Freitag, 30. Juli 2010

Dienstag, 27. Juli 2010

"Srontgorrth" Re-Release!

Komischer Zufall: Vor kurzem noch kreiste das Album bei mir durch die „mal wieder hervorgekramt“-Dauerrotation, da finde ich jetzt gerade heraus, dass am kommenden Freitag der Re-Release erhältlich sein wird.
Die Rede ist von „Srontgorrth“, dem Konzeptalbum von NAGELFAR, das von der längst aufgelösten Band selbst damals nicht mal als reguläres Album betrachtet wurde.
Der Reihe nach: Als die Aachener NAGELFAR mit „Hünengrab im Herbst“ 1997 ihr offizielles Longplay-Debüt veröffentlichten, gelang ihnen damit ein schon damals hochgelobter und heute (speziell im deutschen Underground) als Klassiker geltender Meilenstein des Black Metal-Genres. NAGELFAR schafften es schon damals, den Einflüssen der norwegischen Frühneunziger-Schule auch ohne antichristlichen Bohai musikalisch im Kern treu zu bleiben, während sie nicht an Genre-Konventionen festhielten, sondern ständig mit einer eigenen Stil-Interpretation und -Kreation dieser Schiene experimentierfreudig, ja, schon regelrecht progressiv blieben. Das Album enthielt außerdem einen Song namens „Srontgorrth (Das dritte Kapitel)“, dessen Kapitel 1 und 2 auf den vorangegangenen Demos bereits abgehakt wurden.
Danach kam wohl irgendwie die Idee auf, die angefangene Geschichte noch mal zusammengefasst darzubieten, und so veröffentlichten NAGELFAR ‘99 auf „Srontgorrth“ Neuaufnahmen der ersten drei, sowie die finalen Kapitel 4 und 5. Fünf Tracks von fast 70 Minuten Gesamtspiellänge - thematisch in der Fantasy/Science Fiction-Ecke angesiedelt, musikalisch der gelungene Kunstgriff räudiges Geknatter und Gekeife zu einer epischen Symphonie zu formen. Der auf Szene-Reinheitsgebote scheißende Spieltrieb der Band ging sogar soweit, dass man auf „Srontgorrth“ immer wieder elektronische Einsprengsel vernehmen kann, was beim vorletzten Kapitel sogar in so etwas wie einer Industrial-Nummer gipfelt. An solchen Stellen hat das Werk heute minimalen Staub angesetzt, aber trotzdem nur erstaunlich wenig. Abgelutschte Prädikate wie „gehört in jede Sammlung“ sind hier jedenfalls absolut angebracht – nämlich mindestens zwischen „Chronoclast“ von Buried Inside und aktuell gerade angesagten Post-Black Metal der Marke Wolves In The Throne Room und Altar Of Plagues.
Und so gut auch die anderen beiden Alben „Hünengrab im Herbst“ und „Virus West“ sein mögen (zwischen den beiden bevorzuge ich persönlich ja ganz klar letzteres), so muss man gerade „Srontgorrth“ eigentlich auch heute noch als extreme Musik gewordene Phantastik-Geschichtenerzählung würdigen, die einem – sofern man eine ausreichende Affinität zu dieser Art von Musik aufbringen kann – durchaus sogar den einen oder anderen Schauer über den Rücken jagen, und so manches an Staunen und Begeisterung abringen kann.

Der Re-Release wird mit einer, die alten Demo-Versionen beinhaltenden Bonus-Disc, sowie einer neuen Aufmachung inkl. anderem Cover daherkommen. Letzteres ist fast ein bisschen schade, aber nun ja ...

Sich als dichtes Geamtwerk verstehende Alben wie dieses werden jedenfalls nach wie vor viel zu selten gemacht!

Montag, 26. Juli 2010

Converge und co. ...

