Sonntag, 30. Juni 2019

Bumms-Tschacke-Düsch(4)

Noch einen? Nein? Ich mach ihn trotzdem, dieses mal sogar mit Longplayern:

HOMEMADE WEAPONS – Gravity
Stripped-down klingender, dabei allerdings mit leicht experimentellem Anstrich eher komplex arrangiert klopfender Drum'n'Bass aus Seattle, vielleicht sogar mit so 'nem Hauch von dunkel-atmosphärischem Industrial-Dub im ansonsten recht Wurzel-nahen Sound, der dabei aber trotzdem ziemlich auf dem Punkt groovet. Ein faszinierendes Album, I like!
Kommt stilecht als DJ-taugliche 3LP, allerdings in verschiedenen Farben (ist das nicht eher anti-audiophil?).

PARAGON - Iris
Justin Broadrick ist wohl bereits Fan vom Londoner PARAGON, der Anfang des Jahres mit "Iris" sein zweites, viele Kooperationen beinhaltendes Langspiel-Album an unterklühltem Tech-Step veröffentlicht hat, das düster, krachig und ein bisschen hektisch tönt. Total geil!
Unbedingt auch das letztjährige "noisypieceofshit" (Ohm Resistance) checken, das etwas weniger Dancefloor-orientiert mehr Richtung Industrial/ Noise neigte...



  • Bumms-Tschacke-Düsch (Mai 2019): Mixe von SUBMERGED und GORE TECH
  • Bumms-Tschacke-Düsch (2): SUBMERGED Live-Set, OAT 
  • Bumms-Tschacke-Düsch (3): BEAMWIDTH, BREAKAGE, PETE CANNON,       HEADPLUNGER, MARK
  • Dienstag, 25. Juni 2019

    Bumms-Tschacke-Düsch(3)

    Ach ja, hier übrigens noch ein ganzer Batzen weiterer aktueller Drum’n‘Bass-/ IDM-/ Breakcore-Sachen vom elektronischen Notizzettel, die ich ansonsten fast vergessen hätte: 

    BEAMWIDTH - Hyperfeel
    Über BEAMWIDTH aus Melbourne weiß man nicht wirklich viel außer, dass die bisher zweite Zwei-Song-Veröffentlichung unter diesem Namen sowas wie Jungle/ Drum’n’Bass/ Breakbeat-Techno mit dezenter Synthie-Sphäre, tiefem Bass und einem Hauch von heiterer Rave-Kante bietet, der sowohl in die Neunziger zurückblickt als auch in die Zukunft weiterzieht.


    BREAKAGE - Liff Up EP 
    Der Projektname dieses Londoners könnte bei dieser EP wohl kaum passener sein, denn die drei Track von "Liff Up" stehen ganz im Zeichen einer gewissen Mittneunziger-Ästhetik von Jungle und Drum'n'Bass, das aber natürlich mit neuzeitlichem Sound, der recht satt und dick wummert. I like!


    PETE CANNON - Call My Name​/​Crisp Biscuit
    PETE CANNON - Make The Dance Nice
    Noch so’ne Old School Jungle-/ Breakbeat-Sache, allerdings so richtig alte Schule: PETE CANNON hat für die Tracks von "Make The Dance nice" seinen Commodore-Computer und den passenden altertümlichen Sampler aus dem Keller geholt, um die Musik authentisch wieder wie damals zu machen. Hip-Hop-/ Dancehall-Zutaten und roh klingende Rave-Kante samt schrägem Pianogeklimper und allem was dazugehört.
    Auf seiner zweiten neuen Platte "Call My Name​/ ​Crisp Biscuit" kommt dann auch noch ein bisschen Beat-Stretching dazu.
    Auch schon wieder geil!


    HEADPLUNGER - Locus Horribilis
    Nach der ganz coolen EP im STR-typischsten Sound von Blockdata und der Remixsammlung zu einem Raxyor-Song zeigen sich Sonicterror Recordings (Digital-Label von End.User und n.l.i.c.) mit diesen drei Tracks vom französischen Breakcore-/ Hardcore-Techno- und Industrial-Produzenten und DJ HEADPLUNGER mal wieder von ihrer härtesten und am fettesten rummsenden Seite.


    MARK - Integriert Euch Nicht  
    Über das Berghain-verbandelte Label Unterton kamen im April diese drei Tracks von MARK raus. Nach der Gentrifizierungs-beeinflussten "Integrier Dich Du Yuppie" EP vom letzten Jahr und der "The Least Likely Event Will Occur In The Long Run"-EP, die Musique-Concrète-Ideen mit experimentellerem DnB fusionierte, gibt's hierbei Material mit kühler IDM-Komplexität auf die Ohren, das dabei aber auch trotzdem schon mal recht straight nach vorne klopft. 


  • Bumms-Tschacke-Düsch (Mai 2019): Mixe von SUBMERGED und GORE TECH
  • Bumms-Tschacke-Düsch (2): SUBMERGED Live-Set, OAT
  • Bumms-Tschacke-Düsch(2)

    Achtung, neuer SUBMERGED Mix! Der gute Kurt Gluck hat nämlich seinen Set bei der Jubiläumssause des eigenen Labels Ohm Resistance im Berliner Ohm Club Anfang des  Monats mitgeschnitten und der französische Seek Sick Sound Podcast macht das Ganze der Nachwelt zugänglich:

    Ein steigender Stern am DnB-Himmel der nicht ganz so abseitigeren Sorte könnte ansonsten auch OAT sein.
    Der ferner als Mastering Engineer und Soundmann tätige Bochumer Drum-and-Bass-Produzent und -DJ kolportiert übrigens auch gerne mal eine Vorliebe für Prog-Metal.
    Seinen neusten Track findet man auf der "Disinfortmation"-Split-EP von Pseudoscience Recordings (auch bei Beatport), auf der außerdem Ding, MVRK, Exept und Hybris vertreten sind.

    Abgesehen davon ist auch die "Blurred Lines" EP (auch bei Soundcloud) via Addictive Behaviour nach wie vor ziemlich aktuell:



  • Bumms-Tschacke-Düsch (Mai 2019): Mixe von SUBMERGED und GORE TECH
  • Samstag, 22. Juni 2019

    BLCKWVS & Caffeine

    Mensch Ruhrpott, was war das denn jetzt wieder? Konnte ich Dich gestern noch erfreut loben, muss ich heute schon wieder ernüchtert meckern: Echt nur so ein paar Männeken am Start, wenn die jetzt auch nicht gerade oft aufspielenden, großartigen BLCKWVS den Release ihres großartigen aktuellen Albums etwas verspätet in der Bochumer Trompete feiern, und das dann auch noch für nur 'nen schlanken Zehner?! Really?
    Schämt und ärgert Euch, denn Ihr habt ein absolut großartiges Konzert verpasst.

    Inkl. dicker Überraschung, denn damit, dass die eröffnenden CAFFEINE aus Hannover so geil sind, damit hatte ich nicht gerechnet. Als deren Album "Serac" letztes Jahr via This Charming Man rauskam, hatte ich das Teil nämlich irgendwie auf dem Radar gehabt, aber unter "brauche ich wohl nicht" abgelegt. 
    Live entpuppte sich das Trio allerdings als ziemlich brauchbare Sache. Ein versiert, verspielt und kraftvoll draufkloppender Powerdrummer trägt einen immer wieder mal in Uptempo-Gekloppe ausbrechenden Stil irgendwo zwischen Post-Hardcore, metallischem Noiserock und gelegentlichen Psychedelic-Anwandlungen, ergo: Irgendwie ja doch ziemlich mein Ding.
    Begeistert mitgewippt, Platte gekauft!

    Und BLCKWVS? Die sind live halt einfach eine Bank mit ganz eigenem Sound, der mächtigst sägt und brät, und einem ganz besonderen Groove.
    Ich fand's mal wieder geil, allerdings ein bisschen kurz.

    Freitag, 21. Juni 2019

    Triumphzug

    "Mensch Ruhrpott, manchmal geht’s ja doch! So ein mal im Jahr gibt es einen Abend, der mir allen kulturpessimistischen „weit und breit nur ignorante Sodom-Fans, was geht’s mir hier doch auf den Sack“-Zynismus wegbläst." schrieb ich im Februar noch zur "dESTRUKTIVA 11.5",
    Zum vergangenen Donnerstagabend in der Essen-Altenessener Zeche Carl möchte ich glatt noch mal die gleiche Einleitung drübersetzen und dringend damit brechen, in nächster Zeit mal weniger bloggen zu wollen, aber das hier schreibt sich grade auch echt von selbst...

