Dienstag, 30. November 2010

speak the language of rhythm

UNFOLD - die Schweizer, nicht die Amerikaner -haben ewig gebraucht, sich zu einer neuen Albumaufnahme wieder zusammenzuraufen. Während ich auf das Produkt immer noch warte wie vermutlich tatsächlich kein anderer, kann man sich zumindest ein Video ansehen, in dem die Drums dafür in einer alten süddeutschen Kirche aufgenommen werden, um dem Ganzen ein organisches, interessant nachhallendes Klangbild zu verpassen. Das ist mal 'ne geile Idee und was anderes.


UNFOLD | Myspace Music Videos

Burden

Okay, zugegeben. Eigentlich habe ich von BURDEN (den deutschen, nicht den finnischen oder amerikanischen Burden) nur mal hier und da 'n einzelnen Song gehört (einen davon kann man z.B. hier runterladen), aber ich bin nun mal so gepolt, dass ich es gerade bei (harter Gitarren-)Musik nicht schaffe, mit meiner Meinung zu irgendwas lange hinterm Berg zu halten. Also muss auch zu BURDEN der Senf raus: Es ist ja interessant, dass die Kapelle über Ván Records veröffentlicht wird, denn das Label ist doch eigentlich primär für schroffen (Graupel), albernen (Truppensturm), bis avantgardistischen und ungewöhnlichen Black Metal (Verdunkeln, Urfaust) bekannt, sowie den Occult Rock Überraschungshype der vergangenen Stunde, The Devil’s Blood.
Das soll ja nicht heißen, dass eine in Stoner/Doom/Sludge Regionen angesiedelte Band da eher nicht mit reinpassen soll, aber aus diesem Umfeld BURDEN serviert zu bekommen, finde ich schon überraschend. Vergleichbare Assoziationen, die diese bei mir wecken, sind dann nämlich primär Bandnamen wie Down und vor allem späte C.O.C., vielleicht sogar Grunge-Helden wie Alice in Chains und Soundgarden, und eher nur ein Hauch als zu viel Crowbar.
Zugegeben, es liegt ja an mir, und die Band kann nix dafür, dass ich 2010 derweil da angekommen bin, wo ich keine Lust mehr auf so eine Art von harter Musik habe, die dann doch eher so ein bisschen „safe & secure“ inszeniert wirkt und nach „Good Clean Family Entertainment“ aus dem Grundkurs-Lehrbuch riecht. Soll heißen: BURDEN sind für mich so eine Band, deren furchtbar heavy abrockender Kram mich (zumindest bei Berührung via Konserve) schlicht und ergreifend nicht so wirklich packt, weil es sich wie wenig neues erzählende Standartrock-Stangenware mit 90er-Nostalgie und auf Nummer Sicher gehender „Dicke Hose“-Produktion anfühlt. Das dreckig verruchte, das eine grob vergleichbare Band wie z.B. Church of Misery ausstrahlt, geht BURDEM dabei wirklich völlig ab. Und ich sage ja nicht mal, dass das was schlechtes sein muss, sondern lediglich, dass man bei mir mit sowas einfach nicht mehr landen kann. Rock’n’Roll hat bitteschön auch ein bisschen dreckig, gefährlich und spontan zu klingen …

Montag, 29. November 2010

grim and frostbitten

Es schneit! Zeit, die IMMORTAL-Videoclips wieder auszupacken:



Freitag, 26. November 2010

Phobia - Unrelenting

Eine von Nordamerikas dienstältesten Grindcore-Bands haut schon wieder das nächste Album raus, das im Gegensatz zu seinen Vorgängern mit 17 Songs dieses mal ausnahmsweise unter 20 Tracks geblieben ist. Übersee schon veröffentlicht, erscheint das Ganze hier kommenden Freitag, und wie immer stellen Relapse Records es komplett bei Plattformen wie lastfm als Stream zur Verfügung.
Dabei scheinen es PHOBIA jetzt mal richtig wissen zu wollen. Die sich, im Gegensatz zu anderen Genre-Vertreten, eh old schoolig am Punk sehende als zu sehr mit Death Metal liebäugelnde Band, die in der Vergangenheit durch Hit-verdächtiges Songwriting bestach, legt mit „Unrelenting“ eine Liedersammlung vor, bei der nur fünf der siebzehn Nummern überhaupt über die 1-Minuten-Marke hinausprügeln! Ein kurzes Vergnügen, aber es ist eins, denn genau so hat das zu klingen. Wer also mal wissen möchte, was eigentlich wirklich Sache ist, der braucht diese Scheibe!

