Dienstag, 30. Juli 2013

God Is An Astronaut, Essen

Da im Fernsehen ja eh nix kam, dachte ich mir am vergangenen Sonntag, dass man das Wochenende auch prima mit einer Runde Postrock ausklingen lassen kann.
Zumal ich immer wieder gerne mal zur altbewährten Zeche Carl fahre, wenn dort ausnahmsweise mal wieder was ist.
Nachdem ich mir im zugehörigen Biergarten die unglaublich vorzüglichen „Tagliatelle in feuriger Mangosauce“ gegönnt hatte, ging es auch schon kurz nach acht zügig los. Was ja jetzt irgendwie die neuste Sitte in der Zeche Carl ist: Keine Vorband, ziemlich pünktlicher Beginn. Was soll ich sagen, ich kann prima damit leben.
Es war jedenfalls interessant zu sehen, dass GOD IS AN ASTRONAUT dann ja tatsächlich die Bude ganz gut voll machen, und dabei vom dynamischen Jungspund-Duo zum Pärchen mittleren Alters, vom offensichtlichen Indiegirl bis zum obligatorischen Metal-Shirtträger, vom Austauschstudent bis zum Stammbesucher, ein ziemlich gemischtes Publikum ziehen.
Als solche Größe hatte ich die Iren, die bei mir zu Hause zugegeben nur alle Jubeljahre mal im Player landen, ja irgendwie nie wahrgenommen, aber sie sind natürlich auch schon ein ganzes Weilchen dabei.
Die Instrumentalmusik von GOD IS AN ASTRONAUT neigt jedenfalls mal mehr zur Shoegaze-Seite, wird dann wiederum auch mal etwas rockiger und lauter, und hat außerdem, wie auch schon bei anderen Postrockern (z.B. Maserati, 65daysofstatic), bereits angefangen, passagenweise auch Dance-Elemente im Stilmischmasch zu verwursten.
Summa summarum werden GOD IS AN ASTRONAUT damit wohl in diesem Leben keine meiner favorisierten Bands in diesem Feld mehr werden, aber um sich den Sonntag Abend sinnvoller als mit sowas wie Tatort gucken vertrieben zu haben, war die Truppe samt stimmiger Light-Show eine absolut kurzweilige Angelegenheit.







Montag, 29. Juli 2013

Eyehategod, Nicoffeine, Köln…

EYEHATEGOD und NICOFFEINE im Doppelpack? Count me in.

Bei unserer Ankunft am Kölner Gebäude 9 vergangenen Freitag, bereits nach neun Uhr, wird die Vorband WOLVES CARRY MY NAME gerade mal gemütlich auf die Bühne geschickt.
Jene sind in ihrem Unterfangen, derben Sludge Metal und Postrock-Parts unter einen Hut zu bringen, zwar nicht gänzlich unhör- und unguckbar, schießen aber ein bisschen zu viel auf ein mal wollend übers Ziel hinaus.

Über NICOFFEINE habe ich hier in den letzten Wochen und Monaten inkl. Interview-Feature so viele Worte verloren, dass ich das Trio an dieser Stelle nicht mehr groß vorstellen möchte.
Aus irgendeinem Grund funktioniert deren nur schwer zu kategorisierender Instrumental-Noiserock jedenfalls offensichtlich ganz gut im Verbund mit eigenwilligeren Metal-Bands.
So verblüffte und begeisterte der lärmige Frickel-Wahnsinn der Herren Nassary, Lucas und Schneider auch an diesem Abend mal wieder ziemlich.
Manch einem war es gar eine Spur zu wild, was mir recht sein sollte, denn so hatte man direkt vor der Bühne noch ein bisschen Platz…
Unglaubliche Band! Könnte ich mir, ob Ihr es glaubt oder nicht, tatsächlich jede Woche ansehen.


 

Nach den Konzert-Highlights des letzten Sommers in Berlin und an gleicher Stelle, war der EYEHATEGOD-Auftritt dann irgendwie fast schon für alle Beteiligten eine Routineübung.
Was ich jetzt in keiner Art und Weise negativ meine, denn lieber habe ich mich fast schon ein bisschen dran gewöhnt, EYEHATEGOD dieser Tage immer wieder mal live zu sehen, als sie nie wieder zu sehen…
Auch die Herren Bower, Williams und co. lieferten stark ab, und mein Kumpel, Bassist und Gröler Dennis the Menace schwang gar schräg vor mir enthusiastischstens das Tanzbein, wie ich es selten gesehen habe.
Ziemliche Mayhem. So mag ich es am liebsten.


 

(Fotos: El Lukerino Doomposterboyico)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Portal, Blackland, Berlin

Als Epilog zum Hell’s Pleasure konnte man sich den Sonntag nach dem Festival im Berliner Blackland gleich noch mal PORTAL, sowie die hier als Ersatz für Chaoes Echoes aufs Billing gerutschten IRKALLIAN ORACLE in regelrechter Wohnzimmeratmosphäre geben.

Eröffnet wurde der Kneipenabend allerdings erst mal von den Jungspunden ABYSSOUS. Die Chemnitzer sehen sich wohl als Old School Death Metal-Band mit Morbid Angel-Prägung, ich würde ihr Geprügel allerdings schon näher zu einer Thrash/ Death/ Black-Ursuppe mit mittelschweren Possessed-Vibes sortieren, was
je nach Perspektive aber natürlich aufs gleiche drauf rauskommt…Nichts weltbewegendes, aber als Anheizer, gerade auch in so einer Metal-Kaschemme, dann ja doch ganz brauchbar.

Ob die skandinavischen IRKALLIAN ORACLE als Vorband für PORTAL, als eine catchy Version eben dieser, eine super passende oder vielleicht doch eher sich leicht mit dem Headliner beißende Wahl waren, sei jetzt mal dahingestellt.
Der ritualistische Düster-/Extrem-Metal, der in anonymisierend sakralen Outfits dargeboten wurde, war dem der Australier nämlich nicht ganz unähnlich, setzte dem Besucher statt einem Tentakelmonster-Sänger allerdings einen vor, der gelegentliche Percussion-Akzente setzte. Was sogar ziemlich cool kam!
Nicht schlecht, wirklich. Das Drumherum mag man zwar auch gerne albern finden können, aber musikalisch war das wirklich ganz gut!


 
 

PORTAL im Blackland zu sehen war dann fast schon ein bisschen entzaubernd, u.a. zumal man auf weniger als einen Meter Entfernung ihrem Soundcheck in Zivil-Outfits zusehen konnte. Es war allerdings dennoch recht cool, das Ganze von so nahem zu sehen, denn was z.B. die Gitarristen auf ihren 8-Saitern (!) so runterschrubben, ist dann ja aus nächster Nähe auf die Finger geguckt doch etwas beachtlicher, als es sich bei PORTAL's Dauerfeuer-Brei(t)wand dann eigentlich anhört.
War schon 'ne interessante und bemerkenswerte Sache, das nach ihrem Festivalauftritt in einem derart kleinen Rahmen mit minimalem Tuchfühlungsabstand zur Band noch mal zu erleben.







dies und das kurz notiert

1.) Vor kurzem hatte ich endlich die Zeit, mir wirklich mal aufmerksam den Stream des PHILIP H. ANSELMO & THE ILLEGALS Albums anzuhören. Naja. Grundsätzlich kann man mit eher dissonant tönendem und verquer um die Ecke gerödelndem Extremmetall ja meine Sympathie gewinnen, aber irgendwie ist „Walk Through Exits Only“ dann ja doch nur unspektakuläres Mittelmaß ohne wirklich interessante Akzente.

2.) JUCIFER wiederum scheinen sich allerdings wieder gefangen zu haben. Nach der Gurke „Thoned in Blood“ lärmt ihr aktuelles Album den ersten 1-2 Hinhörern nach gleich mehrere Qualitätsklassen höher. Werde ich mir wohl noch zulegen!

3.) AMBER stehen in Zukunft ohne ihre Schreierin Annika da, da sie die Band leider aus persönlichen Gründen verlässt. Was wirklich schade ist, denn mit ihrer inbrünstig-emotionalen Stimme hatte der Post-Metal der Marburger eigentlich durchaus das gewisse Etwas…

4.) Wieso müssen CARCASS eigentlich im November mit Amon Amarth als Headliner auf Tour kommen?  Die würden doch bestimmt auch alleine ‘ne mittelgroße Bude vollmachen?

Volto! – Rocino (Videoclip)

Auch von VOLTO!, der Fusion Jazz-Band mit Tool-Drummer Danny Carey, gibt es einen aktuellen Videoclip.
Das zugehörige Album „Incitare“ kommt Anfang August.


Mittwoch, 24. Juli 2013

Master Musicians Of Bukkake....

Zu zwei Songs des neuen MASTER MUSICIANS OF BUKKAKE-Albums ("Far West" kam letzten Monat bei Important Records raus) gibt es so etwas ähnliches wie Videoclips:

Hell's Pleasure Metalfest 2013

Ein interessantes Festival, dieses HELL'S PLEASURE in Pößneck.
Warum sich die Reisegruppe "Krach und so" dieses Jahr an einem sehr frühen Freitag Morgen auf die Autobahn gen Osten werfen musste, das hatte ich in einer Vorankündigung schon mal umrissen. Das Billing war mit seiner Mischung aus geschätzten Stoner/ Doom-Größen (Acid King, Electric Wizard), den Grindcore- bzw. Deathgrind-Erfindern Repulsion bei ihrem ersten Gig hierzulande überhaupt, und interessantem Avantgarde-Düsterkram (z.B. Portal bei ihrer ebenfalls ersten Invasion hier) zu gut, um nicht hinzufahren.
Konnten auch 1-2  Absagen von Bands, die ich mir durchaus ansehen wollte (Gates of Slumber, Chaoes Echoes), nichts dran ändern...

Dinge, die dabei auffielen: Das Ganze war schon irgendwie etwas locker organisiert (im Sinne von: Im Post-“Love Parade Tragödien“-NRW vermutlich so kaum möglich) und bot seinen tausend Besuchern ferner nicht mal eine Duschgelegenheit.
Das Publikum war außerdem, gemäß des speziellen Billings, nicht nur überraschend international, sondern auch etwas seltsam gemischt.
Sludge'n'Stoner-Freunde und "Hipster-Metaller" im entsprechenden Merch auf der einen, verpeiltes Jungvolk in pseudomäßiger 80ies Metal-Revival-Uniform auf der anderen Seite. Für letztgenannte wurde mit Bands wie den NWOBHM-Oldies Satan, den durchaus passablen In Solitude, und den völlig unsäglichen Attic schließlich auch was geboten.
Dass man von Organisatoren-Seite im Vorfeld betonte, das Festival als Politik-freie Zone zu verstehen, und man im entsprechenden Statement auch niemand Musik-interessierten irgendeiner ideologischen Ausrichtung explizit ein- oder ausladen wollte, führte außerdem zu Beobachtungen wie folgender: Während halbstarke Asikinder an einer Ecke des Zeltplatz irgendeine Ulk-Rechtsrock-Scheiße in die Wildbahn schallen ließen (krepiert doch mal bitte an Euren eigenen Kopfvakuum-Implosionen!), ging gegenüber ein Mädel im "Good Night White Pride"-KaPu vorbei (Dich find' ich super!).
Naja. Es wäre allerdings dennoch gelogen, würde ich hier jetzt behaupten, dass die Veranstaltung irgendetwas anderes als
weitestgehend doch ziemlich entspannt abgelaufen wäre, bzw. es außerdem irgendetwas an sonstiger Orga, Bühne, Sound, etc. auszusetzen gegeben hätte. 
 

Zum wesentlichen...der Musik...

Freitag

Gleich der Opener BÖLZER wusste als kleine Entdeckung zu begeistern. Namentlich auf dem Radar hatte ich das Duo aus der Schweiz bereits gehabt, allerdings bisher noch keinen Ton gehört. Geboten wurde  ein eigenständiges und doch völlig unprätentiöses Bollergröl-Black Metal-Eigengebräu, das ziemlich gut reinging. Sind auf dem Einkaufszettel...
 

Zwischenzeitlich erfreute und amüsierte uns die Begegnung mit einem berüchtigten Bekannten aus der Gegend, nennen wir ihn mal Lieutenant C.K., mit Platten-Stand für ein Label anwesend, der schon wieder derart desaströs unterwegs war, dass er zur Unterhaltung aller auf eine Schallplatte seiner eigenen Band urinierte. 
Nun ja...


HOBBS' ANGEL OF DEATH war dann später eine etwas zwiespältige Sache. Der australische alte Mann und seine jüngeren Mitmusiker haben ja durchaus den einen oder anderen guten Song im Repertoire, und grundsätzlich mag ich diese Art von klassischem Thrash Metal - das mit dem vermeintlichen Kult-Faktor und der tatsächlichen Realität kann aber manchmal so eine Sache sein. Ganz nett, aber u.a. wegen seiner peinlichen Eröffnungsrede sollte Ruhestand vielleicht langsam mal eine Option werden.
 

Dann: ACID KING. Drummer Joey sieht inzwischen doch wieder mehr nach Hippie als nach Nachrichtensprecher aus (was er beim Roadburn '11 tat), und Gitarristin/ Sängerin Lori S. rockt Songs wie „2 Wheel Nation“ so ansteckend runter, dass ich die Kamera dann auch zwecks Tanzbein schwingen sehr schnell wieder am Körper verstauen musste...

 
 

Danach: REPULSION! Reunions alter Legenden mögen grundsätzlich seltsame Beigeschmäcker haben, da ich allerdings niemals gedacht hätte, diese grandiose Band in meinem Leben jemals zu sehen, war diese Gelegenheit ja doch eine ziemlich geile Sache. Zumal dem Trio das entsprechende Quentchen Selbstironie dabei nicht fremd zu sein scheint, z.B. als Brüller/ Basser Scott Carlson einen Song von ihrem „aktuellen Album, ...das vor über 20 Jahren rauskam“ ankündigt. Sympathische Truppe, geile Songs, super Performance - das war wirklich wunderschön! 


 
 
 

Als samstäglichen Abschluss vorm Discozelt-Abschuss gab es dann noch PORTAL - jene Australier, deren Schriftzug derzeit das Shirt auf jedem aktuellen Phil Anselmo-Foto ziert, und deren letzten zwei Alben in der internationalen Metal-Blogosphäre als unweltliche Sensation gefeiert wurdern.
Schon leicht beduselt im Kopp funktionierte die surreale Mixtur aus Lovecraft-inspirierter Bühnenerscheinung (inkl. Tentakelhandschuhen, die der Sänger durchs Nebel-/Lightshow-Dickicht ranken lies) und ultradüster-dicht rausgeschroteter Musik ziemlich gut. 

 


 
 

Samstag

Das nur als Randnotiz: Der berüchtigte Lieutenant C.K. wurde mit den Worten „What the fuck are you doin' in my car?“ geweckt, als er ohne Hose in einem Bandvan schlummerte....

Die erste nennenswerte Band am zweiten Tag waren SVARTIDAUDI, deren gleichermaßen epischer wie brutaler Black Metal bei Tageslicht und Freilichtbühnensound nicht so optimal funktionieren wollte. Würde ich daher wohl durchaus gerne mal eine nächtliche Clubshow von sehen...

 

Im Anschluss entsetzte die Clownstruppe ATTIC mal wieder mit ihren billigen Kindermelodie-Leads und einem mittelmäßigen King Diamond-Imitator am Mikro. Meine Fresse, wieso ist diese unsägliche Gurkenband diesen Sommer eigentlich vom diesjährigen Roadburn-Vorglühen bis zum vor der Tür stehenden PartySan wirklich überall, und wer ist tatsächlich so merkbefreit und willenlos, sich von derartiger Grütze tatsächlich hinterm Ofen vorlocken zu lassen? Mal wieder eine dieser Ungerechtigkeiten in der Welt, die ich niemals verstehen werde...