    Warum? Weil mir das Herz aufgegangen ist, dass VALBORG, als eine dieser mir sehr am selbigen liegenden "ich sage doch seit Jaaaahren, dass die total geil sind, aber irgendwie will das sonst keiner raffen"-Bands, inzwischen doch da angekommen sind, nicht einfach nur die seltsamere Kauz-Truppe des Abends zu sein, sondern auch einiges an frenetischem Jubel und lautstarken Songwünschen vom Publikum zu bekommen.
    Wer hätte das gedacht? Ich nicht. Schließlich reichte es an gleicher Stelle unter ähnlichem Headliner-Banner vor drei Jahren mehr so für'n Anstandsapplaus, während mancher Konzertbesucher irritiert bis kritisch dreinschaute. Inzwischen aber tatsächlich auch Leute, die abgehen und mitgrölen. Geil! Wurde auch Zeit!
    Dass ich mir das Bonner Trio dabei inzwischen auch mit nervigen Hipstertypen und deppigen Burzumshirt-Honks teilen muss... nuja, das ist dann halt so.
    Ein Großteil des Gigs bestand aus Material des vorletzten Albums "Endstrand", was mir sehr entgegenkam, denn seit ungefähr diesem hatte ich die Band tatsächlich nicht mehr live gesehen. Vom wieder mal großartigem aktuellen Album "Zentrum" ballert man den 'Alphakomet' raus, der Brecher 'Werwolf' brät brachial durch die Zeche und auch das 'Massaker in St. Urstein' rammt nach vorne. 
    Die Band konzentriert sich also eher auf rabiate statt atmosphärische Nummern, was im Rahmen wohl Sinn machte.
    Super! Einfach nur super!
    Ach ja, soll natürlich nicht unerwähnt bleiben:
    Der Local Support MADNESS ging mit seinem ursuppig-teutonischem Rumpel-Thrash voll okay. Hätte ich jetzt auch nicht noch länger haben oder mir 'ne Platte von kaufen müssen, aber als halbstündiger Anheizer war das Ganze tatsächlich ziemlich amüsant. 
    Wenn jetzt der Sound noch etwas besser mitgespielt hätte...

    Headliner war natürlich Tom Gabriel Warrior's TRIUMPH OF DEATH plays a tribute to Hellhammer o.s.ä. und das war in etwa das erwartete.
    Das Ultragepose von Bassistin Mia Wallace (really?) gleicht aus, dass der Drummer fast ein bisschen lustlos rüberkommt. Jener wiederum bekommt ausgerechnet bei der einen Celtic-Frost-Nummer des Sets ('Visions of Mortality') einen Übergang nicht ganz korrekt hin, aber immerhin dabei auch die Kurve, dass es nicht groß auffällt
    'Reaper' stampft mächtig, zwischendurch schreit ein Fan nach 'Crucifixion' obwohl es schon gespielt wurde und die abschließende, mitunter extradoomige Version von 'Triumph of Death'* kommt ebenfalls ziemlich geil.
    Herr Fischer zeigt sich mal wieder gut gelaunt und mit dem gewohnten Fünkchen Selbstironie und an der zackigen Orga des ganzen Abends (alle Bands über das gleiche Schlagzeug statt langer Umbaupausen) kann man wirklich gar nix meckern.
    Man kann den Feiertagsabend auch weniger kurzweilig verbringen.
    Nächstes mal aber gerne auch mal wieder das neuzeitliche Triptykon-Gedröhne statt der Retrorumpelparade...

    *Apropos extradoomige Version von 'Triumph of Death' - man kann bei der Gelegenheit ja noch mal eben hervorheben, wie geil auch jene ist:

    Dienstag, 18. Juni 2019

    Verdammt!

    Versehentlich den langen Text des lange vorbereiteten "Halbzeit und Bergfest, bisherige Alben des Jahres und honorable mentions“-Blogposts, den ich zum kommenden Monatswechsel rausschießen wollte, quasi kurz vor Fertigstellung gelöscht und nicht mehr wiederherstellen können... (und ja, in diesem noch laufenden Monat steht noch die eine oder andere vielversprechende Veröffentlichung an... aber.)

    Mal wieder mit der Technik auf Kriegsfuß

    Shit happens!
    Aber wie heißt es doch so schön: Mancher Verlust ist ein Gewinn!
    Anstatt jetzt haareraufend ein paar Stunden damit zu verbringen, das alles wie manisch noch mal in die Tatstatur zu hämmern oder sowas, werde ich das lieber mal als willkommene zufällige Weichenstellung werten, mich dann halt auch einfach mal anderen Dingen zu widmen. 

    Weil is‘ ja auch eh egal, liest sowieso kaum jemand, im Moment habe ich gerad' eh nicht so den Bock hierrauf und meine neben der Lohnsklavenschaft zuweilen auch schon mal knapper werdende Zeit und Energie will eigentlich auch noch in anderweitige kreative Bahnen gelenkt werden...

    Havin' said that: Zum Monatswechsel gibt’s natürlich trotzdem einen "im Juli an potenziell interesssanten Neuerscheinungen so auffem Schirm"-Post.
    A
    nsonsten macht der Blog aber vielleicht tatsächlich auch mal 1-2 Ründchen Sommerpause.

    PS: COILGUNS waren letzte Woche in der Bochumer Trompete übrigens mal wieder total mega. Bin gerade ein bisschen zu unmotiviert, ‘nen längeren Konzertresümee-Sermon darüber abzulassen, wie mittelmäßig die anderen beiden Bands waren und dass ich mir unter der Woche als frühaufstehender Knecht der Stempeluhr dann ja doch etwas zackiger über die Bühne gehende Gastspielveranstaltungen wünschen würde...  
    Ändert aber nix an folgendem: COILGUNS sind einfach total mega. Wenn Ihr sie live sehen könnt, müsst Ihr Euch selbst den Gefallen tun, das dann auch wahrzunehmen. Wenn Ihr das nicht tut, macht Ihr nämlich was falsch!


    PPS: Hab‘ abgesehen davon gerad‘ eh sowas wie meine gelegentliche Drum’n’Bass-Phase... 


    Sonntag, 16. Juni 2019

    Grindcore 2019 (3)

    Wir haben zwar in den kommenden paar Wochen auch noch so einiges an erscheinendem Highspeed-Gehämmer vor der Brust (Keitzer! Lifes! Moral Bombing! Außerdem 'ne neue Band von ehemaligen Napalm-Death-, Doom- und Sore-Throat-Mitgliedern!), aber da auch so schon wieder recht viel auf dem Zettel ist, hier mal eine weitere Ausgabe der Blogpost-Serie „Unmusik, die hier eigentlich auch nur ich wirklich höre“…

    ALPHANUMERIC - Condemnation of Memory   
    (Roman Numeral
    Paul Pavlovich war natürlich Ur-Shouter und Mitbegründer von Assück ("Anticapital"), die in der US-Szene Pionierarbeit bei der Verschmelzung politischer Punk-Attitüde und handwerksmeisterlicher Extrem-Metal-Musik leisteten.
    Dieser Tage ist er mit ALPHANUMERIC wieder auf der Bildfläche erschienen, deren "Condemnation of Memory" übers eigene Label Roman Numeral Records raus ist. Irgendjemand, der mal bei Solstice war, ist auch dabei.

    Geboten wird schön roh-räudiges Geknatter mit Crust-Kern. 


    CALL OF THE VOID - Buried in Light
    (Translation Loss)
    Album Nummer drei von CALL OF THE VOID aus Denver, Colorado, die irgendwie 'ne ganz coole Mischung aus Hypberblastgeballer und Metalcore-Gestampfe, sowie dissonanten Mathcore-Momenten und Tendenzen einer leichten Prog-Extrem-Metal-Schlagseite hinkriegen, die weder mit Toughguy-Stumpfsinn langweilt, noch mit ShowOff-Faktoren nervt.
    Muss man auch erstmal schaffen!


    FIDGET - Venezuelan Debt Collectors
    So "experimentell" wie sie sich selbst sehen möchten finde ich die Leedser Duoformation FIDGET ja jetzt nicht gerade - vereinzelte elektronische Einsprengsel hin oder her - was aber nix dran ändert, dass "Venezuelan Debt Collectors" ganz cooles Powerviolence-Rumpelgeschepper bietet, das musikalisch nicht nur den offensichtlichsten Standard-Arrangements-Mustern folgt. Nicht uncool!

    GETS WORSE - Snubbed
    Noch mal Powerviolence aus Leeds: GETS WORSE machen auf "Snubbed" auch echt ganz gut Alarm, bei dem alle vier Mitglieder grölen, mit viel Neunziger-HC-Groove und klingelnder Schepper-Snare.
    Ebenfalls nicht ohne!

    HOLY GRINDER – Chain of Revenge
    "True Noisecore" (kleiner Scherz) mit Drums, Bass und Krachgeräten statt Gitarre! 
    Aufgenommen im Apartment 2 von Fuck the FactsTopon Das sollen diese sechs Tracks der kanadischen HOLY GRINDER dabei lediglich ein Vorbote von noch mehr sein, was da noch so kommen soll...


    SPIT - Peasant 
    (Kitchen Vomit)
    Punkiges Powerviolence/ Grind-/ Fastcore-Hypergeschrote mit 'nem bisschen Sludge-Groove in der musikalischen DNA, zwischendurch auch mal ein seltsames Rumpelbass-betontes Stück, dazu noch etwas Industrial-Noise als Intro und Outro.
    Nix für Ästheten, aber wilde Sache!


    TOTAL FUCKING DESTRUCTION - #USA4TFD
    (Give Praise Records)
    Irgendwie kam sie dieses Jahr dann wohl mit einiger Verspätung, die neue TOTAL FUCKING DESTRUCTION.
    Die Band um den auch von Brutal Truth bekannten Irrsinnsdrummer Richard Hoak agiert dabei inzwischen auch schon in einem von Insiderwitzen geprägten, ganz eigenem Bubble, in den wohl nicht jeder Zugang finden wird...

    Download und CD haben einige Bonus-Tracks.




    T.W.A.T -  Ride My Dick
    (Affair Records)
    Apropos Insiderwitz: T.W.A.T sind wohl auch so ein Ding, bei dem man entweder eingeweiht ein bisschen mitkichert, als Zaungast dann aber mutmaßlich nur achselzucken kann. Nein, kein infantiler Porngrind-Schwachsinn o.ä., hierhinter stecken mitunter Punks und Metaller aus London, die in ihrem Doppelleben ansonsten eigentlich ganz vernünftig sind, aber auf humorigen Kurztrack-Rumpelcore zwischen Grindgeballer, Crust-Stampf, Sludge-Dröhn und Noise-Feedbackerei muss man sich natürlich auch erstmal einlassen können.


    Ach ja: Kein wirklicher Grindcore, sondern (inzwischen) am ehesten Death-Metal, aber dennoch sehr erwähnenswert und trotzdem irgendwie mit rein passend: 
    AZIZA sind ein relatives junges Trio aus Minneapolis, das bereits ein Mitglied an die Sucht verloren hat, dessen Tod auf dem aktuellen Album "The Root of Demise" auch lyrisch verarbeitet wird.
    Die Band wurzelt eigentlich in Hardcore- und Sludge-Regionen, ist jüngst aber bei musikalischen Stilformeln angekommen, die ich eigentlich ziemlich mit Morbid Angel asoziiere. Krasses Handwerk mit viel Doublebass, schräge Kompositionen, geil skelettaler Sound (Signaturetone Recording's Adam Tucker ist ein steigender Stern in Minneapolis' Noiserock-, Punk- und Metal-Szene, mark my words!) und Blicke über den stilistischen Tellerrand, weil man von Haus aus eben eigentlich auch gar nicht wirklich 'ne reine Death-Metal-Band ist, aber eigentlich ist  "The Root of Demise" in erster Linie dennoch erstmal Death Metal in grober Richtung von Morbid Angel.
    Und ich find's ganz schön gut!

    Auch noch...

    Grind- / Fastcore aus Frankreich: "Trendy Junky" von CHIENS.

    "Weeping Choir" von FULL OF HELL haut mich  wieder mal irgendwie nicht so wirklich um, auch wenn die Band durchaus beeindruckenden Krach zwischen Deathgrind, Hardcore und Industrial-Zusätzen macht.

    Grindcore aus Spanien: Checkt bei Bock auf rohes Geballer auch mal das selbstbetitelte Langspieldebüt von RAGEOUS INTENT
     
    Crust-/ Grindcore aus Norwegen: "Schtøgg Skive" ist das Langspieldebüt von TOTAL TOMMING.
     

    Mittwoch, 12. Juni 2019

    Drone-Gitarrensphären, Dark-Ambient etc.

    Dass ich neben klaren Vorlieben für brachiales Gedröhne und derbes Geballer, sowie ferner auch einem Softspot für Bumms-Tschacke-Düsch außerdem auch noch eine gewisse Affinität zu Drone-Musik, Dark-Ambient-Soundscapes u.ä. habe, das blitzt hier ja auch schon mal durch.
    Oft fällt sowas allerdings eher so ein bisschen dem „so viel Musik so wenig Zeit“-Syndrom zum Opfer, bzw. eher mal durchs Raster als der ganze rockmusikalisch verwurzelte Lärm, den ich mir sonst
    halt so primär reinziehe. Denn ich verbringe halt auch einfach nicht so viel Zeit mit zu Hause meditieren oder sowas. Soll heißen, die Alltagssituationen und Lebenslagen, in denen mir wirklich danach ist, mich mit gewisser Aufmerksamkeit in weite Klangflächen regelrecht metaphysischen Charakters fallen zu lassen, die waren zuletzt zugegeben eher rar gesät. Wie auch, wenn man eh schon so viel an verschiedener Musik auffem Schirm hat, in die reingehört werden will, und man dann in der einen Stunde Freizeit, die man nach Broterwerb und Sportprogramm oder eigenem Proberaum mal Abends zu Hause verbringt, dann auch schon mal ‘ne Serie gucken will oder so…
    Vielleicht sollte man aber auch gerade das als Signal deuten, mehr Entschleunigung zulassen zu müssen. Der potenzielle Soundtrack dafür:


    Zuletzt hier noch erwähnt wurde, dass Markus E. Lipka, auch Gitarrist und Vocalist der Hamburger Metal-Unikate Eisenvater (am sträflichsten allgemein missachtete, originellste und geilste Brachial-Band aller Zeiten!!) und des ebenfalls frisch reaktivierten Gitarren-Orchesters Rossburger Report, Anfang des Jahres als ROSSBURGER ein Gitarren-Drone-Soloalbum veröffentlich hat.
    Und "Eisberg" bietet mit seinem gemächlichen Aufbau, der einen immer mehr in eine andere Welt abtauchen lässt, eigentlich auch alles, was ich von derartigem möchte.
    Das Teil hat übrigens so gerade eben noch die perfekte(n) Länge(n) für eine Vinyl-Veröffentlichung. Erbarmt sich wer oder muss ich jetzt tatsächlich dafür selbst ein Label gründen?


    Damit wären wir eigentlich auch schon in ähnlichen Regionen wie beim Dortmunder Drone-Solisten N, der ebenfalls alleine mit einer Gitarren in Live-Momentaufnahmen sich und seine Zuhörer in andere Sphären abrauschen lässt.
    Seine neusten Releases sind 1.) das Album "Ruden" als Beitrag der schick-schlicht durchdesignten Veröffentlichungsreihe vom Netzlabels 1834.
    Warum es dazu eine Bandcamp-Seite gibt, auf der man das ganze gar nicht wirklich streamen oder herunterladen kann, sondern von wo man zu seiner separaten Download-Seite samt Stream weitergeleitet wird, das versteht dann allerdings wohl auch nur besagtes Label wirklich…
    Und 2.) eine Auftragsarbeit für „Urbane Künste Ruhr, die Field-Recordings im Dortmunder Stadtbereich mit in den Drone mischt.


    Apropos Ambient-Drone-Gitarristen: NORMAN WESTBERG war vom Debütalbum bis Mitte der Neunziger und dann noch mal beim Neuzeit-Revival bei den Swans dabei, hat auf Jarboe-Solowerken mitgewirkt und war ferner u.a. Mitglied der Noiserocker The Heroine Sheiks (mit Ex-Cows-Oberweirdo Shannon Selberg). Was dabei gerne mal etwas untergeht ist, dass er sich seit 2012 auch an experimentellem Kram unter seinem Solo-Klarnamen versucht. Anfangs eher punkig dahingekackt, später auch mit mehr „Produktion“.
    Das DIY-CDR-Debüt "Plough" ist dabei neulich erst auf seiner Bandcamp-Seite aufgeschlagen, auf der man generell so einiges findet, wie z.B. allein zwei Live-Alben und eine Resteverwertungs-Compilation vom letzten Jahr und diverse Aufnahmen aus den Jahren davor…
    Als Reinhör-Tipp sei dann aber vor allem vielleicht mal das letztjährige "After Vacation" (Room40) angegeben, laut Aussage des Künstlers das erste, bei dem er sich erlaubt hat, zusammen mit Produzent Lawrence English auch mal mit einer anderen, sozusagen „ernsteren“ Methode zu arbeiten, als alles in einem Take rauszuhauen und dann direkt so zu belassen.


    Ferner kann man wohl nicht mit dem Stichwort „Dark Ambient“ um sich werfen, ohne LUSTMORD zu erwähnen.
    Der walisische Wahlkalifornier Brian Williams hat zuletzt zwei Live-Alben veröffentlicht, darunter eines, das beim Maschinenfest 2011 in Oberhausen entstand.
    Außerdem ist "First Reformed" die erweiterte Version eines Soundtracks für den gleichnamigen Film von Paul Schrader mit Ethan Hawke in der Hauptrolle.