WITTR live

Kleiner Tagebucheintrag zum WOLVES IN THE THRONE ROOM Konzert in Köln: Dass es an der Grenze zu ausverkauft gefüllt sein würde, hätte ich ja nicht gedacht, aber das liegt wohl im Konsenspotenzial der Band begründet. Über Southern Lord veröffentlicht und sogar in Indie-Gazetten gehypet, zieht der ideologisch klischeefremde, atmosphärisch „pure“ Black Metal der Band inzwischen den „richtigen Metaller“ mit Kutte oder Morbid Angel Shirt genau so wie den Beardo-Stoner, während der urbane Hippster, der auch mal dabeigewesen sein will, genau so auszumachen ist, wie die Schwarzmetall-Szenebarbie mit Patronengurt überm schwarzen Minirock mit Pentagramm-Patch dran. Dazu dann auch noch ein nahezu durchgängig großer Andrang am Merchstand, wie ich es selten gesehen habe.
Ein weiteres Phänomen, das mit dieser Szene-Vermengung einhergeht, ist der in letzter Zeit inflationäre Einfall von Geräuschmusik-Experimentalisten, die immer mehr zwischen Eckpfeilern wie Black Metal, Sludge und Post-Irgendwas stattfinden. Denn als Support musste man erst mal HELLVETE hinter sich bringen. Dabei sitzt ein Typ im Holzfällerhemd alleine auf der Bühne und wirbelt mit einem Geigenbogen auf einem Banjo rum, was aus der P.A. dann wie eine einzige Drone/Blackened Ambient Ohrenbluten-Geräuschkulisse waberschneidet. Naja.
WOLVES IN THE THRONE ROOM sind live allerdings über jeden Zweifel erhaben. Klar, könnten sie noch etwas mehr aus der ganzen Sache rausholen, als in ca. einer Stunde vier ihrer überlangen Songs runter zu zocken, aber nun ja – so funktioniert das Spiel bei denen. Über die „stimmungsvolle“ äußere Präsentation mit Kerzendekoration in völliger Dunkelheit kann man sagen, was man will – hier zeigt sich für mich der Unterschied zwischen WITTR und sowas wie Watain, die in der Richtung noch viel mehr Bohia auffahren. Denn da wo WITTR einfach nur in visuell stützendem Ambiente ihr Ding durchziehen und damit packen, hypnotisieren und begeistern, da ist so eine Band wie Watain eben doch nur ein etwas alberner Showact mit wesentlich weniger künstlerischer Substanz, aber dafür halt mit Corpsepaint und Satanistengetue. Jaja, steinigt mich, Ihr trve grim and frostbidden Black Metaller, aber so sehe ich das.
Dass WITTR auf dieser Tour nur als Trio auftreten, nahm übrigens gar nichts weg, denn wer vermisst bei solcher Musik denn eigentlich schon wirklich einen Bass?
Gutes Konzert, gerne wieder. Dann aber bitte vielleicht in einer etwas besseren Location, als auf der viel zu niedrigen Bühne im Kölner Underground.

Mittwoch, 24. November 2010

The Young Gods - Everybody Knows

Eines vorweg: Gerne würde ich an dieser Stelle ja mehr als nur sinngemäß „Joah, die haben auch ein aktuelles Album raus“ zur Kenntnis geben können, aber es ist schlichtweg ein Fall von „Ehre wem Ehre gebührt“ (dass ich diese aktuelle Veröffentlichung hier überhaupt abfrühstücke, obwohl sich meine subjektive Begeisterung in Grenzen hält).
Die YOUNG GODS sind nämlich eine dieser Bands, deren Größenstatus und Bekanntheitsgrad bis heute nicht ihrem allgemeinen Einfluss gerecht wurde. Von Krachmachern wie Sepultura und Ministry bis zu „Mainstream-Popgrößen“ wie David Bowie und The Edge (U2) reicht die Riege an Künstlern, die sich in der Vergangenheit schon von den Schweizern beeinflusst und begeistert zeigten. Auch Fans wie Trent Reznor, Mike Patton oder Devin Townsend dürften jeweils alleine schon ein größere Riege an Anhängern haben, als die von ihnen gerne mal als Inspirationsquelle zitierten YOUNG GODS selbst, die seit Mitte der 80er ihre ganz eigene Stilformel elektronischen Rocks kultivierten. Dabei waren sie nie um Experimente verlegen, und muteten ihrer Hörerschaft über die Jahre u.a. auch reine Ambient-Werke, ein Unplugged-Album und Coverversionen von Kurt Weills „Dreigroschenoper“ zu.
Mit ihrem neusten Album beweisen sie nun mehr denn je, dass sie wohl am ehesten mit min. einem Bein knietief im Jazz stehen, anstatt irgendwie den Dancefloor bedienen oder Krachfetischisten befriedigen zu müssen. „Everybody Knows“ fusioniert elektronische Sounds und akustische Instrumente zu einem entspannt-lebendigen Gesamtklangbild, bei dem man manchmal gar nicht mehr so genau verifizieren kann, was genau rein handgemacht ist oder doch irgendwie aus der Konserve kommen mag. Dabei nähern sie sich stilistisch über weite Strecken stark so etwas wie „Trip Hop“ an. Einen etwas energischer rockenden Ausbruch mit bluesigen Gitarrensoli gibt es auf diesem Album tatsächlich nur ein mal (‚No Land's Man‘), die restlichen Tracks tönen wesentlich relaxter.
Wo auch meine persönliche Crux begründet liegt. Als Soundtrack zum sonntäglichen In-die-Gänge-kommen beim verkaterten Bettfrühstück ist dieses Album nahezu perfekt. Was mich betrifft, so mag ich ein YG-Album wie das inzwischen auch schon wieder zehn Jahre alte „Second Nature“, das an allen Ecken und Kanten mit knallenderer Rhythmik und dröhnenden Waber- und Brodel-Sounds etwas lauter daherkommt, zugegeben halt einfach viel lieber.
Ans Herz gelegt sei diese „Alternative Pop“-Veröffentlichung somit vor allem Freunden neuerer Einstürzende Neubauten-Scheiben wie „Perpetuum Mobile“ und „Silence is Sexy“, sowie vielleicht auch Massive Attack-Fans. Schlecht ist „Everybody Knows“ wirklich nicht. Nur halt einfach nichts, was ich tatsächlich öfter hören müsste …

Montag, 22. November 2010

Thrashfest 2010?

