Dienstag, 29. Dezember 2015

Montag, 28. Dezember 2015

Reptilian Race

Sich an ein Cover des 'soll auf meiner Beerdigung laufen'-Songs von The Police zu wagen, das dessen rhythmische Finesse ignoriert und das Ganze auf so eine Art simplistische Doom-Nummer runterverdummt ist schon ein ziemliches Ding, aber es funktioniert tatsächlich. Und auch die vier Eigenkompositionen des „The Gun wavin New Haven sessions“-Demos machen mit ihrem rabiaten Noiserock so viel Spaß, dass ich von REPTILIAN RACE gerne mal ein richtiges Album hören würde...

Sonntag, 27. Dezember 2015

Nachzügler 2015 (1)

Letzten Monat erschien der neuste Release des irgendwo zwischen Doom Metal und Swans'schem Experimentallärm angesiedelten „Kompositions-Projekts“ WRECKMEISTER HARMONIES. Mainman J.R. Robinson hat dafür 30 Musiker akquiriert, u.a. die beiden von The Body und Alexander Hacke.


 

TORPOR sind aus London und machen sowas wie zur Hardcore-Seite neigenden Sludge-Metal. Langsame Beats, tiefes Gedröhne, sowohl männliches Gebrüll als auch weibliches Geshoute. „From Nothing Comes Everything“ kam Anfang des Jahres:

Montag, 21. Dezember 2015

Die neue EP von FULL OF HELL

...kommt nicht nur zum "name your price" daher, sondern auch noch mit einem Melvins-Coversong:

Klassiker@Bandcamp: Vaz - Dying to Meet You

[Bla bla bla]

These: Wäre die Produktion vielleicht noch einen Ticken stringenter als sie ist, und hätte vielleicht ein bisschen Promo dafür stattgefunden, dann würde das zweite Album von VAZ aus dem Jahre 2003 in der Wahrnehmung der etwas geschmackvolleren Leute unter den Visions-hörigen Indieköppen vielleicht ganz weit oben mit rangieren.




Der Reihe nach? Der Reihe nach! In den 90ern veröffentlichte eine amerikanische Band namens Hammerhead drei Alben, eine EP und ein paar Kleinformate über u.a. Amphetamine Reptile Records, die zu den essenziellen Must-Haves einer jeden ernstzunehmenden Noiserock-Plattensammlung gehören. Allen voran „Into The Vortex“, aber im Grunde genommen alle, so z.B. gerade auch die „Evil Twin“ EP.
Bevor sie in jüngerer Vergangenheit wieder auf der Bildfläche auftauchten, lösten sich Hammerhead allerdings 1996 auf. Woraufhin die Rhythm Section weiterzog, VAZ zu gründen.  VAZ haben seit 2001 immer wieder Alben veröffentlicht, auf denen sie es wie kaum eine zweite Band schaffen Noiserock-Sperrigkeiten mit einem gewissen Pop-Appeal unter einen Hut zu kriegen.
„Dying To Meet You“ ist die absolute Spitze davon. Der rasante Opener macht grob klar, worum es geht. Das folgende „Blue Lip Special“ ein ein charmanter Indiepoprocker, den auch Sonic Youth nicht besser hinkriegen würden. Der erste Maulsperrer kommt mit dem fast schon roboterhaft groovendem „Elastik-C“ und der zweite mit dem Feger „White World of Death“ hinterher. Was für eine Wahnsinnsgitarrenarbeit mitunter etwas unorthodoxerer Art und was für ein unfassbar geiles Drumming des hier unter Deft Garlands firmierenden Jeff Mooridian Jr., der zu der Zeit mutmaßlich Drum'n'Bass o.ä. für sich als Inspiration entdeckt haben dürfte. Nach dem Doppelinferno setzt das mit dezenten Piano-Einlagen angereicherte „Headless Statue“ als eher hymnisch-getragene Nummer den nächsten Kontrastpunkt.Auch die noch folgenden neun Songs werfen noch einiges an Highlight-Momenten ab.
Auf dem Punkt: „Dying To Meet You“ kann a-l-l-e-s und ist nicht nur in der Nosierock-Ecke ein zwingendes Album, sondern vielleicht sogar darüber hinaus in der Alternative-/ Indie-Ecke bisher sträflich wenig beachtet worden. Außerdem kann ich nur noch mal betonen, dass Jeff Mooridin ein unfassbar grandioser Drummer ist, der bisher ebenfalls noch nicht das Ausmaß an Anerkennung bekommen hat, das ihm eigentlich gebührt.

Freitag, 18. Dezember 2015

Einen Jahresrückblick...

… o.ä. wird es hier für 2015 übrigens nicht geben. Der Hauptgrund ist, dass mir zum Wiederkäuen von Musiktipps, die ich im Laufe des Jahres eigentlich schon mal gegeben habe, jetzt gerade nicht mal mehr so die Zeit, aber doch ziemlich die Lust und Energie fehlt und ich auf "Listenwahnsinn" gerade auch nicht so den Bock habe. Das Musikjahr 2015 war in meinem Mikrokosmos ziemlich cool, das persönliche allerdings, von einigem an Pleiten, Pech, Pannen und ferneren Querelen geprägt, ein sehr anstrengendes. 
Aus dem „Weihnachtsurlaub“ heraus werde ich vielleicht wie gewohnt im Autopiloten das eine oder andere hier reink...äh, -hacken, nach dem mir gerade ist, denn musikalisch interessantes passiert ja eigentlich immer, ansonsten lautet die Devise für den Rest des Jahrs allerdings, weniger Zeit am Rechner zu verbringen.

(Ich könnte jetzt noch eine Brandrede darauf schwingen, was mir aktuell, bzw. eigentlich schon seit längerem, aber jetzt gerade immer mehr an der Metal-Szene auf den Sack geht, aber ich finde in Zeiten, in denen die Kacke auf der Welt allerorts nur noch am dampfen ist, haben wir ganz andere Probleme als solche Kindereien.)

Donnerstag, 17. Dezember 2015

No Anchor

Ich hinke mal wieder etwas hinterher: Letztes Jahr tauchten NO ANCHOR aus Australien auf dem Radar auf, weil sie mit einem Song auf „Dope-Guns-'N-Fucking In The Streets Volume Thirteen“ vertreten waren und dann auch noch gleich eine AmRep-EP unter Mitwirken von Haze XXL himself veröffentlichten. 
Die Jungs werden mitunter in die Sludge-Ecke gesteckt, aber Noiserock trifft's auch. 
Was mir an NO ANCHOR sehr gut gefällt ist, dass sie stilistisch sehr breit aufgestellt sind und sich nicht genieren, im Gedröhne und Geboller auch mal Platz für weiblichen Gastgesang zu lassen oder gar mit eher hiphoppigen Grooves Spaß zu haben.

Das 2011er Album „Real Pain Supernova“...



…gefällt mit seiner experimentellen Kante genauso gut wie das basslastig bumsende „The Golden Bridge“ von 2012.

 


 In den Rest muss ich mich selbst erst noch reinhören....

Dienstag, 15. Dezember 2015

Faith No More - Separation Anxiety (Videoclip)

Finde das aktuelle Album ja leider bis auf 2-3 Nummern nach wie vor eher verzichtbar, teile einen neuen Videoclip (dessen Song tendenziell zu den spannenderen gehört) aus alter Verbundenheit aber natürlich dennoch gerne:


Donnerstag, 10. Dezember 2015

Amber Asylum - Sin Eater

Noch ein „hätte ich fast vergessen“*: Prophecy Productions haben gerade, zusammen mit einem 12-CD-Anthologie-Boxset welches dieses auch enthält, ein neues Album von AMBER ASYLUM rausgebracht:


*(Es gilt halt leider immer auch noch „zu wenig Zeit für so viel gute Musik“)