Als ich früher noch mehr für Magazine geschrieben habe, waren mir Konzertberichte ja oft ein Graus. Warum ich damit hier im Blog jetzt doch wieder anfange – keine Ahnung. Jedenfalls spielten gestern mal wieder die Hektikcore-Könige CONVERGE in der Bochumer Matrix und hatten ein bestechendes Vorprogramm im Gepäck:
Los ging’s mit KVELERTAK. Das überstrapazierte Wort „Hype“ zu benutzen möchte ich vermeiden, aber man versucht derweil offensichtlich schon so ein bisschen, die Norweger als ‚kultige‘ Sache aufzubauen. Sei es ihnen jedoch gegönnt, denn der Schweinerock, Hardcore und Black Metal-Akzente unter einen Hut bringende, kerzengerade Mittelweg aus popiger Turbonegro-Partytauglichkeit und räudiger Impaled Nazarene Klischee-Bosheit ist vermutlich tatsächlich ein bisschen das frische, kommende Ding der Stunde mit szeneübergreifendem Konsenspotenzial, bei dem man sich ärgert, nicht selbst darauf gekommen zu sein. Live macht das Ganze wie erwartet einen Mordsspaß, die Band hat tierisch Bock, und zumindest ein Teil des Publikums im sich erst langsam füllenden Laden auch (KVELERTAK starteten schon um 19:30!). Wer zu nah an der Bühne steht, wird von der witzigen Frontsau auch schon mal in den Schwitzkasten genommen. Unterhaltsame Angelegenheit, würde ich durchaus zeitnah gerne noch mal sehen.
Die folgenden GAZA sind mit Sicherheit keine schlechte Band, und passen mit Sicherheit auch ganz gut ins Converge-Vorprogramm. Zwischen den Abrock-Kapellen Kvelertak und Kylesa fand ich den gebotenen Kontrast aber doch etwas zu stark, um mich für GAZA so richtig zu begeistern. Denn bei denen war erst mal eher apokalyptische Stimmung angesagt, mit eigenwilligen Songs eines höchst intensiven Mathcore-Gebräus, samt magenumdrehendem Bassgewummer und heftigst angepissten Brüllschrei-Eruptionen. Definitiv ein Tipp für Fans von Botch, Dillinger Escape Plan und den Headliner des Abends, mich persönlich erwischte die Kapelle an diesem Abend damit aber komplett auf dem falschen Fuß.
Denn KYLESA waren der primäre Grund meiner Anwesenheit und jene machten alles richtig. Auch wenn sie von meinen 3-4 Lieblingssongs des aktuellen Albums „Static Tensions“ mal wieder nur einen der hinteren spielten. Egal, auch zu „Time will fuse it’s worth“-Material kann man prima den Booty shaken, was ich tat. ('Hollow Severer' gleich zu Anfang und, ganz groß:'Where the Horizon Unfolds'!!)
, Absolut runde Sache, ich habe die Truppe wohl auch schon mal etwas weniger mitreißend als an diesem Abend rocken gesehen. KYLESA sind im Übrigen völlig zurecht auf einem steilen Weg nach weiter oben, denn sie werden aktuell offensichtlich von immer mehr Festivalbookern querbeet (Area4, Puckelpop, Summer Breeze) entdeckt und dürften damit schon mit einem Fuß aus der reinen Subszenengröße heraus sein. Außerdem sind KYLESA eine dieser Bands, von der ich sogar ein Shirt kaufe, obwohl die aufgefahrenen Motive eigentlich alle ziemlich gewöhnungsbedürftig aussehen …
CONVERGE? Ja, die waren gut. Ich bin einfach zu wenig Fan, um da noch mehr zu sagen zu können, aber CONVERGE lieferten eine sehr tighte, energiegeladene und auch sympathische Show ab, die für mich persönlich halt nicht so wichtig war wie Kylesa und Kvelertak, und auch wenn das Quartett bei mir so eine „muss ich zu Hause nicht oft hören“-Band ist, überzeugte der Hauptact live wieder auf ganzer Linie.
Netter Konzertabend. Und man muss auch mal eingestehen, dass der Sound in der Matrix aus irgendwelchen Gründen besser geworden zu sein scheint.

Freitag, 23. Juli 2010

„so innovativ wie seinerzeit Celtic Frost und Faith No More“

Als ich soeben bei einer sehr guten Freundin Kaffee schlürfend durchs britische Terrorizer-Magazin blätterte, fiel mir bei der Anzeige für die, dieses Wochenende auf der Insel stattfindende Ausgabe des Sonisphere-Festivals ein Name im Billing auf: EARTHTONE 9!
Und ja, eine hektische Google-Recherche spuckte aus: Sie sind wieder da! Dazu haben sie auch gleich eine Best of Compilation frei ins Netz gestellt, die der Die Hard Fan auch im limitierten Digipack erwerben kann. Mehr Infos irgendeiner Natur findet man auf der Homepage nicht, aber so etwas ist man aus dem Klan ja inzwischen gewohnt.

The History: EARTHTONE 9 waren, um die Jahrtausendwende rum, vier Jahre lang mal kurz der ganz heiße „next big thing“-Scheiß unter „Alternativ-Metallern“. Zwischen dem damals angesagten Nu Metal und Emocore waren sie eine Ausnahmeerscheinung, die von Kritikern vor allem mit Tool und Neurosis in eine Schublade gesteckt wurde, und irgendwie die richtige Kombination aus catchy und arty hinbekam. Ihre laut Gitarrist Owen u.a. von Pink Floyd und The Police beeinflusste Musik, die damals noch unüblichen Schreistrophe/Singrefrain-core mit dem unter einen Hut brachte, was man heute "Postrock" nennen würde, ist vielleicht nicht ganz perfekt gealtert, funktioniert aber u.U. auch ohne „muss man damals dabeigewesen sein“-Bonus immer noch ganz gut. Bilde ich Fan mir jedenfalls ein. Sieht man mal von mitunter etwas altbacken-konventionell kommenden Songstrukturen ab...
Auf jeden Fall deckten sie ihrerzeit zwischen hektisch-noisy und atmosphärisch bis regelrecht verträumt musikalische Gangarten ab, die in ihrem Stilmix vieles vorwegnahmen, was erst später zu generischen Formeln von Modebands verkommen sollte. Selbst im oft spätzündenden RockHard wurde das Ganze als „so innovativ wie seinerzeit Celtic Frost und Faith No More“ bezeichnet.
Das Tragische daran war dann wiederum, dass ET9 von den sich selbst als ultra-sophisticated verstehenden Kunstkennern gerade beim Spätwerk als zu Tool kopierend oder generell zu nah an Fashioncore bzw. Nu Metal abgestraft wurden, während der trendbewusste Konzertgänger, der die Band als Support von Soulfly oder Fear Factory vorgesetzt bekam, von der eher unhüpfbaren Musik und teilweise auch ganz schön unwirschen Stage Appearance der Truppe (... Briten ... Gentlemen, Prolls und Komiker in einem) komplett überfordert war.
Eine Zerrissenheit, die sich intern letztendlich auch in uneinigen Spannungen über die weitere kreative und kommerzielle Entwicklung widerspiegelte und die Auflösung verursachte.

Nun ja, was soll ich sagen. Groooooßartige Band, auch eine Dekade später noch. Ob ihr Comeback über ein paar Gigs in GB hinausgehen wird weiß ich nicht, aber alleine die potenzielle Aussicht, sie vielleicht doch noch mal wieder live zu erleben, lässt mich regelrecht vor Freude explodieren.

Die Best of Compilation "Inside Embers Glow" ist im Übrigen tatsächlich ganz gut zusammengestellt, da sie von der Aggrolärm-Attacke mit etwas unorthodox in die Länge gezogenem Finale (Simon Says), über einen regelrecht perfekten Popsong (Amnesisa), bis zum psychedelisch angehauchten Schlusstrack-Epos (Binary 101) alle Facetten ET9s gut zusammenfasst.

(Gewidmet ist dieser Blogpost dem verstorbenen Reiner, den ich nur flüchtig kannte, mit dem mich aber die Liebe zu dieser Band einte. Ich stoße in Gedanken mit Dir an, Keule! Und für Dich wünsche ich sogar dem Äffzeh eine gute Saison!)

Mittwoch, 21. Juli 2010

Urfaust!

"Video taken during the recording of "Unter Töchtern Der Wüste" which ended up on the Joyless split. A roughly mixed audiotrack was added to this video recording.":

Montag, 19. Juli 2010

Planks für lau!

Die Mannheimer Band PLANKS hat ihr bisheriges Schaffen frei ins Netz gestellt, darunter u.a. auch eine Split mit der befreundeten US-Kapelle Tombs.
PLANKS' Wurzeln liegen deutlich hörbar im Hardcore, jenen schmücken sie allerdings mit der brachialen Wucht und Atmosphäre der Neurosis'schen „Sludgecore/Post-(Doom)Metal“-Schublade, und erinnern ferner gelegentlich etwas an Breach (v.a. zu „Venom“-Zeiten), oder auch die aktuell durchstartenden Franzosen Celeste.
Zugegeben, wenn hier dumpf über HC-typische Grooves und Klöppeleien gebrüllt wird, ist die Grenze zum Prollcore manchmal ziemlich dünn, eine Band wie Unfold hat ähnliches ferner auch schon einige Zeit zuvor etwas beeindruckender, umwalzender und spannender hinbekommen, ein Ohr riskieren sollten alle, die mit genannten Vergleichsreferenzen was anfangen können allerdings trotzdem mal. Denn oft kriegen PLANKS dann doch noch den Bogen hin, eine interessante und mitreißende Idee ins allgemeine Brachialgedonner einzubauen.

Die Download-Links dazu gibt es in ihrem Myspace-Blog.

Sonntag, 18. Juli 2010

Crust meets Metal: Agrimonia & Wolvhammer

Wenn es in letzter Zeit Trendwellen an den Szenerändern von Metal, bzw. in der Ecke „(harter) Avamtgarde-Alternative“ und co. gab, so konzentrierten sich diese mit nicht zu verachtender gemeinsamer Schnittmenge um Eckpfeiler wie Stoner/Doom/Sludge, Drone und Postrock, sowie zeitgenössischen Quasi-Black Metal. Und während Bands wie Baroness und Events wie das Roadburn dann doch mal in der Mainstream-Fachpresse angekommen sind, raufen sich im Underground schon wieder ganz andere Bewegungen zusammen, für die bereits Schubladen wie „Blackened Crust“ aufgemacht werden. Black Metaller wie Darkthrone oder Gallhammer bekennen ja sowieso zu Amebix, Projekte wie Panopticon oder DödsÄngel bringen derzeit attitüdisch wie musikalisch Anarcho-Crustpunk und Shwarzmetall-Geschrote unter einen Hut, und in der Crustcore/D-Beat-Ecke entdeckt man gar den (Black) Metal für sich neu. Das Ganze geht so weit, dass es bereits eine Band namens Dishammer gibt, die – klar – gleichermaßen den Crustcore-Urvätern Discharge, wie dem Proto-BM von Hellhammer Tribut zollt.

