Mittwoch, 31. Dezember 2014

Der Rhythmus wo man mit muss

Mein persönlicher Lieblingssong des Jahres, let's dance:
http://bulbul.bandcamp.com/track/kanzla-2

Sonntag, 28. Dezember 2014

Alter Vatter

Das hier...


...ist echt das allerschlimmste, das ich seit langem gehört und gesehen habe.
Menschen, die so eine Vollkacke im Quadrat fabrizieren haben generell nichts, aber auch gar nichts kapiert. Wegen Bands/ Personen wie diesen schäme ich mich dafür, was mit Metal am Hut zu haben.

Pelican - Deny the Absolute (Videoclip)

2014er Weihnachtsferien-Resterampe

Bei Erscheinen ignorierte Veröffentlichungen, die es nun doch noch mit in die Jahresendspurt-Playlist geschafft haben oder zumindest mal testgehört wurden (to be continued):

EARTH - Primitive And Deadly
Ich bin ja echt nicht der allergrößte EARTH-Follower, habe dann jetzt aber doch mal 1-2 Ohren beim aktuellen Album riskiert. Jenes gefällt mir vor allem deswegen ganz gut, weil es im Gegensatz zum signifikanten und in meinem Umfeld seinerzeit allgegenwärtigen Minimalismus-Geplänkel von „The Bees Made Honey in the Lion's Skull” ja doch wieder ein bisschen mehr in Richtung Doom neigt, partiell sogar mit Vocals (einer der Gaststars: Mark Lanegan!) daherkommt. Diese wohlig-warme Atmosphäre ist allerdings tatsächlich das i-Tüpfelchjen von EARTH, das man von anderen Bands so nicht kennt. Gefällt!

Bandcamp: earthsl.bandcamp.com/album/primitive-and-deadly

IN MORPHEUS' ARMS - Invisible Scope
Zugegeben, aufgrund seiner Frauenstimme mit in Richtung Jahrtausendwenden-Goth (Gathering, Lacuna Coil) schielender Progrock/ -Metal ist eigentlich nicht sooo mein Ding. Ich möchte jedoch trotzdem zur Kenntnis geben es sehr schade zu finden, dass sich die niederrheinischen IN MORPHEUS' ARMS mit Release dieses sehr starken Albums auflösen. Denn das Teil ist echt gut und hätte wirklich das Potenzial gehabt, ein größeres Publikum zu erreichen. Wirklich groß qualitativ entfernt von etwa aktuellen Opeth ist man damit nämlich nicht, ganz im Gegenteil.
Bandcamp: inmorpheusarms.bandcamp.com/album/invisible-scope


MOE - 3
„Noisy punk influenced rock from Norway. Not to be confused with Metal.“  lautet die Selbsteinschätzung von MOE, einem Trio mit gleichnamiger Bassistin und Krächzerin. Ich persönlich bin mir auch nach mehreren Durchläufen immer noch nicht sicher, ob ich diesen primitiv-räudigen Noiserock mit mittelschweren Sludge-/ Drone-/ Doom-Tendenzen interessant finde oder eher doch nicht so brauche. Sagt vielleicht auch was darüber aus.
Soundcloud: soundcloud.com/moepage


OPIUM WARLORDS– Taste My Sword Of Understanding
Dass ich zuletzt einen mittelschweren bis ganz schlimmen, immer wieder mal flashbackenden Reverend Bizarre Dauerrotations-Trip hatte (wenn irgendjemand an einer Lobhudelei zu dieser Band interessiert sein sollte, so möge er oder sie es in den Kommentaren äußern, und ich setzte die Tage vielleicht tatsächlich mal zu einem entsprechenden Blogpost an, bzw. wer etwas gegen diese Verbindung einzuwenden hat möchte nun sprechen oder für immer schweigen), brachte mich dazu u.a. auch endlich mal OPIUM WARLORDS zu checken, das Soloprojekt des bizarren Reverend Sami Hynninen alias Ancient Fisherman alias Sir Albert Witchfinder.
„Taste My Sword Of Understanding“ ist das zweite Album seines OPIUM WARLORDS-Warlords-Projekts für Svart Records, welches einen interessanten Mittelweg aus Drone-Ansätzen und dem Doom Metal
wagt, den man vom Reverend und dem „Übergangsprojekt“ The Purtian gewohnt war.
Ich finds gut!
Label-Bandcamp: svartrecords.bandcamp.com/album/taste-my-sword-of-understanding
Auch das Vorgängerwerk mit dem Wahnsinnstitel „We Meditate Under The Pussy In The Sky“ findet man im Übrigen beim Bandcamp von Svart: svartrecords.bandcamp.com/album/we-meditate...
Außerdem das letztjährige Folk-Soloalbum seines ehemaligen RevBiz- und nach wie vor Orne-Bandkollegen Kimi Kärki, wo wir schon mal dabei sind: svartrecords.bandcamp.com/album/the-bone-of-my-bones


WRECK AND REFERENCE – Want
Fast wäre mir durchgegangen, dass es auch was neues von WRECK AND REFERENCE gibt, jener stilistisch gar nicht mal so leicht einzutütenden Truppe, die irgendwo zwischen Noiserok,  Drone, Postpunk, experimentellem Metal, und was einem sonst noch so dazu einfallen mag, etwas sehr eigenwilliges macht. Interessant an W&R sind die Kontraste: Auf infernalisch harsches Getöse mit verzweifeltem Geschrei folgt eine getragene Nummer mit Klavier-Einsatz, während man auch Ansätze von Ambient und Jazz ausmachen kann.
Nach wie vor eine der im positiven Sinne seltsamsten Bands derzeit.
Bandcamp: wreckandreference.bandcamp.com/album/want

Slughog

  „Unterschätzte Schätzchen wieder rausgekramt“: 
Über SLUGHOG weiß ich ehrlich gesagt nicht viel mehr außer dass Basser/ Sänger Andrew Schneider dieser Tage nicht nur als Produzent, sondern außerdem mit den supergrandiosen Pigs aktiv ist, deren Rest sich aus dem Dunstkreis der Noiserock-Götter Unsane rekrutiert.
Mit SLUGHOG veröffentlichte der Gute neben ein paar Kleinformaten 1995 das Album „Grit! und 1998 das zweite und letzte namens „Ungodly Amounts Of Meat“.
Warum diese beiden Teile eine wenig beachtete Fußnote im Noiserock-Bereich blieben ist mir ein absolutes Rätsel, denn SLUGHOG konnten alles.

Da wo Unsane oder die Cutthroats 9 zwar schon Andeutungen chaotischen Hardcores zeigten, dabei aber meist doch in geordneten Bahnen blieben (siehe auch Helmet), da erlaubten es sich SLUGHOG immer wieder mal völlig frei zu drehen.
Während das erste Album dabei zwar schon etwas verspielt daherkommt, aber dennoch  weitgehend direkt auf die Fresse geht, groovet das zweite passagenweise auch schon mal verquer um die Ecke.
Gerade „Grit!“ ist dabei aus dieser Richtung wohl eines meiner absoluten Lieblingsalben, während ich es verwunderlich und schade finde, dass bei all dem immer wieder mal als sagenumwoben hervorgehobenen AmRep-Kram etc. niemand was über die Größe SLUGHOGs wissen möchte.
Wenn Euch eine der CDs (nein, auf Vinyl gabs das nie) jedenfalls mal zufällig in einer Kramkiste unterkommen sollte – sofort mitnehmen, die Dinger sind rar (Marketplace fährt mal wieder völlig verträumte Phantasiepreise auf). Und – noch viel wichtiger – saugeiler Lärm.
(Bilder: Von Discogs geklaut) 


 

Dienstag, 23. Dezember 2014

Fohes Fest!

And that was 2014. Zumindest so gut wie, 'ne Woche hamwa noch.
Leute, seht es mir nach, wenn ich hier dieses Jahr keinen ausführlichen Jahresrückblick mit irgendwelchen Listen mache, denn momentan fehlt mir dazu ein bisschen die Lust und Energie. 2014 haben mich die alltäglichen Querelen plus 1-2 nicht ganz alltägliche Zwischenfälle auf dem Endspurt eines ereignisreichen Jahres dann doch noch etwas sehr erschöpft, ja, zeitweise irgendwie auch ein bisschen frustriert. Ein erhöhtes Stressaufkommen beim Dayjob, nebenbei ein bisschen freie Autorenschaft für ein Printmagazin (die meinem Alltag gelegentlich zusätzliche Deadlines auferlegt), plus zwei Bands, mit denen ich regelmäßig probe, das war wohl doch etwas viel auf ein mal dieses Jahr. Fürs kommende bin ich mir jedenfalls nicht sicher, ob ich den Blog hier wie bisher weiterführen kann und werde, sollte '15 so weitergehen wie '14. Zumindest irgendeine Art von weiterer Konzeptverschiebung und steigender Unregelmäßigkeit wird hier wohl stattfinden, denn in letzter Zeit komme ich mit dem gewohnten bloggen einfach nicht mehr so nach, wie ich gerne würde...
Whatever. Ich wünsch den drei, vier Lesern hier möglichst entspannte Feiertage und das alles.
Und wenn ich irgendwann zeitnah ausgeruht genug sein sollte, gönne ich Euch vielleicht noch einen Post darüber, warum Slughog eine der sträflich unterbeachtetsten Noiserock-Bands der 90er sind.



Montag, 22. Dezember 2014

Konzertbesuchsendspurt 2014

Der Vollständigkeit halber:
Vorletzte Woche war ich bei AT THE GATES, TRIPTYKON und MORBUS CHRON gewesen.
Eigentlich sogar zwei mal, denn beim EINDHOVEN METAL MEETING spielten alle drei noch mal. Triptykon gar einen Song (Circle of the Tyrants) mit At The Gates' Tompa.
Außerdem URFAUST, bei denen mir dann erstmals so wirklich auffiel, dass den meisten Songs der gleiche Bums-zwei-drei-Disch-zwei-drei-Beat unterliegt. Naja.

Letzte Woche dann INTER ARMA und MANTAR in dieser Unstadt Köln, noch dazu im ausverkauften Sonic Ballroom
INTER ARMA waren wieder mal etwas seltsam und trotzdem super zugleich. Vor allem wieder mal der Drummer, der ein ShowOff hoch zwölf ist, aber eben auch was drauf hat.
MANTAR strahlen ebenfalls so eine seltsame Mischung aus geiler Mayhem (Songs wie 'Astral Kannibal' sind einfach geil, das gibbet nix) und nerviger Spackigkeit aus, das ist schon irgendwie etwas schizophren.

 
Den Samstag drauf spielte ich selbst ein Privatkonzert mit beiden Bands, in denen ich mitmache. War anstrengend.
Gestern gings zu MESHUGGAH, die beeindruckend mächtig waren, vor allem beim guten Sound der FZW-Halle. CAR BOMB gefielen mir sogar ganz gut, ohwohl ich es mit „Centralia” bei Erscheinen damals eikgentlich nicht so hatte. Die erste Band ging so.
Haken dran.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Vaz...

...die grandiosen Noiserocker, die aus Hammerhead hervorgingen, haben übrigens auf Bandcamp noch mal nachgeladen. Mit dem 2006er Mini-Album "Pink Confetti", das gerade online ging, müsste dort inzwischen jedes reguläre Album der Wahl-New Yorker hörbar sein:
http://vazmusic.bandcamp.com/

Dienstag, 9. Dezember 2014

20 Jahre „Human = Garbage“, Dystopia für lau!

1994 veröffentlichten DYSTOPIA ihr Debüt-Album „Human = Garbage“ ursprünglich als Schallplatte mit fünf Songs. Spätere CD-Versionen hatten 12 Tracks, darunter auch das grandiose „Sleep“ (von einer Split-Single mit Grief).
DYSTOPIA, deren Mitglieder man auch aus anderen Bands kannte und kennt (Asunder, Ghoul, Mindrot, Noothgrush, Phobia, …) kamen mit ihrem eigenwilligen und krassen Lärm irgendwo zwischen Crustcore und Sludge-Metal bei Punks wie Extremmetallfreunden genauso gut an und haben bis heute eine gewisse Sonderstellung.


Bei Tank Crimes kann man besagtes Album zum Jubiläum gerade umsonst (bzw. name your price) herunterladen, und ich rate jedem Freund gepflegten Geballers, der diesen Meilenstein noch nicht kennen sollte, das zu tun!
Bandcamp:  http://downloads.tankcrimes.com/album/human-garbage

Morgoth…

Wieder ein mal habe ich derzeit nicht wirklich die Zeit und Energie so ausführlich zu bloggen, wie ich eigentlich würde (schenkt mir mehr Tagesstunden zur freien Verfügung!), aber zum aktuellen Umstand „Morgoth haben sich von Frontmann Marc Grewe getrennt, stattdessen ist jetzt Disbelief’s Jägger am Mikro“ möchte ich dennoch mal eben folgende Punkte festgestellt haben:

1,)  Okay, Karsten Jäger alias Jagger ist stilistisch und stimmlich an „greifbaren“ Typen, die man immerhin schon aus einer anderen Band kennt, tatsächlich die erschreckend logisch auf der Hand liegende Wahl. Kann man zur Situation durchaus mal so stehen lassen. Aber: U.a. gerade auch wegen der Stimme wurden Disbelief schon in der Vergangenheit immer wieder mit Morgoth verglichen, weswegen die ganze Nummer ja schon irgendwie was on Ripper Owens in Kreisligadimensionen hat…

2.) ändert das außerdem nichts daran, dass Disbelief, wie ich hier schon 1-2 mal festgestellt habe, leider (
leider!) schon so lange so weit übern Zenit sind, dass ich dazu fast schon zynisch den „Wer?“-Kalauer auspacken möchte, was diesen Personalwechsel ein ganzes Stück unspektakulärer macht, als man ihn vielleicht aufgebauscht zu kriegen hofft.

3.) Wenn die verbliebenen beiden Sauerländer Kartoffeln wie sie im Buche stehen Originalmitglieder meinen, sie würden ohne ihr eigentliches Aushängeschild als „prolific“ genug wahrgenommen werden, dass diese Aktion Sinn macht, leiden sie aber echt mal unter ziemlicher Selbstüberschätzung. Das ist jetzt nur noch ein Trademark mit anderem Sänger, den man eigentlich von woanders kennt.

Es gibt jetzt also wirklich nach dem letzten von '96 (!) bald ein neues Album unter gewohnten Bandnamen, aber ziemlich spontan mit besagtem Neufrontmann? Dazu dann auch noch eine weitere Rutsche Festivaltour als Quasi-Coverband mit ein paar neuen Songs?
Sorry Leute, aber das ist, gerade auch auf diesem Level, jetzt alles wirklich schon ein bisschen grotesk. Man mag das auf Seiten von Band, Management und Plattenfirma aus der Not zur Tugend vermutlich anders sehen wollen, aber ich möchte die Notwendigkeit dieses Unterfangens hier doch jetzt mal stark anzweifeln
.

Freitag, 5. Dezember 2014

Ja huch: Ein neues JUCIFER-Album...

...ist wie aus heiterem Himmel gerade eben via Bandcamp rausgehauen worden!
Auch die entsprechenden (Preorder-)Links zur LP-, CD- und Tape-Version findet man eben dort:

jucifer-official.bandcamp.com/album/district-of-dystopia

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Montag, 1. Dezember 2014

Black Friday Shape of Desert to come

Am vergangenen „Black Friday“ haben unter dem Motto „Black Desert Inn“ u.a. BLACK SHAPE OF NEXUS in der Zeche Radbod zu Hamm, blablabla…
Gut eine Stunde später als nach dem ursprünglich im Netz veröffentlichten Zeitplan eröffneten die Osnabrücker HAYSER den Abend. Jene fuhren eine stilistisch etwas wirre Mixtur aus Sludge-Gedröhne, Hardcore und extremmetallischen Anwandlungen samt Blast-Geballer auf, die um ins Wochenende getreten zu werden recht kurzweilig kam. Sieht man davon ab, dass die Ansagen von einem der beiden dickbäuchigen Gitarristen in Form und Inhalt irgendwie nicht ganz normal rüberkamen (Tourette?).

Im Anschluss MOJO JAZZ MOB zu sehen weckt Erinnerungen an meine verschwendete Jugend, denn die aus Ahlen hinter Hamm stammenden Stonerrocker sah ich so ’97-‘99 rum (!) zufällig bei 2-3 ihrer ersten Auftritte. Warum man für so ein bisschen standartmäßiges Bum-Tschack inzwischen zwei Synchron-Schlagzeuger braucht, will sich mir nicht so recht erschließen, abgesehen davon muss man allerdings sagen, dass MJM dieses „Heavy Rock mit Stoner-Sound“-Ding so gut machen, dass außerdem die Frage aufkommt, warum die nicht mal quasi vor der eigenen Haustür ein paar Leute mehr ziehen, denn ziemlich gut sind sie auf jeden Fall.



Ähnliches trifft auf die stilistisch ähnlich gelagerten ENOJADO zu, deren Anteil an hörbaren Metallica-Einflüssen allerdings noch einen ganzen Tick größer ist, was ich jetzt ganz wertungsfrei meine (kennt Ihr eigentlich Am I Blood?). Warum das Trio zwischenzeitlich einen Song unterbrach, wissen wohl nur sie.
 

Da die eigentlich auch eingeplanten Ludwigsburger Naevus auf sich warten ließen, gabs dann um ca. 22:20 schon die gigantischen BLACK SHAPE OF NEXUS. Mit ihrem monströsen Drone-Sludge-Doom plus einer Extraportion Noise sind die Mannheimer ja schon länger eine Hausnummer für sich, das songorientierter denn je tönende Album „Negative Black“ katapultierte sie 2012 allerdings mit in die Liga meiner Lieblingsbands. Bei BSON werden nicht nur die Saiteninstrumente durch einen ehrfurchteinflößenden Turm-Setup an Amps/ Boxen geschickt – selbst Frontbrocken Malte ist immer wieder mit Effektgeräten zugange, die seinem Gegröle und Gekeife den gewissen Extra-Kick verleihen.
Unnötig zu sagen, dass es mal wieder geil war. Ich würde die ja gerne mal in einer Location mit etwas besseren Soundbedingungen sehen (Zum Beispiel im Tilburger 013 im April. Hallo Walter! Guck mal hier, ein Zaun…).


 

Freitag, 28. November 2014

Aktuelle Alben im November

ANATOMY OF HABIT - Ciphers + Axioms
Auf dem Zettel hatte ich ANATOMY OF HABIT schon länger, u.a. weil Ralf (Hi Keule!) sie mir schon mehrfach als Highlight nahelegen wollte, so richtig zum Reinhören bin ich nun aber erst bei ihrem aktuellen Relpase-Einstand „Ciphers + Axioms“  gekommen. Jener besteht aus zwei langen Tracks und bietet ähnlich wie Atriarch oder Wreck & Reference eine interessante Mischung aus doomigem Zeitgeist-Metal (Neurosis), epischem Avantgarde-Noiserock (jüngere Swans, vielleicht auch Mamiffer, Locrian u.ä.) und Postpunk/ Gothrock-Charakteristiken bis hin zu regelrechten Joy Division- und Depeche Mode-Reminiszenzen. Und das funktioniert ziemlich gut, ich muss da die vorangegangenen Sachen wohl doch endlich mal aufarbeiten…
Bandcamp: anatomyofhabit.bandcamp.com


CARCASS - Surgical Remission / Surplus Steel
Nach ihrem tatsächlich sehr gelungenen Comeback-Album letztes Jahr haben die britischen Grindcore-, Melodeath- und Death’n’Roll-Gottväter CARCASS gerade noch mal ‘ne EP nachgeschoben, deren Songmaterial einen irgendwie etwas relaxteren Vibe ausstrahlt, welcher das Material tatsächlich – man höre und staune – ein bisschen in die Richtung des umstrittenen bis eher ungeliebten, von mir persönlich jedoch sehr geschätzten „Swansong“-Albums rückt. So wirklich haben müssen hätte man diesen regelrechten Resteverwertungs-Epilog zwar nicht, verglichen mit den Reunion-Neuveröffentlichungen anderer Bands der gleichen Liga (ja, ich gucke da in Eure Richtung, At The Gates!) macht allerdings auch das hier aber durchaus Laune.


DARKHER – The Kingdom Field
Kann man eigentlich schon von sowas wie einem Underground-Shootingstar sprechen, wenn eine eher in „Dark Folk“ -Regionen angesiedelte Künstlerin, die gerade mal ihre 4 Songs umfassende Debüt-EP via Prophecy Productions raus hat, gleich Wellen bis in Hipsterkreise schlägt, und passenderweise bereits fürs (u.a. dank Wardruna und Fields of the Nephilim) sowieso schon etwas Neofolk- und Goth-lastige Roadburn nächsten Jahres angekündigt wurde? Ich tu’s einfach mal.
Hinter DARKHER steckt jedenfalls eine Britin namens Jayn H Wissenberg, deren teils akustische, teils psychedelisch nachhallende Musik etwas betörend bannendes hat.
Chelsea Wolfe, Rose Kemp und Zola Jesus müssen sich warm anziehen, wenn das hier erst der Anfang ist, denn there’s a new witch in town…
Bandcamp: darkher-uk.bandcamp.com/releases

 
DOWNFALL OF GAIA - Aeon Unveils the Thrones of Decay
Nach der bisherigen Entwicklungskurve der Band dürfte es keine große Überraschung sein, dass ihr neues und zweites Album für Metal Blade Records noch mal ein ganzes Stück schwarzmetallischer ausgefallen ist als die Vorgängerwerke. In punkto Intensität erreicht das Quartett inzwischen die Regionen von Celeste, von denen man sich an der einen oder anderen Stelle u.U. auch ein bisschen was abgeguckt hat (besonders da, wo ein langsam-punktuell klopfender Drumgroove auf schnell geschrubbte Gitarrenwände trifft).
Dabei scheint wie schon bei „Suffocating In The Swarm Of Cranes“ der Fall gegeben zu sein, dass auch „Aeon Unveils the Thrones of Decay “ ein sogenannter Grower ist, der sich im Verlauf weiterer Durchläufe erst noch als ein ganzes Stück geiler entpuppt, als man anfangs gedacht hätte.
Und dass eine eher in „Neocrust/ Post-Black Metal/ Düstercore“-Regionen angesiedelte Band via MB auf die Welt losgelassen wird, ist auf jeden Fall eine große Bereicherung für die Metal- Szene.
Stream: metalblade.com/downfallofgaia


EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN - Lament
Als während meiner musikalischen Frühsozialisation zwischen AC/DC, Iron Maiden, Slayer und Sodom auch irgendwann Bands wie Faith No More, Nine Inch Nails, Ministry und Prong Einzug hielten, schafften es eher durch einen Unfall schon vor Urzeiten auch die Neubauten mit Material von Alben wie „Halber Mensch“ und „Haus der Lüge“ Eindruck bei mir zu hinterlassen. Es dauerte allerdings dann doch noch eine ganze Weile, bis ich mich eher in jüngerer Vergangenheit eingehender mit dem Schaffen der Berliner Avantgardisten und somit auch jenen aktuelleren Sachen beschäftigte, die sich oft ja eher in lyrischen Spitzfindigkeiten als in schepperndem Getöse ergehen.
Sieben Jahre nach dem letzten regulären Album „Alles wieder offen“ und der Stückwerkkonzept-Compilation „Jewels“ erschien mit „Lament“ nun mal wieder eine ambitionierte Auftragsarbeit (für Unbeleckte: Die Band liefert seit eh und je auch Soundtracks für Theaterstücke u.ä.).
Kürzlich im Rahmen der 100-jährigen Gedenkfeierlichkeiten zu Beginn des Ersten Weltkrieges in der flämischen Stadt Diksmuide uraufgeführt  ist „Lament“ eine interessante Vermengung aus geschichtlichen Elementen: Es reihen sich Passagen wie wiederentdeckte Hymnenfragmente, die heutzutage sehr skurril wirken, sowie ein Antikriegs-Song, der durch Marlene Dietrich bekannt wurde, an Texte des belgischen Autors Paul van den Broeck und gar historische Wachszylinderaufnahmen inzwischen teilweise ausgestorbener Sprachen. Ein relativ popiger Song basiert auf der telegraphischen Korrespondenz zwischen Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. von Russland, und es wurde ein Text des deutschen Dichters Joseph Plaut eingearbeitet, der als Soldat im Ersten Weltkrieg diente. Während das Album mit einer bedrohlichen Industrial-Collage zur Ankündigung des Kriegsunheils beginnt, endet sie mit einem beschwingten Gesangsstück von der Marschkapelle der „Harlem Hellfighters“, dem ausschließlich afroamerikanischen Regiment, das in beide Weltkriege geschickt wurde.
„Lament“ ist also kein normales Neubauten-Album, sondern ein interessantes Projekt zwischen einem aufarbeitend kompilierenden Kunstmusik- Puzzle und mahnender Geschichtsstunde, das man zugegeben bestimmt nicht so wirklich oft auflegt, mich allerdings doch ein bisschen neugierig darauf macht, die komplette Aufführung inkl. ihrer visuellen Komponente vielleicht mal zu sehen...


GREBER - Kiln Hardened Psalms
Die beiden Mitglieder der Duoformation GREBER kennt man von Fuck the Facts (Bassist/ Gröler) und The Great Sabatini (Drummer). Zusammen machen sie so etwas wie Rohkost-Rumpelgrind, der sich gerne auch mal Ausflüge in andere Stilregionen erlaubt, sei es ein Song mit episch-metallischer Kante oder auch mal eine Nummer mit spaßigem Hip Hop-Einschlag.  Was tatsächlich funktioniert, unterhält und sympathisch ist.
Wie wäre es eigentlich mal mit einer Greber/ Sabatini/ FTF-Europatour?
Bandcamp: greber.bandcamp.com


LADDER DEVILS - Clean Hands
Die LADDER DEVILS wurden mir als Noiserock-Helden mit Hardcore-Kante angepriesen, weswegen ich sofort hellhörig wurde, denn so etwas ist wirklich total mein Ding und scheint aktuell auch einen kleinen Aufwind (oder wie auch immer man das nennen möchte) zu erleben. Ganz so begeistern wie etwa Whores., Ken mode oder Pigs kann mich „Clean Hands“ nicht, denn man neigt insgesamt ja doch so ein bisschen mehr zur post-hardcoreigen und im Verlauf des Albums auch immer wieder mal zur eher indie-/ punk-/ rotzrockigen Seite besagter Schublade, als zum Unsane-mäßigen Schlag in die Fresse. Da ich allerdings auch mit Tar, Cows , Mclusky u.ä. was anfangen kann, finde ich das trotzdem gar nicht mal so schlecht.
Akimbo-Fans sollten vielleicht auch mal ein Ohr riskieren.
Bandcamp: ladderdevils.bandcamp.com


OWL - The Last Walk
Kolf did it again! Schon das 2013er OWL-Album "You Are the Moon, I Am the Night" fand ich deswegen so geil, weil es total episch war. Und ich benutze das Wort „episch“ im Vergleich zu Hipstern weder leichtfertig, noch sinn- und zweckentfremdet. Mit OWL schafft es der Gitarrist und Sänger – dem schon mit der „Nekrodepression” seiner anderen Band Valborg eines meiner absoluten Lieblingsalben dieses Jahrzehnts gelang -  einen komplexen, im Kern superbrutalen Death Metal-Sound ins schon regelrecht ätherisch ausufernde zu überführen.
Nach einer überraschend kurz und knapp gehaltenen EP, die im Frühjahr erschien, wird mit „The Last Walk“ nun wieder das andere Extrem ausgelotet, denn es handelt sich dabei um einen einzigen, 25minütigen Song! Der OWL von der, nun ja, epischsten, Doom- und Ambient-lastigsten Seite zeigt. Supergeil!
Bandcamp: zeitgeister.bandcamp.com/album/the-last-walk

PISS VORTEX – Piss Vortex
Kann man mal eben schnell abhaken: Für manche anscheinend der Grind-/ Mathcore-Release des Jahres, ich find‘s immerhin „ganz gut“, wenn auch nicht überragend.
Freunde von Discordance Axis/ Gridlink, Crowpath, Uphill Battle, Gorguts, Knut und Botch sind hier richtig.
Bandcamp: pissvortex.bandcamp.com


SAISON DE ROUILLE - Déroutes Sans Fin

Was ist das eigentlich mit diesen Krachmachern aus Frankreich heutzutage? Schon Celeste und Deathspell Omega waren so Bands, die selbst mir bei Erstkontakt irgendwie einen Ticken zu krass waren (erstere ein ganzes Stück zu wuchtig-intensiv und monoton, zweitere bei späteren Werken schon regelrecht zu mathematisch), deren Großartigkeit ich einen Anlauf später dann aber doch noch zu erkennen wusste.
Auch SAISON DE ROUILLE sind ‘ne ziemlich schwerverdauliche Angelegenheit, von deren zweitem Album „Déroutes Sans Fin“ ich beim ersten Anhören keinen kompletten Durchlauf schaffte.  Das ganze klingt, als hätte sich das nervenzerfetzend zähe der ganz frühen Swans oder auch der ersten Neubauten-Veröffentlichungen mit einem Schuss kompromisslosen Noiserocks Marke Big Black vereint, um als Garnierung – nicht zuletzt dank der französisch wehklagenden Vocals - auch noch den Spirit von Celeste oder Overmars hinzuzuaddieren. Leichte Kost ist etwas ganz anderes, aber das hier ist wirklich zu speziell und eigen, um es zu ignorieren. Ich bin gespannt, wie die irgendwann in der Zukunft mit etwas besserer Produktion vielleicht mal klingen…
Bei einem Song macht übrigens Christian Kolf von Valborg und Owl (s.o.) mit.
Bandcamp: saisonderouille.bandcamp.com

