Montag, 21. August 2017

Dieser Tage raus (KW34)

Here we go again, die Neuerscheinungen der Woche:

LOW FLYING HAWKS – Genkaku
Nachdem Album Nr. 1 letztes Jahr irgendwie an mir vorbeiging (keine Ahnung, warum ich das nicht mitbekommen habe), bin ich beim zweiten dann jetzt aber doch dabei, denn es handelt sich hierbei um ein Projekt mit Melvins-Drummer Dale Crover und Bass-Virtuose Trevor Dunn (Mr. Bungle, Fantômas, …) als Rhythmusfundament, während die Gitarristen und Sänger dieser Kiste zwischen Shoegaze und Metal mehr oder minder anonym bleiben wollen.



MORBID EVILS – Deceases
Die schleppende Drone-Death-Doom-Sludge-Schwesterband der Geschwindigkeitsrekord-Grindcoreler Rotten Sound haut ihren zweiten Longplayer raus.
Keijo Niinimaa kann alles, außer Midtempo.




OLD NIGHT - Pale Cold Irrelevance
Newcomer-Tipp für Schöngeistmetaller: Heavy Doom Metal aus Kroatien mit drei Gitarren und mehrstimmigen Gesang, der Einflüsse aus Progrock, Blues und Ambient angibt.




REPTOID – Scum Surpreme
Vor einiger Zeit hier schon mal erwähnt, ist REPTOID eine Einmann-Band im Stil von Black Pus/ Lightning Bolt. Vor allem Youtube-Clips der Soloperformances geistern schon eine Weile durch die Szenerie und diese Woche erscheint eine neue EP:

reptoidx.bandcamp.com

SANNHET – So Numb
Mit ihrem instrumentalen, durchaus etwas eigensinnigerem Blackgaze/ Post-Metal waren SANNHET ja bisher irgendwie so ‘ne Band, mit der ich zwar grundsätzlich was anfangen kann, aber die mich, wenn ich mal ganz ehrlich bin, auch nicht gerade umhaut. Ich höre mir das gerne mal an, aber hängenbleiben will trotzdem nichts davon so wirklich.
Mutmaßlich wird das auch aufs aktuelle Album via Profound Lore so zutreffen.

 

TREPANERINGSRITUALEN - Perfection & Permanence
“Trepaneringsritualen explores themes of religion, magick and the hidden realms of consciousness, taking its musical cues from the old school of ritual ambient & death industrial.” leitet das Label Cold Spring die Bandbeschreibung ein.


 
Und sonst noch?
LEDGE ist das doomige (Solo)Projekt eines ehemaligen Weekend Nachos. Die waren mir ja ehrlich gesagt ‘ne Spur zu bollocoreig. Wen’s interessiert, der sollte mal die entsprechende Bandcamp-Seite oder die von Translation Loss im Auge behalten, was da Ende der Woche noch an neuem online geht. 


Außerdem ist am vergangenen Wochenende eine Best-of-Compilation von BONG-RA online gegangen, deren Tracklist Fans via Facebook mitausgesucht haben (Name Your Price!).

Dienstag, 8. August 2017

Destruktiva 10

Vergangenen Freitag stieg im AZ Mülheim mal wieder die „DESTRUKTIVA“, ein Event der vor allem um (Harsh) Noise-/ Power-Electronics-Künstler u.ä. noch ein bisschen weitere Kunst und auch ein paar Gitarrenbands auffährt.
Dieses mal mit einem etwas schlankeren Line Up als in jüngeren Vorjahren, was aber gerade auch auf so einem Freitagabend etwas besser funktioniert.

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob der Abend Billing-mäßig wirklich so verlief, wie es auf dem Zettel an der Kasse ausgewiesen war. Irgendwas war dann schnell eh vertauscht oder  irgendwie durcheinander…
Bei unserer Ankunft kombinierte gerade ein sonnenbebrilltes Mädel (Swamp Sweetie?) eine Spoken-Words-Performance mit Getöse aus Elektrogeräten.
Beim Duo danach (Stubenhexe?) tröteten auch Blasinstrumente ihren tonalen Anteil in den Soundwall, danach wiederum postierten sich zwei maskierte (Carsten Vollmer vs. Lilith?) in einem Käfig, der von Außenstehenden im Laufe ihrer Performance zerstört wurde. Mitmachkrachkunst! Ich fands geil!


Als erster Gitarren-Act durften dann die Münsteraner No Sun Rises ran, deren Metallic-Crust-Gerumpel einen okayen Kontrastpunkt setzte, aber ganz ehrlich gesagt müsste ich die jetzt auch nicht unbedingt noch mal sehen.
Ein mal Harsh-Noise-Getöse (Prison Shank?) später, während dem ich aber mal um die Ecke zu meiner Lieblingspizzeria musste, waren dann Hexer an der Reihe. Und als jemand, der die Dortmunder Sludge-Doomer zufällig schon seit ihren Anfängen mitbekommen hat, muss ich sagen, dass die Jungspunde sich echt machen. Der Drummer ist inzwischen souveräner geworden, der gerne mal durch psychedelische Passagen groovende Stil der Band kommt immer flüssiger und das mit dem Keyboarder/ Krachknöpfendreher scheint dem Ganzen auch eine passende Extradimension zu geben.
Summa summarum ein netter, teils etwas exzentrischer Abend im AZ Mülheim, zu dem ich echt sagen muss: Wenn es nach mir ginge, dürfte sowas  ja durchaus alle paar Wochen mal sein…

 

Montag, 7. August 2017

Dieser Tage raus (KW32)

ATRIARCH - Dead As Truth
Das letzte ATRIARCH-Album auf Relapse Records fand ich mit seiner Mischung aus ‘Alternativ-Doom‘ i.S.v. Neurosis und einer gewissen Gothrock-Kante ja eigentlich ganz cool.
Der Nachfolger ist da:



CLOAKROOM - Time Well
Ebenfalls via Relapse auf die Menschheit losgelassen, wird CLOAKROOM zugeschrieben sich auf der Mitte zwischen Shoegaze und Sludge-Metal zu bewegen. 

"Fuzzy and depressive. Expressive and expansive."
Dieser Tage auch nix neues mehr, aber hören wir mal in das Langspieldebüt rein…



DEAN HULREY - Anthology Resource Vol. 1: △△  

Und hier was für Twin Peaks-Fans: Für das aktuell laufende Revival besagter Serie hat DEAN HULREY, der schon länger mit David Lynch als „Sound and Music Supervisor“ zusammenarbeitet, hiermit einen begleitenden Kontrastpunkt zum offiziellen Serien-Soundtrack am Start.
Ambient-Scores und ätherische Soundeffekte aus Lynch-Land:




END.USER - Shut Down EP
Auf dem eigenen Label Sonic Terror wird der Drum'n'Bass-/ Breakcore-Meister aus New Orleans Ende der Woche was neues raushauen.
 

HEINALI and MATT FINNEY – How We Lived
Sechs Jahre ist es her, dass HEINALI and MATT FINNEY’s “Ain’t No Light” sowas wie eine kleine Undergroundsensation war. 

Zeitgemäße Musik  zwischen der Ambient-Doom-Ästhetik von Nadja und den Surrealismus-Blues-Vibes eines Angelo Badalamenti traf auf eine Spoken-Words-Performance mit Potenzial zu zeitloser Depressions-Prosa.
Viel hat sich seitdem im Leben der Protagonisten getan und ich bin wirklich sehr gespannt, wie der „gereifte“ Sound des Duos klingt!



ICE BALLOONS - Fiesta
Ehrlich gesagt weiß ich über ICE BALLOONS nicht viel mehr als das, was das Label Volar Records gleich mit in die Titel-Überschrift bei Bandcamp schreiben muss: „Members of TV on the Radio, Samiam, Surfbort, Midnight Masses“.
Von der einen oder anderen Band hat man schon mal gehört, ja.
No-Wave und Noise-Punk sind Etikette, die der Supergroup zugeschrieben warden.



KARAMAZOV - Self-Control EP
Synthie-Ambient meets Gitarrenlärmmusiker. Mainman Luke Olson und seine Mitstreiter ziehen sowas wie Postrock mal von der anderen Seite auf und versuchen sich an einem Hybrid aus Electronica und Rock/ Metal/ Post-Hardcore. 