Interessant, wie sich Präferenzen und Prioritäten verschieben. Derzeit tobt die „Thashfest“-Tour over Germany and I couldn’t care less. So sehr ich Thrash Metal als Unterspielart harter Gitarrenmusik und seine alten Helden seit eh und je schätze bis liebe - wisst ihr was? Ich glaube, da werde ich tatsächlich dieses mal eher nicht hingehen. Sieht man von den Suicidal Angels (wer?) ab, habe ich die anderen drei im Bunde (Kreator, Exodus, Death Angel) über die letzten 5-8 Jahre ja bereits bis zu zwölf mal live gesehen. Und seien wir mal ganz ehrlich: Diese „Genre-Größen“ sind gerade dabei, sich selbst zu überleben. Als Exodus 2004 mit „Tempo of the Damned“ wieder auf der Bildfläche auftauchten, hat man diverse Touren und Festival-Auftritte, irgendwann auch den neuen Proll-Frontman und das Nachfolge-Album „Shovel Headed Kill Machine“, ja gerne immer wieder noch mal mitgenommen - langsam ist der Drops aber, nach den nicht mehr ganz so zwingenden Alben der jüngsten Jahre und dem xten mal, das man das aktuelle Line Up der Band das halbe ‚Bonded by Blood‘-Album hat runterschraddeln sehen und hören, ja echt mal gelutscht. Kreator? Nix gegen Kreator. Mal echt nicht. Ich würde sogar soweit gehen, dass die Teutonen-Urgesteine aus dem Revier beileibe nicht nur aus lokalpatriotischen Gefühlen eine gewisse Zeit lang mal in der Liga meiner Lieblingsbands mitspielten. Doch langsam wird’s peinlich. Wer nicht beim diesjährigen Rock Hard Festival war, kann immerhin auf einer Tonkonserve ihres Auftritts dort nachvollziehen, wie redundant bis unfreiwillig amüsant Milles Animationsgekeife inzwischen noch ein Stück weiter geworden ist. Wenn das so weitergeht, tut der sich bald kaum noch was mit Rob Flynn. Gegen die Musik gibt es an sich ja nicht viel zu sagen, allerdings scheint man es ja trotzdem seit einiger Zeit nur noch auf akzentfreie Headbanger-Stangenware anzulegen. Und Death Angel? Death Angel meldeten sich vor einigen Jahren zur großen Freunde der Altmetaller-Gemeinde ebenfalls zurück, aber wenn man hier mal ganz ehrlich ist, haben sie sich dabei in den letzten 5-6 Jahren doch primär erst mal eher als die etwas lascher rockende Groupiemagnet-Mädchenband unter den Thrash-Hausnummern etabliert, als dass Mann da den neuen Kram wirklich bräuchte.
Bevor wir uns missverstehen: Nix gegen eine Band wie Kreator oder Exodus. Zumal ich da selbst seit eh und je das eine oder andere Album im Regal und Merch-Bekleidungsstück überm Stuhl hängen habe, aber das Altthrash-Revival der 00er Jahre ist jetzt echt mal über seinen Zenit. Ich persönlich bin, was diese Kapellen angeht, wohl einfach sehr müde und übersättigt geworden. Jetzt ist echt mal gut, wirklich. Jaja, liegt ja auch an mir ...

Donnerstag, 18. November 2010

Reinhör-Rundumschlag:

TITAN – Sweet Dreams
Eines muss man Relapse Records ja lassen: So sehr man als Musikliebhaber/-nazi/-nerd/-sammler, Hobbytalentscout und virales Trendfrühwarnsystem eingestehen muss, dass dieses grundsätzlich sympathische Label inzwischen in die Jahre gekommen ist, in denen es nicht mehr unbedingt in angenehmer Regelmäßigkeit am laufenden Meter die Kapellen neu auf den Markt haut, die im Bereich "Lärm und Geprügel" frische Akzente setzen - denn, seien wir mal ehrlich: Bands wie Black Tusk oder Cough sind ja eher so ein bisschen "Fähnchen im Wind" - so sehr sind sie auf anderer Ebene dann aber dennoch anderen Labels voraus. Denn wie schon mal erwähnt kann man sich drauf verlassen, dass man aktuelle Relapse-Veröffentlichungen selbstverständlich an mehreren Stellen im Netz ganz offiziell als Komplett-Stream findet.
So auch "Sweet Dreams" (lasftm-link) von TITAN aus Brooklyn, mit Steve Moore von Zombi im LineUp. Jene machen eher unmodernen, epischen, spielfreudigen Prog/Space/Hard Rock, der Erinnerungen an Hawkwind, Yes, Deep Purple und ähnliches weckt. Brauche ich persönlich eher nicht so, aber einen Hinweis war es mir wert.

THE BODY - All The Waters Of The Earth Turn To Blood
Nach dem Review in der aktuellen Ausgabe von Rock-A-Rolla, dem britischen Magazin für die Krach-Gourmets unter den Rock-Freunden, habe ich mir diese Scheibe der schon mal erwähnten Band nun doch mal zugelegt. Bisher nach einer Hörprobe eher unter Doom/Sludge/Drone verortert, liegt der Sachverhalt eher so, dass sich Stilelemente dieser Ecke nervenzersetzend mit Avantgarde-, Industrial- und Noise-Ansätzen (early Swans, frühe Neubauten, Godflesh und Todd lassen grüßen), sakralen Chören und Burzum-artigem Verzweiflungsgeschrei vermengen. Das Album ist jedenfalls einen ganzen Tick experimenteller, eigenwilliger, ungewöhnlicher, partiell auch anstrengender, als ich gedacht hätte. Und ja, das ist erst mal eine gute Sache. Ob das hier der Beginn einer wundervollen Freundschaft ist, oder eben gerade eher nicht, wird sich im Zuge der Langzeitrotation zeigen müssen. Aber auch eine Band wie diese war in solch einer verstörenden Konsequenz wohl einfach mal überfällig.