Mittwoch, 9. Dezember 2015

The Color of Noise

„The Color Of Noise“, die Dokumentation über Tom Hazelmyer, sein Label Amphetamine Reptile Records, die Noiserock-Welle der 80er und 90er und ferner auch visuelle Kunst, die diese begleitete, ist inzwischen als „Blu-Ray + DVD“-Doppelpack erhältlich.
Der zweistündige Hauptfilm ist wirklich sehr, sehr unterhaltsam und ziemlich gut und gemacht. Ein paar Musikeinspieler sind echt meisterhaft geschnitten und in puncto Songmaterial auch perfekt ausgewählt worden.
Erwähnenswerteste Erkenntnisse:
- Übliche Verdächtige wie Jello Biafra oder Buzz Osborne sind bei ihren Ausführungen gewohnt witzig und smart auf dem Punkt
- Cows-Sänger Shannon Selberg ist schon ein ziemlich schräges Original
- Das gleiche trifft auf Stu Spasm von Lubricated Goat zu, der zu den unterhaltsamsten Charakteren der Doku gehört
- Jeder nennt Unsane eigentlich „the Unsane“ und mit dem verstorbenen Drummer Charlie Ondras waren sie damals eine andere Band als heute
- Shepard Fairey war am Anfang seiner Karriere mit AmRep verbandelt
- „Haze“ selbst ist ein Typ an der Grenze zum Redneck
- Die God Bullies sind schon 'ne Band, mit der sich eine weitere Beschäftigung anscheinend mal lohnen könnte
- Nicht spektakulär oder superinformativ, aber dennoch ganz interessant sind Passagen über Helmet, Hammerhead, Today Is The Day und Boss Hog
- Der Audiokommentar, bei dem sich Regisseur und Editor betrinken, ist ziemlich kurzweilig.

Der Großteil des Extramaterials ist allerdings im Übrigen nur auf der Blu-Ray. 

Trotzdem lohnt sich dieser wie gesagt wirklich ziemlich gut gemachte Film sehr!
 

Dienstag, 8. Dezember 2015

Ach ja...

...fast vergessen: 'ne neue SUNN O))) ist auch gerade raus: 

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Klassiker@Bandcamp: Bodychoke – Cold River Songs

[Zeiten, in denen nicht nur einzelne Künstler, sondern auch Label wie Relapse, Hydrahead, Neurot und co. ihren ganzen Back-Katalog (oder zumindest Teile davon) bei Bandcamp reinhauen, eignen sich hervorragend dazu, mit einer Blogpost-Serie Bands und Lieblingsalben wiederzuentdecken, die teilweise schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.] 

In der frühen Power-Electronics-/ Noise- Szene Großbritanniens gab es ja immer wieder mal Grenzübertritte in rockige Regionen.
So waren BODYCHOKE im Grunde genommen ein Alter Ego von Sutcliffe Jügend, einer Band aus Umfeld von Whitehouse, Ramleh und co. 
Warum deren beiden Kernmitglieder überhaupt ihre Zeit damit verschwende(te)n als SuJü Knöpfchen zu drehen, ist mir jedenfalls ein absolutes Rätsel, denn als BODYCHOKE waren sie eine der geilsten Noiserock-/ Avantgarde-Metal-Bands aller Zeiten.
Nach zwei Alben über das Label Freek Records, von denen eins bei Steve Albini aufgenommen wurden, erschien 1998 „Cold River Songs“, welches 2009 via Relapse mit drei zusätzlichen Songs wiederveröffentlicht und dieser Tage auch noch mal bei Bandcamp reingestellt wurde.

  
 
Faszinierend an diesem Album ist, dass es neben Gitarrenlärm und Tribaldrum-Gedonner den stärker mit Folk- und Goth-Elementen flirtenden Stil vorwegnahm, den die vergleichbaren Neurosis ein paar Jahre später mit ihrem „A Sun That Never Sets“ kultivierten.
„Cold River Songs“ hat gleichermaßen eine gefährliche Aura, wie es vor einer Menge guter, eigenständiger Ideen strotzt. Ein wirklich spannendes, sehr raues und… ja, bemühen wir diese Floskel, auch ein ziemlich sträflich unterbeachtetes Teil!

Dienstag, 1. Dezember 2015

Klassiker@Bandcamp: Cavity - Supercollider

[Zeiten, in denen nicht nur einzelne Künstler, sondern auch Label wie Relapse, Hydrahead, Neurot und co. ihren ganzen Back-Katalog (oder zumindest Teile davon) bei Bandcamp reinhauen, eignen sich hervorragend mit einer Blogpost-Serie Bands und Lieblingsalben wiederzuentdecken, die teilweise schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.] 

CAVITY waren eine Sludge-Metal-Band aus Miami, in deren Line-Up sich im Laufe der Jahre auch (spätere) Mitglieder von Floor, Torche, Black Cobra und Killer Be Killed die Klinke in die Hand gaben.
Ihr drittes von fünf Langspielalben erschien 1998 via Man’s Ruin Records, und ein paar Jahre später noch mal via Hydrahead, weswegen ich gerne mal fälschlich annehme, dass es ihr letztes Album war.
Inzwischen gibt’s das Ganze auch auf Bandcamp:



Und auch wenn ihr restlicher Output ebenfalls gut ist – wie z.B. die deutlicher nach New Orleans schielenden „Laid Insignificant“ und „On the Lam“ - stellt „Supercollider“ so einiges nicht nur ihres Schaffens in den Schatten. „Supercollider“ ist der Wahnsinn in Tüten; eines der energetischsten Alben, das ich kenne.
Irgendwo zwischen Karp, High On Fire und EyeHateGod wütet dieses Album mit punkigem Sludge-Metal voller roher, entfesselter Energie, an dessen Großartigkeit eine Band wie Kylesa zu ihren besten Zeiten gerade mal gekratzt hat.
Liengssongs: Titeltrack und Last of the Final Goodbyes

Montag, 30. November 2015

Leafmeal

Aufgrund eines (wieder mal) erhöhten Dayjob-Stressaufkommens wieder nur mal eben kurz und bündig: Die erste Ausgabe des Indoor-Festivals LEAFMEAL in Dortmund hat Spaß gemacht!
Das Konzept, ein geschmackvolles, tendenziell hippes Line-Up von eher etwas ruhigeren Sachen (Hexvessel, Crippled Black Phoenix) über ganz geil abrockendes (Bombus) bis zum aktuell heißesten Scheiß an Extremmetall-Getöse (Sulphur Aeon) zu servieren, funktionierte sehr gut.
Selbst Bands, die meinen persönlichen Hörgewohnheiten eher am Rande liegen – wie der Power-Retrorock von Kamchatka oder der Anspruchs-Metal von Disillusion – haben mir in dem Rahmen dann ja eigentlich doch ganz gut gefallen.


PS: Die vegane Curryvurst war ohne Pommes wat für’n hohlen Zahn aber okay, die Getränkepreise sollte das FZW allerdings echt mal wieder auf einen 1.) Dortmund-typischeren und 2.) mit der Event-Liga verträglichem Level runterziehen.


Freitag, 27. November 2015

Jahreswechselkracher: Khthoniik Cerviiks

Als CD ab jetzt oder in Kürze erhältlich, Ende Januar/ Anfang Februar 2016 auch auf Vinyl via Iron Bonehead, die es dann bestimmt auch bei Bandcamp reinhauen:
„SeroLogiikal Scars (Vertex of Dementiia)“, das erste richtige Album der Dortmunder KHTHONIIK CERVIIKS.
Ästhetische Ähnlichkeiten der eigentlich eher in Death/ Black Metal Regionen beheimateten Band zu Voivod (so um „Killing Technology“ rum) sind absolut nicht zu überhören und -sehen.
Mit roher Energie und rauem Klangbild und einer Piggy-Gedächtnisgitarrenarbeit wie vom anderen Stern ist das Trio musikalisch wie Image-mäßig irgendwie sowas wie die quintessenzielle Quersumme aus der schweren wie rasenden, komplexen Extreme Morbid Angels, der räudigen Hässlichkeit früher Mayhem und wie gesagt ganz viel Voivod.
Hammer! Dass mich eine Band aus dem hiesigen Düstergerumpel-Underground derart begeistern kann kommt nämlich auch nicht mehr alle Tage vor... aber ich finds echt mal einfach nur total geil!