 


KHMER - Larga sombra
Die spanischen KHMER sind eine dieser Next-Generation-Bands, bei der Crust-Punk/ D-Beat mit Black-Metal, Doom-Sludgecore und auch ein bisschen Postrock zusammentreffen.


N-1 - Macht ihr mal, ich hab schon
Nein, hierbei handelt es sich nicht um den Dortmunder Drone-Gitarristen „N“, sondern um eine schon länger aktive Band, die aktuell mit Synthie-Altmeister Udo Hanten (You) kollabiert.
"Macht ihr mal, ich hab schon" ist dabei ein improvisiertes, live aufgenommenes Werk im stilistischen Spannungsfeld von Psych-, Prog-, Spcae- und Krautrock:




PENNY RIMBAUD'S KERNSCHMELZE II - Cantata For Improvised Voice
Cold Spring ist das selbsternannt "größte Label für Industrial, Ambient, Noise" u.ä.;
Komponist/ Produzent Penny Rimbaud und Dichterin/ Stimm-Performerin Eve Libertine waren bei der Punk-Legende Crass

Zusammen mit Charles Webber (Piano, Electronics, Co-Producer) präsentieren uns die beiden hier auf Cold Spring etwas ziemlich spezielles:



POISON BLOOD -s/t
Und noch mal Relapse: Typ von Horseback und Typ von Krieg machen als Duo aggressiven Black Metal. 

Freitag, 4. August 2017

Child Bite, Syk, Köln

Ja puh… da macht man sich unter der Woche eh schon etwas schlafdefizitär auf, die Stunde Autobahn vom Pott nach Köln auf sich zu nehmen, um dann vor Ort im Sonic Ballroom zu erfahren, dass AZ-mäßig noch etwas gewartet wird, bevor es losgeht, da ich nach bereits einer Stunde Einlass gerade mal der dritte zahlende Gast bin…
Wo sind die Leute denn schon wieder, wenn ein Konzert mit zwei guten Bands nur 8€ Eintritt kostet?
Ach ja, buchstäblich um die Ecke, im Underground, denn dort spielen Crowbar. Ich latsche mal rüber, um mir das Ganze anzusehen, denn ich hab‘ ja eh noch Zeit: Es ist im und ums Underground bei der bereits zweiten Band Night Demon bumsvoll und anwesende Metaller schießen im Hof Fotos zusammen mit den brasilianischen Weibern der schon gespielt habenden spielenden Thrasher Nervosa…  

Aber jetzt mal ganz ehrlich: Ich habe Crowbar gefühlt in den letzten drei Jahren fünf mal gesehen…

Zurück im Ballroom fangen SYK um 21:30 dann auch mal an. 
Müsste ich die Musik der Italiener auf den Punkt in eine Schublade stecken, würde ich wohl „Prog-Metal“ auf- und zumachen.
Da Ganze hat trotz aller weitgehenden Präzision und  Krummheit einen Trance-artigen Flow, der Meshuggah nicht unähnlich ist, allerdings ohne das hartkantig-abgehackte und sterile der Schweden, das den sog. „Djent“ gebar. Nein, auch wenn sie mutmaßlich durchaus gut aufs „Euroblast Festival“ passen würden, hat der dicht-komplexe Lärm von SYK keine übermäßig mathematische Kalkül, sondern einen etwas krachigeren Sound und einen eher verschlängelten Fluss, zu dem die shoutend und singend leidende Frontfrau (mit Vocal-Effektpedal) auch gleich mal eben den passend pantomimischen Ausdruckstanz aufführt.
Intensiv? Ja, ziemlich! Anstrengend? Das auf jeden Fall auch! So ganz mein Ding war das ehrlich gesagt nicht wirklich, nichts desto trotz aber ziemlich beeindruckend.
Musiker-Randnotizen: Der Gitarrist spielt eine achtsaitige, der Basser ein Monster mit neun Saiten (!) und der Drummer spielt in einem Song so einen „mit der rechten Viertel auf Becken/ Bassdrum und Snare ballern ternär“-Beat, den ich auch manchmal mache, aber noch nie bewusst von jemand anderen gehört habe (ohne mein eigenes dilettantisches Gerumpel dabei jetzt irgendwie hervorheben zu wollen)…

Was Syk mit ihren Tourkollegen CHILD BIITE im Übrigen hauptsächlich gemeinsam haben ist, dass die jeweils aktuellen Alben beider von keinem Geringeren als Phil Anselmo produziert wurden und auf seinem Label Housecore Records erschienen.


CHILD BITE hatten dann allerdings trotz nur 8-9 Gästen im Laden (!) spürbar Bock.
Nach einer der allerkürzesten Umbaupausen, die ich je bei so einem Konzert erlebt habe, fuhr das Trio gut Action auf.
Die bereits seit 2005 aktive, und in der Vergangenheit u.a. Sachen über das Expertenlabel Joyful Noise, sowie Splits mit u.a. David Yow und Dope Body veröffentlicht habende Truppe aus Detroit scheint sich ja nach einigen Line-Up-Wechseln über die Jahre erst in jüngerer Vergangenheit so wirklich gefunden zu haben.
Ihre Musik hat jedenfalls in Grundzügen was von Jesus Lizard und den Dead Kennedys. Nicht zuletzt auch weil Frontmann Shawn Knight, optisch mit seinem grauen Bart eine noch kauzig-waldschratigere Version von Clutch’s Neil Fallon, gesanglich eine ziemlich exzentrische Performance im Stil eines Yow oder Biafra aufs Parkett legt und dabei trotz fortgeschrittenem Alters (der Mann wird bald 40) auch ziemlich wild rumturnt.
Seine Begleitband hat optisch ebenfalls eine Stoner-Metaller-Aura, während die peitschende Musik
eher ins hardcore-punkige und noiserockige driftet.
Und wie geil das geknallt und gesägt hat, vor allem die vorwiegend gespielten Songs des aktuellen Albums „Negative Noise“...
Hat sich absolut gelohnt, die fernere Stunde Schlaf weniger in Kauf zu nehmen, um sich ein bisschen Rock’n’Roll-Entertainment zu gönnen, denn das von CHILD BITE gebotene war vom allerfeinsten!

Dienstag, 1. August 2017

Dieser Tage raus (KW31)

Zugegeben: Bis auf die wöchentliche Übersicht noisiger Neuerscheinungen passiert hier in letzter Zeit nicht so viel. Dafür ist's zum Monatswechsel aber schon wieder eine ganz schön coole Woche, die mir mal wieder etwas den Geldbeutel erleichtern wird…

BONG-RA - Fiyah!
„Fiyah!“ soll der letzte BONG-RA-Release im Raggacore-Signature-Style sein, bevor sich der Belgier demnächst eher doomigen Electronica-Gehversuchen widmen will.
Kommende Woche erscheint aus diesem Anlass daher auch noch mal sowas wie eine Compilation seiner beliebtesten Tracks.  
Name your price!



CASUAL SECT – The Static Seekers
Fast würde ich schon so weit gehen, dass Hominid Sounds einer meiner beiden Lieblinge unter den undergroundgieren Labels für Noiserock, Psychedelic-Kram u.ä. sind und auffälligerweise kommen beide aus London…
Mit dem vergangenen Sonntag (!) als angegebenem Release Date haben HS gerade jedenfalls ein neues Tape der jungen „Noise-Fuzz-Punx“ CASUAL SECT rausgehauen.
„Big riffs, Big Muffs and big ideas on a small budget.”



CELLOS - The Great Leap Backward
Coolen Stuff zwischen Neunziger-Alternative, Noiserock und Post-Hardcore - was ja eh alles recht nah beieinander liegt - bieten CELLOS aus Kanada, die sowohl garstig als auch auch poppig angehaucht lärmen können.
Am Ende der Woche noch mal die Bandcamp-Seite desd Labels ansteuern, auf der man jetzt gerade noch nichts hören kann:

store.nolistrecords.com/album/the-great-leap-backward

DALE CROVER - The Fickle Finger of Fate
Auf Joyful Noise erscheint das Solo-Album des Melvins-Drummers und "Multiinstrumentalisten". 

Fluffiger Psychedelic Rock trifft auf Getronnel und Krachexperimente und wer weiß was er uns noch alles vorsetzen wird…
(PS: Geht es nur mir so, oder sieht er in diesem Trailer-Video irgendwie ein bisschen aus wie Ed O’Neil?)



DEAD CROSS –s/t
Hier ist es nun also, das Album von ‘Schlagzeugerikone‘ Dave Lombardo’s Hardcore-Band mit Leuten der Locust- / Retox-/ Three One G Records-Connection, was schon vorm Sängerwechsel interessant und vielversprechend war, aber seit Mike Patton‘s Mitwirken am Mikro noch mal umso mehr.

Inkl. Bauhaus-Coversong.
Bock drauf!



EARTHLING SOCIETY - Ascent To Godhead
Neues auf Riot Season, dem anderen meiner beiden aktuellen Londoner Lieblings-Label!
Die britischen EARTHLING SOCIETY machen wohl irgendwas zwischen Psychedelic-Punk und Kraut-/ Spacerock und wollen sich dabei sogar Jazz-Einflüsse auf die Fahne schreiben.



KVRILA – Blight
Schon bei ihrer ersten EP wussten die Hamburger KAVRILA mit facettenreichem, auch mal etwas um die Ecke gedachten, infernalisch-brachial klingendem Sludge-Metalcore aufzufallen, zu dem mir als Vergleichsreferenzen alles mögliche von Entombed über Integrity bis Converge einfiel.
Mit „Blight“ ist nun der Langspielnachfolger am Start.


LIMP WRIST - Facades
Die „Queercoreler“ LIMP WRIST sind zurück!  Mir zugegeben bisher mehr als Phänomen bekannt, als dass ich mich wirklich mal groß durch ihre früheren Releases gehört habe, aber da ich im Bekanntenkreis 1-2 Fans der Band habe, sei auf jeden Fall mal drauf hingewiesen:



NECRO DEATHMORT - Volume.3
Dass ich bei  NECRO DEATHMORT, die sich auf einer Bandbreite von cineastischen Soundscapes über Techno bis deftigen Industrial-Drone-Doom und zurück bewegen, nicht immer so ganz mitkomme, auch das habe ich schon mal erwähnt.
Bevor dieses Jahr noch ein neuer regulärer Longplayer beim Geschmacksmetaller-Label Profound Lore erscheint, gibt’s erstmal noch eine Resteverwertungs-Compilation als Tape und digital:


SUNROT – Sunnata
Diese vier jungen Typen aus dem Bundesstaat New York sind hörbar Neurosis-beeinflusst, haben aber trotz Noise-Faktor einen etwas, nun ja, „luftiger-natürlichen“ Sound als viele andere Sludge/ Post-Metal/ etc.-Bands und neigen damit in meinen Ohren eher so ein bisschen in den metallischen Post-Hardcore, als dass ich sie mit diversen Doom-Bands in eine Schublade stecken würde. (Ich muss mal wieder Breach’s „Venom“ auflegen!)
Auf jeden Fall gefällt’s!



Und sonst noch?
Interessiert Euch eine Remaster-Version des Def Leppard Meilensteins „Hysteria“?  Ein Solo-Album von Marty Friedman (Ex-Megadeth)? Eine Live-DVD von Jane’s Addiction? Neue Studiowerke von Hardrockopas wie Quiet Riot oder Thor? Oder dass Sean Lennon (ja, der Sohnemann des Beatle) und PrimusLes Claypool zusammen (als „Claypool Lennon Delirium“) Songs von King Crimson, Pink Floyd und The Who covern?
Dachte ich mir, mich auch alles nicht so wirklich dringend…

Montag, 24. Juli 2017

Dieser Tage raus (KW30)

Diese Woche ist veröffentlichungstechnisch wirklich interessant, denn Gilead Media hauen gleich drei tendenziell coole Sachen von Post-Hardcore bis Black Metal raus, während außerdem ein paar unkaputtbare alte Helden mal wieder was neues am Start haben und das ist noch lange nicht alles...

COUCH SLUT - Contempt
Zur krasseren Ecke der Schublade „Noiserock“ irgendwo zwischen Today Is The Day, Brainbombs und Tinsel Teeth neigen die New Yorker COUCH SLUT. Krass, weil sie sowohl musikalisch eher derbe ausgerichtet sind und extremere Metal-/ Hardcore-Härtegrade erreichen und krass, weil die „Darstellungen“ drumherum auch schon mal etwas „expliziter“ ausarten, das dann allerdings mit weiblichem Twist anstatt mit misogynem Kunst-Image a la Brainbombs, Rectal Hygenics und co. ...
Das Debütalbum „„My Life As A Woman“ war schon ziemlich cool, umso gespannter bin ich auf den Nachfolger „Contempt“.



FALSE - Hunger
Neue 7“-EP der Black-Metaller, die auf ihrem unbetitelten Debütalbum durchaus damit zu überzeugen wussten, trotz episch-atmosphärischer Schlagseite eher in die hässlich-dreckigen Klangregionen a la Ash Borer zu neigen anstatt zu glättterem „Post- / Blackgaze“-Humbug wie Deafheaven.




LESS ART – Strangled Light
Curl Up and Die habe ich ja zugegeben nie wirklich gehört; die sich im Laufe ihrer Karriere immer mehr von sowas wie Punkrock mit Emo-, HC- und Heavy-Metal-Versatzstücken zu Post-Hardcore mit fast „artrockiger“ Kante entwickelt habenden Thrice wiederum fand ich ja phasenweise (!) immer wieder mal ganz gut; die in Richtung Noiserock neigenden Kowloon Walled City sind jetzt auch nicht sooo schlecht und die Spaß-Grindcoreler Puig Destroyer habe ich wohl durchaus auch schon mal an mein Ohr gelassen.
Mitglieder all dieser Bands fanden nun auch noch als LESS ART zusammen, um sich dabei auch eher in der Post-Hardcore-mäßigen Ecke einzupendeln. Weitere Stilreferenz-Stichworte: Fugazi, Drive Like Jehu. 




PAN DAIJING - Lack 惊蛰 
In „Experimental/ Avantgarde/ Electronica/ Noise/ Performancekunst/ …”-affinen Kreisen wird die in Berlin lebende PAN DAIJING bereits so ein bisschen als Sensation und schwer einzukreisendes Unikat gehandelt. „(…) a bridge between the world of experimental noise and dark, aggressive, dancefloor-oriented techno“ ist der Erklärungsversuch einer Event-Website, ich finds eigentlich nicht soooo weit weg von Pharmakon. Nur anders.
Auf Youtube kann man jedenfalls auch die eine oder andere Liveperformance von ihr finden, die…. wirklich interessant sind.
Mit „Lack 惊蛰” erscheint diese Woche ihr Debüt in Langspieltonträgerfassung, das sie selbst als „Opernstück“ bezeichnet.


 
THE SCREAMIN‘ GEEZERS – Demo
Altherren-Rock (im allerwahrsten Sinne des Wortes) aus Portland, Oregon: John Shirley gilt nicht nur als wegweisender Genre-Autor, der neben William Gibson und Bruce Sterling gerne mal vergessen wird (die „Eclpise“-Trilogie hat mich seinerzeit sehr geprägt) und u.a. das Drehbuch zum Film „The Crow“ verfasste, sondern er ist auch seit eh und je musikalisch. So war er in geraumer Vorzeit mal originaler Frontmann der Punk-Band Sado-Nation, schrieb diverse Lyrics für keine geringeren als Blue Öyster Cult und hat so oder so immer wieder mal  ein bisschen Musik gemacht, die man inzwischen teilweise auch bei Bandcamp kompiliert hören kann.
Mit THE SCREAMIN‘ GEEZERS hat Shirley im Alter von 64 noch mal eine neue Band am Start, die hiermit zwei Songs als digitales Demo vorlegt. Jene haben auf ihre rumpelrockige Art was von den Ramones und The Clash.
Free Download!




TCHORNOBOG- s/t
Hier noch ein Nachzügler von vergangenem Freitag, der gerade von Tad Doyle endorsed wurde: TCHORNOBOG ist eine dieser 1-Mann-Black-Metal-Bands, der man Tags wie „Atmospheric“ , „Ambient“ und „Doom“ mit anheftet, allerdings kommen hier dann auch noch Jazz-Vorlieben und daraus resultierende, eher Genre-fremde Instrumente wie Saxophon, Trompete, Cello und Piano dazu.
Bei zwei Songs grölt außerdem Greg Chandler von Esoteric mit.
Name your price!



