Donnerstag, 26. Juni 2014

Aktuelle Alben kurz notiert

SEVEN THAT SPELLS sind meine derzeitige Lieblingsentdeckung. Der zweite Teil ihrer „The Death And Ressurection Of Krautrock“-Trilogie mit dem Zusatztitel „AUM“ kann so ziemlich alles. Psychedelic/ Prog Rock mit hypnotischen Mantra-Gesängen und epischen Jam-Ausschweifungen.
Bandcamp: seventhatspells.bandcamp.com/...
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BOB MOULD’s aktuelles Solo-Album „Beauty & Ruin“ gefällt mir ebenfalls ganz gut. Irgendwas macht der alte Mann mit Hüsker Dü-Vergangenheit bei seiner zeitlos-zeitgemäßen Rockmusik richtig.
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Die neue OKKULTOKRATI mit dem Titel „Night Jerks“ ist eine wirklich sehr seltsame, dabei aber nicht komplett unbrauchbare Angelegenheit irgendwo zwischen postpunkigem Noiserock, elektronischen Einsprengseln und nach wie vor durchschimmernder Crust-Black Metal-Vergangenheit (Knüppel, Kotz und Klirrgitarren).
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Auf Tour habe ich sie dann irgendwie doch nicht gesehen, weil ich am entsprechenden Wochentag nicht so richtig die Zeit und Nerven für einen frühabendlichen Köln-Trip hatte, aber auch das aktuelle CHROME-Album fand seinen Weg zu mir. The Helios Creed CHROME that is. „Feel It Like A Scientist”, der erste reguläre Longplayer seit mehr als 10 Jahren, weiß mit seinem retrofuturistischen Psychedelic-Postpunk und industriellen Anwandlungen zu gefallen, klingt heutzutage aber natürlich nicht mehr so außerweltlich wie früher…
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Von Chrome ist es musikalisch nicht sooo weit zu den japanischen OOIOO. Das in Kürze erscheinende Album des eigenwilligen Boredoms-Ablegers kann man bei NPR gerade streamen: http://www.npr.org/(...)/first-listen-ooioo-gamel
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Zurück zu Geknüppel und Gegröle: MISERY INDEX sind so eine Band, von der man meiner Meinung nach nicht wirklich jedes Album im Schrank stehen haben müsste. Wenn einem aber mal nach straightem DeathGrindMetalcore mit gelegentlichem Schuss Melodie in der Gitarrenarbeit, mehr Midtempo als Blasts und ein paar Slayer-Momenten sein sollte, kann man ganz gut zu deren „The Killing Gods“ greifen.
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Ich bin ein wenig erstaunt, was für Reaktionen die neue DEAD CONGRGATION, auf die ich beim letzten Schwung schon am Rande hingewiesen hatte, mitunter so hervorruft. Höchstnote im RockHard und selbst Pitchfork ziehen mit!? Hier noch mal das entsprechende Bandcamp zur brutalen alten Schule, die gerade der heiße Scheiß der Stunde zu sein scheint: deadcongregation.bandcamp.com/...
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Bevor ich es vergesse: MALM, die Noiserock-Band mit einem Mitglied der gerade aufgelösten Omega Massif in ihren Reihen, hat bei Bandcamp alle ihre bisherigen Releases für noppes reingestellt. Zieht Euch das rein, denn Boris ist einer von den Guten: merkedirmalm.bandcamp.com
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Aus aktuellen Anlässen hatte ich trotz anfänglicher Verweigerungshaltung letztens im Übrigen doch mal in die letztjährigen Alben von BLACK SABBATH und MONSTER MAGNET reingehört.
Also, mal ganz ehrlich: Keine Ahnung, was an der aktuellen MM so toll sein soll, ich finds ja ehrlich gesagt doch eher ziemlich schnarchig.
Was die neue Sabbath betrifft – auch wenn ich 2013 and beyond wirklich keine gebraucht hätte, geht „13“ für Altherrenrock in der Tat irgendwie ganz okay.
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Ausblick: Auf dem Radar habe ich gerade außerdem noch diverse kürzlich oder in Kürze veröffentlichte Neuheiten aus dem Hause Relapse, die ich in den nächsten Tagen mal testfahren werde. Und die neuen Alben von Wolves In The Throne Room (mit einer Kehrtwende Richtung Ambient/ Drone) und Weedeater sind gerade ebenfalls unterwegs und gespannt erwartet.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Neue Videoclips (Girl Power Edition)

Ach kommt, es ist mir doch mal eben die Hinweise wert, auch wenn die entsprechenden Interpreten im Rahmen dieses Blogs schon unter „Randthema“ fallen:
1.) BRODY DALLE, die ehemalige Sängerin der Distillers, hat ein Solo-Album und eine Videosingle dazu am Start.
2.) Die zur Hälfte weibliche Alternative Band VERUCA SALT ist wieder da und hat nach einem Video-Song von April, den ich hiermit nachreiche, nun auch noch einen zweiten am Start. Irgendwie sind sie ja immer noch süß... und damit meine ich durchaus auch, aber nicht ausschließlich den poprockigen Charakter der Musik...
3.) hätten wir dann auch noch SCHOOL OF SEVEN BELLS mit der verträumt-indietronischen Coverversion eines Joey Ramone-Songs als externen Link.




School of Seven Bells - I Got Knocked Down (But I'll Get Up)
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Neuer Keitzer-Videoclip!

Ney, wat freu' ich mich aufs kommende Album!