Donnerstag, 26. November 2015

OM

Bevor ich es vergesse möchte ich doch noch mal eben erwähnen, dass das vorgestrige Konzert von OM im Dortmunder FZW ziemlich gut war.  Fünf Jahre nach ihrem letzte Gastspiel dort, wie doch die Zeit verfliegt…
Dass es meine beiden Lieblingssongs „Gethsemane“ und „State of Non-Return“ gleich zu Anfang gab verpasste dem Rest des Gigs jedenfalls irgendwie so ein „gut, noch leider wird’s jetzt nicht noch mal“-Gefühl, aber OM waren wirklich top in Form.  Auch wenn Al Cisneros ohne Frage Dreh- und Angelpunkt der Band ist, heben das ziemlich geile Drumming von Emil Amos (auch Holy Sons, Grails) und die Extra-Gimmicks von Lichens das Ganze noch mal eine ganze Ebene höher.
Schönes Ding!
(Pics: Hørm)


 

Klassiker@Bandcamp

Kürzlich hatte ich eine spontane Eingebung: Zeiten, in denen nicht nur einzelne Künstler, sondern auch Label wie Relapse, Hydrahead, Neurot und co. ihren ganzen Back-Katalog (oder zumindest Teile davon) bei Bandcamp reinhauen, eignen sich hervorragend mit einer Blogpost-Serie Bands und Lieblingsalben wiederzuentdecken, die teilweise schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.
Denn es erleichtert für Interessierte, die es neu entdecken sowohl das reinhören, als auch u.U. den etwaigen Erwerb.
Ein etwas verfrühter Adventskalender zwar, aber mal sehen, wie lange sich das Spielchen so spielen lässt, denn ich habe so einiges zu entmotten vor…

Anfangen möchte ich aus aktuellem Anlass mit einem noch gar nicht mal so alten Album, das ich kürzlich mal wieder rausgekramt hatte, und das zusammen mit Altar of Plagues‘ „White Tomb“ und (jaja, nicht lachen: ) Immortal’s „All Shall Fall“ zu einen, zum anderen aber auch Throbbing Gristle‘s „Third Mind Movements“ den Soundtrack meines Winters 2009/10 bildete: PYRAMIDS WITH NADJA (mehr dazu unter dem Bandcamp-Fenster).


 

Das in Berlin wahlbeheimatete Dronedoomgaze-Duo NADJA tat sich mit der ebenfalls verhältnismäßig experimentell und atmosphärisch veranlagten Band PYRAMIDS zusammen und man addierte noch eine Gästeliste wirklich namenhafter weiterer Mitwirkender (Namedropping: Cocteau Twins/ This Mortal Coil, Der Blutharsch, Mineral, Dysrhythmia/ Behold the Arctopus und Khanate!).
Das sich über vier lange Tracks erstreckende Ergebnis schlägt Bögen von sowas wie Radiohead zu drone-doomigen Gewummer und besticht mit einer unwirklich einnehmenden Atmosphäre. Eine kühle, dennoch wie in nahbar-melancholische Farbtöne getauchte Klangwelt, bei deren Entstehung beteiligt gewesen zu sein faszinierend gewesen sein muss.
Kein Partyalbum und auch kein Genrereferenzwerk, eben weil es ein wirklich ungewöhnliches, hochinteressantes, schwer komplett zu umfassendes Album ist.

Freitag, 20. November 2015

Ja huch

Auch wenn ich darüber keine weiteren Informationen oder eine offizielle Bestätigung finde, scheint es so, als hätten sich PHILM jetzt leider doch aufgelöst* bevor ich die Chance hatte, sie mal live zu sehen.
Stattdessen hat Lombardo allerdings spontan eine neue Band namens DEAD CROSS, die sich ansonsten aus The Locust-/ Retox-Mitgliedern zusammensetzt.
Sachen gibt’s…


*(Update: In einem Facebook-Kommentar ist von „Indefinite hiatus due to personal reasons“ die Rede.)

Donnerstag, 19. November 2015

Craw Reissues

Ach ja, soll ja niemand sagen, ich hätte nicht drauf hingewiesen: 
Northern Spy macht LP- und CD-Boxset-Wiederveröffentlichungen der ersten drei, von Steve Albini aufgenommenen Alben von CRAW.
Vorbestellen kann man das international unter: http://northernspyrecords.com/music/1993-1997/


Einen repräsentativen Querschnitt als Stream dazu gibt es bei Bandcamp:
 

Dort gibt es im Übrigen auch das in der Box nicht enthaltene, letzte Album der Band, auf dem sie sich endgültig zu einem ganz eigenen Monstrum entwickelt hatte:


In der zweiten Hälfte ihrer Karriere saß im Übrigen kein Geringerer als Will Scharf am Schlagzeug, den man danach noch mit Keelhaul als einen der wahnsinnigsten und kreativsten Schlagzeuger überhaupt kennen und verehren lernte.

Mittwoch, 18. November 2015

Ramleh - Circular Time

RAMLEH waren ursprünglich mal in der ersten Hälfte der 80er in der britischen Power-Electronics-Szene unterwegs (Umfeld von Whitehouse und co.), zeigten sich nach Auflösung und Wiederbelebung aber Ende der 80er und über die 90er etwas Rock-orientierter. Man war außerdem auch personell mit Skullflower verbandelt, die in ihrer Discographie ähnlich zwischen sowas wie avantgardistischem Psychedeleic-Rock und Noise pendel(te)n.
Inzwischen haben wir es mit der dritten Reunion von RAMLEH zu tun und man möchte sich in beiden stilistischen Ausrichtungen ausleben. „Circular Time“ ist, nachdem das 2009er „Valediction“ eher Richtung Merzbow ging, nun ein weiterer Eintrag in den eher rockigen Teil ihrer Discographie. Von coolen Drone-Ansätzen (Entropy) bis zu rituell-repetitivem Psychedelic-Noiserock in Endlosschleifen. Nicht immer ein Volltreffer, abner insgesamt doch ganz cool.
Streamen, vorbestellen:


Freitag, 13. November 2015

Hell yes, Alex fuckin‘ Newport!!

Im Sommer ist diese News irgendwie an mir vorbeigegangen, aber einer meiner absoluten Lieblingsmusiker von back in the day, Alex Newport of Fudge Tunnel Fame, ist musikalisch wieder aktiv geworden.
Als er in seiner Rolle als Produzent mit Bloc Party arbeitete, entstand daraus ein gemeinsames Projekt mit deren (inzwischen ehemaligen) Drummer Matt Tong, das den Namen RED LOVE trägt
Erste Hörproben gibt es bei Soundcloud und via Videos:


Dienstag, 10. November 2015

N & [ B O L T ] zum weiten

Purer Drone-Kram ist ja zugegeben oft so eine Sache für sich. Ich persönlich brauche auch kein ganzes Plattenregal voller Tonträger, von denen die meisten sowas wie rhythmuslose Freiform-Momentaufnahmen zwischen Walgesang und Reaktorraum bieten, denn dafür bin ich manchmal schlichtweg zu ADHS-mäßig unterwegs. Manchmal allerdings ist sowas dann wiederum aber auch schon mal genau das richtige für die abendliche Zen-Meditation (ja, ich bin ein sehr ambivalenter Typ) und gelegentlich gibt es da dann doch schon mal diese Veröffentlichungen, die etwas besonderes haben und herausstehen. 
So war es z.B. bei „Monoliths & Dimensions“, einem der besten Alben dieser Comedy-Veranstaltung namens Sunn O))) und so ist es ohne Scheiß auch auf „N (37) / [ B O L T ]“, dem zweiten konservierten Kooperationsprodukt des Dortmunder Drone-Sologitarristen N und des Bochumer Bassisten-Drone-Duos [ B O L T ].
Die vier langen Tracks dieser Veröffentlichung schlagen den Bogen von doom-metallischen Ansätzen bis zu einer Schlussnummer, die Jazzbläser im Klangbad einbettet. 


Einen Soundcloud-Stream mit Hörproben findet man hier: https://soundcloud.com/midirarecords/sets/n-37-b-o-l-t


Zur besagten Schlussnummer gibt es sowas wie einen Videoclip:




Abrunden kann ich das Ganze ferner noch durch einen Making-of-Eindruck:



Bestellen kann man das Deluxe-Vinyl plus Remix-CD bei midirarecords.com

Dragged Into Sunlight / Gnaw Their Tongues - N.V.

Dies ist eine von zwei krassen Krach-Kooperationen, die diese Woche erscheinen (von The Body/ Krieg konnte ich noch keinen Bandcamp-Link o.ä. ausmachen).
Bisher war ich weder großer Fan von DRAGGED INTO SUNLIGHT, noch von GNAW THEIR TOUNGUES. Die bisherigen beiden Alben ersterer hatten mich mit ihren zeitgeistig angehauchten Hassbatzen zwischen Death/Black  Metal und Lektionen aus der obligatorischen Neurosis-Schule nicht übermäßig überzeugen können, zweitgenannte hatte ich in ihren fast zehn Jahren Aktivität mit unzähligen Releases eigentlich auch schon irgendwie länger auf dem Radar, beim diesjährigen Roadburn turnte mich ihre Performance mit monotonem Drumcomputergetacker aber irgendwie eher etwas ab.
Da Musik allerdings bekanntlich immer mehr als nur die Summe ihrer Teile ist, lohnt es sich durchaus dem Gemeinschaftsprodukt der Briten und Niederländer einen Chance zu geben.
„N.V.“ (Negative Volume) ist nämlich ein interessantes, gelungenes und verhältnismäßig eigenständiges Extrem-Metal-Album mit Industrial-Schlagseite geworden, das dann doch ganz schön anders als erwartet ausgefallen ist und überraschend gut funktioniert.
Dass die finale Qualitätskontrolle am Mischpult durch Justin Broadrick erfolgte, hat sicherlich ebenfalls nicht geschadet.


Samstag, 7. November 2015

Moloken - Subliminal Hymns (Videoclip)

Ultha - Pain Cleanses Every Doubt

Auf das per Bandcamp und als CD schon etwas länger erhältliche Album von ULTHA hinzuweisen hatte ich hier bisher irgendwie versäumt und wollte eigentlich noch warten, bis ich die frische LP-Version selbst in den Händen halte. Hat bis jetzt noch nicht geklappt, deswegen hau ich ihn schon mal raus:
ULTHA sind aus Köln, beherbergen Mitglieder aus anderen Bands (u.a. Planks), und machen das, was ich mal als Zeitgeist-Black-Metal aus der tendenziell eher hardcoreig sozialisierten Ecke bezeichnen möchte (Begriffe wie „Post-“ oder „Hipster“ will ich dringend vermeiden). Vier lange Tracks, natürlich gibt es ziemlich atmosphärische, episch-melodische Anwandlungen, aber doch sind ULTHA dabei vor allem brutal und räudig. Kein Langweilerscheiß mit Shoegaze-Parts, sondern the real deal.
Die erste Staffel von True Detective und Rust Cohle fand ich im Übrigen
auch ziemlich super.

Montag, 2. November 2015

Svffer - Empathist

Langspielalbum Nummer zwei der Münsteraner Grind-/ Crusty-Emoviolence/ Hardcore-Macht SVFFER ist draußen - und holy fuckin' Shit, die haben ja wieder 'ne Schüppe draufgelegt: 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Noiserock-Jahr 2015

Ach ja: Der Musikvertrieb H’art, mit Sitz im nordwestlichen Ruhrgebiet, hat diese Woche die Meldung rausgegeben, sich zukünftig hierzulande um Veröffentlichungen von Amphetamine Reptile Records zu kümmern.
Am 20.11. erscheinen gleich mal eben Reissues von
- "Music For Insect Minds", die bekannte Komplett-Compilation von AmRep-Hazlemeyers eigener Band HALO OF FLIES
- “Cunning Stunts”, das wohl beste Album der COWS
- und eine Compilation der "Dope, Guns & Fucking In The Streets“-Singlereihe (Melvins! Jesus Lizard! Hammerhead! Unsane! Boss Hog! …)
jeweils auf CD und Vinyl.
Weitere werden folgen.
Wie. geil. ist. das. denn?

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Moment mal, S…Sielwolf (und Nam-Khar)?!

Eigentlich wollte ich in der Rezi zur aktuellen Corrections House noch die Randnotiz verbraten, dass wenn ich mal Bock auf „industriell“ angehauchte Lärmmusik mit infernalischem Gitarrenkrach und Verzerrung auf Anschlag habe, in jüngerer Vergangenheit auch mal wieder öfter SIELWOLF‘s 1994er „Metastasen“ aufgelegt habe, welches klingt, als würden alte Neubauten, Godflesh und Slayer gleichzeitig laufen und das auch heute noch ein unglaubliches Monstrum eines krachigen Albums ist. 
Wie es der Zufall so will brachte die, dem „was war mit denen eigentlich noch mal?“-Impuls folgende Recherche zutage, dass SIELWOLF im Frühjahr diesen Jahres, fast zwanzig Jahre nach ihren letzten Veröffentlichungen, wieder auf der Bildfläche erschienen sind.
Und zwar in Form einer Kooperation mit NAM-KHAR, ein Projekt über das ich eigentlich rein gar nichts weiß. Mit dem Krawall der frühen SIELWOLF hat das Ganze allerdings nichts zu tun, sondern geht eher in Richtung Dark Ambient.
Sachen gibt’s!?!


Corrections House - Know How To Carry A Whip

Etwas unerwartet und überraschend erschien kürzlich auch noch das zweite Album von CORRECTIONS HOUSE – und die sind und bleiben mal ein wirklich ziemlich seltsames Projekt.
Um die Namen noch mal zu droppen – gemeinsame Sache machen hier: Mike IX Williams, Schreihals der Sludge-Urviecher EyeHateGod, Scott Kelly, u.a. und vor allem einer der Gitarristen und Sänger der Avantgarde-Hardcoreler bzw. Post-Metal-Vorreiter Neurosis, Saxophonist Bruce Lamont von den seit jeher sehr eigenwilligen Prog-Krachmachern Yakuza (mit denen ich trotz Affinität zu derartigem früher nie so richtig warm geworden bin) und Sanford Parker, Produzent für all things Hipster-Metal und über die letzten Jahre in diversen Bands aktiv (Minsk, Nachtmystium, The High Confessions).

Musikalisch flirtete das „Künstlerkollektiv“ von Anfang an mit anachronistischen Industrial-Gefilden, welche den Rahmen für Williams‘ Poesie, Lamont’s Drone-Getröte und Kelly’s Geklampfe mit sowohl der akustischen als auch elektrischen stellen. Parker hält das Ganze mit Drumcomputer-Beats zusammen, die wie schon gesagt direkte Erinnerungen an die Spät80er/ Früh90er-Pionierzeit von sog. Industrial-Musik bzw. Industrial Rock/ Metal à la Skinny Puppy, Frontline Assembly, KMFDM, Ministry und co. wecken.
Gelegentlich funktioniert das. Es funktionierte schon mal bei ihrer Debüt-Single „Hoax the System“ und es funktioniert auch hier bei ein paar Passagen. Wie schon ihr(e) Auftritt(e) beim letztjährigen Roadburn-Festival und auch das Vorgängeralbum „Last City Zero“ umweht allerdings auch „Know How To Carry A Whip“ eine Aura von totalem Chaos. All die dystopische Mottoverpackung drumrum kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass CORRECTIONS HOUSE ziemlich offensichtlich etwas ist, das für die meisten Beteiligten mehr so nebenbei zwischen Tür und Angel stattfindet. Denn auch dieses Album wirkt irgendwie unausgegoren. Dass Parker sowieso nicht gerade der begnadetste Produzent unter der Sonne ist, hilft natürlich ferner nicht wirklich.
Naja. Nicht unbedingt tatsächlich schlecht, aber eben auch nicht wirklich nennenswert berauschend, sondern nach wie vor mehr so im ambivalenten Mittelfeld.

Und wieso stoße ich eigentlich jetzt erst so wirklich darüber, dass Neurot Recordings tatsächlich auch ‘ne Bandcamp-Seite haben?



Dienstag, 27. Oktober 2015

Sofy Major - Waste

Sie waren Vorgruppe bei Pigs, sind Label-Mates von ihnen und in den ungefähr gleichen Stilgefilden unterwegs: SOFY MAJOR aus Fronkroich. 
Auf Tour gab es ihr neues Album „Waste“, das offiziell erst am 30. in den sogenannten Handel kommt, bereits zu kaufen.
Musikalisch ist der Sound von SOFY MAJOR, zumindest aktuell, wie schon gesagt nicht wirklich weit von Pigs entfernt: Auch sie frönen der Unsane-Schule. Noiserock zwischen hardcoreiger Durchschlagskraft, sludge-metallischem Schulterblick und mit griffig-rockigen Songs, die genauso simpel-straight sein dürfen, wie gelegentlich auch schon mal rhythmisch etwas krumm.  
Erlaubten sich die immer wieder mal ein bisschen anders klingenden SOFY MAJOR auf vorangegangenen Releases wie (empfehlenswert:) „Permission To Engage" und „Idolize" allerdings auch mal stärkere Ausreißer in Richtung Sludge'n'Stoner oder Post-Hardcore, ist „Waste“ nun ihr punkrockigstes Album geworden. Vielleicht nicht ihr interessantestes oder facettenreichstes, aber ihr direktestes. 