    Wer wären wir allerdings, wenn wir nur an der Oberfläche der Gerne-Gallionsfigur kratzen würden, anstatt ferner in weitere Untiefen vorzudringen?
    In letzter Zeit wurde mein Augenmerk öfter mal auf Cryo Chamber gelenkt, ein Label aus Oregon, USA, das seit 2012 vom gebürtigen Schweden Simon Heath betrieben wird, welcher u.a. unter dem Pseudonym ATRIUM CARCERI auch selbst musiziert (und seine ersten sechs Alben dabei über das legendäre Label Cold Meat Industry veröffentlichte). 

    Cryo Chamber ist auf Dark Ambient, Deep Space Ambient und Drone mit cineastischem Charakter spezialisiert und veröffentlicht via Bandcamp und auf CD. Der Veröffentlichungszähler für das erste Halbjahr 2019 allein steht schon bei was um die zehn, weswegen mal ein paar einzelne Releases, semikuratiert von Warren Ellis rausgepickt seien:

    AGER SONUS alias Thomas Langewehr aus Recklinghausen hat mit "Mithra" im März sein drittes Kältekammer-Album rausgetan.
    Atmospheric Ambient mit Videogame-Soundtrack-Charakter, beeinflusst von der Geschichte des Mithra-Kults im alten Rom.


    Dann wäre da außerdem das kanadische Drone-Duo NORTHUMBRIA, das die eigene Musik als „Ambient Metal“ bezeichnet. Nur mit Gitarre und Bass erschaffen sie dichte Klangnarrativen, durch die auch schon mal sowas wie Postrock-Andeutungen durchschimmern. 
    Ihr aktuelles Album "Vinland" bildet eine Trilogie mit dem 2017er "Markland" und dem 2015er "Helluland", die es bei Cryo Chamber auch als 3CD-Bundle gibt. 

    Die hinter SPHÄRE SECHS steckenden Christian Stritzel und Martin Stürtzer wiederum experimentierten und improvisierten sich mit analogen Synthies auf ihrem vierten Album "Transient Lunar Phenomenon" was Richtung Dark Space Ambient/ Drone zusammen.

    Gitarren-Ambient-Drone plus Poesie macht dann noch Bruce Moallem alias GOD BODY DISCONNECT, dessen aktuelles CC-Album "The Mist Between Mirrors" eine Reflektion von Einsamkeit ist.

    Kommen wir, weil es so schön mit reinpasst, last but not least aber auch noch mal eben, die Kältekammer wieder verlassend, zu RUTGER ZUYDERWELT. 
    Der natürlich vor allem auch unter Machinefabriek firmierende Rotterdamer Klangkünstler hat unter seinem Klarnamen ein halbstündiges Ein-Track-Kooperationsalbum mit MARISKA BAARS draußen, das man selbst wie folgt erklärt:
    ‘eau’ is not really a song, or a composition. Well, technically it is, but it functions more like an atmosphere that fills the space. Just let it play (on repeat…) and let the sounds hang in the room - let them co-excist with any other sound that’s there. Open a window if you wish! Or, experience the trip on headphones, let these soft tones, gentle voices, buzzes and crackles tickle the inside of your skull.“

    Montag, 3. Juni 2019

    Rossburger Report

    Eigentlich habe ich ja gar keine Zeit und Lust, schon wieder so viel Zeit und Energie drauf zu verwenden, hier was in den Blog zu hämmern, zumal die Veröffentlichungsübersicht des Monats ja eigentlich bis auf weiteres erstmal reichen sollte, aber manchmal gibt’s halt Sachen, die man dann doch mal eben loswerden will und dafür hat/ macht man den Scheiß ja (2)…:

    Warum hat man es eigentlich mal wieder nicht auf anderem Wege erfahren, sondern musste per Zufall selbst drüber stolpern, dass Markus E. Lipka, seines Zeichens auch Gitarrist und Vocalist der gottgleichen Eisenvater, 1.)  Anfang des Jahres als ROSSBURGER ein Solo-Album veröffentlichte…

    ...und 2.) auch den ROSSBURGER REPORT reaktiviert hat, mit dem man nun auch wieder live auftritt, das nächste mal am 16.06. im Hamburger Übel & Gefährlich.

    "Rossburger III: Morpheus Crown" ist dabei eine zwanzig Jahre alte Komposition von Lipka, die dieser Tage wieder aufgegriffen wurde. 

    Performt in Orchesterformation von zwölf (!) E-Gitarren plus Schlagzeug und Bass. 
    Wie das fehlende Bindeglied zwischen Glenn Branca und Sunn o))) oder so.

    Weitere Auftritte sollen folgen! Aber wo, wann, wie? Sowas von Bock drauf!

    Turia

    Eigentlich habe ich ja gar keine Zeit und Lust, schon wieder so viel Zeit und Energie drauf zu verwenden, hier was in den Blog zu hämmern, zumal die Veröffentlichungsübersicht des Monats ja eigentlich bis auf weiteres erstmal reichen sollte, aber manchmal gibt’s halt Sachen, die man dann doch mal eben loswerden will und dafür hat/ macht man den Scheiß ja (1)…:

    So sehr ich „Neuzeit-Black-Metal“ mit Kerzenmeer auf der Bühne und ähnlichem Klischeekram zuletzt oft eher ignorier(t)e (weil ich’s wohl irgendwie einfach leid bin und anderes interessanter finde), möchte ich nach kürzlich zurückliegender Live-Begegnung (danke, destruktiva, für die Metal-Veranstaltung außer der Reihe!) dann doch mal eben zu Protokoll geben, dass die niederländischen TURIA eine Band sind, die man auf der Rechnung haben muss.
    Die Vision und Mission des Nijmegener Trios ist, Black Metal auf das wesentliche zu reduzieren, und das machen sie tatsächlich in minimalistischer Perfektion: Ein schraddelnder Gitarrist, ein sehr wild und kraftvoll blastender Drummer und eine Frontfrau, die ohne große Action-Show ins Mikro keift und irgendwelchen Keys zwischen den Songs ein paar überbrückende Geräuschwelten entlockt.
    Raserei, Aggression, Atmosphäre... kann man echt machen!
    Checkt die Bandcamp-Seite der Band mit bereits zwei Alben und zwei Splits, sowie diesen  Videomitschnitt von ihrem Auftritt beim diesjährigen Roadburn Festival: 


     

    Sonntag, 2. Juni 2019

    Juni...

    Diesen Monat auffem Schirm:  

    VÖ 01.06. - 07.06. ...

    ALPHANUMERIC - Condemnation of Memory
    VÖ: 01.06. | Roman Numeral
    Paul Pavlovich war natürlich Ur-Shouter und Mitbegründer von Assück ("Anticapital"), die Pionierarbeit bei der Verschmelzung politischer Punk-Attitüde und handwerksmeisterlicher Extrem-Metal-Musik leisteten.
    Dieser Tage ist er mit ALPHANUMERIC wieder auf der Bildfläche erschienen, deren "Condemnation of Memory" übers eigene Label Roman Numeral Records raus ist.
    Irgendjemand, der mal bei Solstice war, ist auch dabei.
     


    BLACK GORGON - Flesh In The Pan
    VÖ: 01.06. 
    J.S. Gordon ist u.a. Schlagzeuger der großartigen Leedser Weirdo-Noiserocker Thank und haut als BLACK GORGON immer wieder mal ein weitgehend im Alleingang aufgenommenes Album zwischen 8bit-Noise und Punkrock raus.

    CAVE IN - Final Transmission
    VÖ: 07.06. | Hydra Head
    Wenn ich mal ganz ehrlich bin, waren CAVE IN ja nie eine Band, die ich mal irgendwann großartig gehört hätte. Auch wenn es bei ihrer Entwicklung über die Jahre, von der Metalcore- zur Post-HC/ Alternative-Prog-Band und den Bewegungen meiner persönlichen Vorlieben und Hörgewohnheiten sicherlich auch mal Phasen gegeben haben könnte, in denen es stilistisch vielleicht auch mal gepasst hätte, zusammenzukommen...
    Basser Caleb Scofield (auch Old Man Gloom, Zozobra) kam allerdings bekanntlich letztes Jahr bei einem schweren Autounfall ums Leben. "Final Transmission" enthält die letzten Aufnahmen mit ihm und der Erlös des Albums wird an seine Frau und Kinder gehen.

    CUBANATE - Colossus
    VÖ: 07.06. | Armalyte Industries
    Für die ganz frühen (außerdem noch mehr Richtung Techno-/ Industrial-Gestampfe neigenden und wohl auch eher mittelmäßigen) Werke von CUBANATE habe ich mich back in the day ja nie so richtig interessiert. Aber gerade auch, weil sowas unter hiesigen Metal-Meinungsmachern, Stoner-Hipstern und Visionsleser-Schnullis eher uncool ist, muss ich immerhin für ihr 1998er "Interference" dann ja doch mal eine Lanze brechen: Darauf war den Briten nämlich bei zumindest einigen Songs eine durchaus sehr coole Zeitgeist-Fusion aus Gitarrenkrach, Gegröle und Drum'n'Bass-/ Breakbeat-Gerummse geglückt, die passagenweise sogar schon was ziemlich punkig-wildes und kaputtes hatte.
    Zwei Dekaden später auf ein mal wieder mit 'ner Neumaterial-Veröffentlichung in den Startlöchern knüpfen sie leider nicht wirklich noch  mal an "Interference" an, sondern klingen nach austauschbarem vom "Mortal Kombat" Soundtrack oder ähnlichem Mittneunziger-Gothdisco-Unsinn, aber nuja...

     
    HOLY GRINDER – Chain of Revenge
    VÖ: 07.06.
    Aufgenommen im Apartment 2 von Fuck the FactsTopon Das sollen diese sechs Tracks der kanadischen HOLY GRINDER lediglich ein Vorbote von noch mehr sein, was da noch so kommen soll...
    "True Noisecore" (kleiner Scherz) mit Drums, Bass und Krachgeräten statt Gitarre!


    IDEATORZ - I
    VÖ: 07.06. | Distortion Records
    Ganz schön viel Elektronik auf dem Radar in diesem Monat: Das neuerdings mit Ohm Resistance verbandelte ukrainische Label Distortion Records bringt uns vier Tracks des Hamburgers IdeatorZ, die Dancefloor-tauglichen Drum'n'Bass/ Neurofunk in Ed-Rush-Manier und ähnliches bieten sollen.

    KRAUSE - The Ecstasy Of Infinite Sterility 
    VÖ: 07.06. | Riot Season  
    Die Eckdaten im Schnelldurchlauf: Noiserock aus Griechenland, mit Einfluss der derberen AmRep-Bands (Unsane, Helmet, Today is the Day, Cherubs etc.). Irgendwer von den Jungs war auch mal bei Casual Nun und auch Album Nummer zwei kommt wieder über das britische Spezialisten-Label Riot Season


    MELVINS / FLIPPER – Hot Fish
    VÖ: 09.06. | Amphetamine Reptile 
    Steve DePace und Ted Falconi von der Sludge-Punk-/ Noiserock-Legende FLIPPER machen gemeinsame Sache mit den MELVINS im Line-Up Buzzo, Dale und Trevor Dunn.
    Das Ganze geht Sonntag, den 09.06. als 4-Song-10‘‘ in wahrscheinlich gnadenlos überteuerter Fancy-„Haze XXL“-Handmade-Edition zum Verkauf online und wird dann wohl mal wieder innerhalb von zehn Minuten ausverkaufen.




    OVERCALC -Meaningless Terrain
    VÖ: 04.06.
    Mit OVERCALC hat Nick Skrobisz – u.a. von den großartigen Multicult, die diesen Sommer auch noch mit einem neuen Album aus der Hüfte kommen werden – ein ziemlich experimentell ausgerichtetes Soloprojekt am Start.
    Auf die betont Gitarren-lose "Machinations" EP von letztem Monat folgt dabei mit "Meaningless Terrain" nun eigenwillige Math-/ Psych-/ Neowestern-Friemelei mit Gitarrre und Synthies.
    Der Download enthält einen zusätzlichen langen Track.


    PELICAN -  Nighttime Stories 
    VÖ: 07.06. | Southern Lord
    Den um die Jahrtausendwende gegründeten PELICAN aus Chicago muss man natürlich eine gewisse Pironierrolle zugestehen, was das Thema instrumentaler Post-Metal angeht. Allerdings muss ich mal ganz offen gestehen, dass sie bei mir nie wirklich größeren Eindruck hinterlassen konnten. Es wird aber sicherlich Leute geben, für die ein neues Album der Band 'ne beachtenswerte Sache ist...


    SCORN - Feather
    VÖ: 07.06. | Ohm Resistance
    Nach einigen Jahren Pause, in denen er sich vor allem auch auf persönlicher Ebene neu finden musste, macht Mick Harris (natürlich auch Ur-Drummer von Napalm Death mit damaligem Spitznamen "Human Tornado") nun doch wieder Musik unter SCORN-Banner.
    Die erste EP seit sieben Jahren enthält den Titelsong in drei verschiedenen Versionen plus eine besonders deftig rummsende Schlussnummer.


    STATIQBLOOM - Asphyxia
    VÖ: 07.06. | Metropolis Records
    Ein bisschen schade finde ich nach wie vor, dass ich nie die Gelgenheit hatte, die inaktiven Batillus live zu sehen, deren Industrial-Sludge zwischen organisch und mechanisch schon ziemlich cool war.
    Mit STATIQBLOOM verfolgt Fade Kainer (Ex-
    Batillus, Ex-Tombs, auch mal in der Jarboe-Liveband...) bekanntlich einen Weg, der durch sowas wie Old Schoold EBM-/ Electro-Industrial-Gefilde führt.


    T.W.A.T -  Ride My Dick 
    VÖ: 07.06. | Affair Records
    Ob T.W.A.T sowas wie eine ektoplasmische Manifestation des schlechten Bexit-Gewissens sind, wie sie der Kontinent nicht anders verdient hat, oder lediglich ein Haufen betrunkener Trolle auf dem Spaß-Trip, das ließ sich bis Redaktionsschluss noch nicht eindeutig klären.
    Fakt ist jedenfalls, dass man es hier mit ganz fiesem Grind-/ Noise-/ Sludge-/ Crustcore maskierter Irrer aus London zu tun hat.


    THISQUIETARMY / TOM MALMENDIER - Steppe
    VÖ: 01.06. | Norwegianism Records 
    "Steppe" ist der erste Release von Norwegianism Records, seit die Dead Neanderthals den Label-Betrieb an einen Freund abgetreten haben.
    Und Erich Quac aka Drone-Gitarrist/ Postrocker THISQUIETARMY plus Drummer ist eigentlich immer eine ganz gute Idee. 
    (Apropos: Wann und wo kommt denn jetzt eigentlich die Kollab mit Voivod's Away raus)?


    VERMINN - Giver/Taker  
    VÖ: 06.06.
    Wer Einflüsse wie Godflesh und Karp auf seinen Shirts zur Schau trägt ist mir grundsätzlich sympathisch: Das israelische Duo VERMINN macht Next-Generation-Lärm, der seine Stilbestandteile aus Schubladen wie Grindcore, Sludge-Metal und Noiserock zusammensetzt, dabei aber zwischen Grind-Blasts und Rumpel-Grooves eigentlich nicht wirklich weit von dem entfernt ist, was
    sich viele Powerviolence-Duoformationen dieser Tage so zusammenpoltern...


    Sonst noch?


    LoFi-Black-Metal mit Genre-Hopping-Wahnsinn: Angeblich soll "Branches on Old Trees" das letzte Album des Einmann-Projekts BITTER LAKE sein.

    Die viehisch-geilen japanischen Crust-Death-Doomer COFFINS teilen sich mit ihren todesmetallischen Landsleuten von SECOND TO NONE unter dem Titel "Nine Cocoons Of Dens To F" eine Split via Horror Pain Gore Death Productions.

    Cortex A9: Basic Housekeeping order is a new noise/electronics-project by Dan Johansson (Neutral, EFFM, Sewer Election etc), Frederikke Hoffmeier (Puce Mary) and Hugo Randulv (Amateur Hour, Makthaverskan, EFFM etc). limited to 150 copies."

    DEPRESSOR's "Hell Storms Over Earth" (Sentient Ruin Laboratories) bietet eine Sammlung von 18 Songs ihres Industrial-Crust-Death-Metals, die alle von um die Jahrtausendwende stammen und noch mal geremastert auf die Welt losgelassen werden.

    "THE DWARVES Are Hard AF" ist eine Raritätensammlung mit B-Seiten usw., die Anfang des Monats via Riot Style am Start ist.

    Metallischen Crust-Punk mit Death-Geröchel und Sludge-Doom-Passagen machen die neuseeländischen PIGGERY auf ihrem selbstbetitelten Debüt.

    Grindcore aus Spanien: Checkt bei Bock auf rohes Geballer mal das selbstbetitelte Langspieldebüt von RAGEOUS INTENT

    Auf Utech Records ist am 07.06. das Doppelalbum "RST" von RST alias Drone-Gitarrist und Klangkünstler Andrew Moon aus Neuseeland raus.

    Mathrock/ Instrumental-Prog aus Japan: Checkt mal "Multiple" von LITE.

    NAILS haben mit "I Don't Want to Know You" eine Single über Nuclear Blast (!) am Start, die u.a. einen Remix von Petbrick (Noise-Projekt mit Igor Cavalera) enthält. 

    Über Heavy Psych Sounds naht 'ne neue NEBULA namens "Holy Shit".

    In Australien teilen sich Harsh-Noise-Artist UBOA und die Blackend-Noise-Sludge-Doomer BOLT GUN einen Split-Release

    Die in Norwegen lebende Japanoise-/ Synthie-Künstlerin VIVIANKRIST (of Gallhammer Fame) fügt ihrem generell hohen Output am 07.06. mit "Cross Modulation" ein Album in Kollaboration von Diagonal Records und dem Psychedelic-/ Drone-/ Doom-Metal-Label Ritual Productions hinzu.

