen Konzerte mit Blogeintrag zu verlinken, aber VALBORG spielen eigentlich nie das gleiche Konzert noch mal, was ein weiterer Grund ist. An diesem Abend ist die Setlist des Trios eine stimmig-homogene, dunkelbunt gemischte Tüte aus bisher unveröffentlichtem, was älterem, nix vom aktuellen Album, dem Highlight „Tempelberg“ (vom Überalbum „Nekrodepression“) und dem schon länger live mit durchgeschleppten, immer wieder geilem Brecher „Werwolf“, der es bisher noch auf keine Konservenveröffentlichung geschafft hat. Ich bin gespannt aufs neue Album!

Die Mischung aus höchst atmosphärischem Doom und um die Ecke gedachtem Grobgekeule gefiel natürlich nicht jedem, passte aber in meinen Ohren nahezu perfekt zum Hauptact…



… der natürlich in puncto brodelndem Breitwandsound 2-3 Schüppen drauflegte. Interessante Setlist auch: Nach dem gewohnten „Crucifixus“-Intro aus der Konserve gabs erst mal ‘n Block archaischer Celtic-Frost-Stampfer: „Procreation of the Wicked“, „Dethroned Emperor“, „The Ursuper“. Aber alles geil, da gibt’s nix. Erst dann folgte mit dem nach wie vor ziemlich großen „Goetia“ die erste wirkliche TRIPTYKON-Nummer. Auch immer wieder geil. Als Überraschung betrat dann Sängerin Simone Vollenweider die Bühne, um mit der Band „Obscured“ (die Goth-Hymne von Frost’s „Monotheist“) und „Boleskine House“ vom aktuellen TRIPYTKON-Album mit zum besten zu geben. (Apropos: Als ich dieses anlässlich des Konzerts vorher noch mal aufgelegt habe, fand ich es auf ein mal doch wesentlich besser als bei Erscheinen, wo es mich eher enttäuschte. Sachen gibt’s?!)  

Herr Fischer zeigt sich derweil zwischendurch gar bester Laune, moderiert das plappernde Publikum mit „Darf ich auch mal was sagen?“ ab und bekräftigt eigentlich gar keinen Bock auf das bevorstehende „Scheiß-Wacken“ zu haben.
Zwei weitere Frost-Songs und noch eine Nummer vom aktuellen Album später dann mal wieder das Finale, von dem ich nach wie vor nie genug bekommen kann: „The Prolonging“. Dieser unglaubliche, epische, abweisende 20min-Brocken eines Songs, der noch eine Runde und noch eine Runde drauflegt und dabei alle negativen Schwingungen der Welt durch ein riesiges schwarzes Loch in ein anderes Universum abfließen lässt.
Großartig wie immer. Ich könnt‘ schon bald wieder!

Donnerstag, 4. August 2016

Behold! The Monolith

Es gibt sie immer wieder: Diese Bands in der gemeinsamen Schnittmenge aus Roadburn-Kosmos und Aufstrebern ins Metal-Establishment, die bei mir aufgrund allgemeiner Übersättigung gerne mal mit etwas Verspätung ankommen. Heute geht’s in diesem Zusammenhang um BEHOLD! THE MONOLITH.
Jene waren mir zwar bereits grob ein Begriff, ich war aber irgendwie noch nicht dazugekommen, sie wirklich mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
B!TM-Gitarrist Matt Price lernte ich dann allerdings zufällig vergangenes Wochenende kennen, da er als Aushilfe ein paar Gigs für Armored Saint klampfte (deren Gonzo zu Hause gerade Nachwuchs erwartete) und ich einem von diesen beiwohnte.
Daraufhin habe ich dann doch mal deren aktuelles Album „Architects of the Void“ genauer hinhörend gecheckt und finds ja doch ganz schön gut.
BEHOLD! THE MONOLITH sind nämlich sowas wie eine „Next Generation“-Metal-Band. In ihrer Musik finden sich traditionellere Doom, Heavy und Thrash Metal Elemente, die allerdings mit zeitgemäßem Breitwand-Sludge-Sound vorgetragen werden (vgl. Yob, High On Fire u.ä.) und bis in Extreme vorstoßen, die gewisse Crust- und Black-Metal-Vorlieben durchschimmern lassen (vgl. Vhöl?).
Und das funktioniert nicht nur super, sondern lässt sogar noch Platz für einen allzu offensichtlichen Voivod-Zitat-Moment (in ‘Lord of Bones‘), der mir das Ganze dann natürlich noch mal extrasympathisch macht.
Gute Band, gutes Album:



Montag, 1. August 2016

Nord, Saint, Reich, Love


Wer hätte gedacht, dass ich einen der spaßigsten Abende seit langem ausgerechnet bei zwei Altherrenrock-Bands auf dem Nord Open Air, einer Umsonstveranstaltung auf dem viel zu überfüllten Viehofer Platz in Essen habe? Ich selbst, der sich gerne mal einreden will aus sowas dann doch mal rauszuwachsen und eigentlich lieber einer von 4-5 kauzigen Besserwisser-Gästen bei irgendwelchen Hinterhof-Experimentalmusik-Events sein möchte, als noch solche überlaufenen Metal-Kirmesabende haben zu müssen, jedenfalls eigentlich nicht... 
Aber es ist so wie es ist: Aus dem Bereich des Old School Heavy Metal sind ARMORED SAINT mit dem bekanntlich besten Sänger der Welt und die Thrash-Helden SACRED REICH wohl einfach ewige Lieblingsbands von mir, was gerade auch nach diesem Abend mutmaßlich immer so bleiben wird... 
Wenn ARMORED SAINT aufspielen, kommen und siegen sie. Gerade auch auf ihren letzten beiden Alben finden sich ‘ne Menge Hits (auch an diesem Samstagabend wieder mal großartig: „Left Hook from Right Field“) und die sportlich-agile sowie stimmlich bombige Performance, die John Bush da mit über 50 auf jede Wald-und-Wiesen-Bühne liefert, ist echt nicht ohne. Man hatte im Übrigen für diese Kurztour einen Aushilfsgitarristen dabei, der sonst bei Behold! The Monolith spielt, die dieses Jahr noch beim Roadburn zu bestaunen waren. Sachen gibt’s?! Es war jedenfalls mal wieder ein einziges Fest mit so einigen Hits! Die Band war top und vom Publikum begeistert. 
 
 
Zwischendurch gab‘s dann im Übrigen noch Devildriver, die mit einigen Bieren im Kopp sogar ganz okay gingen. 
SACRED REICH wiederum habe ich seit ihrer Reunion schon einige male gesehen und kann echt sagen, immer noch Spaß dran zu haben. Bei anderen Bands, die alle zwei Jahre mit ihrer Old School Setlist durch die Festivallandschaft durchgereicht werden, ohne dabei irgendwas neues zu bieten (oder wenn, dann nur halbgar-altbackenen Quatsch), winke ich ja sonst eigentlich nur noch ab. 
SACRED REICH sind dann aber doch die eine Ausnahme, weil eine so sympathische Band mit so zeitlosen Songs, die sie dann auch noch derart geil und spielfreudigst runterrocken, dass es immer wieder ansteckt. Meine Loyalität, sie das fünfte mal innerhalb der letzten neun Jahre zu sehen, wurde dann auch mit der Überraschung belohnt, dass sie derzeit mit „Blue Suit, Brown Shirt“ und dem grandiosen Titelstück tatsächlich auch Songs des sonst vernachlässigten „Heal“-Albums live spielen. Neben meiner Lieblingsnummer „Free“ gabs dann ferner mit obligatorischen Groovern wie „One Nation“, „Crimes Against Humanity“ oder „THe American Way“ auch noch die genau richtigen Sachen, die bei ihnen immer funktionieren. Es war wirklich großartig, einfach nur großartig.

Und so hatte ich tatsächlich an einem Abend, an den ich lediglich mit der Erwartung ging nur ein bisschen was vom gewohnten alten mitzunehmen, tatsächlich doch einen der vergnüglichsten Konzertabende seit langem. 
Bei einem späten Hotelbar-Bier erläuterte mir ein gutgelaunter John Bush dann im Übrigen noch die aktuelle Philosophie vom Saint. Dass man durchaus versucht, der eben tief im Frühachtziger-Hardrock und -Metal verwurzelten Musik einen zeitgemäßen Anstrich zu verleihen und nicht immer nur das gleiche Schema F durchzukauen, auch um es für sich selbst interessant zu behalten. Viel davon steckt tatsächlich auch bewusst im aktuellen Übersong „Muscle Memory“, den es aufgrund seiner Länge aber leider nicht bei Festivalshows mit knapperer Spielzeit zu hören gibt.
 Also hoffen wir mal, dass noch mal Clubshows folgen… 
(Ein Foto ist von Norbert geklaut)

Mittwoch, 27. Juli 2016

Auch noch neu raus… (Bandcamp)

Hier noch mal eben Hinweise auf zwei aktuelle Releases, die ich so sympathisch finde sie erwähnt haben zu wissen, auf die ich aber nicht im tieferen Detail eingehen möchte, weil mein persönlicher Musikhör-Queue und anderweitige ToDo-Listen gerad‘ eh schon wieder voller sind als Tage Stunden haben… (#FWP)

CASTLE - Welcome to the Graveyard
Das US-Trio CASTLE ist mit seinem bodenständigen, leicht verschrobenem, dann aber doch sehr wurzeltreuen Heavy-Metal-Sound zwischen Speed/ Thrash-Ansätzen und Doom-Aura eine dieser Bands, denen ich mich irgendwie sehr zugeneigt fühle, obwohl ich sie dann wiederum eigentlich nie wirklich höre. Klingt komisch, ist aber so. Das neue Album „Welcome to the Graveyard“ ist seit ‘n paar Tagen bei Ván Records raus:



GHOUL - Dungeon Bastards
Thrash Metal mit ‘nem ordentlichen Schuss Carcass’schen Deathgrinds und Punk-Seele, verpackt in ein amüsantes aber eben nicht klamaukiges Horrorcomic-Image. Das sind GHOUL, bei denen fast schon egal ist, wer sich aktuell hinter den Kartoffelsackmasken versteckt, denn das Line Up ändert sich öfter mal. Ende der Woche erscheint mit „Dungeon Bastards“ ein weiteres unterhaltsames Album: