Donnerstag, 19. Oktober 2017

Young Widows‘ Spätwerk

Die sich in der letzten Ausgabe mit Seven That Spells beschäftigende Blogpost-Serie über Alben, die zumindest für mich schon sowas wie moderne Klassiker sind, möchte ich an dieser Stelle mit den YOUNG WIDOWS fortsetzen, von denen ich tatsächlich nicht nur eine Veröffentlichung hervorheben kann, sondern auf deren letzten zwei Werke ich eingehen möchte…

Die YOUNG WIDOWS lernte ich eigentlich erst mit ihrem bisher vorletzten Album „In and Out of Youth and Lightness“ (2011, Temporary Residence) so richtig kennen.

Vorangegangene Veröffentlichungen der YOUNG WIDOWS, die bis 2006 unter dem Namen Breather Resist noch dem Mathcore frönten und sich deshalb umbenannten, weil sich ihr Stil in einem großen Schritt spontan verändert hatte, offenbarten erst noch Post-Hardcore/ Math-/ Noiserock der etwas kantigeren Art.
2011 erfolgte dann der nächste musikalische Quantensprung…

„In and Out of Youth and Lightness“ ist ein fast schon ruhiges, sehr atmosphärisches Album, für das man eine Genrebezeichnung wie Dark Americana, Heavy Folk oder Gothic-Blues bemühen möchte. 
Den Noiserock-/ Post-Hardcore-Kern der Band kann man am Rhythmus-Fundament bzw.
im Sound-Skelett zwar noch gut erkennen, doch ist der musikalische Schwerpunkt in einen völlig anderen Kontzext verrutscht.
Aufgrund der düster-warm flirrenden Surrealität, die das Album mitunter ausstrahlt, weckt es bei mir immer wieder die Assoziation eines Fiebertraums im Auslauf…
Und ich würde sogar tatsächlich so weit gehen, dass es für mich eine der interessantesten und packendsten Überraschungen dieser Dekade war.

Der Nachfolger „Easy Pain“ erschien im Frühjahr 2014 und verblüffte noch mal: Dem sehr natürlich fließenden Dunkel-Rock des Vorgängers addierte das Trio aus Louisville, Kentucky wieder mehr Noise hinzu. Es dröhnt dissonant und scheppert krachig, der Sound ist seltsam kantig und doch sind die Songs ähnlich moody-melodisch wie auf dem Vorgänger, wenn auch etwas kompakter auf den Punkt gebracht.
Diese Mischung aus Blues-Feeling und fast schon Industrial-Reminiszenzen erinnert nicht nur ein wenig an New Yorker Neunziger-Noiserocker wie Barkmarket oder Cop Shoot Cop, sondern hat irgendwie auch ein bisschen was von den Neubauten zu ihrer besten Phase.


Danach wurde es dann auch leider erstmal wieder ruhiger um die Band. 
Evan Patterson (Gitarre, Gesang) ist auch solo und mit dem Projekt Jaye Jayle aktiv, kollaboriert ferner auch schon mal mit Emma Ruth Rundle.
Basser Nick Thieneman hat mit seiner Frau ein Projekt namens Fool’s Ghost gegründet und wirkt außerdem bei Fotocrime mit, eine in Richtung Post-Punk tendierende Band, die von  Ryan Patterson (Ex-Coliseum) gegründet wurde.
Drummer Jeremy McMonigle ist mit Familienleben und Schlagzeugunterricht geben beschäftigt.
YOUNG WIDOWS existieren zwar offiziell immer noch und wollen laut eigener Aussage 2018 auf irgendeine Art und Weise das zehnjährige Jubiläum ihres Albums „Old Wounds“ feiern, aber was darüber hinaus noch mal passieren mag bleibt abzuwarten...


„In and Out of Youth and Lightness“ und „Easy Pain“ sind jedenfalls - lange Rede, kurzer Sinn - zwei Alben, die ich ganz, ganz großartig finde!

Saint Vitus @ Dortmund

Junkyard, die neue Indoor-Location am Schrottplatz in der Dortmunder Nordstadt, auf dem auch schon drei mal das „Junkyard Open Air“ stattfand, rief quasi zur Eröffnung einer Rock-  und Metal-Konzertreihe powered by Black Plastic, nachdem man die Pforten schon eine Weile vor allem für Techno- und Hip-Hop-Events geöffnet hatte.
Das Ganze hat Flair, auch wenn einige Dortmunder nicht ganz zu Unrecht Unmut darüber äußern, biermäßig die Wahl zwischen Astra und Carlsberg zu haben...

Die eröffnenden MOS GENERATOR entpuppen sich als das, was man aus dem Buch der Musikjournalistenfloskeln als „guten Anheizer“ bezeichnen würde.
Knackiger Stoner-Rock’n’Roll und zwischendurch auch schon mal ‘ner Nummer mit sehr deutlicher Sabbath-Worhsip-Kante in Powertrio-Formation.
Nicht sooo meins, aber unterhaltsam genug und handwerklich auch durchaus ganz gut.

Danach schleppt sich der abseits des Geschehens auf Krücken gehende Gitarrist und Bandkopf Dave Chandler auf die Bühne und es wird Zeit für SAINT VITUS!
Aktuell mal wieder mit Original-Sänger Scott Reagers. Jener klingt - was der eigentliche, verblüffende Aha-Effekt des Abends ist - eigentlich immer noch exakt so wie auf den Mittachtziger-Frühwerken der Doom-Metal-Vorreiter.
Aber auch die Rhythm Section, die den unnachahmlichen Gitarrensound (und die eher, äh, etwas punkige Spieltechnik) von Chandler trägt, kann sich sehen und hören lassen: Warum Mitbegründer Mark Adams derzeit von Pat Bruders aus der Nola-Szene (aktuell auch bei Down, früher mal Crowbar und Goatwhore) vertreten wird, weiß man nicht, jener macht allerdings seine auch schon grauen Haare headbangend einen super Job, während der fast den Rest der Band übertönende Action-Schlagzeuger Henry Vasquez (seit 2009 dabei) mit seinem wilden Spiel ein ziemlicher Hingucker ist, gerade auch bei schmissigeren Songs wie ‘War Is Our Destiny‘ oder ‘White Stallions‘. Hammer Drummer!
Der wie gesagt stimmlich kein bisschen gealterte, etwas kauzige und zwischen den Songs immer wieder an einer Kaffeetasse nippende Reagers kommt derweil zum Amü¬se¬ment einiger Anwesenden zwischendurch mit dem Anekdötchen, sich von früher irgendwie noch ans „Dortmunder Union“ Bier zu erinnern.
Nachdem die eine Bandhymne (‘Saint Vitus‘) zum vorläufigen Abschluss verklungen, kommt man zur Zugabe in Form von der anderen (‘Born Too Late‘) dann auch noch mal die Bühne und hinterlässt die Anwesenden weitgehend mit der Meinung: Ja, doch, das war ziemlich gut heute!

Unsane @ Hamburg

Freitag, der 13.: Ein Überangebot an harten Klängen, sobald man mal in einer richtigen Metropole ist (#FWP)…
Die langweilige Karnevalskapelle Kadavar und die okayen Grave Pleasures spielen in der Markthalle, im Bambi Galore könnte man sich u.a. Goath und Skogen angucken und in der Astastube spielen u.a. die großartigen Treedeon, die ich durchaus auch sehr gerne gesehen hätte, aber mein Hauptaufhänger für den Hansestadtbesuch war das Konzert von UNSANE im Hafenklang.
Witzig übrigens auch irgendwie, dort dann in jemanden zu rennen, der gebürtig aus dem gleichen Kaff wie ich kommt…

Von den eröffnenden BUGS AND RATS, die’s wohl auch schon ‘ne Weile gibt, hatte ich zuvor noch nie gehört. Was deren okayen, aber nicht überragenden Noiserock rausgerissen hat war ohne Frage der komplett irre, immer wieder von ganz weit oben draufkloppende Drummer. Der Junge ist wirklich mal im Destructor-Modus unterwegs. Unterhaltsam!