USNEA - Random Cosmic Violence
Und hier haben wir eine weitere Band aus Portland, über dessen Namen undergroundkundige Sludge-/ Doom-/ Stoner-/ Drone-Freunde schon das eine oder andere mal gestolpert sein dürften, und derer sich Relapse Records nun angenommen haben.
Lange Songs, dröhniger Sound, nix neues, ich find‘s nicht schlecht, so richtig viel dazu einfallen will mir allerdings auch nicht…
Bandcamp: usneadoom.bandcamp.com


WHALERIDER - Thanatos
Ohne den Hinweis eines Lesers (haha) wäre mir ja glatt irgendwie durchgegangen, dass WHALERIDER vor kurzem nun tatsächlich endlich ihren Debüt-Longplayer veröffentlicht haben.
Im heißen Hochsommer 2012 war besagte Band beim South of Mainstream Festival die Überraschung und das Highlight des Abends für mich; die danach sofort gecheckte EP „Was it only a dream?“ machte ebenfalls Spaß.
Wenn ich mir „Thanatos“ jetzt so anhöre, bin ich von der allgemeinen Qualität der Veröffentlichung durchaus beeindruckt. Mir persönlich wäre es zwar lieber, wenn WHALERIDER etwas öfter kraftvoll auf die Tube drücken würden, anstatt sich so luftig und entspannt zu geben, wie sie es über weite Strecken tun – was aber nichts an der Tatsache ändert, dass diese Band nicht nur trotzdem einen Sound mit Eiern hat, sondern zudem wirklich sehr, sehr gut ist und mit so einem Ding (nennen wir es Alternative Rock) durchaus das Potenzial hätte, ziemlich groß zu werden.
Bandcamp:
whalerider.bandcamp.com/album/thanatos

Kurz notiert:

Ebenfalls neu auf Relapse raus ist „Anechoic Horizon“ von BROUGHTON'S RULES, einem Offshoot der letzten Don Cab-Inkarnation mit dementsprechender Instrumentalmusik, was bei mir bisher allerdings durchs Raster fiel und noch 1-2 Wochen warten muss (das alte „so viel Musik, so wenig Zeit“-First World Problem).
Bandcamp: broughtonsrules.bandcamp.com


Unter dem Titel „First Demo” haben FUGAZI gerade, klar, ihr erstes Demo via Dischord wiederveröffentlicht. Ist ganz cool!

Bei Profound Lore gibt’s ’ne Zusammenarbeit von der Grind-Ballertruppe FULL OF HELL mit Noise-Guru MERZBOW. Ich finds geil.
Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/full-of-hell-merzbow


Die neue PRIMORDIAL hat gerade etwas geschafft, das ein Novum ist: Nicht nur die Spitzenposition im Monats-Soundcheck des RockHard-Magazins zu knacken, sondern gleichzeitig auch noch die Veröffentlichungsranglisten der anderen beiden größeren Schwermetallfachblätter, sowie der neuen Gazette der für immer tauben.
Um ehrlich zu sein hatte ich mich mit dieser Band in der Vergangenheit noch nie groß beschäftigt (hängt wohl damit zusammen, dass Folk-lastiges einfach nicht so mein Ding ist), was ich zu diesem Anlass nun aber vielleicht mal nachholen werde, genauso wie es noch aussteht auch mal in das Album von Dread Sovereign reinzuhören, eine weitere Band von Primordial-Sänger Alan Averill, die dieses Jahr schon viele Freunde fand.

Century Media hat mit „Trolsk Sortmetall 1993 – 1997“ ein Boxset der early days of ULVER am Start. Es beinhaltet die drei Alben ihrer Black Metal- und Folk-Frühphase, zusätzlich das „Vargnatt“ Demo, irgendeinen damals exklusiven und daher als rar gehandelten Compilationbeitrag-Song, sowie einen Proberaummitschnitt aus besagter Ära.
Wie sehr man das braucht oder auch eher nicht muss hier wohl jeder selbst wissen.

Es reicht.

Ich sach’s jetzt mal ganz offen: Diese Welle an Pseudo-Pychedelic-/ 70er-/ Vintage-Hardrock-/ „Proto-Metal“- (üärghs!)/ Retrorock-Bands, die partout nicht abreißen will, geht mir jetzt langsam aber sicher echt mal nur noch auf die Nüsse.
Wenn man will, kann man hier in der Gegend min. ein mal pro Woche in irgendeiner Kneipe irgendeine durchreisende Drittliga-Band sehen, die auf Krampf versucht Mode und Sound längst vergangener Dekaden zu imitieren und den Karneval daran nicht kapieren möchte.
Selbst Bekannte von Bekannten, die früher in der Begleitband des lokalen Nick Cave mitgespielt haben, ziehen sich inzwischen lieber alberne Fellwesten über, die voll 70er aussehen sollen, anstatt einfach mal ‘ne eigene Idee zu haben.
Die zugegeben handwerklich sehr guten Blues Pills, die gerade mal ihr erstes Album raushaben, werden im Übrigen kommendes Jahr als Headliner-Sensation mit den schon lange existenten Truckfighters und Jex „Queen of Doom“ Thoth im Vorprogramm (!!) auf Tour kommen.
Diese von Anfang an viel zu überschätzten Kackdavar spielen auf Events mit Namen wie „Hammer of Doom“ und niemand scheint zu hinterfragen, was die dort mit ihrer schwachbrünstigen Luftnummer in Fransenwollponcho verloren haben.
Eine früher Fanclubs für Melo-Death-Lokalhelden leitende, berüchtigte Szenebarbie mit schlimmer Geltungssucht rennt inzwischen nur noch in Schlaghosen rum und benutzt das Wort „psychedelisch“ in jedem zweiten Satz.


Ich halte es da ab jetzt nur noch mit Procession, die auf der Bühne sagten: „We’re on a Mission to bring Metal back into Doom. Enough with the Hippies, fuck ‘em!“


PS: Diese ganzen „New Wave of Old School Metal“-Jungspunde, die gerade ein betont proletarisches Pseudo-80er-Styling (Ponylanghaarfrisur, Schnauzbart, Mopedlederjacke, …) zu einem weiteren aktuellen Retro-Szeneding hochstilisiert haben, gehen übrigens noch weniger. Derart scheiße und albern, wie diese Typen mitunter gewollt aussehen, so Spinal Tap-mäßig scheiße und albern sah back in the day wirklich kaum eine Metal-Band auch nur aus Versehen aus.
„Image ist nichts, Durst ist alles“, Ihr Ficker!

Mittwoch, 19. November 2014

Dienstag, 18. November 2014

Neuer Triptykon-Videoclip!


TRIPTYKON - Tree Of Suffocating Souls (OFFICIAL VIDEO) from Century Media Records on Vimeo.

Ach ja (Bandcamp-Coversong-Doppel)

Fast vergessen zu erwähnen, u.a. weil ich kein allzu großer Enthusiast solcher Veröffentlichungen (mehr) bin, ... aber zum 25jährigen Jubiläum von GODFLESH’s „Streetcleaner“-Album haben Fans der Band einen äußerst undergroundigen Tributsampler zusammengestellt.
Den gibt’s natürlich bei Bandcamp:
doinggodswork.bandcamp.com/releases

Fast vergessen zu erwähnen, zum zweiten: Eine meiner aktuellen Lieblingsbands, die Nosierocker WHORES. (deren Mini-Album „Clean“ sich momentan wohl auf der #1 meiner Lieblingsveröffentlichungen der letzten Jahre befindet), haben einen The Cure-Coversong aufgenommen.
Und richtig, auch den gibt’s bei Bandcamp: whores.bandcamp.com/track/jumping-someone-elses-train


Und weil’s so geil ist, teile ich auch noch mal folgenden Liveclip:
  

Live gesehen…

Und schon wieder hake ich die letzten beiden Konzertbesuche lieblos im Schnelldurchlauf ab:
Donnerstag letzter Woche verschlug es mich im Auftrag einer anderen Publikation in die eher ungeliebte Bochumer Matrix. Hauptsächlich weil NAPALM DEATH als Special Guest der headlinenden HATEBREED in der Matrix aufspielten, und ich Barney Greenway, dem Frontmann der „Godfathers of Grind“ bei der Gelegenheit mal ein paar O-Töne zum kommenden Album entlockte.
Später ging er mit NAPALM DEATH Punkt acht Uhr auf die Bühne und man bretterte eine komplette Stunde lang Knaller wie „Breed to Breathe“, „Taste the Poison“, „When All is Said and Done“, „On the Brink of Extinction” und, besonders geil,  „Self Betrayal” von der „Greed Killing” EP runter.  Dass sie am Folgetag in Oldenburg sogar mal wieder „Greed Killing” selbst auf der Setlist hatten und ferner die unglaublich geilen Mörser Vorgruppe waren, macht mich allerdings ein wenig neidisch auf die Oldenburger Crowd. Anyway, war ‘n geiler Gig!
Was HATEBREED betrifft: Nun ja, da sind die Fans halt teilweise schlimmer als die Musik (das beste waren diese beiden aufgedonnerten, kettenrauchenden Debil-Wuchtbrummen, die während ND die ganze Zeit pseudolasziv schlangentanzten und zwischen den Songs auch noch wie beim Popstar-Konzert laut quiekten), die zwar stumpf ist, aber doch viel mitreißenden Groove hat, was man schon eingestehen können muss.
Einen Tag später verschlug es mich, wiederum im Auftrag eines Schwermetallfachblatts, am frühen Abend ins Oberhausener Helvete, wo 1349 und zwei Vorbands spielen sollten.
Die erste Vorband fiel wie ich vor Ort erfuhr dann auch gleich aus, womit ich erst mal ‘ne Stunde Leerlauf mit betrinken überbrücken musste (ja, ich habe mich mal wieder aus Langeweile besoffen, da gibt’s nix dran schönzureden). Die dann irgendwann mal startenden ATENA fand ich mit ihrem überhaupt nicht zum Headliner passenden Djent-Bollercore dann sogar eigentlich ganz geil.
Bei 1349 hätte dann kurz fast das Helvete gebrannt und abgesehen von einer etwas sperrigeren Nummer ihrer experimentellen Phase (ich glaub‘ es war „Serpentine Sibilance“) konzentrierte man sich natürlich auf Knüppel-Songs, während Ambient-Stücke aus der Konserve die  Songpausen überbrückten (Huhu, Omega Massif, das meinte ich, so macht man das!). So unterm Strich war’s ganz cool, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los hier eine Band zu erleben, die - nachdem einige Veröffentlichungen durchaus in der Gerne-Oberliga mitspielten („Liberation“ und „Hellfire“ sind schon geile Black Metal-Alben, da gibt’s nichts) und man eine experimentelle Phase hinter sich brachte (auch „Revelations of the Black Flame“ hat absolut seine Momente!) – irgendwie gerade vom Zenit kommt.

