Dienstag, 18. Dezember 2012

Listenwahn 2012

Ja wenn es denn sein muss, bringe ich es hinter mich …

01 Swans - The Seer
02 Om - Advaitic Songs
03 Unsane – Wreck
04 Pig Destroyer - Book Burner
05 Valborg – Nekrodepression
06 Aluk Todolo - Occult Rock
07 Philm – Harmonic
08 Black Shape Of Nexus - Negative Black
09 Blut aus Nord  - 777 Cosmosophy
10 Teeth – The Strain
11 Christ of Kather / Markus Maria Hoff  - Das Oldschoolformat der Zukunft
12 Amenra – Mass V
13 Blckwvs – 0150
14 Baroness - Yellow & Green
15 [Nachrückplatz für 2012er Highlight, das mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst ist]

Honorable Mentions:
Absvrdist – Illusory, Ash Borer – Cold of Ages, Dysrhytmia – Test Of Submission, High On Fire - De Vermis Mysteriis, Horseback – Half Blood, Maserati – Maserati VII, Melvins Lite – Freak Puke, Meshuggah – Koloss, Napalm Death - Utilitarian, Nachtmystium – Silencing Machine, Necro Deathmort - The Colonial Script, Neurosis – Honor Found In Decay, Pallbearer - Sorrow and Extinction, Scott Kelly and The Road Home – The Forgiven Ghost In Me, Stinking Lizaveta - 7th Direction, Switchblade – [s/t 2012], Yog – Half the Sky

EPs/ Singles/ Kleinformate
01 Deathspell Omega – Drought
02 Amber - s/t
03 Melvins - The Bulls & The Bees
04 Herder - Horror Vacui
05 Whalerider - Was It Only a Dream?
06 Down - IV Part 1
07 Graf Orlock – Los Angeles

Newcomer des Jahres:
Amber

2012er Lieblingssongs von nicht gelisteten Alben:
Dr Living Dead – They Live, Killing Joke – Pole Shift, Prong - Revenge...Best Served Cold,

Haben mich dieses Jahr nicht so überzeugen können:
The Blood Of Heroes, Enslaved, Gojira, How To Destroy Angels, Mares of Thrace

Habe ich immer noch nicht reingehört und schaffe es in diesem Leben vermutlich auch nicht mehr:
Ahab, Ancestors, Asphyx, Beastwars, Converge, Death Grips, Evoken, Family, GY!BE, Howling Wind, Incantation, Laurel Halo, Lee Ranaldo, The Men, Monarch!, Mono, Mutilation Rites, Obelyskkh, Okkultokrati, Old Man Gloom, Panopticon, Sum of R, Tweak Bird, (…)

Grmpf-Trend des Jahres:
Natürlich dieser ganze Retro/ Vintage/ Occut Altherrenrockschmonz, getoppt durch die ach so authentischen Kadavar, mit ihrem gekünstelten Karnevals-Look und total lahmer Mucke. Hört auf damit!

Meshuggah und so

Klitzekleiner Kommentar zum MESHUGGAH-Konzert in der Kölner Essigfabrik, letzte Woche: Natürlich auf der Hinfahrt vor Leverkusen erst mal ‘ne Stunde im Stau gestanden, deswegen auch die erste Band verpasst. Die zweite waren die polnischen DECAPITATED, welche zu meiner Überraschung inzwischen keinen reinen Death Metal mehr spielen, sondern leicht Richtung „Djent“ neigen, ganz gut Alarm machten und gefielen. 
MESHUGGAH waren dafür, dass ich nicht gerade der allergrößte Fan (aber tendenziell halt doch zugeneigt) bin, dann ja doch ganz schön geil. Die haben durchaus was hypnotisierendes, und überzeugten mit 90 min. spielerischem Wahnsinn! Ja doch, das war ziemlich geil. Werde ich mir in Zukunft mal wieder geben.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Scott Kelly, N und so

Schon zum dritten mal suchte Neurosis-Mitglied SCOTT KELLY kürzlich mit einem Solo-Gig die Dortmunder Pauluskirche heim.
Als Vorprogramm spielte der um die Ecke wohnende N auf, der mit einer Gitarre, Effektgerätberg und Vintage-Verstärkern einen Raketenstart und Flug durchs Weltall simulierte. Gerade vom Kirchenbanksitzplatz aus eine durchaus unterhaltsame Angelegenheit, sofern man denn etwas für Drone-Musik übrig hat, weil gerade der „gemächliche Klangreise“-Aspekt des Ganzem je nach persönlicher Aufmerksamkeitsspanne auch ziemlich „hit or miss“ sein kann.
Nach einer halben Stunde Pause dann Herr Kelly, der sichtlich Spaß an der Location und dem dankbaren Publikum hatte, und mit seinem Akustikding inzwischen auch noch merkbar souveräner und selbstsicherer geworden ist. Bestimmt 80 Minuten gab es u.a. Songs von seinem grandiosen Zweitwerk „The Wake“ und dem aktuellen Scott Kelly and the Road Home Album „The Forgiven Ghost In Me“, sowie ein obligatorisches Townes van Zandt-Cover in Form von „Tecumseh Valley“.
Habe es im Rahmen  dieses Blogs so ähnlich schon mal gesagt: Dass Konzerte wie dieses in der Gegend über die letzten paar Jahre einen Tick zugenommen zu haben scheinen ist etwas, das ich durchaus begrüße und genieße.


(Video von „allroy76“, allroyforprez.blogspot.com)

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tad und so

Übrigens: Man kann nicht nur bei Youtube "Busted Circuits and Ringing Ears", den recht gelungenen Dokumentarfilm über die grandiosen Seattle Alternative-Helden und fast vergessenen Grunge-Mitinitialzünder TAD komplett gucken ...



... sondern auch bei Bandcamp Musik von BROTHERS OF THE SONIC CLOTH, der aktuellen, in Richtung Doon/ Sludge neigenden Band vom damaligen TAD-Mainman Tad Doyle, umsonst herunterladen (oder auch dafür bezahlen, wenn man möchte):

brothersofthesoniccloth.bandcamp.com

Wollte nur mal drauf hingewiesen haben.

Erik Cohen - Chrom (Videoclip)

Dienstag, 4. Dezember 2012

The Blood of Heroes - The Waking Nightmare

Das selbstbetitelte Debüt des Ensemble-Projekts THE BLOOD OF HEROES überraschte mit einem erstaunlich gut funktionierendem Crossover aus Konserven-Beats (Drum’n’Bass, Dub/step, Breakcore, whatever), Gitarren von Ambient-/ Postrock-Feeling bis Metal-Ansätzen, und gelegentlichen Rap-Einlagen (von einem gewissen Dr. Israel). Was sich auf dem Screen hier jetzt als anachronistisch greller Mitt-/Spät90er-Blödsinn lesen mag, bekamen die beteiligten Musiker und Produzenten wie Justin Broadrick, Enduser, Submerged und Bill Laswell tatsächlich mit zeitloser Frische hin. "The Blood of Heroes" lege ich nach wie vor immer wieder gerne mal auf.

Auf dem neuen Album ist Laswell zwar nicht mehr an Bass und Reglern dabei, dafür aber Tony Maimone (They Might Be Giants), der gleich auch noch Instrumente wie ein Akkordeon mit ins Spiel brachte. Drummer Balázs Pándi kennt man von Kooperationen mit Merzbow, Venetian Snares, DJ Scotch Egg, und Otto von Schirach, sowie von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, Obake und Zu. Für einen Song konnte außerdem kein geringerer als your favourite alter Schwede Tompa Lindberg (At The Gates, Lock Up, The Great Deceiver, Disfear, Ex-Skitsystem, …) als Gastschreier gewonnen werden.

Da kommt ja eine ganz schön bunte Mischung an Kreuzverweisen zusammen ... und so sehr es mir widerstrebt, hier jetzt die Floskel „zu viele Köche verderben den Brei“ zu bemühen ... nun ja.
So richtig gut ist "The Waking Nightmare" leider nicht geworden, und dabei vor allem auch etwas anstrengend.
Wie hier knallende Breakbeats, die auch schon mal innerhalb weniger Takte zwischen Down- und Uptempo variieren, Godflesh-Gitarrenriffs, elektronische Sounds, und Ragga-Rap-Vocals luftdicht übereinandergelegt wurden – das ist dann schon mal die eine Schicht zu viel. Und wenn dann auch noch „harte“ Vocals ins Spiel kommen (Tompa bei „Hecatomb“, Broadrick beim lahmen Industrial-Dub „War“), endet das fast in Rohrkrepierern.
Ja ne, Leute, da krame ich dann ja doch lieber noch mal Cubanate's 14 Jahre alte „Interference“ raus, bei der die Kombination aus digitalem Bumm-Tschacke-BuBummBumm-Tschack und heiserem Gegröle partiell immerhin noch einen gewissen coolen Charme hatte.
 
Die besten Momente des Albums sind eh die, in denen die Klappe gehalten wird. Wenn sich z.B. Pándi zu Brummsounds und Gitarrenlärm austoben darf, oder die Schlussnummer auch noch mal ohne MC-Spackerei so richtig abgeht.
Ca. 70% von „The Waking Nightmare“ nerven allerdings leider damit, sämtliche potenziell brauchbaren Ansätze in einem erzwungenen „zu viel auf ein mal“-Overkill zu ersticken.
Was schade ist,  zumal der Vorgänger so gelungen auf Linie war. Aber machste wohl nix.

Montag, 3. Dezember 2012

Review-Rundumschlag Anfang Dezember

BLCKWVS – 0150
Auch wenn ihre grundsätzlichen musikstilistischen Mittel - bis auf den Analogsynthie-Einsatz, natürlich - keine so ungewöhnlichen sind, haben BLCKWVS seit eh und je einen recht eigenen Sound, der für den einen oder anderen vielleicht nicht so leicht zu fassen ist. Mehr noch als bei Omega Massif, Pelican, Year Of No Light, Russian Circles oder Long Distance Calling hat ihr instrumentaler Wuchtig-Metal deutliche Soundtrack-Qualitäten, Prog-Anklänge und fast surreale Ambient-Charakteristika, sowie Arrangements fernab vom Standartrocksongs, so dass man ihnen mit kommentarlosem Ablegen in der Doom/ Sludge/ Drone/ Post-Metal-Ecke Unrecht täte, denn irgendwie ist ihr live unglaublich gut funktionierender Kram auf Platte eher schwer vorhersehbar.
Kaum habe ich das geschrieben, ziehen sie auf ihrem aktuellen Album auch öfter mal fetzend das Tempo an, halten die Songs einen Ticken knackiger, klingen zugänglicher denn je, und haben an einer Stelle eine weibliche Gast-Stimme, sowie an anderer einen Gast-Schreihals dabei.
Ziemlich gelungenes Teil, braucht man! Vinyl ist auf 500 Stck limitiert, also zeitnah zuschlagen.

HOW TO DESTROY ANGELS_ - An Omen_ EP
Man hatte sich ja schon gefragt, ob von HOW TO DESTROY ANGELS überhaupt noch mal weiteres kommt, nachdem die selbstbetitelte Debüt-EP inzwischen auch schon wieder zweieinhalb Jahre zurückliegt, und Trent Reznor und Atticus Ross in der Zwischenzeit eher als Filmscore-Komponisten auf sich aufmerksam machten (und das, wie wir wissen, dann auch gleich mit einem gewonnenen Oscar).
Halten wir uns nicht mit einer Diskussion über Schreibweisen auf: Die neue EP ist jedenfalls ein etwas seltsam-heterogenes Sammelsurium aus gewohnten Sounds von breitflächig bis minimalistisch, Vocals von Renznor's Ehefrau, sowie von Reznor selbst, und dementsprechenden NIN Light-Momenten mit Trip Hop-Schulterblicken geworden. Geht gut rein, aber auch schnell wieder raus. Nicht wirklich schlecht, vor allem wenn man dem Reznor/Ross-Sound eh grundsätzlich zugeneigt ist, dennoch aber nichts, was ich jetzt so wirklich hätte haben müssen, denn so einen Hauch von Mittelmäßigkeit versprühen die sechs Songs bei aller Sympathie nach ein paar Durchläufen dann ja doch.

