Freitag, 24. April 2015

Aktuelle Alben April

Nachdem der März in puncto Neuerscheinungen meinem in jüngerer Vergangenheit immer ausgeprägter gewordenen Noiserock-Fetisch ziemlich gut entgegenkam, kommen aktuell auch wieder einige Veröffentlichungen eher düsteren und extremmetallischen Krams (und unvermeidlicherweise auch aus der Sludge'n'Stoner-Ecke) raus, die mich interessier(t)en... 

ACID KING - Middle of Nowhere, Center of Everywhere
Wenn man mal ehrlich ist sind ACID KING eine dieser Bands, zu deren Musik es im Grunde genommen gar nicht mal so wirklich viel zu sagen gibt. Ähnlich wie etwa Electric Wizard haben sie in Stoner-/ Doom-Gefilden schon vor Ewigkeiten ihre eigene Nische gefunden, die irgendwie nur sie mit einer ganz bestimmten Art von Groove besetzen (auch wenn inzwischen junge Bands wie Winhand an ähnlichem dran sind). Im Gegensatz zu besagten Briten, die dabei immer wieder mal ins eher etwas schroffe pendeln, scheint das irgendwie mit den Melvins verbandelte* Trio dabei immer mehr in Richtung wohlig-warmer Sound zu streben.
*(Gitarrstin/ Sängerin Lori war mal mit deren Schlagzeuger Dale Crover verheiratet, der einst auch das Deütalbum produzierte; Drummer Joey Osbourne wiederum trommelte in den Bands, in denen Crover sich als Gitarrist/ Sänger versuchte (Altamont, Men of Porn).)
Stilistische Änderungen oder sowas erwartet man hier wohl nicht wirklich von einem neuen Album, insofern ist "Middle of Nowhere, Center of Everywhere" als eigentlich nicht weiter spektakuläre oder auffällige Angelegenheit so ein Fall von "solide abgeliefert", die man sich ganz gut geben kann.
Bandcamp: acidking.bandcamp.com/album/...

CHAOS ECHOES - Transient

Nachdem die EP "Tone Of Things To Come" schon ganz coole Ansätze experimentelleren Extrem-Metals zeigte, legt die Nachfolgeband von Bloody Sign hiermit den ersten Longplayer nach. Der teilweise ins jazzig-improvisierte und völlig andere PsychProgDoom-Sphären driftende Kram dieser Franzosen ist definitiv was eigenwilligeres und man wundert sich schon, dass so etwas als verhältnismäßig „sophisticated“ durchgehendes von Nuclear War Now! veröffentlicht wird, einem Label für Klischeeknüppelkram, in dessen Fan-Demographie sich vorsichtig ausgedrückt nicht nur die Intelligenzler-Elite wiederfindet.
Heavily recommended nicht nur für Freunde von sowas wie Portal, Irkallian Oracle, Deathspell Omega, sondern z.B. auch den Schräglagen-Alben von Brutal Truth und allem, was mit Freiform flirtet (Sunn o))), Swans, Aluk Todolo…).
Label-Bandcamp: http://nuclearwarnowproductions.bandcamp.com/album/transient


POISON IDEA -  Confuse & Conquer
Ich bin ja nicht wirklich der allergrößte POISON IDEA-Fan, geschweige sowas wie ein Experte. Fakt ist allerdings: Das 1990er "Feel The Darkness" ist ein Album, das jeder, der glaubt was mit harter Gitarrenmusik am Brett zu haben, zumindest mal gehört haben sollte. Bezeichnenderweise haben Bands wie Pantera und Machine Head nur wenige Jahre später schon Songs davon gecovert.
Im Laufe der bewegten Bandgeschichte ist nur ein Originalmitglied übriggeblieben, aber selbst in relativ kompetenten Kreisen der Metal-Journaille und -Blogosphäre ist man sich einig:  „Confuse & Conquer“ ist ein cooles Album der US-Punks geworden!
Bandcamp: poisonideasl.bandcamp.com/,,,

SULPHUR AEON - Gateway to the Antisphere

Man kann den 2013er Vorgänger "Swallowed By The Ocean's Tide" gerne als ziemlichen Überraschungserfolg in der Metal-Szene ansehen. Die Band aus dem Dortmunder Umland traf mit ihrem epischen, atmosphärischen, brutalem und trotzdem cleveren Death Metal, der stilistisch ein wenig die Gefilde von Morbid Angel und Behemoth zu ihren besten Zeiten streift, bei vielen einen Nerv. Auch bei mir, bei dem heutzutage eher selten (jüngere) Musik besagter Stilschublade in der Rotation landet. Wie erwartet ist der Überaschungseffekt beim zweiten Longplayer via Ván Records ein bisschen verflogen, was allerdings nichts daran ändert, dass auch "Gateway to the Antisphere" zienlich gut geworden ist.
Zusammen mit dem musikalisch etwas (!) ähnlich geartetem (aber wohl moderner und wesentlich experimenteller veranlagtem) Zeitgeister-Projekt Owl sind SULPHUR AEON damit momentan eine der besten Todes- bzw. Extremmetall-Kapellen, die wir haben, vielleicht auch international.
Label-Bandcamp: sulphuraeon-vanrecords.bandcamp.com/...

TRIBULATION - The Children Of The Night
Als ich anlässlich ihres letztjährigen Roadburn-Auftitts TRIBULATION's “Formulas of Death” für ich entdeckte, kamen mir als Vergleichsreferenz ja bereits ein wenig Morbus Chron in den Sinn. Bei beiden Bands handelt es sich um schwedische Jungspunde im Early-Tom-Warrior-Gedächtnislook, die Düsterknüppel-Metal alter Schule mit einer regelrecht psychedelischen Kante vermengen. Interessamt, dass TRIBULATION danach tatsächlich vom Label gesignt wurden, auf dem Morbus Chron schon sind, und auf ihrem aktuellen Album dann auch gleich mal eben das Tempo rausgenommen haben. Mit der entfesselten Raserei von “Formulas of Death” hat "The Children Of The Night" nicht mehr viel zu tun. Das Atmosphäre- und Melodie-betonte, irgendwie nach Melo-Death und Goth-Metal müffelnde Album hat zwar durchaus seine Momente (vor allem 'Holy Libations'), aber irgendwie... ich weiß ja nicht so wirklich, ob das ein Schritt in die richtige Richtung ist, und ob ich das hier tatsächlich noch öfter hören will...
(Edit 1: Dass sogar das Visions den aktuellen Tribulation-Hype aufgreift, finde ich fast schon witzig. Vor noch so 4-5 Jahren hätten die derartige Musik nicht mit der Kneifzange anfassen wollen - jetzt wiederum versuchen ehemalige Emo-Experten krampfhaft auf Metalfan zu machen. Wie sich die Zeiten doch ändern....
Edit 2: Habs jetzt inkl. Live-Begegnung noch mal 1-2 mal probiert. Paar Nummern sind ganz cool, aber so 100%ig drauf steil gehen will ich dann irgendwie doch nicht, das Vorgängeralbum war 'ne ganze Liga geiler!
)

Aktuelle Kleinformate 


ACID WITCH - Midnight Movies
Seltsamerweise noch nicht bei Bandcamp, covern ACID WITCH hier obskure Hardrock-Tracks aus Horrorfilmen wie Trick or Treat (auch bekannt als Ragman und es spielten Gene Simmons und Ozzy Osbourne mit!) oder 45 Grave's „Partytime" aus Return of the Living Dead.
Shop: http://shop-hellsheadbangers.com/acid-witch-midnight-movies.asp


MALTHUSIAN - Below The Hengiform
Kürzlich noch mit Altar of Plagues live gesehen, kamen MALTHUSIAN ein paar Wochen später mit ihrer neuen EP aus der Hüfte. Jene überrascht damit, einen stärkeren Morbid Angel-Einschlag mitzubringen, womit die irischen Extremmetaller gerade sogar irgendwie im Trend liegen könnten (bedenkt man die aktuelle Beliebtheit von Sulphur Aeon und Dead Congregation, sowie – mark my words - aufstrebende Bands wie Khthoniik Cerviiks).
Bandcamp: malthusian.bandcamp.com

SHROUD EATER - Face The Master
Der "Kylesa's kleine Schwestern und Bruder"-flotte-Dreier aus Miami hat gerade zwei neue Songs via Bandcamp rausgehauen. Ich finde die ja schon länger recht vielversprechend und es wird Zeit, dass die mal größere Aufmerksamkeit bekommen, bzw. mal 'ne Tour oder 'n Longplayer machen, denn auch der aktuelle Release macht Spaß...
http://shroudeater.bandcamp.com/album/face-the-master


VOIVOD / AT THE GATES Split
Danke an meinen Kumpel, den Century Media-Bediensteten AJ, mir noch eben ein Exemplar dieser Split-7" gesichert zu haben. Warum genau man die frankokanadischen Unikate VOIVOD und die reunierte Melo-Death-Blaupause AT THE GATES auf je eine Seite der gleichen Vinylsingle packen musste, entzieht sich meiner Kenntnis, aber der Voivod-Fanboy in mir hatte jetzt einfach mal schwer Bock auf das Besitztum.
Den Voivod-Song kann man im Übrigen schon seit einiger Zeit im Stream hören (z.B. beim Rock Hard).

Mit Verspätung gehört und notiert:

TREEDEON - Lowest Level Reincarnation

Als dieses Teil Ende Februar veröffentlicht wurde, hatte ich es zwar auf dem Radar lies es aber aufgrund der Fülle interessanter Veröffentlichungen durchs Raster fallen. Ein Fehler, wie sich jetzt heraustellen sollte, doch zum Glück hat der Kanzler von Exile On Mainstream beim Roadburn immer einen Tonträgerverkaufsstand, womit ich dieses Versäumnis ausgleichen konnte. Dass die neue Band von Ulme-Arne und Jingo-de-Lunch-Yvonne mit ihrem punkig-räudigen Sludge etwas zu sehr in den aktuellen Zeitgeist passt, da sollte man gerade hier drüber hinwegsehen können, denn im Gegensatz zu uninspirierter Post-Metal-Langeweile bekommt man hier tatsächlich einen verhältnismäßig eingebrödlerischen, fiesen, brachialen und auch facettenreichen Brocken vorgesetzt, der auf jeden Fall weit mehr taugt als die letzten beiden Kylesa-Alben! Ich finds geil!
Gibt's bei Exile On Mainstream.

TÄHTIPORTTI – Tähtiportti
Kurzfassung: Komisches Elektro-Projekt, bei dessen finnischen Unsinn brabbelnder Stimme es sich um keinen geringeren als Sami Hynninen alias Sir Albert Witchfinder von den Doom-Metal-Göttern Reverend Bizarre handelt. Äh...?
Bandcamp: tahtiportti.bandcamp.com

Unterwegs:  
Die neue CLOUD RAT kann man schon streamen/ herunterladen - haloofflies.bandcamp.com/album/qliphoth - der hiesige/ physische Release folgt noch.

kurz notiert

Erkenntnisse des gestrigen Konzertabends im Dortmunder FZW:
FLOOR sind schon 'ne coole Band, aber so richtig wundern will es mich nicht, dass sich dafür nicht noch mehr Leute blicken lassen wollten, als das versammelte Häufchen.
MINSK sind irgendwas zwischen "passagenweise immer wieder mal sehr geil" und "irgendwie zu konstruiert nah an Neurosis/ manchmal will nicht alles zusammenpassen/ dass sie auf Biegen und Brechen postrockige Parts einbauen müssen langweilt".
DAILY THOMPSON waren als Local Support schwer okay, wenn auch schon etwas zu "normalrockig".
Tjoah.

Donnerstag, 23. April 2015

Neue Cloud Rat (Preorder)

Ein Hinweis vorab:
Digital kann man die neue CLOUD RAT bereits jetzt beim Bandcamp von Halo of Flies hören bzw. wenn man möchte auch käuflich erwerben: haloofflies.bandcamp.com/album/qliphoth

Den Europa-Release der Vinyl-Version übernimmt wieder ein mal der gute Keitzer-Simon mit seinem Label 7 Degrees Records7degrees-records.de/shop/pre-order

Hab' Bock drauf!

Mittwoch, 22. April 2015

Death or Glory mit King Buzzo und Haze XXL

Ehrlich gesagt habe ich ja gar keine Ahnung, was genau diese „Death or Glory Show“ ist, die ich hiermit selbst verlinke, aber wenn Tom Hazelmyer (Amphetamine Reptile Records, Halo of Flies) und Buzz Osbourne (den muss ich jetzt nicht wirklich weiter vorstellen, oder?!?) mitmachen, dann bin ich dabei...

Roadburn 2011 konserviert

Eigentlich wollte ich diesen Blog hier ja eher nicht noch zu so einem Plattensammlertagebuch umfunktionieren und werde auch in Zukunft weitgehend davon absehen. Dass ich mir am (mal wieder) unglaublich teuren Roadburn-Wochenende diesen Jahres allerdings u.a. (zugegeben eigentlich schon ziemlich verspätet) auch folgende zwei limitierten Schmuckstücke gegönnt habe, von denen es am offiziellen Roadburn-Merch- bzw. Burning World Records-Stand noch Exemplare gab, wollte ich dennoch mal eben mit Euch teilen:

GODFLESH – Streetcleaner: Live at Roadburn 2011

Dieser zwei LPs umfassende Konzertmitschnitt hat für mich durchaus einen ganz besonderen, bereits seminostalgischen Wert. Die "Streetcleaner"-Komplettalbum-Performance von the Flesh beim burn eleven war nämlich der absolute Wahnsinn in Tüten. Die Anlage vibrierte während des ultrabrachialen Gigs dermaßen, dass man nicht nur als metaphorische Floskel befürchtete gleich könne irgendwas vom Equipment explodieren oder zumindest abrauchen. Es war eines dieser Konzert-Highlights gewesen, an das man sich immer wieder gerne mal mit einem Grinsen zurückerinnert und ich finds daher auch geil, eine Tonkonserve davon im Regal stehen zu haben, während die eigentlich schon mal angedkündigten Digital- und CD-Versionen anscheinend doch nie erscheinen werden...
Ach ja: Jetzt auch bitte noch den "Pure"-Gig von 2013 feat. Robert Hampson nachschieben, liebe Roadburner!


  

VOIVOD - Live at Roadburn 2011
Nun ja, VOIVOD sind halt eine meiner absoluten Lieblingsbands. Als sie beim Roadburn 2011 zwei Sets spielten und das Jahr drauf gleich noch mal für zwei weitere zurückkamen (und dabei als Kuratoren dann auch gleich noch u.a. Killing Joke und Doom mitbrachten), war das eine doppelt bis dreifach große Sache für mich. 
Diese auf 500 Stück limitierte Schallplatte enthält auf der einen Seite ein paar Songs ihres Auftritts im Midi Theater (das in der Roadburn-Architektur inzwischen vom Het Patronaat ersetzt wurde) und auf der anderen den von der 013-Hauptbühne, mit "Forlon" sogar eine Nummer vom geilen aber von vielen unterschätzten "Phobos"-Album (von dessen Besetzung bekanntlich nur Drummer Away geblieben ist) und außerdem ist hier Original-Basser Blacky noch mal mit dabeigewesen, der inzwichen ein zweites mal wieder ausgestiegen ist.
Das Fanboy-Kind in mir hat an diesem Spielzeug jedenfalls sehr viel Freude!


Neurotic Deathfest 2015

Ja, um die Roadburn-Entzugserscheinungen zumindest ein wenig zu lindern, war ich wenige Tage später schon wieder auf ein Kaassoufflé mit Sataysauce und 1-2 Becher Jupiler in Tilburg.
Da ich nur den Freitag des zum letzten mal stattfindenden Festivals mitnehmen "musste", habe ich es bei dem belassen, aber es war ganz nett.


Auf der Hauptbühne eröffnete der reformierte Asphyx-Ableger SOULBURN mit seinem old schooligen Death/ Black/ Doom-Gerödel das Ganze ziemlich angenehm.
MORGOTH ohne Marc Grewe finde ich doof.
REGURGITATE LIFE waren auf der kleinen Bühne als 1-Mann-Projekt mit Drumcomputer ganz witzig, NADER SADEK wiederum vor allem aufgrund der Waldbühnendeko und Vogelscheuchenkostüm-Performace erwähnenswert.
DEVOURMENT waren noch nie so mein Ding aber an jenem Abend ganz okay, ähnliches könnte ich über SINISTER (kleine Bühne!) sagen und das Hauptbühnen-Finale von ENTOMBED A.D. bot mir persönlich immerhin setlistmäßig genug von dem, was ich gerne höre (Eyemaster, Out Of Hand, Wolverine Blues, Left Hand Path, Chief Rebel Angel).
TRIBULATION (letzte Band, kleine Bühne) fielen da fast schon etwas aus dem Rahmen. Das aktuelle Material gefiel mir live besser als vom neuen Album (Hallo In Solitude!), aber das neuerliche Goth-Image der Band und völlig übertrieben wilde Gepose standen kaum noch in einem passenden Verhältnis dazu.
Wie dem auch sei, netter Todesmetall-Tag im geliebeten Tilburg!

Randnotizen:
Den Stand von Power it Up im Keller entdecke ich erst dieses Jahr, dabei soll er schon früher dort gewesen sein. Leute, bringt doch irgendwo 'n Schild an oder so, woher soll ich das denn wissen? Habe mich dann aber doch so gerade eben zurückhalten können, schon wieder Geld für z.B. einen Agrimonia-Hoodie auszugeben. Im Metal Market, der sich im Cul de Sac breitgemacht hatte, erwarb ich schon tagsüber einen Voivod-Patch. Als ich nachts eigentlich auch noch mal eben, weil das so schön gepasst hätte, u.a. die "Die in Holland"-7'' von Impaled Nazarene abgreifen wolle, hatte man trotz anderslautender Ankündigung für den Tag dann aber doch schon abgebaut. Verrückt, aber Glück in Unglück, denn versoffen und verfressen hatte ich für einen Tag auch so schon genug Geld...

Dienstag, 21. April 2015

Montag, 20. April 2015

Roadburn 2015 (2)

Nach dem Donnerstags-Overkill gestaltete sich der Freitag dann wesentlich entspannter.  Obwohl ich von den isländischen Black-Metallern SVARTIDAUDI im Green Room und den BIG NATURALS im Cul de Sac leider nicht so wirklich viel mitbekam, weil der Andrang schon etwas zu groß war. Leider wurde ich von Trantüten meiner Reisegruppe ausgebremst.
FIELDS OF THE NEPHILIM mal ein bisschen gesehen zu haben war schon nett. EYEHATEGOD habe ich mir nicht mal komplett angeschaut, weil mir die Hitze und schlechte Luft im Het Patronaat ein bisschen zu viel wurde (außerdem habe ich sie in den letzten Jahr auch schon einige male gesehen. Robert Hampson, Wardruna, Enslaved und Profetus wurden mehr so am Rande mitgenommen, die Cul de Sac-Performances von DOWNFALL OF GAIA und MORTALS waren allerdings dann noch mal ganz cool, besonders letztere noch mal ein spätes Tages-Highlight.

Samstag ging mit ein bisschen BOTANIST los, was recht unterhaltsam war, um sich dann im Patronaat ACID WITCH komplett zu geben, die zwar nicht meinen Lieblingssong spielten (dessen Titel ich immer vergesse und daher das Riff summe: Dömdönm-döh-däh-döh-däh-döh-deh-Dömdönm-döh-däh-döh-deh-däh-Dömdönm-döh-däh-döh-däh-döh-duh-döh-duh-däh-deh-däh-duh-däh-deh). Nach 1-2 Songs ENSLAVED wieder rüber ins Patronaat zu TOMBS, die inzwischen eine andere Band sind: Mit dem Typen von Batillus (und Jarboe) an Keys und Co-Vocals und einer ganzen Fuhre bisher unveröffentlichter neuer Songs, die noch mal einen Tick deathmetallischer ausfallen. Was ist denn da los? War aber ganz gut. Von DARKHER's Stage01-Performance dann ebenfalls einen Song geguckt. War sehr gut, aber reichte dann irgendwie auch schon, denn nicht mehr so richtig gut stehen könnend brauchte ich mal 'ne Pause.
Der Tag endet mit URFAUST (seltsame Performance, will ich jetzt aber nicht im Detail vertiefen), den berüchtigten Sludge-Asis FISTULA (die der Knaller waren!) und noch ein bisschen ZOMBI, da jene zum Glück etwas überzogen (war super!), während die parallel angesetzten Fistula vorm Zeitplan fertig waren.

Der "Afterburner" am Sonntag bot BONGRIPPER (zwei Song-Epen von "Satan Worshipping Doom", zwei von "Miserable", war okay aber nicht mega) und Claudio Simonetti's GOBLIN mit einer 'Suspiria' Livesoundtrack-Performance (war supergeil!).
Auch ANEHTMA (gegen Ende mit Old School-Sänger auf der Bühne) und TERMINAL CHEESECAKE werden gecheckt und hier kommentarlos abgehakt.
Im Cul de Sac wollten mir GNAW THEIR TOUNGUES mit ihren Drumcomputer-Blastbeats nicht so wirklich zusagen, das Grande Finale in Form von TWEAK BIRD war allerdings der Wahnsinn: Es war der letzte Tag der Tour für die beiden (plus gelegentliche Sax-Unterstützung) und man hat's gemerkt.  Keine Ahnung, auf was genau die drauf waren, aber irgendwie waren die Jungs auf einem anderen Planeten unterwegs als die meisten anderen. Und gaben sich im Laufe des Gigs, während dem sie zwischen den Songs nur noch diffusen Unsinn redeten, auch noch einen Humpen nach dem anderen. Ziemlich unterhaltsam...

Nächstes Jahr wieder? Könnte sein!

Donnerstag, 16. April 2015

Roadburn 2015 (1)

Ja, vergangene Woche Mittwoch war es mal wieder soweit: Die Reisegruppe Ruhr, die sich vor Ort mit temporären Mitbewohnern aus Berlin, London und Oslo treffen sollte, brach mal wieder gen Tilburg, NL auf.

Der traditionelle "Hardrock Hideout" im Cul de Sac wird dabei eigentlich schon mehr mitgenommen, um sich beim ersten Biergenuss in der Vorfreude auf die nächsten vier Tage und Nächte zu suhlen, als wegen der Musik, letztere bot in diesem Jahr mit zwei eher etwas Thrash-lastigen Kapellen (die Belgier BARK mit gewisser 90er-Kante und die mehr an der alten Schule ansetzenden PREMATORY) allerdings meinem persönlichen Geschmack etwas mehr als die Warm-Up-Abende vorangegangener Jahre (mit Grausen erinnere ich mich z.B. an diese beschissenen Attic).
Erste skurrile Szenen ereignen sich in der Imb
issbude Karnak, in der man m Laufe des Wochenendes noch einige male für Pommes, Falafel und/oder Kaassoufflé einkehren wird, und erste Biere teilt man sich mit weiteren Roadburn-Familienmitgliedern aus Großbritannien...

Donnerstag wiederum sollte sich dann, was das Musikprogramm betrifft, mit vielen Überschneidungen als totaler Overkill-Tag herausstellen. Ich versuche mich an einem Schnelldurchlauf:

SÓLSTAFIR's (15:00) Livemusik-Begleitung eines isländischen Wikinger-Filmklassikers war mehr "geht so" als grandios. Bei FISTER (16:10) isses im Cul de Sac schon so voll, dass ich diese natürlich nur ein bisschen von weiter hinten sehe, aber ich wollte ja eh zu SUBROSA (16:30) ins Het Patronaat. Jene sind ziemlich super und heavier als auf Platte. Es geht noch im winzigen Stage01-Raum des 013 bei Mortals (17:20?) vorbei, dem Black-Metal-Frauentrio aus Brooklyn, das supergeil am abscheppern ist und deren Drummerin einen Wikingerhelm trägt, da die aber am Folgetag auch noch mal spielen und FLOOR nur ein mal, gucke ich mir auf der Hauptbühne etappenweise auch ein paar Songs von wiederum denen an. Ganz gut, aber irgendwie hauen die mich auch nicht so um. Primitive Man müssen durchs Raster fallen, denn EAGLE TWIN gucke ich mir komplett an (Stage01, 18:20-19:10). Irgendwie schon ein bisschen Melvins, was die beiden da machen, und ich bekomme zum Schluss sogar meinen Lieblingssong „Carry On, King Of Carrion“! Im Vorbeigehen an der 013-Hauptbühne dann sogar nahtlos von RUSSIAN CIRCLES meinen Fave von eben jenen („Harper Lewis“), bei THOU im Het Patronaat (19:30-20:30) wird das Triple aber leider nicht vollgemacht, „Voices in the Wilderness“ bleibt aus. Was nur einer kleiner Wehrmutstropfen ist, denn ansonsten war’s fett. Im Merch-Hause gibt es in diesem Jahr doch wieder einen Bierdosenautomat? Hundertprozentige Preiserhöhung? Egal, rein damit. Von WOVENHAND (Hauptbühne, 20:30-) und MOLOCH (Cul de Sac, 21:40-) sehe ich auch ein bisschen, von KEN MODE (22:00) EYEHATEGAOD (22:20) dann gar nur jeweils einen Song im vorbeigehen, denn ich will schon wieder in den Stage01-Wandschrank, dieses mal zu HELMS ALEE (22:40). Deren Schlagzeugerin regt sich ziemlich witzig über die Nebelmaschine auf, ist ansonsten aber eine Könnerin vorm Herrn. Von CORTEZ (23:30, Cul de Sac) hatte ich irgendwie mehr erwartet. Auf Konserve finde ich die Schweizer Brachial-Post-Hardcorler ja ganz geil, so richtig 100%ig überspringen will der Funke aber nicht, als geht’s dann so Mitternacht rum oder kurz später doch noch zur Hauptbühne rüber, die zweite Hälfte von BONGRIPPER’s „Miserable“-Performance mitzubekommen.
Danach noch ein bisschen Foyer-Metaldisco mit dem Typ von Primordial als DJ.   