Auf zwei Pferde, die man grob besagter „Blackened Crust-/Sludgecore“- oder „Crust Metal“-Schublade zuordnen kann, hatte ich hier mit dem ersten Album von AGRIMONIA, sowie den letzten Demo-Aufnahmen von WOLVHAMMER bereits schon mal gesetzt. Witzigerweise haben nun beide zeitgleich ihre neuen Alben veröffentlicht. Was folgt ist - natürlich -eine Analyse meinerseits:

AGRIMONIA - Host of the Winged
Aus der Crustpunk-Szene heraus mit Musik um die Ecke kommen, die mal was von Neursosis'schem „Post-Metal/ Doomsludge“ hat, wannandermal den Bolt Thrower-Panzer rollen lässt, sich von der heimischen Metal-Schule Skandinaviens bzw. Göteborgs beeinflusst zeigt, sich von regelrechten Postrock-Parts der ruhigeren Natur oder Akustik-Interludien zu schnörkelos nach vorne ballerrndem Metal samt (weiblichen!) Death-Growls steigert, und das auch noch in Songs von epischer Länge um die 10Minuten-Marke? Kann doch nur eklektisch zusammenkonstruierter Mist sein? Doch weit gefehlt, AGRIMONIA kriegen all das tatsächlich mit schlüssig-natürlichem Flow unter einen Hut. Den Nachfrolger ihres selbstbetitelten Debüts zeichnet vor allem aus, dass die Schweden noch detailverliebter, facettenreicher und etwas verspielter ans Songwriting gegangen sind. Die monolithischen Marathon-Songs sind noch ausgefeilter geworden. So gewinnen etwa ruhige Passagen durch hintergründige Key-Unterstützung noch mehr atmosphärische Tiefe, und bauen sich noch bedächtiger zu harten Passagen auf, in denen dann auch schon mal die Gitarrenarbeit erhöhte Spielfreude an Lead-Dudeleien durchblicken lässt.
Dass wuchtiger, mitunter psychedelischer Sludge-/Post-Metal mit Punk-Wurzeln und klassischen (Melodic) Death Metal-Elementen so gut, logisch und mitreißend tönen kann, das hätte ich selbst nie geglaubt, wenn ich AGRIMONIA nie gehört hätte. Was ihnen noch zum totalen Oberknaller fehlt machen sie außerdem dadurch wet, dass sie in keine Schublade so richtig passen wollen, und man sich in ihren ausgedehnt arrangierten Kram erst mal ein paar interessierte Anläufe lang reinhören muss. Spannende Band!

WOLVHAMMER - Black Marketeers Of World War III
Und tatsächlich! Was bei den Demos manchmal noch etwas unbekümmert danebengeholpert, partiell sogar ein bisschen albern, aber eben in der Tendenz für die Zukunft schon vielversprechend klang, funktioniert auf ihrem ersten offiziellen Logplayer mit entsprechender Produktion nun voll und ganz. Man muss sogar noch weiter gehen: In ihrem Unterfangen, unter Hinzunahme von „Working Class“-Ideologie, Sludgecore und Crustpunk mit düsteren Metal-Klischees und Einflüssen früher Black Metal-Grundsteinleger zu einen, gelingt der Truppe aus Minneapolis ein Kunstgriff, der vermutlich nicht mal in dem Maße geplant war, wie er in der Durchführung zutrage kommt: Ihr räudiges Gekloppe ist im Geiste manchmal so nah an der Celtic Frost-Vorgängercombo und Extremmetall-Urvaterikone Helhammer, sowie dem auf diesem Sektor in Anfangstagen ebenfalls einflussreichen Teutonen-Thrash-Dreigestirn Sodom/Destruction/Kreator (und jaja, Bathory und Darkthrone wollen wir natürlich auch nicht vergessen), dass man sich sogar fast einbildet, schlecht ausgesprochenes/formuliertes Englisch zu vernehmen. Dazu passt dann auch, dass sie es sich leider nicht verkneifen konnten den einen, richtig albernen Song ihres vorangegangenen Demos in einer überarbeiteten Fassung, mit einem nun noch alberneren Titel ('Das Kult'), unbedingt noch mal mitverwursten zu müssen. Sieht man aber mal von 1-2 Passagen ab, die etwas zu banal dahingeschrotet zum Schmunzeln anregen, ist „Black Marketeers Of World War III“ für Freunde roh aufgetischter Hartwurstkost aus der freien Wildnis genau das Richtige. Da wo eine aus sicheren Gewässern gefischte Band wie Black Tusk Identität vermissen lässt, und da wo Jucifer's Versuch einer reinen Rumpelslduge-Scheibe im Kellersound mal eher in die Hose ging, da könnten WOLVHAMMER für einen nachhaltigen Eindruck gerade zur rechten Zeit am rechten Ort angekommen sein. Die wohl eh fließenden Grenzen zwischen Crustpunk, Sludgecore, ein bisschen Doom und einer gehörigen Portion Ur-Black Metal bis hin zu Blastbeat-Gehacke verschwimmen bei ihnen zu einem - mal Gas gebendem, mal abbremsenden - fies zähnefletschend und dreckig rockendem Bastardkind irgendwo zwischen Dystopia, EyeHateGod, Buzz*oven, und Bathory- und Celtic Frost-Frühwerken, das ebenso für Anhänger groben Black Metals, wie für Freunde zeitgenössischer Sludge-Metaller a la Dark Castle, Black Cobra und Black Tusk interessant sein dürfte. Ich finds geil!