Update: Jetzt auch mit Bandcamp:





Montag, 26. Oktober 2015

Killing Joke - Pylon

Auf den ersten Hinhörer ist das neue Album von KILLING JOKE irgendwie unscheinbar. Aber es zündet im Verlauf weiterer Rotationen! „Pylon“ fühlt sich ein wenig an, als wären hier die KILLING JOKE, die in den 80ern postpunkig-gothrockige Alben wie „Night Time“ veröffentlicht haben schlussendlich doch noch mit denen zusammengeführt worden, die seit dem 94er „Pandemonium“ immer wieder auf einen eher modern-metallischen Sound setzen.
Sanges-Schamane Jaz Coleman zeigt sich hier über weite Strecken vor allem von seiner melodiös-melancholischen, „verträumten“ Seite, und bricht nur selten mal ins richtig aggressive aus. Die Produktion ist im Übrigen auch ein bisschen so ausgefallen, dass sie nicht zu sehr auf die Zwölf ist. Einige male wird an der Instrumentenfront zwar wirklich sehr rasant gerifft und gedonnert, in der Gesamtinszenierung schlug es auf anderen Alben aber wohl auch schon mal einen Ticken härter durch als hier.
Highlights: Besonders die Strophen des temporeichen Openers sind schon sehr cool, das folgende „Dawn Of The Hive“ legt mit fetten Grooveriffs gleich noch mal gut einen nach. Der Midtempo-Stampfer „New Jerusalem“ ist aufgrund der im Refrain infernalisch auf der Stelle rollenden Band ziemlich großartig, die Piep-Sounds in den Strophen hätte man allerdings weglassen können. „Big Buzz“ ist eine dieser eher popig-melancholischen KJ-Hymnen, die durch die unentwegt auf den 8teln treibende Snare dennoch mit ordentlichem Biss nach vorne marschiert. „I am the Virus“ bringt als härtere Nummer gegen Ende noch mal etwas Würze rein.
Summa summarum: Irgendwie überraschend oder auffällig ist an „Pylon“ nichts; es ist auch weder eine solche Hit-Ansammlung wie „Absolute Dissent“, noch so ein herrlich kaputt klingendes Album wie „Hosannas From The Basement Of Hell“, aber es ist ein absolut gutklassiges KILLING-JOKE-Album, das definitiv besser als der etwas durchwachsene Vorgänger „MMXII“ ist und mehr Grower-Potenzial besitzt, als man anfänglich vielleicht denkt.
Ich finds gut! Keines meiner Lieblingsalben der Briten, aber ein ganz gutes!

Voivod / Napalm Death Splitsingle

Sie wurde irgendwie noch nicht groß beworben, ist aber aktuell auf der "Deathcrusher Tour" (Voivod, Napalm Death, Carcass, Obituary) käuflich zu erwerben!

Dass VOIVOD so ziemlich eine meiner absoluten Lieblingsbands sind, dürfte hier schon mal gelegentlich durchgeschimmert sein.
Nach einer Splitsingle mit At The Gates im Frühjahr folgt nun die nächste mit den nächsten Label-Kollegen (bevor auch noch eine mit Corrections House kommen soll).
Und seien wir mal ehrlich: Nichts gegen At The Gates – gerade „Slaughter Of The Soul“ ist natürlich ein Wahnsinnsalbum – aber die „Godfathers of Grind“ NAPALM DEATH sind da als unermüdliche Krachmacherdinosaurier in ihrer eigenen Liga schon ein ganz anderes Kaliber.
Dass Voivod-Einflüsse bei ND immer wieder mal durchschimmern ist ja bekannt, und sie tun es auch hier bei "Phonetics For The Stupefied", welches zunächst etwas crusty loslegt. 

VOIVOD's "Forever Mountain" wiederum zeigt sie in regelrechte Progrock-Regionen abdriftend.
Das Artwork hat natürlich wieder Away gemacht.  


Coole 7''! Wer zur Tour geht sollte sich dort ein Exemplar sichern.

Vhol - Deeper Than Sky

Auch wenn ich es Anfang des Monats bereits in einem Sammel-Post abgefrühstückt hatte, ist es mir trotzdem noch mal einen Extra-Hinweis wert: Wer seinen Metal zwischen Trueness und Hipstertum auch gerne mal mit ein bisschen Abenteuerlust mag, der sollte dringend auch das neue Album von VHOL checken, das am Freitag rausgekommen ist.
War VHOL's selbstbetiteltes Debüt mit seinem eigenwilligen Blackened-Speed-Metal, der Zutaten sowohl aus punkigen als auch psychedelischen Regionen in sich vereint (was wohl die zwei Mitglieder von den aufgelösten Ludicra mitgebracht haben) schon nicht ohne, setzt das weiter raus wollende “Deeper Than Sky” noch mal einen drauf.
Zur Raserei und dem Sirenengesang des an der Front immer besser werdendem Mike Scheidt (außerdem natürlich durch die allerheaviste Band auf Erden bekannt: Yob) gesellt sich dieses mal noch mehr Thrash-Riffing, mehr klassischer Heavy-Metal-Größenwahn und eine größere Experimentierfreude mit Prog-Selbstbewusstein. Da passen Dudel-Intros straight outta 80ees dann genauso zu wie ein völlig entrückter Track, bei dem ein Klavier im Vordergrund steht. Ja, man wagt sich an eine Komb
ination von Knüppel und Klavier, was tatsächlich funktioniert.
Aber hört's Euch doch einfach selbst an: 


 

Samstag, 24. Oktober 2015

The Shrine – Rare Breed

Wer zwischen all dem Ganz-Derb-Gekrache, SloMo-Dröhn und Avantgarde-Kram, den ich so zu empfehlen neige wenn der Tag lang ist, zwischendurch auch mal wieder ‘ne Scheibe hören möchte, die einfach nur ganz geil rockt, dem seien hiermit THE SHRINE und ihr neues Album „Rare Breed“ ans Herz gelegt.
Als Haupteinflüsse werden von Label und Presse zu jenen immer wieder „Black Sabbath und Black Flag“ angeführt und in der Tat ist ihr Fuzzrotzrock eine ganz nette Mischung aus punkig-räudiger Energie und Stoner-Kräuterzugaben. 
Würde ich mir glatt live ansehen, wenn sie nicht gerade ausgerechnet mit dieser unsäglichen Posertruppe Kackdavar touren müssten.

Die 180g-Platte mit Gatefold-Cover, CD und Patch macht ferner schon schwer was her – jetzt müsste allerdings nur noch das Covermotiv nach was aussehen.

 

Freitag, 23. Oktober 2015

With The Dead - s/t

Electric Wizard's Jus Oborn war neulich im Rahmen eines Interviews fürs amerikanische Decibel-Magazin auf mehrere Leute nicht gut zu sprechen. Z.B. auf Ex-Cathedral-Sänger Lee Dorian, der ihm seiner Funktion als Betreiber von Rise Above Records (natürlich) nicht gebührend ausbezahlt haben soll oder sowas. Und auf den auch von Ramesses bekannten Drummer Mark Greening, der sich als On/Off-Schlagzeuger des Wizards nicht nur mit Ruhm bekleckerte, wenn es darum ging bei Konzerten geistesgegenwärtig genug seinen eigenen Auftritt gut über die Bühne zu kriegen.
Witzig ist, dass sich diese beiden jetzt als WITH THE DEAD zusammen getan haben, komplettiert durch Gitarrist Tim Bagshaw, der damals mit Greening mal Electric Wizard verließ, um Ramesses zu gründen.
Das Ergebnis in Form eines selbstbetitelten Albums ist wohl auch das exakt das, was man hier erwarten durfte: Der typische EW-Groove und drückende Ramesses-Sound vereint mit der Stimme von Cathedral (denen von "Forest of Equilibrium" und "Endtyme", nicht den Hippiegedudel-Cathedral!) und Teeth of Lions Rule the Divine.
Sechs Songs purer Doom Metal, der etwas schroffer, fetter und schmutziger inszenierten Art. Und ja, das ist ganz schön geil. Nicht unbedingt „Album des Jahres“-geil, aber doch „wenn ich gerade einen aktuellen Fix in Richtung schleppend-drückend brauche, dann doch gerne von diesen Szene-Protagonisten“.
Heavier wird dieses Jahr keine andere Doom-Scheibe mehr klingen, ohne Scheiß! 