Sie wiederum gehörten eindeutig zu den Siegern des Festivals: BLACK SALVATION aus Leipzig übernahmen die mehr oder minder undankbare Aufgabe, für die französischen Black Metaller Antaeus einzuspringen, deren Auftritt von einem Flughafenstreik verhindert wurde. Und BLACK SALVATION waren ziemlich super! Stoner-/ Psychedelic Rock der druckvolleren, dreckigeren, verspielteren, dabei aber trotzdem Retro-Vibes versprühenden Sorte. Immer wieder ausgedehnte Instrumental-Passagen, die gefielen, und immer wieder drückendes Gerocke, das mitriss.
Ziemlich geil. Die Jungs muss man in Zukunft auf dem Radar haben, da kommt vielleicht was großes auf uns zu...

 
 

Zu CRUCIAMENTUM's Death Metal kann ich nur kurz und knapp sagen, dass das Ganze 'ne ziemlich brauchbare Angelegenheit war, ich persönlich da jetzt aber auch nicht gleich zum Tonträgererwerb losrennen musste. Durchaus gute Band - sie können ja nix dafür, dass ich bei Death Metal und seinen Subgenres heutzutage superpicky bin...

Womit wir bei NECROS CHRISTOS wären, die ich zugegeben auch nicht komplett gesehen habe, die mir 2-3 Songs lang aber besser als sonst schon mal gefallen haben. Das hatte irgendwie mehr Schmackes, Tempo und Dynamik als bei einer früheren Begegnung. Was auch immer mit denen in der Zwischenzeit passiert sein mag, es ist eine positive Entwicklung!

 

SATAN, ja, klar habe ich mir auch die ein wenig angesehen, habe aber irgendwie keine wirkliche Meinung zu den reunierten Old School Schwermetall-Opas von der Insel...

Bringt das Hell's Pleasure, siehe Necros Christus, etwa tatsächlich das Beste an Bands zum Vorschein? Waren ELECTRIC WIZARD, wenn man mal ganz ehrlich ist, in der Vergangenheit gelegentlich wohl auch schon mal nicht so ganz 100%ig Headliner-würdig gewesen, so überzeugten sie an diesem Abend wirklich auf voller Linie.
Dass der mit seinen Riesenbecken schon im Ansatz ein bisschen bekloppt rüberkommende Ex-Ex-Drummer Mark Greening (Ramesses) inzwischen wieder  dabei ist, ist erfreulich, aber lediglich eine Randnotiz. Trotz leichter Aufbauverzögerung (somit die erste und einzige des Wochenendes!), und den wie immer etwas schlurig rüberkommenden Wizards war dieser Auftritt der beste, den ich von ihnen bisher gesehen habe. Was durch das wirklich tolle Bühnenlicht noch mal einen Extra-Hauch von Magie bekam.
Schöner Abschluss!


















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Donnerstag, 18. Juli 2013

VOIVOD - Target Earth (Videoclip)

Aktuelle Alben...

Heute mal als Stream-/ Download-/ Linksammlung im Kurzabrissmodus...

COFFINS – The Fleshland
Neues Album der japanischen, crustig angehauchten Doom-Death Metal-Lärmer COFFINS via Relapse Records.
Bandcamp: coffins.bandcamp.com/releases

DAVID LYNCH – The Big Dream
Das zweite Album des Starregisseurs kann man gerade bei Pitchfork im Stream hören, was ich trotz Pitchork-Antipathie dann mal verlinke: pitchfork.com/advance/158-the-big-dream/

JUCIFER - за волгой для нас земли нет

Neues Album, mit eigenwilligem Konzept, des Sludge Metal-Nomadenpärchens.
Jertzt auch auf Bandcamp: mutantsofthemonster.bandcamp.com

Bzw. sogar zwei mal: jucifer-official.bandcamp.com/album/-

JUNGBLUTH - Part Ache

Münster's Neocrust-Macht JUNGBLUTH hat was neues am Start, das man von der Band selbst in Netz gestellt umsonst herunterladen, oder bei Bandcamp einen Obolus dafür lassen, oder bei bisaufsmesser.com  als Schallplatte erwerben kann.

NIGHTSLUG – Dismal Fucker
Dreckig, düster und derbe dröhnende Sludgecore-Walze aus Düsseldorf. Ganz geil!
Bandcamp: nightslug.bandcamp.com/album/dismal-fucker

PHANTOM GLUE - A War Of Light Cones
Sludge-Metal/ Noiserock aus Amiland, wie 'ne Mischung aus Taint, Unsane, und der Rockigkeit aktueller Mastodon oder sowas. Hat Potenzial!
Bandcamp phantomglue.bandcamp.com/album/a-war-of-light-cones

PHILIP H. ANSELMO & THE ILLEGALS - Walk Through Exits Only

Ja, richtig gelesen, Sangesmann Phil Anselmo (Down, Pantera, Superjoint Ritual, ...) vewröffentlicht gerade so etwas wie ein Solo-Album.
Da es dazu einen Stream gibt, den man so praktisch einbetten kannt, habe ich ihn hier bereits in einem Einzelpost verbraten, der Vollständgkeit halber aber noch mal mit aufgelistet.