Freitag, 14. November 2014

Witzig…

Old Man Gloom haben also kürzlich ein „Fake-Album“ als Vorab-Promo rausgegeben und sich diebisch darüber gefreut, dass dieses sich als sog. Leak verbreitet und danach dann sozusagen „April, April, hier ist das richtige“ gerufen?
Um ehrlich zu sein habe ich schon länger drauf gewartet, dass jemand mal so einen Stunt bringt, und mich gewundert, dass es bis Ende 2014 dafür gebraucht hat.
Für eine „Rockband“ ist so etwas natürlich wesentlich mehr Arbeit als etwa für einen House-Produzenten oder IDM-Künstler, aber dennoch: Es wundert mich wie gesagt eigentlich fast schon ein wenig, dass sowas nicht schon vor Jahren mal passiert ist, als die Debatten um Musikpiraterie noch etwas aktueller waren …

Donnerstag, 13. November 2014

Mittwoch, 12. November 2014

LLNN - The Guardian (Videoclip)

Kurz notiert: Napalm Death

Es soll ja Leute geben, und ich würde mich glatt dazuzählen, die gelegentlich bedauern, dass die Zeiten größerer Experimente im Hause NAPALM DEATH vorbei scheinen. So etwas wie den verhältnismäßig sperrigen Brocken „Fear, Emptiness, Despair“ oder das mehr auf Groove und Atmosphäre ausgerichtete „Diatribes“ wird es in diesem Leben von den Briten vermutlich nicht noch mal geben, während die letzten paar Alben ja doch eine etwas sehr gleichförmige Reihe bildeten.
Auf dem neuen, Januar kommenden Jahres erscheinenden Album „Apex Predator – Easy Meat“, von dem ich schon eine Hörkostprobe genießen durfte, wird der Kurs von Alben wie „Smear Campaign“, „Time Waits For No Slave“ und „Utilitarian“ zwar weitgehend gehalten, allerdings kommen NAPALM DEATH den „ein bisschen mutiger und abenteuerlustiger dürfte es aber doch ruhig mal wieder sein“-Nörglern unter uns ein Stück weit entgegen.  Das Album beginnt gleich sofort mal mit einer höchst eigenwilligen Industriallärm-Nummer, und während vom Brecher-Groove über den typischen Uffta-Part bis zum Hyperblast alle Signature-Trademarks zu finden sind, wurden diese über weite Strecken ein ganzes Stück komplexer zusammenarrangiert als bei einem der letzten fünf Alben, während bei einem noch dichteren Sound Einflüsse wie Swans, Killing Joke und Voivod dieses mal einen Hauch stärker durchblitzen und vereinzelte Ausreißer ins langsam-atmosphärische (wie einem Song, dessen Premiere man bei ihrem Special-Set im Rahmen des diesjährigen Roadburn Festivals zu hören bekam) Kontrastpunkte setzen.
Es mutet zwar ein bisschen nach einem Kompromiss an, auch mal wieder ein paar andere Sachen auszuprobieren, während man auf das allzu gewohnte Geballer, welches allerspätestens auf dem letzten Werk schon etwas zu ermüden anfing, offensichtlich nicht verzichten wollte, für Anspruchsvolle oder zumindest Unentschlossene scheint es allerdings dem ersten Hinhören nach ein ND-Album zu sein, das man sich doch eher zulegen als auslassen sollte.

Dienstag, 11. November 2014

Konzertwochenendenkurzresümee

Ja, ich war mal wieder zur Zerstreuung vor der Tür, weil am Fernsehen kommt ja eh nix.
Der Tagebucheintrag im Schnelldurchlauf: Am vergangenen Freitag hatten die Jungs vom sympathischen Vinyl-Ladenlokal Black Plastic mal wieder was organisiert.
Es spielten die belgischen Berliner ALICE IN THE CITIES und CUZO aus Barcelona. Zwei mal Instrumentalrock mit Vintage-Flair, aber zwei mal eben nicht der übliche Retrorock-Schnarch. Gerade ALICE IN THE CITIES wussten mit ihrem psychedelischen Postrock, der gelegentlich mit einem Hauch von Funk im Blut schon Assoziationen zu Russ Meyer-Soundtracks weckte, zu gefallen.
Als Kontrastprogramm gab’s am Sonntag im humanen Matinee-Zeitrahmen die grobe Death Metal-Kelle im Essener Turock. Von der ersten Band bekam ich nur noch das Finale mit, die folgenden MALEVOLENCE waren allerdings recht kurzweilig. Normalerweise kann man mich mit so ‘nem Breakdownbollo-Kram ja inzwischen eher jagen, aber die Band war irgendwie relativ abwechslungsreich und spaßig, auch wenn der Bassdrop-Effekt vom Samplepad der Gipfel der Albernheit war. GOATWHORE waren danach als Kontrastprogramm und angenehmeres Klischee zum Basebalkappenfrontmann der vorangegangenen Truppe Metalasi-Band durch und durch und das Doublebass-lastige Thrash/ Death/ Black-Grauzonengeballer hat Spaß gemacht.
Die finalen Dying Fetus krankten ein wenig am Sound, denn irgendwie habe ich dort wo ich stand hauptsächlich nur Schlagzeug gehört. 
Das Konzept der sonntäglichen Matinee darf hier in der Gegend allerdings gerne Schule machen, denn irgendwie finde ich das ja doch eine ganz gute Idee.
Soweit dazu.

Mittwoch, 5. November 2014

Hepa/Titus

Kevin Rutmanis war Gründungsmitglied der Noiserocker COWS, spielte nach deren Auflösung von '99 bis 2004 Bass bei den MELVINS und außerdem auf den ersten beiden Alben von TOMAHAWK.
Seit 2010 hat er eine neue Band namens HEPA/TITUS.
Nach ein paar Kleinformaten erschien letztes Jahr das erste reguläre Album "Follow Me" und diesen Sommer das zweite mit dem Titel "Gettin' it on" beim altehrwürdigen Spartenspezialisten Amphetamine Reptile Records!
Das Ganze ist, wenig überraschend, verquerer Noiserock, der mit ins sludgeige reicht.

Besagte Alben und weiteres Material gibt es u.a. bei Bandcamp:
hepa-titus.bandcamp.com

Dienstag, 4. November 2014

Thumbs Up Fest 2014

Ich hatte zwar kurz überlegt eine Art von „Hobbymusiker-Tagebuch“ als Extra-Blog anzulegen, anstatt eigene musikalische Aktivitäten auch noch mit diesem eh schon etwas zu selbstgefälligen „Musikkritiker“-Blog zu vermengen, dann wiederum lohnt sich das aufgrund des quartalsweisen Auftritts, den ich mit einer meiner Rumpelkapellen mal habe, allerdings nicht wirklich, zumal meine Zeit und Energie zum bloggen auch so schon in letzter Zeit immer knapper wird...

Mit einer von eben jenen habe ich jedenfalls am vergangenen Halloween-Abend das Thumbs Up Fest 2014 in Paderborn gespielt und es hat großen Spaß gemacht
Von den Bands, die um unseren Slot herum auf der gleichen oder anderen Bühne auch noch spielten, habe ich wegen unserem eigenen Auf- und Abbau, sowie meinem zwischenzeitlichen Gang unter die Dusche, nicht so wirklich viel mitbekommen. SICKMARK schienen ganz cool zu sein. Als ich mir die letzten 10 min von HEXIS angucken wollte, deren Drummer (bei dem es sich, wie ich später erst las, aushilfsweise um den von Piss Vortex handelte) schließlich die Hälfte meiner Hardware mitbenutzte, hörten diese schon vorzeitig auf.
Auf der Bühne des kleinen Saals waren SEPRENT EATER danach gewohnt mächtig und SVFFER setzten mit ihrem ultrabrutalen Grindgeballer  gewaltigst einen drauf.
Auf der großen Bühne überraschten MOUNT SALEM, die ich mir weitaus retromäßiger vorgestellt hatte, derweil mit druckvollem Groove. Das ist ja doch ‘ne ganz andere Liga als etwa Blood Ceremony oder Blues Pills, ich fands super!
CELESTE haben im dunklen und zugenebelten Saal mal wieder das getan, was sie so gut können, und es war gewohnt wuchtig und überwältigend.
Als Quasi-ChillOut-Act beendete das Drumcomputer-unterstützte Drone-Duo NADJA den Abend im kleineren Raum, was ein ziemlich gelungener Abschluss war.

War geil. Wer nicht dabei war, sollte sich ärgern.