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Die letzte Trainwreck-Show

...wurde für die Nachwelt audiovisuell konserviert:

Pigs

Und noch ein kurzes Konzertresümee von gestern Abend:
Super Woche! Gestern noch Zeni Geva, heute PIGS und Freitag erscheint die neue Killing Joke!
Bei meiner perfekt getimeten Ankunft im Kölner Sonic Ballroom fangen die französischen SOFY MAJOR gerade an. Kannte ich noch gar nicht, warum nicht? Eine Dreiviertelstunde plus eine vom Publikum geforderte Spontanzugabe lang präsentiert das Trio Noiserock aus der Unsane-Schule, mal schleppend-sludgy, mal knackig, mal straight treibend, mal etwas vertrackt angeknickt. Ziemlich cool! Tonträger-Vorstellung folgt, denn deren aktuelle Platte habe ich mir danach glatt mal untern Arm geklemmt.
Die Umbaupause gestaltet sich überraschend kurz, denn es wird gar nicht wirklich umgebaut: Man teilt sich mit der Vorband eben nicht nur das Equipment, sondern auch gleich noch den Basser. Andrew Schneider kam während seines Produzentenjobs mutmaßlich vielleicht nicht weg, also schaukelten Dave Curran und Jim Paradise das Kind mit dem Franzmann, der sich souverän einfügte, als wäre er von Anfang an dabeigewesen. Auch wenn ich gewisse Hoffnungen hatte, vielleicht auch einen Song der superben Vorgängerband Players Club kredenzt zu bekommen, bleibt es bei Material der beiden sehr guten PIGS-Alben, was völlig okay ist, denn die Songs sind durch die Bank ziemlich geil. Noiserock der Unsane-Schule zum zweiten, allerdings direkt aus dem entsprechendem Original-Familienclan. Paradise‘ Drumming ist oft straight-songdienlich auf den Punkt, aber stets druckvoll und gekonnt, und Curran versteckt sich beim ins Mikro brüllen unter seiner Baseballkappe.


Summa summarum ein superkurzweiliger Konzertabend, erst recht für nur 7 Euro, allerdings mit einem Abstrich: Kleine Ahnung, warum und was genau das eigentlich ist, aber gerade das Publikum im Sonic Ballroom wirft immer wieder nervtötende, geltungsbedürftige Vollspacken hervor, wie ich es nirgendwo anders erlebe.
Da ist man schon mal auf einem Konzert, auf dem kein Schaulaufen von Mode-Metal-Barbies oder Retro-Stonerhipstern stattfindet, nur um sich dort dann vom gestylten Altpunk auf die Nüsse gehen zu lassen, der in erster Linie eine Show für sich selbst veranstaltet, dauernd mit der Band kommunizieren will, die Hälfte der Zeit mit dem Rücken zur Bühne affige Tänze aufführen muss, dessen Rülpse bestialisch durch die ganze Bude stinken und der sich trotz Rauchverbot eine ansteckt. Typen wie Dich braucht man nicht, Du Vollspaten!
Auch nicht schlecht war der, der bestimmt noch mal zehn Jahre älter als ich war, und meine wahrheitsgemäße Antwort auf die Frage, warum der eine von der Band davor bei der zweiten jetzt auch noch mal mitmacht („Mussten halt fragen, ich weisset au‘ nich‘“) mit einem vorwurfsvoll-ungläubigen Starren_des_Todes quittierte.
Was ist das nur Köln? Wie schaffst Du es, Dir solche nervigen Gestalten zurecht zu züchten? Und ist der Sonic Ballroom eigentlich sowas wie ein offizieller Idiotentreff? Dinge, die es eigentlich mal zu ergründen gilt. Aber nicht von mir.


ZG

Am vergangenen Dienstagabend spielten ZENI GEVA im Duisburger Djäzz, der wie man auf den Bildern sehen kann eine neue Tapete hat.
Kurz nach neun kam erst mal KK Null alleine auf die Bühne, ging noch mal zurück um sich einen Stuhl zu holen, setzte sich an Laptop und andere Gerätschaften, begrüßte das Publikum mit einem formalfreundlichen „Guten Abend“ und musste über die kollektive „N’abend!“-Erwiderung selbst schmunzeln. Es folgte eine gute halbe Stunde lang ein Potpourri aus Rauschlärm, Retrocomputerspiel-Geräuschen, durch den Fleischwolf gedrehten Break- und Wummer-Beats und verzerrten Vocal-Einlagen. KK Null selbst nickt im Takt, freut sich über gelungene Übergänge, wirkt fokussiert und gibt einen Protagonisten mit sympathisch-schrulliger Präsenz ab.
Nach einer kurzen Pause wird die Gitarre umgeschnallt und seine Band ZENI GEVA ist an der Reihe. Das japanische Urgestein eigenwilliger harter Musik irgendwo zwischen Noiserock und Extrem-Metal ist in seiner derzeitigen Inkarnation ein Duo und jazziger denn je: Drummer Tatsuya Yoshida (Ruins), der schon vor Ewigkeiten mal dabei war, hat es eher nicht so mit straightem Rockdrumming, sondern wirbelt über das ganze Kit, trommelt zwischendurch gar mal einhändig weil er parallel noch Orgel spielt, ist dabei in manchen Momenten zwar nicht 100%ig on point, was die wilde Performance aber gleich noch mal einen Ticken sympathischer macht. KK Null schrubbt auf seiner Gitarre rum, haut auch schon mal was in einen Loop um zweispurig zu schrammeln, und brüllt dazu ins Mikro.
Der Gig bleibt von der Spielzeit her eher etwas kompakt, was im Gesamtpaket aber okay geht.
War auf jeden Fall 'n ganz cooles Happening mit angenehmer Wohnzimmeratmosphäre! Ob da vielleicht doch auch noch mal ein neues Studioalbum kommt (das letzte ist inzwischen 14 Jahre alt) habe ich zu fragen vergessen, dafür aber immerhin ein neues T-Shirt…


Montag, 19. Oktober 2015

Am müden Montag

Normalerweise ist es eigentlich nicht das Konzept dieses Blogs, jeden News-Schnipsel, jede Einzelsong-Hörprobe und irgendwelche verwackelten Youtube-Amateurkonzertmitschnitte, bei denen irgendwas passiert zu teilen, aber folgendes konnte heute aus irgendwelchen Gründen meine Aufmerksamkeit gewinnen und wird mal eben von mir geteilt:

1.) HERDER: Die niederländische Bollosludge-Lautstärkenmacht wurde am vergangenen Wochenende von der Crew eines Indoor-Metal-Festivals mit eigentlichem Heimvorteil aufgefordert runterzudrehen und schlussendlich vorzeitig von der Bühne gebeten:
At the beginning of this vid, the stagehand tells the drummer to stop hitting his drums so hard. After this, the entire band was escorted out of the venue by security. Yes, kicked out for playing too loud.“  
https://youtu.be/ajpEiCsWCg8

2.) Auf Soundcloud gibt es schon einen Song des im Februar erscheinenden Albums von KHTHONIIK CERVIIKS, das hoffentlich hält, was ihre „Nicht von dieser Welt“-Aura Richtung „Morbid Angel meets Voivod“ live schon mal versprach: https://soundcloud.com/iron-bonehead-productions/khthoniik-cerviiks-serologiikal-scars-sequence-10-vertex-of-dementiia

3.) WITH THE DEAD heißt die neue Band von u.a. Lee Dorian (Cathedral) und dem Drummer, den man von Ramesses und Electric Wizard kennt. Das Album ist gerade raus, einen Song anhören kann man sich hier: https://youtu.be/pwMliIuVD3Y

Und sonst noch?
Das wichtigste überhaupt: Freitag erscheint hierzulande die neue KILLING JOKE! 
Die neue AVATARIUM soll sehr gut sein (Album des Monats im Rock Hard) - wenn man auf Doom mit eher traditionell-hardrockiger und Folk-beeinflusster Prägung steht - wird bei mir allerdings wohl aus Kapazitätsgründen und andersliegenden Prioritäten erstmal eher durchs Raster fallen.