SANNHET – Known Flood
Weitgehend instrumental klingen SANNHET wie eine Black Metal-Version der Red Sparowes, oder wie etwas verspieltere Tombs. Kann man so machen!
Bandcamp: sannhet.bandcamp.com/album/known-flood

TRUE WIDOW -
Circumambulation
Die Shoegazer TRUE WIDOW und die Extrem-Metal-Spezialisten Relapse Records sind ja schon irgendwie eine seltsame Paarung. Momentan kann man zwar noch nicht das komplette Album im Netz hören, aber das wird sich mit Sicherheit noch ändern.
Bandcamp: truewidow.bandcamp.com

UNKIND - Pelon Juuret
Nach Hebosagil schon der zweite, finnischsprachige Alarm, den wir diese Saison reingeprügelt bekommen. Modern-Crust, Relapse Records, letzten Herbst noch im Vorprogramm einer der besten Bands überhaupt gesehen.
Bandcamp: unkindband.bandcamp.com/album/pelon-juuret

Mittwoch, 10. Juli 2013

Bongripper - 'Satan Worshipping Doom' Live @ Roadburn 2012

So'n Typ mit dem Youtube-Namen rubyredriver hat sich die Mühe gemacht, vom bereits legendären Auftritt BONGRIPPERs beim sonntäglichen Afterburner des Roadburn Festivals 2012, visuelle Aufnahmen von drei Quellen mit dem bei Burning World Records erhältlichen Audio-Livemitschnitt des Konzerts (hier mal erwähnt) zusammenzuführen.
rubyredriver ist mein Held der Woche!


Zehnjähriges: Killing Joke – „s/t (2003)“

Natürlich gibt es sie auch im Fall von KILLING JOKE  - die Fans, die über das Spätwerk eher mosern, und alles aus den Früh- und Mitt80ern dem restlichen Output bevorzugen.
Wenn ich persönlich aber mal ganz ehrlich bin, spielt der, zu fast (fast!) schon kantenlosem Gothrock neigende Kram Marke „Night Time“ (1985), auf der Liste meiner bevorzugten KJ-Alben eine recht geringe Rolle (was, gemessen an meinen sonstigen musikalischen Vorlieben, jetzt natürlich auch nicht groß verwundern dürfte).

So richtig kennen lernte ich KILLING JOKE eh erst mit dem 1994er „Pandemonium“. Die endzeitliche Videosingle „Millennium“ donnerte mit einem metallischen Stakkato-Brecherriff und maschinell pumpender Rhythmik nach vorne, und diesen Refrain für die Ewigkeit wollte man sofort mitschreien. Da war es um mich geschehen, Instant Love.
Zusammen mit dem selbstbetitelten Debüt von 1980 (das herrlich schroffes, ritualistisch anmutendes Material wie den „Wardance“ oder das sogar von Metallica gecoverte „The Wait“ abwarf), und dem
zehn Jahre später, nach ihrer glatteren Phase in den 80ern, wieder mehr mit Punk und Metal flirtend zu neuen Härte- und Kaputtheitsgraden aufbrechenden „Extremities, Dirt & Various Repressed Emotions“, festigte sich „Pandemonium“ beim tieferen Eintauchen in den KJ-Kosmos dann auch als eine der Perlen in ihrer Discographie bis dato.
Als 1996 dessen Nachfolger „Democrazy“ erschien, wollte mir dieser wiederum gar nicht so gut reingehen. Klar, auch
„Democrazy“ hat seine Momente und ein paar wirklich gute Songs -  dass die Band selbst nicht so ganz mit dem Resultat zufrieden war, nach diesem Album gar ihre längste Pause überhaupt einlegte, außerdem nie wieder auch nur eine Nummer davon live spielte, spricht allein schon Bände für sich.

Juli 2003 kam der tödliche Witz dann aber bäck with a bäm, und brachte dabei zwei seltsame Stunts. Der erste: Ein zweites titelloses Album. Der zweite: Dave Grohl am Schlagzeug. Ursprünglich sollten noch weitere Drummer, wie Tool’s Danny Carey involviert werden, doch Grohl riss sich gleich das ganze Ding unter den Nagel, und wollte für sein Mitwirken nicht mal bezahlt werden.
Auf „s/t 2003“ verfolgten sie den Kurs von „Pandemonium“ weiter, zeigten dabei allerdings vor allem in der ersten Hälfte eine nie dagewesene Hartkantigkeit. Dieses Album knallt, kachelt und ballert an allen Ecken und Kanten,
und stützt die Weltuntergangslyrik des kauzig-smarten Sängers Jaz Coleman mit stockdunkler Atmosphäre, sowie treibender, gleichermaßen komplexer wie präzise-geradliniger Rhythmik.
Und die Songs sind dabei auch wirklich interessant. Die Eröffnungsdampframme „The Death & Resurrection Show“ z.B. hat so einen Schuss Latin-Vibe im Groove (System Of A Down schienen wohl auch an KJ nicht ganz spurlos vorbeigegangen zu sein), „Total Invasion“ macht seinem Titel als zerstörerisch marschierender Stampfer alle Ehre, und wenn danach der „Asteroid“ Hagelsturm-artig auf den Hörer einprasselt, liegt Apokalypse in der Luft.
Aber auch die andere Seite KILLING JOKEs präsentiert sich in der zweiten Hälfte beim ruhigeren
„You'll never get to me“ oder dem symphonisch angereicherten „Dark Forces“ ebenfalls sehr gelungen.
Vielleicht ist dabei nicht jeder Song ein Treffer ins Schwarze, allerdings ging hier auch keiner so wirklich weit daneben.