Zu UNSANE kann ich dann eigentlich nur sagen, dass deren Musik etwas ist, die von dem einen oder anderen vielleicht schon als weitgehend atonaler Lärm wahrgenommen wird, mir über die Dauer des Gigs aber ganz ohne Scheiß eine ziemliche Glückseligkeit beschert.
Auch wenn mir die Herren Spencer, Curran und Signorelli wie schon in Tilburg letztes Jahr einen meiner beiden Lieblingssong wieder mal nicht gönnten, war’s auch mit u.a. ‘Against The Grain‘, ‘Only Pain‘, ‘Empty Cartridge‘, ‘Get off my Back‘  und einigen Nummer vom wieder mal sehr coolen, aktuellem Album „Sterilize“ auf seine brachiale Art und Weise einfach nur wunderschön.
Zum Zugabenblock kam erst mal wieder die Mundharmonika raus (klar: ‘Alleged‘) und das Flipper-Cover „Ha Ha Ha“ scheint sich gerade zu einer späten Tradition des Closers zu entwickeln.
Es war mal wieder geil! Besonders... mit anzusehen, wie Chris Spencer immer noch andauernd seinen Gitarrenhals von Hand biegt und dehnt, anstatt sich endlich mal 'n Tremolo zuzulegen.



Dienstag, 17. Oktober 2017

Dieser Tage raus (KW42)

Es kommt ja schon wieder vor allem ganz schön viel Düsterkram und Doom'n'Dröhn raus, diese Woche...

AMENRA - Mass VI
Um mal ganz ehrlich sein ist mein Verhältnis zu AMENRA ein bisschen ambivalent. Musikalisch ist ihr schwer schleppendes Brachialgegroove immer wieder mal beeindruckend und durchaus „mein Ding“. Besonders hängengeblieben ist z.B. ein Roadburn-Auftritt im Het Patronaat mit ihrem „Mass V“-Material, bei dem irgendwie einfach alles gestimmt und gepasst hat. Der belgischen Band haftet allerdings so eine etwas prätentiöse und esoterisch-versponnene Aura an, die mich persönlich eher abturnt als fasziniert.
Man muss es ihnen allerdings wohl lassen, längst eine Marke für sich zu sein, und „Mass VI“ erscheint diese Woche über Neurot:



BELL WITCH -  Mirror Reaper 
Voran ging diesem Album das unerwartete und tragische Ableben von Band-Mitbegründer und Ex-Drummer Adrian Guerra, der hier in Form von konservierten Aufnahmen noch mal mit eingebunden wurde.
Produziert von Billy Anderson, der gleichermaßen brachialem wie atmosphärischen (ferner komplex arrangiertem) Doom wie diesem eigentlich immer den richtigen Sound-Schliff zu verpassen weiß.

 

JOHN CARPENTER - Anthology: Movie Themes 1974-1998 
Nach seinen „Lost Themes“ veröffentlicht Sacred Bones Records jetzt auch als „Anthology (…)“ die bekannten Themes von Regie- und Scoremusik-Legende JOHN CARPENTER.
Alle neu aufgenommen mit seinen aktuellen Mitmusikern, an deren Seite er das Ganze auch schon ein paar mal live aufführte.
Gerade They Live, Escape From New York, The Thing und Dark Star sind ja tatsächlich sowas wie Lieblingsfilme von mir und das berühmte Halloween-Thema kann sogar
ich selbst auf dem Klavier klimpern.
Es ist wohl durchaus eine Überlegung wert, sich dieses Teil ins Plattenregal zu stellen…


ELECTRIC WIZARD - Wizard Bloody Wizard
Auch zum Thema ELECTRIC WIZARD muss ich jetzt mal ambivalenterweise ganz ehrlich sagen: Vor allem der noisige „Dopethrone“ und das im positiven Sinne eigentlich schon poppige „Witchcult Today“ sind zwar zwei wirklich geile Alben, die ich in meiner Plattensammlung nicht missen möchte, aber der Rest der Wizard-Discographie ist durchwachsen bis verzichtbar und nach hintenraus wird’s dann jetzt auch mal ziemlich redundant. Live sind sie dann zudem auch noch ‘ne ganz schön tagesformabhängige Band, die ich zwar auch schon mal großartig, aber eigentlich öfter mittelmäßig bis „Funke wollte  nicht überspringen“ gesehen habe, weswegen mir der vermeintliche Kultstatus der Stoner-Sludge--Doomer schon ‘ne Weile nur noch müdes Gähnen abringt. Irgendwie ist der Drops - trotz der erwähnten geilen Momente, die sie durchaus schon mal hatten -  bei mir so ein bisschen gelutscht.
Der neuste Aufguss erscheint jedenfalls diese Woche. 



FRINEDSHIP – Hatred
Was ‘ne Bandnamens- / Albumtitel-Kombi, was?  

Diese Japaner wecken jedenfalls Erinnerungen an Zeiten, in denen Sludgecore noch kein Milchbubi-Genre war.
 

IRON MONKEY – 9-13
Apropos fieser Sludgecore: Hierbei handelt es sich um ein schwieriges Revival, denn Original-Drummer Justin Greaves (dieser Tage Kopf und Herz von Crippled Black Phoenix) wäre es lieber gewesen, den Namen dieser einst eher unrühmlich aufgelösten Sludgelärmer zu Ehren des verstorbenen Shouters Johnny Morrow einfach ruhen zu lassen. Die Original-Gitarristen Steve Watson (jetzt am Bass)  und Jim Rushby (jetzt auch Shouter) sind allerdings anderer Ansicht und setzten dafür Scott Briggs auf dem Drumhocker, der mit Morrow zusammen in der Band My War wütete.
Ja, einen seltsamen Beigeschmack hat das alles, zumal die krasse Gekrächze von Morrow auch mit den kranken Charme des Monkey ausmachte und der maskierte Rushby dem nicht wirklich gerecht wird.
Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ein Teil von mir will es gut finden und ein anderer wiederum eigentlich nicht…



PYROLATROUS - Teneral
Langspieldebüt der neuen Band um Nicholas Palmirotto von den aufgelösten Hull (und zuletzt auch mal im Zeal and Ardor Live-Line Up dabei) und mit Lev Weinstein (Krallice, Woe, Geryon, …) an den Drums, auf Gilead Media.
Schon das vorangegangene Demo überzeugte mit zeitgenössischem Black Metal, der im Gegensatz zu vielem an „Post-/ Atmospheric/ Blackgaze/ etc.“-Kram das Riff nicht aus den Augen lässt, und überhaupt ist Nick einer von den guten!


ROPE SECT – Proselytes
Der „Post-Punk/ Gothrock auf Metal-Labels“-Trend greift weiter um sich. Century Media haben Grave Pleasures und die Rumpelkram-Spezialisten von Iron Bonehead haben ROPE SECT.
Freitag erscheint eine neue 7“:

ropesect.bandcamp.com/album/proselytes
 

THROANE – Lus Une Main A Mordre
Album Nummer zwei von THROANE, dem musikalischen Soloprojekt Dehn Soras, bekannt als Artwork-Künstler für u.a. Black-Metal-Avantgardisten wie Blut Aus Nord und Deathspell Omega, und natürlich wieder auf dem Label Debemur Morti Productions (u.a. eben Blut Aus Nord, Terra Tenebrosa, ...), was hier fast auch schon als aussagekräftige Stilbeschreibung reicht.



YELLOW EYES - Immersion Trench Reverie
Und noch ein neues USBM-/ „Atmospheric Black Metal“-Album auf Gilead Media. Bei mir waren YELLOW EYES bisher so ein bisschen durchs Raster gefallen, weil ich manchmal einfach schnell übersättigt bin, wenn zu viele Bands aus der gleichen Subgerne-Ecke auf mich einlärmen wollen, und aus dieser groben habe ich halt u.a. schon Wolves In The Throne Room, Ultha oder Wiegedood. Allerdings solle man der Vollständigkeit halber dazusagen, dass es sich bei YELLOW EYES (u.a. mit dem Schlagzeuger von Fell Voices und Vanum) nicht um neue Nachzügler an derartigem handelt, sondern „Immersion Trench Reverie“ bereits ihr siebtes Album ist.



WATTER - History of the Future
Bei Mitgliedern von u.a. Slint, Tortoise und Grails im Bandgefüge sind die Erwartungen unter Aficionados von Postrock, der zur eher avantgardistischeren Seite des Genre-Sammelbegriffs fällt, hier mutmaßlich natürlich nicht gering.
Temporary Residence veröffentlicht dieser Tage jedenfalls Album Nummer zwei des von mir erst jetzt entdeckten Ensembles, das wohl schon auf ihrem 2014er Debüt (welches ich, Fun Fact, vergangenes Wochenende in einem Hamburger Plattenladen zufällig in der Hand hatte) mit „experimental Psychedelic Rock, Vintage Cinematic New Age Explorations and sinister Krautrock“ zu überzeugen wuss
te.


Und sonst noch?
Es erscheint außerdem ein neues Album von den ganz guten Instrumental-Rockern AND SO I WATCH YOU FROM AFAR.

Wer’s punkig mag sollte mal die DAYSHIFTERS aus Austin, Texas checken, die sich selbst als „für Fans von Wipers, Drive Like Jehu, Fugazi“ beschreiben:  dayshifters.bandcamp.com/album/5-song-demonstration


Den Hamburger Rumpel-Doom-Death-Metal von OPHIS auf FDA sollte man als Freund derartigem vielleicht mal auffem Schirm haben: ophis.bandcamp.com

Donnerstag, 12. Oktober 2017

2017er Resterampe (Teil 2)

So viel Musik, so wenig Zeit… Interessante Sachen, die ich im Laufe der letzten Monate mal irgendwie auf dem Notizzettel hatte, die aber aus irgendwelchen Gründen zunächst durchs Blog-Raster fielen, was die eingehendere Beschäftigung damit bzw. eine irgendwie ausführlichere Erwähnung anging, oder deren Bandcamp-Streams erst mit Verspätung online gingen, die jedoch nicht unerwähnt bleiben sollen:
(Resterampe 1)


ÆTHENOR - Betimes Black Cloudmasses
Obwohl ÆTHENOR aus dem Dunstkreis von Sunn o))), Ulver und nicht zu vergessen der grooooßartigen Shora gelegentlich auf meinem Radar aufblitzen, habe ich den Ambient-/ Drone-/ Kosmisch-Kram dieser Nebenband bisher eher stiefmütterlich behandelt. Sollte ich das mal ändern?
Anfang des Jahres kam jedenfalls mal wieder was raus: 


AUREOLE OF ASH – Human Bankrupcy
Münster hat bekanntlich eine mehr als nur kleine aber feine Hardcore-Szene, der auch AUREOLE OF ASH mit ihrem Crust-/ Fastcore entsprungen sind, der eine ziemliche Extrem-Metal-Kante aufweist:


BEG –s/t
Zweiter Release der Duo-Nebenband eines Art Of Burning Water-Typen, die sich dem Schräg-Grind Marke Brutal Truth widmet. 

Ganz schön derb und geil!
BISON - You Are Not The Ocean You Are The Patient
Einen Monat später als der physikalische Tonträger war das neue BSION-Machwerk dann auch mal bei Bandcamp aufgeschlagen.
Ich finds ‘ganz gut‘ (am besten gefällt mir die Instrumental-Nummer), aber was das Teil zum Album des Monats im Visions qualifizierte, das wird mir wohl verschlossen bleiben. Vermutlich so ‘ne Art von Sommerloch.


BUDDY CRIME – Lifestyle Dramatic
Der Drummer der großartigen Anwar Sadat (deren „Ersatz Living“ eines meiner definitiven Lieblingsalben 2017 ist, wenn nicht sogar die #1!) mit einem eigenwilligen Soloprojekt:


DALE CROVER  - The Fickle Finger Of Fate
Apropos Soloprojekt des Drummers einer großartigen Band: Auch Dale’s Album tauchte dann auf ein mal doch noch bei Bandcamp auf.
Seltsamer Pychedelic-Rock und noch seltsamere Experimental-Kurztracks...



EX EYES –s/t
Bei Release war mir dieses Teil so ein bisschen durchs Raster gerutscht, dabei kann Musik, die einen Grenzgang zwischen Avantgarde-Jazz und Extrem-Metal versucht, durchaus spannend sein.
Für Freunde von John Zorn/ Naked City, Zu u.ä.:

 
FERAL OHMS – s/t
Feral Ohms is a power trio from Oakland, CA. Focused on scuzz, primitive, outcast and punk rock and roll. It's loud.
Kann man machen:


GEWALT – [diverse Singles und EPs]
Surrogat, die frühere Band von „Patrick Wagner, Superstar“ habe ich zu ihren Lebzeiten ja nie so ganz verstanden (lag aber an mir). Mit seiner neuen Band GEWALT hat Herr W. dieses Jahr jedenfalls schon drei Kleinformarte veröffentlicht und bereits einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen:


GRID - s/t
Und noch eine Band, die neben Ex Eyes, Zu, John Zorn, Albatre, Orthodox, The Hub und co. in die „zwischen harter (Bass)Gitarrenmusik und Jazz mit Saxophon“-Schublade springt:



HIGH PRIESTESS– Demo
All-Female-Trio aus L.A., das den DIY-Aspekt so ernst nimmt, vom Artwork bis zum Mix und Mastering wirklich alles selbst gemacht zu haben, und dessen „Heavy Psych Fuzz Doom“  trotz tatsächlich heavy-fuzzigem Gitarrensound was irgendwie leichtfüßiges an sich hat. 



KONVENT – Demo
Und noch ein Debüt-Demo als Digitalveröffentlichung einer reinen Frauenband, an dieser Stelle allerdings groovender Growl-Death-Doom aus Dänemark.
Nicht schlecht!


ORTHODOX
Und, aller guten Dinger sind drei, noch mal Heavy Stuff mit Sax: Bei Release ist mir diese V.ö. von ORTHODOX, die sich von Sleep-ähnlichem Stoner-Doom immer mehr zu ‘Doom-Jazz‘ mit Betonung auf letzteres entwickelt haben, irgendwie durchgegangen, obwohl ich einige ihrer Platten im Schrank habe….


OTOBOKE BEAVER - Love Is Short EP
Japanische Kultur ist aus unserer Perspektive ja irgendwie so ein Planet für sich… Jüngst wussten vor allem OTOBOKE BEAVER aus Kyoto im Westen auf sich aufmerksam zu machen, denn die Videoclips der vier Mädels (Revenge-Trash, Anime, …) sind der Knaller.
Was im Übrigen auch für ihren Punkrock gilt.



JENS PAULY –r/f
Jens ist Gründungsmitglied und Ex-Gitarrist der großartigen Kölner Black Metaller Ultha, musste das allerdings aus persönlichen Gründen drangeben.
Solo hat er sich nun dem Ambient/ Drone verschrieben:


SUPER THIEF – Stuck
"Students of the AmRep/Touch & Go school for noise rock, SUPER THIEF draw comparisons to bands like The Jesus Lizard, Hammerhead, and Tar (…)”
Okay, da bin ich dabei:


THISQUIETARMY – Democracy of Dust
Das Essener "Ambient/ Drone/ Noise/ Darkjazz"-Label Midira finde ich ja grundsätzlich sehr sympathisch, allerdings muss ich persönlich mal echt sagen, dass mir deren extraschmuck aufgemachten und dann gerne auch mal 1-2 Euro mehr kostenden Releases manchmal einen Hauch zu drüber sind. Ich bin nämlich der troglodytische Typ, der einfach nur ‘n Tonträger auflegen und sich dann am Krach erfreuen will, anstatt sorgsam mit irgendwelchen speziellen handgemachten Sammlerstück-Verpackungen umzugehen, als wenn Weihnachten wär‘, if you know what I mean, but that’s only me...
Anyway – es gibt auf dem, bevor wir uns missverstehen, sehr unterstützungswerten und geschätztem Label Midira ein aktuelles Album des wirklich coolen Ambient-Drone-Projekts THISQUIETARMY:


WICCANS - Sailing A Crazy Ship
Rotziger Hardcore-Punk ganz alter Schule, der eine gewisse Vorliebe für die Melodiearbeit klassischen Hardrocks/ Metals durchblicken lässt?
Gar nicht mal so uncool!



YOWIE - Synchromysticism
„Krasser“ Instrumental-/ Math-/ Noise-Rock auf Skin Graft. 
Wer Bands wie Hella, Flying Luttenbachers, Don Cab, Dysrhythmia u.ä. mag ist hier richtig:


Seven That Spells - The Death And Resurrection Of Krautrock: IO

Und hier die nächste Ausgabe der Serie „die besten und interessantesten Alben aus jüngerer Vergangenheit, auf die ich gerne noch mal hinweise“ mit einem Werk, auf das ich hier im Blog bisher tatsächlich nur mal eben bei Veröffentlichung im Sommer 2014 kurz und knapp in einem Sammel-Post als „meine derzeitige Lieblingsentdeckung“ Bezug genommen hatte, also wurd‘s Zeit…


 

Die kroatischen SEVEN THAT SPELLS traten jedenfalls in besagtem Sommer 2014 in mein Leben, als dieses Album zur Rezension für eine andere Publikation auf meinem Seziertisch landete.
Seit 2003 mit einer inzwischen schon etwas unübersichtlichen Veröffentlichungshistorie aktiv, ist „…IO“ nicht nur ihr xtes Album, sondern Teil zwei einer Albumtrilogie, die mit dem 2011er „The Death And Resurrection Of Krautrock: AUM“ begann.
Auf jenem zeigte sich die Psychedelic-/ Stoner-/ Kraut-/ Space-Rockband um Gitarrist/ Sänger Niko Potočnjak (über die Jahre das einzige feste Mitglied) partiell auch schon mal von einer ziemlich noisigen Seite, I like…


Aber kommen wird zu „IO“: Auf diesem Teil loten STS eher die Prog-Seite ihres Stils aus.
Die verspielte Eröffnungsnummer hat in meinen Ohren was von Adrian Belew-Solokram und das Piano-Interludium (quasi Intro von LP-Seite B) „One“ hat was, nicht lachen, von Nine Inch Nails-Tracks, die in so eine Richtung gehen und die ich schon immer mochte.
Die beiden Herzkammern der Platte sind allerdings „Io“ und ganz besonders „Burning Blood“. 

Beide auf ihre jeweilige Weise ein steter Tanz aus Rhythmus und Mantra-artigem Gesang.
Und obwohl ich in der Regel jemand bin, der‘s bei härterer Rockmusik eher derb und dreckig braucht (weswegen ich das meiste an total glattpoliertem Djent-/ Prog-/ Post- Metal völlig verachte), ist es hier tatsächlich gerade auch die glasklar-sonore Inszenierung des Ganzen, die’s so geil macht. Sowas wie „Burning Blood“ könnte ich mir ganz ohne Scheiß stundenlang anhören.


Zukunftsmusik: Der dritte Teil der „Death And Resurrection Of Krautrock“-Trilogie soll übrigens um den Jahreswechsel erscheinen. Eine beachtenswerte Randnotiz ist, dass dabei Blake Fleming am Schlagzeug sitzt, u.a. durch die kurzlebige 90er-Noiserock-/ Math-Metal-Überband Dazzling Killmen bekannt und auch Mitbegründer von The Mars Volta, die er allerdings nach den ersten Demoaufnahmen verließ. 

Dienstag, 10. Oktober 2017

N & Meinein live


Eine der interessantesten Sachen, die ich in letzter Zeit gesehen habe, war der gemeinsame Auftritt von Drone-Gitarrist N und Modularsynthie-Künstler Meinein im Dortmunder Rekorder vergangenen Samstag.
Letztes Jahr veröffentlichten die beiden, die auch Teil des dieser Tage nur noch sporadisch aktiven Avantgarde-Ambient-Trios [multer] sind, einen gemeinsamen Release, nun hatte man die Gelegenheit, sich mal eine ihrer Duo-Kooperationen live anzusehen.
Während N mit Gitarren und Effektgeräte-Armada seinen, mal harmonisch Ambient-esquen, mal wuchtigeren Berg aus Klang auftürmte, konnte man Meinein an seiner abenteuerlichen Schaltzentralkonstruktion (s.u.) dabei beobachten, wie er E-Bows auf eine Zither legte oder Kugeln zwischen Federn rollen ließ, was zwischenzeitlichin Industrial-Getöse à la Throbbing Gristle ausartete. 
Eine wirklich interessante, kollaborative Klangkunst-Momentaufnahme und ich muss sagen, eigentlich öfter mal auf sowas Bock zu haben…


Montag, 9. Oktober 2017

Dieser Tage raus (KW41)

Kommt ja schon wieder einiges, diese Woche…

ALABASTER – Time To Get A Job
Moment mal, bei diesen Franzosen machen (Ex-)Mitglieder der nicht zu verachtenden ‘Post-Metal‘-Vorreiter Overmars und der mit dem Unsane-Clan verbandelten Noiserocker Sofy Major mit (und von Geneva hat man auch schon mal gehört)?
Meine Ohren sind gespitzt!
Diese Woche raus auf (u.a.) Antena Krzyku ist das Langspieldebüt von ALABASTER (nach bereits einer 10“ EP und einer Live-Veröffentlichung), die sich alles und nichtssagend „eine Mischung aus Noise, Hardcore, Punk und Metal“ auf die Fahnre schreiben.



BELUS – Apophenia
New Yorker 'Hipster-Black-Metal' auf dem Berliner Vendetta-Label mit dem Gitarristen von Woe und der Bassistin der Mortals.
„Gut Ding will Weile haben“, denn sieben Jahre hat es gedauert, bis sie dieses Langspieldebüt am Start hatten.
Als CD, Tape und rein digital ab dieser Woche erhältlich, bis zur LP-Version müssen sich Vinyl-Junkies allerdings noch bis Ende November gedulden.



DER_WARRIOR – Mannborg
Sieben Jahre nach seinem Coversongdebüt auf dem JaKa-Tributsampler und vier nach dem ersten Album „ehrenfeld³“ meldet sich DER_WARRIOR dann überraschend doch mal zurück.
Inzwischen ist man vom reinen Instrumental-Doom noch mal ein Stück weiter ins musikalische Abenteuerland gerutscht und baut auch schon mal ungeniert sowas wie einen Glockenspiel-Part ein. 
 


FRET – Over Depth
Auch wenn er Scorn vor ein paar Jahren ad acta gelegt hat, ist Mick Harris noch nicht fertig mit Musik und präsentiert uns nun seine Debüt-DoLP als FRET via Karlrecords.
Man kann an dieser Stelle nur mutmaßen, dass Pause und Projektneubenennung eher psychologische Gründe hatten als irgendwas anderes, denn so richtig weit vom späteren Scorn-Kram weg ist
FRET ja jetzt stilistisch und klanglich nicht wirklich - sieht man davon ab, dass die einst eher minimalistischen Rhythmusmuster einen Hauch hektischer und komplexer geworden sind.


FIREBREATHER –s/t
Das schwedische Heavy-Sound-Label Suicide Records bringt das Debüt ihrer Landsmänner FIREBREATHER raus, neue Band eines Ex-Galvano-Recken.
Was für Stoner-/ Sludge-/ Doom-Fans, bei denen es auch mal eher nach vorne treibend fett riffen darf, High on Fire, blabla.
Auf der Bandcamp-Seite des Labels kann man vom Album jetzt gerade noch nix hören, aber dafür gibt’s ‘n Videoclip:



GRUNTRUCK - Gruntruck
Neunziger-Revivals scheinen ja auch mehr und mehr ein Thema zu werden. Vorhang auf für GRUNTRUCK, denen nicht nur nachgesagt wird, auf der metallischeren Seite des Grunge-Genres an Soundgarden, Tad, Alice in Chains usw. zu ihren jeweils besten Zeiten zu erinnern, sondern bei denen es sich tatsächlich um sowas wie eine „vergessene Band“ von damals handelt, die hiermit, fast zehn Jahre nach dem Ableben ihres Originalsängers, noch mal ein Album raushaut.
Eine Bandcamp-Seite oder sowas scheinen weder Label noch Band zu haben, weswegen erstmal ein Soundcloud-Song reichen muss:
 
 
OPIUM EATER - Ennui
Irgendwie kommt’s mir so vor, als wären mir OPIUM EATER schon ewig vage ein Begriff, aber vielleicht gaukelt mir der Bandname ja auch nur irgendwelche Assoziationen vor, weil’s u.a. auch noch Opium Lord, Opium Warlords, Opium Divan, Lotus Eater, Acid Eater, Shroud Eater oder Serpent Eater gibt, und man da dann auch schon mal durcheinanderkommen kann…
Diese Neuseeländer jedenfalls sind mehr in der etwas Prog-lastigen Ecke der losen Schublade „Sludge‘Stoner, Doom’n’Drone, Post-Rock/ -Metal und co.“ unterwegs.



TREPANERINGSRITUALEN - Kainskult
Der Release von „Kainskult“ ist eigentlich schon zwei Wochen her, wurde allerdings von verschiedenen Seiten noch mal mit Nachdruck so aggressiv beworben, während TREPANERINGSRITUALEN sogar auf interessanten Billings zwischen Metal-Bands auf Tour geht, dass es mir doch mal den verspäteten Hinweis wert ist: Es handelt sich hierbei nämlich an Erinnerungen an Cold Meat Industries u.ä. weckenden Kram, der Richtung Ritualistic Industrial geht. Und ich bin gespannt wie das ankommt, in gewissen Szenekreisen...



UNFOLD - Banshee O Beast
Mit UNFOLD ist’s so eine Sache. Schon lange bevor der jüngere Hype um „Post-Metal, Sludge und co.“ mehr und mehr Einzug in den Metal-, HC- und Indie-Mainstream erhielt, konnte man den Franko-Schweizern eine gewisse Vorreiterrolle in diesem Feld zugestehen, allerdings schenkte man ihnen im Rest Europas nur unter unverbesserlichsten Underground-Nerds Aufmerksamkeit.
Ein Live-Erlebnis um die Jahrtausendwende haute mich einst ziemlich um, das 2003er „Aeon Aony“ war partiell wie nicht von dieser Welt und
verhältnismäßig seiner Zeit voraus, ihr 2011er Comeback-Album „Cosmogon“ war für mich dann allerdings eine ziemliche Enttäuschung, weil postmetallische Beliebigkeit as postmetallische Beliebigkeit can be, während andere Bands mit krasserem Kram an ihnen vorbeigezogen waren.
Was man im Vorfeld bisher von „Banshee O Beast“ hören konnte, lässt dann aber doch noch mal hoffen, da es ziemlich noisy und aggressiv klingt.



WOLF MOUNTAINS – Superheavvy
Garage-/ Surf-/ Noise-/ LoFi-Rock aus Stuttgart mit dem Schlagzeuger von Die Nerven.
„Superheavvy“ ist bereits der dritte Release des Trios, allerdings der erste auf einem Label (This Charming Man Records).


 
Und sonst noch?

An der Metal-Front kommen diese Woche u.a. auch noch neue Alben von ENSLAVED (Prog-Black-Metal), SAMAEL (Electro-Black-Metal) und SARKE (Runpel-Black-Doom).


Nicht ganz uninteressant, für mich persönlich an dieser Stelle aber nur eine Randnotiz ist die aktuell gefühlt inflationäre Zunahme von Synth-Wave/ Retro-Elektro/ Quasi-Gamemusic u.ä. Kram, der mehr und mehr Einzug in die Aufmerksamkeit der Rock- und Metal-Welt hält (dazu später noch mehr...). Diese Woche z.B. bringt der kalifornische GIACOMELLI neue “Electronic Analog Chamber Music“ raus: giacomelli.bandcamp.com

Last but most definately not least erfährt man alles über den Re-Release von BLIND IDIOT GOD's "Undertow" plus Bonusmaterial feat. Henry Rollins und John Zorn dort: www.indivisiblemusic.com/undertow-release

Samstag, 7. Oktober 2017

dies und das kurz notiert

Eigentlich wollte ich ursprünglich übrigens mal einen Blogpost dazu machen, dass das JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE Album „Rauchen und Yoga“ diesen Monat zehn Jahre alt wird. 
Ohne Frage ein kreativer Peak der Band, aber so richtig viel will mir dazu heute dann doch nicht mehr einfallen, außer, dass etwas aus der Reihe tanzende Songs wie der Opener „Der Angriff startet“ und „Hungerhilfe“, die eher auf den groovigen Seite angesiedelt sind, oder das trotz elektronischer Extra-Effekte cool auf den Punkt gebrachte „18:46:53“ zwischen typischeren Baller-Stücken auch heute noch sehr viel Spaß machen. „Komm, Wir Drehen Einen Porno“ ist ebenfalls ein kleiner Hit und zum „Verrat am Metal“ gab‘s sogar einen Videoclip:


Ebenfalls bereits angesetzt hatte ich zu einem Blogpost darüber, warum das 1991er PRONG-Album „Prove You Wrong“ damals wie heute auf der Rechnung vieler etwas zu Unrecht das eher ungeliebtere nach dem sehr starken Vorgänger „Beg To Differ“ ist. Darüber, dass die vernebelten Killing-Joke-Vibes von Songs wie „Hell If I Could“ oder „Contradictions“ total geil sind und als Kontrast dazu das im Album-Verhältnis gradlinigste „Unconditional“ (s.u.) natürlich ein Song für’s Metal-Lehrbuch. Und darüber, dass ich u.a. auch den Drumsound auf dem Album sehr cool finde.
So wirklich zum Ende kriegen konnte ich das aufgrund von akutem Zeit- und Lustmangel dann allerdings nicht, weswegen das hier reichen muss.



Last but not least: An diesem Wochenende feiert(e) das AZ Mülheim übrigens Geburtstag mit zwei Tagen Live-Krach.
Eigentlich ist der Samstag mit einer coolen Quersumme aus Hardcore- und Crust-/ Metal-Helden (Instinct of Survival, Kriegszittern, Night Fever, Visions Of War, Vitamin X) und obendrauf dem elektronifizierten Punk von 100blumen der mit Abstand bestechendere Tag, passt(e) mir aber wohl leider nicht gut genug in den Tagesablauf, um dem Ganzen beizuwohnen.  
Vom etwas schwächeren Freitag fielen mir aufgrund des witzigen Namen allerdings GRRZZZ ins Auge. Ein schon seit Mitte der Neunziger aktives Duo aus Frankreich, das sowas wie Industrial-Punk/ Digital-Hardcore/ EBM-Noiserock, irgendwie auch so ein bisschen Nintendo-Metal macht, aber nach wie vor totaler Underground ist.
Im Grunde genommen hätte der verschiedenste Gesichter und zwei Wellen habende „Elektronik trifft Gitarre“-Hype in den Neunzigern der Band einen gewissen Bekanntheitsgrad verschaffen müssen, aber vielleicht waren sie dafür dann einfach doch zu punkig/ DIY und mir daher bis gerade eben überhaupt gar kein Begriff gewesen.
Sowohl ihren Auftritt gestern Abend, als auch das bei Bandcamp hör– und gratis herunterladbare aktuelle Album der beiden fand bzw. finde ich jedenfalls ganz witzig:


Freitag, 6. Oktober 2017

Temple Ov BBV

Obwohl ich es lange vermieden, bzw. irgendwie keine Lust (mehr) dazu hatte, lasse ich mich aktuell doch mal wieder zu einer Reihe von längeren Einzel-Reviews zu mehr oder minder aktuellen Alben hinreißen, die meiner Meinung nach einfach etwas mehr Aufmerksamkeit, oder zumindest noch mal einen Hinweis darauf verdient haben.
Den Anfang macht der TEMPLE OF BBV.



 

Dazu kann man eigentlich richtig weit ausholen, denn es handelt sich hierbei um das Kooperationsalben zweier Bands:
Radar Men From The Moon aus Eindhoven, die mir vorher maximal nur ganz vage ein Begriff waren und sich instrumentalem Psychedelic-Rock verschrieben haben, der durchs gesamte Spektrum von (copy & paste) „Shoegaze, Neo-Psych-, Kraut-, Space- und Noise-Rock wildert.
Und den ebenfalls zwischen Psychedelic- und Noise-Eckpfeilern experimentierenden Briten Gnod, die ebenfalls eine Marke für sich sind, zu der man mehr erzählen könnte (z.B. dass die Vorreiter Terminal Cheescake ein Gnod-Mitglied in ihren Reihen aufnahmen).

Beides Bands, die bei mir auf der „sollte ich mir vielleicht wirklich mal alles von anhören“-Liste stehen, an dessen Startpunkt das diesjährige Roadburn Festival stand, wo Gnod ihr zehnjähriges feierten und dabei als „Artist in Residence“ gleich jeden Tag spielten, reiner Noise-Set inklusive.
Am Sonntag des Festivals erfolgte dann auch eine Performance des TEMPLE OF BBV, dessen selbstbetiteltes Album zu dem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht war. Und was die Herren in Big-Band-Besetzung da an abweisend krachig und kantiger Musik kauf die Bühne zauberten war dann in meinem verkaterten Zustand ein bisschen, als würde man mir ein Loch in den Schädel bohren. Was eine interessante Assoziation ist, denn dem Album liegt tatsächlich folgendes Konzept zugrunde:

In 1965 the Dutch scientist and psychedelic pioneer Bart Huges embarked on a personal journey by taking an electric dentist’s drill and using it to open a hole in his skull, theorising that this measure - known as trepanation and chronicled in this book ‘The Mechanics Of Brain Blood Volume (BBV) - would result in enhanced mental power, and in effect a permanent high for the owner of the skull in question. 

Fifty-one years on, in 2016, this act formed an inspiration for a meeting of mind and matter on an entirely different level, as Salford’s imperious collective Gnod locked horns for a collaboration with Dutch psychedelic and experimental force Radar Men From The Moon, also originally set to take place in the Netherlands, at Eindhoven Psych Lab.

Lange Rede, kurze Sinn, nach dieser interessanten Performance wurde 1-2 Monate später dann auch das Album veröffentlich und ich kam seitdem immer wieder zu der entsprechenden Bandcasmp-Seite zurück um mir das anzuhören, mir nicht sicher zu sein, ob ich es wirklich brauche, um dann doch immer wieder dorthin zurückzukommen, und mir das wieder und wieder anzuhören.
Schlussendlich habe ich das Teil dann kürzlich sogar doch noch als LP erworben*.
 

Wenn ich jetzt hier anfange was davon zu faseln, wie repetitive Motive einen hypnotischen Sog entfalten oder sowas, dann klingt das wie etwas, das längst zu einer Musikjournalisten-Plattitüde verkommen ist, trifft allerdings 100%ig den Kern von dem, was mich an diesem Album so fasziniert.
Die Musik des Gemeinschaftserzeugnisses hat einen eigentlich schon scharfkantigen Klang, ist abweisend und etwas verwinkelt, aber doch ziehen einen die langen Songaufbauten rein.
Die interessant beginnende Spannungskurve der Eröffnungsnummer gipfelt dann sogar in einem Schlusssong, der ein passend episches, ritualistisch treibendes Grande-Final-Feeling mitbringt.
Und im Gesamtpaket ist das alles dann ja doch ziemlich mein Ding. 

Ob es noch weitere Gelegenheiten geben wird, das mal live zu sehen?
 


*Warum die Platte bei vielen Händlern eher teuer ist, verstehe ich allerdings auch mal wieder kein bisschen, denn ich hab‘ online tatsächlich einen aufgetan, beim dem sie für nur 15€ wegging. Im Gegensatz zu vielen Mailordern, wo das Ding für was um die 25 angeboten wird…

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Ohrbit 2017

Zum ersten mal stieg am vergangenen Freitag das jährlich angedachte OHRBIT Festival mit den musikalischen Schwerpunkten „Chiptune, Video Game Music, 8Bit“ und co. im Duisburger Dschäzz.
Da ich, obwohl ich echt kein Gamer (mehr) bin und es daher eigentlich auch eher nicht soooo wirklich übermäßig mit Retro-Game-Kultur u.ä. habe, mir allerdings dennoch aus Urzeiten eine gewisse Affinität zu nerdy Computermusik und zur Demo-/ Tracker-Mod-Szene bewahrt habe, habe ich diese als Kontrast zum ganzen Gitarrenkrach, der bei mir sonst so stattfindet, gerne mal wieder aufleben lassen...

Nachdem ich mich vom Duisburger Hauptbahnhof durch den plötzlich losbrechenden Starkregen zur Venue geschleppt hatte, stolperte ich dort auch schon in die Performance des eröffnenden DASCON aus der Gegend, der Game-Musik auch schon mit Boller-Breakbeats anreicherte u.ä. Wenn ich das richtig gehört habe und ich mich nicht irre, hatte sich gegen Ende auch was von Chris Hülsbeck oder so durch seinen Remixfleischwolf ins Set verirrt. Wer’s überprüfen will, kann das Ganze tatsächlich retrospektiv nachhören:


Interessanter Kontrast direkt danach mit KID KNORKE aus Hamburg, dessen mich irgendwie auch ein bisschen an DAF erinnernde Musik mit Sprechgrölgesang gleichermaßen Punk-, EBM- und Rap-Vibes versprühte, samt Coversongs und Spielzeug-Laserkanone. 

Und es blieb abwechslungsreich: HAVOCCC performte im Anschluss LoFi/ Chiptune-Techno mit Four-to-the-Floor-Bassdrum, der, wenn ich das richtig gesehen habe, teilweise auch über die Bedienung durch Handys ertönte. Eigentlich nicht sooo meins, aber trotzdem auch nicht uncool.

Danach komme ich, u.a. zugegeben auch meinem Bierkonsum geschuldet, nicht mehr ganz mit, ob die ausgehangene Running Order tatsächlich eingehalten oder irgendwas übersprungen oder vertauscht wurde... Soll heißen, dass die Frage, ob der folgende Typ in der Mönchskutte denn jetzt eigentlich FIRESTARTER oder IRRLICHT PROJEKT war, bei mir an dieser Stelle noch offen ist. Auch das war allerdings ziemlich witzig, inkl. Vocals und pastoralen Ansagen. 
 
Closing Act R5ON11C konnte dann sogar gleichzeitig zu seiner eigenen Musik wippen und das hinter ihm projizierte Videogame selbst spielen. 
Summa summarum war’s jedenfalls ‘ne sehr spaßige Veranstaltung und als Start einer regelmäßigen Eventreihe auch eine Bereicherung für die ja oft sehr eingefahrene Musikszene an Niederrhein und Ruhr (jetzt mal ganz allgemein gesprochen).
Anregung: Holt doch nächstes Jahr mal DJ Scotch Egg als Headliner! ;) (Auch wenn der in den letzten Jahren nicht sooo viel gemacht hat, ist der glaube ich immer noch aktiv und lebt in Berlin…)

Montag, 2. Oktober 2017

Dieser Tage raus (KW40)

Meine Güte, diesen Monat wird ja direkt schon wieder ganz schön rausgehauen…

100BLUMEN - Oktober
Obwohl sie, da aus NRW kommend, wirklich andauernd irgendwo um die Ecke spielen, habe ich es bis jetzt gänzlich unintentionell immer wieder geschafft, das Thema 100BLUIMEN zu umschiffen. Dafür gibt es keinen wirklichen Grund, sondern nur den Zufall.
Die früher mehr im Industrial/ Noise wurzelende Band macht Punk mit Elektronik/ Drum’n’Bass und hat eine neue 7“ am Start, auf dem sich ein Mitglied quasi selbst covert.
Wer jetzt nur „Hä? denkt, kann auf der Bandcamp-Seite die entsprechenden Details dazu lesen…
 


CALQUES – Civilizing
Nur auf Tape mit langsam knapp werdenden Preorders oder digital ist „Civilizing“ von CALQUES erhältlich, einer Duoformation aus Alabama, die punkigen Raw Black Metal über die Grenze zu industriellem Harsh-Noise-Kram zieht.
 


CARBON BASED LIFEFORMS – Derelicts
Das eigentlich im Extrem-Metal-Bereich wurzelnde Label Blood Music streckt seine Fühler in die Welt der Synthies aus: Neben Perturbator hat man jetzt nämlich außerdem die schwedischen CARBON BASED LIFEFORMS am Start. Brian Eno, Boards Of Canada, Aphex Twin und Tangerine Dream sollen grüßen lassen.
In Kürze auf blood-music.bandcamp.com oder carbonbasedlifeforms.bandcamp.com


CRACKHOUSE - Be No One. Be Nothing.
Bandnamens- und Titel-mäßig sind diese Franzosen ja schon mal ziemlich weit vorne, was?
Nach zwei Songs am Anfang des Jahres gibt’s jetzt noch einen elfminütigen Brecher live aufgenommenen, derbe walzenden Sludge-Metal-Fuzzlärms obendrauf.


DEAF KIDS - Configuração Do Lamento
Neu auf Neurot Recordings: Die brasilianische Crust-Metal-Truppe DEAF KIDS, die über die letzten sieben Jahre von einem Soloprojekt mit noisigem D-Beat zu einer Bandformation mit abenteuerlichen Stilideen zu (O-Ton Infotext vom Label:) „Psychedelic Absurdity“ wuchs.
 


DREADNOUGHT - A Wake in Sacred Waves
Post-/ Prog- / (Black) Metal mit Folk- und Jazz-Einsprengseln. Jungspunde aus Colorado, die sich genauso naturverbunden geben, wie sie Klassiker Marke Led Zep und Pink Floyd mögen, um das Ganze zu zeitgemäßem Schöngeister-Metal und „Cascadian“-Kram (WITTR, Panopticon) zu verrühren.
dreadnoughtdenver.bandcamp.com

 
HAEMORRHAGE – We Are The Gore
Man kann es in den OP-Handschuhen drehen und wenden wie man will: Trotz jeder Menge Carcass-Worship-Momente an der Grenze zum Klonen sind HAEMORRHAGE mit ihrem Goregrind ‘ne Marke für sich und machen auch auf ihrem xten Album echt Spaß. 
Keine Hirnchirurgie, aber als das grobschlächtige Metzelblutbad, das es ist, eben doch recht kurzweilig, sofern man die entsprechende Grind-Affinität mitbringt.



THE LUMES - Envy
Das Berliner Label Crazysane etabliert sich gerade als interessantes Sammelbecken für etwas lauter tönende Indie-Bands oder auch Noiserock mit Pop-Appeal.
Das passen THE LUMES aus Rotterdam, die gleichermaßen Vergleiche mit Die Nerven wie den Pixies auf sich ziehen und schon von „Patrick Wagner, Superstar“ (Ex-Surrogat, Gewalt) Lob einheimsen konnten,
dann wohl auch ziemlich gut ins Programm.


NECRO DEATHMORT – Overland
Dass sich das gerne mal über den Tellerrand blickende Label Profound Lore, dem man mit dem “Hipster-Metal“-Etikett eigentlich schon Unrecht tun würde, jetzt auch mal dem britischen Elektronikerduo NECRO DEATHMORT annimmt, verwundert nach Veröffentlichungen von Dälek oder Prurient neben jeder Menge Doom-Bands an gleicher Stelle nicht wirklich. NECRO DEATHMORT passen dort nämlich mit ihren von John Carpenter bis Godflesh und von Postrock über Techno/ IDM bis zu Industrial-Doom-Metal reichendenden Tendenzen  ziemlich gut ins Programm.
Man ist gespannt, was die immer wieder anders klingende Band auf ihrem neusten Album so macht. 



OMOTAI – A Ruined Oak
Die Einflüsse dieser jungen Truppe aus Houston, Texas ziehen sich durch „Thrash, Doom, Sludge, Extreme Metal, Hardcore-Punk und Postrock“, woanders las ich sinngemäß was von „Grindcore mit Noiserock-Kante“.
Äh, ja, das sagt natürlich alles und nix aus. Klingt aber trotzdem erst mal interessant.


 
PRIMITIVE MAN - Caustic
Derbe stampfender Sludge-Drone-Doom mit Noise-Schulterblicken, Black-Metal-Fiesheit, wild-temporeicheren Ausbrüchen nach vorne und Punk-Attitüde gehört ja eigentlich grundsätzlich mit in die eher etwas ungeordnete Schulbade, auf der „sowas ist total mein Ding“ drauf steht.
PRIMITIVE MAN machen derartiges ziemlich gut, aber eben leider auch nicht so überragend oder ungewöhnlich, dass es mich über alle Maße begeistert. Denn zu den Akzenten, die in derartigen Gefilden schon von Anderen etwas interessanter gesetzt wurden, schließen sie dieser Tage nicht wirklich komplett auf, sondern sind eben ‘nur‘ eine ganz gute, zeitgeistige Derb-Doom-Metal-Band. Weswegen mich das Ganze schon mal überraschend kalt lässt, obwohl es eigentlich mein Ding ist…



SLOWLY BUILDING WEAPONS – Sunbird
Das australische Label Art As Catharsis verspricht in Bezug auf diese Truppe “angeschwärzt-experimentellen Düster-Hardcore für Fans von Converge, Oathbreaker und Oranssi Pazuzu“.
Ob es dem gerecht wird? Hören wir mal rein:



SPOTLIGHTS - Seismic
Ursprünglich mal in der Band Sleep Lady aktiv, besteht der Bandkern von SPOTLIGHTS aus einem New Yorker Ehepaar, das sich „Sludgegaze/ Doom-Pop“ auf die Fahne schreibt.
Argumente im Verkaufsgespräch: Übersee konnte man jüngst das Melvins-Publikum als Vorband überzeugen und dieses zweite Album kommt über Ipecac:
 


STREET SECTS - Rat Jacket
Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich ja in das ebenfalls über The Flenser erscheinende Album „End Position“ seinerzeit reingehört, aber so richtig nachhaltig zu beeindrucken wussten mich STREETS SECTS zu der Zeit mit ihrem Industrial-Punk irgendwie eher nicht.
Was man von ihrer aktuellen EP bisher streamen kann ist allerdings scheinbar noch mal 'ne Spur interessanter geworden.



TWELVES – Twelves
Als Inspiration und Vergleich werden Math- und Noiserock-Helden wie Don Caballero und Jesus Lizard angeführt, während man das Debüt dieses Quartetts aus Madison, Wisconsin zu „name your price“-Konditionen herunterladen kann!



WAILIN STORMS - Sick City
Kurzfassung: Amerikanischer Postpunk auf dem polnischen Label, das letztens noch mit einem Unsane-Tributsampler begeisterte.
Beim Ox Magazin ist man hin und weg!



WHEELFALL – The Atrocity Reports
Man muss ihnen lassen, dass die Social-Media-Werbemaschinerie echt rollt, denn irgendwie stolpere ich schon seit ‘nem Jahr oder so echt immer und immer wieder über den Namen WHEELFALL.
Inwieweit sie ihr Ziel, Industrial-Metal wie bei Ministry und Nine Inch Nails damals in die Neurosis-geschulte Moderne zu führen tatsächlich erreichen, das ist so eine Sache.
Ehrlich gesagt finde ich es nach der totalen Stonersound-Übersättigung der letzten Jahre allerdings durchaus erfrischend, sowas auch mal wieder zu hören.



Und sonst noch?
- LO!‘s „Verstigial“ erscheint bei Pelagic Records

- Hells Headbangers hauen 'ne Deluxe-DoLP-Reissue von PROFANATICA's The Enemy of Virtue raus.

Montag, 25. September 2017

Dieser Tage raus (KW39)

Neue Woche, neuer Krach:

CELESTE - Infidèle(s)
Die französischen Originale sind mal wieder mit einem neuen Album ihres tiefschwarzmetrallischem Doom-Metalcore (aus Ermangelung einer besseren Schublade) am Start.
„Mehr vom üblichen“ ist in diesem Fall kein Negativurteil, denn irgendwie sind CELESTE sowas wie die Bolt Thrower dieser Tage.


 

GOD MOTHER - Vilseledd
Während The Dillinger Escape Plan noch mal ’ne Nachhol-Abschiedsrunde drehen, veröffentlicht deren Ben Weinman auf seinem Label Party Smasher Inc. das neue Album der schwedischen GOD MOTHER, denen er betont das Zepter der scheidenden Dillinger übergeben möchte.
Bandcamp-Seite/n der Band und des Labels im Auge behalten, ob das Teil dort innerhalb der nächsten Tage dann auch mal online geht…

KIKU & BLIXA BARGELD & BLACK CRACKER - Eng, Düster & Bang
Scheinbar ging das Teil bei Bandcamp schon vor zwei Wochen online, obwohl das Release-Date der LP eigentlich erst jetzt Freitag  ist.
„Eng, Düster & Bang“ ist jedenfalls eine Kombination aus Neubau Bargeld’s Lesung von Jean Paul-Texten, Raps des New Yorker Black Cracker und improvisierter Modularelektronik plus Jazz-Anflügen des Duos KiKu, und das schon zum zweiten mal.



KOLLAPS – Sibling Lovers
Dass die australischen Heirs der Vergangenheit angehören, finde ich ja nach wie vor ein bisschen schade, denn deren mitunter wie eine Mischung aus Mogwai und Godflesh anmutende Instrumental-Musik war ja schon ziemlich cool.
Ex-Drummer Damian hat mit KOLLAPS allerdings inzwischen eine neue Band am Start, die ebenfalls mit Industrial-Kante daherkommt. 



LOINCLOTH- Psalm of the Morbid Whore
Album Nummer zwei der Instru-Metaller, die aus den legendären Prog-Doomern Confessor hervorgingen, was es für Doom-Metal-, allgemeine Lärm- und Prog-/ Math-/ Postrock-Freunde gleichermaßen interessant macht.
Das Erstwerk ist auch schon wieder fünf Jahre her? Ja puh. 

 

PERHAPS – V
Und mal wieder was auf Riot Season: Zu den Kollaborateuren von PERHAPS, die sowas wie ganz schrägen Krautrock fabrizieren, gehört u.a. auch widerholt Tabata Mitsuru von den japanischen Psychedelic-Originalen Acid Mothers Temple.
Die ersten hundert Besteller der Platte erhalten übrigens zusätzlich eine CD-R mit einer gänzlich anderen Version des Albums.



UPPER WILDS – Guitar Module 2017
Eigentlich ein Nachzügler von vergangenem Freitag, der mir in der entsprechenden Woche durchgegangen war: Dan Friel von den großartigen, leider aufgelösten ‘Noiserockern und Grind-Poppern‘ Parts & Labor hat mit UPPER WILDS eine neue Band am Start!
„Guitar Module 2017“ ist zwar im Alleingang entstanden, aber mehr in Badformation soll noch folgen.



UNSANE - Sterilize
Yay, neue UNSANE! 
Muss ich da echt noch mehr zu sagen?


 
Und sonst noch?
Die Alt-Artpunks von PERE UBU veröffentlichen ihr neues Album „20 Years In A Montana Missile Silo”.
Meine erklärten Lieblinge VOIVOD haben ab dieser Woche eine 7” mit ihrem „Silver Machine” Cover am Start, die ausschließlich auf Tour in silbern verkauft wird, auf anderem Wege kriegt man das Teil immerhin in schwarz oder weiß.
Vergangenen Sonntag ging die Kollaboration des Jazz-Orchesters THE DORF und des Drone-Gitarristen N bei Bandcamp online (siehe dazu auch: krachundso.blogspot.de/2017/09/hochkultur-mit-n.html)

Außerdem kommt 'ne neue PRIMUS: http://smarturl.it/thedesaturatingseven