Samstag, 17. Oktober 2015

Here we go again, AZ Mülheim!

Tja, das war ja mal wieder was gestern beim „Haglaz Fest“ im AZ Mülheim. Die optimistisch als letzte Band für ca. 00:00 bis 00:45 eingeplanten GROLL fingen dann 'ne Stunde später an, als sie eigentlich schon fertig hätten sein sollen. Also torkelte man irgendwas zwischen halb drei und drei aus dem Laden raus. Bei dem derzeit gerade um Mülheim herum herrschendem Bahn-Chaos gleich noch mal doppelt so spannend.
Kurz anmerken möchte ich, dass sowohl die Schweizer Frauenüberschuss-Grunz-Doomer SHEVER, als auch die Bielefelder Hipster-Black-Metaller UNRU mit einem anderen Line-Up aufliefen, als bei meinen jeweils letzten Begegnungen mit ihnen, und sich beide inzwischen ein bisschen gemacht haben.
Der späte GROLL-Gig vor, der Uhrzeit geschuldet, dem lichter werden Publikum, war allerdings ganz klar ein absolutes Highlight. Bands, die Sludge-Doom, Crust/ Grind und Ansätze von Black Metal vermengen, gibt es im Underground inzwischen viele, aber das gestern... ja meine Fresse, das war mal ein ziemlich geiles Brett!


Erster!

 
 

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Dope Body - Obey (Videoclip)

Der Videoclip ist ja leider irgendwie eher nur so mittel geworden, aber diesen scheinbar simplen Song von Kunkfinde ich wirklich wahnsinnig geil...


Dope Body "Obey" (Official Video) from Drag City on Vimeo.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Skeleton Wrecks s/t

SKELETON WRECKS gehen eigentlich schon als Revival von Frühachtziger-Underground-Musik (Stichwort „No Wave“) durch: Leicht schräger Indie-/ Punkrock von Sonc Youth’schem Charakter und etwas stoischer Stampf von frühen Swans-Werken samt deren Hauch von Industrial.
Ein erst in jüngerer Vergangenheit auffälliger, britischer Underground-Musiker namens Gouédé Oussou übernahm hier alle Instrumente und holte sich als Gastsängerin noch Dora Jahr von Distorted Pony ins Boot.

Und da dieses neuzeitliche Aufblühen von Noiserock im Stil der 80er und 90er inkl. seiner Originalprotagonisten etwas ist, bei dem ich bekanntlich noch mal gehörig mitblühen kann und möchte, habe ich mir gerade eben tatsächlich ein Exemplar der auf 50 Stück limitierten, recht günstig kommenden CD ins Haus geholt.

Auf Bandcamp gibt’s das Ganze auch:


Dienstag, 13. Oktober 2015

Apropos N

Witzig ist übrigens, dass Denovali den Mitschnitt eines N-Konzerts herausbringt, bei dem ich einer der wirklich wenigen Gäste war
Irgendwie schon ziemlich cool, dass dieser besonders gute N-Set für die Nachwelt konserviert wurde und ich ihn somit im heimischen Wohnzimmer noch mal hören kann.


N selbst sagt dazu: 

„Rote Fuhr“ is special. Musically it finally brings together the more noise orientated approach of „Saarn“ and „Heven“ with the deep droning of records like „Prora“ (empiric records), „Goor“ and „Oie Kirr“ (both: Denovali). Also using white noise in a musically way, like a cold storm breaking loose, whiping away everything around and pushing it into abyssial, dark and glowing drones. With a destroyed arpeggio slicing some parts of „Rote Fuhr“, with a stacking of layers between noise and organ-like drones, all stenched together with micro-melodies to a symphony of brutal beauty.
Coda: this record mainly transports anger. An anger felt during a short tour with my labelmates Petrels and Talvihorros during a very dissappointing showcase in front (or better: not really in front) of some really ingnorant people. The next night made me instantly quit the intended setlist and let the anger run through the amps. And so finally finding a home for some motifes being played live since 2011... In a way they were never played before. ...I was very angry that evening, but I am very happy with this result.

And just to be sure: this is a live-record. Recorded at Schlegels / Dortmund / Germany by Andreas Brinke as the recording engineer. Thank you for being the right man at the right place at the right time.

Kommt als Vinyl und Download.

Sakrale Surround-Drooooone-Experience

(Apropos Bochum: Hatte ich hier eigentlich erzählt, wie schlimm die lokale Vorband bei Jex Thoth vorletzte Woche war? Tatsächlich vergessen? Naja, jetzt auch egal…)
Aufgrund von Verzögerungen im Bahnverkehr machte ich mich am vergangenen Freitag extra schon etwas eher nach Bochum auf, um mir 1.) noch diesen neuen Craft-Beer-Laden in Bochum anzugucken, der bereits im Netz beworben wurde, und 2.) nachher noch ‘ne Runde im traditionellen Plattenladen Discover Records ‘ne Runde zu discovern. Hätte ich mir schenken können, denn bei Station 1 musste ich feststellen, dass man dort gerade erst dabei ist noch leere Regale zusammenzubauen und bei Station 2 gabs tatsächlich gar nichts, das ich kaufen wollte. Die 180g-Reissue von Pink Floyd’s „Dark Side Of The Moon“ hatte ich zwar mal in der Hand, aber… Immerhin habe ich dann während der zu überbrückenden Zeit ‘n echt guten Falafel-Mann ausgemacht.

Anayway. Der Hauptgrund meiner Anwesenheit in Bochum war, dass es mal wieder ein Drone-Konzert in der Christuskirche gab.
Los gings mit THIS QUIET ARMY in Quartettbesetzung, u.a. mit Aidan Baker (Nadja) und Schlagzeuger. Gefiel mir gut! 




 













  
Von dem konventionellen Bühnenkonzert ging es danach in die Mitte: Zwischen den Kirchenbänken saßen das Bochum Bass-Drone-Duo [B o l t] und der der Dortmund Gitarrens-Slodröhner N. Um die Kirchenbänke herum waren 15, irgendwie speziell verkabelte Amps aufgestellt.
Hier im Foto vom Veranstalter noch mal nachzuvollziehen:

 
Ich habe keine Ahnung, wie lang der Set im stockdunklen tatsächlich dauerte, aber als ich danach auf die Uhr sah, hatte es länger gedauert wie sich das Bad im Soundwall der fließenden Komposition angefühlt hatte. 
War irgendwie doch ganz schön geil, bei diesem speziellen Spektakel dabei gewesen zu sein.


Sonntag, 11. Oktober 2015

Owl - Aeon Cult

Was ich an Christian Kolf als Künstler schätze ist, dass er ein wirklich kreativer, ein suchender ist. Keine Veröffentlichung von Valborg oder eben OWL klingt wie die andere. Es gibt einen irgendwie grob abgesteckten Stil-Rahmen, in dem nicht nur alles geht, sondern der dann auch gerne mal noch ferner ausgeweitet wird.
Platzierten die ersten beiden Veröffentlichungen OWL als Death-Metal-Band zwischen Gorguts, Morbid Angel und Portal, zwischen bleierner Schwere, Ambient-Anwandlungen und einer komplexen Beschaffenheit hinter der monolithischen Oberfläche, lotet jede weitere Veröffentlichung irgendein Extrem weiter aus. Bei "The Last Walk" war es das epische Element, während "Into the Absolute" viele Ideen in eher kurz gehaltente Songs packte. "Aeon Cult" ist wieder eine sehr kompakte Sache geworden, die nun auf den Punkt das Thema Groove hervorhebt. 
Vor allem aber bin ich jetzt schon sehr gespannt, wie der nächste, mit ziemlicher Sicherheit wieder ein mal ganz anders ausfallende  Release klingen wird...

Bandcamp: http://zeitgeister.bandcamp.com/album/aeon-cult

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Neuen, witzigen Ghoul Videoclip...