    Und sie kommen alle wieder: Auch die britischen Thrash-Metaller XENTRIX (jaja, 'Ghostbusters', aber was war 'Balance of Power' back in the day doch für ein Hit) haben 23 Jahre nach dem letzten Album mit "Bury the Pain" tatsächlich ein neues am Start.

    VÖ 14.06. ...

    ACID BLOOD - Acid Blood
    VÖ: 14.06. | JanML Records
    Schwedischer Rawk'n'Roll mit gewissem "$ex $ells"-Faktor, weil sich Frontfrau Jojo Anderbygd auf dem Dwarves-mäßigen Coverfoto dieses Debüt-Longplayers direkt sehr zeigefreudig inszeniert. Das Ganze riecht generell nach 'nem ziemlich kalkulierten Kamikazeunternehmen. Die werden bestimmt riesig in der "Turbojugend"-Community...

    ADORAN - Artemisia
    VÖ: 14.06. | Tartarus Records
    Eines von gefühlt hundert Projekten vom kanadischen Wahlberliner Aidan Baker ( u.a. auch Nadja) ist ADORAN, ein Duo mit Basser Dorian Williamson (von u.a. Northumbria), bei dem Baker selbst ausnahmsweise mal Drums spielt.
    Drone-Doom mit Jazz-Schlagseite, nicht uncool!


    THE AUSTERITY PROGRAM – Bible Songs 1
    VÖ: 14.06. | Controlled Burn (US) + Throatruiner (EU)
    Der Titel ist kein Witz, sondern die sechs Songs dieser LP sind tatsächlich vom alten Testament beeinflusst, in dem man ja genug absurde Stellen findet, um sie mit dem eigenwilligen Drumcomputer-Metal-Punk/ Noiserock von THE AUSTERITY PROGRAM zu verquicken.

    Bei Throatruiner Records bzw. über den Euro-Shop von Deathwish Inc. gibt's auch Bundels mit Shirt und zusätzlicher 7''-Single.

    BARONESS - Gold & Grey 
    VÖ: 14.06. | Abraxan Hymns
    Eigentlich könnte ich einen längeren Sermon darüber schreiben, dass ich ca. 2005 – 2012 (ja, "Yellow & Green" fand ich noch echt gut!) ziemlich großer Fan der Band war, die mal mit sowas wie Sludgecore / Extrem-Metal samt dezent progressiven Anwandlungen anfing, zwischendurch auf zwei Longplayern mit regelrechtem Stadion-Sludge bzw. schmutzigem Prog-Stoner-Metal ziemlich eigen klang, als inzwischen auch personell ganz andere Band - Gitarrist/ Sänger/ Coverkünstler John Baizley ist längst die einzige Konstante - mittlerweile allerdings bei sowas wie angerautem, episch-melodischem Alternative-Rock angekommen ist, den ich wohl einfach nicht so wirklich brauche. 
    Manchmal ist das halt so...
    [http://smarturl.it/baroness-goldandgrey / https://baronessmerch(...)/store/ ]



    ENABLERS - Zones
    VÖ: 16.06. |  Exile on Mainstream
    Auch so eine „eigentlich wirklich sehr gute Band, die ich bisher aber irgendwie nicht so wirklich hör(t)e“: Seit ihrem ersten Album über Neurot Recordings 2004 verfolgen die ENABLERS aus San Francisco unentwegt den Kurs, sowas wie Postrock im Slint-Sinne mit Spoken-Word-Poesie zu kombinieren.
    "Zones" ist ihr sechstes Langspielalbum, das hierzulande mal wieder über Exile On Mainstream erhältlich ist. Vorbesteller haben es schon zwei Wochen vorm offiziellen Release Date!



    ORPHYX / JK FLESH - Light Bringer
    VÖ: 14.06. | Hospital Productions
    Jeden Monat eine JK FLESH-Veröffentlichung? Auf dem Label von Dominick Fernow aka Prurient erscheint mit "Light Bringer" ein Album, das konservierte Live-Kollaborationen von JK FLESH aka Justin Broadrick und dem kanadischen Industrial-Techno-Duo ORPHYX enthält.  


    Und wo wir gerade dabei sind, sind auf Hospital Productions am gleichen Tag noch drei weitere Veröffentlichungen am Start: OLD TOWER's "Finsterströmung" ist der zweite Teil einer Dungeon-Synth/ Dark Ambient Trilogie, "California Black Vows" von CLAY RENDERING dürfte was für Dark-Wave-/ Gothrock-Freunde sein und die LINEKRAFT / ALBERICH Split "Shock Industrialization" bietet fiese Industrial-Harsh-Noise-Walls. 

    PINKISH BLACK - Concept Unification  
    VÖ: 14.06. | Relapse
    Tja, und wenn man mal ganz ehrlich ist, ist's mit PINKISH BLACK dann ja auch so ein Ding: Als sie 2012 als Nachfolgeband von The Great Tyrant mit ihrem selbstbetitelten Debüt in der Szene aufschlugen und nur ein Jahr später das nächste Album über Century Media nachschoben, war die Synthie-lastige Musik des Duos, die irgendwieDoom-Spirit lebte ohne Metal-Gitarren aufzufahren, eine echt interessante und erfrischende Sache. Auf dem dritten Album "Buttom of the Morning" (2015, Relapse Records) hatte sich das Ganze dann aber doch irgendwie ziemlich abgenutzt und die Band entschwand einem irgendwie aus den Augen, aus dem Sinn...
    "Concept Unification" ist nun der nächste Anlauf und wir hören wohl tatsächlich noch mal wieder rein, oder?


    SLOMATICS - Canyons
    VÖ: 14.06. | Black Bow Records
    Auch die britischen Stoner-Sludge-Doomer SLOMATICS gibt's inzwischen seit eineinhalb Dekaden und das Alleinstellungsmerkmal des Trios ist der nicht alltägliche Umstand, dass hier der Schlagzeuger auch die Lead-Vocals übernimmt. Klargesang übrigens eher, der von einer Dreifach-D-Soundwand (dick, dreckig, dröhnig) der Saiteninstrumentalisten umgeben ist.
    Auf ein Roadburn-Live-Album und eine Split mit Mammoth Weed Wizard Bastard folgt dann jetzt mit "Canyons" auch mal wieder ein reguläres Langspiel-Studiowerk.

    TRAUMA CITY - Trauma City
    VÖ: 10.06. 
    Seit eh und je habe ich ein sehr großes Herz für Bands, die irgendwo auf der Grenze zwischen völlig verschrobenem Nerd-Kram an der Schwelle zum reinen Insider-Witz und dem totalen Rock'n'Roll-Chaos agieren.
    Auf TRAUMA CITY aus Atlanta trifft das zu, denn dieses Trio macht sowas wie Baller-Math-/ Noiserock mit 8bit-Geblubber. Lightning Bolt/ Black Pus lassen grüßen.


    Sonst noch?

    DAVID J („of Bauhaus fame“) hat mit "The Auteur (Redux / The Starlet's Cut)" eine digitale Single mit neuen Versionen eines älteren Songs als Vorboten zum nächsten Album am Start. Unterstützt wird er dabei u.a. von Sängerin Rose McGowan, Larry Mullins (Nick Cave and The Bad Seeds) und Tausendsassa Paul Wallfisch (u.a. auch zuletzt bei Swans!).

    Auf Riot Season ist 'ne Split-LP der hiesigen Fließband- Psychedelic-/ Krautrocker ELECTRIC MOON und der reunieriten britischen Psych-Noiserocker TERMINAL CHEESECAKE am Start! 

    Sludge-Doom aus dem Umfeld der wirren Oksennus: "Tuska ja pakokauhu" von HIRVEÄ.

    Mit "Apocalyptic Lamentations" von HELL BENT versprechen Pain Gore Death Productions was wild-archaisches zwischen Thrash Metal und Crust-Hardcore. 

    Am 12.06. erscheint das Debüt der Schweizer Black-Metaller KVELGEYST, das man bei Affinität zu derartigem auf dem Zettel haben sollte.

    Einen Monat vorm selbstbetitelten Debütalbum gibt’s mit "Shapeshift" schon mal ‘ne digitale Single mit zehn Remixen von der NASTIE BAND. Bei jener ist u.a. Faith No More-Keyboarder Roddy Buttom mit an Board! 

    Die RADAR MEN FROM THE MOON (jetzt doch wieder ausgeschrieben?) haben mit der "Bliss"  EP drei neue "K-Hole Anthems" am Start, die weiter ihren Übergang vom Instrumental-Krautrock zu irgendwas industriell-technoidem vollziehen.

    Die Crusties/ Polit-Punks/ Semi-Straight-Edger mit doppelter Frauengeschrei-Attacke von REDBAIT haben mit "Cages" eine neue 7''-EP am Start.

    Werde ich mir definitiv zulegen:"The End of Radio", ein Doppelalbum der Peel-Sessions von SHELLAC aus den Jahren 1994 und 2004 kommt am 14.06. (natürlich) bei Touch and Go Records raus! Wahlweise als 2LP+CD oder auch 2LP/ 2CD/ Shirt-Bundle!

    Old-School-Rumpel-Thrash aus der Klischeekiste? Wenn's sein muss, dann "Visionaire Of Death" von SADISTIC RITUAL.

    Die Traditionsmetaller SLOUGH FEG firmieren jetzt wohl auch wieder unter ihrem alten Namen "THE LORD WEIRD SLOUGH FEG" und haben "New Organon" auf der Startrampe von Cruz Del Sur Music.

    VÖ 21.06. ...

    A DEER A HORSE - Everything Rots That Is Rotten 
    VÖ: 21.06. | Corpse Flower 
    Ich habs schon mal gesagt und sage es gerne auch noch mal: Corpse Flower Records aus Detroit entwickelt sich gerade zu 'nem Ober-Lieblingslabel von mir. Celtic-Frost-Tibutsampler, Noiserock-Helden und Grindcore-Großtaten... Betreiber Kenneth muss sowas wie mein Brother from another Mother sein...
    Sein neustes Signing ist das New Yorker Trio A DEER A HORSE, das mit einer ordentlichen Portion von poppiger Indierock-Leichtfüßigkeit und skelettiert-schrägem Schraddel-Sound Marke Jesus Liz in einem ähnlichen Heavy-Bermudadreieck zwischen Post-Hardcore, Noiserock und Stoner unterwegs ist, wie etwa Helms Alee.
    Sehr cool!




    BAD BREEDING - Exiled
    VÖ: 21.06. | Iron Lung, One Little Indian
    Das 2017er Langspieldebüt der britischen Anarchos BAD BREEDING beeindruckte mich ja ziemlich. Hier haben wir eine junge Band, die nicht nur thematisch und ideologisch was zu sagen hat, sondern auch musikalisch was frisch-rauwindiges stürmen blässt, das vor allem auch Freunden der eher atonal-krachigen Gitarrenmusik irgendwo zwischen (Post-)Punk/ Hardcore und Noiserock besonders gut schmeckt. Enkel von Killing Joke, Crass und Amebix? Man ist geneigt, so eine Floskel zu bringen.
    Ihr neues Album "Exiled" erscheint in den
    USA über Iron Lung und auf der Insel des Vereinigten Königreichs via One Little Indian. Und ich bin sehr vorfreudig gespannt drauf!


    BEAK - Life Goes On EP
    VÖ: 21.06.
    Noch so eine „finde ich ja eigentlich super“-Band, die ich ja trotzdem selten bis nie höre: Der krautrockige „Portishead-Albeger“ BEAK hat mit dieser rein digitalen EP einen Nachschlag zum letztjährigen Album am Start. 

    Drei neue Songs und sowas wie ein Remix.

    HEX MACHINE - Cave Painting
    VÖ: 21.06. | Minimum Underdrive
    Punkiger Stoner-Metal oder doch eher heavy Noiserock? Schräge Voivod-Anleihen? Ein Hauch von Psychedelic trotz grober Kelle?
    File under: Musik, wie sie wohl auch von mir sein könnte!
    Sechs bis sieben Jahre nach dem letzten Album ("Fixator" via Learning Curve Records; die selbstbetitelte Debüt-EP wiederum erschien damals über Relapse) sind 
    HEX MACHINE aus Richmond, Virginia - mit Leuten, die irgendwann auch mal Today Is The Day-Mitglieder waren - wieder da.
    Aufgenommen von Harvey Milk's Kyle Spence!



    HIGH TONE SON OF A BITCH - Death of a New Day / Eye in the Sky
    VÖ:  21.06. | Throne Records
    Fast eineinhalb Dekaden nach ihren letzten Aktivitäten melden sich HIGH TONE SON OF A BITCH zurück, eine selbsternannt „unprätentiöse Heavy Psychedelic Hard Rock“- Band, deren Kernmitglieder und Mitmacher-Kollaborateure man u.a. auch von Noothgrush (Russ Kent), Neurosis (Dave Edwardson) oder Men of Porn (Johann Zamora) kennt.
    Neben der brandneuen Single "Death of a New Day / Eye in the Sky" nutzen Throne Records die Gunst der Stunde, bei der Gelegenheit auch das ältere Material der Band wieder zu veröffentlichen, unter dem man wohlklingende Produzentennamen wie Billy Anderson oder Alex Newport lesen kann.
    (Bandcamp)


    LIGHTNING BORN - Lightning Born
    VÖ: 21.06. | Ripple Music
    C.O.C.‘s Mike Dean hat drei weitere Leute um sich geschart – darunter wohl auch wer, den man von Bloody Hammers und Hour of 13 kennt – um in stoner-doomiger Hypnose Sabbath zu huldigen.
    Das selbstbetitelte Debütalbum davon kommt 21.06. über Ripple Music raus.
    Es gibt zu ‘nem Song auch einen Animationsclip von Costin Chioreanu..




    MOCK IDENTITY - Where You Live
    VÖ: 21.06. 
    Sowas wie hektisch nach vorne stolpernden Post-Punk mit teils schrägen, teils einen regelrechten Schuss Soul/ Pop addieren Vocals hätten wir dann auch noch mit dieser neuen EP eines sympathischen jungen Quartetts aus Washington, D.C.

    RAT THE MAGNIFICIENT - The Body As Pleasure
    VÖ: 21.06.
    Typisch britisch: Da man sich die Schlagzeugerin mit Hot Sauce Pony teilt, verwundert es jetzt auch nicht wirklich, dass die Londoner RAT THE MAGNIFICIENT auf "The Body As Pleasure" sowas wie ‘ne Mischung aus dissonant-dröhnig brummnendem Noiserock und Stoner-Aura,sowie auch einer klitzekleinen Brise Pop fahren.
    Kann man echt machen!


    THE CALLOUS DAOBOYS - Die On Mars
    VÖ: 21.06. | Dark Trail Records
    Mathcore/ Chaotic-Harcore ist was, für das ich mich eigentlich schon irgendwie zu alt fühle. ;) Beim Energiepegel, den THE CALLOUS DAOBOYS bei ihrem jazzy verbreakten Gebkloppe, Gequietsche und Gebrüll so vorlegen, kann man allerdings nur anerkennend nicken.
    Zusätzlich sympathisch außerdem: Es scheint sich dabei trotz aller wahnsinniger Inbrunst um 'ne eher etwas humorvolle, auch ungeniert „bekloppt“ agierende Band zu handeln, anstatt um irgendeinen aufgesetzten Aggro-Quatsch. 

    THE ST. PIERRE SNAKE INVASION - Caprice Enchanté
    VÖ: 21.06. 
    Und hier hätten wir Album Nummer zwei von THE ST. PIERRE SNAKE INVASION, einer ins rotzrock'n'rollige neigenden Post-Hardcore-Band aus dem Umfeld, das auch schon die zuletzt einen ziemlichen Bekanntheitssrpung gemacht habenden Idles hervorbachte. Den Basser teilt sich man sich dieser Tage übrigens außerdem mit Mclusky!

    Und außerdem:

    Checkt bei Interesse an Klangkunst von Drone, Dark-Ambient und Noise bis zu Sounddesigner-Techno unbedingt die "Amateur Vampires" Compilation von Opal Tapes mit u.a. SOFT ISSUES, SELM und MATT FINNEY!

    God Unknown Records haben in dieser Woche mit "Begin Anywhere" ein Solo-Album von CHARLES HAYWARD am Start, bekannt u.a. als Drummer von This Heat, der einem an dieser Stelle allerdings mit Piano und Stimme verzückt.

    Wer was mit Screamocore/ Emoviolence anfangen kann,der checkt vielleicht mal die neue DREI AFFEN EP "Seguimos Ciegxs".

    Indie-/ Noiserock aus Chicago, wohl irgendwie aus dem Umfeld der Stoner-Progger Elder: ENGINES haben mit "Every Cell" eine neue EP draußen. 

    Die für physische Übersee-Vorbesteller vage auf „Anfang Juni“, bei Bandcamp allerdings auf den 21.06. datierte neue 7'' von GRIZZLOR namens "Coolness Factor 6" (Learning Curve Records) hat mal wieder ein ziemlich cooles Comicstyle-Coverartwork!

    Es ist mir fast ein bisschen peinlich, aber ich habe außerdem noch auf dem Zettel, dass die HOLLYWOOD VAMPIRES, Hardrockopa Alice Cooper's Supergroup und Coverband mit Schauspielstar Johnny Depp und Aerosmith' Joe Perry an den Gitarren, in dieser Woche das zweite Album "Rise"  raushauen.

    Doom Metal aus Kanada hätten wir dann auch noch mit "Behold!" Von PALMISTRY.

    Das Industrial-Revival greift weiter um sich, denn mit "Candy" gibt's auch ein neues Album von [PIG].

    Old School Death Metal, der ein bisschen mehr bietet als nur Retro-Style-Langeweile? Vielleicht mal "The Anatomy Of Unholy Transformation" von SUPERSTITION checken.

    Unter dem Titel "LIFE IST KRIEG" feiern dann auch noch Clan Destine Records aus Glasgow das zehnjährgie Bestehen mit insgesamt 42 Betriägen von u.a. auch BURIAL HEX oder VERSET ZERO.
    "Support the trve underground, Anti Scene, Anti Religion, Anti Useless Life (...)"

    VÖ 28.06.:

    100000 TONNEN KRUPPSTAHL - Teeth Fletcher
    VÖ: 28.06. | Wooaaargh
    Ich kann mich erinnern, dass diese Sache auch schon länger in der Mache war: Das Berliner Weirdo-Sludge-Grind-Duo 100000 TONNEN KRUPPSTAHL - genau so von den Melvins beeinflusst wie passenderweise mit JaKa verbandelt - hat ihre eigene Version eines Doom-Epos Marke "Dopesmoker" geschaffen.
    Ob man sowas dann wirklich als 2LP braucht (um etwas, das im Grunde genommen ein durchgängiger Song ist, dann drei mal umlegen zu müssen...) ist ja irgendwie auch so eine Sache, aber an sich habe ich Bock drauf!


    AXIOMA - Crown
    VÖ: 28.06 | Translation Loss 
    Drei Jahre nach der Debüt-EP gibt's mit "Crown" dann jetzt auch mal den Langspieleinstand von AXIOMA.
    Für mich ist das ja 'ne eher traurige Sache, denn die Tatsache, dass Basser Aaron Dallison dieser Tage mehr mit den Heavy-Jazzern Brain Tentacles und eben den Dissonant-Black-Metallern AXIOMA aktiv ist, die dürfte dann wohl heißen, dass man von den Math-Sludge-Underdogs Keelhaul eigentlich nix mehr erwarten darf.


    BLARF - Cease & Desist
    VÖ:28.08. | Stones Throw
    Diese Entdeckung ist mir tatsächlich eine Erwähnung wert: Dass Komiker/ Schauspieler Eric Andre nicht nur gespielt, sondern tatsächlich auch authentisch so’n bisschen durch ist, das hatte man ja allgemein schon länger vermutet. Unter dem Pseudonym BLARF veröffentlicht er mit "Cease & Desist" nun mutmaßlich just for the fun of it ein Sample-Collagen-haftes Album, das zwischen kurze Instrumental-Hip-Hop-Tunes mit Cartoon-Charakter auch noch mal eben ‘nen langen Nonsens-Noise-Track 
    setzt (das mehr als zwölfminütige 'I Worship Satan'). Irgendwie sympathisch!

    COLLAPSING SCENERY - Stress Positions
    VÖ: 28.06. | Metropolitan Indian

    Das elektronische Duo mit Don Devore, der früher Gitarrist der legendären Post-Hardcore-Vampire Ink & Dagger war, wird nun nach vielen Singles über die letzten vier Jahre am 28.06. das Langspieldebüt "Stress Positions" veröffentlichen.
    Behaltet die entsprechende Bandcamp-Seite im Auge, ob das Teil dort in Kürze aufschlägt oder gebt Euch halt solange den selbstfabrizierten Videoclip zum Song 'All The Way Alive':




    DEFLORE - The Party in the Chaos
    VÖ: 28.06. | Subsound Records
    Das römische Industrial-Rock/ -Metal-Duo DEFLORE war irgendwann mal Local Support von Killing Joke, deren Frontmann und Chefweirdo Jaz Coleman dann recht angetan von ihrer Musik war. 
    Von da aus war es irgendwie nicht mehr weit dahin, dass er gleich mal eben zwei der drei Songs auf dieser EP seine Singstimme leiht.

    KEITZER - Where the Lights Ends
    VÖ: 28.06. | FDA Records
    Update: Veröffentlichung der Platte ist vom Vertrieb auf den 19.07. verschoben worden.

    LIFES - Treading Water
    VÖ: 28.06. | Triple Eye Industries / Knochentapes / ...

    Auch in Grindcore-/ Powerviolence-Gefilden sind Bassgerumpel- und Schlagzeug-Duoformationen inzwischen keine Seltenheit mehr. Genau so eine sind LIFES aus Milwaukee, deren Mitglieder schon mit diversen anderen Ballerbands lärmten und hier nun ihr Debüt im Minimal-Setup über eine ganze Kette verschiedener Klein-Labels vorlegen.


    LOW FLYING HAWKS - Anxious Ghosts
    VÖ: 28.06. | Magnetic Eye
    Es ist ja eigentlich unmöglich, in Kontext von LOW FLYING HAWKS nicht deren prominente Rhythm-Section zu erwähnen, denn "Melvin" Dale Crover sitzt am Schlagzeug und "Mr. Bungle" Trevor Dunn bedient den Bass, während die beiden eigentlichen Macher der Band an Gitarren und Gesang nahezu anonym sind.
    Man macht sowas wie Doom, aber eigentlich auch nicht wirklich und hat mit dieser EP die bereits dritte Veröffentlichung am Start, die das gewohnte stilistisch etwas ausweiten soll.


    PHILARY – I Complain
    VÖ: 28.065. | Exploding In Sound
    Das hier ist wohl was für Fans von Torche u.ä., während man beim Kerrang Magazin dazu gar schon den „Weezer meets Celtic Frost“-Spagat gewagt hat: Pile-Mitglied Alex Molini hat ein Soloprojekt namens PHILARY, mit dem er krachende Noiserock-/ Stoner-/ Metal-Vorlieben damit zusammenführt, sich auch große Pop-Melodien und so ein bisschen Emo sein zu trauen.
    Ob ich persönlich sowas heutzutage wirklich brauche, da bin ich mir nicht so sicher, aber es scheint tatsächlich so ein gewisses Konsenspotenzial in der Sache zu stecken und irgendwie ist’s auch sympathischer als aufgesetztes Hassgehabe….


    YELLOW EYES - Rare Field Ceiling
    VÖ: 28.06. | Gilead Media
    Irgendwie scheinen die New Yorker YELLOW EYES ja 'ne ganz besondere Band zu sein. Nicht nur hiesige Tourkollegen wie Ultha zeigten sich von ihnen in der Vergangenheit schon betont beeindruckt, sondern auch etwa Alexander Hacke von den Neubauten (!).
    Persönlich fand ich beim Live-Eindruck interessant, dass die US-Black-Metal-Band ihren räudigen wie atmosphärischen Sound mit regelrecht minimalistischem Equipment erzeugt, denn in Zeiten, in denen wirklich jeder Gitarrist und Basser riesige Effektgeräte-Boards auffährt, kommen diese Jungs wiederum mit nur einem Pedal pro Instrument aus.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn es diese Saison ein Black-Metal-Album gibt, dem sein Gehör schenken sollte, dann ist es wahrscheinlich "Rare Field Ceiling".

    ZAVOLOKA - Sobor 
    VÖ: 26.06. | Kvitnu
    Wer in einem (gerade auch für elektronisch unbelecktere wie mich) stilistisch schwer definierbarem freiem Feld zwischen Ambient-Techno, IDM und Noise-Klangkunst oder so in nur zwei Tracks von 11:25 Minuten Gesamtspiellänge musikalisch so viel auszusagen schafft, der hat irgendwas richtig gemacht: "Sobor" von ZAVOLOKA ist faszinierend „narrative“ Collagen-Musik mit EDM-Wurzeln von gewisser Dezenz, wie man sie nicht alle Tage hört.


    Sonst noch?

    Die neuseeländischen Stoner-Metaller BEASTWARS haben mit "IV" ein Reunion-Album am Start, das u.a. ein direktes Dankeschön an die Fans ist, die ihren Sänger Matt in schweren Krankheitszeiten unterstützt haben.

    CORN’s "Manifest" ist sowas wie Industrial-Techno/ EBM mit Cyberpunk-Nostalgie. Durchaus eher poppige Dance-Musik, dabei aber irgendwie auch dezent düster.

    Als „Ghost Grunge“ bezeichnen die aus verschiedenen Teilen der Welt in London zusammengekommenden Mädels von GHUM auch die Musik ihres Langspieldebüts "The Coldest Fire", die unter einer Goth-Pop-mäßigen Oberfläche das Rock-Handwerk nicht ganz außer Acht lässt. 

    TAR PIT aus Portland, Oregon debütieren mit "Tomb of Doom" und der Name ist Pogramm. 

    Nefarious Industries wollen mit dem Gastmusiker-reichen "Calling Whitetails to a Tuned Bow" von THOSE DARN GNOMES einen wilden Crossover im Spannungsfeld von Free-Jazz, Noise und Metal am Start haben.

    Und die Baller-Harcoreler von VICTIMS haben mit "The Horse and Sparrow Theory" dann auch mal wieder ein neues Album via Relapse raus.