Mittwoch, 18. Juni 2014

Svffer, Weekend Nachos, Montag. Pizza

16.06.
SVFFER, WEEKEND NACHOS
AZ Mülheim

Ich fass mich mal kurz: Die Gelegenheit, die bisher noch nicht live gesehenen aber auf Konserve für ganz gut befundenen SVFFER endlich mal zu sehen, wollte ich dann ja doch mal ergreifen.
Wie gewohnt war man im AZ Mülheim extrem gemütlich drauf, und SVFFER fingen als erste Band um kurz nach halb zehn mit dem Soundcheck an. Die drei Jungs und das Mädel aus Münster und Bielefeld föhnen einen dann allerdings auch wie Orkan. Ihr Grind-/Hardcore ist frisch und intensiv, auch wenn der Typ an der Gitarre sich bei seinen zwischenzeitlichen Ansagen selbst ein bisschen zu lustig findet.
Was die amerikanischen WEEKEND NACHOS betrifft, so war ihr Auftritt nicht gänzlich unsympathisch, ich muss allerdings sagen, dass mir deren Grind wiederum stilistisch mit einer etwas zu großen Portion Bollosportcore daherkam. Kann die Band nix für, dass ich genau darauf nicht mehr so richtig kann, aber unterhaltsam war’s ansonsten durchaus.  
Klarer Punktsieg für SVFFER. Sollte man mal gesehen haben.


 
 
 

Neues Videoclips (Blockheads, The Wisdoom)

Grind und Doom, meine beiden Lieblingsmusikrichtungen:

Dienstag, 17. Juni 2014

Neue Videoclips (Gatecreeper, Obese)

Entombedcore und Stonersludge:

Sonntag, 15. Juni 2014

Rundumschlag

1.) HIVE BENT
2.) BOSS KELOID
3.) O

1.) HIVE BENT

Bereits bei ihrem Debüt hatte ich mal auf HIVE BENT hingewiesen. Ihr aktueller Release „Daytlov“ kam allerdings raus, während ich mich in einem Paralleluniversum befand, weswegen es mich nicht mal selbst verwundert, ihn erst jetzt aufzuholen.
Und während man zu Bandcamp rübersurft...
http://hivebentmd.bandcamp.com/album/dyatlov
…kann man sich bei „Serious Business“ auf Youtube angucken, wie die beiden so drauf sind und live Alarm machen:


 

2.) BOSS KELOID
...scheinen die Sensation der Stunde zu sein. Vom Sludge-Blog bis zur großen Hardrock-Zeitung sind sich alle einig, RockHard-Kollege H.L. ist gar völlig aus dem Häuschen und zückt 9,5/10.
Da man sich auch dieses Teil auf Bandcap (bosskeloid.bandcamp.com) anhören kann, habe ich das mal getam und sage ganz ehrlich, dass sich meine persönliche Begeisterung in Grenzen hält. Bei dieser "groove-metallischen" Art von Riffing und Rhythmusfiguren funktionieren allzu wirr verprogte Irrwegs-Arrangenents meinem persönlichen Geschmack nach irgendwie nicht so wirklich. Gut (und aufgrund der Tatsache, dass sie sich nach einem Iron Monkey-Song benannt haben auch sympathisch) genug, um es mal zu featuren, fand ich es dann allerdings doch, und kann ferner noch einen Videoclip bieten:


 

3.) O
Nach einer Split mit Planks, auf der sie ein Thema des Twin Peaks-Soundtracks coverten, sind O nun mit einem Longplayer via Golden Antenna Records am Start.
Von ganz ruhig bis auch mal lauter wird Handgemacht-Ambient/ Postrock-Kram geboten, der nicht nur wirklich schön, sondern in der Breite des gesamten Albums außerdem recht facettenreich tönt. Der Jazzbesen-Einsatz hat was von Bohren.
Bandcamp: http://goldenantennarecords.bandcamp.com/album/when-plants-turn-into-stones

Freitag, 13. Juni 2014

Neuer EHG-Videoclip!

Regie: Josh Graham!

RHF 2014

06.-08.06.2014
Auch das hätten wir wieder hinter uns, das ROCK HARD FESTIVAL 2014 im idyllischen Amphitheater zu Gelsenkirchen.
Schon im Vorfeld versprach es eines der besseren RHFs zu werden, denn das Billing bot viel brauchbares bis geiles und nur wenige Ausreißer nach unten (the abomination that is Die apokalyptischen Reiter).

Notizen vom Wochenende:

Freitag
Die eröffnenden NOCTURNAL sind so eine Sache. Bands, die heutzutage da ansetzen, spielerisch eher dilettantisch jenen naiv-primitiven Rumpel-Charme früher (Teutonen-)Thrash-Klassiker nachzuahmen, die Death und Black Metal den Weg ebneten, und sich dafür ultratrue in Garnituren aus Nietenarmbändern und Patronengurten zwängen, finde ich persönlich ja häufig eher so ein bisschen albern. (Ich war auch noch nie der größte Destruction-Fan und finde Desaster auch irgendwie mehr so semi bis nicht so…)
Die aus dem Misery Speaks/ Long Distance Calling-Umfeld stammenden ZODIAC wiederum machen ihr Ding handwerklich ja ganz gut, ich persönlich brauche die x-te Retrorock-Kapelle mit Southern-Flair allerdings auch nicht so wirklich. 