Was noch?
Eigentlich gefallen mir die Teaser-Songs diverser diesjähriger Profound Lore-Releases wie Man's Gin, Stargazer oder Coffinworm ja ganz gut, dann aber wiederum eben doch nicht sooo gut und bestechend, dass ich mir auch da jetzt noch die Alben von besorgen müsste.
Probiert habe ich es ebenfalls noch ein paar mal mit Ufomammut’s „Eve“. Wieder mit dem Ergebnis, dass ich den grundsätzlichen Ansatz dieses dreiviertelstündigen 1-Song-Stoner Metal-Epos eigentlich ziemlich geil finde, die Italiener irgendwo unterwegs aber etwas am Ziel vorbeirauschen (pun intended).
Bei Lantlôs überlege ich nach wie vor, ob ich der unheiligen ostwestfälisch-französischen Allianz mal zeitnah in Langspielllänge eine Chance geben sollte. Tendiere im Moment aber dazu, dass ich das wohl erst mal eher nicht brauche, wenn ich Altar of Plagues und Enslaved habe ....vielleicht ja später noch.
Ach ja – Im aktuellen RockHard ist als CD-Beilage ein Konzertmitschnitt von Kreator beim diesjährigen RH Festival am Rhein-Herne-Kanal.

Alter Schwede.

Voivod! YOB! Swans! Buzz*oven! Today Is The Day! Godflesh! Shrinebuilder. Soilent Green! Weedeater. Liturgy! Ludicra! Black Math Horseman! The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble! Scorn, Menace Ruine, Sunno))) ... dazu noch die eine oder andere Doom-Legende und die eine oder andere zeitgenössische Sludgedröhn-Combo ...
... langsam nimmt das Billing des kommenden Roadburn Festivals schon beängstigend geile Ausmaße an ...

Sonntag, 14. November 2010

Maserati - Pyramid Of The Moon

Natürlich ist es irgendwie auch schon wieder albern, jeden aktuellen Albumerwerb mit einem Blog-Review zur Kenntnis geben zu müssen, gerade wenn man dazu im Grunde genommen eeeiigentlich nicht mal soooo viel zu sagen hat, und vor allem, wenn das entsprechende Albumreview einem sowas wie „Guckt mal, ich bin gleichermaßen so sophisticated, open minded, und trendbewusst auf der Höhe der Zeit, dass bei mir eben nicht nur Krach von alten Metal- und Alternative-Helden bis zum szenigen Sludgecore- oder Post-Black Metal-Tipp der Woche rotiert, sondern auch noch was voll anderes, eigentlich eher ruhiges mit avantgardistischer Note“ aufs Auge drücken zu wollen scheint. Aber nun ja. Ich mag MASERATI. Einer der Hauptgründe dürfte sein, dass ihre Stilformel instrumentalen Postrocks eine andere ist, als die anderer Genrevertreter. MASERATI legen es nicht wirklich aufs Übliche wie symphonisch inszenierte Melancholie, dicht-psychedelische Nebelwände, oder das Soundwall-Crescendo an. Klar haben auch ihre Song-Aufbauten hier und da Arrangements um Steigerungen, sowie eine ziemlich psychedelische Note, aber doch klingen sie anders. Z.B. driftet einiges von ihnen in regelrechte Krautrock-Motorik ab, scheint eher mit Saiteninstrumenten so etwas wie Sequencer zu imitieren, als ein Stromgitarrenorchester sein zu wollen. Was so weit geht, dass auch hier und da immer wieder mal tatsächlich Eektronik eingesetzt wird. Ihre Musik hat dabei oft eine rasantere Bewegung und auch mehr luftige Zwischenräume, als die anderer Stilschubladen-Hausnummern.
Das aktuelle Album „Pyramid Of The Moon“ ist jedenfalls so ziemlich das geworden, was ich erwartet habe. Diese Erwartungshaltung beinhaltete auch „kein spektakulärer Überflieger, aber ich höre mir das einfach gerne an“, was ebenfalls erfüllt wurde. Mehr als nur weitgehend sind MASERATI ihrem Stil hier treu geblieben. Zum Üblichen schimmert zusätzlich hier und da mal kurz so etwas wie ein Ansatz von (Trance-)Techno durch, und an anderer Stelle hat das Ganze auch schon mal einen Ticken Rock'n'Roll intus. Man könnte der Band dabei zwar durchaus vorwerfen, sich mit diesem Album insgesamt ja doch etwas zu sehr selbst zu wiederholen, und die tatsächlichen Akzente gering zu lassen, andererseits könnte man das aber auch als Identität bezeichnen. Mit ihren krautigen, elektrischen und (space-)rockigen Gewürzmischungen funktionieren jedenfalls ohne Ausfall alle Songs auf „Pyramid Of The Moon“, selbst wenn das ganz große Feuerwerk häufig ausbleiben mag, ziemlich gut. Doch, ich mag das.
Zum Schluss muss natürlich auch noch der traurige Umstand Erwähnung finden, dass Drummer Jerry, dessen Aufnahmespuren zu dem Zeitpunkt komplett im Kasten waren, während der Produktion dieses Albums auf skurrile und sehr tragische Art und Weise verstarb.