Ein Tag wie Himmel und Hölle zugleich…


 

Fortsetzung folgt…

(Fotos: Mal wieder von LL geklaut. Einfach so, ohne zu fragen. Aber gehören rechtlich eigentlich eh schon Facebook.)

Dienstag, 14. April 2015

Zwei aktuelle Mini-Dokus...

...über Bands mit Lieblingsschlagzeugern von mir: 


Straßenbrand-Kurzresümee

Ja, gestern kam ich aus Tilburg zurück. Es galt mal wieder, sich die komplette Roadburn-Mayhem zu geben, vom Warm-Up-Abend "Hardrock Hideout" am Mittwoch bis zum sonntäglichen "Afterburner".
Vorerst in aller Kürze: War mal wieder total super. Trotz aller Überfüllung kleinerer Konzerträume war wieder ein mal ein toller allgemeiner Vibe in der Luft, ich habe viele gute Gigs gesehen, viel zu viel Geld für Bier, Tonträger und niederländische Parkgebühren ausgegeben, und das verlängerte Wochenende ging viel zu schnell rum.
Kaum bin ich aus dem Doomtopia-Paralleluniversrum zurück in den Alltag gefallen, verlangt mir dieser schon wieder einiges ab, weswegen ich heute sogar sausen lasse, dass eigentlich Zaum im Essener Panic Room spielen und sich die Langfassung der Festivalnotizen hier vielleicht noch ein paar Tage hinziehen wird...

Dienstag, 7. April 2015

Blablafuckingbla

Vergangenen Samstag übrigens im AZ Mülheim gewesen, wo SVFFER mal wieder abgeräumt haben, wie es derzeit kaum eine andere Band tut. Bis auf die Tatsache, dass sich der Gitarrist mal wieder selbst lustiger fand, als er eigentlich ist. Rest vom Hardcore-Fest war weitgehend okay und unterhaltsam, aber ehrlich gesagt sonst nix dabei, was mich noch so groß umgehauen hätte, dass ich es erwähnen müsste.
(Erwähnenswert allerdings: Vorletzte Band spielte schon kurz vor zehn, anstatt dass sich alles drei Tage zog. Wassen da los, AZ? Kann gerne Schule machen...)
Sonntag dann zu verkatert gewesen, um irgendwo hinzugehen.

Ostermontag im fast leeren Dortmunder FZW dann noch mal eben RAKETKANON und GRIM VAN DOOM geguckt. Letztere waren mit ihrem energischen Sludgecore eine angenehme Aufwärmübung, zweitere mit ihrem Synthie-lastigen Noiserock/ Alternative Metal eine ziemlich witzige Angelegenheit, wenn auch nicht ganz so eine Mayhem wie erwartet.
Jaja.

Mittwoch, 1. April 2015

The Colossus Of Destiny

10 Jahre Scheißthrax, der längste Aprilscherz aller Zeiten

Dies ist gar kein Aprilscherz, sondern die bittere Wahrheit: Vor exakt zehn Jahren, am 01. April 2005, verkündeten ANTHRAX wieder im „klassischen“ Line Up aufzutreten, mit Joey Belladonna am Mikrofon und dem über Jahre völlig verschollenem Dan Spitz an der zweiten Gitarre.

Das Hickhack, das danach so kam, ist kaum der Rede wert, deswegen nur in aller Kürze: Glückwunsch, Ihr Deppen.

PS: Die neue Armored Saint kommt Anfang Juni!