Dienstag, 18. Dezember 2012

Listenwahn 2012

Ja wenn es denn sein muss, bringe ich es hinter mich …

01 Swans - The Seer
02 Om - Advaitic Songs
03 Unsane – Wreck
04 Pig Destroyer - Book Burner
05 Valborg – Nekrodepression
06 Aluk Todolo - Occult Rock
07 Philm – Harmonic
08 Black Shape Of Nexus - Negative Black
09 Blut aus Nord  - 777 Cosmosophy
10 Teeth – The Strain
11 Christ of Kather / Markus Maria Hoff  - Das Oldschoolformat der Zukunft
12 Amenra – Mass V
13 Blckwvs – 0150
14 Baroness - Yellow & Green
15 [Nachrückplatz für 2012er Highlight, das mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst ist]

Honorable Mentions:
Absvrdist – Illusory, Ash Borer – Cold of Ages, Dysrhytmia – Test Of Submission, High On Fire - De Vermis Mysteriis, Horseback – Half Blood, Maserati – Maserati VII, Melvins Lite – Freak Puke, Meshuggah – Koloss, Napalm Death - Utilitarian, Nachtmystium – Silencing Machine, Necro Deathmort - The Colonial Script, Neurosis – Honor Found In Decay, Pallbearer - Sorrow and Extinction, Scott Kelly and The Road Home – The Forgiven Ghost In Me, Stinking Lizaveta - 7th Direction, Switchblade – [s/t 2012], Yog – Half the Sky

EPs/ Singles/ Kleinformate
01 Deathspell Omega – Drought
02 Amber - s/t
03 Melvins - The Bulls & The Bees
04 Herder - Horror Vacui
05 Whalerider - Was It Only a Dream?
06 Down - IV Part 1
07 Graf Orlock – Los Angeles

Newcomer des Jahres:
Amber

2012er Lieblingssongs von nicht gelisteten Alben:
Dr Living Dead – They Live, Killing Joke – Pole Shift, Prong - Revenge...Best Served Cold,

Haben mich dieses Jahr nicht so überzeugen können:
The Blood Of Heroes, Enslaved, Gojira, How To Destroy Angels, Mares of Thrace

Habe ich immer noch nicht reingehört und schaffe es in diesem Leben vermutlich auch nicht mehr:
Ahab, Ancestors, Asphyx, Beastwars, Converge, Death Grips, Evoken, Family, GY!BE, Howling Wind, Incantation, Laurel Halo, Lee Ranaldo, The Men, Monarch!, Mono, Mutilation Rites, Obelyskkh, Okkultokrati, Old Man Gloom, Panopticon, Sum of R, Tweak Bird, (…)

Grmpf-Trend des Jahres:
Natürlich dieser ganze Retro/ Vintage/ Occut Altherrenrockschmonz, getoppt durch die ach so authentischen Kadavar, mit ihrem gekünstelten Karnevals-Look und total lahmer Mucke. Hört auf damit!

Meshuggah und so

Klitzekleiner Kommentar zum MESHUGGAH-Konzert in der Kölner Essigfabrik, letzte Woche: Natürlich auf der Hinfahrt vor Leverkusen erst mal ‘ne Stunde im Stau gestanden, deswegen auch die erste Band verpasst. Die zweite waren die polnischen DECAPITATED, welche zu meiner Überraschung inzwischen keinen reinen Death Metal mehr spielen, sondern leicht Richtung „Djent“ neigen, ganz gut Alarm machten und gefielen. 
MESHUGGAH waren dafür, dass ich nicht gerade der allergrößte Fan (aber tendenziell halt doch zugeneigt) bin, dann ja doch ganz schön geil. Die haben durchaus was hypnotisierendes, und überzeugten mit 90 min. spielerischem Wahnsinn! Ja doch, das war ziemlich geil. Werde ich mir in Zukunft mal wieder geben.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Scott Kelly, N und so

Schon zum dritten mal suchte Neurosis-Mitglied SCOTT KELLY kürzlich mit einem Solo-Gig die Dortmunder Pauluskirche heim.
Als Vorprogramm spielte der um die Ecke wohnende N auf, der mit einer Gitarre, Effektgerätberg und Vintage-Verstärkern einen Raketenstart und Flug durchs Weltall simulierte. Gerade vom Kirchenbanksitzplatz aus eine durchaus unterhaltsame Angelegenheit, sofern man denn etwas für Drone-Musik übrig hat, weil gerade der „gemächliche Klangreise“-Aspekt des Ganzem je nach persönlicher Aufmerksamkeitsspanne auch ziemlich „hit or miss“ sein kann.
Nach einer halben Stunde Pause dann Herr Kelly, der sichtlich Spaß an der Location und dem dankbaren Publikum hatte, und mit seinem Akustikding inzwischen auch noch merkbar souveräner und selbstsicherer geworden ist. Bestimmt 80 Minuten gab es u.a. Songs von seinem grandiosen Zweitwerk „The Wake“ und dem aktuellen Scott Kelly and the Road Home Album „The Forgiven Ghost In Me“, sowie ein obligatorisches Townes van Zandt-Cover in Form von „Tecumseh Valley“.
Habe es im Rahmen  dieses Blogs so ähnlich schon mal gesagt: Dass Konzerte wie dieses in der Gegend über die letzten paar Jahre einen Tick zugenommen zu haben scheinen ist etwas, das ich durchaus begrüße und genieße.


(Video von „allroy76“, allroyforprez.blogspot.com)

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tad und so

Übrigens: Man kann nicht nur bei Youtube "Busted Circuits and Ringing Ears", den recht gelungenen Dokumentarfilm über die grandiosen Seattle Alternative-Helden und fast vergessenen Grunge-Mitinitialzünder TAD komplett gucken ...



... sondern auch bei Bandcamp Musik von BROTHERS OF THE SONIC CLOTH, der aktuellen, in Richtung Doon/ Sludge neigenden Band vom damaligen TAD-Mainman Tad Doyle, umsonst herunterladen (oder auch dafür bezahlen, wenn man möchte):

brothersofthesoniccloth.bandcamp.com

Wollte nur mal drauf hingewiesen haben.

Erik Cohen - Chrom (Videoclip)

Dienstag, 4. Dezember 2012

The Blood of Heroes - The Waking Nightmare

Das selbstbetitelte Debüt des Ensemble-Projekts THE BLOOD OF HEROES überraschte mit einem erstaunlich gut funktionierendem Crossover aus Konserven-Beats (Drum’n’Bass, Dub/step, Breakcore, whatever), Gitarren von Ambient-/ Postrock-Feeling bis Metal-Ansätzen, und gelegentlichen Rap-Einlagen (von einem gewissen Dr. Israel). Was sich auf dem Screen hier jetzt als anachronistisch greller Mitt-/Spät90er-Blödsinn lesen mag, bekamen die beteiligten Musiker und Produzenten wie Justin Broadrick, Enduser, Submerged und Bill Laswell tatsächlich mit zeitloser Frische hin. "The Blood of Heroes" lege ich nach wie vor immer wieder gerne mal auf.

Auf dem neuen Album ist Laswell zwar nicht mehr an Bass und Reglern dabei, dafür aber Tony Maimone (They Might Be Giants), der gleich auch noch Instrumente wie ein Akkordeon mit ins Spiel brachte. Drummer Balázs Pándi kennt man von Kooperationen mit Merzbow, Venetian Snares, DJ Scotch Egg, und Otto von Schirach, sowie von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, Obake und Zu. Für einen Song konnte außerdem kein geringerer als your favourite alter Schwede Tompa Lindberg (At The Gates, Lock Up, The Great Deceiver, Disfear, Ex-Skitsystem, …) als Gastschreier gewonnen werden.

Da kommt ja eine ganz schön bunte Mischung an Kreuzverweisen zusammen ... und so sehr es mir widerstrebt, hier jetzt die Floskel „zu viele Köche verderben den Brei“ zu bemühen ... nun ja.
So richtig gut ist "The Waking Nightmare" leider nicht geworden, und dabei vor allem auch etwas anstrengend.
Wie hier knallende Breakbeats, die auch schon mal innerhalb weniger Takte zwischen Down- und Uptempo variieren, Godflesh-Gitarrenriffs, elektronische Sounds, und Ragga-Rap-Vocals luftdicht übereinandergelegt wurden – das ist dann schon mal die eine Schicht zu viel. Und wenn dann auch noch „harte“ Vocals ins Spiel kommen (Tompa bei „Hecatomb“, Broadrick beim lahmen Industrial-Dub „War“), endet das fast in Rohrkrepierern.
Ja ne, Leute, da krame ich dann ja doch lieber noch mal Cubanate's 14 Jahre alte „Interference“ raus, bei der die Kombination aus digitalem Bumm-Tschacke-BuBummBumm-Tschack und heiserem Gegröle partiell immerhin noch einen gewissen coolen Charme hatte.
 
Die besten Momente des Albums sind eh die, in denen die Klappe gehalten wird. Wenn sich z.B. Pándi zu Brummsounds und Gitarrenlärm austoben darf, oder die Schlussnummer auch noch mal ohne MC-Spackerei so richtig abgeht.
Ca. 70% von „The Waking Nightmare“ nerven allerdings leider damit, sämtliche potenziell brauchbaren Ansätze in einem erzwungenen „zu viel auf ein mal“-Overkill zu ersticken.
Was schade ist,  zumal der Vorgänger so gelungen auf Linie war. Aber machste wohl nix.

Montag, 3. Dezember 2012

Review-Rundumschlag Anfang Dezember

BLCKWVS – 0150
Auch wenn ihre grundsätzlichen musikstilistischen Mittel - bis auf den Analogsynthie-Einsatz, natürlich - keine so ungewöhnlichen sind, haben BLCKWVS seit eh und je einen recht eigenen Sound, der für den einen oder anderen vielleicht nicht so leicht zu fassen ist. Mehr noch als bei Omega Massif, Pelican, Year Of No Light, Russian Circles oder Long Distance Calling hat ihr instrumentaler Wuchtig-Metal deutliche Soundtrack-Qualitäten, Prog-Anklänge und fast surreale Ambient-Charakteristika, sowie Arrangements fernab vom Standartrocksongs, so dass man ihnen mit kommentarlosem Ablegen in der Doom/ Sludge/ Drone/ Post-Metal-Ecke Unrecht täte, denn irgendwie ist ihr live unglaublich gut funktionierender Kram auf Platte eher schwer vorhersehbar.
Kaum habe ich das geschrieben, ziehen sie auf ihrem aktuellen Album auch öfter mal fetzend das Tempo an, halten die Songs einen Ticken knackiger, klingen zugänglicher denn je, und haben an einer Stelle eine weibliche Gast-Stimme, sowie an anderer einen Gast-Schreihals dabei.
Ziemlich gelungenes Teil, braucht man! Vinyl ist auf 500 Stck limitiert, also zeitnah zuschlagen.

HOW TO DESTROY ANGELS_ - An Omen_ EP
Man hatte sich ja schon gefragt, ob von HOW TO DESTROY ANGELS überhaupt noch mal weiteres kommt, nachdem die selbstbetitelte Debüt-EP inzwischen auch schon wieder zweieinhalb Jahre zurückliegt, und Trent Reznor und Atticus Ross in der Zwischenzeit eher als Filmscore-Komponisten auf sich aufmerksam machten (und das, wie wir wissen, dann auch gleich mit einem gewonnenen Oscar).
Halten wir uns nicht mit einer Diskussion über Schreibweisen auf: Die neue EP ist jedenfalls ein etwas seltsam-heterogenes Sammelsurium aus gewohnten Sounds von breitflächig bis minimalistisch, Vocals von Renznor's Ehefrau, sowie von Reznor selbst, und dementsprechenden NIN Light-Momenten mit Trip Hop-Schulterblicken geworden. Geht gut rein, aber auch schnell wieder raus. Nicht wirklich schlecht, vor allem wenn man dem Reznor/Ross-Sound eh grundsätzlich zugeneigt ist, dennoch aber nichts, was ich jetzt so wirklich hätte haben müssen, denn so einen Hauch von Mittelmäßigkeit versprühen die sechs Songs bei aller Sympathie nach ein paar Durchläufen dann ja doch.

KYLESA – From The Vaults Vol. 1
Hier kann man es ganz kurz machen: KYLESA's Resteverwertung irgendwelcher B-Seiten, Raritäten und Alternativfassungen lohnt sich nicht wirklich, denn Ausschussware ist und bleibt in diesem Fall größtenteils halt auch hörbar Ausschussware, bei der auch die Nachpolierung nicht viel genützt hat. 
Das mit denen war wohl doch eher nur eine Affäre für einen Sommer, als was längerfristig ernstes …

SWITCHBLADE - „s/t [2012]“ (o.s.ä.)
Bisher war ich ja kein übermäßiger Fan von SWITCHBLADE's Doom, den sie vor breiter Verstärkerwand übers Knie auf die konsequent minimalistische Quintessenz herunterbrachen. Sympathisant, ja, aber Fan eher nicht. Wenn Ihr versteht, was ich meine. Da ihr neues Album (mal wieder ohne wirklichen Titel) allerdings bereits in diversen Jahresbestenlisten, vor allem auch von anderen Brachial-Musikern auftauchte, habe ich aus Neugier dann doch mal die 7 € im Denovali mp3 Download Shop dafür gelassen. Nun ja, was soll ich sagen. Das schwedische Duo hat sich um Gast-Sänger/-Brüller verstärkt (von Kongh und Katatonia!), dröhnt schon mal einen ganzen Ticken rockiger als in der Vergangenheit, und im Hintergrund bratzt dazu noch eine Hammond Orgel rum.
Einen Originalitätspreis gewinnen sie damit jetzt gerade wohl eher nicht, aber mit diesen Extra-Akzenten, und auch einem gewissen Abwechslungsreichtum im Rahmen ihrer Möglichkeiten, macht ihr aktueller Output zugegeben doch ganz schön Spaß, sofern man eine Affinität zu Doom Metal jeglicher Couleur mitbringt.