Genug gemeckert. Eigentlich habe ich es ja auch nicht wirklich so viel mit „Technical Death Metal“ oder „Djent“ und es soll frühe Fans geben, denen der neue Kram der polnischen DECAPITATED eher nicht zusagt. Mir wiederum gefällt deren an Meshuggah angenähertes Material des noch aktuellen Albums „Carnival is forever“ allerdings ganz gut. Von Konserve muss ich das zwar nicht unbedingt andauernd zu Hause hören, aber ich bin der Band eher zu- als abgeneigt und empfinde sie als den etwas progressiv-moderneren Brachial-Farbtupfer im Billing dann auch als eine zwar nicht überragende, immerhin aber recht kurzweilige Sache.
MIDNIGHT sind im Kontrast dazu dann ja wiederum mehr so ‘ne Band, die man vor allem in unsagbar wurzeltreuen Kreisen und unter Black Metal-Barbies abfeiert, aber ich müsste lügen, deren Venom-artigen Rumpelgröl-Metal mit einer Extra-Portion Rock’n’Roll, trotz der albern vermummten Präsentation nicht durchaus ganz witzig zu finden. Die Party-Band für die Patronengurt-Fraktion, quasi. (Und dabei soll ein Bandmitglied ja angeblich eigentlich mehr so den Straight Edge Hardcore-Background haben…) U.a. weil’s musikalisch auch wirklich Hand und Fuß hat macht das sowohl von Konserve, wie auch live an diesem Festival-Tag dann ja doch ziemlichen Spaß.

     
Die Setlist des TRIPTYKON-Auftritts unterscheidet sich nicht groß von der beim Roadburn. D.h. dass ich meine beiden Lieblingssongs „Goetica“ und „The Prolonging“ bekomme und dadurch alleine schon ziemlich zufrieden bin.
Früher am Tag fuhr ich im Übrigen zufällig mit Herrn Fischer und seinem Gitarrenkoffer zusammen Aufzug und überlegte kurz, ob ich ihn jetzt mit „Eure Eminenz“ o.ä. anreden muss…


Samstag
Am heutigen Tage erst etwas später vor Ort, sind SÓLSTAFIR die erste wirklich gesehene Band. Irgendwie bin ich ein wenig zwiegespalten, da sich die Isländer jüngst zu einer etwas durchwachsenen Sache entwickelt haben. Die Sache mit dem antiklimatischen Doppel-Intro bei diesem Auftritt war z.B. eher ein Schuss in den Ofen, das Material des noch aktuellen Albums ist mir mitunter einen Tick zu cheesy, und das Outfit-mäßig zugegeben originelle Auftreten der Band ist schon irgendwie etwas sehr bemüht-cool. Andererseits finde ich die stilistische Quersumme aus (Black) Metal-Wurzeln, nordischer Melancholie und vom Postrock gelernten Arrangement-Lektionen nach wie vor trotz allem nicht ganz unspannend. Ich weiß nicht, ich weiß nicht…
Mit OBITUARY kann man allerdings nicht viel falsch machen. Bei mir genießt die Band seit eh und je einen recht hohen Stellenwert, da sie zu den ersten wirklich derberen Angelegenheiten gehörte, die ich mir beim tieferen Eintauchen in die Welt des Metals so reingefahren habe. Natürlich beinhaltet der Festivalauftritt der Band dementsprechend auch so manchen Prügel-Evergreen von „Slowly we rot“ und „Cause of Death“. Jau, geil.
Ähnlich ist’s bei SACRED REICH. Von „Heal“ spielt man zwar immer noch keinen Song, dafür gibt’s neben „One Nation“ aber auch „Free“ und ich bin happy, die Band ferner gewohnt spielfreudig und sympathisch.
Auch die heute headlinenden CARCASS machen nicht viel falsch. Zwischen unvermeidlichen Altkrachern und Songs des wirklich guten Comeback-Werks gesellt sich sogar Material des umstrittenen, von mir sehr geschätzten „Swansong“-Albums. Yay!

Sonntag
Die zur Mittagszeit aufspielenden BLUES PILLS gehen trotz meiner allgemeinen Retrorock-Antipathie und der etwas dick auftragenden Sängerin für 2-3 Songs überraschenderweise ganz okay. Da ich zwischenzeitlich leider noch mal außerhalb des Geländes anderweitig unterwegs bin, verpasse ich u.a. Insomnium leider komplett.
In Bezug auf MONSTER MAGNET war ich in halb skeptischer, halb vorfreudiger Haltung sehr gespannt, was jene 2014 wohl so reißen würden, zumal ich das an einigen Stellen sehr gelobte aktuelle Album auch nur mäßig spannend finde…
Sagen wir es mal so: Es hätte weitaus schlimmer kommen können! Man hat sich zwar gefragt, ob die neben viel Gepose nur sporadisch bediente Gitarre von Sänger und Bandkopf Dave Wyndorf überhaupt eingestöpselt war, während die anderen beiden Gitarristen die wirkliche Arbeit gemacht haben, aber Songauswahl, spielerischer Flow und Auftritt im Allgemeinen gingen ganz okay und unterhielten gerade auch an so einem sehr heißen, dritten Feistval-Tag mit ihrem häufig eher relaxten Stoner-Vibes recht gut.  



Was ANNIHILATOR betrifft, bin ich wohl einfach nicht der größte Fan und muss das jetzt auch nicht im Detail ausdiskutieren. Man spannt das Publikum allerdings gar nicht mal zu lange damit auf die Folter, die bekanntesten Songs (King of the Kill, Alison Hell) eher früh als erst gegen Ende zu verschießen und hinterlässt einen sympathischen und guten Eindruck.
Megadeth mussten bekanntlich absagen, weswegen TESTAMENT wieder dabei sind und als sonntäglicher Headliner das Festival beenden. Auch damit kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen, auch wenn das ultrapräzise Geratter von Drumgott Gene Hoglan den Rest der Band, beim etwas unausgewogenem Sound in den hinteren, oberen Rängen des Amphitheaters ein bisschen überschattet. Viele waren sich generell einig, dass TESTAMENT einen eher schlechten Tag hatten.
Nun ja...
Sieht man davon ab: Ja doch, war ein entspanntes Schwermetallwochenende, wie’s Spaß macht.
 




Donnerstag, 12. Juni 2014

Mule Skinner sind zurück!

Was wäre ich eigentlich ohne Internet? Als einer meiner Facebook-Freunde kommunizierte, gerade mal wieder MULE SKINNER's einzigen Longplayer „Abuse“ rausgekramt zu haben, dachte ich mir: „Coole Idee, muss ich auch mal machen.“
Als ich besagten Gedanken in die Tat umsetzte und verzückt diesem ewigen Geheimtipp derben 90er-Grindcores lauschte, schaute ich parallel auf die lastfm-Seite der Band. Dort wiederum verlinkte ein user eine Bandcamp-Seite, auf der MULE SKINNER im März diesen Jahres tatsächlich drei neue Songs veröffentlicht haben.
Sachen gibt’s?!


http://themuleskinner.bandcamp.com/album/crushing-breakdown-ep

Mittwoch, 11. Juni 2014

Neue Videoclips (Mastodon, Young And In The Way, Clipping)

Eine bunt gemischte Tüte: Bei den ehemaligen Prog-Sludgern, inzwischen eher Stadion-Metallern MASTODON dreht es sich u.a. um Larp, bei den Blackened Crusties von YOUNG IN THE WAY geht es blutig zu, und bei Sub Pop's Industrial-HipHop-Kiste CLIPPING.... nun ja, seht selbst, aber vielleicht besser nicht, wenn Euch dabei jemand über die Schulter guckt...

Mittwoch, 4. Juni 2014

Aktuelle Alben- bzw. EP-Highlights

CORROSION OF CONFORMITY - IX 
Um Euch zu verdeutlichen, wie schlimm es um meinen pathologischen Distinktionszwang tatsächlich bestellt ist, verrate ich Euch jetzt mal folgendes: Allein aufgrund der Tatsache, dass mir pseudo-audiophile Stadionrock-Freunde, Grunge-Nostalgiker, Radiomusikliebhaber und ähnliche Nixblicker immer wieder erzählen wollen, wie für sie eigentlich nur die CORROSION OF CONFORMITY der zugänglichen Pepper Keenan- „Deliverance“/ „Wiseblood“- 90er-Riffrock-Phase wirklich zählen, allein wegen solchen Pappnasen sind für mich nur noch die Old School Triobesetzungs-C.O.C. relevant, die 1985 den Hardcore-Punk-/ Thrash Metal-Crossover-Klassiker „Animosity“ einhämmerten, und seit 2010 wieder aktiv sind.
Was man jener aktuellen C.O.C.-Inkarnation ganz hoch anrechnen muss: „IX“ ist alles andere als ein generisches, berechenbares Altherrenmusik-Zeugnis, sondern verhältnismäßig originell und eigen. Klar, ein bisschen seltsam kann man das schon finden, wie die Band erst mal für zwei Songs durch schräge Psychedelic-Gefilde kriecht, bevor das Tempo dann auch mal gehörig angezogen wird, nur um von dort wieder in der nächsten, etwas schief tönenden Stoner-Passage zu münden. Die Sabbath-Einflüsse (bis hin zu offensichtlichen Zitaten) ihrer rockigen Phase sind nachträglich mit ihren Punk-Wurzeln verschmolzen. Diese C.O.C. haben wirklich einen ganz eigenen Flow, der energisch und spielfreudig immer wieder unerwartete Abzweigungen nimmt, und hart rockend wie benebelt-entspannt zugleich mit einem etwas eigensinnigen Jam-Charakter daherkommt. Manch einer wird es als zerfahren o.ä. empfinden. Ich wiederum finde ein Album, das mich eben nicht beim ersten Hören schon unterfordert, sowie trotz direkter Verneigung vor den Genre-Gottvätern einiges an Eigenidentität ausstrahlt, ja grundsätzlich sympathisch. Und je öfter ich es höre, desto besser gefällt es mir – von schneller Abnutzung keine Spur.  
Starkes Teil!
Kommt am 23.06., aber ich konnte (in völlig legalem Besitz eines Promo-Exemplars) nicht mehr für mich behalten, was für einen Spaß mir das Album macht.

GODFLESH - Decline and Fall EP
 
Vorm neuen Longplayer erst mal ‘ne EP. Braucht man das 2014? Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich schon. Die vier Songs von „Decline and Fall“ bieten keine großen Überraschungen, klingen ein bisschen wie schon mal gehört, orientieren sich eher am etwas schroff-naiveren Sound der Frühwerke als an den etwas glatteren Veröffentlichungen danach, versuchen dabei allerdings nicht unbedingt einen übermäßigen Aggressionslevel auszustrahlen, der bei den alten Herren nicht mehr ganz authentisch wäre, und gefallen mir als altem Fan durchaus ziemlich. Mal sehen, wie das im Herbst dann in Langspiellaufzeit so ausfällt…
Wer's direkt bei der Band bestellt, bekommt noch zwei Dub-Remixe als Bonus-Tracks oben drauf: http://godflesh1.bandcamp.com/releases

TOMBS – Savage Gold
 
Mein lieber Scholli! Auch wenn ich schon die ersten beiden regulären TOMBS-Alben via Relapse bekanntlich ganz gut fand und zeitweise viel gehört habe, hätte ich ja nicht gedacht, dass die Band ein paar derartige Schüppen draufpackt. Mittlerweile um einen zweiten Gitarristen zum Quartett aufgestockt zeigt sich die Band auf „Golden Hour“ härter und facettenreicher denn je. Die Musik hat noch mal eine ganz dicke Portion an Death/ Black Metal-Elementen zugenommen, während Mike Hill’s Vocals - früher ein semi-energisches Rufen in die Nebelwand - mitunter regelrecht inbrünstig klingen. Außerdem ist das komplette Gesamtpaket wie gesagt noch etwas abwechslungsreicher und „spielerischer“ geworden. Die Drums z.B. zimmerten in der Vergangenheit nicht derart rasant und tight ternäre Blastbeat-Eruptionen raus wie hier, und auch die Gitarrenarbeit hat ein gewisses Maß an Melodie dazugewonnen.
Sehr gutes Album, das an üblich verdächtigen Stellen in Blogosphäre und Fachpresse gerade völlig zurecht einen gewissen Hype erfährt.  
Bandcamp: http://tombsbklyn.bandcamp.com/album/savage-gold

House of Fire

ALICE COOPER
02.06.2014
Westfalenhalle Dortmund

Interessantes Kontraprogramm in den letzten Tagen mal wieder. Mit Ambient und Drone ins lange Wochenende rein, über Death’n’Grind aus jenem wieder raus, und zum nächsten Wochenbeginn ein Hardrock-Klassiker… 

ALICE COOPER ist jedenfalls ein Name, der mich seit meinem früh entfachten Interesse an harter Musik von Anfang an begleitet hat. Als ich anfing, Rock und Metal zu hören, waren die Klassiker wie „School’s Out“, „Billion Dollar Babies”, „Welcome To My Nightmare“ und Live-Alben/ -VHS-Videos aus der Zeit eigentlich sofort Thema gewesen, genauso wie die etwas metallischeren 80er-Platten. Mit „Trash“ kam dann ein Album voller Hits, an denen man nicht vorbeikam, und als „Hey Stoopid“ rauskram, habe ich mir die CD direkt gekauft und mich an der auf MTV dauerrotierenden Videosingle zum Titeltrack erfreut. Bei „Wayne’s World“ war ich sogar im Kino. Als der Coop bei „Brutal Planet“ dann später eine Annäherung an moderne Sounds wagte, war ich dem Ganzen eher zu- als abgeneigt gewesen, als „The Eyes Of Alice Cooper“ back to the roots ging und Garagenrock bot, fand ich auch das Album ganz gut (ferner interviewte ich den Altmeister zu der Zeit gar für eine Fachgazette), und als sich „Along came a Spider“ dann wieder am klassisch-kommerzielleren Spätachtziger/ Frühneunziger-Hardrocksound orientierte, habe ich mir auch das wieder gerne angehört.
Selbst in Phasen, in denen die Schwerpunkte meines musikalischen Interesses ganz woanders lagen, z.B. vorwiegend in extrem-metallischen oder betont zeitgemäß-alternativen Gefilden, war für ALICE COOPER irgendwie immer ein Platz gewesen.        
So auch an diesem Abend.

Was die Vorband FYRE! betrifft, hätte ich jetzt mal fünf gerade sein lassen, hätte diese nicht den Fehler gemacht, in der Mitte des knappen Sets mit „Stairway to Heaven“ um die Ecke zu kommen (und das auch noch von Pianogeklimper statt Gitarrengezupfe eingeleitet). Ja ne, lasst mal…

Der Coop und seine ultraposige Begleitband haben allerdings zu vollster Zufriedenheit abgeliefert. Die Show war etwas abgespeckter und familienfreundlicher als sonst schon mal (es gab allerdings die Guillotine), und in der erwarteten Best of-Songauswahl überraschte höchstens die etwas rockigere Version von „He’s back (The Man Behind The Mask)“ ein wenig. Weitere Highlights waren für mich persönlich „The Ballad of Dwight Fry“, „Welcome To My Nightmare“ und „Department Of Youth“ – also zugegeben schon eher 70er-Material.
Dann gab es noch einen Cover-Endspurt, der den verstorbenen Kollegen Morrison (Break on Through to the other side), Lennon (Revolution), Hendrix (Foxy Lady) und Moon (My Generation) gewidmet war.
Beim, nach der unvermeidlichen Schmonzette “Poison” das Konzert abschließenden “School’s Out” wurde außerdem mal kurz sehr gelungen eine Passage aus „Another Brick in the Wall“ eingebaut. Cool!
90 Minuten Rock’n’Roll-Entertainment von einem Mann, der bereits 66 Jahre alt ist.
Hat sich gelohnt!

Dienstag, 3. Juni 2014

The Great Sabatini

Folgendes ist Tango: Der Drummer von THE GREAT SABATINI spielt auch bei der Duoformation Greber, dessen Basser und Gröler wiederum außerdem bei Fuck The Facts mitmacht.
TGS haben gerade ein neues Album namens „Dog Years“ via Bandcamp draußen, und auch wenn mein aktueller Musik-Köcher gerade mal wieder so voll ist, dass ich selbst noch nicht wirklich ausführlicher reingehört habe (und es vermutlich erst kommende Woche oder so tun werde), ist es mir nicht zuletzt auch als Notiz an mich selbst schon mal einen Hinweis wert:
http://thegreatsabatini.bandcamp.com/album/dog-years


Einen Videoclip gibt's auch:
 

Neue Videoclips

gibt es auch von Primitive Man


 

und außerdem noch von Vista Chino



Ich wusste ja noch gar nicht, dass beim Kyuss-Reunion-Ableger neuerdings Mike Dean Bass spielt?! Zu dessen anderer Band in Kürze...

JaKa und so

SA 31.05.2014
„Grind the Mine“
Essen, Zeche Carl

Irgendwie Ehrensache, sich mal in die Zeche Carl aufzumachen, wenn JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE reuniert aufspielen.
Was JaKa betrifft, muss man ihnen einfach lassen, wie gewohnt viel richtig zu machen. So kostet am Merch-Stand jede/s Platte, CD oder Bekleidungsstück nur zehn Euro, Frontkeifer Bony begrüßt die Meute mit den Worten „Wir sind zurück um abzukassieren!“ und an der Performance gibt es nicht viel zu meckern. Warum die Band mit nur noch einem Gitarristen auftritt, während Gründungsmitglied Klaus und der ebenfalls in der Auflösungsbesetzung dabei gewesene Rene im Publikum stehen, habe ich vergessen zu fragen. Trotz aller Skepsis was solche Auflösungs- und Reunion-Geschichten mit Tamtam darum angeht muss man schon sagen: Schön, dass sie wieder da sind, und ein bisschen Farbe und eigene Duftnoten in eine Stillandschaft bringen, dessen generische Gleichförmigkeit und Auswüchse in völlig übertriebene Richtungen an anderer Stelle mich ansonsten arg langweilen bis nerven. Welcome back!
Apropos langweilen bis nerven: Wer bei diesem Event unter dem Titel „Grind the Mine“ ebenfalls mal wieder aufspielte, waren die glorreichen EXCREMENTORY GRINDFUCKERS. Mei-ne Fres-se. Der Sänger trägt einen Leopardenmuster-Anzug und neben ihm springt ein Keyboarder betont heiter rum. Man covert „Wie eine Fata Morgana“ und die betrunkene Metalfan-Meute, die sich da ansonsten den ganzen Tag lang nur das derbste Gerülpse reinzieht, tobt voller Wonne.  
Irgendwie will es mir absolut nicht reingehen wie sich aus so einer Nummer, die maximal ein okayer OneOff-Partygag ist, eine Bierzelt-Spaßkapelle für Extrem-Metal-Events etabliert, auf die Leute tatsächlich Bock haben. Dass diese Schlagernummer mit Gitarren und Blastbeats daherkommt täuscht nicht darüber hinweg, dass so eine Karnevals-Albernheit eigentlich allem widerspricht, an das ich glaube. Das ist einfach nicht lustig und hat rein gar nichts mit meinem Verständnis von Humor oder harter Musik zu tun. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur schon zu alt und verbittert und raffe das daher alles halt nicht mehr…

Montag, 2. Juni 2014

Denovali-N

Konzertrückblick und kommende Konserven…
Das kann man jetzt mal prima in einem Post mit abhaken:
Am vergangenen Mittwoch, 29.05., dem Abend vorm Feiertag, stieg im Dortmunder Schlegels ein Denovali-Abend.
Im Keller der Kneipe unweit der Innenstadt standen ein paar Stühle und Sessel vor Bergen von Gerätschaften.
Während ein Schotte zu allen drei Acts von seinem Macbook Visuals an die Wand strahlte, eröffnete PETRELS den Abend. Es war interessant, dem Typen dabei zuzugucken, wie er an Mischpult-Reglern dreht und einen dabei auf eine Klangreise mitnahm, die als Höhepunkt sogar Chor-Vocals mit einwob.
Vom Gerätberg links vom Publikum aus machte rechts daneben danach TALVIHORROS weiter. Dessen Sound war ein Ticken technoider, aber nicht minder atmosphärisch.
Dichte Atmosphäre gab es bei N dann auch, allerdings mit einem anderen Bild: Ein Mann mit Gitarre und Effektboard zwischen zwei Amps. Was mir an dieser N-Performance sehr gefiel war, dass die Reise nicht nur durch Raumflug-Drones führte, sondern ein paar konventionellere Gitarrenspiel-Momente beinhaltete, durch welche die musikalische Dimension eine gleich viel größere wurde.
Wie immer ziemlich unterhaltsam, sofern man etwas für Musik mit Freiformflächen-Charakter übrig hat...


Und wo wir bei dem Thema sind, veröffentlicht Denovali am 27. Juni 2014 gleich zwei neue N-Alben.
Das neuste Solowerk „Oie Kirr“ (N(31)) beinhaltet einen 45minütigen Track im typischen Stil, der ziemlich gut gefällt. Betonte Schallplattenfreunde müssen ihn beim Umdrehen allerdings unterbrechen.
Unter dem Titel „The Belt“ (N(27)) erscheint außerdem das zweite N + TZESNE –Kooperationsalbum nach dem 2011er „Carrissals“. Der baskische Soundkünstler Txesus Garate alias TZESNE erweitert die Klangpalette um postindustrielle Ambient/Noise-Sounds. Freunde von Musik in der Bandbreite zwischen Tim Hecker und Prurient sollten hier mal ein, zwei Ohren riskieren.
Beide Alben erscheinen auf Vinyl in einer Auflage von 100 Stück und natürlich digital.
(Es ist zwar noch dreieinhalb Wochen hin, aber da die Promo-Exemplare den offiziellen Weg zu mir fanden, war es mir in Zusammenhang mit dem kürzlich vergangenen Konzert des besagten Protagonisten bereits einen Hinweis wert.)

Sonntag, 1. Juni 2014

Aktuelle Alben (Mai/Juni)

Hier mal wieder ein, in Kürze noch 1-2 mal erweiterter Rundumschlag zu aktuellen Veröffentlichungen von „habe ich mal reingehört“ bis „finde ich geil und läuft die ganze Zeit“…

CROWBAR – Symmetry In Black

Man mag argumentieren, dass Kirk Windstein und seine austauschbaren Mitstreiter ihre Meilensteine und Großtaten bereits in der Prähistorie abgeliefert haben - dass die „sympathische Schildkröte“ (L.L.) bei Down ausgestiegen ist, um seine ganze Aufmerksamkeit wieder CROWBAR zu widmen, hat sich allerdings scheinbar gelohnt. „Symmetry In Black“ ist nämlich ein durch und durch kurzweiliges, abwechslungsreiches Album mit all den Elementen, die ich an CROWBAR schätze. Die derben Brecher-Riffs genauso wie die melodischen Ansätze.
Macht Spaß!
Etwas schade bis ziemlich bedenklich ist leidglich, dass die Band beim Onkels-Reunion-Tamtam aufspielt und man deswegen demnächst wohl nicht mehr auf CROWBAR-Konzerte gehen kann. Freunde von Pro-Pain* oder D.A.D. wissen vielleicht, wovon ich rede… 
[Nachtrag: Auch der MDF-Zwischenfall ist irgendwie etwas...äh...]


JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE – Welt ohne Werbung
Für die einen überschätzt und von den anderen unverstanden, mit einem der beiden Gründungsmitglieder weniger in der Regularmannschaft, der hier neben weiteren Ex-Mitgliedern trotzdem noch mal ein bisschen mitgewirkt hat, zeigen sich JaKa uneinsichtig gegenüber ihrem eigenen Wissen, dass es eigentlich auch schon mal gut gewesen war.
Obwohl ich damals eigentlich einen ausführlichen Nachruf bloggen wollte, habe ich es anscheinend dann doch nicht getan. Gut, dass ich mir die Mühe gespart habe, was?
Keine Ahnung, warum die Spex jetzt bei diesem Album völlig freidreht und die reunierte Band anno 2014 als die Heilsbringer des stagnierenden Death Metals hochstilisieren will, denn so schlimm ist es 1.) auch nicht (schließlich gibt es trotz zugegeben weitgehend vorherrschender Abenteuerunlust in diesem großen Genrefeld immerhin dennoch ein paar eigensinnigere bis unorthodoxe Bands wie Cephalic Carnage, Morbus Chrom, Castevet, Geryon oder – s.u. - Owl) und 2.) muss man auch mal ganz deutlich einsehen – trotz aller persönlichen wie künstlerischen Wertschätzung von meiner Seite aus – dass auch JaKa nur mit Wasser kochen. Der, ich nenne es jetzt mal „Punkprog-Deathgrind“ der Band setzt durchaus ziemlich konventionelle Versatzstücke zusammen. JaKa’s Kunst besteht allerdings eben darin, diese im Rahmen ihrer Querdenker-Arrangements anders als die meisten anderen zusammen zu setzen und noch das eine oder andere eher unübliche dazwischen zu packen. So ein bisschen wie die Melvins. Die machen oft eigentlich auch „nur“ Rockmusik, aber das eben so, wie nur sie diese machen, und wenn einem nebenbei dann auch noch danach ist, dem Hörer aus einer Laune heraus mal was völlig querschießendes reinzudrehen, macht man das eben auch einfach mal.
Mein Favorit diesbezüglich: Der Rap-Djent von "Anderen Zugucken". Sowas machen und dürfen eben nur JaKa irgendwie.
Lange Rede, kuzrer Sinn. JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE sind halt ein Original und „Welt ohne Werbung“ mag nicht ihr interessantestes oder aufregendstes Album sein, aber es ist bestimmt auch nicht ihr schlechtestes und somit ein gutes, gewohnt eigenwilliges, gewohnt gefallendes.
Label: Unundeux.de


THE CUTTHROATS 9 – Dissent 
13 Jahre nach der letzten EP, ferner nach den letzten beiden, sehr guten Unsane-Alben, und dazwischen auch noch einem weiteren Bandprojekt namens Celan, kam Chris Spencer aus irgendeinem Grunde nun auch noch auf den Dreh, mal wieder THE CUTTHROATS 9 aus der Mottenkiste zu holen, unter diesem Namen ein neues Album zu machen, und auch live zu spielen.
Der Unterschied zu Unsane ist, wenn man mal ganz ehrlich ist marginal, doch die insgesamt flotten Brecher mit geilen Slidegitarren-Einlagen, und dann auch mal getragenen Hymnenmomenten  machen ziemlichen Spaß.
Kommt mir bei meiner allgemeinen Noiserock-Begeisterung der letzten Zeit ziemlich entgegen, dass neben einigen guten jüngeren Bands (z.B. Whores.) auch das altehrwürdige Unsane-Umfeld immer wieder mal was cooles abwirft (siehe auch Pigs).
Die Produktion von „Dissent“ ist irgendwie nicht so ganz optimal, aber das soll uns bei diesen sehr gutklassigen sieben Songs nicht stören!
Bandcamp: http://lambunlimited.bandcamp.com/album/dissent


OWL – Into The Absolute
Der Überraschungseffekt, der das letzte OWL-Album mit in meine Jahresfavoriten 2013 katapultierte, ist auf der neuen EP „Into The Absolute“ einen Hauch verflogen. Ganz so wie beim vorangegangenen Album habe ich irgendwie nicht das Gefühl, etwas großes und bedeutsames zu hören. Mag damit zusammenhängen, dass die vier Tracks dieser Veröffentlichung (von denen einer dann auch noch sowas wie ein Ambient-Zwischenstück ist) wesentlich kompakter ausgefallen sind. In die knappe Kürze packt Bandkopf Kolf allerdings eine Menge Ideen, die das OWL-Material abermals gleichermaßen brutal, heavy, komplex, atmosphärisch und episch tönen lassen. Interessant auch, dass die ganze Sache nicht nur zu bleierner Schwere in Gorguts-/ Morbid Angel-Manier neigt, sondern zwei Nummern hin und wieder Strapping Young Lad-artige Töne anschlagen (kein Scheiß!). So oder so: Interessant und gut!
Zeitgeister: http://www.zeitgeistermusic.com
Bandcamp: https://zeitgeister.bandcamp.com/album/into-the-absolute


VLADIMIR HARKONEN – Into Dreadnought Fever
Irgendwo auf diesen Blogseiten hatte ich schon mal erwähnt, dass das Bonehouse-Album „Steamroller“ mal zum genau richtigen Zeitpunkt in mein Leben trat. Unvergessen ist außerdem ihr mitreißender Auftritt im inzwischen abgebrannten Bochumer Zwischenfall vor tausend Jahren, zusammen mit Smoke Blow, die sich damals zu „777 Bloodrock“-Zeiten in ihrer wildesten, legendärsten Phase befanden. (Ohne diesen Abend wäre ich heute vielleicht ganz woanders, ohne Scheiß jetzt…)
Zwei der ehemaligen Bonehouse-Mitglieder, darunter auch Frontmann „Wolter“, mischen inzwischen in einer neuen Band namens VLADIMIR HARKONEN mit. Jene klingt ein bisschen wie Bonehouse mit etwas weniger Entombed und dafür ein bisschen mehr Punk im Blut. Etwas seltsam ist die Mixtur aus rockigem Bollercrust mit Wolter's Gegröle auf der einen (und ich find's geil, seine Stimme endlich mal wieder zu hören!), und "Wooohooohoo"-Hintergrundgejohle auf der anderen Seite auf den ersten Hinhörer ja schon, aber ich find's eigentlich ganz spaßig.
Und geiles Cover übrigens!
Bandcamp:http://vladimirharkonnen.bandcamp.com
 

Kurz notiert:

Bei 7 Degrees Records gibt’s gerade eine neue Grind-Split der coolen WAKE und der ebenfalls nicht zu verachtenden THEORIES: http://7degreesrecords.bandcamp.com/album/7dr023-wake-theories-split-7

Wenn die New Yorker BLACK ANVIL Black Metal machen, schielen sie dabei mehr in Richtung teutonischer Thrash-Originaleinflüsse und schwedischer Show-Giganten, als mit irgendeiner aus Postrock, Screamocore und Pseudo-Dearkthrone-Riffing zusammenkonstruierten Langweiligkeit zu nerven. Also ist das hier eher Echtmetall mit Patronengurt. Kann man als solchen so nehmen!
Bandcamp: http://blackanvil.bandcamp.com/album/...

DARK COUNTRY’s selbstbetiteltes Album auf Gunner Records ist was für die Leute, die den etwas traditioneller geprägten Speed-Hardrock/ Heavy Metal mit etwas punkigem Charakter, Stoner-Aura und Party-Faktor (Barn Burner, Priestess und co.), vielleicht auch Maiden zu Di‘Anno-Zeiten oder die erste Thrice mögen.
Bandcamp: http://darkcountry.bandcamp.com


Wer’s mit brutalem Old School Death Metal hat, der sich nicht einfach nur in irgendeinem nach Schweden schielenden Sound-Revival ergeht, sondern mit eigener Note eher an amerikanischen Originalen (z.B. frühe Morbid Angel) orientiert, der ist auch bei der neuen DEAD CONGREGATION mal wieder an der richtigen Adresse.
Bandcamp: http://deadcongregation.bandcamp.com
 

Auf der neuen LORD MANTIS gibt es ein bisschen von allem: Ein irgendwie cooles, aber auch albernes Cover, atmosphärischen Doom und schleppenden Sludge, Black Metal-Blastbeats und -Gekeife, sowie sogar godfleshige Industrial-Vibes. So wirklich originell ist auch was anderes, aber ich find's in seinen, meinen Nerv treffenden Grundzügen ganz unterhaltsam.
Bandcamp: http://profoundlorerecords.bandcamp.com/album/...
 

Hinter SERPENTINE PATH verbergen sich u.a. (Ex-)Mitglieder von Electric Wizard, Unearthly Trance und Ramesses, die dem Doom-Death Metal mit einer Brise Sludge frönen. Geht voll okay, ich persönlich bin aber gerade mal wieder von sowas ein bisschen zu übersättigt, um noch eine weitere Band aus der Ecke in meine Rotation zu nehmen...
Cooles Cover allerdings!
Bandcamp: http://serpentinepath.bandcamp.com/album/emanations

Das SHATTERED HOPE-Zweitwerk „Waters of Lethe” zeigt bei seiner Mischung aus Funeral Doom und deathmetallischen Anwandlungen ein paar gute Ansätze, ist aber selbst mir als tendenziellem Freund doomiger Epen mit seinen fast 80 Minuten ein bisschen zu langatmig und nach hintenraus zu beliebig ausgefallen.
Bandcamp: http://shatteredhope.bandcamp.com/album/waters-of-lethe

TWEAK BIRD haben auch gerade frisch ein neues Album am Start! Wer’s eher ein bisschen popig mag, das im Idealfall aber doch mit einer dreckig drückenden Gitarrenbreitwand, der ist bei dieser psychedelisch rockenden Duoformation mit Melvins-Segen genau richtig!
Bandcamp: http://tweakbird.bandcamp.com/releases


*In dem Zusammenhang erwähnenswert, denn ich hatte es im Rahmen des entsprechenden Abends zu erwähnen vergessen: Fast prophetisch lief beim letzten von mir besuchtem Crowbar-Konzert in der Umbaupause ein jüngerer Pro-Pain-Song. Intelligenzler-Musik war deren schon vor langer Zeit in die Jahre gekommener Groovemetal-Prollcore ja zugegeben noch nie. Gewisse Sympathien hatte ich für Gary Meskil und seine Truppe trotzdem irgendwie noch lange gehegt, weil sie musikalisch in aller stumpfen Simplizität eine Menge richtig zu machen wussten. Wie sich die Band allerdings inzwischen mit einer völlig blutleeren Nummer, die sich als Songkonzept um „Zugabe! Zugabe!“-Rufe als Refrain aufbaut, bei der angedeuteten Klientel regelrecht anbiedert, ist ja doch schon irgendwie so ein bisschen ekelhaft.

Orgullo Primitivo!

Orgullo Primitivo live in Arlington last night at Cd Warehouse. Footage by Larry Kerr of Steel Hook Prosthesis. This song is called "Brain Devours Body".