Dienstag, 7. Juli 2026

Halbzeit '26: Club'n'Dub

7"/10"/12" Singles, EPs und Compilations aus dem Kontinuum Soundsystem- und Bunkerclub-orientierter Tanzmusik, Jahrgang '26 so far, so fine:

Amit - Dem Rude / Hush Up
Amit & Outrage - Trigger / Zulu

(Amar)
Yes! Amit Kamboj, definitiv ein Name in der Top 5 bis Top 3 meiner Lieblings-Soundsystemelektroniker, hatte ein Einsehen und haut das Logo seines Labels Amar nun nach einer längeren Phase rein digitaler Veröffentlichungen doch auch wieder auf Schallplatten mit drauf. Schon Anfang des Jahres angekündigt war die Vorfreude umso größer, sich diese beiden Teile dann im späten Frühjahr auch auf die DJ-Garnitur zu legen. 
Yes, yes, yes!
 Genau das, was der Doktor verschrieben hatte! 
Mit "Dem Rude" und "Hush up" wurden zwei etwas statisch stampfende Headnodder, die man letztes Jahr schon mal gehört hatte, nun auf eine 7" gepresst.  
Zum mixenden Auflegen eher ungünstiger, wenn man nicht gerade 'nen RP-7 hat, aber das Kleinteil ist trotzdem gerne mitgenommen!
(Nur so 'ne Idee, aber könnte man das mit den 
Punk'n'Bass-Nummern "Major Cunx / Sound of War" auch noch genau so machen?)
Für einen Zwölfzoller wiederum tat er sich 
(wie es über die letzten zwanzig Jahre gelegentlich immer wieder mal vorkam) mit Andrew Ferguson alias Outrage zusammen.
Und das hat es mal wieder in sich: Amit's dubbiger Halftime-Style, der immer mehr zu so einer gewissen Straightness neigt, die irgendwie schon was statisch-steifes hat, und Outrage's old-schoolige Amen-Roughness ergänzen sich super.
Das clevere an beiden Nummern mit Tribal-Feel und sogar Bleepblop-Weirdness: Die rhythmische Beschaffenheit von, nun ja, Drums und Bass eigenen sich gleichermaßen sowohl zum Halftime-headnodden als auch zum Full-Speed-ahead-bouncen, wenn Ihr versteht was ich meine. 
Ich find's total geil, aber das war eigentlich auch schon vorher klar, denn hier bin ich Fan, hier beiß' ich rein!



Baby T - Shee Punk 02
(Banshee)
Inzwischen ist's drei Jahre her, dass Brianna Price alias B.Traits 
alias Baby T ihr Label "Banshee" mit der "Shee Punk 01" EP debütierte. Parallel dazu wurde sie mal eben Mutter und schaltete von außen betrachtet bei der Musik dann erstmal 1-2 Gänge zurück. 
"Shee Punk 02" ist nun da und führt den eingeschlagenen Weg ihres Baby T Alias fort, zu Dubwise Junglism, Halftime-Drum'n'Bass und Electro-Breakbeat zu neigen.
Die drei Original-Tracks von "Shee Punk 02" smashen alle in ungewöhnlich niedrigerem Tempo mit gewohnt gutem, transparenten wie punchigem Produktionsklangbild, der Aloka-Remix drückt die Eröffnungsnummer 
dann noch mal in ungefähre Richtung atmosphärischen Halfsteps. 
Ziemlich cooler Stuff, um etwas mehr Flavour in DJ-Sets eher unterrepräsentierter BPM-Regionen zu bringen! 

Conrad Subs - Cylinder EP
(Metalheadz)
Unter uns dann jetzt mal gaaanz ehrlich: Wenn es sowas wie den Metalheadz-Sound gibt – und natürlich gibt es nicht nur den einen, allerdings schon einen durchaus typischen Vibe – dann bin ich ja gar nicht mal so wirklich der allerallergrößte Fan des typischen Metalheadz-Sounds, der zwar prima dafür geeignet ist, sich in einem Club-Setting mit dickem Soundsystem völlig darin zu verlieren, mir als „Hör-Musik“ außerhalb dieses Kontexts aber doch oft eben den einen Ticken zu wenig Biss hat. Und natürlich ist das eine, das Label in seiner Gänze betrachtet etwas unzutreffende Pauschalisierung, aber wer ein bisschen in der Materie drin ist weiß trotzdem was ich meine.  

Conrad Subs erste auch als physische Platte veröffentlichte EP auf Goldie‘s Label wiederum ist dann dennoch mal wieder eine, die ich mir dann gerne mal zugelegt habe, auch wenn die "Metalheadz Platinum"-Reihe mal nicht so wirklich schöne Coverartworks hat. 
Alle vier Tracks bieten jene Art von etwas techigerer, durch und durch Clubfloor-orientierter Drum’n’Bass-Musik mit Atmosphäre und Punch, mit der man bei mir eigentlich immer landen kann. 
Irgendwie generisch? Ja, schon, aber das ist hier eben auch der Weg, der das Ziel ist.  
 



Dom & Friends - Edition One 
Dom & Roland - Badman / Through The Noise 
(Individual)
Sicher wird irgendwann mal der Punkt kommen, an dem ich dann auch mal „och joah, dieses mal dann nicht“ oder „jetzt ist dann aber auch mal gut“ sagen werde, aber ich habe über die letzten sieben Jahre oder so wohl wirklich keine von 
Dom & Roland's aktuellen 12" Singles/ EPs und 2LP- oder 3LP-Langspielalben ausgelassen (und "Cold Summer" ist wahrscheinlich sogar meine Lieblings-DnB-Nummer aus jüngerer Vergangenheit). 
Seine Produktionen fahren dabei nicht immer die Mix-tauglichsten Arrangements auf und in Sachen druckvolle Klangtransparenz schwankt 
die Qualität zwischen den Releases dann auch doch schon mal etwas (was vielleicht auch mit an den Pressungen liegen kann), aber während er dann eben doch sehr Club-orientierte Musik macht, hat er dabei seinen ganz eigenen Stil und Sound, durchaus auch in einer gewissen Breite, mit diesem einen Quäntchen Extra in der Soundpalette oder auch schon mal unvorhergesehenen Wendungen im Tune. Und das unterscheidet ihn von Vielen, weswegen ich halt auch wirklich Fan bin, während mir diese industriell-retrofuturistische Ästhetik, zu der er nicht selten neigt, auch eh ziemlich liegt.
"Edition One" enthält vier freundschaftliche Zusammenarbeiten:
"Tone Program", mit seinem alten Kumpel Mando, ist eine fast schon etwas schwerfällig-grob mäandernde Nummer mit düster-industriellem Techstep-Vibe, gefolgt von "The Seed
" mit der in jüngerer Vergangenheit auch wieder aktiveren Nuller-Jahre-Hausnummer Kemal, was in einer etwas schneidigeren Sache als der Opener ausartet und etwas krumm gesetzte Kicks auffährt. 
Auf der B-Seite gibt's bei der treibenden Gridlok-Zusammenarbeit "Droids" Star-Wars-Sampels zu hören und zum Schluss ist Samurai Music-Labelchef Presha bei einem Track mit dabei, der (natürlich) ebenfalls ziemlich düster kommt, aber trotz komplexer tschackender Breaks noch unterhalb der Tearout-Eskalationsstufe bleibt. 
Alles nix unerwartetes, alles ziemlich cool, teilweise allerdings auch mal wieder nicht das aller-DJ-Mix-freundlichste Material, aber eben auch wegen dieser verhältnismäßigen Eigensinnigkeit mag ich Dom's Kram ja irgendwie besonders.
Zweieinhalb Monate später gab's dann auch schon wieder einen Solo-2-Tracker:
Die Vocals von "Through The Noise" haben fast schon sowas wie einen Bondsong-Vibe, der Breakbeat setzt quer übers Klimper-Intro ein, der kaputt-fette Bass ist irgendwie völlig drüber. Auch ungewöhnlicher, aus DJ-Sicht auch schon etwas schwieriger einzusetzen, und auch genau deswegen auch schon wieder irgendwie cool.
"Badman" wiederum nimmt einen zurück in die Techstep-/ Frühneurofunk-Spätneunziger mit. Moving Shadow-/ Virus Recordings-/ Tech Itch-Vibes galore (I like!), und dann einfach mal ein abruptes Ende.

Double O - Humble Rock
(Rupture LDN)
David Henry alias Double O ist eine Hälfte des Ehepaars, welches die Label- und Event-Plattform 
Rupture LDN schmeißt. Während sich seine unter "Mantra" firmierende Frau zuletzt an allem ausprobiert hat, was das Rave-/ Bassmusic-Kontinuum zwischen Breakbeat, Jungle/-Techno, Dub/step, Garage, Halftime-DnB usw. noch so alles hergeben kann und neuerdings auch noch Poesie mit dazu wirft, konzentriert sich Double O eher on point auf den Jungle. Und das ziemlich gut!
Nach einem ganz coolen 3LP-Album vor drei Jahren gab's mit dieser EP nun vier neue Tunes, mit denen er einige Groovebox-Jams in DAWs vollendete (wer an dieser Stelle nicht mehr ganz mitkommt, sollte sich nix draus machen) 
Dabei dreht er raveige Sounds, soulige Momente und Ragga-Samples mit Breakbeat-Feuerwerken in der 160er BPM Zone so durch die Mangel, dass alles durch die Bank schwerstens bockt!

 
Hiss Is Bliss feat. Ras Tweed - Word Sound and Power

(777Hz)
Auch wenn mir die beiden letztjährigen Hiss Is Bliss Veröffentlichungen via Modern Hypnosis und Challenger Deep irgendwie durchgegangen waren, habe ich für seine Grenzgänge, die zwischen atmosphärischem Steppers-Dub-Reggae und narkotischem Deep-Dub-Techno mal zur einen und mal zur anderen Seite fallen, ja doch ziemlich was übrig.
Seine neue 10" übers eigene Label 
777Hz ist zum mixenden Auflegen in dem Format natürlich ein p.i.t.a.,, aber schon auch irgendwie mal wieder „stilecht“, mit der tiefstens vernebelten Halftime-Vocal-Nummer "Word Sound And Power" (feat. Ras Tweed aus Birmingham) und der instrumentalen Steppers-Deep-Dub-Techno-Version "Sound And Power", die beide 'ne ziemlich coole Angelegenheit sind.
Und wo wir schon mal dabei sind, der Vollständigkeit halber, neigen die ebenfalls frisch veröffentlichten "Higher Me" 12" auf 
Mob Museum's Label und "Terpenes E" via Syncrophone (ebenfalls mit Mob Museum Remix) in so eine Richtung auf der Schnittstelle von House und Dub-Techno, die ich noch vor ein paar Jahren nicht so wirklich spannend gefunden hätte, inzwischen als semisedimentiert anmutende Sommermusik aber doch auch ganz gerne mal höre. Keine Ahnung, warum auf einmal, aber kann man auch echt machen! 

 
Holsten - Burn
(Droogs)
Ehrlich gesagt frage ich mich ja immer so ein bisschen, ob es abseits irgendwelcher 
Squats am Londoner Stadtrand oder kleinster Keller-Clubs in Bristol wirklich noch irgendwoanders Events geben könnte, bei denen tatsächlich auch wirklich über weitere Strecken exakt solche Musik läuft, aber diese erfreulicherweise nie so ganz aussterbende Art von Mitt-/ Spätneunziger-Underground-Drum'n'Bass mit Techstep-Schlagseite, die mit dystopisch angehauchter Gesamtaura, chirurgischen Breakbeat-Editierungen und mehr spür- als hörbar im Sub-Bereich drückenden Bass-Drops düster-kühl und durchaus auch hartknallig kommt, dabei aber auch immer noch im Rahmen ihrer verhältnismäßig minimalistischeren Soundpalette sehr viel „Luft“ hat, die ist dann ja doch was, von dem ich persönlich gar nicht genug bekommen kann. 
Und glaubt mir mal, wenn ich Euch sage: Auch wenn es von außen vielleicht nicht unbedingt so klingen mag, finde ich genau sowas stimmig zusammenzuschieben tatsächlich gar nicht mal sooo einfach. 
Von der U
vb-76 Music/ Droogs-Clique gab's nun auch mal wieder eine neue EP vom Kollegen Holsten, und ja, der olle „knallt am dollsten“ Spruch bietet sich dann mal wieder an.
Drei Tunes lang betreibt er das oben beschriebene nahezu in Perfektion und z
um Abschluss der EP gibt's die beste Nummer seiner 2021er "Sealed in Time" EP dann hier auch noch mal im gelungenen Overlook-Remix.
So, und wer macht jetzt mit, hier einen quartalsweisen Bunkerabend aufzuziehen, bei dem wir genau solche Discs jocken?

JK Flesh / Monrella - Shouting at the Odds 
(Give/Take x Avalanche Recordings)
“No-nonsense old school flavoured techno bangers. We're flying the flag for outsider techno."
Dass mir was Bämm-Bämm-Bämm-Bämm ins Haus kommt ist ja eher selten. Es kommt vor, aber ist eher selten. Hier dann mal einer der NoBrainer-Fälle wo es kam:
Nach einer digitalen Split-EP vor fünf Jahren kredenzen uns die ehemaligen Napalm-Death-Bandkollegen Justin Broadrick (auch Godflesh, Jesu, Tech Level 2 etc. pp.) und Mick Harris (auch Scorn, Lull, Quoit usw.) hier nun eine geteilte 12" ihrer jeweiligen Techno-Aliasse, und wer kann da dann schon widerstehen?
Okay, ja, Ihr beiden vielleicht locker, aber ich halt wirklich nicht, auch wenn die 
Platte zugegeben einen Ticken zu teuer kam (aber bei einem Versandservice immerhin auch nicht so dermaßen absurd teuer wie bei manch anderen...). 
Jedenfalls zeigen hier beide bei ihren jeweils vier Tracks, dass es eben auch bei elektronischer Tanzmusik der gröberen Art auch mit eine Frage der Attitüde und Intention ist, als nur eine darüber, technische Finessen einer modernen DAW fortgeschritten zu beherrschen...



Paradox - Drumline / Trident 
(Paradox Music
)
Eigentlich wär' das hier jetzt der perfekte Anlass, mal meine persönliche Anekdote zum 2022er Paradox-Release "Streetbeat / Drum Throne" auszubreiten, die einen seltsamen, zufälligen Bezug zu meiner Band und was mit eigenen Discjocking-Gehversuchen zu tun hat,aber wisst Ihr was? Ich glaub' das interessiert niemanden wirklich, denn eigentlich ist's auch eher ziemlich uninteressant.
Auf dieser 12" gibt's jedenfalls mal wieder zwei typisch paradoxe Drumfunk-Nummern mit groß geschriebenem Funk in den Drums, von der eine, ebenfalls nicht ganz untypischerweise, in etwas anderen BPM-Regionen unterwegs als als man normalerweise Jungle-/ Drum'n'Bass -Tracks zusammentackert. 
Das alles nach wie vor in langsamer Handarbeit mit einem antiken Commodore Amiga 1200 erstellt, während er laut eigener Aussage noch nie einem Dayjob nachging und man fragt sich schon, wie das eigentlich möglich ist. Ich hab's mir trotzdem ganz neidlos eingetütet.

Quarz - Cold Voids
(1985 Music)
Der Cardiffer Elliot Garvey alias Quartz hat echt 'n Lauf. Für jemanden, der noch vor ein paar Jahren die unlukrative Freizeit-Berufung eines Drum'n'Bass-Produzenten an den Nagel hängen wollte und mit seinem eigenen Kram eigentlich auch nie so wirklich zufrieden ist, ist er in der glücklichen Position, dass sich namenhafte Labels wie z.B. Metalheadz, entgegen dieser Selbsteinschätzung regelrecht darum reißen, ihn zu veröffentlichen, während sich selbst mit einem Bein im Mainstream stehende Vollprofi-Szenegrößen wie John B 
von seiner zuweilen eher Richtung Underground-Darkness neigenden Musik sehr beeindruckt bekennen.
Seine neuste EP kommt über 
Alix Perez' Label 1985 Music und bietet vier Tracks an im besten Sinne modern klingender Drum'n'Bass Musik. Quartz agiert dabei schon sehr Club-orientiert, aber doch auch mit gewisser Sounddesign-Weirdness.

Rainforest - Murk Patterns 
(Offish Productions)
Um die 
internationale Drum'n'Bass-Szene dreht sich so ein vager Rand, in dem sich mehr vermengt und überschneidet als einem oft bewusst ist, und genau das sieht man auch mal wieder an diesem Release:
Sowas wie die Kernkompetenz des polnischen Label 
Offish-Productions ist der düsterere und durchaus etwas härtere, auch zum „Halfstep“ neigende Kram, dem der Mexikaner Rodrigo Alvarez alias Rainforest hier entspricht, welchen ich wiederum  bisher eigentlich vor allem wegen seinen zwei sehr, sehr coolen Dubwise-7"-Releases über das Leipziger Spezialisten-Label 45Seven kannte.
Zu den Kollaborateuren auf dieser 12" gehören dann unter anderem auch der Macher des Londoner Labels Repertoire, sowie die Seattle-Connection von Heatwave und dem irgendwie auch fast schon allgegenwärtigen, für seinen ganz eigenen Stil bekanntem Homemade Weapons. Da kommt einfach so viel zusammen, dass es einem als Aficionado für die spezielleren Nischen des 
Drum'n'Bass-Genres unmöglich ist, hier kein Instant-Interesse zu haben.
Wie immer bei Offish gibt's verschiedene Formatoptionen und Bundles: 
Auf die 12"-Version hat man dieses mal jedenfalls 6 Nummern zu quetschen geschafft, CD- und Digtial-Version kommen mit vier weiteren Tracks.
Die Tunes sind irgendwo zwischen Atmo-Jungle, Tribal-Halftime und auch mal eine kleine Ecke darker und härter ("Dying Culture") unterwegs und natürlich ist die Homemade Weapons-Kollabo etwas wilder ausgeartet.
Gewohnter Qualitätsstoff!

 
Rawtrachs - Ebb and Flow 
(Multitone Recordings)
Sehr große Sympathien habe ich ja auch für Fabrikanten elektronischen Krams, die sich mit gewisser Roughness und ohne zu genau auf die gängigsten BPM-Bereiche für generisch genormte DJ-Mixe zu schielen unbekümmert 
eher zwischen den Schubladen englischer Club-/ Rave- und Soundsystemmusik ausprobieren. 
Anand Patel alias Rawtrachs z.B. war vor so zwei Jahren noch mit einer 10" über das für genau sowas bekannte Label WNCL Recordings in Erscheinung getreten und präsentiert uns hier jetzt vier Tracks via Multitone Recordings, die es - wie bei diesem noch relativ jungen Labe mit eigentlichem Drum'n'Bass-Schwerpunkt üblich - nur auf Vinyl, bzw. digital allenfalls als verkürzte 2½ Min Snippets zu hören gibt. 
Die beiden Tracks der A-Seite gehen dabei tatsächlich am ehesten in Richtung Halfstep-Drum'n'Bass, wobei das auf den junglistischen Titeltrack noch am meisten zutrifft, das eröffnende "Mutiny" in puncto Sound und Tempo aber etwas ungewöhnlicher ist.
Die B-Seite wird dann allerdings völlig bekloppt, denn "Konstrucht" ist ein ziemlich weirdes Teil mit Industrial-Tendenzen und beiläufigem Dubstep-Schulterblick, während das abschließende "When it Feels Right" auf Four-to-the-Floor-Grundlage klopft und dabei echt ganz geil ist.
Und eine Welt, in der es immer noch Platz für sowas in Form einer physischen Veröffentlichung von und für Liebhaber, Spezialisten und Weirdos gibt, die ist eine Welt, die dann immerhin noch nicht komplett hoffnungslos beschissen geworden ist! 

 

v.a. - Disciples of the Unreal II
(Ohm Resistance)
"From every corner - we come correct with the drum n bass intellect."
Zwanzig Jahre nach der ersten "Disciples of the Unreal" Compilation-EP gibt's ein Sequel im Doppelalbum-Format, mit dem sich das geschätzte 
Ohm Resistance Label nach einigen etwas schwammigeren Jahren wieder in die Spur bringen möchte.
Zwei Nummern des letzten Medium-Albums  - eine davon mit Star-MC Flowdan und Multigenre-Tausendsassa Eraldo Bernocchi - gibt's hier dabei in Remixfassungen von Labelboss Submerged und Industrialist Slave To Society zu hören, unter den weiteren sches Nummern finden sich dann u.a. auch der Metalheadz-und Dispatch-erprobte Australier Jaise mit einem Tune im erwartet Junglewurzel-nahmen Flavour oder bisher unbekanntere Namen wie Anika D mit diabolischer Neurofunk-Schlagseite ein. Dazwischen knallt der typische 
Ohm-Sound von Submerged, Scartat oder Rawbreaker durchaus etwas derber, denn man lehnt in diesem Hause halt auch schon mal eher Richtung Punk.
Das Vinyl ist zwar noch nicht im Haus, aber.

Honorable Mention:
Unknown Artist - Requiem 4 Dreams EP

(Fokuz/ Vibez '93)
Sorry, not sorry: Nicht alles, was das Rotterdammer Label Fokuz bzw.
 das Subunternehmen Vibez '93 so an Popsong-Mashups, Hip-Hop-Verwurstungen, Reggae-Remixen etc. auch für die unverbesserlichen Vinyl-Fetischisten in die Öffentlichkeit entlässt wär' immer so wirklich notwendig, aber eine ziemlich coole Jungle-Kombination der bekannten "Reqiem for a Dream"-Overtüre (und ja, ich weiß, gab's wohl u.a. vor über zwanzig Jahren auch schon mal als muddy Tearout-Techstepper aus dem Hause Renegade Hardware...) mit brummender Reese-Bassline und komplex klöppelndem Amen-Workout an der Breakcore-Grenze?
Ich bitte Euch, Leute, das kann man unmöglich nicht gut finden.

  

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