Was ich echt nicht kapiere

Hey, okay, Ascension sind ‘ne gute und total „unpolitische“ Band, I get it.
Aber was ist da eigentlich neuerdings los, dass es keinen zu interessieren scheint, dass deren hiesiges Label nicht nur diverse Alben der ganz, ganz bösen Buben veröffentlicht, sondern der Label-Betreiber bei besagtem Unrat auch noch direkt mitgewirkt hat und somit mit min. einem Bein im braunen Sumpf kriecht?
Kann mir das mal bitte irgendjemand plausibel erklären, warum man das aktuell so ganz allgemein oder speziell in Bezug auf Ascension einfach auszublenden scheint? Und das am besten, ohne dabei diesen beknackten Begriff „unpolitisch“ zu benutzen?
Ich kapiere es nämlich irgendwie nicht und würde gerne erleuchtet werden.

Channel Zero - Dark Passenger (Videoclip)



Ja puh... noch 'ne Band, die in geraumer Vorzeit mal irgendwie ein ganzes Eck interessanter war, wenn ich an Großtaten wie das hier denke:

Montag, 3. November 2014

LLNN

Sludge-Metal mit Industrial-Note? Noiseyger Post-Hardcore mit sphärischen Synthies? Whatever. Ich habe LLNN gestern Abend im AZ Mülheim gesehen und die Dänen waren der absolute Killer.
So wuchtig, brutal und verzweifelt, wie das Ganze irgendwo zwischen Godflesh und The Body live rüberkam, gaaaaanz soooo intensiv klingt das bei Bandcamp auch für lau runterziehbare „Marks“ nicht, aber doch fett, derbe und groovy genug, um es den Lesern dieses Blogs mal nahezulegen.
Ich bin seit gestern Abend jedenfalls großer Fan.
Bandcamp: llnn.bandcamp.com/releases

Dienstag, 28. Oktober 2014

Aktuelle Alben Oktober

Ja puh, es ist schon wieder so viel interessantes los, dass ich mit so vielen guten Alben vom letzten Monat nach wie vor in der Dauerrotation gar nicht mehr so richtig mit dem anhören, geschweige denn bloggen nachkomme… immer diese Zwänge und First World Problems…
 

1349 - Massive Cauldron of Chaos
Wie es sich für eine norwegische Black Metal-Band schon regelrecht gehört (man bedenke z.B. Mayhem’s Prog-Album mit Trip Hop-Track; die Industrial-Anwandlungen von Satyricon, Thorns und Dødheimsgard um die Jahrtausendwende, während der auch Gorgoroth Nuancen in diese Richtung durchschimmern ließen…), ergingen sich auch 1349 neulich mal in einer experimentellen Phase mit Ambient-Ansätzen u.ä., wofür sie sich gar zwei mal den_Warrior aka Thomas Gabriel Fischer zum Hand auflegen ins Studio holten. Bei „Massive Cauldron of Chaos“ steht der Kurs wieder voll und ganz auf reiner Extremmetall-Raserei, weswegen das halbstündige Album Erinnerungen an die Genre-Klassiker „Battles in the North“ und „Panzerdivision Marduk“ weckt. Wer auf sowas Bock hat, liegt hier richtig. Ein überraschender musikalischer Meilenstein ist aber natürlich was anderes.
Label-Bandcamp: seasonofmist.bandcamp.com/album/massive-cauldron-of-chaos


ATRIARCH - An Unending Pathway
Bei den ersten 1-2 Anläufen dachte ich erst noch ATRIARCH arg mittelmäßig zu finden, musste einige Hörproben später dann aber doch noch eingestehen, dass  „An Unending Pathway“ ja doch so ziemlich das ist, was man gemeinhin als Grower bezeichnet.
Wenn man die besten Momente von Neurosis (Souls at Zero/ Enemy of the Sun/ Sovereign/ ...) mit vereinzelten Ausbrüchen schwarzmetallisch inspirierter Raserei und einer dicken Portion Gothrock/ Postpunk (derzeit ja eh angesagt) in einen Topf wirft, und das Ganze soundtechnisch nicht zu dick aufträgt, sondern eher so ein bisschen stripped down inszeniert, dann kommt sowas wie  „An Unending Pathway“ dabei raus.
So richtig Oberliga ist das zwar noch nicht ganz, aber ATRIARCH sind aber bereits auf dem absolut richtigen Weg. Gefällt mir.
Bandcamp: atriarch.bandcamp.com/releases


FUCK THE FACTS – Abandoned
Wie schon erwähnt haben FUCK THE FACTS drei Outtakes der Aufnahmesession des großartigen „Die Miserable“-Albums als limitierte Tape-Auflage und ansonsten rein digitalen Release rausgehauen.
Der Mix ist hier zwar etwas verwaschener als bei besagtem Album, die kanadischen Prog-Deathgrinder an sich aber on top wie man sie kennt und schätzt. Warum tun das eigentlich immer noch viel zu wenige?

Bandcamp: fuckthefacts.bandcamp.com/album/abandoned

GODFLESH - A World Lit Only by Fire
Nach der vorangegangenen EP im Frühjahr hier nun also der Longplayer. Neue Alben alter Helden nach längerer Pause sind ja immer so eine Sache. Dass sich die Herren Broadrick und Green in ihrer Herangehensweise eher an der Frühphase von GODFLESH orientieren, tut dem Ganzen dabei gut.
Um auf den Punkt zu kommen: Mir gefällt‘s. Das ist diese interessante und mitreißende Kombination aus mechanisch treibender Rhythmik und wuchtigem Saiteninstrumenten-Lärm, die mich schon bei meinen ersten Berührungen mit der Band Mitte der Neunziger faszinierte. Im Gegensatz zur erwähnten „Decline & Fall“ EP, die ich ganz okay aber nicht überragend fand, wartet „A World Lit Only by Fire“ allerdings endlich auch wieder mit diesen alles zerschmetternd stampfenden Monster-Grooves auf, wie sie eben nur GODFLESH können. 
Steht nur nach wie vor die Frage im Raum, wann die nach einer kleineren und natürlich längst ausverkauften Vinyl-Auflage schon länger versprochene Digital- und CD-Veröffentlichung des Mitschnitts vom 2011er Roadburn-Auftritt der Band endlich erscheint…
Bandcamp: godflesh1.bandcamp.com/album/a-world-lit-only-by-fire

INTER ARMA - The Cavern
Irgendwie sind INTER ARMA ja schon eine etwas seltsame Band. Sie haben allerdings unbestreitbar ihre Momente. So war z.B. ihr letztes Album „Sky Burial“ zwar
komisch heterogen, hatte dabei aber dennoch ein paar ziemliche Killer-Songs und einige coole Passagen zu bieten.  Und auch im Rahmen ihres Auftritts beim diesjährigen Roadburn Festival hinterließen sie einen ambivalenten Eindruck – seltsame Band, teilweise fast unsympathisch, dann aber passagenweise doch ziemlich beeindruckend.
Bei „'The Cavern“ handelt es sich um einen eigentlich schon etwas älteren, dreiviertelstündigen Song, bei dem u.a. auch Mitglieder von Windhand, U.S. Christmas und Across Tundras mitwirken. Auch hier wieder: So ein bisschen
seltsam unentschlossen ist das Teil schon, aber eben auch nicht wirklich schlecht.
Bandcamp: interarma.bandcamp.com/album/the-cavern


MELVINS – Hold It In

Man hat sich inzwischen fast schon dran gewöhnt, dass zur quartalsweisen MELVINS-Veröffentlichung immer wieder auch die nächste Inkarnation der Band das Licht der Welt erblickt. Nach dem kreativ mehrfach sehr erfolgreichen Line Up, das sie mit der Duoformation Big Business verschmelzt, einem Coveralbum mit umfangreicher Gastmusiker-Beteiligung, einer weiteren Runde als Trio mit Trevor Dunn, und einem Old School Line Up Revival, haben sich Osbourne und Crover für dieses Album nun auch noch mit zwei Mitgliedern der noch berüchtigteren Noiserock-Weirdos The Butthole Surfers zusammengetan.  Gemessen daran ist „Hold It In“ ja sogar ziemlich verträglich, rockig und gar nicht mal so krude-experimentell ausgefallen, wie man aufgrund dieser Konstellation auch hätte erwarten oder befürchten können.  Mit dem Maßstab, den man im MELVINS- bzw. Butthole Surfers-Kosmos ansetzt, wohlgemerkt, denn „normal“ ist natürlich immer noch was ganz anderes. Es wäre allerdings müßig, analysieren und diskutieren zu wollen, inwieweit „Hold It In“ aus einer anderen Perspektive konventionell oder far out ist. Es ist ein MELVINS-Album und als solches macht es gewohnt Spaß. 
(Als CD und mp3s gerade raus, Vinyl kommt im Dezember)


MENACE RUINE - Venus Armata
Hier haben wir also das insgesamt schon sechste Album des eigenwilligen Duos, welches schon in diesen Zeitgeist passte, dass so ein bisschen Goth aktuell wieder cool ist, als der Sachverhalt noch gar nicht so lag. Aus der Zeit gefallen wirkt ihre seltsame Mixtur aus Synthie-Dones und Neofolk allerdings immer noch, irgendwie hat es sogar ein bisschen was von Cold Meat Industry-Musik zu deren Hochzeiten. Im Gegensatz zu „The Die Is Cast“, „Union Of Irreconcilables“ oder „Alight in Ashes“ - die allesamt absolut ihre Momente hatten – will der Funke von „Venus Armata“ allerdings nicht so richtig zu mir rüber springen. Keine Ahnung, ob es gerade irgendwie an meiner eigenen Tagesform liegt, oder das Album tatsächlich einen riesigen Ticken fader als die genannten ausgefallen ist, aber irgendwie säuselt sich das Teil meiner Wahrnehmung nach in die totale Beliebigkeit. Schade.
Label-Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/venus-armata