Nachdem dieses Album passagenweise schon nicht ohne war, drehten KILLING JOKE die Schraube an Härte auf dem 2006er Nachfolger „Hosannas from the Basement of Hell“ dann übrigens noch mal weiter, denn jener kam gleich noch mal ein ganzes Stück kaputter und  düsterer daher. 2010 wiederum veröffentlichten sie dann mit „Absolut Dissent“ auf ihre alten Tage sogar noch mal eines ihrer allerbesten Alben.
Wären diese beiden Killeralben nicht gewesen, wäre „s/t 2003“  in meiner persönlichen KILLIG JOKE Top 5 vermutlich auf Platz #3 oder so. So teilt es sich aber inzwischen wohl den fünften Platz mit „Pandemonium“. Dennoch war es vor allem in den Jahren 03-06 einer der glänzendsten Schätze meiner Musiksammlung, und wird noch heute immer wieder mal sehr gerne aufgelegt.

PS: ASTEROOOOOIIID!!!!!*

(*noch mit dem 2007 leider verstorbenem Bassisten Paul Raven)

Steve Austin - Discography Tape/ Download (name your price)

Liebes Tagebuch,
heute passierte etwas sehr witziges.
Als ich zwischen Feierabend und Bandprobe ein noch verhältnismäßig großes Zeitfenster, aber keine Lust hatte, die Zeit bei diesem herrlichen Sommerwetter nur in meiner aufgeheizten Bude zu verbringen, dachte ich mir, ich husche noch mal eben durch die Innenstadt.
Wurde dann gewohnheitsmäßig eher ein Blitzkrieg als Bummel, aber ich traf nicht nur beim durchfliegen des Hauptbahnhofs
zufällig den Chefredakteur des RockHard-Magazins, sondern im Saturn dann auch noch einen der Gitarristen von STEVE AUSTIN, eine meiner absoluten Lieblingsbands aller Zeiten und überhaupt.
Erinnerste Dich, Tagebuch?!? Klar erinnerste Dich. Wie geil waren STEVE AUSTIN eigentlich?
Benannt nach dem „Sechs-Millionen-Dollar-Mann“ (gespielt von Lee Majors), war das westfälische Grind-/ Metal-/ Fast-/ Hardcore-Ensemble, mit und ohne Ironie, als die Jungs noch aktiv waren, die witzigste, geilste, legendärste, wildeste, manchmal auch blankziehendste Band weit und breit. Meine Güte, die vermisse ich ja wirklich …
Jedenfalls erzählte mir der Knaller kichernd, dass einer von denen letztens noch mal irgendwo ein Mixtape mit der kompletten Austin-Disco hochgeladen hätte, darunter sogar die eine Sache, wo ihm dann nachträglich erst eingefallen wäre, dass eben diese doch mein Mitwirken involvierte..


Okay, jetzt noch mal eben ganz ohne Debilität.
Keine Ahnung, warum ich tatsächlich erst zwei Jahre später von diesem, inzwischen ausverkauften, aber digital umsonst ziehbarem Tape mit der kompletten STEVE AUSTIN-Discographie erfahre. Auf keinen ist mehr Verlass.
Allerdings möchte ich dabei auch noch mal betonen, dass obwohl die inzwischen leider inaktiven STEVE AUSTIN eine Spaßband mit Überschneidungen zu meinem persönlichen Umfeld waren, ich deren bekloppten Kram musikalisch tatsächlich auch wirklich geil fand und nach wie vor finde. Ich würde sogar so weit gehen, das hier enthaltene Material der „Menschen müssen weg“-Session (#17 - #35) als sowas wie ein absolutes Alltime-Lieblingsalbum von mir zu bezeichnen.
(Und bei welcher Sache ich meine Finger mit im Spiel hatte, ist nicht so schwierig zu erahnen...)

40 Songs zum Name your Price-Download:

http://yakuzzitapes.bandcamp.com/album/steve-austin-discography-tape

Hits
und Anspieltipps, u.a.:
10. Ich will in der Zeitung lesen, dass du an deinem eigenen Erbrochenen erstickt bist
18. Ich fresse nix was kein Gesicht hat       
19. Ich…äähhh…äähhh…HÄNS!!!
24. Märchenmetal
25. Maulmosh
35. Mistgabel vs. Gesicht


Montag, 8. Juli 2013

Oathbreaker - No Rest For The Weary (Videoclip)

Interview: Fuck The Facts

Nachdem ich hier das eine oder andere mal vehement betont habe, wie zu hohl alle anderen sind, weil sie die Größe von FUCK THE FACTS nicht erkennen, wollte ich das Ganze unbedingt noch damit abrunden, der Band eines der auf diesem Blog ja eher seltenen Interviews zu gönnen.
Weil der Weltgeist nun mal die seltsamsten Wege geht, begab es sich dann allerdings, dass nachdem ich FTF-Mastermind Topon Das ein paar Fragen rübergemailt hatte, sich im Netz und der Fachpresse die Features über FUCK THE FACTS und ihre aktuelle EP „Amer“ auf ein mal doch regelrecht häuften. Da schob ich dann gleich mal noch die Frage nach, ob er meinen Eindruck eines plötzlich gesteigerten Interesses teilen würde...


