Donnerstag, 30. Juni 2011

kurz notiert (2)

1.) Muss mal zugeben: Ich mag die Instrumentals auf der aktuellen LITURGY ja ganz gerne, auch wenn das eine irgendwie Meshuggah Light und das andere nicht weiter einfallsreiches Gegroove ist. Irgendwas scheint die Band ja doch richtig zu machen …

2.) Luxusprobleme: Da ich höchstwahrscheinlich beim PartySan anwesend sein werde, verpasse ich wohl mit ARMORED SAINT und TOMBS (& The Secret) gleich zwei Gigs in der Gegend, die ich wirklich sehr, sehr gerne gesehen hätte. Ein bisschen ärgerlich ist das in gerade diesen Fällen ja schon… Schlechtes Timing, Leute.

3.) Blickt eigentlich noch irgendjemand wirklich im Veröffentlichungswust der japanischen BORIS durch? Wenn ja, bitte mal bei mir melden.

4.) Finde ja langsam, DEATH ANGEL sollten sich endlich mal in Pussy Magnet umbenennen. Was diese Band für eine (mehr oder minder) Alteisen-Combo so an Frauenquote zieht, ist ja wirklich unfassbar. Woran liegt’s eigentlich? Die Typen voll cute und sexy? Die Musik für‘s Etikett Metal dann ja doch irgendwie ausreichend weichrockig, simpel, tanzbar und damit mädchenkompatibel genug? Die Kombination aus eben diesen beiden Umständen? Vermutlich.

5.) In was für einem schnelllebigen Zeitalter wir inzwischen leben zeigt u.a. der Umstand, dass diverse Musikblogs aktuell schon mit Halbjahres-Listen der bisher besten Alben 2011 um sich werfen. Soll ich auch eine machen?

6.) Eine Band, die man als Freund herben Geprügels dem Anschein nach aktuell mal anchecken sollte, sind DISMA (mit Ex-Mitgliedern von u.a. Incantation und Assück). Album kommt in ein paar Tagen via Profound Lore.

7.) Dieser neue ANTHRAX-Song? Soll ich den haarsträubenden Scheiß wirklich kommentieren? Ne, lass mal.

8.) Letztes Jahr hatte ich eigentlich noch großes Interesse an ALAN MOORE’s „Unearthing“, bei dem u.a. auch MIKE PATTON und JUSTIN BROADRICK mitwirken - es kurz vor Veröffentlichung dann aber bis gerade eben doch wieder verdrängt. Sowas nennt man wohl ein „interessantes Projekt“, hört sich das dann aber vermutlich doch nicht wirklich öfter als nur 1-2 mal an…

9.) Zum Schluss noch ein Link: Die neue HELMS ALEE kann man hier komplett streamen.

Sonntag, 26. Juni 2011

kurz notiert

Ich mache es mal wieder kurz und knapp:
1.) Das Death Feast Open Air 2011 liegt hinter mir. Auf Details und lange Reden habe ich kein' Bock, aber definitive Highlights waren Morgoth (dieses mal allerdings leider ohne 'Under The Surface'), Vomitory (wie erwartet ziemliche Walze), Grave, Krisiun und Misery Index. Plus: Wie immer natürlich eine vorbildliche Organisation von und mit größtenteils sehr angenehmen Menschen.
2.) Wegen 1.) bin ich heute dann ja doch irgendwie zu kaputt und faul, bei Thou und Moloch aufzulaufen. Just sayin', falls jemand fragt.
3.) Von Skullflower gibt es ja doch so das eine oder andere ziemlich geile.
4.) „Metaller“ mögen BulBul nicht. Ignorantes Pack.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Juni Review Roundabout

ASTROHENGE - s/t
Mit einem Mitglied von Necro Deathmort an Board bietet uns diese Kapelle auf ihrem letztjährigen Debüt instrumentalen Prog-Metal, der ziemlich dick inszeniert und mitunter ganz schön wild durch die Botanik gezimmert daherkommt, aber auch immer wieder atmosphärische Passagen einstreut (sehr geil: Der Schluss-Song). Ziemlich ungewöhnlich ist hier außerdem vor allem auch der teilweise ganz schön coole Piano- bzw. Keyboard-Einsatz (gerne mal schweres Gekloppe auf tiefen Tasten, anstatt einfach nur Geklimper). Momentan bin ich mir zwar noch ziemlich unschlüssig, ob das hier etwas ist, das ich tatsächlich noch öfter als 3-4 mal hören muss, aber gekonnt und unterhaltsam ist die Schose auf alle Fälle!
Myspace-Link: www.myspace.com/astrohenge

DARK CASTLE - Surrender To All Life Beyond Form
"Female Fronted Sludgecore/ Post-Metal” via Profound Lore? Eigentlich beste Voraussetzungen für ein Saison-Highlight, aber ich scheine nicht der einzige zu sein, der vom zweiten Album dieser Duo-Formation nicht so 100%ig überzeugt ist. Vielleicht verderben hier zu viele Köche den Brei, denn in den neun Songs neben Tourkumpel Mike Scheidt (YOB!) auch noch Nate Hall von U.S. Christmas, Nachtmystium-Kopf Blake Judd (mit Elektronik-Einlagen), und den in dieser Szene sowieso schon überpräsenten Produzenten Sanford Parker als Gastmusiker mit aufzufahren, war wohl etwas zu viel des Guten. „Surrender To All Life Beyond Form” ist mit seinem etwas experimentellen Anstrich kein schlechtes und kein uninteressantes Album, hätte aber in seiner quantitativen Kompaktheit ruhig auch klanglich noch etwas homogener daherkommen dürfen.
Durchaus okay, aber eben auch nicht gerade ein essenzieller Knaller (don’t believe the hype).
Label-Link: http://www.profoundlorerecords.com/

INDIAN – Guiltless
Es soll Leute geben, die aus dieser Ecke nach wie vor nicht genug Bands vorgesetzt bekommen können, und es soll auch Leute geben, die dieses Album super finden, aber ich sage es mal ganz ehrlich: Ich habe mir dieses Teil kürzlich blind gekauft und schon nach dem ersten Durchlauf nicht mehr wirklich das Bedürfnis, es in die Dauerrotation zu nehmen. So sehr mir diese Art von Musik – erbarmungslos wuchtiger Sludge-/ Modern-Metal/ Doomcore mit Soundeffektunterstützung und angepisst-fiesen Vocals – liegt, so viel kann man dieser Tage, beim inflationären Aufkommen solcher Bands über die letzten Jahre, in dieser Ecke auch falsch machen. INDIAN machen dabei eigentlich noch nicht mal wirklich sooo viel falsch (sieht man vom fast schon etwas albern daherkommenden Gekeife ab), aber versäumen es halt, interessante Akzente zu setzen. Kollege A.J. vom Visions bezeichnete die Scheibe kürzlich als „teilweise etwas anstrengend“, ich für meinen Teil würde allerdings sogar eher schon zu „eigentlich so beliebig, generisch und identitätslos, dass es nur noch langweilig ist“ neigen.
Wer Bands wie Rwake, Mouth Of The Architect und Batillus mag, sollte aber vielleicht dennoch mal ein Ohr riskieren.
Label-Link: relapse.com

NECRO DEATHMORT - Music of Bleak Origin
Schwer zu etikettieren ist die Musik dieses eigenwilligen Duos beim nun vorliegenden zweiten Longplayer nach wie vor. NECRO DEATHMORT frönen einem abenteuerlichen Crossover aus Laptop-Musik und lauten Gitarren. Und wie schon beim letzten mal geht das Ganze mit einer ungewöhnlichen Mischung aus mal doommetallisch brachialen, mal im Hintergrund feedbackdronenden Griffbrettern, und Song-Grundlagen irgendwo zwischen Dub, Breakbeat/ Trip Hop und ähnlicher Downtempo-Elektronik (think of Scorn) doch ziemlich kurzweilig rein.
Label-Link mit Gratis-Download: http://www.distractionrecords.com/

TOMBS - Path Of Totality
Auf ihrem Relapse-Langspieldebüt „Winter Hours“ begeisterte dieses New Yorker Trio vor zwei Jahren mit einem düster-kalten Stilmischmasch, der Shoegaze-/ Postrock-Sphärigkeiten mit Hardcore-Gekloppe unter einen Hut bekam, und neben Assoziationen zu (u.a.) Neurosis und frühen Swans auch welche zum Black Metal weckte. „Das Album hinterlässt zwar den Eindruck, dass diese Band erst noch ein bisschen reifen muss, bevor sich ihr volles Potenzial entfaltet, aber der Erstkontakt ist schon mal nicht ohne.“ schrieb ich damals dazu. Nun folgt die Stunde der Wahrheit, denn ihre zweite reguläre ist raus. Und sie haben es tatsächlich geschafft, die Schüppe draufzulegen, die es dafür braucht. An der grundsätzlichen Stilformel wurde nicht wirklich so viel geändert (höchstens noch etwas mehr Melodie addiert, die Kühle im Sound subtrahiert, und der Schwerpunkt über weite Strecken mehr auf die temporeichen Gangarten gelegt), das Songwriting ist aber tatsächlich noch spannender und vielseitiger geworden. Einer der großen Clous an TOMBS ist ferner, dass derzeit viele „modern-metallische“ Bands eher auf die Bremse treten, um möglichst heavy zu sein, sie jedoch keine Angst vorm Blastbeat-Gaspedal haben. Gut - dass sich in letzter Zeit der Trend, Crust-/Sludge-/ Hardcore mit musikalischen Black Metal-Mustern zu vermengen aufgetan hat, ist auch nichts neues, TOMBS zementieren sich aber mit „Path Of Totality“ ohne Frage den Status, in derartigen Gefilden eine Marke für sich zu sein.
Wahrscheinlich eines der besten Alben des Jahres! Ich bin begeistert!
Label-Link: relapse.com

Dienstag, 21. Juni 2011

Denovali: MP3-Store-Eröffnung mit Gratis-Live-Album

DENOVALI RECORDS aus Bochum, das Spezialistenlabel mit einem Faible für ungewöhnliches, experimentelles und besonders gutes von Ambient, Postrock und Drone, über Jazz, bis zu Sludge-Metal, Industrial-Doom und Post-Hardcore, bietet seit neustem auch einen MP3-Webstore an. Zur Eröffnungsfeier gibt es dazu gleich mal einen Gratisdownload in Form eines HER NAME IS CALLA-Konzertmitschnitts vom letztjährigen Denovali Swingfest.
Und bevor taube Blastbeatnazis und unverbesserliche Scheuklappenrocker auf die Idee kommen, das runterladen, hören und dann kotzen zu müssen, zitiere ich mich zum letzten HNIC-Album noch mal eben selbst:
Zwischen fragilen, ruhigen Momenten, und pathetischen Crescendos, die aber nie in Kitsch-Bombast ausarten, steckt in ihrer Musik viel Hingabe, Leidenschaft und verträumte Sehnsucht, was nie in aufgesetzter Melancholie ausartet, sondern mitreißt, berührt und erstaunt. Durch Zusatz von Streichern und sogar Trompete (der Schluss-Track hat was von Ennio Morricone), sowie dem Gesang geht das Ganze über typische Postrocker wie GY!BE oder Mono hinaus - Assoziationen zu anderen Bands wie Kayo Dot, Gregor Samsa, Sigur Rós, A Whisper In The Noise und ähnlichem sind wohl nicht ganz falsch. Ein tolles Album für den Herbst, wenn es mal keine verzerrten Gitarrenriffs sein sollen!
Soll heißen: Diese Band macht wirklich wunderschöne Musik, wenn man für eben solche denn durchaus auch mal offen ist. Aber da wir ja auch alle Ulver, Earth, Scott Kelly-Solowerke und Bee & Flower mögen, sollte das jetzt nicht so das Problem sein, oder?

Mittwoch, 15. Juni 2011

End Of Level Boss - Eklectric

Auf der Insel hatte man ja schon immer einen Hang zum anders sein. Keine Ahnung, woran genau das eigentlich liegt, aber irgendwie kamen über die Spät80er, 90er und 00er gerade aus Großbritannien ja schon oft diese Bands, die im Kontext zeitgemäßer Alternative-/ Metal-Strömungen die irgendwie etwas interessanteren, eigenständigeren, und eckig- und kantigeren waren bzw. sind.

END OF LEVEL BOSS sind mein aktuelles Paradebeispiel für dieses Klischee. Schon in der Vergangenheit mussten vage Feldgleichungen der Marke „Kyuss meets Voivod“ herhalten, um ihren einerseits dreckig und schwer groovenden, andererseits stark atmosphärischen Metal mit Spacerock-Flair begrifflich einzutüten.
Auf ihrem neuen Album „Eklectric” ist die Band nun mit generalüberholter Rhythm Section zu hören, und diesen Umstand hört man auch tatsächlich. Der Sound von EOLB ist zwar ein ganzes Eck dunkler und kühler geworden, dabei aber dennoch luftiger und ausufernder. Und vor allem auch noch energischer und verspielter, denn Neuzugang Neil Grant z.B. ist am Schlagzeug mitunter ganz schön am zaubern, was der generell noch etwas angezogenen Prog-Schraube des Songmaterials wirklich gut zu Gesicht steht.

Und genau da liegen wohl auch Fluch und Segen von END OF LEVEL BOSS. Vergleicht man sie mit anderen Bands, die zumindest begrifflich der gleichen Disziplin („Progressive Metal mit psychedelischer Stoner-Kante“ o.s.ä.) frönen, sind sie im Gegensatz zu den gerne etwas mehr Hochglanz auffahren Amis einfach ein bisschen hässlicher. Bzw. an der Oberfläche nicht immer auf Anhieb zugänglich. Es ist kein Wunder, dass Visions-Redakteure Mastodon’s glattgezogenes „Crack The Skye“ als Sensation abfeiern und auf die großen Melodien von Baroness steilgehen, während eine Band wie diese in derartigen Postillen eher ein „Ferner liefen“-Dasein fristet. Denn „Eklectric” ist ein Album, für das man sich Zeit nehmen muss. Das man nicht nur mit Hoffnung auf Abrock-Hits oberflächlich nebenbei anzappen kann, um es gleich zu erfassen, sondern dem man die Chance geben muss, sich wirklich davon vereinnahmen zu lassen. Ist man dazu Willens und in der Lage, kann man von so einem Album dafür tatsächlich sehr belohnt werden.
„Eklectric” ist eine Weiterentwicklung, mit der man so nicht gerechnet hätte, die für END OF LEVEL BOSS tatsächlich einen kreativen Schritt nach vorne darstellt, und von der man dann auch als Hörer sehr profitieren kann.
Tolles Album, wirklich!

Dienstag, 14. Juni 2011

RHF 2011

Das RockHard Festival ist jedes Pfingsten wieder der familiär-nette Auftakt der Saison für die Kollegen und Strategen, die über den Sommer so manches Metal Open Air besuchen. Die Musik ist dabei oft schon eher egal, dieses Jahr wurde aber doch ausnahmsweise mal wieder selbst für mich was geboten:
Freitag bestand der Endspurt nämlich aus ENSLAVED und TRIPTYKON. Gut für mich: Das ENSLAVED-Set ist dabei vor allem von jungem Material dominiert, wie der einen oder anderen Nummer von „Axioma Ethica Odini” oder dem „Vertebrae“-Hit ‚Ground‘. Geile allgemeine Atmosphäre auch, als ausgerechnet bei ‚Lightning‘ ein Unwetter aufzieht. Auch TRIPTYKON profitieren danach eher von der dusteren Witterung. Aber seien wir mal ganz ehrlich: Unter neuem Bandnamen gleich mit einem Celtic Frost-Song (‚Procreation oft he Wicked‘) zu eröffnen ist ja schon ein bisschen albern. Absolutes Highlight dann außerdem sowieso wieder abschließend ‚The Prolonging‘.
Am Samstag gab es dann u.a. das große Revival der Death Metal-Urgesteine MORGOTH, wozu ich eigentlich nur sagen möchte, dass das Sauerländer Alteisen-Ensemble seine Sache mit vielen „Cursed“- und auch einigen wenigen „Odium“-Songs (geil!) ziemlich gut meisterte.
Der aus der Mottenkiste gezauberte, verschollen geglaubte „Cult Act“ diesen RHF-Jahres kam dann Sonntag Nachmittag mit ANACRUSIS. Auch hier von Altersmüdigkeit keine Spur und „Manic Impressions“-Knaller wie ‚Paint a Picture‘, ‚Far Too Long’ oder das schon als zweites gespielte New Model Army-Cover ‚I Love the World’ kommen geil.
Zum Abschluss durfte zu DOWN gewaltig das Tanzbein geschwungen werden. Hauptsächlich Songs von „Nola“, und ja, das finde ich geil. Anselmo ist gut drauf, hat trotz sichtlicher Vollprofiroutine offensichtlich Bock, das eine oder andere Scherzchen drauf, und dirigiert seine Band sowie Publikum gekonnt zum Partyhöhepunkt. Super.
Ansonsten das Übliche. Die gleichen besoffenen Hackfressen wie jedes Jahr halt.
Konservensoundtrack des Wochenendes: Beastie Boys, BulBul, Melvins.

Freitag, 10. Juni 2011

Irgendwie

… benutze ich das Wort „irgendwie“ ja irgendwie viel zu viel. Könnte da irgendwie was dran sein?

mal so zwischendurch

Das BATILLUS-Album „Furnace“, auf das ich hier schon mal hingewiesen habe, ist übrigens ganz gut. Keine Offenbarung, wer aber derbe Musik mit Wucht und tatsächlich eher böser Stimmung und negativen Vibes mag, der kommt bei diesem düsteren „DroneDoom/ Sludgecore/ Post-Metal“-Brocken, mit ein paar Spritzern Industrial hier, und einer gewissen Death/ Black Metal-Kante dort, schon auf seine Kosten. Nicht nur was für Freunde von aktuell üblich verdächtigen Namen wie Neurosis, Cult Of Luna, Rorcal, Khanate und Celeste, sondern vielleicht auch für die von Triptykon/ Celtic Frost, sauerländer Death Metal-Urgesteinen (Morgoth, Lemming Project), Voivod zu Eric Forest-Zeiten, Godflesh, Grief, frühen Swans, und dem einen oder anderen Ván Act (Ruins of Beverast, Urfaust, Verdunkeln, …). Wer es lieber „rockiger“ mag, sollte allerdings die Finger davon lassen. Und wie gesagt: Gutes Album, aber der Stoff, aus dem Klassiker sind, ist immer noch ein anderer.

Das aktuelle Album der YOUNG WIDOWS gefällt mir ebenfalls ganz gut, auch wenn ich hier wirklich Schwierigkeiten habe, das Gehörte irgendwie einzuordnen. Das Album fängt ruhig an, wird dann sofort etwas lauter und rasanter, nur um dann auch schon wieder zurück in entspanntere Sphären wegzudriften. Ich verstehe, wo die von Vielen angebrachten Swans-Vergleiche herrühren, auch wenn diese irreführend sein können. Irgendwas daran erinnert mich ja ferner irgendwie sehr an die Bands von Tod A. (Cop Shoot Cop, Firweater), auch wenn ich das ebenfalls nicht wirklich genauer zuordnen kann. Mal abwarten, wie es mit dem Langzeitpotenzial der Scheibe so aussieht. Denn da zeichnet sich bei mir derzeit noch keine eindeutige Tendenz ab …

Aus aktuellem Anlass mal wieder rausgekramter Klassilker: „Manic Impressions“ von ANACRUSIS. Das Album ist wirklich zwanzig Jahre alt? Krass. Klingt fast zeitgemäß. Gut, das New Model Army-Cover pendelt irgendwie zwischen „völlig geil“ und „schon ein bisschen albern“, ansonsten kann ich mir dieses sehr abwechslungsreich inszenierte Schätzchen progressiv eingefärbten Speed/ Thrash Metals heute allerdings immer noch weitestgehend begeistert reinfahren, ohne gleich an überambitionierte Jungspunde mit langen Haaren, Löchern in den Jeans und Flying Vs denken zu müssen, die gestelzt das nächste „…and Justice For All“ hinbekommen wollen. Für manch einen mag das hier alles verkörpern, was an Metal damals, im Gegensatz zu irgendwelchen unverkrampfteren Hardcorepunkern oder Alternativrockern, eben auch mal eher nicht so geil war (oder heute nach wie vor nicht ist), und ich kann das (inzwischen) voll und ganz verstehen. Wenn man allerdings selbst mal den Stock rauszieht, anstatt ihn einer Band wieder dieser andichten zu wollen, ist „Manic Impressions“ ja schon ein phantastisches, mitreißendes Album auf der Schnittstelle von early Anthrax und King Crimson, das ich persönlich zehn mal lieber höre als das Groß des Nevermore-Outputs. Die ANACRUSIS-Alben gibt es übrigens offiziell alle umsonst im Netz!

Mittwoch, 8. Juni 2011

Mastodon und so ...

Um gleich mit dem Fazit einzuleiten: Der ohne nennenswerte Erwartungen angegangene Besuch des gestrigen MASTODON-Konzerts hinterließ einen positiv überrascht.

Was man über die eröffnenden BURDEN allerdings nicht sagen kann. In der, zu der Zeit noch nicht wirklich gut gefüllten, großen Halle des Dortmunder FZW langweilten jene nämlich erst mal wie befürchtet als Hook-lose, Metal-lastigere, uninspirierte Version von Down. Nur ungerne mache ich den „Braucht man denn …, wenn man …“-Mann, aber die Frage ist absolut berechtigt: Braucht man eine deutsche Provinzkapelle mit identitätsloser, ziemlich unspannender Stoner-/Doom- /Sludge- Metalrock-Musik in Zeiten, in denen eine neue Crowbar raus ist und Down andauernd mal in die Gegend kommen? Nein. Sorry, aber nein. Erst wenn die es mal hinbekommen haben, ein paar wirklich gute Songs zu schreiben reden wir weiter. Es ist mir ein absolutes Rätsel, was man beim RockHard oder an anderer Stelle an dieser blassen Band so zwingend findet …

MASTODON waren es nach ihrer „Crack The Skye“-Tour, auf der besagtes Album komplett und mit Visual-Firlefanz zum Besten gegeben wurde, jedenfalls wohl leid und wollten einfach mal wieder rocken. So zumindest der Eindruck, der nach dem frisch vergangenen Konzert des Headliners zurückblieb. Gleich im ersten Drittel ballerte das Quartett en masse Knaller des grandiosen Debüts „Remission“ wie 'March of the Fire Ants' (geil!), 'Crusher Destroyer' (noch geiler!) oder 'Mother Puncher' (am geilsten!) raus. Hammer. Mit eher wenig Material von der aktuellen und dem einen oder anderen Song von „Leviathan“ lag der Schwerpunkt in der zweiten Hälfte der Show dann primär auf dem bei Fans wohl nicht unumstrittenen „Blood Mountain“. Was für mich persönlich live ja doch einen Ticken besser funktioniert als auf Konserve. Ziemlich geiler, sehr spielfreudiger, durchaus sympathischer Gig, wirklich. Das hat mal echt Spaß gemacht.

Der schleppende Vorverkauf verdeutlichte übrigens, dass die Kapelle hierzulande wohl immer noch nicht da angekommen ist, wo man sie vom Major Label aus gerne hätte, und wo sie in den USofA vermutlich schon sind. Mir war es ja schon immer ein bisschen suspekt, wie eine Band mit solchen Ecken und Kanten (sieht man mal von der glatteren letzten ab) auf dem Massenmarkt funktionieren soll. Aber wie schrieb jemand anders noch kürzlich: „Mastodon may be the closest thing to a Metallica my generation ever gets.” Gemessen an der Tatsache was für Besucher diesem Gig beiwohnten, die ich sonst eher nicht auf Metal- oder HC-Shows sehe, muss da wohl was dran sein. Im Feld der bevorzugten Musiksparte(n) auch Vollprofis in der Oberliga zu haben … vielleicht sollte man das auch einfach mal begrüßen. That said gehe ich allerdings nach wie vor trotzdem nicht zu „The Big Farce“ auf Schalke. Grundgütiger, lasst mich doch endlich mit dem Quatsch in Ruhe …

Freitag, 3. Juni 2011

Zwei aktuelle Alben …

… die als potenzieller Tipp ans Herz gelegt seien, auch wenn ich selbst über diese Bands allgemein viel zu wenig weiß, ihre aktuellen Werke bisher nicht wirklich ausreichend gehört habe, und daher auch nicht wirklich viel darüber sagen kann, wären übrigens:

GOES CUBE – In Tides And Drifts
YOUNG WIDOWS - In and Out of Youth and Lightness

Während erstere irgendwo zwischen Alternative Rock und Hardcore unterwegs sind, sind zweitgenannte wohl inzwischen gar nicht mehr so leicht auf der Genrelandkarte abzustecken, vereinzelt hört man Leute ihnen aber z.B. einen gehörigen Swans-Vibe nachsagen. Auf beide Alben trifft jedenfalls zu, dass diverse Hörerstimmen sie bereits als “ anders, als das davor” deklarierten, ferner aber eben auch als sehr gut.
Soweit dazu.

Ach ja, die neue CAVE IN sorgt derweil übrigens auch zu sich überschlagenden Reaktionen. Wollte ich als maximal semi-interessierter Nicht-Fan ebenfalls mal eben angemerkt haben.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Ulver - Wars Of The Roses

Achtung, Mammut-Eintrag. Auch wenn der Tenor dieser Kritik zugegeben ungefähr dem entspricht, der auch beim Review im Rock Hard Magazin eingeschlagen wurde, muss ich leider mal in die gleiche Kerbe hauen: Vereinzelte Fanboys werden das wohl vermutlich nicht wahrhaben wollen, man muss aber einfach mal ganz trocken feststellen, dass auch ULVER nur mit Wasser kochen. Der etwas mysteriöse und ober-avantgardistische „Kultstatus“ der Band zehrte über die letzte Dekade nach wie vor primär davon, erst eine ungewöhnliche „Black Metal/ Folk Trilogie“, dann ein zum entsprechenden Zeitpunkt ganz passables, aber heute doch schon wieder etwas antiquiert klingendes Konzept-Doppel-Album mit eigenwilliger Freistilmusik, basierend auf Wiliam Blake’s „The Marriage of Heaven and Hell“ abgeliefert, um anschließend endgültig den Kurs zur Elektronik und Kunstmusik eingeschlagen zu haben. Und wenn man dabei mal ganz ehrlich ist, war ihre späteren regulären Alben betreffend (diverse EPs und Soundtracks mal außen vor gelassen) das 2000er „Perdition City“ mit seinen Trip Hop-Tendenzen und Soundtrack-Qualitäten dann ja doch das letzte richtig geile. Denn von einer derart sagenumwobenen Band erwarte ich persönlich dann ja doch etwas mehr Qualität, als etwa den schrecklich billig klingenden Drumcomputer auf „Blood Inside“ (2005).
Aber – UVLER wollen halt anders sein und sind es auch, zumindest das muss man ihnen zugestehen. Sie sind eine Band auf einem nie endenden Selbstfindungstrip, und auf einem solchen ist halt auch schon mal nicht alles perfekt. Das neue Album, mit dem etwas einfältig wirkenden Titel „Wars of the Roses“, passt da ganz gut ins Bild. Die Amalgamation aus organischen Jazz-Puzzlestücken (wozu ein sehr fähiger Drummer gehört!) und synthetischen Ambient-Flächen, sonorem Gesang, Piano-Lines, Streichern und vereinzelten IDM-Einsprengseln, einer gewissen erhabenen Anmut und gelegentlichen Schrägheitem, ist in ihren Grundzügen eine gelungene und auch nicht alltägliche. In puncto Intention und Ambition sind ULVER inzwischen näher an sowas wie einem progressiven „Postrock“-Allerlei (oder auf dieser Platte zumindest partiell schon regelrecht eine lynchige Goth-Version von Mars Volta, wenn sie nicht in anderen Momenten mal wieder bedenklich nah an Coldplay-Gefilden vorbei manövrieren) als an der Metal-Szene, der sie gerne - endlich allgemeiner wahrgenommen - entwachsen würden. Um dies auch zu schaffen – nun, dafür sind sie eben irgendwie doch nicht herausragend und ungewöhnlich genug, das muss man sich halt auch als ihrer Mission zugeneigter ganz einfach mal eingestehen.
ULVER sind nicht „ihrer Zeit voraus“ oder so etwas, sie sind einfach nur im zeitgenössischen Kontext mit dem Blick nach vorne „künstlerisch ambitioniert“. Und das ist ein gefährliches Terrain, auf dem das Gebotene mal schnell als „sehr gewollt“ o.ä. abgestraft wird. ULVER sind einfach noch einen Tick „kleiner“, „ausbaufähiger“ und nicht ganz so genial, wie sie von einigen Anhängern gemacht werden und selbst vermutlich gerne wären. Dafür spricht zum Beispiel auch, dass die Live-Umsetzung von 'Stone Angels' dann ja doch um einiges beeindruckender war, als die recht lahme Konservenversion, die ein ansonsten recht kurzes Album als abschließender Viertelstunden-Filler in die Länge zu ziehen scheint.
Nichts desto trotz: Wenn man eine gewisse Affinität zu ungewöhnlicher Musik mit kombinierter Elektronik und Orchester-Instrumentierung aufbringen kann, ist „Wars of the Roses“ eine wirklich gut hörbare Platte. Und da liegt schon wieder der nächste Knackpunkt. Gut hörbar halt. Ecken und Kanten gehen nämlich anders. Wer ein irgendwie seltsames, zwischen Genre-Eckpfeilern schwebendes Freistil-Album will, bei dem einem auch schon mal was quer reingedreht wird, und ferner bei kitschigen Anflügen eher das Kotzen kriegt, der sollte bitte lieber zur aktuellen Swans greifen, als hierzu. Denn auch wenn ich den einen oder anderen Song auf diesem Album ganz gerne höre ('Providence' z.B.), muss ich dieses eh schon viel zu lange Review langsam mal mit folgenden Worten abschließen: Bei ULVER is' ma' ohne Scheiß echt noch viel Luft nach oben!
Finale Wertung: Nicht schlecht. Nicht überragend, unglaublich, atemberaubend oder genialst, aber immerhin nicht schlecht.