MONO - The Last Dawn
MONO - Rays of Darkness

Nachdem die japanischen Postrocker auf ihren letzten Alben immer mehr in klassisch-musikalischen Herangehensweisen aufgingen, veröffentlichen MONO nun zwei Alben gleichzeitig -  ein dunkles und ein helles. Jedes der beiden jeweils auf einen bestimmten Aspekt fokussiert, beide für sich allerdings irgendwie recht reduziert und aufs wesentliche reduziert, anstatt zu viel garnierendes Orchester-Beiwerk aufzufahren.
„The Last Dawn“ ist das helle der beiden. Es ist eher ruhiger, sehr schöner Natur. Mit orchestralem Bombast oder kitschigem Pathos wird hier allerdings nicht übertrieben. Ja, das war auch schon mal anders.
Bei „Rays of Darkness“ handelt es sich passend zu Titel und Artwork natürlich um die düstere Seite dieses Yin/Yang-Konzepts. Hier wird es auch schon mal lauter, verzerrter und härter, zwischendurch brüllt der Typ von Envy mit, am Ende wird man wenig versöhnlich mit einer Rauschlärmcollage aus dem Album geleitet.
Vermutlich hätte man jedes der beiden Alben für sich genommen nur okay gefunden, als bewusster Kontrast, der gleichermaßen Kreise zu Frühwerken schließt, wie er sich außerdem bemüht, künstlerischer Selbstwiederholung zu entgehen, funktioniert  diese Doppel-Veröffentlichung aber tatsächlich ziemlich gut.
Die beiden Dinger erscheinen sowohl als Einzelveröffentlichungen, als auch in gebündelten Editionen.
'ne Videopremiere dazu gibt's beim RockHard.


NECRO DEATHMORT –EP2
Ihre letzte EP war so etwas wie eine Hommage an verschiedene Techno-Musikstile im Postrocker-Kompositionsverständnis. Nun fährt das britische Duo auf „EP2“ doch wieder die etwas härteren Kaliber auf, wegen denen ich sie eigentlich schätze. Es erinnert ja doch so ein bisschen an Godflesh (oder mehr noch an JK Flesh) wie hier Downtempo-Konservenbeats und eine generell düstere Atmosphäre auf akzentuiert eingesetzten Gitarrenlärm und auch mal Gebrüll treffen. Die harten Elemente sind dabei allerdings wie gesagt nur Akzente, die dem Rest auch mal Luft lassen. Hatte man so ähnlich zwar wohl schon mal von ihnen gehört, aber NDM sind trotz aller Broadrick- und Scorn-Assoziationen nach wie vor ein ziemlich eigenes Ding.
Label-Bandcamp:  distractionrecords.bandcamp.com/album/ep2


OOZING WOUND – Earth Suck
Irgendwie scheinen mich OOZING WOUND regelrecht zu verfolgen. Nachdem ich in jüngerer Vergangenheit schon von verschiedenen Seiten aus mehrfach über ihren Namen gestolpert war, wollte ich eigentlich eh schon reinhören, witzigerweise landete ihr neues  Album dann allerdings auch so schon als für ein anderes Medium abzuarbeitende Promo-CD in meinem Briefkasten.
OOZING WOUND bieten Sludge-Metal der eher temporeich abrockenden Sorte mit ordentlicher Thrash-Kante. Den intensiven Energiepegel einer ansatzweise vergleichbaren Band wie Black Cobra oder High On Fire erreichen sie dabei zwar nicht, machen aber durchaus Spaß.
Interessant übrigens, dass das Teil über das vor allem auch für eher experimentell oder speziell angehauchte Indie-Geschichten bekannte Label Thrill Jockey kommt (Tortoise, Trans Am, … auch Liturgy, jaja). Ich erinnere mich an karge, graue Zeiten (ca. die ersten zwei Drittel der Nuller-Jahre),  in denen man neandertaligen Metal innerhalb solcher Kreise nicht mit der Kneifzange anfassen wollte…
Stream oder Bandcamp o.ä. sobald verfügbar bzw. gefunden...


TODAY IS THE DAY – Animal Mother
Nach dem letzten TITD-Album „Pain Is A Warning“ konnte ich im Netz dazu die ersten Stimmen mit dem Tenor „Thema für mich wohl durch“ lesen. Ja, das Teil hatte etwas zugänglich-rock’n’rolliges, das – sieht man von Herrn Austin’s nach wie vor mitunter gewöhnungsbedürftigen Keifquietsch-Vocals ab – nicht mehr ganz so eigenwillig und schmerzhaft tönte, wie es der TITD-Grenzgang zwischen Noiserock und Extremmetall sonst schon mal tat. (Ex-)Fans mit Vorbehalten würde ich trotzdem empfehlen, beim neuen Album mal ein Ohr oder zwei zu riskieren, denn „Animal Mother“ kommt wieder mit etwas mehr Ecken und Kanten, sowie musikalisch einen Tick verspielter daher.
Kann man nehmen!
Bandcamp:todayistheday.bandcamp.com/


Kurz notiert:

Ich habe 1-2 Ohren bei der neuen AT THE GATES riskiert und muss ganz ehrlich zugeben, dass mich das Teil schlicht und ergreifend überhaupt nicht packen möchte. Das Blafasel warum nicht, will ich nicht ausarten lassen, jedoch noch bemerken, dass vor allem der Song ‘The Conspiracy of the Blind‘ einer lahmen Selbstkopie gleichkommt.

Wer sich gerne mal bei 15 Songs in knapp 20 Minuten ‘ne ordentlich grobe Hard-/ Fast-/ Grindcore-Kelle abholt, der sollte das aktuelle PUINCH-Album „They Don't Have To Believe“ via Deathwish checken, das leider das letzte mit Frontschreierin Meghan ist.


‘ne neue NECROPHAGIA kommt passenderweise an Halloween und durchaus ganz witzig geworden.
Vermutlich gibt es die in Kürze beim Label-Bandcamp, den Link reiche ich dann noch hier nach.

Die zweite von OBAKE ist gerade ebenfalls raus, fiel vor allem aus Zeitgründen bisher aber durchs Raster.
Same with EXODUS...

Montag, 27. Oktober 2014

Tja.

Oh Ironie, oh Ironie.
In meiner prätentiös übertriebenen und vor Selbstherrlichkeit nur so strotzenden Besprechung des aktuellen Swans-Albums konnte ich mir keinen Seitenhieb darauf verkneifen, dass die ganzen Hipsterspackos und Möchtegernmusikexperten sowieso lieber zu etwas so einfach zugänglichem wie Beastmilk rennen, als sich etwas wirklich interessantes wie Swans anzuhören.
Tja. Eigentlich wollte ich vergangenen Freitag beim SWANS-Konzert in Köln sein, allerdings scheint das ja neuerdings die Veranstaltung zu sein, bei der man als cooler Szenezeitgenosse dann doch gesehen werden will, weswegen es schon Wochen vorher ausverkauft war. 
Wo waren all diese hornbebrillten, mit Smartphones verwachsenen Idioten und Okkultrocker-Barbies, die da dieses Jahr auf ein mal alle hinrennen müssen eigentlich bei der letzten Swans-Tour?  (Nein, da war ich selbst auch nicht, allerdings aus Gründen und zähneknirschend, während ich eigentlich sehr gerne dabei gewesen wäre…)
Weil ich allerdings auch keinen Bock hatte vielleicht noch irgendwie second-hand-mäßig an eine Karte ranzukommen, um mich dann in diesen Gebäude-9-Kasten zu zwängen, während  er ausverkauft ist (bei sowas wie Swans brauche ich schließlich genug Platz und Luft für ekstatische Stammestänze),  landete ich am gleichen Abend stattdessen im Essener Turock, wo – und hier kommt die dicke Pointe – u.a. Beastmilk spielten.  Ja, an dieser Stelle jetzt bitte lachen.
„Wer sich rechtfertigt, klagt sich an“, schon klar, aber ein Plattenfirmenmensch von den headlinenden IN SOLITUDE hatte mich halt eingeladen, doch mal auf 1-2 Bier rumzukommen, und solchen Einladungen folgt man gerne.
Ich mache es mal kurz: BEASTMILK waren okay. Keine Ahnung, ob es an der neuen zweiten Gitarristin oder mit an der Clubatmosphäre lag, aber im Gegensatz zum Roadburn-Auftritt der Skandinavier, dessen Glätte mich einfach nur langweilte, funktionierte das diesen Abend mit etwas mehr schmutzigem Rock’n’Roll im Sound ganz gut. IN SOLITUDE wiederum bewegen sich inzwischen ja in einer nicht ganz einfach zu greifendenden Grauzone zwischen traditionellem Okkult-Metal (Mercyful Fate) und dem Düsterrock der Vorband, was eine erstaunlich spannende Sache sein kann, wenn man sich gerade auf sowas einlassen möchte. Soll heißen: Ich muss fürs sowas in der richtigen Tagesform sein. An diesem Abend war ich es und habe es somit nicht bereut…

Montag, 20. Oktober 2014

Haglaz Fest

Jaja, no time for love, Dr. Jones, weswegen ich  auch den letzten Konzertbesuch noch mal wieder etwas knapper abhake:
Beim zweiten Tag des „Haglaz Fest“ im AZ Mülheim verpasste unsere Reisegruppe die erste Band u.a. aufgrund des Bahnstreiks (man saß bereits in einem Regionalexpress, der dann aber doch nicht weiterfuhr… oh man).
Und ich nehm‘s gleich vorweg: Bei den abschließenden „Thränenkind“ (sic!) befanden wir uns dann außerdem schon auf dem Heimweg, zumal besagte Band mit ihrem saft- und kraftlosem  Versuch sowas wie Shoegaze-Metal zu machen schlicht und ergreifend eher langweilt. Ja sorry, das wird man jawohl noch sa… whatever.

Beim Reinstolpern in die Bude spielten ULTHA jedenfalls bereits im schummrig-rot dezent angeleuchtetem Dunkel. Die neue Kölner Band, kürzlich u.a. auf Minitour mit Sun Worship und N gewesen, und macht das, was man grob unter Post-Black Metal eintütet.  Mit einem Kontrast aus Gegröle (Gitarrist Ralph, den man auch von Planks kennt) und heiserem Verzweiflungsgeschrei (der Basser) wurde fieses wie atmosphärisches rausgescrheddert. Cool. Bin gespannt auf kommende Tonträger.
Was INCARCERATION mit linkem Black Metal zu tun haben, muss mir jemand aufmalen, das mitunter Deicide-Assoziationen weckende Death Metal-Geknatter des Trios kam aber ziemlich geil.
Bei PLANKS merkte man im Vergleich zu Ultha dann schon den Unterschied, den eine zweite Gitarre ausmachen kann. Schade im Übrigen, dass sie „The Spectre“ nicht gespielt haben, aber cool, dass dafür jetzt ein anderes Instrumental im Programm ist.
Danach hieß es wie schon gesagt "man soll gehen wenn’s am schönsten ist"…


 
 
 
 

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ach ja…

Eigentlich wollte ich noch ausführlicher darüber berichten, wie es beim diesjährigen „Radau gegen HIV“ in Lünen mit AMENRA, OATHBREAKER und SUM OF R so war.
Ein momentaner Mangel an Zeit, Lust und Energie steht dem irgendwie im Weg. Soviel: OATHBREAKERs hochenergische Show mit Hippie-esquer Schreierin war das Highlight des Abends, SUM OF R mit ihrem eigenwilligen Bassloop-Drone- und Minimaldrumkit-Style wieder ein mal eine wirklich feine Sache, AMENRA wie üblich ziemlich gut, wenn auch (ebenfalls wie gewohnt) irgendwie dezent unsympathisch. Einen mäßigen Local Support gabs auch. Bilder habe ich keine (Amenra verbaten sich im Vorfeld ausdrücklich Amateurfotografen und Handyfilmer).

Montag, 13. Oktober 2014

Sonntag, 12. Oktober 2014

Emma Ruth Rundle (Nachzügler-Woche)

Am siebten Tage sollst Du ruhen? Einen habe ich noch, gerade passend zum Sonntag: Emma Ruth Rundle, die u.a. bei der amerikanischen Postrock-Hausnummer Red Sparowes mitspielt, macht solo sowas wie Drone/ Gitarren-Ambient und singt auch schon mal dazu.
Neben einer EP mit improvisiertem Material, das auf Tour entstanden ist, erschien im Mai das Debüt-Album „Some Heavy Ocean“.
Bandcamp: emmaruthrundle.bandcamp.com

Samstag, 11. Oktober 2014

Goat - Hide from the Sun (Videoclip)

MONARCH! – Sabbracadaver (Nachzügler-Woche)

[„Nachzügler-Woche“: Irgendwann in diesem Jahr veröffentlichte Alben, in die ich erst mit einiger Verspätung reingehört habe… Samstag: MONARCH!]

Irgendwie habe ich den Überblick verloren, ob und wie, bzw. warum sie auf welchem Markt mit Ausrufezeichen im Bandnamen geschrieben werden, an anderer Stelle dann aber wieder nicht.
Blickt da irgendjemand durch?
Anyway, Profound Lore haben im Sommer ein neues Album der französischen Dronedoomer MONARCH! (ich schreibe sie jetzt einfach mal mit, auch wenn es hier anscheinend mal wieder ohne ist) veröffentlicht.
Schon mal verspätet drauf hingewiesen hatte ich irgendwo im Rahmen dieses Blogs in aller Kürze zwar, da MONARCH! grundsätzlich allerdings ‘ne interessante und sympathische Band sind, und das Teil aktuell gelegentlich immer wieder mal läuft, möchte ich ihnen bei dieser passenden Gelegenheit dann gerne auch noch mal eine Extra-Abfertigung gönnen.
Drei lange Tracks lang wandeln die Franzosen um Zeremonienmeisterin Emilie mal wieder auf den Pfaden von Khanate u.ä. Seit ihrem letzten Album „Omens“ haben sie dabei ein wenig an Struktur gewonnen, was sich auch auf „Sabbracadaver“ weiter äußert. Man hat hier nie das Gefühl, dass sich irgendwas in dröhnschleppendem Selbstzweck verläuft, sondern durchaus ein kompositorischer Masterplan verfolgt wird. Musik, in der man versinken und an der man verzweifeln kann, der allerdings auch ein Hauch von Erlösung innewohnt, was bei früherem MONARCH!-Material nicht so war.
Ich finds gut!
Label-Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/sabbracadaver

Freitag, 10. Oktober 2014

Eine Doku über die Melvins ist gerad' in der Mache?

'bout time, sag ich da mal.

Black Salvation - In Deep Circles (Nachzügler-Woche)

[„Nachzügler-Woche“: Irgendwann in diesem Jahr veröffentlichte Alben, in die ich erst mit einiger Verspätung reingehört habe… Freitag: Black Salvation]

Auf dem letztjährigen Hell’s Pleasure Open Air überzeugten BLACK SALVATION als spontaner Lückenbüßer, dessen Psychedelic-Jams einen netten Kontrast mit ins Spiel brachten.

Inzwischen ist ihr erster Longplayer raus.
Kurioserweise habe ich offensichtlich bei Erscheinen des Albums schon im Rahmen dieser Blogseiten auf eben jenes samt Bandcamp-Link hingewiesen, mir das Ganze dann aber selbst erst ganze sieben Monate später tatsächlich wirklich mal in voller Länge angehört. Go figure…
Was mir an „In Deep Circles“ jedenfalls ganz gut gefällt ist, dass BLACK SALVATION eben nicht wie der x-te Vintage-Aufguss Marke Rival Sons, Blues Pills oder Kackdavar klingen, sondern trotz aller Retro-Tendenzen ein recht eigener Kauz sind. Ihr Psychedelic/ Stoner Rock hat sowas wie einen gewöhnungsbedürftigen Bauchansatz. Das klingt alles nicht so wirklich vollständig entgratet; zeugt davon, dass man in Klang und Komposition eben nicht nur primär eine vergangene Ära nachäffen will, die man selbst gar nicht erlebt hat, sondern lediglich vom Sound einer solchen inspiriert etwas eigenes, zeitgemäßes macht.
Dabei kommen dann auch schon mal Songs raus, die wie die absichtliche Verunstaltung einer Doors-Nummer oder sowas anmuten („Picture in my Mind“), im Idealfall aber auch schon mal welche, die sich im positiven Sinne nicht so ganz entscheiden können, ob sie nicht vielleicht auch so ein bisschen wie spaceige Hawkwind abheben, oder doch eher am Kyuss-mäßig wüstensandtrockenen Boden bleiben wollen.
Überhaupt gibt es immer wieder mal Songs, die ziemlich eigen daherkommen. „The Devil sent us an Angel“ z.B. klingt mit seinem straight pumpenden Rhythmus sehr untypisch für Musik der „protometallischen“ Ecke (was für ein Unwort).
Was, wie oben bereits gesagt, genau das ist, was mir an BLACK SALVATION gefällt. So ein eher etwas eigenwilliges, eigentlich schon etwas hässliches und schräges statt allgemeinverträgliches musikalisches Gesamtpaket ist mir persönlich nämlich viel, viel lieber, als eine Band a la Orchid oder Graveyard, die zwar technisch über alle Zweifel erhaben sein mögen, deren allumfassende Glätte mich aber schlicht und ergreifend anödet.
Bandcamp: blacksalvation.bandcamp.com

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Sun Worship – Elder Giants (Nachzügler-Woche)

[„Nachzügler-Woche“: Irgendwann in diesem Jahr veröffentlichte Alben, in die ich erst mit einiger Verspätung reingehört habe… Donnerstag: Sun Worship]
Auch SUN WORSHIP befanden sich schon eine ganze Weile auf dem „bei Gelegenheit mal reinhören“-Zettel, bevor ich dann wirklich mal die Zeit gefunden hatte, es tatsächlich zu tun.
Die Berliner spielten zuletzt zwar gefühlt jedes zweite Wochenende irgendwo in der Nähe, unsere Wege kreuzten sich bisher jedoch noch nicht.
Bei dieser „Post-Black Metal“-Sache mögen sich gewisse „Boah ne, jetzt bitte nicht so eine Hipsternummer, die man einem aus Richtung Visions Magazin als den coolen Metal für diese Woche vortanzen will, obwohl man sich das in dem Umfeld eigentlich auch nicht wirklich anhören will“-Reflexe regen, aber da muss man dann halt schon mal über seinen Schatten springen. Ich kann halt auch nicht die ganze Woche nur Exciter, Death SS und Reverend Bizarre huldigen.
Und dass SUN WORSHIP jüngst eine gemeinsame Tour mit unserem Dortmunder Drone-Guitar-Hero „N“ spielten, hat mir dann doch glatt mal als finaler Anlass zum endlich mal reinhören gereicht…
Fazit: Man muss ihnen zugutehalten, dass obwohl diese Kombination aus langen Songs und Darkthrone-Gitarrengeschruppe gerade nichts wirklich originelles mehr ist, sie das eher mit einem Ash Borer-mäßigem Hang zur hässlich-räudig-dreckigen Seite ausleben, als mit den süßlichen Postrock-Anwandlungen der völlig überschätzten Deafheaven ö.ä.
Mit Sonnenanbetung hat das hier nicht viel zu tun, eher mit angestochener Raserei im tiefdunklen Kellerloch.
Der Unterschied zu sowas wie besagten Ash Borer oder Fell Voices ist zwar marginal, „Elder Giants“ geht aber absolut mehr als klar.
Und jaja, bevor einer behauptet, ich hätte das Album nicht wirklich komplett gehört: Der letzte Track ist ein bisschen was anderes, schon klar…

Bandcamp: sunworship.bandcamp.com