...gibt's via Facebook: Humans Till Deth - GHOUL

Dope Body..

 
Kunk“ ist die Überraschung des Jahres. So richtig auf den Plan traten DOPE BODY für mich erst mit diesem Album, welches sowas wie ein glückliches Zufallsprodukt ist, denn Grundbestandteile davon entstanden ganz spontan während der Arbeiten an ihrem Ende letzten Jahres veröffentlichten „Lifer“. Man wurde sich schnell bewusst, da was zu haben, und schob „Kunk“ so schnell wie möglich nach.
Auf Alben wie eben Lifer“ oder dem 2012 Vorgänger „Natural History“ waren DOPE BODY fast schon eine noch eine Band, wegen der ich nicht an einem Mittwoch Abend bis nach Köln gefahren wäre, doch ob dieses entrückte Inferno der aktuellen Konserve live auch derart wild rüberkommt, musste ich einfach herausfinden...  

Der Sonic Ballroom im Party-Viertel von Köln-Ehrenfeld (Live Music Hall, Underground, Werkstatt und co. sind alle buchstäblich um die Ecke) kann eine gewöhnungsbedürftige Location sein. Als Konzertbesucher von außerhalb hat man hier nämlich immer wieder mal das Gefühl, es mit einem ganz seltsamen, auch latent unangenehmen Stammpublikum zu tun zu haben. Was auch tatsächliche Kölner mitunter selbst bestätigen.

Im zehn nach neun nur mäßig gefülltem Laden legte erst mal der Local Support MINUSMEN einen aufs Parkett. Ganz okay, aber einen Hauch zu heterogen. Der Heavy-Riffrocker und die Indie-Hymne, der kurz-und-knackige Punker und der ausufernde Psychedelic-Jam... irgendwie war alles dabei, im Sinne von eigentlich schon zu viel. Aber es war ziemlich okay!
Knapp über 'ne Stunde später legen DOPE BODY ohne Soundcheck direkt los. Was die beiden unkoordiniert rumpogenden Spackenkinder mit den „Dope Body Euro Tour 2012“-Shirts so überrascht, dass sie erst zum zweiten Song vom rauchen draußen wieder drin sind.
Die spielt sich quer durch ihre Alben. Der Übersong der aktuellen, „Obey“, wird dabei schon als drittes verschossen, in einer total anders klingenden, längeren Version.
Ihr Sänger ist auf seine plinsig-tuntig-pseudolasziv (sorry) tänzelnde Art etwas gewöhnungsbedürftig und amüsant zugleich, der Rest der Band allerdings der Knaller: Der auch mit Loops und diversen Effekten arbeitende Gitarrist ist wie ein nerdiger Tom Morello, der sich immer wieder mit vollem Körpereinsatz im eigenen Lärm wiegt, der Drummer kloppt einen Big-Paul-Groove nach dem anderen raus, und der hält alles mit einer Spielweise zusammen, bei der er sich nicht langweilen muss. Tatsächlich fühlte ich
mich gerade auch rhythmisch nicht nur ein mal an Früh80er-Klling-Joke erinnert, wie die Band ihr eigenes Ding zwischen mathigem Indierock und breitbeinigem Alternative-Metal durchzieht.
Gute, etwas zwischen den Stühlen stehende Rockband, die auch live wirklich Laune macht! Dem aktuellen Album wurde es live nicht ganz gerecht, aber wenn man mal ein paar Songs im ganz eigenen Dope-Body-Groove drin ist, könnte man sich direkt vorstellen, sich das beim nächsten mal wieder zu geben...


Geil, Post!

Wenn ich behaupten würde, dass sich der Rabattverkauf vom 7 Degrees Records für mich mal nicht so gelohnt hätte, wäre das eine glatte Lüge...

Dienstag, 6. Oktober 2015

Black Sabbeth

Es kommt immer wieder vor, dass ich von News oder Musikveröffentlichungen, die ca. Mitte April erscheinen, irgendwie nix mitbekomme, denn dann war ich die letzten Jahre eigentlich immer für ca. 5 Tage und Nächte in diesem Paralleluniversum namens Roadburn.
Das wird dann wohl auch der Grund gewesen sein, warum ich erst jetzt über diese Single vom letzten Jahr stolper':
Die britischen GONGA haben sich keine Geringere als Beth Gibbons (Portishead) ins Boot geholt, um sie eine ziemlich straighte Coversion von Black Sabbath' „Black Sabbath“ einsingen zu lassen. Originell ist anders, aber es hat was!

Bandcamp: gonga.bandcamp.com/album/black-sabbeth bzw.:  

 

Sonntag, 4. Oktober 2015

Symbiotic Possibilities by Ken Owen

Ken Owen - former drummer and founding member of seminal Death Metal band CARCASS. Ken suffered a life changing brain aneurysm in 1999 but against all odds Ken has used his time in and out of hospital to influence his debut release which will be part of the trilogy:

https://kenowen.bandcamp.com/album/symbiotic-possibilities

Pigs - Wronger

Auch wenn ich mir dabei selbst immer ein bisschen doof vorkomme, wenn ich in so einen „Ich hab’s ja gesagt“-Modus falle, aber ich hab’s ja gesagt, dass Noiserock im Sinne der besten AmRep-90er das Ding ist, das dieser Tage wieder aufblüht.

Es gab in diesem Jahr schon neue Alben von den Genre-Vorreitern Hammerhead und Cherubs. Eines der ebenfalls wiedervereinigten Distorted Pony ist in Mache. Aktuell sind z.B. auch die deutschen Hopefulls Heads. mit ihrem entspannten Stil eine Band, die viel Zuspruch bekommt. Dope Body haben mit dem frischen Überraschungsknaller „Kunk“ gerade eben noch ein Wahnsinnsteil abgeliefert, auf dem sie sich Elementen dissonanten Krachs noch
wahnsinniger und ganzheitlicher hingeben als auf vorangegangenen Alben. Newcomer wie Bummer machen alles richtig, Ken mode geben einfach nicht auf, Whores. haben mal gerade zwei EPs raus und werden schon jetzt als sowas wie ‘ne Szenegröße gehandelt. 

Passend dazu liefert das ganze Umfeld von Unsane (sozusagen die Noiserock-Marke schlechthin) eigentlich schon seit Jaaahren nur noch eine großartige Veröffentlichung nach der anderen ab. Die mit kleiner Unterbrechung seit 1988 existenten Unsane selbst haben mit ihren bisher letzten beiden Alben „Visqueen“ und „Wreck“ sogar zwei ihrer besten gemacht. Gitarrist und Schreihals Chris Spencer brachte ferner 2009 mit u.a. auch einigen deutschen Musikern unter dem Bandnamen Celan ein ganz gutes Album raus und reformierte jüngst auch noch seine andere Band Cutthroats 9, deren letztjähriges „Disssent“ ebenfalls saustark ist.
Auf der anderen Seite gab es da auch noch The J.J. Paradise Players Club mit Unsane-Basser Dave Curran. Ein gutes und ein sehr geiles Album zwischen dem markentypischen Sound und Anflügen von Sludge-Metal und Rock’n’Roll. Umbenennung in Players Club, eine weitere EP mit ziemlichem Killermaterial.
Man ist vom Players Club inzwischen weitergezogen zu PIGS, komplettiert durch Toningenieur Andrew Schneider, der in den 90ern mal mit Slughog aktiv war. 2012 das großartige „You Ruin Everything“, ein Jahr später eine EP mit Cheap-Trick-Coversong.
Nun ist „Wronger“ da!   



Und auch „Wronger“ ist einfach nur total geil! War „You Ruin Everything“ ein Album, das ähnlich wie „Wreck“ ziemlich rockig-kompakt auf den Punkt kam, folgt mit dem zweiten Werk nun ein bisschen mehr Abenteuerlust. Man nimmt schon mal die eine oder andere rhythmische Abzweigung, bürstet gelegentlich einen Part deutlicher gegen de Strich, ist im Rahmen des eigenen Dings dabei aber nach wie vor immer noch ziemlich catchy. Gast-Vocals gibt’s übrigens von Julie Christmas (Made Out Of Babies, Battle of Mice).
Sehr, sehr geiles Album. Jahres-Top-5!

Bandcamp: music.solarflarerds.com/album/wronger