Wir haben halt eine Menge Arbeit darein gesteckt, der Welt diese Veröffentlichung mitzuteilen. Und es ist wirklich nett, dass Leute nicht nur Kenntnis davon nehmen, sondern diesen Release offensichtlich auch wirklich gut finden. Schon cool, so viele positive Reaktionen zu sehen und das ganze Feedback zu „Amer“ zu lesen, gerade auch da es ein Independent-Release ist...“ 

...der auch noch in jedem erdenklichen Format von der Kassette bis zum reinen Download kommt. Welches Format bevorzugst Du selbst eigentlich am meisten?


 
Fast alles, was ich an Musik höre, ist heutzutage auf meinem iPod. Ich höre wirklich selten Vinyl, CDs, oder Kassetten, auch wenn ich den Klang von gut produzierten Schallplatten tatsächlich sehr mag. Das mit den Tapes ist mehr so ein Nostalgie-Ding. Als FTF angefangen haben, war das noch in Zeiten bevor man CDs zu Hause brennen konnte, also waren unsere frühen Veröffentlichungen auf Kassette. Wir behalten diese Tradition gerne bei, und haben sogar so ein wiederkehrendes Tape-Modell, damit das Ganze so einen uniformierten Vintage-Look hat. Ich habe an diesem Format schon Spaß, heutzutage hat das aber eher ästhetische Gründe.“

Apropos früher. FTF starteten 1997 mal als Soloprojekt zwischen Noise und Spaß-Grindcore, und waren über so manchen Zwischenschritt dann beim 2006er Relapse Records-Einstand „Stigmata High-Five“ eine komplette Band, die eine ziemliche Neigung zum progressiven Death Metal entwickelt hatte. Gibt es dabei eigentlich dieses Klischeebild des frühen Fans, der den Krach der Anfangstage grandios, aber das Spätwerk als 08/15-Scheiß oder sowas empfindet?

Solche gibt es, ja, und ich habe ein paar davon getroffen, auch wenn niemand davon so hart war, es als ‘08/15-Scheiß‘ zu bezeichnen. Für einige ist „Mullet Fever“ oder „Backstabber Etiquette“ das Beste von FTF, andere finden gar den ganz frühen Kram am besten. Daran muss ja auch nichts falsch sein, ich finde das sogar interessant zu hören, welche Outputs Leute am besten finden. Wir haben uns als Band sehr weiterentwickelt über die Jahre, selbst bei aktuellen Sachen können sich die Dinge noch mal wieder sehr ändern. Was allerdings genau das Ding ist, warum ich so gerne mit dieser Band spiele, oder was ich an anderen Bands mag und interessant finde, die ich mir so anhöre.“ 


Und in der Tat ist das eine der Sachen, die ich an FUCK THE FACTS sehr interessant finde. „Stigmata High-Five“ z.B. hatte ziemliche Ecken und Kanten, sowie stärkere Mathcore-Tendenzen, als etwa das nachfolgende Album „Disgorge Mexico“, das viel melodiöser und teils näher an traditionellerem Metal tönte. „Die Miserable“ hatte dann wiederum ausartende, progressive Arrangements, wohingegen die „Misery“-EP vor allem sehr simpel-straighten Kram aus der Hüfte schoss…

Hauptsächlich kommt das einfach raus, wie es raus kommt. Da steckt halt wirklich eine Menge Arbeit in unserer Musik, und mancher Release ging vor der finalen Aufnahme dann auch schon mal durch mehrere Stufen an Pre-Production Demos. Und wenn man dabei dann schon mal über eine neue Idee stolpert, bringt das immer ziemlichen Enthusiasmus, etwas neues auszuprobieren, und sich auch mal einen Schritt aus der eigenen Confort Zone zu wagen. Wir wollen uns halt weiterhin verändern und entwickeln, aber wir erzwingen da auch nichts. Das ist schon alles ein sehr natürlicher Prozess, mit dem gelegentlichen Tritt in den Hintern, damit es nicht langweilig wird.


Auch Enthusiasmus ist ein gutes Stichwort, denn mich würde mal interessieren, wie man den über die Jahre beibehält, wenn man wie FTF wochenlang mit einem Van durch die Gegend tingelt, um teilweise in den letzten Kellerlöchern vor nur ein paar Leuten zu spielen…

Wir machen das ja jetzt schon lang genug, um zu wissen, was für Touren wir machen und uns leisten können. Das wird dann schon bei der Planung berücksichtigt. Man lernt ja außerdem unterwegs im Laufe der Zeit auch, wie man sein Geld bei sich behält. Wir mögen kein großes Publikum haben, aber die Leute, die auf unseren Kram stehen, unterstützen uns auch sehr, was das Touren durch die Welt und Veröffentlichungen im Eigenvertrieb dann ermöglicht.
Natürlich gibt es da Nächte, wo Du im Nirgendwo vor ein paar wenigen Leuten spielst, aber oft sind das auch Locations, die wir extra auswählen, eben weil viele andere Bands da nicht spielen. Wenn man so eine Tour organisiert, auf der man auch wirklich jeden Abend irgendwo spielen möchte, landet man dann eben auch schon mal an einigen eher ungewöhnlichen Orten, und von manchen dieser Shows habe ich die besten Erinnerungen mitgenommen
.“


Fragst Du Dich manchmal, wie lange Du das noch machen wirst?

