Mittwoch, 1. April 2026

Quartalsbilanz 01/'26? Aprilscherz? Mix-o-Mania!

Ohne Umschweife auf den Punkt: In den Musikneuerscheinungen-Kategorien "Aktuelle Alben quer durch den Ambientgewaber- über Popmusik- bis zum Krachmatenkram-Garten", "Club'n'Dub Music 2 dance 2, Jahrgang '26" und "Digitalmusik im Weltnetz", sowie "Reissues und so" wird's an dieser Stelle hier und heute nix zu lesen geben. 
Vielleicht machen wir das zur Halbzeit der Saison und/ oder vielleicht auch zum Jahresabschluss. 
Ganz ehrlich gesagt hatte ich dazu zwar schon angesetzt, dann aber doch nicht so richtig die Zeit, Energie und Lust dazu gefuden, das jetzt noch mal eben zu 'nem bestimmten oder auch nur ungefähr-zeitnahem Kalendertermin zu finalisieren.
Bis es so weit ist teilen wir aber dennoch 
immerhin mal eben alles, was sich über die ersten drei Monate des laufenden Jahres in der Kategorie "DJ Sets, Broadcasts, digitale Mixtapes etc." angesammelt hat, denn da kam schon wieder einiges zusammen.
Es ist zwar nicht so, als hätte keine andere Musik als solche bei mir rotiert - 
auf die Rückkehr von Neurosis kürzlich müssen und werden wir dann etwa zur Halbzeit ausführlicher eingehen - dass aber die Priorität des Konsumverhaltens, zumindest über längere Phasen zuletzt mal wieder ein bisschen mehr bei sowas lag, das sagt dann sicherlich auch irgendwas aus. 
Etwas editoriale Resteverwertung zu Anderweitigem und Weiterem dann aber auch noch ganz zum Schluss unten dran.

 

Mix-o-Mania
(DJ Sets, Broadcasts, digitale Mixtapes etc.)

Boiler Room kam ja in letzter Zeit immer mehr in Verruf, aber DJ Bailey gehört zu den OGs der Drum'n'Bass-Szene! 
Beim Nottingham-Takeover waren dann außerdem auch noch Ama und Harriet Jaxxon dabei!
Alle/s geil! Bis auf paar fragwürdige Selbstdarstellergestalten, die natürlich auch mal wieder die Fingerpistolen schwingenden Tänzer hinterm DJ geben mussten, haha...

  

Dubstep-/ Grime-/ Breaks-"Dubplates and Pressure" von Original Pinch gab's via Keep Hush.
Da dann auch mal wieder etwas durchgezappt kamen Sets wie etwa das von KSU (UKG, DnB, ...) in Marseille auch ganz geil! 

 

Ein letztes Jahr irgendwie verpasstes Set, das wir uns schon für kommenden Sommer noch mal bookmarken, war Silva Snipa’s Session von der "Rinse Summer Terrace Party". 
Sonst vor allem für Techstep-Vinyl-Sets bekannt, gab’s dabei mal vor allem UKG-Kram von ihr zu hören, was sie bei Planet Wax dann jetzt letztens so ähnlich wiederholte:

 

Passt da jetzt super zwischen: 
Die "WNCL Power Hour", wie Bob "West Norwood Cassette Library" Bhamra es auch selbst nennt, schaffe ich ja leider auch nicht jedem Monat zu hören, aber wenn dann doch mal wieder, da ist's echt jede Menge Spaß!
Die Januar-Ausgabe startete in House-Regionen, um über dubsteppiges dann zum Schluss auch noch bei Tearout-Jungle anzukommen. 

Dass Ant TC1 "25 Years Of Dispatch Recordings" feierte, auch das sollte nicht ganz untergehen, denn ich habe habe ja tatsächlich eine Handvoll Releases des Labels im Regal: 
 

Beim Everyday Junglist Podcast war auch mal wieder viel cooles, weswegen dieser wohl übers erste Quartal so ein bisschen meine primäre Go-to-Adresse für die wöchentliche Dosis guter Jungle-/ DnB-Laune war.
Straight Up Breakbeat-Labelbetreiber ODJ Dizzy und 99 Records' DJ Magic Touch gaben sich mit Vinyl-Selections die Ehre, Therapy Sessions Recordings' Robyn Chaos, Saji Tari aus Frankreich, Saturna aus Memphis, USA, MIDI War aus Japan und NAE aus Manchester lieferten ebenfalls geil ab! 
 

Mizeyesis' Mix für den "Black History Month" war/ ist auch dieses Jahr wieder gerne mitgenommen! 

Das neuste Ohm Resistance Mixtape steht unter dem Motto Nachwuchsförderung und lässt Violet Brooks aus Kentucky alias Psyop an die Decks, und die hat mal ein echt sehr, sehr cooles DnB-Set abgeliefert, zu dem ich dann jetzt auch noch den Opa-Spruch bringen kann, davon tatsächlich auch 2-3 Sachen auf Vinyl zu haben...

Ebenfalls aus dem Ohm Resistance-Umfeld hätten wir dann auch noch ein partiell natürlich etwas derber ausartendes DnB-Mix von Scartat aus Kanada.
Echt etwas weirde Eröffnungsnummer mit diesem zusätzlichen Metal-Vibe!

Von Offish aus Warschau gab’s ein Gastmix für die Berliner Plattform deviate. 
F
ür den aktuellsten Showcase seines eigenen Labels Offish Productions wiederum gab sich dann Rainforest anlässlich des neuem Release genau dort die Ehre.
Beides geil, beides gerne mitgenommen!

 

Von Current Value wiederum bin ja jetzt ganz ehrlich gesagt auch nicht der allerallergrößte Fan, sieht man mal davon ab, dass sein 2021er Langspielalbum "The All Attracting" zum für mich genau richtigen Zeitpunkt rauskam, an dem ich Bock auf genau sowas (=modernste Neuro-Drum'n'Bass Musik mit experimenteller Schlagseite, Blicken über Tellerränder und Sounddesign-Betonung) hatte.
Die halbe Stunde aktuelle Werkschau via "Studio invites" habe ich mir aber natürlich trotzdem gerne mal gegeben. 

Etch ist dann natürlich auch noch einer der Wildcard-Weirdos der britischen Bassmusic-Szene und als solcher in seinem Tun von mir immer wieder gerne mal gecheckt. 
Z.B. natürlich auch mal wieder sein letztes "Experimental / Grime / Bass & Breaks" Set bei Planet Wax:

 

Nicht nur Londoner Plattenläden strahlen ins Weltnetz aus, sondern auch Dortmunder!
Und aus dem an den Blackplastic-Laden angeschlossenen Mono Café gab's letzten glatt auch mal ein Ambient-/ Jazz-Gangarten-lastiges Golden Age Jungle-/ Drum'n'Bass Vinyl-Set vom Chef Valentix selbst:

John B darf gegen Ende mal wieder nicht fehlen, vor allem wenn das Motto mal wieder "Drum & Space" war, denn bei den alten Star Trek-Serien war ich zum komfortzonigen Eskapismus zuletzt tatsächlich auch mal wieder gelandet. Wer dann auch noch direkt mit "Messiah" eröffnet, macht außerdem mal gar nichts falsch. 
Und ein "Heavy DNB" Set gab's dann auch noch, was genau das ist, was der Doktor verordnet hatte!

Und wo wir dann schon mal im Weltraum sind, Zwikersmiley.... 
Für die Chillout-Zone kam Youth' Mix unter dem Up-my-Alley-Motto "Opus Epic Ambient (Blade Runner Meets The KLF)" auch mal wieder genau richtig:



Gaaaanz tiiief in Dark-Ambient- und Ritual-Industrial-Sphären abtauchen kann man dann auch noch bei der monatlichen "Horny Hour" von Sven Visterin....   
 

Für's aus dem Tiefenrausch mit langsamen Druckausgleich wieder auskommen vereint die aktuell noch in Berlin residierende Niederländerin Nadia Struiwigh auf ihrem aktuellen Album "Ikigai" Ambient-Neigungen mit einer Vorliebe für Jungle-Techno-Einflüsse. 
Über das self-titled mag aus Minneapolis und dann auch noch den Podcast des Groove Magazins gibt's zusammen auch noch mal eben zwei Stunden Mix/e dazu: 
 

Und leider nur via Apple Music (bäh!) gibt's anlässlich des kommenden Albums von Tomora (Chemical Brothers' Tom Rowlands und die junge norwegische Sängerin/ Produzentin Aurora) dann zum Schluss auch noch ein Mix zu hören, welches wir hier dann zum Schluss auch mal einzubetten versuchen:

 



Sonst noch was?   

Diese Afroman Nummer und alles drumrum war immerhin mal was zum lachen und bejubeln in diesen schwierigeren Zeiten.

Vor kurzem wurde ich sozialmedial dran erinnert, dass es inzwischen acht Jahre her ist, als ich Eisenvater letztes mal live sah und von ihrem neusten Material völligst geflasht war. 
Wann kommt das Album endlich? 

Wtf is goin' on with Faust

Gewalt haben sowas wie einen Supporters Club ins Leben gerufen

Das Visions Magazin entdeckt 2026 das Thema Thrash Metal als Aufhänger für sich. 
Ich weiß nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll. 
Weil: Als vor so zwanzig Jahren gerade ein, zugegeben etwas bäuerlich-speckiges Thrash-Metal-Revival dabei war, übern Zenit zu stolpern, wollte man gerade beim Visions von sowas nicht so wirklich viel wissen.
Klar, so 'ne Band wie die stilprägenden Melodeath-Metalcoreler Darkest Hour oder die Party-Crossover-Thrasher Municipal Waste fand man am Rande solcher Kreise irgendwie auch gut, und Kreator-Mille wurde auch schon immer als der vermeintliche Denkertyp unter den hiesigen Metal-Ikonen hofiert, wenn man aber mal ganz ehrlich ist, wollte man - auch wenn der eine oder andere Schreiber der Gazette dem nicht komplett abgeneigt war und es hier und da durchaus eine wohlwollende, ferner gelaufene Albumrezension gab - damals mit dem Comeback solcher Bands wie Exodus, Testament und co. eigentlich nicht so wirklich viel zu tun haben, weil Metal einfach bäh war.
Heutzutage wiederum muss man die alternde Zielgruppe dann aber doch mit Themen wie dem Metal-Establishment versorgen, zumal es dann doch wieder zu Annäherungen der Indie-Saubermänner und Akademiker-Punks an solche Musik kam.
Und der eigentliche Aufreger daran ist für mich folgendes: Ich finde es echt ein bisschen tragisch, wie profillos der hiesige Print-Musikjournalismus inzwischen so ist. Das Visions ist dabei mit am schlimmsten. Aber auch weitere Magazine, für die ich zeitweise mal 
selbst nebenberuflich geschrieben habe, würde ich inzwischen nicht mehr selbst als halbjährliche Reiseklolektüre mitnehmen oder sowas.
Immerhin: Ausgerechnet der Rolling Stone arbeitet sich adäquat an denen ab, die es verdienen. Chapeau!

Ein „irgendwie raffe ich das alles wohl nicht mehr“-Punkt ist übrigens auch da erreicht, wo Igorrr inzwischen Tausender-Hallen ausverkauft(!!).
Diese komische Mischung aus Elektronik, Metal-Geballer und Barock-Musik zieht tatsächlich trotz horrendem Ticketpreis von mehr als 40 Euro (!!!) Leute? Dafür reisen Sauerländer unter der Woche in die Großstadt an? Selbst Echtmetall-Gatekeeper stolpern bei so ‘ner Veranstaltung durch’s Bild?
Was genau habe ich da eigentlich verpasst und wer erklärt es mir? 
Das ist ganz ohne Scheiß 'ne Sache, bei der ich nicht mehr ganz mitkomme.

Erwähnenswerte Tourankündigungen gab es  dann außerdem noch von u.a. Dazzling Killmen (Alta!!!!), Mclusky und Tribute To Nothing!  Dass auch letztere, ewige Underdogs und live unfassbar gut, wieder spielen, das erfreut mich ja schon irgendwie.
Auch Ostinato sind zurück, mal gucken was da dann noch so kommen mag.
Außerdem kommen, wo wir schon beim Thema Thrash waren, auch mal wieder Alteisenhelden wie Sacred Reich und Voivod. Kann man sich wohl auf die alten Tage dann für den jährlichen Kurzaufenthalt im Paralleluniversum des Häwiemeddl. e.V. auch mal wieder geben.

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