Mittwoch, 30. September 2009

Waltari

Eine alte Jugendliebe, die ich inzwischen ja ziemlich aus den Augen verloren habe, sind die Finnen WALTARI. Die Band bestach über die 90er mal mit ihrer unbekümmerten Herangehensweise, einfach aus Versatzstücken sämtlicher Musikstile Songs zwischen den Polen Pop und Metal zusammenzuschustern. So trafen harte Gitarren und beschwingte Refrains auf Elemente aus Funk, Ethno, Hip Hop, Techno und allerlei anderen Genre-Leihgaben. Die niedliche Ballade war genauso denkbar wie pumpende Dance-Beats oder Ausflüge in lupenreine Death Metal- und Grindcore-Gefilde.

Ich habe mir jetzt mal ihre Videosingles der letzten Jahre bei Youtube angeguckt und dabei dann auch sehr deutlich festgestellt, warum ich das Geschehen um diese Band bei aller Liebe nicht mehr verfolgen muss: Sie sind inzwischen mit anachronistischem Crossover-Kram und zwar sehr gut gemachtem, dennoch irgendwie beliebigen Quasi-Gothrock einfach nix aufregendes mehr. Der kreative Zenit der Band erlebte gleichzeitig mit dem Ende der Ära solcher Stilmixe wohl einfach seinen Sonnenuntergang.





Dennoch muss ich jetzt doch mal zu Protokoll geben sehr froh über den Umstand zu sein, dass „Evakeliumi“ auf Youtube aufgetaucht ist.

Zu Erklärung: Schon 95/96 rum führten WALTARI mit „Yeah Yeah Die Die“ ein sehr eigenwilliges Projekt auf, das Death Metal-Gegrunze und -Geballer mit dem Orchester eines sehr renommierten Dirigenten fusionierte (Avanti!). Was dann auch auf Konserve veröffentlicht wurde. Bei „Evakeliumi“ ging man noch einen Schritt weiter: Death Metal, Klassik und Operngesang von Ex-Nightwish-Heulboje Tarja bildeten hier den Soundtrack zu einer modernen Tanzaufführung des Choreographen Jorma Uotinen. Was niemals so richtig veröffentlicht wurde, bis auf einen mäßigen Mitschnitt im finnischen Fernsehen, dessen Bootlegs bei Ebay schon beachtliche Preise erzielen konnten. Aber dank Youtube kann man sich Jahre später nun doch mal einen Eindruck davon gönnen, was genau da damals so abgegangen ist:












AIC Video

Musste gerade zufällig feststellen, dass es zum ALICE IN CHAINS Comeback mit neuem Frontmann sogar einen Videoclip in Form von "Check My Brain" gibt:

Liebe Sportfreunde Stiller

heute Morgen beglückte mich das Radio zufällig mit Eurer, im Rahmen einer Unplugged Session aufgenommenen Version des Udo Jürgens-Klassikers ‚Ich war noch niemals in New York’ feat. good ol’ Udo himself.

Was soll ich sagen? Etwa „Herzlichen Glückwunsch“? Herzlichen Glückwunsch dazu, dass eine von Anfang an nicht mehr als unsägliche Clownskapelle inzwischen einen bereits als unmöglich geglaubten, erneuten Tiefpunkt erreicht hat? Herzlichen Glückwunsch dazu, dass eine Band, die mit ihrer breit und dümmlich grinsenden Oktoberfest-Interpretation dilettantischen Hamburger Schule-Charmes schon immer lächerlich war, sich tatsächlich durch das prätentiöse Vorhaben die eigenen Luftnummern unter dem Unplugged-Banner durch Live-Streicher aufgewertet und dabei noch lahmner gespielt zu präsentieren, noch viel lächerlicher machen kann? Herzlichen Glückwunsch dazu, dass ich mich von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten um GEZ-Gebühren erpressen lasse, damit sie mich dann auch noch mit Eurer unhörbaren Scheiße bestrafen und foltern? Herzlichen Glückwunsch dazu, dass es offensichtlich Menschen in diesem Land gibt, die so ahnungslos und verzweifelt sind, unzumutbaren Sondermüll wie Euer auf Schulaula-Niveau bemüht rausgeleiertes und grottenschlecht runtergerumpeltes ‚Ich war noch niemals in New York’ tatsächlich für so was wie gute Musik zu halten?

Wie dem auch sei: Herzlichen Glückwunsch. Denn irgendwas scheint Ihr ja innerhalb eines sich mir nicht erschließendem Kosmos richtig zu machen, wenn man drei solch talentfreien, unsympathischen, witzlosen, selbstüberschätzenden Nichtmusikern und Vollpfosten wie Euch so was tatsächlich mal wieder kritiklos durchgehen lässt.

Dienstag, 29. September 2009

Gods Will Be Done - The Book Of Blood

Ob es in heutigen Zeiten überhaupt noch Sinn macht, ein kleines Label zu gründen, das primär über die traditionellen Vertriebswege und Promo-Maßnahmen Tonträger bald antiquierter Medienformate an den Mann bringen will, ist natürlich eine fragwürdige Sache. Das Jungunternehmen Stargazer Records hält das trotzdem nicht davon ab, das lange überfällige, offizielle Longplay-Debüt von GODS WILL BE DONE auf den Musikmarkt zu werfen.
GWBD sind alte Männer aus Ostwestfalen mit einem Briten in ihren Reihen, die jener Musik frönen, die sie selbst schon als Jungspunde geliebt, und nun mit „The Book Of Blood“ auch selbst ein kleines Stück bereichert haben: Thrash Metal.
Gitarrist und Hauptsongwriter Adam ist vor allem von Bands wie Slayer, Exodus, Vio-Lence, Anthrax, Megadeth, Sacred Reich und ähnlichen großer Fan, was man im Riffing und Uptempo-Geholze von GWBD auch durchgängig hören kann. Garniert wird das Ganze auch mal mit einen ordentlichen Schuss Punk/Hardcore hier, etwas zeitgenössicheren Neo-Thrash/“Groove Metal“-Gangarten dort, oder auch mal einer Einlage Grind-Blastbeats. Was alles im Thrash-Genre sicher nichts ungewöhnliches mehr ist, dem Album aber doch einiges an zusätzlichen Facetten gibt, anstatt sich einfach nur uninspiriert an alten Helden zu orientieren, wie es so viele andere schon machen.

Auffällig ist an „The Book Of Blood“ vor allem auch der sehr erdige Sound, der einerseits schon sehr voll und fett, dabei aber doch sehr dreckig und ungekünstelt kommt.
Gut, ich gebe zu, die Lead-Vocals zwischen Shout-Einlagen und etwas relaxter klingendem Schreisprechgesang sind durchgängig vielleicht nicht jedermans Sache (vielleicht auch etwas produktionstechnisch bedingt).
Sieht man davon ab, ist "The Book Of Blood" - trotz allem Kumpel-Bonus, den ich bei dieser Band zugegeben einräumen muss - ein mächtig ballerndes Album, das - bei aller mir möglichen Objektivität - durchaus das Zeug hat, bei internaitonal vergleichbaren Genre-Releases mitzuhalten.
Thrash!

Sonntag, 27. September 2009

Immortal - All Shall Fall

Spiegel Online-Musikexperte Jan Wigger hat in seiner Review-Kolumne „Abgehört“ zu dieser Platte kürzlich bereits vorweggenommen, was ich auch schreiben wollte: Die Zeiten, in denen die Väter dieses Stils der „True Norwegian Black Metal“-Formel noch wirklich entsprechen, sind längst vorbei. Darkthrone haben in den letzten Jahren immer mehr ihre Vorliebe für Punk-Gerotze in den Vordergrund gestellt, Satyricon sind über den Umweg Industrial inzwischen bei einer schon regelrecht Rock’n’Roll-lastigen Variante ihrer Musik angekommen, und Mayhem kehrten nach ihrem experimentierfreudigem Avantgarde-Album zwar zu BM-Geschrote zurück, spielen hier aber nun auch mal mit unüblichen Produktionsklangbildern.

Neben diesen Originalen sind IMMORTAL inzwischen die größte Kirmeskapelle geworden. Und das meine ich nicht mal negativ. IMMORTAL sind der harmlose Konsens-Showact, die Knuddel-Pandabären mit etwas unfreiwilliger Komik, und die Corpsepaint-/ Blastbeat-/ Knurrvocal-Variante biederem Traditionsmetalls mit wohligen Melodiebögen, donzdorfiger Breitwandinszenierung und szenischen Klischees wie Leder, Nieten und Schwert-Fantasy.

Auch wenn sie nach ihrem kleinen Spät-Meisterwerk „At The Heart Of Winter“ (1999) mit dem wärmer, sauberer und fetter produziertem und dabei etwas thrashig angelehnten „Damned In Black“ (2000), und dem wieder etwas kälter und atmosphärischer klingendem, dafür aber noch glatter ein Stück weiter in (etwas übertrieben formuliert) allgemeinverträglichen Plastikmetal vordringendem Nuclear Blast-Debüt „Sons Of Northern Darkness“ (2002) zumindest versucht haben, ihren Stil immer wieder zu variieren, pauschten sie dabei ja eigentlich doch einfach nur noch potenzielle Hitsong-Abziehbilder von sich selbst durch.

Klar, der raue, dilettantische Charme früherer Werke ist nicht mehr vorhanden. Auf der neuen Scheibe „Al Shall Fall“ machen sie allerdings dennoch alles richtig. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass sie derart den Bogen kriegen. Ihr zuletzt doch sehr auf Hits angelegtes, immer mehr in traditionsmetallische Vorlieben driftendes Songwriting – das Abbath zwischendurch auch in seiner Band I noch mehr auslebte – hat sich doch wieder etwas mehr zu derber Black Metal-Raserei verlagert. Das aber natürlich trotzdem mit immer wieder durchbrechenden Einlagen schon majestätischer Melodiebögen, die nie zu albern werden. Dazwischen rifft und brettert sich die Band gelegentlich mächtig brutal durch einige Songs, bringt aber auch immer wieder mal die gewohnten Passagen mit cleanem Gitarrengeklimper, beachtlich viele Soli und vor allem auch mal ein paar Überraschungen. Der an sich schon unglaublich geile Titelsong z.B. hat einen Mittelteil, bei dem man auf die Knie gehen möchte, und auch in 'Mount North' z.B. stecken ein paar wirklich coole Ideen (abgefahrene Lead-Einlage!).

Der Sound ist übrigens sehr druckvoll, fett und transparent, schafft es aber tatsächlich wieder mal das IMMORTAL-Trademark frostiger Kälte zu transportieren. Dass sich die Texte und Titel inzwischen nur noch um den gleichen, Schlagwort-reichen "Northern Sky .... Horizon .... Fire ... Blashyrkh ... Mountains ... Darkness ..."-Quatsch drehen, ist irgendwie nicht mal schlimm. Dass sie auch musikalisch trotz allem wiederholt nicht so wirklich "was anderes" machen, auch das ist egal. Denn sie liefern einfach nur geil ab. Was das ist, was am Ende zählt.

Das gewohnte Spiel, mit einer etwas gebremsten Nummer abzuschließen, wirft dieses mal im Übrigen keinen so offensichtlichen Knaller ab wie bei 'Beyond the North Waves' oder 'Blashyrkh (Mighty Ravendark)'. Aber das tut der Tatsache keinen Abbruch, dass den Norwegern mit „All Shall Fall“ ein sehr gutes Gesamtwerk geglückt ist. Welches natürlich nicht so gut wie „At The Heart Of Winter“ ist, aber definitiv zu den besten Metal-Platten des Jahres gehört - kein darüber hinausgehender Klassiker, aber saisonell eben doch eine der coolsten Extremmetall-Scheiben, die in letzter Zeit rauskamen. Und dabei ist es ferner trotz aller infantilen Klischees ein wirklich "ernstzunehmendes" Stück Musik geworden.

Freitag, 25. September 2009

Neuer Jucifer Clip!

Die in jederlei Hinsicht recht ungewöhnliche Band* JUCIFER hat einen neuen Videoclip am Start. Die doomige Nummer 'The Mountain' ist dabei zwar nicht gerade einer meiner Lieblingssongs auf dem immer noch aktuellen Album "L'Autrichienne" vom Frühjahr letzten Jahres, aber nun gut ...



*Okay, wer sich mit dieser Aussage allein so nicht abspeisen lässt: JUCIFER ist ein lediglich aus Sängerin/Gitarristin und Schlagzeuger bestehendes Duo, das ursprünglich aus Athen stammt, inzwischen aber ein dauertourendes Nomadendasein in den USA fristet. Ihre Musik umfasst dabei stilistische Gangarten von zuckersüßen Balladen und popigen Indierock-Hymnen über Stoner-Gegroove und Doom-Geschleppe bis zu derbstem Crust-/Sludge-/Grindcore-Gezimmer und kruden Noise-Geschichten.

Donnerstag, 24. September 2009

Sehr geehrter Herr Dave Mustaine

COULD YOU PLEASE JUST GET THE FUCK OVER IT?!?!
Ich kann es echt nicht mehr hören. Anlässlich des neuen MEGADETH-Albums vergehen keine drei Tage, in denen nicht auf Blabbermouth irgendein Interview mit Dir zitiert und verlinkt wird, in dem man sich immer wieder die gleiche alberne Sch***e geben muss. Metallica hier, Metallica da. Mimimimi. Das neue Megadeth-Album ist besser als die letzte Metallica. Ich wurde damals ungerecht behandelt und werde es noch heute. Mein Input in diese Band wurde nie ausreichend gewürdigt. Mimimimi. Mutti, sag doch mal Larsis Mutti, dass er mich geärgert hat.
Unter uns: Is' getz langsam ma' genuch, Alter! Wirklich!
Räume ein: Du kannst ja nix dafür, dass Dir selbsternannte Journalisten immer wieder die gleichen schwachsinnigen Fragen in diese Richtung stellen, aber Du selbst könntest es halt trotzdem einfach mal gut sein lassen.
Wir können uns gerne darauf einigen, dass Metallica's möchtegern-epischen Versuche ein abrockwilliges Bauernpublikum wieder härter zu bedienen mitunter genau so zweifelhaft und unnötig sind, wie Deine Bestrebungen nach halbsteif bemühten Blaupausen wieder frühere Zeiten stilistisch aufleben zu lassen. Mein Gott, ich höre es mir meinetwegen sogar schön. Aber nur dann, wenn Du endlich mal über Dein Rausschmiss-Trauma bei diesen grotesken Neandertalern hinwegkommst. Hast Du dieses ständige Rumreiten auf der Metallica-Sache wirklich nötig bzw. nicht selbst langsam mal satt? Komm schon, zeig mal Größe und Gelassenheit. Du kannst es, Digger. Tschacka!

P.s.: Danke trotzdem für diese (natürlich auch Metallica-bezogene) Scott Ian-Sache, die zusätzlich zu den anderen Vorkommnissen um Anthrax in letzter Zeit anschaulich verdeutlichte, was dieses ursprünglich mal als höchst sympathisch wahrgenommene Aushängeschild doch eigentlich für ein nur auf weiße Weste bedachter, verlogener Narzisst ist. Habe sehr gelacht.

Amiga vs. Atari

Eine der definitiven Sonnenseiten des Internets ist, dass selbst die kleineren, nahezu in Vergessenheit geratenen Popkultur-Phänomene aus prä-web2.0igen Zeiten nach und nach auf Plattformen wie Youtube auftauchen und hier für immer (oder zumindest mittelfristig) für die Nachwelt dokumentiert bleiben.

Einem kleinen Kreis sowohl Musik- als auch Technik-begeisterter Menschen war in diesen Urzeiten mal so etwas wie eine „Tracker-Szene“ geläufig. Tracker sind Programme zum Komponieren von Musik, ich verweise an dieser Stelle mal auf einen Wikipedia-Artikel dazu.

Mit solchen Trackern wurde früher die Musik zu Computerspielen sozusagen komponiert, arrangiert und gemixt (als absoluter Meilenstein der "Computermusik" gilt dabei Chris Hülsbeck's Turrican 2 Soundtrack), bis technischer Fortschritt andere Möglichkeiten eröffnete. In diesem Zuge etablierte sich aber auch über die professionellen Game-Soundtracker hinaus eine kleine, skurrile, prinzipiell bis heute beständige Subkultur von Hobbymusikern, die eifrig an Tracker-Modulen (=Songs) schraubten, sich diese gegenseitig präsentieren und auch remixten etc. pp..

Im Übrigen benutzten auch manch Urgesteine elektronischer Popmusik in den 80ern/Früh90ern gerne mal Tracker-Software als musikalische Werkzeuge (z.B. im EBM-Bereich und artverwandtem), heute sollen sie gerade auch in der IDM-Ecke (Aaron Funk z.B.) wieder in Mode sein.

Früher galt dabei der Atari mal als der „Musiker-Computer“, auf dem Amiga wiederum entwickelte sich erstmals so wirklich die o.g. Szene von Tracker-Komponisten, die später in den IBM-Bereich weiterzog.

Einen kleinen Ausschnitt darüber, wie witzig das Ganze durchaus ausarten konnte, kann ich mit folgendem bieten: Eine Art Kultsong in dieser Szene war auch in PC-Zeiten noch der Track „Amiga-Hass“, billiger 4Spur-EBM mit höchst debilem Text und Rülps-Samples:

Zu dem Teil habe ich (teilweise zusammen mit einem Kumpel) sogar mal aus Spaß ein paar Remixe gemacht. (Tracker-Module lagen schließlich bereits im Mehrspur-Format vor.) Soll ich die mal wieder rauskramen?

Ans Tageslicht kam in dem Zuge dann auch noch mal ein „Rückdiss“ an Atari-User aus der Amiga-Ecke.

Nun ja … wahrscheinlich ist das alles (wie immer) witziger, wenn man damals dabei war und so weiter …

Mittwoch, 16. September 2009

True Norwegian Black Jeans

Musikalische Trends bleiben nie ohne bizarre, modische Randerscheinungen. In Zeiten, in denen man schon über Ramones- und Motörhead-Shirts im H&M geschmunzelt hat, verwundert auch folgendes nicht mehr:

Die norwegische Design-Agentur Anti springt mit ihrer AntiSweden Jeans auf den, momentan wohl auch in musiknerdigen Hipster-Kreisen dank Wolves In The Throne Room und artverwandter Drone-Avantgardisten wie Sunn o))) mächtig angesagten, sich dabei aber natürlich trotzdem noch ein bisschen elitär und alternativ anfühlenden Black Metal-Zug auf.



Anti Sweden Jeans sind "True Norwegian Black Jeans", für die mit umgedrehten Kreuz- und Runenlogo, sowie stylischen Düsterclips geworben wird.



Von der Jeans wurden übrigens angeblich 666 produziert und sie kostet 999 norwegische Kronen.



Der Hintergrund des „antischwedischen“ Mottos rührt übrigens tatsächlich von der sog. zweiten Black Metal-Welle her, die uns Anfang der 90er mit Darkthrone, Burzum, Mayhem und so weiter den musikalisch wegweisenden „True Norwegian Black Metal“ bescherte. Während dieser, aufgrund brennender Kirchen, (Selbst-)Morden, und anderen Zwischenfällen sehr skandalträchtigen Randnotiz der Popkultur-Historie, herrschte zwischen den norwegischen Originalen und der schwedischen (Death Metal-) Szene tatsächlich eine gewisse, zuweilen bewusst abgrenzende und partiell auch tatsächlich feindschaftliche Rivalität.


Und wie jede extremmusikalische Untergrundbewegung irgendwann, hat also selbst der böse Black Metal mittlerweile das Stadium erreicht, in dem er hochglanzpräsentierte Mode-Accessoires beeinflusst.
(Danke für den impulsgebenden Hinweis, der zu diesem Blogpost führte, an Internetbenutzer "Burgalveist".)

Notiz an mich selbst

Aktuelle (oder in Kürze erscheinende) Alben, in die ich durchaus mal reinhören könnte/ sollte/ möchte:
JAPANDROIDS - "Post-Nothing", PORCUPINE TREE -"The Incident", MUSE - "The Resistance", THRICE - "Beggars", JULIETTE LEWIS - "Terra incognita", "Warp20" Label-Compilation.

Außerdem auf dem Schirm haben: Von der neuen BARONESS-Scheibe kommt kommenden Monat auch eine Special Edition raus, dessen zweite CD einen kompletten Mitschnitt des sagenhaften Roadburn-Auftritts enthält. Da bin ich dabei.

Donnerstag, 10. September 2009

Netzmusik

Mal wieder zwei Links:

Die stilistisch doch irgendwie etwas herausstechenden Instrumental-Postrocker MASERATI haben ein neues Album in der Pipeline, das man momentan hier komplett als Stream hören kann.

Außerdem hat das Hardcore-Urgestein INTEGRITY einige Alben zum Download ins Netz gestellt.

Mittwoch, 9. September 2009

Zur neuen Hardcore Superstar

... habe ich natürlich auch was zu sagen.
Einleitend möchte ich noch mal erwähnt wissen, dass mir die Band bei früheren Begegnungen überhaupt nicht gefiel, ihr '07er Album „Dreamin' In A Casket“ aber doch sehr überraschenderweise gehörig bei mir zündete. Von fettem Metal-Riffing getragene Sleazerock-Hymnen kamen mir als Sommeralbum da nämlich gerade recht.
Das aktuelle „Beg For It“ kann da nicht ganz mithalten. Zwei Sachen dazu:
1.) Nicht, dass die Produktion auf der letzten Scheibe eine originelle Meisterleistung gewesen wäre, aber bei dieser nervte mich beim ersten Anlauf der digitale Wumms des Schlagzeugs in Verbindung mit einer Rhythmusgitarre, die dagegen ruhig noch etwas mehr Sättigung hätte vertragen können, doch erst mal etwas ab. (Was zugegeben nur zufällig beim ersten Kopfhörer-Durchlauf so wirklich ins Gewicht fiel.) Albern wird es auch, wenn bei einer eh schon arg künstlich klingenden Produktion eine Kuhglocke hier und da separat zum Drumming dazugekloppt wird, aber vielleicht soll das ja auch ein Tribut an Ihr wisst schon sein. (Und wahrscheinlich fällt so was auch nur einem selbst mal Schlagzeug gespielt habendem Musikpolizisten wie mir auf.)
2.) Was das Songmaterial betrifft, so fehlt einem Großteil leider definitiv der spektakuläre Pep, den der Vorgänger bieten konnte. Interessant ist dabei vor allem die Beobachtung, dass sie ausgerechnet circa im letzten Drittel ein bisschen den Bogen kriegen und der Song, der davor das Potenzial einer heimlichen Hymne haben könnte, auf dem instrumentalen Sektor einfach nur einfallslos runtergeschrubbt wird. Was man machen kann, wenn man den ganzen großen Pop-Refrain am Start hat, aber dafür reicht es in diesem Fall dann eben doch nicht.
Was unterm Strich bleibt ist ein Album, das aufgrund einiger guter Nummern gerade im hinteren Bereich der Tracklist ganz okay ist, aber insgesamt leider eben auch nicht mehr als einfach nur das.
Als Running Gag-Pointe wollte ich jetzt eigentlich noch was über das bzw. mein Alter einbauen. Mir fällt aber ehrlich gesagt nix ein. Aber: Die Band kommt ja aus Schweden. Von daher: Alter Schwede. (Sorry, für mehr hat es heute tatsächlich nicht gereicht.)

Dienstag, 8. September 2009

Zur neuen Burnt By The Sun ...

... (die man nebenbei bemerkt immer noch hier streamen kann) möchte ich mal eben in aller Kürze folgendes loswerden: In der richtigen Tagesform geht mir die, dieses mal relativ nah an Today Is The Day angelehnte, kantig-wuchtige, intensiv-angepisste Musik zunächst ganz gut rein. Vor allem dann, wenn Schlagzeugarbeit und/oder Gitarre mal zu etwas verspielterem bzw, auch mal schrägem und/oder atmosphärischem ausbrechen. Dann haben BURNT BY THE SUN große Momente. Leider, leider, leider werden diese Momente aber von Passagen unglaublich biederem 08/15-Gebollers zusammengekittet, die trotz mathcoreiger Andeutung nicht weit von stumpfem Metalcore entfernt sind. Es vergeht kein Song, in dem der Drummer nicht die primitiv nach vorne polternde Metal-Doublebass auspackt und der Gitarrist nicht mit Neo-Thrash-Standardgeriffe straight outta 90ies langweilt. Und irgendwann geht einem dadurch dann die betonte Brutalität des Ganzem (z.B. auch beim manchmal zu bemühtem Gebrüll) irgendwie auf die Klötze.

Das Fatale daran: Ich bin mir sicher, dass man vor einigen Jahren noch mit dieser Scheibe bei mir hätte landen können. Aber heute bietet mir das zu wenig eigene Ideen und zu viel aufgesetzte Aggression. Und die guten Passagen des Materials werden durch das dominierende, ewig gleiche Mosh-Gerödel nach Schema F leider mit abgewertet. Schade eigentlich.
Muss das Alter sein .... also meins jetzt.

Montag, 7. September 2009

Zur neuen Municipal Waste...

...kann ich nach einem ersten Probelauf folgendes sagen: Nicht nur die Produktion klingt noch in bisschen natürlicher und (im durchaus positiven Sinne) einfacher als auf dem Vorgänger „The Art Of Partying“, auch das Songwriting ist über weite Strecken noch mal ein ganzes Stück näher an Punk/Hardcore gerückt und weist damit einen noch etwas direkteren und simpleren Flow auf. Das Ganze geht so weit, dass ein Song schon als NYHC durchgeht, und 1-2 weitere wiederum mal wieder sehr nah an den Suicidal Tendencies sind. Ein Großteil des Materials drückt noch mehr aufs Gaspedal, auch wenn ganz wilde Blastbeat-Abfahrten dieses mal nicht auszumachen sind, und ein Teil der Songs strahlt tatsächlich eine ungeheure Spielfreude aus, bei der stilistisch noch mehr der Trademarks subtil ineinandergewachsen sind, anstatt aneinander gesetzt.

So weit, so gut. Negativ fällt auf, dass die ganze Sache dann manchmal doch etwas zurückgenommen rüberkommt. Den Vocals fehlt es dieses mal irgendwie ein bisschen an energischem Biss und die Songs, die dann doch mal etwas metallischer riffen und dabei das Tempo bremsen, wirken - im Direktvergleich zu den völlig explodierten Kalibern, die man vom vorangegangenen Album kennt und liebt - dann sogar schon mal etwas hüftsteif und dröge. Direkte Hits nach „Among the Living“-Schema fallen erst mal nicht auf. Und den 'March of S.O.D.' variiert zu zitieren ist ein Stunt, den auch schon viele Andere gebracht haben.

Mal sehen, wie sich das Teil die nächsten Durchläufe so entwickelt, dann ringe ich mich ja vielleicht noch zu einer ausführlichen Besprechung durch. (Aus dem Alter, der erste sein zu müssen, bin ich ja raus ...)

Freitag, 4. September 2009

Links der Woche