Absolut, ja. Was viel mit den Höhen und Tiefen, die man mit einer Band so erlebt, zu tun hat. Ich würde mir gerne vorstellen, das bis an den Rest meines Lebens zu machen, aber dann gibt es auch Tage, wo mir danach wäre, dem Ganzen ein Ende zu bereiten und vielleicht mal was anderes zu machen. FUCK THE FACTS sind jetzt seit 15 Jahren mein Leben. Manchmal ist das eine Bürde, weil ich nicht viel Zeit und Energie für irgendetwas anderes übrig habe. Ich liebe, was ich tue, und deswegen tue ich es weiterhin, aber man weiß nie, wann das Ende vielleicht mal kommen mag. Jede Tour oder Veröffentlichung könnte schon unsere letzte sein…

Was hörst Du selbst gerade so, und was sind gute unbekanntere Bands auf Deinem Radar, von denen die Leute unbedingt erfahren sollten?

Diese Tour hatte ich bisher Amorphis’ “Elegy”, Black Sabbath’ “Never Say Die!” and Red Hot Chili Peppers’ “Californication” auf den Ohren. Wenn Du jeden Abend Grind-Shows spielst, ist es durchaus schon mal nett, eine Pause von dem ganzen Geschrei zu haben.
Was neue Bands angeht, gibt es aus meinem Heimatort gerade eine wirklich gute Thash-Punk-Band namens World War 4, und eine melodische Doom-Band namens Alaskan. Ich bin natürlich voreingenommen, weil ich beide aufgenommen habe, aber die sollte man wirklich mal checken!


Das mit dem nervigsten aller RHCP-Spätwerke lasse ich jetzt mal unkommentiert, aber wo wir dabei sind, darfst Du hier natürlich auch noch Werbung für Eure andere Kiste machen…


Wir haben da noch so ein Noise/ Doom Projekt namens MERDARAHTA. Im Grunde genommen macht jeder von FTF mit, plus ein paar Freunde. Das ist mehr so eine Art von Alter Ego, mit dem wir den eher experimentellen Kram rausbringen, der bei FTF nicht mehr mit reingepasst hat, Es ist schon sehr andersartig, und entsteht spontan bei Improvisationen. Das sind wirklich Momentaufnahmen, und nichts, was wir dann noch mal wiederholen. Selbst die Liveshows, die wir damit machen, fallen immer anders aus, weil wir dabei nach Gefühl jammen, anstatt Riffs zu spielen.
Ich bin gerade dabei eine neue Veröffentlichung zu mischen, die man irgendwann in naher Zukunft auf http://merdarahta.bandcamp.com finden wird."
 
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Samstag, 6. Juli 2013

AZ Mülheim schon wieder

Das mit dem AZ Mülheim (an der Ruhr) und mir ist inzwischen eine richtige Hassliebe. Kürzlich bei WAKE, DEPRAVATION und NEGATIVUM mal wieder: Erste Band fängt um zehn vor zehn an. Da sonst nix anderes vor, Bierbänke vorm Laden, Bier in der Hand, und Sommerwetter, war das dieses mal allerdings ausnahmsweise gar nicht mal soooo schlimm.

Die erste Band waren auch keine Unbekannten, denn die Bielefelder NEGATIVUM habe ich in ihrem Heimathafen schon mal gesehen. Konnte mich allerdings gar nicht daran erinnern, dass einer von ihnen auch bei Unru mitmacht. Und außerdem muss ich feststellen, dass die Ostwestfalen sich ja doch ganz schön gemacht haben. Ihr „Quasi-Black Metal“, wie ich diese WITTR-nahe Kiste gerne nenne, ist zwar durch eine sehr gängige Schablone ohne große Eigenauffälligkeiten gepresst, aber das Dargebotene gefiel mir an diesem Abend ziemlich gut. Bei so viel Gleichförmigkeit war es vielleicht ein Song zu viel, aber da wollen wir mal ein Auge zudrücken...
Zumal der Celtic Frost-ige Part bei einem Song ziemlich groß
war!

 

Wer bei dem momentan allgegenwärtigem Etikett „Dark Hardcore“ schon nur noch die Augen verdreht, und es auch eher unnötig findet, wenn 'ne eigentliche HC-Band im stockdunklen und mit Kerzengedöns aufspielt, bei dem bin ich voll und ganz, allerdings muss ich eingestehen, dass ich DEPRAVATION dann doch wieder Erwarten überraschend gut fand.
Keine Ahnung wo ich den Stil der Band, deren Shouter sich im Publikumsraum völlig verausgabte, exakt verorten wollen würde, aber einen Hauch von Integrity hatte das Ganze wohl.
Echt ganz gut, diese Jungs aus Gießen!

 

 
WAKE hielten es dann um Mitternacht rum, wie bei ihrem aktuellen Album „False“ (kürzlich hier besprochen), dann doch mal ziemlich knapp mit der Spielzeit. Haben die überhaupt 'ne ganze halbe Stunde vollgemacht? So genau habe ich dann doch nicht auf die Uhr geguckt.
Aber die Kanadier hielten, was sie auf Konserve zuvor schon versprachen: Wenn schon straighter, weitgehend schnörkelloser Grindcore, dann exakt so, wie dieses Quintett ihn zelebriert. Stark! Gerne wieder, gerne noch mehr davon!




Summa summarum dann ja doch mal wieder ein sehr netter Konzertabend.


(letztes Bild: sorry, meine trotzige Art von Humor... bzw. vielleicht sogar schon subversive Kunst)