Freitag, 12. November 2010

Shrinebuilder & Planks live in Köln (Gebäude 9)

Das Konzert von SHRINEBUILDER wollte ich mir nun wirklich nicht entgehen lassen, weil wer weiß, wie oft man dazu generell so die Gelegenheit bekommt, da alle vier Protagonisten der Band auch so schon in genug musikalische Spielwiesen verstrickt sind. Drummer Dale neben anderen Geschichten wie Men of Porn primär bei den nicht gerade wenig machenden Melvins, Basser Al Cisneros hat OM und die reformierten Sleep am Start, Gitarrist/Schreihals Scott Kelly ist abseits seiner Hauptband Neurosis auch mit Solo- und Nebenprojekten unterwegs, und bei Stoner/Doom-Ikone Wino kann man so oder so gelegentlich schon mal den Überblick verlieren, wo er gerade so alles seine Finger mit drin hat bzw. unter welchen Bandnamen Formationen mit ihm aktiv sind.

Supporten durften PLANKS. Besagte Mannheimer hatte ich hier anlässlich ihrer Gratis-Downloads schon mal erwähnt. Auf frühen Konserven klangen diese trotz starkem Kokettieren mit der Sludgecore/Post-Metal-Ecke und sogar angeblichen Black Metal-Einflüssen ja doch primär erst mal sehr nach metallisch angehauchtem Crust-Hardcore-Geboller und -Gebrüll. Live wurde hier allerdings tatsächlich ein ganz netter Querschnitt von atmosphärisch schleppendem bis zur Blastbeat-Prügelei aufgefahren. Was manchmal ganz gut funktioniert, und manchmal auch eher nicht. Eine wirklich aufregende Sache sind PLANKS nicht, aber es gibt auch beileibe uninteressantere Bands.

SHRINEBUILDER kamen in der „nur“ ganz gut gefüllten Halle unter Jubel auf die Bühne, und brachten die Halle erst mal eine Weile Feedbackdrone-mäßig zum Beben, bis dann mal der tatsächliche erste Song losging. Das zunächst zwar mit viel zu lautem Bass und generell etwas durchwachsenem Sound, ein derart explodierendes Intensiverlebnis in einer an allen Ecken bebenden, dröhnenden und vibrierenden Konzerthalle habe ich in so einem Maße allerdings bisher auch nur selten erlebt. Was weiterhin folgte war ein guter, aber beileibe nicht perfekter Gig. Wenn die Allstar-Band Songs ihres Albums – auch gerne mal etwas variiert - spielte, brannte die Luft. Da stimmte alles. Winos Gitarrensound war unfassbar geil, Kellys Gebrüll kam Urviech-artig, Cisneros basste sich um den Verstand, und Crovers spielfreudig treibendes Drumming überschritt ebenfalls nicht selten die Grenze zur Manie. Der ganze Raum war erfüllt von Klang. Nicht einfach nur von lautem Krach, sondern etwas wirklich großem, das mich zum zufriedenen grinsen brauchte. Das Störende an dieser Show war dann allerdings, dass das Streckmaterial zwischen den fünf langen Albumsongs sich tatsächlich zu sehr wie unpassendes Streckmaterial anfühlte, und sich die „Heterogenität“ der hier zusammenwirkenden Genre-Legenden dann doch auch schon mal etwas bemerkbar macht. Crovers kecke Ansage zwischendurch, sein Drumsolo und ein weiterer, schon Fantomas-mäßiger Hyperaktivitätsgetrommel-Anfall ins überbrückende Feedbackgedröhne passten irgendwie nicht zum Rest der Band. Ferner passte auch das hauptsächlich von ihm gesungene Creedence Clearwater Revival-Cover 'Effigy' stimmungsmäßig nicht so wirklich gut zum Rest des Sets. Letzteres gilt nicht ganz für eine sehr an Blood & Time erinnende Nummer mit Kelly-Priorität und ein vielleicht etwas dröges Instrumental, aber auch wenn diese beiden Songs ganz gut funktionierten, hatten sie nicht ganz die massive Ausstrahlung, die das Albummaterial live entwickelte.
So blieb es hier bei einer zwischenzeitlich mal mehr, mal weniger mitreißenden Show mit dem Bonus einer illustren Helden-Zusammenstellung, dessen Besuch ich keineswegs bereue.