Donnerstag, 15. Juli 2010

Alda

Die aktuelle Welle an „Cascadian Black Metal“, USBM und im Geiste verbrüderten Avantgarde/Post-Black Metal von anderswo reißt und reißt nicht ab. Liturgy z.B., die ich letzten Herbst zufällig Übersee live sah, kommen gerade auf ihre erste Europa-Tour. Eine weitere Band, die man im Auge behalten sollte, sind ALDA (der Name mag hierzulande durchaus für den einen oder anderen Kalauer gut sein). Dass sich jene das „Cascadian“ gleich offiziell auf die Fahne schreiben und einen Wald-Fimmel demonstrieren, fordert vielleicht ein bisschen heraus, dass man sich bereits was von Trendanbiederei in den Bart nuscheln und die Truppe nicht so richtig für voll nehmen möchte, aber ... nun ja. Erste Hörproben waren bisher gar nicht so schlecht. Mit, no pun intended, naturbelassenem Sound verstehen sie das Spiel, fies-roh durch die Botanik zu dreschen, dabei aber trotzdem atmosphärisch und melodisch zu klingen, und das alles irgendwie in einer fast schon unaufdringlich rockigen Verpackung. Und selbst ein akustischer Folk-Song wirkt da im Gesamtkonzept nicht deplatziert.
Originell, eigen oder herausragend geht natürlich anders, die atmosphärische Dichte und Mächtigkeit einer Band wie Wolves In The Throne Room oder Altar Of Plagues erreicht man ebenfalls nicht; zwischen Liturgy und Ludicra ist da hinten in der Ecke aber gerade noch für ALDA Platz, sie zumindest mal beim nächsten Album noch mit auf dem Zettel zu haben.

Link: ALDA bei myspace.

Trist – Hin

Unter o.g. [Bandnamen – Songtitel] verbirgt sich eine meinerseits frisch gemachte Entdeckung, die ich unbedingt teilen möchte, auch wenn sie wohl nur bei einem Bruchteil von tendenziell affinen Musikliebhabern auf Gegenliebe stoßen dürfte.
Es gibt wohl mehrere Bandprojekte unter dem Namen TRIST, gemeint ist hier jedenfalls das 1-Mann- Projekt eines Kern-Mitglieds der aufgelösten Lunar Aurora. Bei jener Kapelle handelte es sich um Underground-Black Metaller aus Bayern, deren nah an der Old School Wurzel äußerst roh schrotender, dabei aber doch sehr atmosphärisch und trotz Corpsepaint mehr oder minder „eher künstlerisch als ideologisch ambitioniert“ umgesetztem Sound in Szenekreisen durchaus eine gewisse Position zugestanden wurde.
Unter dem Projektnamen TRIST lebt sich der werte Herr nun in Ambient- und inzwischen auch „Ambient Black Metal“-Gefilden aus; im Zentrum seines bisher wohl durchaus streitbaren Schaffens steht dabei das 2007er Konzept-Doppelalbum „Hin-Fort“. Die zweite CD, die u.a. auch den Schlusstrack „Fort“ enthält, ist voll und ganz in Dark Ambient-Gefilden unterwegs. Düstere Soundcollagen, Sprachsamples, Gruselatmosphäre. Und um ehrlich zu sein, finde ich das alles auf Dauer eher minder interessant.
Auf CD 1 jedoch findet sich mit dem 60minütigem (!) Song „Hin“ eine regelrecht hypnotische Erfahrung. Nachdem man 13 Minuten Vorgeplänkel in Form einer Dark Ambient Soundkonstruktion hinter sich gebracht hat, wird jene kurz für ein ca. 1minütiges Sprachsample wieder etwas zurückgefahren, um dann with a bang monoton nach vorne kloppende Blastbeat-Drums und Gitarrenlärm von der Leine zu lassen. Irgendwie ist der Sound ein schwer zu differenzierender Brei, bei dem eventuelle Variationen etwas untergehen, auf der anderen Seite fallen diverse Wiederholungen (ein immer wieder auftauchendes Synthie-Thema; so etwas wie vermutlich verfremdete Vocals) dann doch etwas auf. In seiner epischen Länge verfehlt das Ganze jedenfalls nicht eine faszinierende Wirkung, den Hörer auf fast schon zermürbende Weise einzuvernehmen. „Hin“ fühlt sich an, wie kilometerlang gegen ein schweres Unwetter anzulaufen, oder im All durch den Hyperraum gewirbelt zu werden.
Und es passt auch ferner zwischen Sleep's Doom-Hymne „Dopesmoker“ und dem Lärmepos „Ladybird“ von Shit and Shine perfekt in die 1track-Obskuritätenecke des Plattenregals.
Und auch wenn ich jeden verstehen kann, der das hier überhaupt nicht gut findet, oder gar als prätentiös und gewollt mit wenig wirklicher Substanz abstrafen möchte, ich außerdem auch gerne eingestehe, dass TRIST gerade auch abgesehen von diesem Mammutsong kein besonders zwingend essenzieller Act ist - irgendwie funktioniert das Teil für mich einfach. Mit so was kann man wohl einfach bei mir landen.

Dienstag, 13. Juli 2010

live gesehen und kurz festgehalten

Kleine Notiz ins Tagebuch: Die letzte Woche fing schon fulminant an und hörte im wahrsten Sinne des Wortes heiß auf.
Am Montagabend hieß es sich im geschätzten FZW für die geschätzten BARONESS einzufinden. Als Anheizer fungierten die BLACKWAVES (auch: „Blckwvs“). Jene sind mit ihrem teilweise sogar recht virtuosem (der Basser!) Instrumental-Post-Metal eine unterhaltsame Angelegenheit, auch wenn ich persönlich mir da noch etwas „hitverdächtigeres“ Songmaterial wünschen würde. Denn auch, wenn es im Moment gut reingeht, bleibt irgendwie nichts so wirklich hängen. BARONESS fuhren dann eigentlich (fast?!) das gleiche Set wie vor einiger Zeit in Köln. Sie sind die sympathische Speerspitze der Beardocore-Szene und der aktuelle „Prog’n‘Post-Metal“-Hype in der Metal-Fachpresse zugleich, aber das verdientermaßen. So findet man diesen Abend auch ein recht gemischtes Publikum vom eher Indie-/Postrock-affinen Typen über Mädels in Kylesa-Shirts bis zum Altmetaller vor. Am routiniert, dabei aber dennoch höchst spielfreudig runtergerissenen Konzert gibt es nichts, aber auch gar nichts dran auszusetzen. Dass ich die Band inzwischen vier mal in zwei Jahren sah, ist natürlich mein eigenes (Luxus-)Problem, aber bis zum nächsten Mal dürfen sie dann allerdings bitte doch auch mal wieder neue Songs und ein etwas anderes Set mit dabei haben. Oder einfach endlich mal wieder 'Vision' spielen, anstatt immer die gleiche Alibi-Altsong-Zugabe zu bringen ... aber wie gesagt: Meckern tue ich ja gar nicht.
Abgeschlossen wurde die Woche am Freitag dann mit einer (natürlich irgendwie nicht besonders angenehmen) Fahrt nach Köln. Hatten wir die obligatorische Odyssee durch kilometerlange Autobahnbaustellenstaus hinter uns gebracht, standen pünktlich zu unserer Ankunft am/im Underground BLACK COBRA bereits im kleinen Raum auf der Bühne. In besagter Lokalität herrschten allerdings Klimaverhältnisse jenseits der Zumutbarkeit. Schwitzend und schwer atmend saunierte man also etwas unentspannt vor sich hin, während die Zweimann-Band von heavy groovend bis aggressiv rasend Sludge Metal vom feinsten aufbot. Die danach aufrockenden SAVIOURS sind ja wiederum eher nicht so mein Ding. Ihr Gepolter kombiniert traditionelle Heavy/Thrash Metal-Versatzstücke mit Sludgematsch-Gerumpel, monotonem Stumpfgebrüll und ein bisschen Poser-Faktor. Man kann nicht mal sagen, dass die Truppe damit ein nennenswertes Unding fabriziert, aber meins ist es halt nicht so richtig. Als Headliner dann WEEDEATER. Legendär und asozial, irgendwann hervorgegangen aus der 1st Generation Sludge-Band Buzz*oven, ein krudes Catweazle-Trio zwischen lustigen Typen und fast ein bisschen Angst machend. Ihr dreckiger Stoner Metal begeistert live sogar noch mehr als auf Platte - womöglich stimmt hier in Konzertsituation mit Livesound und mit skurriler Optik-Komponente wohl einfach das Gesamtpaket. Dass der Gig etwas kurz ausfällt, darüber beschwert sich kaum einer, schließlich sind die Temperaturen im Raum der Aufführung wirklich nicht mehr tragbar. Der Drummer schrie sogar, als er nach vollendeter Arbeit schweißüberströmt aus dem Konzertraum taumelte (!) „Holy fuck!!!!!“ in die Botanik. Indeed, buddy, indeed. Ist doch immer wieder schön in diesem Köln …

Sonntag, 11. Juli 2010

Killing Joke - In Excelsis EP

Ein paar Worte zur aktuellen KILLING JOKE EP: Zwanghafte Musikanalysten wie mich springt die bei diesem Release allzu offensichtlich werdende Erkenntnis an, wie sehr der Gesamtsound einer Band dann doch, und gerade auch von der Rhythm Section abhängt. Auf „In Excelsis“ warten die Briten nämlich im Ur-Line Up auf, mit Basser Youth und Drummer Paul Ferguson. Und da verwundert es auch nicht, dass das neue Material wieder einen ganzen Tick stärker nach Waverock und Postpunk klingt, als noch auf der vorangegangen Scheibe, auf der mit dem inzwischen leider nicht mehr unter uns weilendem Basser Paul Raven und Prügeldrummer Ben Calvert (u.a. Twin Zero) Kollegen mit wesentlich stärkerer (Industrial) Metal-Affinität mitwirkten. So ist der brachiale „Alternative Metal“ jüngerer Vergangenheit einer etwas gemäßigteren Gangart gewichen - auch wenn der mitunter recht dreckige Gitarrensound und Jaz Coleman's raue Stimme der Musik nach wie vor gehörige Ecken und Kanten verleihen und man sich klanglich somit nicht wirklich weit weg entfernt hat.
Drei Songs lang rocken KILLING JOKE hier nun also erstmal verhältnismäßig popig, wenn auch mit fies harter Gitarre und Pfeffer im Hintern, und legen ein relaxt schwebendes Stück mit Reggae-Kante nach. Warum ein ziemlich unnötiger Dub-Remix von letztgenannten Track die EP dann abschließen muss, verstehe wer will. Die regulären vier Songs sind jedenfalls durch die Bank solide KJ-Kost, der es vielleicht etwas am aggressiven Feuer und der apokalyptischen Dunkelheit des Vorgängeralbums mangeln mag, die als fast schon etwas gesetzte und freundlichere Variante der einflussreichen Briten aber auf dem Punkt funktionieren und einen großen Kreis schließen.
Ich bin auf das Album im Herbst gespannt ...

Donnerstag, 8. Juli 2010

Dispirit

...heißt die neue Band von John Gossard, der mit Weakling und The Gault, die beide zu Lebzeiten niemanden interessierten, inzwischen aber natürlich Legenden sind, jeweils nur ein Album veröffentlichte. Gerade Weakling gelten dabei mit ihrer vom norwegischen Black Metal beeinflussten Musik, ohne sich verkrampfter Ideologien dieser Ecke zu bedienen, als frühe Vorreiter des aktuellen „Cascadian Black Metal“-Hypes, der uns Bands wie Ludicra und Wolves In The Throne Room bescherte.
Neben der Doom-Band Asunder, in der außerdem Dino Sommese (Dystopia, Ghoul, und WITTR-Sessionmusiker) mitwirkt, hat Gossard nun offensichtlich eine neue Kiste namens DISPIRIT am Start, die musikalisch wieder da anknüpft, wo Weakling mal aufgehört haben:
Dispirit Homepage.

Aktuelle Veröffentlichungen

Es liegt vielleicht u.a. mit an der bald abgeschlossenen WM, und daran dass ich dabei auch noch förmlich von einem Konzert-Event zum anderen hetze, aber im Moment komme ich kaum noch nach, interessante Neuerscheinungen zu besorgen, hören und blogrezensieren. Was ja auch nicht weiter schlimm ist. Aber, für den Überblick, wir haben an bereits oder in Kürze veröffentlichtem Kram gerade vor der Brust:

HARVEY MILK - A Small Turn of Human Kindness
Vom neuen Brocken der etwas eigensinnigen Sludgecore-Urgesteine habe ich wie gesagt leider noch keinen Ton gehört, aber das Teil ist auf der Liste der bald zuzulegenden CDs relativ weit oben.

KILLING JOKE - In Excelsis
Bevor im September das neue Album erscheint, gibt’s von Coleman und Konsorten (jetzt wieder in Originalbesetzung) erst mal 'ne EP. Und ich dachte schon, Vorabsingles gibt es inzwischen nur noch als iTunes Release …

SABBATH ASSEMBLY – Restored to one
Den Hintergrund dieser Sache kann man je nach Perspektive interessant oder auch ganz schön spinnermäßig finden: Unter o.g. Projektnamen nehmen sich Sängerin JEX THOTH (von der gleichnamigen „Proto-Doom“/Psychrock-Band ) plus Mitmusiker der Hymnen der „Process Church of The Final Judgment“ an.

WOLVHAMMER - Black Marketeers Of World War III
Ich habe auf die Demos dieser herrlich naiv-grobschlächtigen Sludge/Crust/Doom/Black Metal-Rumpelcombo hier bereits schon mal hingewiesen - ihr Longplayer-Debüt kann man nun an dieser Stelle bestellen. Wer Hellhammer/Celtic Frost, Amebix und Discharge, frühe Bathory und Darkthrone, EyeHateGod und Buzz*oven mag, ist da an der richtigen Adresse.

Last but not least:
Die Ecke experimentell-atmosphärisch vor sich hinwabernder, sich jüngst immer mehr mit Gefilden von Stoner Rock bis Black Metal vermischender Ambient/Drone/Noise/etc.-Musik mag nicht gerade mein „Expertengebiet“ sein, weswegen ich auch nur knapp darauf hinweise, dass gerade auch Freunde von Horseback usw. mal LOCRIAN‘s Album „Territories“ checken sollten. Unter den mitwirkenden Gastmusikern finden sich u.a. Mitlgieder von Nachtmystium und Yakuza ein!
Ein Ohr riskieren sollte man vielleicht ferner auch mal beim aktuellen Album von MELISSA AUF DER MAUR. Das mit einem Duett mit Schinkengott Danzig (!) aufwartende „Out of or Minds“ soll ein ziemlich gutes Alternative Rock-Werk geworden sein …

Montag, 5. Juli 2010

Devilside

Nachdem die letzte Auflage in Duisburg auf viel Kritik stieß, sorgte die diesjährige Sonntags-Matinee „Devilside“, auf dem Essener Campus weitaus besser organisiert, auf wohlwollende bis positive Kommentare

Die musikalischen Highlights im Schnelldurchlauf:

SMOKE BLOW haben sich nicht nur mit ihrem Hardcore-lastigen, aktuellem Album nach einer etwas orientierungslosen Hängerphase wieder gefangen, sondern bestachen auch mal wieder durch Humor: Direkt nach dem Auftritt von DevilDriver punktet Band-Vortuner Letten mit Parodien derer motherfuckin' Fuck-Ansagen. Die knackige Setlist mit allem von der Stonerhymne ('Sweetwater') bis zur rotzigen Highspeed-Keule ('Summer of Betrayal') geht klar, und nachdem das Publikum zum Überhit 'Alligator Rodeo' komplett apeshit ging seufzt Letten ehrlich: „Danke, das hab' ich gebraucht.“ Guter Auftritt.

SNAPCASE. Sich wegen „kreativ alles gesagt haben“ auflösen und dann doch wieder reuniert zurückkommen hin oder her: Auch im Jahre 2010 funktioniert der mitunter scharfkantige Modern-Hardcore der einstigen Ausnahmeband recht gut und ist ein wohltuend intelligentes Kontrastprogramm zu einem Groß des restlichen Billings. Sehr, sehr geil.

NEW MODEL ARMY: Zum ersten mal überhaupt live begutachtet, muss ich doch gestehen (positiv) überrascht gewesen zu sein, wie hart und „eckig“ diese Band doch teilweise so sein kann. War interessant und auch höchst unterhaltsam, sich das mal gegeben zu haben.

Sonst noch? DANKO JONES war eigentlich mitreißender als sonst schon mal, auch wenn seine epischen Monologe mitunter nerven können. OVERKILL eine solide Bank traditionellen Metalfeuerwerks. FEAR FACTORY trotz der 2-3 früher mal geliebten Althits heutzutage so egal wie man nur sein kann. Ständiges Rumreiten amerikanischer Bands auf dem WM-Thema nervte ebenfalls irgendwann. Summa summarum nichtsdestotrotz ein netter Nachmittag mit Sonne, Bier und Livemusik.

Freitag, 2. Juli 2010

Revenge gets ugly (Mastodon)

Am Score/Soundtrack von Genre-Filmchen beteiligte Rockbands sind ja eigentlich nichts aufregend neues. Man denke an Toto bei David Lynchs Dune, Queen bei Flash Gordon, das Mitwirken von Anthrax (plus Buckethead und Steve Vai) bei John Carpenters Ghosts of Mars, oder Trent Reznors produzierende Arbeit für Natural Born Killers und Lost Highway.

Als sich Regisseur Jimmy Hayward der filmischen Adaption von DC Comics’ Wildwest-Antihelden Jonah Hex annahm, schwebten ihm sofort die Progressive-Metaller MASTODON als musikalische Partner in Crime vor. Genauso wie die Filmproduktion, ging dann aber auch die des Soundtracks drunter und drüber, so dass MASTODON mitunter fertiges Material wieder in die Tonne kloppen mussten, um unter Aufsicht eines neu eingewechselten Filmmusik-Arrangeurs noch mal von vorne anzufangen.

Da der Film gerade mächtig floppt verwundert es auch nicht, dass bisher noch kein physischer Soundtrack-Release rausgehauen wurde, sondern lediglich eine EP zum rein digitalen Erwerb. „Jonah Hex: Revenge gets ugly EP – Mastodon Music from the Motion Picture“ steht virtuell auf dieser körperlosen Veröffentlichung.
Unter besagtem Banner finden sich vier Songs, plus zwei davon noch mal in alternativen, variierten Versionen. Und man möchte behaupten dem Kram anzuhören, dass MASTODON an diesem Endprodukt schon nicht mehr allzu enthusiastisch mit rumfeilten. Sicher, die Instrumentalmucke von bedächtig-spannendem bis zu angenehm fetzigen Metal-Abgerocke ist nett anzuhören, haut einen aber eben auch nicht vom Stuhl.

Der Film selbst soll übrigens unter aller Kanone sein.