Freitag, 19. Mai 2017

Acherontic Arts

Miniresümee zum vergangenen ACHERONTIC ARTS Festival in Oberhausen, vergangenen Freitag und Samstag:
Am ersten Abend war meine Anwesenheit vor Ort mehr so „akzentuiert“. Hängengeblieben ist vor allem mal wieder, dass der Sound in der Turbinenhalle II oft eher nicht so gut, es dafür aber auch bei mäßigem Sound irgendwie witzig ist, wenn die eher nach Tarantino-Soundtrack klingenden Soul-Rocker DARIO MARS AND THE GUILLOTINES einer Metal-Crowd reingedreht werden.
Außerdem fand ich THE RUINS OF BEVERAST live wohl auch schon mal spannender, bin mir aber nicht so sicher, ob’s am Sound, dem Material im Set der Band, oder primär irgendwie an mir lag…  

Als Randnotiz ist nicht uninteressant (naja, mehr oder weniger…), dass es im Laufe des Abends wohl zu einer mittelschweren Wemmserei zwischen Köppen aus dem Umfeld einer berüchtigten Internetrollschmuddelkinder-Ecke und Mitarbeiten eines von dort gerne mal verbal attackierten Musikmagazins gekommen sein soll, allerdings kann und möchte ich als Nichtaugenzeuge, der das Ganze nur über dritte vernommen hat, nicht wirklich mehr dazu sagen, außer, wie zu alt für sowas ich doch werde und wie mir diese Szene manchmal bis immer öfter doch auf den Sack geht…
Samstag wiederum war musikalisch ziemlich spaßig, allerdings waren sowohl die Doomer GGU:LL (tight geht anders) als auch die Spacerocker ASTROSONIQ (naja, echt mal nur so naja…) trotz guter stilistischer Voraussetzungen bei mir landen zu können, erst mal nur mäßig. 
ANTLERS wiederum waren dafür mit ihrem atmosphärischen Black Metal samt leichtem Crust-Fundament ziemlich gut. Sollte man auf dem Schirm haben, wenn da das nächste Album kommt, denn das war ganz schön gut. 

URFAUST überraschten damit, mal nicht das gleiche wie immer aufzufahren, sondern mal mit zwei Songs mit Keys statt Gitarre abzuschließen, was ziemlich gut funktionierte.
An dieser Stelle könnte ich noch lästern, wie ein bestimmter Okkult-Metal-Experte der „für immer tauben“ vehement drauf bestand, dass es sich nicht um Song X handelte, obwohl er im Unrecht war… aber aus dem Alter zwanghafter Längenvergleiche bin ich ebenfalls raus… 

SULPHUR AEON waren danach ebenfalls wie immer ziemlich gut. Die Jungs sind aktuell wirklich eine der wenigen Death-Metal-Bands, die ich tatsächlich brauche…
Den Island-Back-Metal von SINMARA zum Finale fand ich wie von Konserve ganz okay, aber auch nicht umhauend. 

Dienstag, 16. Mai 2017

Dieser Tage raus (KW20)

Mir hat’s mal wieder die Datei mit Notizen für den Blog zerlegt, d.h. dass mir gerade möglicherweise irgendwas an neuen Veröffentlichungen, die ich eigentlich schon mal auf dem Radar gehabt hatte, nun doch noch irgendwie durchgegangen ist. 
Deswegen könnte es sich evtl. lohnen, diesen Blogpost in ein paar Tagen noch mal anzusteuern, weil ich vielleicht doch noch irgendwas interessantes aufgeschnappt und nachträglich hinzugefügt habe… Prinzipiell ist allerdings erst mal Drone-Woche:

[ B O L T ] / biblo – Collaboration
Die Bochumer [BOLT] waren ursprünglich mal nur ein Zwei-Bassisten-Drone-Duo, das sich inzwischen aber um einen Drummer erweitert hat und immer wieder mal interessante Ideen umsetzt (teilweise in Kollaboration mit dem Dortmunder Drone-Gitarristen N, wie z.B. das Konzert mit 15 Amps
BIBLO wiederum ist ein elektronisches Avantgarde-Projekt aus Istanbul.
Auf „Collaboration“ gibt es jeweils einen einzelnen Track jeder Partei zu hören, sowie zwei gemeinsame Song.
Dass dieses Teil auf der [BOLT]-Bandcamp-Seite schon mal zu einem anderen Datum etwas anders angekündigt war als auf der Label-Bandcamp-Seite, macht es im Übrigen etwas verwirrend:



HARVESTMAN - Music For Megaliths
Sieben neue Tracks von Steve Von Till‘s Drone-/ Ambient-Solonebenprojekt, einer davon mit ein bisschen Drumming von Neurosis-Bandkollege Jason Roeder im Hintergrund.
Mehr denn je ist das Ganze auf "
Music For Megaliths" von einer sonoren Kristallklar-Qualität mit schon regelrecht versöhnlicher Wärme:



THOMAS ANDREW DOYLE - Incineration Ceremony
Hinter Thomas Andrew Doyle verbirgt sich natürlich kein geringerer als „Tad“ von der gleichnamigen Grunge-Band und den Doomern Brothers Of The Sonic Cloth.
Auf diesem dunklen Solo-Album spielt er, zu Klassik- und Jazz-Einflüssen zurückkehrend, diverse Tasten- und akustische Saiteninstrumente, unterstützt durch einen Perkussionisten: 




VOYCHECK - #F_ckingProfessional
Noiserock-Woche ist allerdings auch mal wieder, denn VOYCHECK aus Seattle reihen sich in den aktuellen Underground-Trend ein, an beste Genre-Pionierzeiten bzw. an Bands wie The Jesus Lizard, frühe Helmet und Surgery zu erinnern. 
"#F_ckingProfessional" ist ihr diese Woche rausgekommenes Langspieldebüt:



Sonst noch was?
Ach ja: Donnermann von u.a. 100000 Tonnen Kruppstahl und Hermann hat mit BRACKWASSER KNIPP ein neues Soloprojekt am Start, bei dem er alle Instrumente eingespielt hat: https://brackwasserknipp.bandcamp.com/album/b-rodiktator-f527

Dienstag, 9. Mai 2017

Dieser Tage raus (KW 19)

Nachzügler von letzter Woche:

AIDAN BAKER - The Silent World
Ob sich der durchaus geschätzte "Vollblut-Experimentalmusiker" Aidan wirklich einen Gefallen damit tut, inzwischen wirklich schon fast jede Woche irgendwas rauszubringen, das sei jetzt mal dahingestellt, aber ich habe ja schon seit einiger Zeit regelrecht Schwierigkeiten bei seinem Output an Solo-Kram, Kollaborationen und Bands überhaupt noch irgendwie mitzukommen…
„The Silent World” jedenfalls steht unter dem Motto “minimalist underwater space-jazz/rock“:




FAUST - Fresh Air
Das neue Album der Krautrock-Opas FAUST nehme ich mir jetzt wohl mal zum Anlass, wie schon länger angedacht endlich mal weiter in ihr Schaffen einzutauchen...
 

HARPON - Béji
Das finnische Label Kaos Kontrol stand laut Eigenaussage in der ersten Hälfte der Nuller Jahre mehr für Genres wie Dark Ambient/Post-Industrial/Noise/Power Electronics etc., hat den Fokus aber inzwischen auf Noiserock und artverwandtes verlegt. Da lohnt es sich wohl mal wirklich, in den Backkatalog einzutauchen!
Die neuste Veröffentlichung kommt von den Franzosen HARPON und klingt ziemlich geil: 




MNHM – Of Empires Past
MNHM give birth to ‘melodic noise’ from a higher and heavier dimension combining elements from post/math-rock and doom” sagt wohl mal wieder alles und gar nix aus. 
Der instrumentale Stilmix dieser Niederländer ist jedenfalls recht Soundwand-mäßig krachig und atmosphärisch, während man auf dem Rhythmus-Sektor auch schon mal ziemlich ausflippt.
Red Sparrows meets Aluk Todolo mit 'nem Schuss Celeste oder so.



SPACE BLOOD - Tactical Chunder
Instrumentaler Noise-/ Math-/ Post-/ Weirdo-Rock. 
Sanford Parker, der das Teil aufgenommen hat, macht auch noch bei einem Song an den Synthies mit. 



THE RUINS OF BEVERAST - Exuvia

Man kann es drehen und wenden wie man will: In der ziemlich klischeebeladenen und zu mindestens 80% generischen Ecke extremerer düsterer Metal-Substile ist der Death/ Black/ Doom von THE RUINS OF BEVERAST schon eine ziemliche Ausnahmeerscheinung. 
Sei es mit dem maschinellen Charakter, mit dem man in der Vergangenheit teilweise lärmte, oder neuerdings auch mit dem Tribal-Einschlag, den Bandkopf Alexander von Meilenwald zuletzt für sich entdeckt hat.



VEIL OF LIGHT – Front Teeth
„Goth“ ist ja jetzt neuerdings doch wieder irgendwie cool geworden, obwohl Indie-Köppe und Hipstermetaller diese Ecke eine ganze Zeit lang nicht mit der Kneifzange anfassen wollten (teilweise zurecht).
VEIL OF LIGHT aus Zürich hält sog. Cold-Wave-Musik schon seit ein paar Jährchen die Stange und hat seit Freitag ein neues Album raus:



Interessante Veröffentlichungen dieser Woche (KW 19)

AIDAN BAKER & KAREN WILLEMS - Nonland
Jaha, schon wieder Herr Baker! Dieses mal mit der belgischen Schlagzeugerin Karen Willems in Avantgarde-Jazz- und „Krautrock-Minimalismus“-Gefilden unterwegs.
Auf mich hat das ja tatsächlich eine ziemlich entspannende Wirkung:



SHOW OF BEDLAM – Transiguration
Im derzeit inflationär besetzten Feld schwer groovendem Metals trennt sich immer mehr die Spreu vom Weizen...
Den kanadischen SHOW OF BEDLAM räume ich die Chance für einen nachhaltigen Eindruck ein, denn ihr wuchtiger, verzweifelter, leicht progressiv abgekanteter Zeitgeist-Doom mit Frau am Mikro klingt nicht so wie der der meisten anderen: 



WHITE WARD - Futility Report
Debemur Morti Productions werden nicht müde, sich als Anlaufstelle Nummer eins für „Avantgarde Black Metal“ etablieren zu wollen:
WHITE WARD aus der Ukraine beherrschen die Genre-typische Raserei mit Gitarrenmelodiebögen, der Shouter klingt eher so ein bisschen nach Hardcore und auf ein mal hört man ein… Saxophon? Ja, ein Saxophon.
Mich haut’s nicht um, aber ein interessanter neuer Farbtupfer in der „Post-Black-Metal“-Szene ist das Ganze allemal:



WORMWITCH - Strike Mortal Soil
Auch Death Metal mit Crust-Kante oder D-Beat mit Black-Metal-Schlagseite ist so eine Subgenre-Idee, die in den letzten Jahren sehr viele neue Bands abgeworfen hat.
WORMWITCH aus Kanada machen derartiges ganz gut:  



Außerdem:
Offiziell kommt diese Woche wohl schon in zweiter Pressung die Split-10‘‘ von AMENRA und RAKETMANON mit Artwork von Künstler MICHAEL BORREMANS via Consouling Sounds, die ich sogar schon eine Weile im Haus habe...
Ebenfalls eine Split teilen sich ACID MOTHERS TEMPLE… und ST 37, die sich an Musik aus „Twin Peaks“ (!) vergehen.

Dienstag, 2. Mai 2017

Dieser Tage raus (KW18)

Neue Woche, neuer Lärm!

FULL OF HELL - Trumpeting Ecstasy
Was FTH meiner Ansicht nach interessant macht ist die Tatsache, dass sie mit jugendlicher Energie stilistisch etwas unentschlossen zwischen straightem Deathgrind, ‘ner irgendwie metalcoreigen Kante und einem Hauch von experimentellen Charakter unterwegs sind, der ihnen schließlich schon eine Kollaboration mit Merzbow bescherte und immerhin auch mal einen Melvins-Coversong abwarf. 

Das wiederum ist dann aber eigentlich auch schon alles…



OXBOW - Thin Black Duke
Ich sach’s jetzt mal ganz offen: Irgendwie hatte ich von der neuen OXBOW wohl ein bisschen mehr erwartet. OXBOW waren, sind und bleiben ohne Frage eine faszinierende Band, die in ihrer seit bereits Ende der 80er aktiven Gänze auch irgendwie nicht ganz so einfach komplett zu „fassen“ ist, aber nach dem, was ich von „An Evil Heat“ (2002) und vor allem „The Narcotic Story“ (2007) gewohnt war, hatte ich beim zehn Jahre später kommenden neuen Album wohl irgendwie doch ein bisschen mehr erwartet.
Die Truppe um Ausnahmefrontmann Eugene Robinson ist auf „Thin Black Duke“ in ihrer Mischung aus Blues, Noiserock, Doom, aber eben auch Jazz- und Neoklassik-.Elementen noch mal ein Stück weiter an letztere gerutscht.
Natürlich muss das nicht per se was schlechtes sein und der alte Sack, der ich inzwischen bin, neigt auch langsam immer mehr zur Hochkultur als zu AJZ-Krach (nicht wirklich), aber irgendwie werde ich nach den bisherigen Höreindrücken von „Thin Black Duke“ das Gefühl nicht los, was anderes und umhauenderes erwartet zu haben…



TOMAGA - Greetings From The Bitter End
Dieses Londoner Duo ist u.a. Teil von Thurston Moore’s The Can Project, experimentiert als TOMAGA allerdings schon eine Weile mit Minimalismus, Krach und Psychedelik.  
Ihre neue EP via Kaya Kaya Records klingt bisher recht vielversprechend:



VISCERA/// - 3 | Release Yourself Through Desperate Rituals
Trotz des sperrigen Namens/ Albumtitels und wohl auch durchaus ziemlichen Ambitionen sind VISCERA/// trotzdem eine relativ griffige Band zwischen (Black) Metal, Hardcore und einer Brise Prog/ Psychedelic. Und scheinbar bekommen sie aktuell auch schon einiges an internationaler Aufmerksamkeit, was ich als jemand, der sie schon in einem schlecht organisierten autonomen Wohnzimmerloch gesehen hat, nicht ganz unwitzig finde… 



WAR SCENES - Unsystematic Scheme 
Kurzfassung: Ein Berliner „Noise / Techno / Experimental“-Projekt aus dem Labeldunstkreis von Instruments of Discipline mit einem neuen Tape:



Außerdem:
...und last but not least: Bei Ván Records erscheinen diese Woche neue Alben von THE RUINS OF BERVERAST und SLAEGT. Wie von Ván gewohnt, werden diese wohl erst etwas später bei deren Bandcamp aufschlagen.TROB sind eigentlich immer interessant, von daher sind wir gespannt drauf....

Mittwoch, 26. April 2017

Roadburn 2017.

Ja puh. Überspringen wir sofort mal den Warm Up am Mittwoch, der musikalisch eher uninteressant und in erster Linie dafür da war, mit alten und neuen Freunden und Bekannten das eine oder andere Bier zu trinken.

Donnerstag war dann allerdings bereits der Tag, an dem man sich - wie so oft beim Roadburn - in puncto Programm nix schenken wollte.

Von ASH BORER habe ich im Green Room 1-2 (lange) Songs gesehen, was okay war, aber so richtig umhauen werden die mich in diesem Leben wohl auch nicht mehr.
Auf der Hauptbühne eröffneten zeitversetzt CRIPPLED BLACK PHOENIX das Festival und die mag ich. Allerdings verzichtete man bei dieser Gelegenheit auf den Mitsinghit ‘Burn Reynolds‘. Würd‘ mich mal interessieren, warum genau…