Mittwoch, 10. November 2010

Cough - Ritual Abuse (mit Stream-Link!)

Da man bei lastfm ja jeden (zumindest aktuelleren) Relapse-Release komplett streamen kann, hörte ich dort gerade eben in das ganz frisch veröffentlichte Album „Ritual Abuse“ von COUGH rein, auch wenn die Track-Reihenfolge offensichtlich falsch ist.
Dem ersten Eindruck nach erinnert mich diese schleppende Doom/Sludge-Schose, mit sowohl bösen als auch klaren Vocals, und das in epischen Songlängen, ja doch ein bisschen an die von mir, seit dem diesjährigen Roadburn Festival höchst geschätzten YOB. Im Gegensatz zu jenen tönen COUGH aber noch einen Tick näher an dem, was man sich eigentlich so unter Doom vorstellt. Der Sound ist nicht ganz so voluminös aufgeblasen, die Gitarrenarbeit ebenfalls noch einen Tick reduzierter und traditioneller, und man driftet lieber relaxt ein bisschen ins leicht verkiffte und etwas morbide klingende, anstatt in mit Downern und Uppern gleichzeitig komplett zugeknallten Wahnsinn, wie es besagte Yob teilweise tun.
Insgesamt schwanke ich nach dem einen Durchlauf bisher noch stark zwischen „ganz geil“ und „brauche ich wohl jetzt nicht auch noch, wenn ich X und Y schon habe“ - aber ich werde wohl definitiv noch ein paar mal reinhören. In der Tendenz zeigt der Daumen nämlich nach oben, auch wenn tatsächliche Akzente hier eher gering zu sein scheinen.

soon to come ...

Ein paar interessante Neuerscheinungen kommen dieses Jahr noch:

- Freitag z.B. ist offizielles Veröffentlichungsdatum des neuen Albums der Instrumental-Postrocker MASERATI, auch wenn amazon.de die rein digitale Version davon auch jetzt schon wieder anbietet. Hier erwarte ich ehrlich gesagt nichts total großes, aber in der Vergangenheit lieferte die Truppe ja eigentlich dennoch immer zu gefallen wissendes ab, das auch nicht gerade gänzlich im Genre-Einheitsbrei verschwamm.

- Wenn ich das richtig mitbekommen habe, veröffentlichen mit den Niederländern URFAUST und den Aachenern VERDUNKELN gleich zwei gigakultige „Avantgarde“-Duos mit Wurzeln im Black Metal in Kürze ihre neuen Alben. Worauf ich sehr gespannt bin, zumal ich sowohl das letzte VERDUNKELN-Werk, als auch einige jüngere URFAUST-Veröffentlichungen sehr ungewöhnlich und ansprechend fand.

- Das JULIE CHRISTMAS-Soloalbum und das etwas verspätet kommende JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE-Boxset habe ich ja bereits erwähnt …

Hab' ich wat vergessen?

Sonntag, 7. November 2010

Okay...