KYLESA – From The Vaults Vol. 1
Hier kann man es ganz kurz machen: KYLESA's Resteverwertung irgendwelcher B-Seiten, Raritäten und Alternativfassungen lohnt sich nicht wirklich, denn Ausschussware ist und bleibt in diesem Fall größtenteils halt auch hörbar Ausschussware, bei der auch die Nachpolierung nicht viel genützt hat. 
Das mit denen war wohl doch eher nur eine Affäre für einen Sommer, als was längerfristig ernstes …

SWITCHBLADE - „s/t [2012]“ (o.s.ä.)
Bisher war ich ja kein übermäßiger Fan von SWITCHBLADE's Doom, den sie vor breiter Verstärkerwand übers Knie auf die konsequent minimalistische Quintessenz herunterbrachen. Sympathisant, ja, aber Fan eher nicht. Wenn Ihr versteht, was ich meine. Da ihr neues Album (mal wieder ohne wirklichen Titel) allerdings bereits in diversen Jahresbestenlisten, vor allem auch von anderen Brachial-Musikern auftauchte, habe ich aus Neugier dann doch mal die 7 € im Denovali mp3 Download Shop dafür gelassen. Nun ja, was soll ich sagen. Das schwedische Duo hat sich um Gast-Sänger/-Brüller verstärkt (von Kongh und Katatonia!), dröhnt schon mal einen ganzen Ticken rockiger als in der Vergangenheit, und im Hintergrund bratzt dazu noch eine Hammond Orgel rum.
Einen Originalitätspreis gewinnen sie damit jetzt gerade wohl eher nicht, aber mit diesen Extra-Akzenten, und auch einem gewissen Abwechslungsreichtum im Rahmen ihrer Möglichkeiten, macht ihr aktueller Output zugegeben doch ganz schön Spaß, sofern man eine Affinität zu Doom Metal jeglicher Couleur mitbringt.

Montag, 26. November 2012

Aluk Todolo - Occult Rock

Haha, hier wird man aber erst mal ganz schön in die Irre geführt. ALUK TODOLO legen es gleich zu Anfang drauf an, den potenziell zugeneigten Hörer in den ersten fünf Minuten des Albums schon zu verprellen. Mit Blastbeats und Gitarrengeschrubbe wird Black Metal-artig durch die Botanik geschraddelt; das aber erst mal ohne nennenswerte Variation an der Grenze zum Nichtmusik-Lärm, und dann auch noch mit nicht so tollem Sound. Erst in der zweiten Hälfte der zehnminütigen Nummer passieren Ansätze von Melodie. Hat man dieses nicht so recht zum Rest des Albums passende Gerumpel aber ohne Abbruch der ganzen Sache überstanden, folgt die Belohnung in Form von ca. 74 (!) weiteren Minuten Musik (ja, es ist ein Doppel-Album), die es gewaltig in sich haben.

Freunden von Drone-Kapellen und Krach-Experimentalisten sind diese Franzosen im Übrigen schon ein Weilchen von Begriff. Keine Ahnung, was genau in die Band gefahren ist, aber Ihr aktuelles Album mit dem u.U. irreführenden Titel „Occult Rock“ weicht vom trägen Doomgaze vorheriger Veröffentlichungen ziemlich ab.
Was nach der beschriebenen Eröffnungsnummer in den sieben noch folgenden Mammut-Tracks (nur einer bleibt unterhalb unter der 10min.-Marke) so abgeht, lässt einen spontan die Augenbrauen hochziehen.
Bass und Schlagzeug legen ein Inferno an rasant verspielter Lead-Rhythm Section vor, und die Gitarre tut es ihnen gleich. Sämtliche BM-, Noise-, Ambient-Assoziationen werden von einem eher Prog-/ Math-/ Post- /Krautrock-beeinflusstem Instrumentaljam-Wahnsinn weggefegt.
Und das Ganze ist live eingespielt. Daher rührt wohl auch die schon mal nicht ganz so makellos rüberkommende Gesamtinszenierung, aber das ist hier scheißegal.

Wenn man ein mal in dem Album drin ist, zieht es einen in seinen Bann. Man muss allerdings auch die Zeit und Geduld mitbringen, in diesen über 80minütigen Marathonbrocken an Spielfreude, der auf irgendwelche Düster-Genreschubladen völlig zu scheißen scheint, auch tatsächlich eintauchen zu wollen. Und das am besten ohne irgendeine Art von Erwartungen.

Hörproben gibt’s hier: aluktodolo/disco-occult-rock.htm

Zuletztlivegesehenkurzrundumschlag

Kontrastprogramm im November …

16.11., Essen, Panic Room
Tex Napalm & The Silver Spades, Phineas Cage & The Crowbar Incident
Der Panic Room, und gerade auch sein Bunker-artiges Hinterzimmer, sind in der Gegend als nette Location für rock’n’rollige Parties bekannt und berüchtigt. Wenn TEX NAPALM & THE SILVER SPADES rufen, ist man ferner gerne mal familentreffenmäßig am Start.
Aus dem eigenen personellen Dunstkreis entsprungen, machen PHINEAS GAGE & THE CROWBAR INCIDENT die Vorband, es folgen TEX NAPALM & THE SILVER SPADES in regelrechter Bigband-Formation, mit Extra-Percussionist und Instrumentenwechseln. Der Americana-geschwängerte, teils auch mal lautere Rock mit Wüstenroadmovie-Flair kommt an. Es hätte ein so schöner Abend werden können, wäre da nicht immer wieder dieser Aggrognom aufgetaucht, der seinen Beef mit jemandem im Publikum austragen wollte, und trotz gut zureden kein Ende finden wollte. Ja meine Fresse.

23.11., Köln, Sonic Ballroom
Blckwvs, Noem
Wenn die BLCKWVS spielen, sind wir halt gerne mal dabei. Auch wenn das heißt, bis nach Köln zu gurken, wo sich im Sonic Ballroom, während einen Stadtteil weiter Converge toben, ein wirklich seltsames Stammpublikum mit wirklich schrägen, teils auch endnervigen Gestalten angesammelt hat. BLCKWVS sind wie immer über jeden Zweifel erhaben, und beenden den Set mit einer Nummer, bei der Basser Chris auch mal ins Mikro schreit.
NOEM haben danach in ihrem Noiserock gute Ansätze, aber so richtig will der Funke nicht überspringen. Was gar nicht mal an dem Poser von Kadavar-Schlagzeuger liegt, der hier zugegeben ganz gut Alarm macht, sondern vor allem am irgendwie nicht so wirklich stimmgewaltigen oder charismatischen Frontmann, der dafür aber trotzdem eine leicht selbstgefällige Aura und albernen Schnauzbart hat. Naja. Netter Versuch, aber ausbaufähig.

24.11., Dortmund, FZW
Mouse on Mars
Warum nicht mal MOUSE ON MARS angucken? Wer der Support Act war, ein Typ am Laptop, ist mir leider durchgegangen. Beim Headliner dann zwei Typen an Laptops plus Live-Schlagzeuger. Ein Electronica-Allerlei von schräg bis straight, von Dekonstruktion bis tanzbar, von funky bis brummbassig, in einer seltsamen Grauzone aus eigensinnigem Bandauftritt und Technoparty. War etwas kurz, aber kann man mal machen.

Donnerstag, 22. November 2012

Interview: Valborg

Wie ich schon im Review zur aktuellen VALBORG-Scheibe „Nekrodepression“ festgestellt habe, ist jene mit ihrem öfter mal eher nicht so ganz orthodox gehaltenen Düster-Metal wie für mich gemacht. Ich wollte mehr wissen. Also habe ich mal nachgefragt.

Laut „Metal Archives“ habt Ihr 2005 schon mal ein Album rausgebracht, das in anderen Biographien nicht auftaucht. Wollt Ihr 'ne Jugendsünde verschweigen?

"Nee, das ist keine Jugendsünde. Bei dem Album handelt es sich um eine Demo-Compilation. Davon gibt es ingesamt zwei Stück, die wir wahrscheinlich irgendwann 2013 über Bandcamp veröffentlichen werden.
Ich weiß auch nicht wie die von Metal Archives daran gekommen sind. Die Biographie dort stimmt nur zum Teil. Da sind Sachen dabei, die eigentlich außer uns niemand hat."


 Crown of Sorrow“ war mit seinem schnelleren Gebretter usw. ja ein bisschen anders als die doomigeren Alben jeweils davor und danach, „Nekrodepression“ scheint stilistisch auch wieder auf etwas anderes konzentriert zu sein. Ist es Euch wichtig, verschiedene Facetten auszuprobieren? Was genau habt Ihr bei der neuen bewusst anders gemacht und warum?

"Ich würde sagen, dass Menschen, die sehr genau hinhören auch erkennen, dass wir was anders machen. Für andere klingt Valborg eh immer gleich. Meistens ist es schon eine bewusste Entscheidung, etwas anders zu machen. Das wollen wir auch immer so. Wir sind schnell gelangweilt. Bei der „Crown Of Sorrow“ waren wir auf dem Oldschool Death Metal Trip. Bei „Barbarian“ war es dieses Epic-Ding und bei der „Nekrodepression“ haben wir uns mehr von Noise Platten und sowas beeinflussen lassen. Aber wir planen nie genau. Es gibt eine grobe Vorstellung, einen Albumtitel und der Rest ergibt sich nach und nach. Bei der nächsten Platte machen wir auf jeden Fall wieder etwas anders, das ist jetzt schon klar."

Für mich haben einige Nummern auf „Nekrodepression“ dabei ja einen Vibe, der mich sehr an Killing Joke und artverwandte Bands erinnert. Ist das ein Einfluss, oder eher Zufall?

"Das ist aber schön, dass Dir das auffällt. Wir mögen alle sehr gerne Killing Joke, die haben uns bestimmt beeinflusst."


Dass die „Taufe“ an Angelo Badalamentis „Twin Peaks“-Soundtrack erinnert ist vermutlich aber eher Zufall, oder?

"Das ist wirklich Zufall. Wir mögen zwar auch alle Twin Peaks, aber der Track ist einfach im Jam entstanden."


Dieses mal ist ein Großteil der Songs auf Deutsch. Wie kommt‘s?

"Ja, wir wollten was anderes machen und härter werden. Uns sind auch keine richtigen Texte eingefallen, so haben wir einfach stumpfsinning rumgebrüllt und das kam dabei heraus."


Man hat eh bei Euch so ein bisschen das Gefühl, dass Eure Arbeitsweise ist, einfach mal was (nicht negativ gemeint:) zusammenzurotzen und dann ungefiltert zu veröffentlichen, ohne es mit dem Feinschliff zu übertreiben. Kann man das so sagen, dass das so ist?


"Manche Sachen werden in der Tat zusammengerotzt, aber wir halten uns halt auch nicht gerne mit irgendwelchen Grundsatz-Diskussionen auf. Wir wissen alle was wir wollen, die Musik ist nicht so komplex, da geht das Songwriting schnell. An der „Nekrodepression“ haben wir immerhin 1,5 Jahre gearbeitet. Die „Barbarian“ haben wir innerhalb von 6 Monaten geschrieben und aufgenommen."


Und wie schafft man es dann eigentlich, wenn man noch in andere Bands involviert ist, jedes Jahr ein Album rauszubringen? Das ist ja gemessen daran, was für musikalische Spielwiesen einige von Euch mit anderen Zeitgeister-Bands sonst noch haben, schon eine beachtliche Frequenz ...


"Ach, das ist nicht so schwierig. Wir haben zum Glück immer viele Ideen und sammeln die so über die Zeit an. Aktuell arbeiten wir an einem neuen Island Album, haben jetzt gerade vor ein paar Tagen die Drum-Aufnahmen abgeschlossen. Die Musik liegt aber bestimmt schon vier Jahre unangetastet rum. Da gleiche gilt für viele andere Projekte. Im letzten Jahr haben wir es mit Valborg was ruhiger angehen lassen, da hatte man natürlich viel Zeit für andere musikalische Geschichten übrig."


Als ich Euch in Oberhausen gesehen habe, wart Ihr zu viert. Habt Ihr live immer einen mehr dabei?

"Richard Nagel ist ein sehr guter Freund und begnadeter Drummer, er ist ein Teil des Zeitgeister Clans und deswegen lag es auf der Hand mit Ihm mal ein paar Gigs zu zocken. Er hat uns schon letztes Jahr auf der Frankreich Tour ausgeholfen. Florian, unser eigentlicher Drummer, ist auch Gitarrist und hatte mal Lust wieder vorne zu stehen und zu bangen. So kam das alles zustande. Wir sind da ganz offen und legen uns nicht fest."


„I am Space“ von der „Crown of Sorrow“ und Samatha Alive“ von „Barbarian“ sind so Songs, die auf ihren jeweiligen Alben schon sehr aus dem Rahmen fallen. Andere würden sowas vielleicht eher nicht mit auf so ein Album packen, weil ihnen das im Gesamtkonzept nicht ausreichend stimmig oder vielleicht auch nicht ernsthaft genug wäre. Erzähl mal bitte was über diese Nummern...


"Andere sollen sich erst mal ficken mit ihrer scheiß Ernsthaftigkeit. Wir sind so ernst, dass wir gar nicht mehr ernst sein können. 
Tief unter unserer harten Schale sind wir Schnulzen-Boys, was man ja bei „Samantha Alive“ hört. Das Lied wurde von Männern für Frauen gemacht.
„I am Space“ ist die totale Beschwörung. Am Anfang geht es um Kraft, die Power des Heavy Metals. Da muss auch Heavy Metal gespielt werden. Am Ende dann kosmische Rückkopplungen und Rumgebrüll bis zur Verausgabung …
Unterm Strich, machen wir eh was wir wollen, daraus ziehen wir unsere Kraft. Und wenn wir etwas Gutes dabei spüren, dann wird das auch so gemacht. Vertraue bloß niemals Valborg. Die machen was sie wollen und Du läufst Gefahr enttäuscht zu werden."


Das wäre ein gutes Schlusswort, müsste man nicht noch darüber reden, dass das aktuelle Album im Booklet einem gewissen Dietrich Hünten gewidmet ist, der eine Band namens Obscure Fuckup hatte und 1991 Selbstmord beging.

"Diedrich Hünten kam aus dem gleichen Ort wie wir, daher haben wir einen Bezug zu ihm und Obscure Fuckup. Vor Jahren haben wir das Demo in die Finger bekommen und oft bei Proben gehört, die ganzen Geschichten, die um ihn kursierten, haben uns dann ziemlich beeindruckt, und so wurden wir ziemlich beeinflusst."

 
Link: Zeitgeister Music.


Mittwoch, 21. November 2012

Herder Nachtrag

Wenn man vom Teufel spricht: Die niederländischen Sludge-Bollos von HERDER haben gerade eben bekanntgegeben, den Sänger gewechselt zu haben. Rein ins Boot ist jemand, den man auch von Born from Pain und Arma Gathas kennt, was wohl super zu der von mir bereits erwähnten Toughguycore-Kante ihrer Musik passt, und das langsam aber sicher mal wirklich kaum noch miteinander vereinbare Konglomerat an Bands, in denen einzelne Mitglieder sonst noch mitspielen - bei dem von kvltig-ritualistischem Avantgarde-Black Metal, über etablierten Gore-Death Metal, über Metalcore-Stumpfsinn, bis zur komplett schlimmen Gothic-Scheiße der Krull/Kristine-Clique inzwischen dann auch mal alles dabei ist - noch mal einen Tick bunter und kruder macht.

Dienstag, 20. November 2012

Herder - Horror Vacui

Als HERDER, deren Basser man übrigens auch als Schlagzeuger von Urfaust kennt, und deren Gitarrist JB van der Wal sonst noch bei sowohl akzeptablen (Aborted, Dr. Doom) als auch komplett furchtbaren Bands (Atrocity, Leaves‘ Eyes) mitspielt, einem neulich mal selbst ihre aktuelle EP „Horror Vacui“ per Filehoster zum reinschnuppern unter die Nase hielten, habe ich dem geschenkten Gaul natürlich nicht ins Maul geschaut. Aber wohl einen Hinweis darauf im Rahnen dieser Blogseiten vergessen.
Seit letzter Woche ist das Teil jedenfalls tonträgermäßig offiziell raus. Und gerade auch, weil uns besagte Band im Frühling einen so schönen Start ins diesjährige Roadburn bescherte, und  „Horror Vacui“ schon ein sogenannter Grower (no pun intended) ist, soll sie natürlich nicht unerwähnt bleiben.
Also: Auf „Horror Vacui“ bietet das niederländische Quintett Sludge/ Doom/ Stoner Metal feil, der mit einer gewissen Tough Guy-Kante (Brüllwürfelvocals) und u.a. auch einer kurz gehaltenen, hardcoreigen Uptempo-Ballernummer daherkommt. Und ja, das macht alles doch ganz schön Spaß.

Hier eine Hörprobe:



Und hier ein Labelshop-Link: shop.reflectionsrecords.com

The Young Gods

Muss ich mal loswerden, weil ich es in diesem Rahmen bisher noch nie festgestellt habe:  Wie gut ist eigentlich „Super Ready/Fragmenté“, das zweite über Ipecac Recordings veröffentlichte Album o.g. Band aus dem Jahre 2007?!
Für ein Spätwerk – wir erinnern uns, das Debüt der Schweizer erschien 1987 via Wax Trax, und das weiter verbreitete „T.V. Sky“ ist auch schon zwanzig Jahre alt – hat sich besagte Scheibe, fünf Jahre später noch mal betrachtet bzw. wieder gehört, erstaunlich gut gehalten.
Es tut sich zwar nicht wirklich viel mit dem ebenfalls ziemlich töften „Second Nature“ (2000, Ipecac), auf „Super Ready/Fragmenté“ gelang es den YOUNG GODS allerdings noch mal ein Stück besser, eine verspielt-straighte, weitgehend organisch und wie Massive Attack auf doppelt so schnell gedreht klingende Rhythm Section, die tierisch mitreißt (während ich dies schreibe muss ich sitzend dazu rumzappeln), mit dem Gitarrensamples verrührenden Konservenlärm Alan Monods zu kombinieren, während die charismatische Stimme Franz Teichlers das Ganze von oben auf Englisch und Französisch zusammenhält.
Man sollte sich durch die elektroniklastige Instrumentierung oder gängige Genre-Assoziationen nicht irreführen lassen: THE YOUNG GODS‘ „Super Ready/Fragmenté“ ist kein Gothdisco-Blödsinn oder sowas, sondern im Grunde genommen richtig guter, origineller Alternative Rock, der auch in heutigen Zeiten noch super funktioniert.
Und, wie gesagt, auch das vorangegangene „Second Nature“ steht dem in nichts nach.
[Der Vollständigkeit halber: Das handwerklich zwar alles andere als schlechte, insgesamt aber etwas schnarchige 2010er Album der Truppe („Everybody Knows“), sowie ihre Vorstöße in reine Ambient-Gefilde (
Music for Artificial Clouds", 2004) und Unplugged-Unnötigkeiten (Knock on Wood", 2008) kann man dagegen im Übrigen vernachlässigen. Nix gegen Facettenreichtum und Experimentierfreude, aber es ist einfach deutlich, wo ihre Stärken liegen.] 

Montag, 19. November 2012

Honor Found In Decay (2)

Nach fast 20 Durchläufen: Okay, ja, gestehen wir es ein. Verglichen mit der Konsequenz von „The Eye Of Every Storm“, dem „Kurve gekriegt“-Faktor von „Given To The Rising“, oder dem epischen Brocken „A Sun That Never Sets“ (und von der alles überragenden 90er-Phase reden wir erst gar nicht) ist das neue NEUROSIS-Album, das dagegen etwas weniger mächtig, rund und formvollendet anmutet, ja schon ein schwächeres.
Wirklich schlechte Songs sind nicht drauf, aber bei der etwas unerwartet früh in den Endteil tauchenden Schlussnummer ‘Raise the Dawn‘ kann man schon mal das Gefühl bekommen, dass hier etwas mehr hätte drin sein können und müssen.
Was unterm Strich Eindruck hinterlassen hat, sind von allem das letzte Drittel von ‘At The Well‘ und der fast schon sakrale Emo-Doom ‘Casting of the Ages‘. Momente, die zugegeben verhältnismäßig oberflächlich-catchy, aber durch und durch typisch für (jüngere) NEUROSIS sind, und der Grund, warum ich diese Band auch in den Nuller- und Zwanzigzehner-Jahren so liebe. Das, und die Erkenntnis, dass auch ein etwas voreilig verschliffen auf die Menschheit losgelassen wirkendes NEUROSIS-Album immer noch spannender als das meiste von Isis ist.

Donnerstag, 15. November 2012

Valborg - Nekrodepression

Bis ich sie zuletzt dann doch mal live sah, hatten VALBORG nicht sooo wirklich mein Aufhorchen erregen können. In Konzertsituation musste ich dann allerdings feststellen: Eigentlich ist die, klanglich von Anderen bereits vor allem mit Celtic Frost/ Triptykon verglichene Unentschlossenheit zwischen Doom, Prog und Extrem-Metal des, je nach Laune mal epischer, mal brutaler, mal rockiger, mal bizarrer, mal ruhiger agierenden Trios aus Bonn ja doch irgendwie mein Ding. Gerade auch, weil mich ihre musikalisch zuweilen etwas schrägeren Akzente und ferner sich selbst nicht zu ernst nehmenden Anflüge ansprechen.

In letzter Zeit war die inzwischen eine Dekade bestehende Band aus dem „Zeitgeister“-Umfeld (auch: Klabautamann, Woburn House, ...) jedenfalls offensichtlich sehr motiviert - jedes Jahr ein neues Album: Auf dem Härtegrad-mäßig auch schon mal einen Gang zurückschaltendem „Glorification of Pain“ von 2009 lag der Schwerpunkt vor allem auf Atmosphäre, 2010 folgte in Form von „Crown of Sorrow“ der Gegenentwurf mit bretthartem Geknüppel und dissonantem Riffing, abgerundet durch sowas wie einer elfminütigen Spacerock-Eigeninterpretation. Beim letztjährigen „Barbarian“, das sich mit seinem CF-mäßigem Gestampfe wieder eher am Vorvorgänger anpendelte, hatte der überlange Stil-Ausreißer gegen Ende dann sogar Powerballaden-Flair.
So richtig homogen und schlüssig ist das alles im Gesamtbild ja nicht immer, dafür aber umso interessanter und sympathischer. Sprunghafter Ü30er-Nerd-Düstermetal, ungefiltert direkt aus dem Hobbykeller.

Das neuste Album „Nekrodepression“ hilft vielleicht nicht unbedingt dabei, das Gesamtkonzept VALBORG besser zu kapieren, macht es dem Aficionado der etwas anderen Metal-Bands aber noch einfacher, diese Band zu mögen.
Die Karten wurden neu gemischt, und Trademarks wie angeschrägte Gitarrenarbeit, nach vorne stampfende Marschrouten, brutale Akzente, atmosphärische Momente, sowie kleinere Vertracktheiten neu gewichtet. Die boshaften Songs, die neuerdings zum Großteil auf Deutsch sind, kommen hier etwas mehr auf den Punkt. Einen gewissen Facetten- und Abwechslungsreichtum pflegen VALBORG dabei im Rahmen ihrer Möglichkeiten ebefalls, u.a. bei den Vocals.

Wer jetzt die Augen darüber verdrehen möchte, dass auch in diesem Review an dieser Stelle mal wieder üblich verdächtige Namen wie Voivod, Killing Joke und Godflesh auftauchen, um die Vibes zu beschreiben, die „Nekrodepression“ in meinen Ohren neben der Tom Warrior-Seelenverwandtschaft u.a. versprüht, kann das gerne tun, aber da liegt dann wohl auch das ganze Geheimnis meiner Zuneigung. Ferner haben VALBORG auf dieser Scheibe mittelschwer was von Eisenvater. Durch die deutschen Texte, die gesangsstilistisch schon mal etwas unorthodoxer zum besten gegeben werden, in Kombination mit der doch etwas markanteren Musik. Und so albern auch das klingen mag: Dass VALBORG dadurch sowas wie einen Hauch von „teutonischer Identität“ zu transportieren scheinen, hat zusätzlich einen gewissen (rauen) Charme.

Lange Rede, kurzer Sinn: „Nekrodepression“ ist vieles. Darunter das bisher wahrscheinlich beste VALBORG-Album, ziemlich mein Ding und definitiv einer meiner Jahresfavoriten, sowie tatsächlich eine geeignete Kompensationsmaßnahme der Herbst-/Winterdepression.
Ich fresse die alte Sommernacht!

Mittwoch, 14. November 2012

Puh.

Wie bei irgendeiner Gelegenheit hier schon mal erwähnt, erfahre ich von den interessanteren Nebenprojekten des Godflesh-/ Jesu-Mainmans Justin Broadrick aus irgendeinem Grunde immer erst sehr zeitverzögert und zufällig.
So auch im Falle von VALLEY OF FEAR, einer Kooperation mit Matthew Bower (Skullflower) und Samantha Davies (Bower’s Partnerin beim Noisedrone-Duo Voltigeurs), dessen selbstbetiteltes Album im Frühjahr rauskam. Musikalisch wohl auch ungefähr das, was man von einer Broadrick/ Bower-Zusammenarbeit erwarten würde.
Allerdings ist der Mailorder des Labels (undurchsichtig verzahnt mit einem weiteren), das dieses Album vertreibt, derart voll mit NSBM-Scheiße u.ä. min. bedenklichem bis offensichtlich rassistischen Dumpfbacken-Kram, dass ich das Kotzen kriege.
Und ich bin ja sonst wirklich niemand, der keine anderen Sorgen hat, als ständig irgendwelche Fälle von „Kontaktschuld“ mit der Lupe zu suchen und lautstark aufzuzeigen, aber das geht halt nun mal wirklich überhaupt gar nicht.
Ich habe Broadrick in dieser Sache mal kontaktiert …

Freitag, 9. November 2012

Donnerstag, 8. November 2012

Nachzüglerreviewrundumschlag 2012 (1?)

Dieses Jahr veröffentlichte Alben, die ich bei Erscheinen gerade nicht brauchte aber kürzlich dann doch mal gecheckt habe, aus anderen Gründen irgendwie erst jetzt aufs Radar bekam, oder warum auch immer nun in diesem Post verwurste ...

EAGLE TWIN - The Feather Tipped the Serpent's Scale

Auf dieses eigentlich schon im August veröffentlichte Album hatte ich erst jetzt Bock bekommen, weil Musik der „Sludge/ Drone/ Doom“-Ecke in meinen Kreisen über die letzten Jahre so dermaßen im Fokus lag, und dank Roadburn und co. dann nun doch noch als breiter etablierende Subszene der Metal-, Indie- und Juzecore-Welt so allgegenwärtig wurde, dass mir zwischendurch immer wieder mal eher nach hyperschnellen Grindcore-Knatterein, angestaubten Thrash Metal-Klassikern, furztrockenem Noiserock, lokalen Screamo-Helden, historischen Krautrock-Schinken, 90er Alternative-Perlen oder ähnlichem ist, als nach einem ganzheitlichen Overkill an Mucke mit Stoner-Querverweis.
Als ich dann letztens aber mal das 2009er EAGLE TWIN Album „The Unkindness Of Crows“ auflegte, um zu checken, ob ich den Nachfolger nicht eventuell dennoch brauchen tun könnte, dämmerte mir allerdings, warum diese Band ja doch recht essenziell ist: EAGLE TWIN sind „progressiv“. Das Duo dronedoomt keinen stoischen Brachialstehblues vor sich hin, wie ihn jeder kann, sondern hat Bock zu spielen, dabei unvorhersehbare Wendungen zu nehmen, und den Hörer somit etwas zu fordern. Und sowas ist durchaus mein Ding, egal in welchen Sound verpackt.
So dröhnen und drücken sie auch auf „The Feather Tipped the Serpent's Scale“ wieder verspielt in einem Spannungsfeld aus Sleep/ OM, Melvins, Neurosis und Beehoover, bzw. Celtic Frost, Sunno))) und Caspar Brötzmann vor sich hin, dass es ein Fest ist. Zwar ist der Überraschungseffekt jetzt weg, und so wild wie, oder gar noch wilder als der Vorgänger ist das Ganze im Direktvergleich nicht (dafür aber einen Tick heavier), ein Hit und Schmunzler wie "Carry On, King of Carrion" ist ferner dieses mal auch nicht dabei - als Nachfolger eines drei Jahre zurückliegenden Debüts geht „The Feather…“ aber völlig klar. Bei Album Nummer drei sollten sie dann allerdings demnächst mal aufpassen, sich nicht in die Beliebigkeit zu rumpeldröhnen ...


MENACE RUINE - Alight in Ashes
Eigentlich wollte ich es erst mal bei zwei MENACE RUINE Alben in der Sammlung belassen, doch dann kamen sie in die Gegend. Also musste bei der Gelegenheit die aktuelle, die als CD über Profound Lore und als Schallplatte über Sige veröffentlicht wurde, natürlich doch her.
Passend zum Auftrittsort besagten Konzerts (einer Kirche) ist „Alight in Ashes“ dann auch noch mal ein Stück sakraler ausgefallen als seine Vorgänger, und ferner viel mehr „wie aus einem Guss“. Es scheint, als hätten MENACE RUINE sich gefunden, sowie die perfekte Balance aus surrealem Synthdrone und ritualistischen Folk-Gesangslinien.
Sicher ist die Frage, wie oft man sowas wie das hier denn dann eigentlich wirklich auflegt, aus Sicht des Rockers durchaus berechtigt. Als fehlendes Bindeglied zwischen Angelic Process, Zola Jesus, Urfaust und Jex Thoth haben MENACE RUINE aber definitiv einen ganz eigenen Charme, auf den ich bei bestimmten Gelegenheiten immer wieder mal Bock habe ...


PLANKS – Funeral Mouth
Aus der Juzecore-Szene Mannheims heraus, die u.a. auch schon Black Shape Of Nexus und Whalerider hervorbrachte, haben sich PLANKS über die Jahre zu einem Geheimtipp gemausert, der mit Wurzeln im HC-Geknüppel und Einflüssen nicht nur aus Sludge und Black Metal, sondern auch aus der Dark Wave-Ecke einen Weg geht, der partiell schon mal ein bisschen gegen den Strich gebürstet anmutet. Dass ein Hauch von Gothic derzeit unbemerkt aber tatsächlich wieder etwas hip zu werden scheint (siehe u.a. auch das Review direkt hierdrüber), kann dem, einer solchen Ästhetik visuell wie akustisch offensichtlich nicht ganz abgeneigten Trio dabei ja eigentlich nur entgegenkommen. Und jetzt, wo sich die Sludgegroover Tephra aufgelöst haben, und die Crustmacht Alpinist erst mal auf Eis liegt, sind sie als Hausnummer der hiesigen Szene wichtiger denn je.
Ihr neues Album "Funeral Mouth" überrascht in einer schwer deklarierbaren Hardcore-/ Düster-Metal-Schnittmenge mit gesteigertem Facettenreichtum und mehr Atmosphäre, als ich von früheren Sachen in Erinnerung hatte. Dass das Schlagzeug häufiger mal einen Gang zurückschaltet, anstatt ausschließlich nach vorne zu brettern, steht der Sache gut zu Gesicht. Und wenn PLANKS dann Gas geben, sind sie eine ziemliche Walze. Mission "Stil und Status ausweiten“ scheint geglückt, auch wenn das Material etwas highlightlos durchrauscht und die Nummer mit Gastsänger ein bisschen schief tönt.


GRAF ORLOCK – Los Angeles EP
Neulich in Köln, am GRAF ORLOCK-Merchstand: Mein Kumpel Double-L, seines Zeichens Cineast und Freund gepflegtem Strongitarrenkrachs, fragt ein Mitglied der Band, warum die Kino-Grindcoreler neben all den Themen, die sie schon verwurstet haben (wie Conan, Terminator, Robocop, Aliens, Jurassic Park, The Big Lebowski, …), bisher eigentlich noch mit keinem Song zu „Heat“ um die Ecke kamen. Meint der Typ „Witzig, dass Du fragst, denn hier ist unsere brandneue Heat-EP!“ und hält ihm eine 7“ unter die Nase. Vier Bretter-Songs zum 95er Action-Epos mit Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer und Danny Trejo. Darunter neben den obligatorischen Filmdialog-Samples sogar mal wieder eine Nummer, die ein musikalisches Thema des Soundtracks nachahmt.
Orlock mögen nicht die musikalisch allerzwingendste Band im extremen Hardcore-/ Metal-Feld sein, aber sie sind und bleiben eine der unterhaltsamsten. Zumindest für Nerds wie unsereins.

DRAGGED INTO SUNLIGHT – Widowmaker
Es ist seltsam: Schon beim letztjährigen „Hatred for Mankind“ habe ich desinteressiert mit den Schultern gezuckt, und auch den Auftritt der Band beim Roadburn ’12 völlig ignoriert. In den Stream des neuen Albums von DRAGGED INTO SUNLIGHT habe ich dann kürzlich trotzdem mal reingehört. Darauf driften die Briten vom extremmetallischen Geknüppel des Debüts ab, zu Groove-Sludge mit epischen Arrangements. Und eigentlich sollten diese langen Songs mit Steigerungsaufbauten, Tribal-Drums, superdreckigem Sound und hasserfüllten Ausbrüchen ziemlich genau mein Ding sein. Aber irgendwie geht mir „Widowmaker“ aus Gründen, die sich mir selbst nicht so wirklich erschließen, ebenfalls am Hintern vorbei. Seltsam, wie gesagt. Vermutlich sind sie für mich wohl einfach die falsche Band zum falschen Zeitpunkt. Machste nix.

Epilog
Immer noch nicht gehört: Die aktuelle SWITCHBLADE. Sollte ich diesen Zustand ändern?
On the horizon: Die neue VALBORG-CD ist bereits auf dem Weg zu mir, ferner erscheinen diesen Monat u.a. noch eine neue AMENRA (über Neurot Recordings) und eine EP von Trent Reznor’s HOW TO DESTROY ANGELS. Das nimmt in diesem Leben wohl alles kein Ende mehr ...

Dienstag, 6. November 2012

Montag, 5. November 2012

zuletzt live gesehen

Lustlos das vergangene, verlängerte Wochenende partiell resümier:

31.10.:
DOWN riefen zur Halloweensause in Dortmund, ausverkaufte Hütte. Vorband eins: Ein maskierter Jam von Mitgliedern beider aufspielender Bands. Naja. Reguläre Vorband dann: WARBEAST. Unspektakulärer US-Prügelmetal aus der zeitgemäßen Lamb of Devildriver-Ecke. Naja.  Headliner: Anselmo ist halt Anselmo, ansonsten nix, was irgendwelche Wünsche offen ließ. Immer wieder nette Sache. Highlights: Neben den obligatorischen „Lifer“ und „Ghosts along the Mississippi“ gerade auch das neue “Misfortune Teller”.

02.11.:
Turbonegro und Danko Jones? Mir egal, SMOKE BLOW’s Quasi-Abschiedstour führte sie auch zum „Visions Westend“ ins Dortmunder FZW. Einzig überraschend ist die mal wieder rausgekramte Altnummer „Bruce Lee Coverband“ (mit dem allzu wahren Refrain „and I know that entertainment is a good thing to believe in“), ansonsten rocken die Kieler ihre Standards von der Kiffernummer bis zur Tough Guy-Pose raus. War ja dann doch noch mal wieder nett, gibt’s nicht viel zu meckern. 

03.11.:
MORGOTH‘ Revivalparade endet hierzulande erst mal mit einem Clubgig in Essen. Gibt es wohl keinen passenderen Ort für. Aber erst mal WORLD DOWNFALL mit Grindgerumpel samt generischer Links-Messages („Nächster Song ist gegen Überwachsungsstaat und so, ey!“). Kann man sagen, was man will, ist und bleibt ‘ne zwar mäßig originelle, dafür aber dennoch ganz geile Band.  Zu LAY DOWN ROTTEN habe ich irgendwie keine Meinung. ENTRAILS‘ Geboller mit Entombed-Gedächtnissound ging gut rein. Die Altherrentodesmetaller MORGOTH liefern dann mit der Erfahrung zweier Sommerfestival-Saisons im Rücken gut ab. Geboten wird natürlich hauptsächlich Altmaterial, aber immerhin mit „Under the Surface“ auch der Knaller vom „Odium“-Album.
Ich gehöre wohl zu den wenigen Leuten, die einen „Odium“/ “Feel sorry…“-lastigen Set dem reinen Old School-Gepolter tatsächlich bevorzugen würden, was?

Dienstag, 30. Oktober 2012

Honor Found In Decay

Ja, die neue NEUROSIS ist raus, und ich hab‘ sie schon im Haus. Und gehört natürlich auch schon. Und alles, was ich zum jetzigen Zeitpunkt dazu sagen möchte ist: Mal ganz ehrlich – gemessen daran, wie viele halbtaube Krachfetischisten unter ihren Altfans die Band bei „A Sun That Never Sets“ (2001), „The Eye Of Every Storm“ (2004), und „Given To The Rising“ (2007) jedes mal aufs neue abschreiben wollte, dafür haben diese Alben im Nachgang ja doch noch ganz schön an Größe zugelegt.
„Auflösen!“- und typische „früher waren die besser“-Rufe sind genauso albern, wie die ganzen Pappenheimer, die nun reflexartig mit in irgendwelche Höchstnoten-Hörner tuten, weil man die Band (und das nicht ganz zu Unrecht) im Indie-/Metal-Konses über die letzten Jahre zur heiligen Kuh und Gottheit erkoren hat. Was im Übrigen auch auf Trendwendehälse und Mitläuferhähne diverser Szene-Medien zutrifft, die früher kein Stück nach NEUROSIS gekräht haben, nun aber so tun wollen, als hätten sie schon immer zur richtigen Geschmacksenklave gehört.
Natürlich ist „Honor Found In Decay“ dabei wieder nicht so ein verzweifelt-schmerzhaftes Meisterwerk wie „Enemy oft he Sun“ (1993), so ein übermächtiges Lärminferno wie „Through Silver in Blood“ (1996), oder so ein intensiver Brocken wie „Times of Grace“ (1999) geworden.
Es ist in Tradition jüngerer NEUROSIS-Werke natürlich wieder ein Album, das etwas mehr Luft zum Atmen lässt, mehr Melodie beinhaltet, im Gegensatz zum dichten Sound der superklaustrophobischen 90er-Alben dementsprechend auch mehr Licht durchs Dunkel schimmern lässt, und schon mal einen Gang zurückschaltet, anstatt nonstop auf Sturm gesetzt zu sein.
Ferner ein Album, das nicht einfach nur vorangegangene kopiert, sondern nach weiteren Wegen sucht, aus vertraut klingenden Trademarks neue Songs zu formen.
Und ja, ich mag das. Schon jetzt, nach nur wenigen Durchläufen. Inwieweit ich das Album im Kontext der gesamten Band-Discographie bewerten würde, oder wie weit nach oben ich es in die allgemeine Jahresbestenliste schieben möchte, das sind dann aber wiederum so Dinge, die man ohne entsprechenden Langzeithörtest jetzt noch gar nicht so genau sagen kann, und die eigentlich auch furchtbar egal sind …

Pig Destroyer - The Diplomat (Videoclip)

Montag, 29. Oktober 2012

Bison B.C. - Lovelessness

Kurzreview: Nach dem kantigen Vorgänger „Dark Ages“ lassen die kanadischen Sludgethrash-Metaller BISON B.C. auf dem aktuellen Album „Lovelessness“ ihre traditioneller-metallischen Einflüsse und Wurzeln wieder ein Stück stärker durchblitzen. Soll heißen: In den mitunter ziemlich langen Songs wird recht melodiös ganz schön viel rumgedudelt. Was jetzt keine Wertung sein soll, sondern lediglich eine Feststellung ist. Wer darin eine gewisse Nähe zur aktuellen Mastodon („The Hunter“) sehen möchte, liegt wohl nicht ganz falsch.
Was ich an diesem Album irgendwie mag ist, auch wenn ich sowas nicht alle Tage haben muss, dass es - trotz aller HC- und Stoner-Elemente - ein zeitloses Statement zeitgenössischen Metals ist. Nicht Post-Irgendwas, kein Irgendwas-core, sondern Heavy Metal. Heavy Metal der infernalischeren Art, versteht sich. Und das Ganze hat Feuer, ohne Frage.
An einem hochinteressanten Meisterwerk oder Saisonhighlight von Instantklassiker-Kaliber schrappen BISON B.C. damit allerdings wieder mal vorbei.
Dennoch: Gute Band, kann man so machen!
(Danke an Reissi für’s Promo rüberwuppen!)

Kirchgang mit Menace Ruine und Mamiffer

Erwähne ich nicht zum ersten Mal: Diese immer wieder mal stattfindenden Events in der Bochumer Christuskirche mit Schwerpunkt Drone (Postrock, Ambient, artverwandtes …) mag ich wirklich sehr gerne, zumal diese auch oft auf einem Freitag liegen. Und manchmal ist tiefenentspannt in der Kirchenbank liegen, während breitflächige Sounds durchs Kathedralengemäuer wabern, zum Wochenausklang genau das richtige. Ferner muss es so eine Alterssache sein, dass ich diesen (Achtung, neudeutsch) chilligen Gegenentwurf zum konventionellen Rockkonzert-Rahmen immer mehr zu schätzen weiß.

Dieses mal standen MAMIFFER und MENACE RUINE auf dem Plan.
Was die eröffnenden MENACE RUINE betrifft, so habe ich hier wohl ebenfalls schon mal erwähnt, wie diese Pärchenband in Attitude und Spirit zwar irgendwie der Doom und Black Metal-Ecke nahestehen mag, musikalisch aber etwas ganz eigenes und sehr unmetallisches fabriziert.
Während S. de la Moth - optisch eigentlich ein Metal-Typ, wie er im Buche steht – auf seiner Seite der Bühne mit diversen elektronischen Spielzeugen vot allem für die klangliche Grundierung und rhythmischen Elemente sorgt, entlockt Geneviève Beaulieu ihrem Synthie Harmonien aus klirrenden Sounds, über die sie dann Melodien singt, die nicht selten etwas folklorisch-rituelles haben.
Man hat zwar irgendwie das Gefühl, dass die Live-Umsetzung ihres Materials noch nicht so 100%ig da angekommen ist, wo man sie gerne hätte, und beim letzten Song wurde es dann auch langsam mal etwas eintönig, aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn gerade in dieser sakralen Umgebung  bei gedämmten Licht passte das Ganze einfach wunderbar. Nett, nett.

Als Headliner dann also MAMIFFER, wohinter sich Aron Turner (Isis, Hydrahead Records, …), seine Freundin, und zwei unterstützende Mitmusiker offensichtlich schon fortgeschrittenen Alters verbergen. Auch das habe ich hier vermutlich schon mal erwähnt, aber ich bin ja eigentlich nicht der größte Isis-Fan, bzw. halte Turner prinzipiell für etwas weniger talentiert, als er von Einigen gesehen wird. Naja, egal. Diese seltsame Mischung aus Pianogeklimper und Frauengesang, Gitarrendrone, und Schlagzeug-Unterstützung (die oft eher perkussive Untermalung und Garnierung stellte, als tatsächliche Drumbeats zu klopfen), hatte schon einen gewissen Unterhaltungswert. Das hatte eigentlich ja doch ein bisschen was von der Unkonventionalmusik aktueller Swans. Ich würde mir zwar jetzt daraufhin nicht alle Tonträger von MAMIFFER zulegen, aber um es sich bei einem netten Konzertabend mal ein al gegeben zu haben, war es wirklich nicht schlecht.

Wie gewohnt ein sehr angenehmer und unterhaltsamer Abend in der Bochumer Christuskirche …

Author & Punisher

Keine Ahnung wie mir das, trotz einiger Features bei einschlägigen Printmags und Blogs im Frühjahr, bis eben durchgehen konnte: Unter dem Projektnamen AUTHOR & PUNISHER macht Triston Shone aus San Diego so etwas wie Drone/ Industrial Metal. Das alleine wäre noch nicht weiter erwähnenswert, würden sämtliche Sounds dabei nicht durch Maschinen entstehen, an denen er in seiner Werkstatt rumingenieurt. 
Interview, Live-Ausschnitt, Videoclip:



Auf der Bandcamp-Seite von AUTHOR & PUNISHER kann man Albumveröffentlichungen mit dem ungewöhnlich entstandenen Getöse für je 7$ ziehen. Werde ich jetzt mal machen …
(Vielen Dank an Melanie für den Hinweis auf dieses Amuse-Gueule!)

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Neue Wizard Smoke EP für lau

Apropos Maserati, die irgendwie mit jenen verbandelte Doom-/ Sludge-Combo WIZARD SMOKE hat mal wieder eine neue EP raus, die sie selbst auch wieder für lau in Netz gestellt hat.
Gibt es auf: www.wizardsmoke.net

Das neue Maserati-Album

… das Anfang des Monats erschien, habe ich selbst zwar noch nicht gehört (es kommt einfach zu viel gute und interessante Musik heraus für so wenig Zeit), nach ersten Stimmen im Netz dazu scheint die Postrock-Kapelle allerdings ihre Krautrock-Einflüsse und zuvor nur dezenten Dance-Elemente darauf noch weiter ausgebaut zu haben.

Damit sind sie nach 65daysofstatic schon die zweite Band der (gut, nennen wir es mal so) „2000er-Postrock-Welle“, die dem Weg aus der Einheitsbreisackgasse in Richtung (Retro-)Tanzelektronik entflieht, während andere Kritikerlieblinge des Genres, wie z.B. This Will Destroy You, zuletzt eher weiter zur Drone-/ Ambient-/ „Doomgaze“-lastigen Seite der Sparte gekippt sind.
Das sind nicht uninteressante Entwicklungen für einen Stil-Bereich, der bereits so ein bisschen als generisches „kennste einen, kennste alles“-Sammelbecken verschrien war.

Zwei Songs des neuen Maserati-Albums im Stream hören, bzw. es auch als DoLP oder CD bestellen, kann man hier: shop.temporaryresidence.com/trr196

Ich glaub‘ allerdings, ich setze hier diese Runde mal aus. Es kommen im Moment zu viele essenzielle Metal-Veröffentlichungen, als dass ich die Zeit dafür aufbringen könnte, auch noch auf der Post-Postrock-Krautdisco-Hochzeit zu tanzen …

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Kaiserschnitt (s/t)

Wie bereits angedeutet, hier ein Eintrag zu KAISERSCHNITT.
Bevor ich es unterschlage: Ja, im Endstadium ihrer relevanten Phase war zufällig auch ein Kumpel von mir (Live-)Mitglied der Band. Tut allerdings nix zur Sache.

KAISERSCHNITT aus Paderborn veröffentlichen 1998 ein selbstbetiteltes und selbstvertriebenes Album. Und es ist wohl gemutmaßt kein Zufall, dass ihr Bandname auch der Titel eines Eisenvater-Songs ist, denn den Hamburger Unikaten klangen sie damals ja doch ein bisschen ähnlich, während die Ästhetik drumrum  auch nicht unbedingt weit abwich …
Womit ich den Ostwestfalen allerdings keinen direkten Copycat-Vorwurf machen will, denn Inspiration aus der richtigen Ecke ist manchmal mehr wert als generische Langeweile.
Sagen wir mal, irgendwo zwischen schleppendem Doom, extremmetallischem Härtegrad, kühlem Industrial-Feeling, und der einen oder anderen unerwarteten Wendung hatten KAISERSCHNITT einen ähnlichen Stil wie Eisenvater.

Zum Album: Dessen etwas rockiger Instrumental-Opener „Kaiserschnitt I“  erinnert mich heute ironischerweise an den etwas rockigen Instrumental-Opener vom Comeback-Album der besagten Eisenvater ... welches allerdings 'ne Dekade später erschien. So schließt sich der Kreis, was?
„Kaiserschnitt II“ hypnotisiert folgend mit einem stur repetitiven, Stampfgroove-fundiertem Heavy-und-Schräg-Riff, was schwerstens was von Godflesh hat.  Zwischendurch durchbricht sowas wie ein Death Metal-Prügelpart die Hypnose, bevor die Band wieder in den schleppenden Groove zurückfallend abbremst, über den Sänger „Bizaar“ mit tiefer Stimme böse grollt. Boah, wie geil.
Das folgende „Kaiserschnitt VII“, inoffiziell auch bekannt als „(Mach das verdammte) Licht aus“, könnte partiell als etwas gestörter Rip Off von Pantera („A New Level“) durchgehen.
„Kaiserschnitt IX“ aka „Jeder Gedanke ein Schuss“ geht den gesetzten Kurs aus schleppendem Brachial-Metal und seltsamen deutschen Texten weiter, und driftet langsam ins groteske.
Regelrecht im  Zentrum der CD steht dann ein sehr gelungenes Noiserock -Cover vom Einstürzende Neubauten-Klassiker „Haus der Lüge“, bei dem Sänger Bizaar so dermaßen nach Blixa Bargeld klingt, dass es schon Hörer beim Vorspielen außerhalb des Kontexts für eine andere Version vom Original halten wollten.
Der „Epilog“ (Neubauten-Fans wissen, was ich meine) wird dann auch noch kurz drangehängt, bevor „Kaiserschnitt XII“ völlig aus dem Rahmen fällt. Der Song ist 11:37 Minuten lang, und pendelt mit recht gelungener Produktion zwischen elektronischen Passagen und Bombast-Metal.
Während man darüber noch verwundert ist, kloppt einen „Kaiserschnitt V“ danach mal eben als einer der kompaktesten und Brecher-mäßigsten Songs mit todesmetallischen Ballerpassagen komplett um, auch wenn es da eine Stelle gibt, an der mich eine sehr holprige Timing-Schwankung etwas zum Schmunzeln bringt.
Ein ungewöhnliches, episches Finale folgt mit „Kaiserschnitt IV“: Gesprochene Weltuntergangslyrik über einem spannend von ruhig nach laut gesteigertem Arrangement (würden man heute wohl unter „postrockig“ verbuchen).

Ich will nicht so weit gehen, dass „Kaiserschnitt“ ein visionäres Album oder sowas gewesen sein soll. Mit seiner durch und durch eher wenig massentauglichen und bis heute nicht gerade alltäglichen Mixtur aus brachialem Metal von trockener Bösartigkeit, schwer schleppenden Grooves, maschineller Kühle, bizarren deutschen Texten, Wechseln zwischen recht langsam und sehr schnell, dem einen oder anderen abrupt ins Kreuz gedrehten Break, sowie ferneren Stilbruch-Ausreißern, stand es markanten Eigentümlern wie Godflesh, Neurosis, Today Is The Day, Zeni Geva, Voivod etc. allerdings deutlich näher, als den discokompatiblen Bands, die man zur gleichen Zeit als „neue deutsche Härte“ vermarkten wollte.
Nicht zuletzt deshalb blieb es vermutlich auch bei nur diesem einen Album und eher wenigen Auftritten, denn einem so unorthodoxen, fiesen Brocken war rurales Lokalpublikum wohl einfach nicht gewachsen.

Die Kernmitglieder, Gitarrist Stonie und Sänger Bizaar, waren nach längerer Funkstille auf einmal als DJs in provinziellen Gothic-Discos unterwegs, und veröffentlichten zwischendurch unter dem Namen KAISERSCHNITT in Netz-Streams Musik, die eher so in Richtung halbherzigen Düster-Technos mit Fetischparty-kompatiblen Songtiteln ging.
Was genau da eigentlich schiefgelaufen ist - keine Ahnung.

„Kaiserschnitt“ ist jedenfalls ein Album, zu dem ich immer wieder zurückkomme. Eines dieser ungeschliffenen, unentdeckten Juwele ganz nach meinem Gusto, das kaum jemand anders kennt, und eh kaum jemand anderes gut finden wird.

Hier noch mal das, fürs ganze Album nur bedingt repräsentative Neubauten-Cover:


Dienstag, 23. Oktober 2012

Pig Destroyer - Book Burner

Natürlich gibt es die typischen „Prowler in the Yard“ war ihr bestes Album-Fans, aber ich persönlich empfinde „Terrifyer“ (2004) und „Phantom Limb“ (2007) ja durchaus als ziemliche Steigerungen gegenüber des besagtem Relapse-Debüts aus 2001. Diese etwas Sicko-mäßig inszenierte und höchst wüst rausgepfefferte Mixtur aus unorthodoxen Strukturen Marke Mevlins, immer wieder mal durchblitzenden Slayer-Anleihen, sludgeig-noisigem Ohrenbluten-Sound, nach vorne flüchtenden Grindcore-Knattereien, und teilweise völlig kaputten Vocals ist etwas, das es so wirklich nur von PIG DESTROYER gibt.

Das neue „Book Burner“ erzählt einem jetzt natürlich nichts unerwartet neues mehr, hält aber immerhin die Form. Ja, klar, das gab es alles von der gleichen Band auch schon mal in aufregender, ausartender, gefährlicher und origineller, was daraus jetzt aber nicht zwangsläufig ein schlechteres Album macht.
„Book Burner“ wirkt sauberer und geordneter als die vorangegangenen Alben, und nicht selten etwas knackig-punkiger auf dem Punkt gehalten.
Der neue Drummer Adam Jarvis (Misery Index!) setzt hörbar eigene Akzente, fügt sich aber durchaus auch sehr passend in gewohnte PIG DESTROYER-Muster ein.
Ähnliches gilt für den inzwischen fest zur Band gestoßenen Konservenkrach-Mann Blake Harrison, dessen Zutun man erst dann partiell vernimmt, wenn man wirklich drauf achtet.
Gast-Vocals gibt‘s u.a. von Kat Katz (Agoraphobic Nosebleed, Ex-Salome).

Wie gesagt, auch wenn „Terrifyer“ und „Phantom Limb" die ohne Frage mitunter spektakuläreren und etwas weniger stromlinienförmigen Schlagbohrer-ans-Ohr-Erlebnisse gewesen sein mögen – fünf Jahre nach dem letzten Album geht „Book Burner“ als eindeutige Ansage, wer nach wie vor eine der eigenständigsten, wenn nicht sogar die derzeit essenziellste Extreme Metal-Band ist, voll klar.

Wer Bock auf die “Deluxe Edition" hat, bekommt übrigens eine Bonus-Disc mit Coversongs (Negative Approach, Angry Samoans, Misfits, Minor Threat ...) und eine apokalyptische Kurzgeschichte von Shouter J.R. Hayes obendrauf.

Den Stream gibt’s hier.

zuletzt live gesehen (2)

18.10.2012: Therapy? - Essen, Turock
Auch wenn das 2010er “Crooked Timber” ein paar richtige Knaller losließ (allen voran das grandiose „Exiles”), sind die Iren ja doch irgendwie so ein Ding, das (schon lange) durch ist. Umso erstaunlicher, dass sie sich über die Jahre eine gewisse Fanbasis gesichert und erhalten haben, denn das Turock war an diesem Abend ziemlich gut gefüllt, und das nicht gerade mit der Stammklientel.
THERAPY? gaben dabei eine wirklich bewegungsreiche Show zum besten, die „Trobulegum“-Hits wurden übers Set verteilt noch vorm Zugabenblock abgehakt, aber ein Hauch von einstudierter Routine und etwas Had been-Verzweiflung lag dabei dann ja doch in der Luft. Gutklassiger Gig, aber mit dem Flair eines Relikts.
Im Vorprogramm sollten ein paar Jungs aus Dortmund namens Ritalin Ray zwar handwerklich überzeugen, das aber leider mit genau der Art von provinziellem Fachschaftsparty-Indierock, den wirklich gar kein Penis braucht.

19.10.2012: Worship, Faal, Valborg - Oberhausen, Helvete
„Doom Days Part II“, Eintritt nur 5 €, na das gibt man sich gerne mal. Kurz und knackig abgehakt: VALBORG sind eine seltsame Band, komische Typen mit komischem Stil. Letzteres ist aber auch gerade deswegen irgendwie geil. Ich fühlte mich in etwas markanten Momenten eher an unorthodoxere Urgesteine wie Eisenvater erinnert, als an zeitgeistigen Kram. Witzig auch, dass die Jungs noch während der Headliner spielt schon wieder den Heimweg nach Bonn angetreten hatten. FAAL haben das mit der breitflächigen Atmosphäre live genauso gut drauf wie auf Platte. Gute Band. WORSHIP, die Underground-Doom-Legende mit bewegter Geschichte, kannte ich vorher zugegeben nicht groß, aber auch die machten live ganz gut was her, auch wenn  mir persönlich die Eigenakzente der zuvor spielenden Bands etwas mehr zusagten.
Zu meinem Erstaunen war im Kneipenbereich des Helvete, bei meinem Verlassen des Etablissements, im Übrigen die Hölle los. Da gehen also die Leute also so hin am Wochenende …

20.11.2012: Disbelief, Gorilla Monsoon – Essen, Turock
Keine Ahnung, was genau mich eigentlich dazu getrieben hat, mir dieses mäßig besuchte Trainwreck zu geben, aber verwundert war ich hier über die eher karge Besucherzahl nicht.
GORILLA MONSOON waren mit ihrer Mischung aus rockigem Metal und Stoner-Sound zwar wie immer eine höchst mitreißende Sache, man hatte aber doch ein bisschen das Gefühl, dass da schon mal mehr Feuer drin war. Nun ja, wir alle werden älter. Nichtsdestotrotz sympathische Band, zu der sich gut mal ein wenig das Tanzbein schwingen lässt. Death Revolution!
DISBELIEF? Da müsste man jetzt eigentlich etwas ausholen. Es ist jedenfalls schade, dass eine Band, die vor neun Jahren eines der besten und wichtigsten Metal-Alben der „Nuller-Dekade“ veröffentlichte, den Qualitätslevel auf folgenden Werken nicht wirklich halten oder steigern konnte. Dass eine im Death Metal verwurzelte Band, bei der Journalisten dann hilflos Neurosis-Vergleiche und Deklarationsversuche a la „Depri-Post-Deathcore“ fallen ließen, nach einem solchen Monument auf späteren Alben wie „Navigator“ dann doch wieder dazu übergangen war, einfach nur Slayer-Riffs auf Bolt Thrower-Grooves zu montieren, anstatt die einst angedeutete Richtung zu etwas anderem weiterzuverfolgen.
Es ist traurig, wenn einen der Gig einer einst so zwingend herausragenden Band ziemlich kalt lässt, bis am Ende die obligatorischen Altkracher kommen („Misery“ vom „Worst Enemy“-Album, und natürlich „To The Sky“ von „Spreading The Rage“, dessen alles überragenden Titeltrack die Truppe ja nach einer Tour nie wieder spielen wollte).
Da hat man sich wohl irgendwie auseinandergelebt …

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Soundcloud Fundstücke

1.) Jemand hat ernsthaft einen Mashup von R&B-Sängerin ALICIA KEYS („Songs in A Minor“) und meiner Lieblingsband FUDGE TUNNEL („Hate Songs in E Minor“) fabriziert?! Auch schon wieder geil.

 

2.) Über das selbstbetitelte Debüt der damals noch derbmetallischen Obskurität  KAISERSCHNITT, aus dem Jahre 1998, wollte ich schon ewig mal einen Blogpost machen. Gehe ich zeitnah dann wohl tatsächlich endlich mal an, wo ich gerade zufällig über das darauf enthaltene Einstürzende Neubauten-Cover „Haus der Lüge“ gestolpert bin:

Freitag, 12. Oktober 2012

zuletzt live gesehen ...

Da ich hier ja eh unter kontinuierlichem Mittelungsbedürfnis leide, kann ich es ja mal erwähnen:
Vor ca. einem Monat sah ich die britischen Sludger RAMESSES im Oberhausener Helvete live, weil ich mir dachte „für 5 € Eintritt kann man das ja auf jeden Fall mal machen“.
Das Beardo-Trio hatte wieder mal Merch mit äußerst grenzwertigem Motiv bei, wusste live allerdings vor allem mit einem herrlich dreckig und voluminös dröhnenden Sound zu überzeugen, wie er bei dieser Art von Musik zu sein hat. 
Etwas, das den beiden Vorbands nicht als einziges abging, denn man musste sich vorm Hauptakt gleich zwei mal durch gähnende Langeweile quälen (ein mal mehr so traditioneller Doom, ein mal mehr so Grunge).

Am Tag der deutschen Einheit spielten die bei Gelegenheit immer wieder gern mal mitgenommenen BLCKWVS im Essener Emokeller. Etwas amüsant gestaltete sich der Umstand, dass das Quartett nicht so 100%ig eingespielt war und auch gleich keinen Hehl draus machte. Ansonsten wie immer eine Bank.
Zuvor durften die amerikanischen Jungspunde CENTURIES ran, die es kurz und knackig hinter sich brachten.  Ganz netter Knüppelcore mit zeitgeistigen Akzenten, kann man machen.

Last but not least beehrten kürzlich VOIVOD das Essener Turock. Grenzenlose Vorfreude schon Tage zuvor.
Als Opener fungierten die finnischen Düstercrustcorler UNKIND, mit denen ich bei dieser Gelegenheit die erste Berührung hatte, und die – abgesehen vom durchwachsenen Sound , bei dem der nicht wirklich zu hörende Konservensoundmann mit auf der Bühne etwas irritierte – ganz geil kamen.
VOIVOD: Natürlich über jeden Zweifel erhaben. Große Überraschungen gab es hier für mich, der die Band letztens noch bei zwei Roadburns in Folge jeweils zwei mal gesehen hat, natürlich nicht. Allerdings muss man schon feststellen, dass die Truppe in dieser Besetzung kontinuierlich noch besser zu werden scheint und in einem Club wie dem Turock auch noch wesentlich besser funktioniert, als auf der riesigen 013-Hauptbühne. 
Ne, das war schön. Ich könnt‘ schon wieder!

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Dienstag, 9. Oktober 2012

Downfall of Gaia - Suffocating In The Swarm Of Cranes

Das Promozettelchen, das MetalBlade Records Review-Exemplaren dieser Scheibe beilegen, spielt mit dem Umstand, dass man Hannover lediglich mit den Scorpions assoziiert. Wenn man die klischeehafte Identitätslosigkeit Hannovers in Bezug auf DOWNFALL OF GAIA unbedingt ins Spiel bringen wollen würde, ließen sich da jetzt mit Sicherheit ein paar ulkige und dabei nicht mal unpassende Kalauer-Metaphern konstruieren. Aber darum geht’s ja nicht, sondern um die Musik. Jene gehört einer relativ neuen Crossovergattung an, denn im Juzcore-Umfeld tummeln sich schon länger eine Menge Bands, die verstärkt Impulse aus Doom, Black und sog. Post-Metal aufgreifen. Ob das im Falle von DOWNFALL OF GAIA jetzt „Screamo“, „Dark Hardcore“ oder „Neocrust“ sein soll (alles Etikette, über die man so stolpert), interessiert mich persönlich ja jetzt nicht so groß. Dass bei den Jungs in der Vergangenheit aber die eine oder andere Scheibe von bereits vielzitierten Neurosis-Nacheiferern wie Cult of Luna und Isis rotiert haben dürfte, werden sie wohl vermutlich nicht mal verneinen, denn diese „postrockig-doomcoreige“ Masche besagter Band hat auch im DoG-Sound ihre Spuren hinterlassen. Allerdings knattern hier ferner auch schon mal schnelle Blastbeats nach vorne.
Die Intensität einer Macht wie Alpinist oder Celeste erreichen DoG zwar genau so wenig, wie die auffälligen Stilakzente, die etwa Agrimonia mit vergleichbaren Elementen schon gesetzt haben, ihr Ding machen sie mit hannoverscher Unscheinbarkeit allerdings dennoch ziemlich gut.
„Suffocating In The Swarm Of Cranes“ ist somit keine zwingendste Essenzialität - Freunde von Bands wie Planks, Tombs, Buried Inside, Fall of Efrafa, Light Bearer, Embers und co. sollten allerdings auf jeden Fall mal 1-2 Ohren riskieren.

Montag, 8. Oktober 2012

Teeth - The Strain

Eine traurige, irgendwie aber auch tröstliche Story:
Als einer der beiden Brüder, die zusammen eine Band namens TEETH haben, mit Krebs diagnostiziert wird, beschließt er, der Welt ein bei Steve Albini aufgenommenes Album hinterlassen zu wollen.
Als Albini selbst von der Sache Wind bekam, machte er die Studiotüren für John und Benjamin Grabski kurzerhand umsonst auf, und nahm mit ihnen das Album „The Strain“ auf, das sogar sofort ein paar gute Kritikerstimmen einheimsen konnte.

Schlagzeuger John Grabski III verstarb kürzlich leider. Sein Plan, davor zumindest noch eine musikalische Duftmarke für die Nachwelt zu konservieren, ging aber auf.
Und so tragisch das Ableben eines so jungen Menschen ist, so schön ist die Tatsache, dass er mit dieser Geschichte und dessen musikalischem Vermächtnis über seinen Tod hinaus Menschen inspiriert, berührt und begeistert.

Man bekommt das Album mit wirklich gutem Früh90er-Alternative bei Bandcamp als Download ($7) oder als LP+
CD+Download-Komplettpaket ($23). Das Geld geht an einen guten Zweck:
http://teethhasteeth.bandcamp.com/album/the-strain


Samstag, 6. Oktober 2012

Das Denovali Swingfest

... findet dieses Jahr übrigens ohne meine Anwesenheit statt. So gerne ich mir die, letztes Jahr durchaus spitzenmäßig organisierte Veranstaltung wieder gegeben hätte – mal ganz ehrlich: Ein AK-Preis von 90 € für ein Dreitagesticket, bzw. 35 € für einen Tag fand ich einfach eine quantitativ zu geringe Preis/Leistungs-Ausbeute dafür, dass an jeden Tag nur eine wirklich meinem Gusto entsprechende Band der lauteren Art spielt (Freitag Abend: Heirs, Samstag Spätnachmittag: Year Of No Light, Sonntag Frühnachmittag: Switchblade). Plus die lediglich 1-2 „gucke ich mir bei so einer Gelegenheit gerne mal wieder an“-Acts (N, Blueneck) und 1-2 „würde ich bei der Gelegenheit dann auch gerne mal reinschnuppern“-Sachen (etwa Kammerflimmer Kollektiv), die es hier leider nicht rausreißen. Hinzu kommt: Sowas wie ein richtiger Konsens-Headliner fehlt dieses Jahr ja auch irgendwie. In den Vorjahren hatte man immerhin schon mal wohlklingende Namen wie Bohren & der Club of Gore oder Sunn o))) am Start, dieses Jahr ist es der elektronische Mexikaner Murcof, der mir nur vage was sagt. Schade eigentlich, aber machste nix. Irgendwo muss man sich auch mal Grenzen setzen ..

Donnerstag, 4. Oktober 2012

mal wieder rausgekramt

Zuletzt zum ersten mal seit längerer Zeit mal wieder im Player gehabt und dabei festgestellt...:

CEPHALIC CARNAGE – Anomalies

Dieses Album hat auch schon wieder 7 Jahre auf dem Buckel? Meine Güte. Jedenfalls hatte ich es viel zu lange nicht gehört, und muss bei wiederholter Rotation nun einfach mal äußern, dass CEPHALIC CARNAGE hier die perfekte Balance aus allem gefunden hatten, was sie ausmacht: Technisch wahnwitziges Death’n’Grind-Gezimmer, Ausflüge in Doom-Gefilde, jazzige Akzente, humoristische Momente. Das als Metalcore-Persiflage gemeinte „Dying will be the Death of me“ ist eigentlich schon viel zu gut und eigen, um als eben solche überhaupt noch wahrgenommen zu werden, „The Will Or The Way“ ist eine vor Carcass-Vibes überschäumende Lehrbuchlektion durch extremmetallische Motivvariationen, die Stoner-Nummer „Piecemaker“ rockt wie Hulle, und selbst ruhigere Momente (wie bei der spannend aufgebauten Schlussnummer „Ontogeny Of Behavior“) funktionieren wunderbar.
Auch wenn der Vorgänger „Lucid Interval“ (mit dem grandiosen „Black Metal Sabbath“, Höhepunkt jedes CC-Konzerts), und der Nachfolger „Xenosapien“ (mit noch viel wahnsinnigeren Nummern wie „Endless Cycle Of Violence“), zweifelsohne große Momente haben mögen - „Anomalies“ ist ganz klar das CEPHALIC CARNAGE-Album.

PUNGENT STENCH – Club Mondo Bizarre
Seien wir ehrlich: Aufgrund ihres schwarzhumorigem Image und Songs Marke "Klyster Boogie" hat man die Österreicher irgendwie immer so ein bisschen in der Schublade mit abgelegt, in die diese latent bis mittelschwer kultigen Bands kommen, die man so 100%ig für voll nicht wirklich nehmen möchte, if know what I mean (vgl. Sodom, Venom, Impaled Nazarene, A.C., Macabre, Sons of Tarantula, Mentors, Gwar, Manowar, Piledriver, ...).  Damit tut man einem Album wie "Club Mondo Bizarre - For Members Only", das 18 Jahre später (!) tatsächlich kaum Staub angesetzt hat, aber ganz schön Unrecht. Denn Alben wie dieses werden in der Hauptstrom-Labellandschaft der Metal-Szene heute so wirklich nicht mehr gemacht. Organisch atmender Sound, natürliche Grölvocals, spielfreudiger Goove ohne „Showoff-Wankery“ oder Extremsport um des Geschwindigkeitsrekords willen ... das war noch eine andere Art von (Death) Metal, als die seelenlos gekünstelte, überproduzierte und wenig inspirierte Stangenware, mit der man sich auf diesem Sektor in den letzten Jahren so oft konfrontiert sah. Von provinziellen Lächerlichkeiten a la Debauchery ganz zu schweigen.  
 „Club Mondo Bizarre …“ ist ein wirklich überraschend gut gealtert und macht heute noch Spaß. Vielleicht doch mal die PS-Alben aufarbeiten, die ich ausgelassen habe?

FETISH 69 …
Kinky Ösis zum zweiten. Was genau mich veranlasst hat, ausgerechnet jene aus der 90er-Mottenkiste hervor zu fischen, weiß ich jetzt gerade auch nicht mehr so genau. Was die Band auf Alben wie dem 93er Nuclear Blast-Langspieldebüt „Antibody“ und dem 96er „Purge“ (sowie einigen Kleinformaten wie der „Brute Force“ EP) fabrizierte, kann ich mir im Gegensatz zu manch anderer 90ies-typischen Kiste aber auch heute immer noch sehr gut reinfahren. FETISH 69 klangen zu der Phase wie grobschlächtige Halbbrüder von Fudge Tunnel, oder wie eine Fusion aus Celtic Frost und Ministry, und bei besonders zackig inszenierten Klopfern auch mal ein bisschen wie Helmet. Dabei schwang der industrialrockige Zeitgeist dieser Ära in ihrem Sound zwar mit, blieb verglichen mit anderen Bands dieser Ecke aber mehr eine Andeutung anstatt einer vordergründigen Stil-Ingredienzie. Weswegen auch diese Alben wohl relativ gut gealtert sind.
Auf „Geek“ folgte 1999 dann allerdings der Gegenentwurf. Mit Metal-Riffs und Brüllgesang hatten sie wohl alles gesagt, und wendeten sich, beeinflusst u.a. durch Massive Attack, vermehrt der Elektrotüftelei zu.  Organisch und handwerklich klang es allerdings trotzdem, wenn hier zwischen Jazz-/Swing-Fetzen und übersteuerten Industrial-Sounds, Downtempo-Breakbeats und bedrohlichem Flüstersprechgesang, sowas wie reduzierter Düster-Trip Hop zelebriert wurde. Der sorgsamen Reduktion auf Akzente statt Überfrachtung ist es dann auch zu verdanken, dass „Geek“ mehr als 10 Jahre später noch funktioniert. Klar klingt das Ganze irgendwie sehr nach verspäteten Mit90ern, aber das Album kann man sich, gerade auch aufgrund seiner Dezenz und Andersartigkeit, auch heute noch ganz gut antun.
Der Vollständigkeit halber: Auf dem letzten Album „Atomized“ gingen FETISH 69 diesen Pfad noch ein Stück weiter, standen dann allerdings mit einem Fuß in dahinplätschernder Beliebigkeit. Auf einer Remix-Compilation wirkten 2003 u.a. Mick Harris (Ex-Napalm Death, Scorn, …) und das Neurosis Alter Ego Tribes of  Neurot mit.

NINE INCH NAILS – Ghosts I-IV
Ich weiß schon gar nicht mehr so genau, ob das endlich mal Sehen von The Social Network (zu dem Trent Reznor und Atticus Ross bekanntlich den Oscar-prämierten Soundtrack lieferten) mich dazu brachte, “Ghosts I-IV“ mal wieder hören zu wollen, oder ob das zufällige Wiederauffinden und dann mal wieder Hören der CD-R mit “Ghosts I-IV“ im Auto mich dazu brachte, endlich mal The Social Network zu gucken, bzw. ob beides mehr oder minder unabhängig voneinander zufällig im gleichen Zeitraum passierte, und dann halt irgendwie kausal zusammenverschwamm. Ich glaube letzteres. Anyway. Als „Ghosts I-IV“ im Frühjahr 2008 erschien, fand ich diese Sammlung von instrumentalen Songskizzen ja durchaus sehr cool. Der Halbwertzeittest zeigte nun recht deutlich, dass es eben genau das ist: Eine Sammlung von Skizzen. Von „Piano-Geklimper über Dronerei“ bis „hätte mal ein Rocksong werden können“ gibt es zwar immer wieder Tracks, die aufhorchen lassen und begeistern, in ihrer Gänze sind die aufgerundet fast zwei Stunden von „Ghosts …“ allerdings nichts mit Klassikerpotenzial. Und dazu, mir das mal auf meine Lieblingstracks herunter zu kürzen, dafür fehlt mir gerade irgendwie die Muße. Wannandermal …

DEATHSPELL OMEGA - Si Monumentum Requires, Circumspice
Bei anderer Gelegenheit hatte ich hier neulich bereits erwähnt, dass mir bei DEATHSPELL OMEGA erst sehr spät der Knoten geplatzt ist. Schuld daran war vor allem, dass ich mit „Fas - Ite, Maledicti, in Ignem Aeternum“ als Einstiegsalbum und Referenzklassiker schlecht beraten gewesen war. Denn sowohl der, tiefer im traditionelleren Black Metal steckende Vorgänger „Si Monumentum Requires, Circumspice“, als auch der progressiv ausartende Nachfolger „Paracletus“ (sowie diverse EPs), sind um Welten (!) besser als das etwas krude Übergangsalbum „Fas …“ .
Was mich zu „Si Monumentum …“ bringt. Jenes halte ich nach intensiver Dauerrotation für eines der besten Black Metal-Alben überhaupt und generell. Songs wie das unglaubliche „Jubilate Deo (O Be Joyful in the Lord)“ (was DsO hier in wahnwitzigem Tempo an geilen Melodiebögen runterschrubben ist nicht mehr zu fassen) , oder die maulsperrige zweite Hälfte von „Carnal Malefactor“ sind die Essenz des Genres und mit das Allerbeste, was ich im extremen/ düsteren Metal-Bereich je gehört habe. Wo war ich eigentlich 2004, als dieses Album rauskam? Ach ja, bei Exodus, Thrice, Smoke Blow, Illdisposed, oder Nasum. Nun ja …

Oktober in Scheiben (2)

Ferner unterschlagen hatte ich, dass diesen Monat außerdem ein neues MENACE RUINE Album via Profound Lore kommt (einen Song davon im Stream findet man hier).  Das krude Drone/ Ambient/ Noise/ Industrial-Eigengebräu des Duos ist eigentlich mehr in puncto Spirit mit Black Metal und Doom verwandt, als tatsächlich von musikalischer Natur her, aber genau da liegt wohl der Appeal des Ganzem.

Metalblade kredenzen uns außerdem 1.) ein neues Werk der kanadischen Sludge-Truppe BISON B.C. (kann man hier reinhören), auf das ich mich schon freue, zumal ich das letzte Album sehr mochte, und 2.) schon morgen die neue DOWNFALL OF GAIA (kann man hier reinhören).

Dienstag, 2. Oktober 2012

Ach ja

Im Rahmen dieses Blogs bisher unterschlagen hatte ich im Übrigen, dass ich vor wenigen Wochen auch IDES OF GEMINI live sah und mich dabei (trotz (vielleicht auch gerade wegen) 1-2 Litern koffeinhaltiges Getränk auf Matebasis intus) fast ins Wachkoma gelangweilt hätte. Ich habe ja wirklich nichts gegen Bands, die irgendwas anders machen, und auch nichts gegen Musik, der eher ruhiger auf Atmosphäre setzt, anstatt drauflos zu knüppeln, aber das war ja mal wirklich nichts.
Black Math Horseman’s Sera Timms hält das Ganze am Bass und mit ihrem unnachahmlich in Reverb-Sphären orbitierendem Gesang so gerade noch zusammen, wenn sich Gitarrist J. Bennett (Wannabe-Posterboy der Generation Beardometalnerd) mehr schlecht als recht ein paar dünne, stoisch wiederholte Riffs rauszwängt, und Schlagzeugerin Kelly dazu mit minimalistisch-reduziertem Marschgeklopfe irritiert, das wirklich jeder sich erstmals an ein Schlagzeug setzende hinbekommt. Was dabei im Verbund rauskam, war eine ewiggleiche Sauce aus Lagerfeuermusik mit Strom, bei der nach 2-3 Songs eigentlich schon alles gesagt war, die - das Onetrickpony zu Tode reitend  - aber natürlich nicht enden wollte. Schnarch.
Gut, dass immerhin die BLCKWVS als Vorband mit ihrem recht eigenständigen und monumentalem Instrumental-Metal zu unterhalten wussten, und das trotz zeitweise katastrophalem Sound.

Montag, 1. Oktober 2012

Torche und so …

Ja, ich weiß, ich halte beim Thema TORCHE sehr gerne nicht damit hinterm Berg, die US-Stonerrocker tendenziell eher langweilig und über zu finden. Eine Mischung aus sonntäglicher Langeweile (ich bin nun mal kein Tatortgucker), Streben nach finaler Gewissheit (wie vielleicht doch okay oder eben doch nicht so gut ich TORCHE denn dann jetzt finde), dem generellen Vorziehen von Livemusik und ein paar Bieren mit den Boys gegenüber dem Sofa (ich kann halt nichts anders), und der Tatsache, dass das FZW nun mal wirklich um die Ecke ist, lies mich dann ja doch spontan zum TORCHE-Gig in Dortmund schlurfen.
Als Local Support fungierten ███████ aka [BOLT] aus Bochum. Zwei Typen auf Stühlen mit Bässen, Effektboards und Laptop. Ihr Drone-Kram hatte gewisse NIN-Vibes, wie ich fand. Kann man sich anhören, in einem typischen Rockkonzertrahmen  ist es aber generell immer so eine Sache, sich stehend zwei Sitzmusiker anzugucken … 
TORCHE: Mag sein, dass es am druckvollen Sound lag, aber gestern habe ich wohl verstanden, was einige meiner Stoner-affinen Freunde so an dieser Band begeistert. Das war live vom Druck und Klang der Gitarren schon eine ziemliche Wand, und hatte auch einen gewissen Groove. Der Schlagzeuger war ebenfalls recht gut.  Ja doch, partiell hat mir das schon Spaß gemacht. Aber: So richtig 100%ig ist dennoch kein Funke übergesprungen. TORCHE sind eine solide Rockband ohne auffällige Akzente, nicht mehr und nicht weniger. Und soliden Rock ohne auffällige Akzente (ganz gut dröhnender Sound hin oder her) kann ich mir im Zweifelsfall geben, muss ihn aber nicht ins heimische Plattenregal stellen. Von daher: Nettes Konzert, Fan bin ich aber immer noch nicht.
Im Übrigen war ich dann ja doch erstaunt über die eher magere Besucherzahl der Veranstaltung. Dass ein paar Indie-Journalisten und -blogger das aktuelle TORCHE-Album im Frühjahr noch zum saisonellen Liebling erklärten, scheint hier wohl doch keinen nachhaltigen Hype ausgelöst zu haben. Ob das wiederum jetzt eigentlich gut oder schlecht ist, das weiß ich gerade nicht …

Oktober in Scheiben

Diesen Freitag erscheint als Teaser zum 2013 kommenden Album eine Single von VOIVOD als 7“ und Download, Ende des Monats gibt’s neue Longplayer von NEUROSIS und PIG DESTROYER. Na das ist doch mal was …

Enslaved - Riitiir

Passend zum Herbst gibt es ein neues Album von ENSLAVED. Jenes muss es mit dem ziemlich starken Vorgänger „Axioma Ethica Odini“ aufnehmen, auf dem die Norweger die Metal-Schraube nach dem doch recht postrockig angehauchten „Vertebrae“ wieder angezogen hatten, und dabei eine einzige Ansammlung epischer Hits rausfeuerten, denen man die eine oder andere Inspiration durch die vorherigen Tourkollegen Opeth durchaus anhörte.
Die mitreißende Direktheit des Vorgängers ist auf dem neuen Album „Riitiir“ einer ferneren Verprogung gewichen. Und ich sage es nach drei Durchläufen mal ganz ehrlich: So richtig funktionieren tut das für mich dieses mal nicht.
Für mich hat „Riitiir“ seine starken Momente vor allem dann, wenn sich die Norweger direkt auf eine Sache konzentrieren. Soll heißen, vor allem bei ganz ruhigen Passagen, oder auch bei den rasantesten und blackmetallischsten. Was diese Spitzen allerdings lediglich garnieren, ist ein Crossover aus verträumten Klargesangsmelodien und Einflüssen von Motorpsycho, Tool und co. auf der einen, sowie den typischen Metal-Stilversatzstücken auf der anderen Seite, der mir so wie hier zusammengekittet irgendwie quergeht. Dieser unentschlossene Balanceakt aus epischem Progrock und den dazu immer wieder eingeworfenen Krächzvocals und Doublebass-Einlagen scheint zu kippen.
Ich werde dem Album zeitnah wohl noch 1-2 weitere An- und Durchläufe gönnen, aber es sieht dennoch ganz danach aus, als müssten ENSLAVED diese Runde dann mal ohne mich drehen …

Mittwoch, 26. September 2012

Piano Mayhem

Vorgestern hatten wir mal Vika, aber sie musste nun Platz machen für den komplett wahnsinnigen Sam Abbott aus San Francisco.
Der Gute spielt nicht nur mal eben auf dem Klavier Mastadon’s „Leviathan“ Album in einem Take am Stück …

… sondern gewinnt bei einem Keyboard-Cover von Pig Destroyer’s „Loathsome“ bereits in der ersten Sekunde:


(Pig Destroyer Original: www.youtube.com/watch?v=JsjYms_1Uds )

Dienstag, 25. September 2012

Dixie Dave beim Karaoke

Dieses Netzfundstück muss man einfach teilen:

Blut aus Nord - 777 Cosmosophy

Beim Verfassen eines ausführlichen Reviews zur aktuellen BLUT AUS NORD ist mir ein Löschunfall passiert. Das tippe ich jetzt wirklich nicht alles noch mal.
Also, in Kürze: Wer hätte gedacht, dass die personell mysteriöse Avantgarde-Black Metal-Kiste aus Frankreich einem als Finale ihrer 777-Trilogie doch noch mal eine ziemliche Überraschung serviert? Also ich nicht. Und die meisten anderen Connaisseure zeitgenössischer Finstermusik wohl auch nicht.
Aber „777 - Cosmosophy“ ist anders geworden. Anders als erwartet, anders als anderes der Band, anders als weitere Genre-Kollegen, ... und das ist gut.
Das Ganze fußt stilistisch zwar immer noch auf dem, was man von „777 Sect(s)“ und „777 - The Desanctification“, oder auch dem Meilenstein „The Work which transforms God“ kennt (damit meine ich vor allem die Godflesh/ Thorns/ Scorn-mäßigen Vibes in Sound und Rhythmik), darauf wird hier dieses mal allerdings völlig anders aufgebaut.
„777 – Cosmosophy“ ist episch, atmosphärisch, spaceig, psychedelisch, bombastisch, symphonisch, vorwiegend melodisch. Letzteres auch gerade auf dem Vocal-Sektor. Die „bösen“ Momente und atonalen Elemente sind zwar immer noch da, sie bilden aber nur einen akzentuiert eingesetzten Kontrast zu Klargesang Marke Borknagar und breitflächige Streichersynthies. Richtig ausflippen tun BaN bei „Epitome XV“, dessen erste Hälfte mit französischen Spoken Words nach sowas wie Industrial-Hip Hop klingt, und in der zweiten mit regelrechten Chorälen zur epochalen Space Opera-Hymne wird. Und das funktioniert, so absurd sich das jetzt vielleicht auch lesen mag.
Der Vollständigkeit halber sei außerdem noch die Feststellung hinzugefügt, dass BLUT AUS NORD in punkto Produktion dazugelernt haben. So voluminös und professionell wie  „777 - Cosmosophy“ klangen andere Werke des reinen Wohnzimmerstudio-Projekts nicht.
Ziemlich geiles Teil. Ein bisschen grotesk, aber geil.

Donnerstag, 20. September 2012

Down IV Part I

Erste Internetstimmen, die ich las, von denen die neue DOWN-EP ziemlich runtergeputzt wurde, lagen tendenziell eher falsch. So richtig schlecht oder irgendwie ohne Pep ist „Down IV Part I - The Purple EP“ mitnichten.
Dass das Songmaterial über weite Strecken einen irgendwie eher relaxten Vibe hat, das ist ja nichts wirklich neues im DOWN-Kosmos.
Was an „Down IV Part I ...“ allerdings in der Tat seltsam anmutet, sind die Vocals Phil Anselmos. Keine Ahnung, warum das passiert ist, bzw. wie genau die Band bei Songwriting und Aufnahmen vorgegangen ist, aber man hat partiell schon mal das Gefühl, dass Performance und Produktion der Gesangsspuren zum Rest der Musik etwas bis mittelschwer schief liegen.
Aber: Auch wenn diese erste in einer Reihe noch weiter folgender EPs sicherlich keine essenzielle Offenbarung oder kompakte Sammlung neuer Überhits sein mag, geht schlecht oder langweilig immer noch anders. Ein „Lifer“ oder „Ghosts along the Mississippi“ mag zwar wieder mal nicht mit dabei sein, für den Fix an Stoner Rock/ Southern Metal zwischendurch, den man auch mal gut auf Repeat im Hintergrund laufen lassen kann, geht „Down IV Part I ...“ allerdings voll klar, und viel größere Erwartungen hatte ich persönlich
daran ja ehrlich gesagt eh noch nicht mal. Von daher ...