Im Folgenden sah ich rastlos ein bisschen was von THOSE POOR BARDS im Het Patronaat (joah), stolperte durch den VANUM-Soundcheck im Extase (nuja), sah ein bisschen SUBROSA auf der Hauptbühne (gut, gut) und verweilte für einen Song bei ROME (tjoah), bis ich beim WOLVES IN THE THRONE ROOM Mainstage Gig erstmals wirklich mal wieder länger an einem Ort verweilen wollte. 
Kurzfassung: Es war schon geil, gerade auch der „Dea Artio/ Vastness and Sorrow“ Beginn, allerdings blieb mir nicht verborgen, dass der aktuelle Drummer von WITTR nicht sooo fest im Sattel saß, was mir meinen Lieblingssong ein bisschen schmälerte.
Was ich danach noch kurz im Vorbeigehen durch den Green Room von ESBEN AND THE WITCH mitbekam gefiel, vielleicht sollte ich mich mit denen mal eingehender beschäftigen…
Danach geht der Aufteilungsmarathon weiter: Zwei Lieder COVEN auf der Hauptbühne. Naja, was soll man dazu sagen…

…bevor ich wirklich eine Meinung habe, muss ich eh schon wieder die ersten drei Songs von SUMA im Green Room gucken, die mal wieder riiiiiichtig geil Alarm machen. 

Dann geht’s aber auch schon wieder weiter, rüber in die Kapelle, weil ich…
DÄLEK komplett sehen will. Endlich mal DÄLEK live, darauf warte ich seit Jahren. Und MC Will Brookes und seine beiden Mitstreiter an Turntables und Tasten haben mit ihrem Noise-Hop dann auch mal echt völlig die Hütte abgerissen.
Ziemlich zufrieden gönne ich mir danach ‘ne Pause zum essen, weitersaufen und Leute zutexten, zumal ich Deafheaven eh nicht brauche, bevor’s zum Schluss noch BONGZILLA auf der Hauptbühne gibt. Was, Kurzfassung, zwar keine Offenbarung war aber doch ziemlich Spaß gemacht hat.

Freitag habe ich dann doch keinen Bock, mich in der langen Schlange zum Schammasch im Patronaat anzustellen und starte mit MAGMA im 013. Ein gewisser Götz K. fragt mich amüsiert quasi, ob mir das tatsächlich gefällt und ist erstaunt über die Antwort. Was die französischen Prog-Dinos machen ist halt so weit draußen, dass es einfach nur noch Spaß macht und was Christian Vander da mit seinen 69 Jahren am Schlagzeug hinzaubert kann sich wirklich sehen und hören lassen…. 
Danach geht’s ins mal wieder proppevolle Patronaat zu ZHRINE, die mir kurzfristig noch als Empfehlung einer Bekannten auf den Zettel rutschten. Das von weiter hinten gehört war cool, allerdings kam hier die Raumakustik beim eher atonal-wilden Black Metal der Isländer schon nicht mehr so ganz mit.
Oathbreaker fallen irgendwie durchs Raster und ich lande bei den vor ein paar Tagen noch gesehenen BIG BUS
INESS im Green Room, die wie immer unterhalten, allerdings wirkte seltsamerweise dieser Auftritt des Duos etwas mehr nach einer runtergerissenen Pflicht als das mäßig besuchte Date in Köln, bei dem Brummbasser/ Sänger Jared Warren mit seinem Running Gag zum Thema Ostern amüsierte.
Was ich danach von CHELSEA WOLFE und Begleitband auf der Hauptbühne sah war übrigens krass gut, weil ziemlich heavy und atmosphärisch. Ich muss wohl das aktuelle Album „Abyss”, das ich wohl irgendwie ausgelassen hatte, nachdem das elektronische „Pain Is Beauty“ und das ‘doom-folkige‘ „Apokalypsis“ wohl zwar ganz gut aber eben nicht weltbewegend fand, doch mal auf meine Ancheck-Liste schreiben …
Ich stolperte dann aber bald schon wieder in den Green Room zu ZU zurück und hatte dort ziemlich lange Spaß am Noise-Jazz des Trios.

Amenra opfere ich ganz WHORES., die ich mir auf meine alten Tage tatsächlich noch mal wie’n jungspundiger Fanboy von Anfang bis Ende aus der ersten Reihe (!) gebe. 
Geilster Moment der Show: Als gegen Ende bei ‘Playing Poor‘ genau bei ca. der „Bass und Schlagzeug spielen noch mal eben alleine bis Gitarre und Gesang wieder einsetzen“-Stelle der Amp abraucht, die Rhythm Section den Part so lange in Endlosschleife spielt bis ein neuer Verstärker auf der Box steht und läuft, und man gigasouverän zurück in den Song findet. War geil! 
Den Rest des Abends überspringe ich, denn so wirklich erwähnenswert war danach musikalisch dann nix mehr…

Samstag heißt’s erst mal wieder mal aufteilen: Von THE BUG vs. DYLAN CARLSON (of Earth) nur die ersten zehn Minuten mitkriegen ist irgendwie, als hätte man nicht wirklich was von der Drone-Dub-Kollabo gesehen, ich wollte dann aber halt direkt noch einen guten Platz im Green Room erwischen, um COBALT zu sehen.

Jene mag ich auf Konserve sehr, in concert merkt man der Band den Charakter des Multiinstrumentalisten-Projekts mit Live-Sessionmusikern aber doch ein bisschen an, denn so ganz vor Energie strotzend wie das aktuelle Album „Slow Forever“ ist der Auftritt des Quartetts nicht. Außerdem: Was ist Charlie Fell denn bitteschön für ein gewöhnungsbedürftiger Frontmann? Irgendwie schon wieder skurril-unterhaltsam, aber irgendwie auch wurstig…
Im Vorbeigehen nehme ich ein paar Songs von RAZORS IN THE NIGHT im Patronaat mit. Scott Kelly (Neurosis) und Mitglieder von Baroness covern Punk-Schinken. Spaßig!
OARNASSI PAZUZU auf der Hauptbühne gehen dann aber doch vor, also geht’s dann auch schon wieder dorthin. Entre nous: So geil wie deren Patronaat-Auftritt letztes Jahr war die diesjährige Nummer auf der Main Stage zwar nicht, aber gut genug.

Nach einer Stunde finnischem Space-Prog-Noise-Black-Metal-Inferno brauche ich dann allerdings erst mal ‘ne Pause und lasse tatsächlich Warning sausen.
Danach kamen MEMORIAM und naja, mal ganz ehrlich: Außer ‘nem übertrieben drückenden Basssound war das jetzt echt nix nennenswertes. 
Mal wieder nur den halben Set gebe ich mir von unserer BM-Übermacht ULTHA, die den Miniclub Extase komplett zerlegen, aber ich will halt auch endlich mal ALUK TODOLO sehen, die zeitversetzt im Green Room auflaufen.
Jene sind das, was dabei herauskommt, wenn Typen mit Düster-Metal-Background King Crimson und Magma für sich entdecken und das Ganze als Instrumental-Hirnfick auf die Bühne zaubern. Ich fands gut! Und der Gimmick mit der runterhängenden Glühbirne als Bühnenbeleuchtung ist auch irgendwie cool.

 
Rüber ins Patronaat zu DISFEAR für ‘ne geile Packung Crustgekloppe im Vorbeigehen und dann Grand Finale auf der Hauptbühne mit MYSTICUM. Und was für eins! Größenwahn hoch zwölf, wie das Drumcomputer-unterstützte Trio da auf Riesenpodesten von einer Projektionsshow umrahmt wird. Gerade auch im schon leicht verwirrten Kopp ist dieser Overkill ein völliger Knaller.

Sonntag war dann irgendwie zugegeben schon ein bisschen die Luft bei mir raus.
Das eine oder andere (Sumac, Ulver, ...) fiel aus verschiedenen Gründen durchs Raster.
Und der verkaterte Start tat fast ein bisschen weh, denn der TEMPEL OV BBV (= Gnod + Radar Men Of The Moon; Album kommt noch) ist ganz schön krachig und verquer, aber gefiel.
Nach zig Jahren mal wieder OXBOW zu sehen war ebenfalls geil und die schenkten sich an sadomasochistischer Kante mit fiesen Feedbacks u.ä. ebenfalls nix.   
PALLBEARER waren irgendwie, genau wie ihr aktuelles Album, ehrlich gesagt eher langweilig und die inzwischen scheinbar völlig in Postrock-/ TripHop-Regionen gedrifteten LES DISCRETS tatsächlich sogar völlig zum einschlafen, die brachialen VALBORG im Green Room dann allerdings noch mal ein spätes Highlight. Aber soll ich hier jetzt echt zum bestimmt zehnten mal darlegen, warum VALBORG so geil sind?

 
Von HYPNOPAZÜZU habe ich dann zum Schluss immerhin erst noch ein bisschen was gesehen und während COME TO GRIEF stieß ich dann wohl irgendwie an die Grenzen meiner verbliebenen Aufnahmefähigkeit, bevor es ab gen Heimat ging.. 

Ja puh². Wie immer: Anstrengend, aber super.
An dieser Stelle noch vor allem ‘n schönen Gruß an die Hamburgers, man sieht sich bestimmt!

Dienstag, 25. April 2017

Dieser Tage raus (ca. KW17)

…uuunnd den mittelharten Aufschlag zurück aus dem Roadburn-Paralleluniversum in den Wahnsinn des normalen Alltags hätte ich somit wohl auch überstanden.
Ein Resümee des hinter mir liegenden, äh, Kulturkurzurlaubs werde ich im Laufe der Woche wohl noch verfassen.
Ich wäre aber nicht ich, wenn ich Euch nicht trotzdem noch eben erzählen müsste, was seit Kurzem oder in Kürze an der Tonträger-Front so neues am Start ist…


CHRISTIAN FITNESS – Slap Bass Hunks
Andrew Falkous war bei Mclusky und ist immer noch bei deren Nachfolgeband Future Of The Left (o…oder?).
CHRISTIAN FITNESS ist sowas wie sein Solobaby. "Slap Bass Hunks" ist bereits das vierte Album:




CHROME - Techromancy
Vergangenen Freitag erschien auch mal wieder ein Album von Helios Creed’s CHROME.
Zum Reinhören bin ich selbst noch gar nicht gekommen, aber irgendwie weiß man da ja auch eh im Vorfeld schon ungefähr, was man an typischem Psychedelic-Punk erwarten darf…



COME TO GRIEF – The Worst Of Times
Passend zum Start des Roadburn, auf dem sie schließlich auch selbst spielten, hatten COME TO GRIEF alias die etwas umbesetzt reunierten Neunziger-Sludger Grief eine neue EP am Start, die’s auch bei Bandcamp gibt.
Mein Kumpel Dennis ist ein bisschen enttäuscht, dass sie auf ein mal etwas von diesem EHG-mäßigem Groove haben, den sie früher eben so nicht hatten, aber nuja. 



DEAD - We Won't Let You Sleep
Die australischen Noiserocker DEAD gibt’s eigentlich auch schon länger. 

Man sollte sie jetzt an dieser Stelle nicht mit den gleichnamigen deutschen Death-Metallern verwechseln, von denen im Sommer ebenfalls ein neues Album erscheint, dessen Coverartwork…nun ja
Diese DEAD haben vor nicht allzu langer Zeit u.a. mal eine Splitsingle mit Vaz gemacht und veröffentlichen kommenden Freitag mit „We Won't Let You Sleep“ den dritten einer „The Trilogy" genannten Serie von vier (ja, vier) LPs.



THE GRAND OPIATE - Convenience Kills EP
Die letzte EP ist gerade mal wenige Monate alt, da legen die Grindcoreler aus LA schon direkt im neuen Line Up eine nach:




YASS – Night Wire
Das letztjährige YASS-Debüt war eine ziemliche Überraschung für mich, zumal ich trotz tendenzieller stilistischer Nähe bisher eigentlich kein aaallzu großer Fan der BaWü-Bands Ten Volt Shock und Kurt war, besagter Ableger aus diesem Camp mir mit dem spaceigen Synthie-Noiserock von „Things That Might Have Been“ allerdings sofort ziemlich gut reinging.



Everybody Wants Somewhere: A Tribute To Fugazi
Und eine FUGAZI Tribute-Compilation hätten wir auch noch!
Bisher kam es vielleicht im Rahmen dieses Blogs noch nicht so richtig durch, aber FUGAZI höre ich wirklich und tatsächlich ja doch immer wieder gern mal und bin derzeit eigentlich noch dabei, die eine oder andere diesbezügliche Lücke im Plattenregal zu schließen…
Dieser ambitionierte Sampler mit insgesamt 21 Beiträgen, von denen ich ehrlich gesagt bisher kaum eine Band kenne, besteht jedenfalls aus einer LP und einem zusätzlichen Download-Album, dessen Erlös an einen wohltätigen Zweck geht (obdachlose Jugendliche von der Straße zu holen).



Außerdem:

  • Über Consouling Sounds erscheint ein neues Album der Instrumental-Rocker A-SUN AMISSA, das eine illustre Runde an Kollaborateuren (u.a. Mitglieder von Amenra, Gnod und Nadja) enthält.
  • Das Industrial-Projekt STAIQBLOOM hat Freitag ‘ne neue über Translation Loss raus.
  • In eine ähnliche Kerbe schlägt wohl PANICKER, das Projekt von Musiker/ Produzent Brent Asbury, bekannt durch Pinback und Goblin Cock, sowie diverse Zusammenarbeiten mit Justin Pearson-Bands wie The Locust und Retox, dessen Label Three One G auch die selbstbetitelte Debüt-EP rausbringt.
  • AARON DILLOWAY, Ex-Wolf Eyes, haut via Dais ein neues Solo-Album namens „The Gag File“ raus.
  • Bei Vendetta gibt’s neues von ASHBRINGER und TONGUE.
  • Und klar, ‘ne neue WOLFBRIGADE wär‘ da auch noch auf Southern Lord.

Mittwoch, 19. April 2017

Livelärm...

Kleine Konzert-Resümees des vergangenen Osterwochenendes:
Eigentlich sollte an dieser Stelle jetzt als erstes stehen, wie es Karfreitag im AZ Wuppertal bei u.a. Rorcal und Blckwvs so war...  Irgendwie war ich allerdings dann doch urlaubsreif in eine solche Feiertagslethargie gerutscht, dass ich es nicht geschafft habe, meinen alten ranzigen Körper dahinzuschleppen. Sorry, Jungs...

Samstag verschlug es mich nach Münster zu Pillorian, Mosiac, Total Negation und Valborg, wo ich eigentlich im Rahmen eines anderen Auftrags landete, weswegen ich an dieser Stelle mal wieder in erster Linie nur meine große Zuneigung zu VALBORG kundtun möchte.

 Das Trio aus Bonn ist mit seinem einerseits primitiv gekloppten, andererseits dunkel-atmosphärischen und auch mal um die Ecke gedachtem Kram einfach eine der spannendsten und, nun ja, nerdy-sympathischsten Bands, die wir in derartigen Stilgefilden derzeit haben. Als hätte man Celtic Frost mit der Verschrobenheit von Eisenvater gekreuzt und neben etwas Type O Negative auch noch einen ordentlichen Schuss Killing Joke/ Godflesh dazugegeben. Ergo: Genau mein Ding!
 

Ostersonntag dann Köln, ein mäßig besuchtes Underground.
WHORES sind laut und einfach nur total geil. Das Noiserock-Trio hat einen mächtig geilen Sound, spielt extrem souverän, rockt wild ab und ist überhaupt ebenfalls ein Fall von genau mein Ding! Ganz schön gut, genauso muss das klingen und sein.

 
Die headlinenden BIG BUSINESS stehen dem im Übrigen in nix nach. Vor allem das teilweise schon etwas unkonventionelle Nonstop-Action-Drumming von Cody ist einfach nur Killer, aber auch der derb brummende Bass-Sound und die Pop-Tendenzen der Band kommen in Verbindung miteinander total geil.
Hat sich schon gelohnt, sich dafür mal wieder nach Kölle aufzumachen.

 
An dieser Stelle noch ein Shoutout an Hofee und Bommel!