 
TEMPLE OF VOID – Lords of Death
Wie der eine oder andere meiner drei Leser vielleicht schon bemerkt hat, hatte ich in letzter Zeit wohl mal wieder eher so eine Phase, in der mich klischeetriefender Metal eher weniger reizte, weil anderes einfach wesentlich interessanter ist.
Eine Band namens TEMPLE OF VOID mit einem Album namens „Lords of Death”… naja, das klingt schon auf dem Papier ungehört nicht sonderlich spannend für mich, sondern eher nach Genre-Stangenware. Aber obwohl ToV so einiges machen, auf das ich heutzutage eher allergisch reagiere – z.B. im gleichen Konzept sowohl Growls als auch Johlgesang auffahren zu müssen – so komme ich nicht umhin festzustellen, dass das bisher von „Lords of Death“ gehörte trotzdem ganz schön gut ist.




VELOS - Human Music/Otherworldly
Darf’s auch noch ein bisschen Elektronik sein? Auf Sonic Terror, dem Label von Drum'n'Bass-Könner End.user und n.l.i.c. erscheint eine Digitalsingle von VELOS, die entsprechend technoide Beat-Klatscherei bietet.


 

Außerdem…

ALICE COOPER – Paranormal
Nicht lachen, der Coop ist halt für immer einer meiner ganz großen alten Helden. Nach dem Gesetz der Serie neuzeitlicher Cooper-Alben müsste sein neues dabei wieder mal eines der besseren geworden sein, denn der Vorgänger „Welcome 2…“ (2011) war eine ziemliche Katastrophe, „Along Came A Spider“ (2008) davor war sehr stark, „Dirty Diamonds“ (2005) weitgehend verzichtbar (allerdings sehr starker Titelsong!), „The Eyes…“ (2003) ziemlich cool, „Dragontown“ (2001) völlig unnötig und „Brutal Planet“ (2000) saustark…

THE FALL - New Facts Emerge
Beim Ur-Indie Cherry Red erscheint diese Woche dann auch noch das gefühlt hundertste Album von Mark E. Smith‘ Postpunk-Dinosauriern THE FALL.


Ferner erscheint ein neues Album von PRONG, deren Prä-Revival-Kram ich nach wie vor liebe, aber bei denen ich dennoch mal ganz ehrlich sagen muss, dass Herrn Victor und seine neuen Mitstreitern seit Wiederaufleben hier und da über die letzten 14 Jahre zwar immer wieder mal ein paar gute Songs geglückt waren, jedoch kein auch nur ansatzweise essenzielles Album mehr.
Und das ist in puncto alte Helden immer noch nicht alles, denn Pantera’s REX BROWN veröffentlicht diese Woche ein bluesiges Soloalbum.


PS: Ich weiß nicht ob’s zwischenzeitlich verschoben wurde, oder ob ich mich ursprünglich mal beim Release-Datum verlesen habe, aber am 28.07. erscheint nun auch außerdem das von mir schon mal angekündigte, selbstbetitelte Debüt der kanadischen LOVIATAR via Prosthetic Records. Geboten wird ganz guter Doom zwischen esoterischem Heavy Folk, zeitgemäß-klarem (fast schon "postrockigem") Sound, einem Hauch von Neunziger-Alternative und sogar Echtmetall-Vibes. Wirklich nicht schlecht: loviatar.bandcamp.com

Dienstag, 18. Juli 2017

Dieser Tage raus (KW29)

AVERY BONER & THE BLONDE DICKS – The Dream Is Dead
Fragt mich jetzt bitte nicht, aus welchem Hut dieser wirre Zirkus-Punk gezaubert wurde, aber AVERY BONER & THE BLONDE DICKS sind ein ganz eigenes Kaliber, das zwei Schlagzeuger und einen Saxophonisten beinhaltet. 
Als hätte man den Weirdo-Faktor von Mr. Bungle oder Sleepytime Gorilla Museum mit der lärmigen Vehemenz früher Swans gekreuzt oder sowas.




GRIMMAGE - Lost in Paradise
Founded in 2012(…).The first songs where guitar/bass with electronic drums and theatrical voice. After creating several songs, Yannick (drums) joined the band and the direction changed from Industrial to Stoner/Doom Metal."
Das ist ja dann auch mal ’ne seltsame Entwicklungskurve. Für den wöchentlichen Fix an neuem Heavy Doom sind GRIMMAGE aus Lüneburg auf jeden Fall einen Reinhörer wert. Für den extradicken Sound sorgt mal wieder ein Mastering der Oldenburger Tonmeisterei.




NARROW LANDS – Everything’s Fine
Scheinbar ist’s eine allzu passende Randerscheinung des Noiserock-Revivals der letzten Zeit, dass in Erinnerung an AmRep-Aussies wie Lubricated Goat und Cosmic Psychos dieser Tage auch wieder ein paar energische Rock’n‘Roller und krachige Punks von down under auf sich aufmerksam machen.
NARROW LANDS tauchten gerade fast wie aus dem Nichts mit dem vergangenen Sonntag (!?) digital veröffentlichten „Everything’s Fine“ auf der Bildfläche auf und gehen mit ihrem lärmig und etwas kühl stampfenden Kram eigentlich schon am ehesten in eine No Wave/ Postpunk Richtung.




NINE INCH NAILS - Add Violence
Zugegeben sind die Zeiten, in denen ich sowas wie großer NIN-Fan war, auch schon lange vorbei. Interessieren tut’s mich trotzdem immer wieder mal, was Reznor so macht. Manchmal finde ich es nicht mehr so gut („Hesitation Marks“ – Mann, war das langweilig!), manchmal geht’s aber doch noch mehr als klar („Not the Actual Events“ – keine Großtat, aber schwerstens okay). Und so war’s wohl eigentlich auch mit How To Destroy Angels, die ja auch schon wieder in Vergessenheit geraten sind…
Diese Woche erscheint mit „Add Violence“ jedenfalls eine neue EP, mal wieder vorerst nur digital bzw. mit „Physical Compoment“ im Direktvertrieb: store-uk.nin.com/collections/music


OWLCRUSHER – s/t
"Blackened Sludge-Doom" aus Nordirland, der diese Woche scheinbar aus dem nichts auftauchte, aber sich wohl schon ewig in der Mache befand:



SLOTH – [diverse Einzeltracks]
SLOTH alias „Sloth of gulf coast Florida“ sind eine wirklich seltsame Band, die ihre Wurzeln im Sludge-Metal hat, aber im Laufe der Jahre mehr und mehr zu reinem Harsh-Noise-Kram überging, und bei der man ferner nicht mehr wirklich so genau sagen kann, was eigentlich Fiktion oder Fakt, ernstgemeint oder einfach nur noch Ulk ist.
So bezeichnen die beiden verheirateten Kernmitglieder ihren Stuff z.B. als „Vegan Black Noise“ und hauten im Verlauf dieser Woche auf Bandcamp täglich einen neuen Track raus, eigenwillige Coverartworks inkl.:
 



TAU CROSS – Pillar of Fire
Kann man auch kurzfassen: Album Nummer zwei der Band um den "Baron" der inzwischen zweifach aufgelösten Anarcho-Legende Amebix und mit Voivod’s unnachahmlichen Michel "Away" Langevin an den Drums.
Da bin ich dabei!




Last but not least:

Im Übrigen kam diese Woche auch "Landscape of Emergency" raus, das Debütalbum von COEUR ATOMIQUE, neue musikalische Spielwiese von Ex-/ Ur-Voivod-Basser "Blacky".

Das Label Art Of Propaganda hat zu Ehren eines verstorbenen Freundes eine 6-Way-Split LP veröffentlicht, zu der Asag, BÖLZER, Goatfukk, Antiversum, Deathcult und Blakk Old Blood jeweils einen exklusiven Song beigesteuert haben.
Das Teil ist auf 500 Stück limitiert und wird nur als ein Exemplar pro Besteller verkauft, mit individueller Kennzeichnung. 

Kriegt man hier: http://www.art-of-propaganda.de/shop/index.php 

Dienstag, 11. Juli 2017

Bob Log III, Dortmund

Endlich auch mal live gesehen: BOB LOG III.
Die „Ein-Mann-Band mit dem Fliegerhelm“ war mir dank Youtube und co. schon länger ein Begriff, so habe ich die Gelegenheit, ihn im gemütlichen Subrosa im Dortmunder Hafenviertel zu sehen, gerne mal ergriffen.
Für alle, die’s nicht kennen: BOB LOG III sitzt dort wirklich mit Fliegerhelm, im getönten Visier ein Telefonhörer, in den er reinsingt, mit Glitzerhemd und Gitarre, während er mit den Füßen Bassdrum und u.a. Pedal mit Clap bedient.
Seine Musik hat Delta-Blues-Flair und Rock’n’Roll-Rasanz, und mit dem etwas gezerrten Gesangssound, der seinen Helm per Funk verlässt, erinnert es dann im Gesamtpaket ferner schon an Blues-Punk-Noiserocker wie John Spencer.
Gerade auch als kleines Live-Spektakel zum Feierabendbier kann man sich das tatsächlich mal geben…
Witzige Randnotiz: Unterm Helm sieht der amerikanische Mittvierziger übrigens Atze Schröder gar nicht mal so unähnlich.

Montag, 10. Juli 2017

Dieser Tage raus (KW28)

In puncto Musikneuerscheinungen ist’s mal wieder ‘ne interessante Woche, weil ich einen bunten Strauß sehr verschiedenster Sachen auf dem Zettel habe: 

BOOT BUTTOM – Variations on a Cross, Vol. II
Vergangene Woche tauchten BOOT BUTTOM überraschend mit „Variations on a Cross, Vol. I“ auf der Bildfläche auf und boten dabei interessante Düsterhart-Musik mit Doom- und Industrial-Charakteristiken. „No Wave“ auch, wenn man so will.
Schon diese Woche schieben sie mit
... Vol. II neun weitere Tracks nach.   



DESTROYER OF LIGHT - Chamber of Horrors
Bock auf eine dieser Doom-Metal-Bands, die sich hörbar der Tradition ihrer Genre-Wegweiser verpflichtet fühlen, dabei aber dennoch nicht gänzlich auf neuzeitliche Sounds und eigene Ansätze verzichten?
DESTROYER OF LIGHT aus Austin, Texas könnten da evtl. passen!


 

EXPULSION - Nightmare Future
Relapse Records gehen diese Woche quasi mal back to the roots, indem sie “Nightmare Future” von EXPULSION veröffentlichen, sozusagen einer Grind-Supergroup mit (Ex-)Mitgliedern von Repulsion, Exhumded und Phobia. Gruesome und Intronaut könnte man auch noch nennen, um den Namedropping-Kreis zu schließen.
Sicherlich nix, worauf die Welt gewartet hat, aber als Freund gepflegtem Geballers sollte man es auf dem Zettel haben.


 

HAVE DEMONS - Fire Consumes Thin Air
Kurt Gluck alias Submerged und Gründer des Ohm Resistance Labels hat mit zwei Mitstreitern – Lacey Wood (Moog, Sounds) von You Will Choose Fire und Luke Lund (Beats), über dessen Label Terranean Recordings das Ganze auch erscheint - ein neues Projekt namens HAVE DEMONS am Start, bei dem er Bass spielt.
Man hat sich dem Genre „Dark Hop“ verschrieben, womit es u.a. auch Freunden von Dälek, The Bug oder Scorn ans Herz gelegt sei...




MAMMOTH SALMON - Magnetic Fields of Radiant Light
Herrlich schwer groovender Stoner-Sludge-Doom, bei dem eineinhalb Riffs schon für einen Song ausreichen, aus dem derzeitigen Mekka für sowas, Portland, Oregon.
Kann man machen!




OMAHARA – Omahara
Das australische Label Art As Catharsis hat es sich zur Aufgabe gemacht, Musik zu pushen, die „progressiv, psychedelisch oder einfach nur anders“ ist.
Die neuste Veröffentlichung ist die zweite selbstbetitelte der tasmanischen OMAHARA, die sich zwar etwas zu plakativ auf die Fahne schreiben, was „für Fans von Sunn O))), Locrian, Mammifer und Earth“ sein zu wollen, aber ihr als Live-Improvisation eingefangener Dark Ambient/ Drone-Doom, der von ruhigem Gewaber bis brachialem Geschepper pendelt, hat was!



PLYERS  - Clear

Ebenfalls über Art As Carthasis kommt “Clear” von den PLYERS aus Melbourne, die Daughters, Lightning Bolt und NoMeansNo als Einflüsse angeben, ihren psychedelischen Noiserock tatsächlich auch mit analog-elektronischem Lärm vermengen, und dabei auch immer wieder mal stilistische Abzweigungen einschlagen. 
Nicht ganz uninteressant!



POIZON - Church Is Poizon
„Spätsiebziger/ Frühachtziger L.A.-Punk gemischt mit sumpfigen Australien-Garagenrock“ lautet die Selbst- bzw. Label-Einschätzung zu POIZON, deren Mitglieder allesamt auch schon mal in anderen unbekannten Band gerockt haben.
Checken wir’s aus:


 
SQÜRL - EP #260
Filmemacher Jim Jarmusch macht auch Musik. Als „marginal rock band from New York City who like big drums and distorted guitars, cassette recorders, loops, feedback, sad country songs, molten stoner core, chopped and screwed hip-hop, and imaginary movie scores” beschreiben Sacred Bones Records das Ganze, die sich in der Vergangenheit ja durchaus schon durch einige sehr coole Veröffentlichungen hervortaten (The Men, Pharmakon, Psychic TV, Uniform, Zola Jesus, John Carpenter, David Lynch, …).



LAIBACH - Also sprach Zarathustra
Die Meister der „affirmativen Überidentifizierung“ sind ja, ich glaub‘ das könnte man so ausdrücken, eine Band, die mich einerseits sehr fasziniert, deren Musik ich zu Hause aber zugegeben eher nur seltenst mal auflege. 
Interessant finde ich es trotzdem immer wieder mal, wenn sie was rausbringen.
Auf ihrem neuen Album über Mute Records nehmen sich die Slowenen dem Thema Nietzsche an.

XORDOX – Neospection
Mit XORDOX‘ „Neospection” erscheint diese Woche das Debüt eines neuen, Synthie-lastigen Projekts von J.G. Thirlwell auf Vinyl, CD und digital.
Gitarristin Sarah Lipstate (Noveller) wirkt bei drei Nummern mit!
Direkt bestellen kann man es Übersee via foetus.org



Noch was? Ach ja: ‘ne neue INTEGRITY erscheint auch diese Woche via Relapse. Aber ganz ehrlich… das ist ja so ‘ne Band, die ich um die Jahrtausendwende durchaus mal gehört habe, die bei mir heutzutage allerdings diese Art von Sporthosenmoshercore-Assoziationen weckt, wegen denen ich mir derartiges nicht mehr anhören kann.

Dienstag, 4. Juli 2017

Blckwvs, Egypt, Münster

Premiere für mich: Zum ersten mal im Rare Guitar, einem auch Konzerte veranstaltenden Gitarrenladen unweit des Münsteraner Hauptbahnhofs, dessen Ambiente entsprechend nett ist, allerdings sah die Bude zu finden auf Googlemaps einen Ticken einfacher aus als es dann war… 
Die eröffnenden TRAPPED BY LIGHT bekam ich daher nur noch eher so nebenbei mit einem Ohr mit. Sorry, Jungs, das Los hat man halt manchmal als erste Band, ich kenne das selbst… Das noch gehörte der Münsteraner tendierte dabei in Post-Hardcore-Regionen und schien passagenweise allerdings durchaus ganz nett. 
Danach nahmen BLCKWVS Platz auf der niedrigen Bühne. Songtitel zu merken fällt mir bei denen etwas schwer (war das jetzt '0152 ON' oder '0154 ND'?), aber es gab eine nette Mischung aus immer wieder gern gehörten alten Bekannten und irgendwas, das mir neu war, und überhaupt macht das brummig-dröhnende Instrumental-Geknalle dieser Band, die stilistisch sowas wie eine generische Schubladenablage eher umschifft (für „Post-Metal“ zu dreckig, für „Sludge-Doom“ oft zu schnell und auch einen Hauch zu progressiv), wie immer Riesenlaune und lässt die Bude wackeln. Bin ja gespannt aufs neue Album, das inzwischen mit einiger Verspätung unterwegs ist… 
Die amerikanischen EGYPT wiederum sind so ‘ne Band, die man auf den ersten Blick (bzw. Hinhörer) auch etwas unscheinbar finden könnte, doch irgendwas macht das Trio auf seinem Mittelweg zwischen bluesig groovendem Stoner-Rock und einem kräftigeren Sludge-Metal-Sound samt rau-krächziger Vocals auch richtig, denn gut ins Ohr und auch ins Tanzbein geht das Ganze schon. Selbst zwischenzeitliche Ausflüge ins psychedelische funktionieren bei den Jungs ohne aufgesetzt drangeflanscht zu wirken. 
Hat sich durchaus gelohnt, sich das zur samstäglichen Zerstreuung mal zu geben!

 

Hätte ich allerdings im Vorfeld geahnt, was für ein Horror die Bahnfahrt zurück wird, da auch das „Vainstream“ in der gleichen Stadt stattfand, dessen Festivalgänger die Bahn laut mitgrölend mit Volbeat und Broilers beschallten, ja puh, vielleicht hätte ich mir das ja dann doch eher erspart…

Montag, 3. Juli 2017

Dieser Tage raus (KW27)

Ja Mensch, ist schon wieder Juli?! Die Zeit, sie verfliegt…

BOOT BUTTOM - Variations on a Cross, Vol. I
Industrial-Doom? Dark Ambient Drone meets Noise? Keine Ahnung, aber diese „Queer Anti-Music“ von BOOT BUTTOM aus Buenos Aires trifft mit düsterem Minimalismus, stampfenden Drums, dröhnenden Bässen und Metall-Geschepper in FM Einheit-Manier schon ziemlich gut den Nerv von mir, der sich in letzter Zeit immer stärker für experimentellen Noise-Kram und in ähnliche Richtungen schielende Grenzgänger-Musik interessiert.
Dass die Jungs dabei mit ziemlicher Sicherheit vom Swans-Debütalbum beeinflusst wurden (bzw. auf ihrer Facebook-Seite passenderweise u.a. auch Godflesh und Khanate angeben) kann man nicht überhören, und wer neben den erwähnten Swans, frühen Neubauten und diversen Justin Broadrick- und/ oder Stephen O'Malley-Projekten z.B. auch noch auf sowas wie Lustmord, Ramleh, C.C.C.C., Abruptum o.ä. steht, für den ist diese „Collection of home recordings and rehearsal takes” auf jeden Fall ziemlich interessant!



DEAD – A Dirty Mind Is A Joy Forever
Nicht zu verwechseln mit den australischen Noiserock-“Dead”, die in diesem Jahr auch schon ein (ja doch ganz gutes!) Album rausgebracht haben, machen die deutschen DEAD Death-Metal-Gerumpel alter Schule mit Grind-Wurzeln und pornös-humoristischer Kante.
Sicherlich trägt zugegeben gerade auch das ziemlich schrille Coverartwork dazu bei, dass „A Dirty Mind Is A Joy Forever” hier überhaupt mit auf dem Radar gelandet ist, wobei man allerdings sagen muss, dass FDA Records ja durchaus immer wieder mal brauchbare Sachen abwerfen (Keitzer, Fubar, Discreation…).



IMPURE WILHELMINA - Radiation
Nennenswert (naja) an den Schweizern IMPURE WILHELMINA ist für mich ja vor allem, dass sie vor gefühlten hundert Jahren mal ein ziemlich gutes Album namens „I can’t believe I was Born in July“ gemacht haben, das ich jedes Jahr um meinen Geburtstag herum mal auflege (bzw. digital abspiele), da dieser tatsächlich im Juli liegt…
Diesen Juli gebären sie selbst ihren sechsten Longplayer und ich wollt‘ wohl mal wieder reinhören, auch wenn mir persönlich ihre Mischung aus Metal und Emo nach besagtem „I can’t believe…“ doch zu deutlich mehr und mehr in Richtung „poppiger Stadion-Metalcore“ abdriftete…



MELVINS - A Walk With Love & Death
With A Walk With Love & Death, the trio of Buzz Osborne, Dale Crover and Steve McDonald showcase two distinct sides of the band’s music: Death, a proper Melvins’ release and Love, the score to the Jesse Nieminen directed, self-produced short also titled A Walk With Love & Death. / The 2CD set features two separate digipaks housed in a sturdy box. The 2LP set features two separate gatefolds in opaque pink vinyl (Death) and opaque violet (Love), housed in a sturdy box along with a download card.
Noch mal ausholen oder eher kurzfassen? Ich versuche den Mittelweg: Es ist irgendwie typisch MELVINS, dass sie eines der besten Rock-lastigen Alben, das sie seit längerem gemacht haben, mit einer Kurzfilm-Soundtrack-Arbeit kombinieren, die eher in eine Richtung irgendwo zwischen „Prick“ und Throbbing Gristle geht. 
Die Rock-Hälfte des Gesamtpakets ist eines der besten Alben, das die MELVINS seit den starken „(A) Senile Animal“ und „Nude With Boots“ gemacht haben. Auch, weil sie hier eher den Gegenpol angesteuert haben: Das Rock-Album des Doppelpakets ist ein eher etwas zurückgelehntes als mit Wumms nach vorne gehendes (Ausnahme: Die Neuaufnahme von ‘Euthanasia‘, 1990 schon mal auf einer „Dope-Guns-'N-Fucking In The Streets“ veröffentlicht) und dabei wirklich, sehr, sehr geil (momentaner Lieblingssong: „Sober-delic (acid only)“)! Scheibe Nr. 2 besteht dann – „Prick“ und „Colossus of Destiny“ lassen grüßen - vorwiegend aus Geräuschen und ist daher durchaus auch streitbar, aber hey – so sind die MELVINS und dafür liebe ich sie.



SHROUD EATER- Strike The Sun
Dieser flotte Dreier aus Miami zeigt schon länger das Potenzial, sich in der Sludge’n‘ Stoner-Metal-Ecke vor allem als bessere Kylesa und vielleicht sogar jugendlich-frische Ausgabe von High On Fire etablieren zu können, während (na sagen wir mal) experimentellere Anwandlungen dann auch noch Referenzen wie die Melvins ins Spiel bringen.
Klingt vielversprechend? Sag ich ja!
Sechs Jahre nach ihrem DIY-Release „Thundernoise“ und vielen zwischenzeitlichen Kleinformaten haben sie diese Woche ihren ersten regulären Longplayer mit Label-Unterstützung draußen! Darauf klingen sie doomiger, passagenweise sogar heavier und etwas übellauniger als erwartet, während sich psychedelische und gar leicht poppige Versatzstücke ziemlich natürlich anfügen. Und irgendwie kommt man nicht um die Feststellung, dass sich die Gitarristin mutmaßlich ein paar Leads bei Jeff Hanneman abgeguckt hat, denn der Schulterblick zu den langsameren Momenten von Slayer ist schon recht auffällig.
Wie schon gesagt: Sie sind und bleiben die Band für diejenigen, die (wie ich) der Ansicht sind, dass es mit Kylesa nach „Static Tensions“ eher bergab ging…

Mittwoch, 28. Juni 2017

Dieser Tage raus (KW26)

Zuerst dachte ich, dass diese Woche mal Ruhe ist, aber es kommen ja doch ein paar interessante Sachen raus…

BURIAL OATH – Beyond TheVale Of Shadowlands
Das Berliner Label Vendetta hat sich in den letzten Jahren zu sowas wie einer Nummer-Eins-Anlaufstelle für „linken Black Metal“ entwickelt.
Oft sind das (sieht man von den herausragenden Ultha ab) Releases, die mir in musikalischer Hinsicht irgendwie nicht weiter auffallen, handwerklich aber dennoch ziemlich top sind.
Die Schublade ist auf, BURIAL OATH passen rein. 




LOVIATAR – s/t
Für mich persönlich ist es ja doch ein kleine Überraschung, dass aus der derzeit inflationär übervölkerten Psychedelic/ Doom Ecke tatsächlich noch Bands auftauchen, die mich irgendwie beeindrucken.
Den kanadischen LOVIATAR gelingt das damit, gleichermaßen schon mal an „Heavy Folk“ wie Wovenhand zu erinnern, eine Zuneigung zu „echtem Old School Metal“ durchschimmern zu lassen, mit einer sehr klaren Soundästhetik auch noch was „postrockig-modernes“ zu haben und sich dann auch noch eine „Neunziger im besten Sinne (Alice In Chains, Kyuss, Tool, …)“-Schlagseite andichten lassen zu können… das alles allerdings äußerst homogen.
Ferner ist die Rhythmusarbeit echt knackig und die etwas verstrahlt-nöligen Vocals passen ziemlich gut dazu.
Chapeau!




OLDE WOLRDE NUDISTS - Ghost Pimp 2000
Und noch mal Doom-Eigenbrödler aus Kanada, die mit sludgeigem Sound und Groove, traditionellen Vibes, psychedelischen Ausflügen, zusätzlichen Instrumenten wie Keys und Flöte, sowie geteiltem Mann-/Frau-Gesang vielleicht ein bisschen viel auf ein mal wollen, aber uninteressant ist das Ganze nicht: 



PUBLIC ENEMY - Nothing Is Quick In The Desert
30 Jahre nach ihrem Debüt gibt’s „solange der Vorrat reicht“ (denn da gibt es bei Bandcamp Begrenzungen) das neue Album der wegweisenden „solche gibt’s heute gar nicht mehr“-Hip-Hop-Urgesteine zum Gratisdownload!
„It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back“ ist natürlich ein unsterblicher Klassiker, es waren allerdings vor allem „Fear of a Black Planet“ und „Apocalypse 91... The Enemy Strikes Black”, die von damals über die Jahre immer wieder mal bei mir rotierten, u.a. auch weil der Hip Hop, den Chuck D., Flavor Flav und Terminator X damals gemacht haben durchaus auch seine noisygen Qualitäten hatte. Und an dieser Stelle muss man tatsächlich auch noch mal einen Shoutout an Anthrax machen (…).
Natürlich ist die Band heutzutage glatter und ich bin eigentlich eher zu Dälek und Death Grips weitergezogen, aber als ich „Nothing Is Quick In The Desert“ mal so nebenbei habe durchlaufen lassen, gefiel es mir echt sogar ganz gut!




VASARI - Starbound
Etwas, das nicht nur beim Zeitgeister-Label erscheint, sondern dann auch noch mit musikalischer und weiterer Unterstützung von Valborg-Mitgliedern entstand, hat zwangsläufig meine Aufmerksamkeit…
VASARI ist sowas wie das Soloprojekt des Duisburgers Matin Vasari, der sich hier seiner Vision von „Epic Metal“ (Crimson Glory, Virgin Steele, Manilla Road, Bathory…) und Einflüssen von Frühneunziger-Peaceville-Bands wie Anathema verschreibt. 


Freitag, 23. Juni 2017

Und sonst noch so? (2017er Resterampe, Teil 1)

Der Tage habe ich noch mal in die eine oder andere diesjährige Veröffentlichung reingehört, die um den Erscheinungszeitpunkt aus irgendwelchen Gründen durchs Raster fiel, aber auch mal eine Erwähnung wert ist:

CORPSE LIGHT – Mother of God
“Atmospheric Sludge/Doom from Baltimore, Maryland” sagt eigentlich schon ‘ne Menge aus, was man wissen muss. Man hat das alles natürlich irgendwie auch schon on origineller und spannender gehört. Was aber auch nicht heißen muss, dass man CORPSE LIGHT direkt ins Zweite-Wahl-Lager verbannen sollte.


El Yunque - Boxes
Irgendwas zwischen LoFi-Postpunk, “No Wave” und völligem Noise-Rumpelchaos (Harry Pussy, anyone?) ist die etwas unkonventionellere Musik dieser Truppe aus Hasselt, der zwar nicht jeder Song gelingt, aber die geilen Sachen auf „Boxes“ sind es dafür eben tatsächlich umso mehr!

HAWKS – No Cash Value
In Noiserock-Fankreisen gelten die HAWKS aus Atlanta schon länger als kommende Hausnummer, auf die man zählt.
Ihr aktuelles Album erschien im Februar über Learning Curve Records aus Minneapolis:


HEAVY HARVEST – Rats
In das Neunziger-Revival reihen sich auch die Schweizer HEAVY HARVEST ein, die ganz schön amerikanisch klingen und Erinnerungen an Helmet, Quicksand, frühe Nirvana u.ä. wecken. Nice!


HERSENCELLEN – We Ploeteren Voort
Artsyfartsy-wirres aus Belgien: Hinter HERSENCELLEN verbirgt sich eine Zusammenarbeit zwischen DJ, Produzent, Live-Elektroniker und Schlagzeuger Butsenzeller und dem Schriftsteller Gert Vanlerberghe.
Das Ganze ist eine echt seltsame Geschichte mit Jazz-Anflügen auf der einen, Synthies und Bollerbeats auf der anderen Seite und sogar noch einem gelegentlichen Abrutschen zum Punk (‘Saboteer‘).


IT IT ANITA - Agaaiin
Komischer Name? Sind ja auch ebenfalls komische Belgier. Die im Übrigen als Einflüsse bzw. eigene Vergleichsreferenzen auf ihrer Facebook-Seite Fugazi, Metz, At The Drive-In, Mogwai und Sonic Youth angeben und behaupten, dem „Krach der Neunziger einen eigenen Twist“ zu verleihen.
Wie gut oder nicht ihnen das gelingt sollte der Hörer wohl selbst entscheiden, schlecht geht allerdings auf jeden Fall anders:



MAGGOT HEART – City Girls
Obwohl ich bereits Vorankündigen dazu mitbekommen hatte, war es mir bei Veröffentlichung vor einigen Wochen dann ja doch irgendwie durchgerutscht. Einen Hauch hat das wohl auch was mit dem Reflex zu tun, nicht ins gleiche Horn tuten zu wollen wie gewisse Metal-Vorkoster, die wirklich jeden mäßig originellen Mumpitz abfeiern, dessen Protagonisten mal an ‘nem okkulten Buchladen vorbeigegangen sind und dabei schicke Patronengurte tragen können…
Wie dem auch sei: Linnéa Olsson war schon u.a. mit einer anderen Blondine zusammen Kernmitglied der kurzlebigen The Oath und danach auch mal kurz als Gitarristin beim Beastmilk-Sequel Grave Pleasures dabei.
Bei ihrem neuen Ding MAGGOT HEART kommen Mitglieder der aufgelösten In Solitude hinzu und es geht dementsprechend auch in eine Richtung, die zwischen erdigem Echtmetall alter Schule und punkigen Düsterrock-Vibes angesiedelt ist und, ja ich gebe es zu, zwar nicht weltbewegend aber ganz gut ist.



NEARLY DEAD - Idyllic Evening
Über Learning Curve Records kommt auch diese 10” von NEARLY DEAD, die mit ihrem fuzzy-noisigen Weirdo-Punk samt Trompeten-Unterstützung ein bisschen an die Cows erinnern.


NY IN 64 - The Gentle Indifference of the Nigh
Instrumental-Rockmusik muss man dieser Tage auch erst mal so hinkriegen, dass man nicht langweilt oder in eine schon von anderen genug ausgeschlachtete Kerbe schlägt.
NY IN 64 aus New Jersey schaffen es evtl. damit, eher zum etwas kräftigeren als zum übermäßig atmosphärischen zu neigen und ferner auch damit, nicht gleich zu sehr in progige oder mathige abzudriften.


PIQUET – Heywawisze
Dass etwas seltsame Bands aus Belgien mit irgendwie noiserockigen Tendenzen, die ihre eigene Nische finden, eigentlich schon länger ‘ein Ding‘ sind, das ist etwas, auf das wir uns durchaus einigen können, oder?
Packt in diese Schublade vielleicht auch mal PIQUET mit rein, die einerseits leicht poppigen Indierock mit Frauenstimme machen, der andererseits trotzdem etwas schräg und schrammelig-krachend daherkommt. Nicht uncool!


ROPE SECT - Personae Ingratae
In einem Atemzug mit Maggot Heat (s.o.) werden aktuell auch gerne mal ROPE SECT genannt, denn sie sind ebenfalls eine gothrockig angehauchte Band, die interessanterweise mitunter sehr auffällig im besonders truen Teil der Metal-Szene stattfindet. Was so weit geht, dass sich das vor allem für Gerumpel mit Finster-Image bekannte Label Iron Bonehead der Aufgabe aufgenommen hat, das zuvor als Tape erhältliche „Personae Ingratae“, das einen gewissen Garagen-Charme versprüht auf Vinyl zu pressen.
Ganz ehrlich? Nicht schlecht, aber mich hauts ja jetzt auch nicht gerade um…


SLUG13 - Chasing A Prize Worth Nothing
Auch die britischen SLUG13 schreiben sich von meiner Seite aus sehr geschätzte Haupteinflüsse wie The Jesus Lizard, Tad und Amphetamine Reptile gleich mal eben ganz offiziell direkt auf die Fahne. Das macht sie als gerade erst auf den Zug aufgesprungene Band vielleicht nicht übermäßig originell, aber zumindest erst mal relativ sympathisch.
Produktionstechnisch kann man das glaube ich auch noch einen Ticken besser hinkriegen als auf „Chasing A Prize Worth Nothing“, aber ein gewisses Potenzial birgt ihr breitbeinig-unsaniger Nosierock durchaus. 


YC-CY - Todestanz
Und zum Schluss sind wir gleich auch noch mal beim Stichwort Noiserock. Die Schweizer YC-CY hauen ihr erstes richtiges Album nach einem letztjährigen Demo raus und wissem mit ihrem wirklich lärmigen Post-Punk, der nicht unbedingt durch die generischsten Schablonen gepresst wurde, durchaus zu gefallen! 


Donnerstag, 22. Juni 2017

Halbjahreslieblinge

Um es kurz zu machen: Normalerweise finde ich sowas wie eine „die besten Alben des Jahres so far“-Halbjahresbilanz aufzustellen eher albern, u.a. auch weil ich Fenriz‘ Meinung teile, dass 1.) Musik kein Wettbewerb ist und man 2.) Alben und andere Veröffentlichungsformate nicht zu sehr voneinander abgrenzen sollte. Aber irgendwie hatte ich gerade trotzdem mal Bock drauf.

Folgend ‘ne alphabetische Top 5 und obendrauf noch ein paar “Honorable Mentions”:

ANWAR SADAT – Ersatz Living
Von Bauhaus zu Godflesh und wieder zurück: Auf früheren Releases war das Quartett aus Louisville interessanterweise gar nicht mal so rabiat, düster und kantig wie auf „Ersatz Living“. Ihr 2013er Album „Gold“ z.B. klingt dagegen fast schon brav und unspektakulär.
Keine Ahnung, was genau in der Zwischenzeit passiert ist, aber aktuell präsentieren sich ANWAR SADAT auf einer Bandbreite von düsterem Postpunk über derben Noiserock bis hin zu sowas wie wütendem Industrial-Metal, bei der jeder Song ins Schwarze trifft. 
Erinnert mich fast schon ein bisschen an die Entwicklung, die Dope Body auf ihrem letzten Knalleralbum „Kunk“ vollzogen, nur ist hier halt insgesamt noch etwas mehr stilistische Breite, Weirdness und Punch am Start.



BOSS HOG – Brood X
Eines meiner beiden aktuellen „Gute Laune, Sonnenschein“-Alben, die in letzter Zeit recht häufig rotierten, ist tatsächlich die neue BOSS HOG.
Hätte ich selbst nicht gedacht, aber es ist schön sie zurück zu haben, mit dieser ziemlich poppigen Schlagseite, die trotzdem auch Ecken und Kanten hat.
„Brood X“ macht wirklich von vorne bis hinten einfach nur Laune und Christina Martinez hat über die Jahre musikalischer Inaktivität wirklich gar nichts von ihrem Charisma verloren…



PHOBIA - Lifeless God
Make Grindcore great again! Oder auch: Das Back-to-„Cruel“-Form-Album, auf das ich schon so lange gewartet habe!
Punkiger, angepisster und energischer, songorientierter denn je!



PISSED JEANS – Why Love Now
Die Posterboys selbstironischen Vollerwerbstätigen-Punks und ich, wir sind irgendwie wie füreinander geschaffen und so ist‘s auch mit „Why Love Now“:
Ob ein zähfließender Sludgerocker über hypochondrische Todesangst (Waiting On My Horrible Warning), ein fast schon als Hitsingle durchgehender und beim zweiten Blick gar nicht mal so unclever arrangierter Gassenhauer mit albernem Hochglanzvideoclip (The Bar Is Low), sich an virilen Antics hochziehender Dada-Jazz (I'm A Man) oder einfach nur saugeil fetzende Songs, die teilweise fast schon ins etwas metallische rutschen (Ignorecam, It's Your Knees) – einfach alles an PISSED JEANS und ihrem aktuellen Album ist und bleibt
einfach nur großartig.



VALBORG - Endstrand
Apropos Selbstironie: Auch VALBORG können die, allerdings ist ihre Musik dann ja doch ungleich böser.
„Endstrand“ ist vielleicht nicht ganz so ein ‘Hitalbum‘ wie es „Nekrodepression“ sofort für mich wurde, aber in seiner musikstilistisch immer wieder mal etwas unorthodox zusammengeführten Dunkelheit und Brachialität, aus der dennoch immer wieder mal durchblitzt, dass man das alles bzw. sich selbst dabei auch nicht zu ernst nehmen sollte, ist es sowas wie der Mittelweg aus Triptykon und den Melvins. Und Eisenvater, u.a. wegen der seltsamen deutschen Texte.
Und das ist dann alles in allem wohl einfach haargenau mein Ding.



Honorable Mentions:

BUILDINGS – You Are Not One Of Us
Minneapolis-Noiserock at it’s very best!
Sehr gute Band, auch live!


CRYSTAL FAIRY – s/t
Das andere meiner beiden aktuellen „Gute Laune, Sonnenschein“-Alben. Und was soll ich sagen, die Kombination aus Melvins-Sound, Rodríguez-López-Handauflegung und etwas exzentrischer Frontfrau funktioniert perfekter als gedacht.


DEPHOSPHORUS – Impossible Orbits
Dass sich die Grind-Griechen auf ihrem aktuellen Teil wesentlich kompakter und rauer präsentieren, als die noch etwas ambitioniertere Richtung weiterzuverfolgen, welche das (Doppel-)Album davor einschlug, das finde ich ja eigentlich sogar ganz cool!



HARVESTMAN - Music For Megaliths
Die  ziemlich „auf den Punkt“ geratene neue von Steve Von Till’s Ambient/ Drone/ Psychedelic Soloprojekt war schon ein paar Wochen am Stück im Mai und Anfang Juni tatsächlich sowas wie mein meistgehörter Feierabendsoundtrack, denn das Teil hat schon was (nicht lachen) von einem wohltuenden Klangbad…



USA/MEXICO – Laredo
Herren der Butthole Surfers und von Todd / Shit and Shine machen gemeinsame Sache und es klingt dann auch noch genauso… herrlich LoFi und heavy!


WIEGEDOOD - De Doden Hebben Het Goed II
Wenn Black Metal zwischen räudiger Raserei und atmosphärischer Epik, dann exakt so!




(Persönlicher Erkenntnisgewinn dabei: Dafür, dass ich mich letzter Zeit eigentlich immer mehr in ‘experimentellere‘ Gefilde stürze, bzw. mich immer Metal- und ‘Standartrock‘-müder gebend zu Hause immer öfter vor allem irgendwelches Drone-Gewaber, Noise-Gesurre oder Neokraut-Geplucker rotieren lasse, dafür sind die über die letzten Monate am meisten und liebsten gehörten Sachen, bzw. die bisherigen diesjährigen Veröffentlichungen, die irgendwie Eindruck hinterlassen haben, dann ja interessanterweise dennoch oft die eher etwas ‘konventioneller rockenden‘ - go figure! Junge aus Dorf, Dorf aus Junge und so weiter…)