... die letzten Tage/Wochen war ich mal nicht auf so vielen Shows, obwohl eigentlich genug interessantes los war. Da hat wohl bei mir ein kleiner Hänger mit lethargisch-herbstdepressiven Zügen eingesetzt, der mich ausnahmsweise auch mal das heimische Sofa schätzen lies, anstatt ständig ins nasskalte Dunkel rausrennen zu müssen.
Das ist dann jetzt aber wohl ein guter Zeitpunkt, im Rückblick auf letzten Freitag und den Samstag davor, an denen ich den Hintern dann doch mal ein paar Stunden vor die Tür bekam, den geschätzten Kollegen vom Visions Magazin ein paar „fette Props“ rüberzusenden.
Unter dem Banner „Westend Indoor“ stieg am Allerheiligenwochenende im Dortmunder FZW eine mehrtägige Konzert- und Party-Orgie, dessen Samstag ich beiwohnte. Geboten wurde hier neben Danko Jones auch GARCIA PLAYS KYUSS. Und, seien wir mal ehrlich: Dass Gesichter, die man bis an die 10 Jahre nicht gesehen hat, ausgerechnet dafür auf ein mal aus ihren Löchern kommen ... nun ja. Die ganze Schote fühlte sich dann auch etwas seltsam an. Vor allem wenn die Cover-Begleitband ein vom abwesenden Josh Homme geschriebenes Kyuss-Instrumental wie 'Asteroid ' intoniert. Außerdem klang der Gitarren-Sound, der da aus der P.A. kam, irgendwie sehr künstlich reproduziert ... Nun ja, ist ja auch nicht so, als hätte man dabei die Auferstehung von Elvis oder sowas erwartet ...
Schon den Freitag darauf stieg an gleicher Stelle schon wieder die nächste reguläre „Club Sabotage“ Visions-Party, mit My Chemical Romance als Headliner in der (ausverkauften) großen Halle. Und, seien wir noch mal ganz ehrlich, dass ausgerechnet dafür Gesichter, die man bis an die 10 Jahre nicht gesehen hat, auf ein mal aus ihren Löchern kommen ... nun ja. Das bestechende Vorprogramm: Im kleinsten Raum eröffnete die lokale Ersatzlösung REMEMBER mit sowas wie Screamocore recht anständig, während die Schlange vorm Laden epochalst ausartete. Danach durften im Club KVELERTAK ran, die mit ihrem Blackened Rock'n'Rollcore den proppevoll gefüllten Bunkerraum zum kochen brachten. Der Sänger stand irgendwann nur noch in Unterbuchse da, und die gesamte Band, die das Finale im Publikumsbereich abrockte, hatte sichtlich Spaß; ich/ Du/ Ihr/ wir alle hatten Spaß. Ich kann die Nörgler, denen diese Kapelle einen Hauch zu spaßbetontes Fast Food ist, und ferner ein bisschen zu sehr nach dem Hype der Stunde müffeln mag, durchaus nachvollziehen, gehe ferner sogar davon aus, dass sich diese Sache „kreativ“ bald erledigt hat, aber diese Saison sind KVELERTAK wohl einfach die Hausnummer, bei der man dabei gewesen sein muss, um in zwei Jahren sagen zu können „gähn ... das erste Album war besser und das Publikum da auch noch nicht so nervig...“. Aber geiler Auftritt, wirklich. Würde ich bei nächster Gelegenheit durchaus wieder hingehen.
Wie dem auch sei, dickes Danke an dieser Stelle noch mal an die Strategen vom Visions fürs mich bei der Party dabeihaben und die Tatsache, dass die Jungs ihren Stiefel im kulturell und Nightlife-mäßig durchwachsenem Dortmund mit dieser Veranstaltungsreihe weiter durchziehen.

Mittwoch, 3. November 2010

Julie Christmas Videoclip

Julie Christmas ist u.a. die Sängerin der NY-Postmetaller MADE OUT OF BABIES und der inzwischen schon wieder aufgelösten BATTLE OF MICE, sowie der feuchte Psychoszenebarbie-Traum aller Anhänger zeitgenössischem Alternative Metals. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis ihr Name auch ein Solo-Album ziert. Jenes erscheint jetzt gerade unter dem Titel „The Bad Wife“ und zum Song ‚Bow‘ gibt es bereits einen komischen Videoclip: