Sonntag, 26. Mai 2019

Deliverance

Weil's mir in der Veröffentlichungswoche irgendwie durchging (zu meiner Verteidigung: In dem Zeitraum erschienen als Eisbergspitze des allgemeinen Neuerscheinungen-Wahnsinns nicht nur neue Alben von Saint Vitus, Valborg und Terminal Cheesecake, sondern u.a. auch noch interessanter Lärm von Big|Brave, Yc-cY usw. usw. ...) ist mir das auch mal wieder ein Einzelreview wert: 
Weltenbummler-Künstlerin DANIELLE DE PICCIOTTO hat mit "Deliverance" ein neues Solo-Album raus, bei dem Ihr Ehemann Alexander Hacke (natürlich of Einstürzende Neubauten Fame) an Studioreglern und Bass ein bisschen mit Hand aufgelegt hat.

Wie bei ihren Releases als Duo hackedepicciotto ist das Ganze ganz trocken-analytisch gar nicht mal so einfach abzuheften.
Es pluckert und knistert experimentelle Elektronik, immer wieder ertönt eine Violine, de Picciotto spricht und singt sanft, mal strahlt man etwas meditatives aus und gelegentlich steigert man sich in regelrechten Orchester-Charakter
Manchmal hat das mal mit Ethereal-Pop-Charakter was von Julee Cruise (z.B. 'Dancing In The Rain'), manchmal ist man in gänzlich eigenen Sphären esoterischer Postrock-Balladen unterwegs.
Interessant ist das immer, oft auch schön, in einigen Momenten allerdings auch mal unbehaglich.
Die Reflexionen von de Picciotto, deren Songtexte man auch auf der Bandcamp-Seite lesen kann, reichen dabei von purer Poesie bis zu tagesaktuellem Charakter ('Spring').

Nicht nur der Inhalt ist besonders, sondern auch die Verpackung: Wer sich "Deliverance" ins Plattenregal stellen möchte, der bekommt die LP für €40 in einem Hardcover plus 24seitigem Kunstbuch. Beeilt Euch bei Interesse, denn jetzt gerade sind auf der Bandcamp-Seite von den 150 nur noch im einstelligen Bereich welche übrig.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Saint Vitus

Eines vorweg: Okay, ja, wir können uns meinetwegen drauf einigen, dass das 2012er "Lillie: F-65" nicht unbedingt ein herausstechendes Karrierehighlight der Band ist, bzw. wohl eher nicht irgendwann mal als essenzielles Album des Jahrzehnts in irgendeiner musikalischen Listenaufarbeitung zu finden sein wird. Geschenkt!
Das Maß an Ablehnung, das es mitunter bekam, habe ich aber trotzdem nicht ganz nachvollziehen können. (Im mal wieder komplett ahnungslosen Review vom Visions Magazin z.B.
war von „armselig und ideenlos“ die Rede – what the fuckin‘ fuck?!? und im RockHard gab’s ‘ne Plus-/ Minus-Gegenüberstellung, bei der zum Schluss gar was vom mutmaßlich Drogenkonsum-vermatschten Hirn auf Musiker-Seite fabuliert wurde. Puh. Und sich im Doom-Kontext so dermaßen an einem einzelnen Feedback-Drone-Track hochzuziehen ist auch ziemlich merkbefreit und kleinkariert.)
Leute, jetzt mal ganz ehrlich: So schlimm war’s ja nun auch nicht. "Lillie: F-65" ist ein zugegeben etwas „unspektakuläres“ Werk klassischen Doom-Metals mit Punk-Schmutz im Sound von der Band, die’s miterfunden hat, und als solches absolut okay. Was hattet Ihr denn bitte eigentlich erwartet? Bei mir ist das Teil jedenfalls im Laufe der letzten Jahre tatsächlich immer wieder mal auf dem Plattenteller gelandet und ich mag’s.

Vorgespult zu 2019 ist Genre-Gallionsfigur Scott "Wino" Weinrich mal wieder raus aus der Band (und derweil mal wieder mit The Obsessed unterwegs) und Ur-Sänger Scott Reagers (zum schon dritten mal) mal wieder mit drin. 

Der an Parkinson erkrankte Basser Mark Adams musste inzwischen leider das Instrument an den Nagel hängen und wurde durch Patrick Bruders (Ex-Goatwhore, Ex-Crowbar, aktuell auch bei Down) ersetzt.
Und kürzlich hat man - als Kreisschluss zum 1984 veröffentlichten Debüt - ein selbstbetitels Album rausgehauen.


 
Jenes wirkt durchaus inspiriert! Mit dem spielfreudigen Powerhouse-Drummer Henry Vasquez im Rücken scheint Gitarrist und Bandleader Dave Chandler Bock gekriegt zu haben, auch mal wieder eine Ladung eher schmissige Songkompositionen aus seinen Ein-Finger-Dröhn-Riffs zu formen.
Neben Material wie dem groovenden Opener 'Remains', dem ganz klassischen 'Hour Glass' oder dem (sieht man vom rasenden Solo-Mittelteil ab) größtenteils getragenen 'Last Breath' werden nämlich auch mal wieder temporeiche Songs wie das rasanter rockende 'Bloodshed' oder das klöppelnd nach vorne walzende '12 Years in the Tomb' geboten.

Und Scott Reagers gibt dabei eine so gute Figur ab, dass man sich bei allem Respekt für Wino fragt, wie überhaupt je ein anderer Sänger Aushängeschild der Band bzw. einer Stilrichtung werden konnte. Er johlt auf seine unvergleichlich kauzige Art sicher im Ton und mit viel Volumen, schmettert kräftig bis ins auch mal fast schon growlige und er trällert kurz sogar mal richtig hoch (herrlich, diese Momente bei 'Hour Glass'!).

Ob es jetzt wirklich notwendig war, als Schlusspunkt mit 'Useless' noch mal eben in eineinhalb Minuten ‘ne hardcore-punkige Uptempo-Nummer raus zu dreschen, klar, darüber kann man auch geteilter Meinung sein, aber ich find’s super. Salz in der Suppe, Energie und Biss, alte Helden noch nicht müde und blabla – Ihr wisst, was ich meine.  
(Lediglich das nichtssagende Interludium 'City Park' ist vielleicht ein bisschen unnötig, weil irgendwie auch etwas zu lang geraten.) 

Dieser auf die alten Tage noch mal recht roh gehaltene Soundmix des manchmal einen Ticken holprig rüberkommenden Albums ist dann ferner noch etwas, das ich ziemlich abfeier‘, weil: Nieder mit den perfektionistischen Plastikproduktionen!

Ich finde "Saint Vitus (2019)" jedenfalls tatsächlich ziemlich stark. 
Allerdings bin ich dann jetzt auch mal gespannt auf die Experten, die hierbei wieder das (lange) Haar in der Suppe finden werden...

Montag, 20. Mai 2019

Die Mitte gefunden?

Wer diesen Blog schon länger verfolgen sollte, der hat es natürlich immer wieder mal mitbekommen, dass ich über VALBORG wirklich nur Gutes zu sagen habeSeit der 2012er "Nekrodepression"- der ca. einen Monat zuvor eine Augen bzw. Ohren bzw. Mund öffnende Livebegegnung vorausging - spielt das Trio aus der Mitte des Bonner Zeitgeister-Kollektivs ganz oben in meiner Liga der Lieblingsbands mit.

Die musikalische Reise, die sie bis zu "Nekrodepression" bereits hinter sich hatten, umfasste dabei schon alles mögliche von ziemlich verschrobenen Anfängen mit teilweise sogar grindiger Kante, Voivod-Schrägheiten und Morbid-Angel-Momenten (die auf den Demo-Compilations "Songs For A Year" und "Radio Valborg" dokumentiert sind) bis zu atmosphärischem Düster-Doom und sogar 'ner epischen Stadion-Metal-Hymne für die Ewigkeit.
Weitere Projekte der der Bonner wiederum stecken ein Feld von Ambient-Postrock oder Prog über folkigem Black Metal bis zu experimentellem Death Metal ab (Owl ist auch nicht zu verachten!). Der "sophisticated Primitivism" (Label-Info) von, den im Gegensatz zu anderen Bands aus diesem Umfeld auch live agierenden VALBORG ist allerdings in der Tat so simpel-genial, das vor allem jener nicht aufhört mich zu faszinieren.

Das letzte Album "Endstrand" begeisterte vor zwei Jahren als sperrig-brachialer Brocken von besonderer Hässlichkeit und infernalischer Inbrunst.
Auf "Zentrum" ging es der Band laut eigener Aussage nun darum, sich wieder in der eigenen Mitte einzupendeln.



Und ja, "Zentrum" ist irgendwie vielleicht schon etwas straighter ausgefallen als sein Vorgänger, was bei VALBORG allerdings keiner Anbiederung an vermeintliche Zugänglichkeit gleichkommt. Ganz im Gegenteil sogar, denn eigentlich ist das Teil irrwitzigerweise noch mal 'ne Spur ruppiger, krachiger, schmutziger und wahrscheinlich auch noch düsterer ausgefallen.

Gleich zu Anfang blastet die Uptempo-Dampframme zwei Songs lang mit der Snare auf 1 nach vorne los. Ein nicht untypischer, etwas kruder Stunt, den sie im Verlauf des Albums immer wieder mal durchziehen. 



Das Drumherum wirkt irgendwie besonders unaufgeräumt: Synthies ragen mal als erbauliches Vangelis-Moment aus dem Lärm raus, mal verwachsen sie die Ballermusik mit einem ziemlichen Noise-Faktor.
Das hier ist tatsächlich das Ergebnis von VALBORG‘s Versuch, die eigene Mitte wiederzufinden? Wie schlimm war’s denn davor
dann eigentlich?
Das dystopische Industrial-Feeling treibt die langsamer gehaltene dritte Nummer 'Anomalie' dann damit auf die Spitze, anfangs schwer was von Godflesh zu haben, um sich im weiteren Verlauf dann gleich noch mehr in Killing-Joke-esquen Vibes zu ergehen, was 'Nahtod', 'Ultragrab' und das besonders atmosphärische 'Nonnenstern' fortsetzen, bevor 'Kreuzer' und 'Schwerter der Zeit' wieder aufs KloppKloppKlopp-Gaspedal treten. 

Es schwingt Wahnsinn mit!

Grundsätzlich kann ich das hier mit 'ner Erkenntnis abschließen, wie ich sie unter jedes VALBORG-Album setzen möchte: VALBORG machen nicht nur nie ein Album zwei mal, sondern sie bringen dabei auch wirklich jedes mal Dinge, die andere so nicht bringen würden. VALBORG haben was grobschlächtiges und direktes, was man allerdings auch nicht als schiere Simplizität fehldeuten darf. VALBORG können genauso so ultradüster rüberkommen wie regelrecht tollwütig, was sie allerdings im Gegensatz zu vielen Abziehbild-Black-Metal-Kaspern schaffen, ohne dabei irgendwie in eine Klischeekiste greifen zu müssen, aus der heraus man den dämonischen Typen oder besonders harten Mann markieren will. VALBORG sind authentisch und eigen. Eben deswegen wird hierbei auch mal wieder nicht jeder mitkommen (Musiknerds mit Indie-Sozialisierung zeigten sich in der Vergangenheit von den unbestreitbaren Metaller-Eigenschaften der Band schon genauso abgestoßen, wie wiederum auf der anderen Seite viele Trve- Düster-/ Extrem-Metaller von so viel Unkonventionalität, Unberechenbarkeit und nerdy Selbstironie heillos überfordert sind). Das macht aber auch nichts, denn die verstehenden, die lieben sie dafür umso mehr!

PS: Zwei mal VALBORG in nur vier Tagen? Da bin ich dabei:

Sonntag, 19. Mai 2019

The Shape of Doom to come

Nein, um alberne Blogpost-Titel bin ich nie verlegen.
Aber folgendes möchte vom Notizzettel gerade mal nach draußen: Das neue GHOLD Album hat mich ja echt ein bisschen überrascht und verblüfft!


Denn gemessen an dem, was ich von vorangegangenem Material der Band so kenne, scheinen sich die Briten auf ihrem fünften Langspielwerk fast schon in zwei vermeintlich gegensätzliche Richtungen gleichzeitig weiterzuentwickeln: 
Einerseits stellt man nämlich über weite Strecken von "Input > Chaos" (Crypt of the Wizard) ‘ne Menge an fast schon traditionell anmutendem Doom-Metal-Pathos in der Gesangs- und auch Leadgitarren-Melodieführung zur Schau, den ich in einem derartigen Ausmaß gar nicht in ihrer DNA verortet hatte - zumal ihr letztes Album "Stoic" von Ende 2017 mit so ‘ner Art von zähem Drone-Sludge-Noiserock noch deutlich näher an Einflüssen wie früheren Melvins oder Harvey Milk tönte - andererseits dröhn-scheppert man sich aktuell mitunter durch einen Sound, der sowas wie ‘ne noisig-raue Industrial-Kante aufweist.
Okay, ja, Momente industriell anmutender Experimente gab’s natürlich auch schon auf dem Vorgänger ('Faeder Ure'), allerdings treiben sie es dieses mal
auf die Spitze.
Die Eröffnungsnummer 'Chaos Reigns' z.B. klingt direkt wie Saint Vitus im Merzbow-Remix oder sowas.



Das folgende 'Divine' vereint diese unerwartete Gangart mit stampfendem Kling-Klöng-Geschepper, 'Blindsided & Drunk' wiederum überrascht dann wiederum ferner als sehr melancholischer Doomer (leichte Schlagseite in Richtung der balladeskeren Harvey Milk-Momente) ganz ohne derartige Gimmicks.
'Keep Fear, Forever Cold' pulsiert dann rhythmisch etwas hektischer nach vorne, 'of Merica' ergeht sich gänzlich in Drone-/ Industrial-Noise-Soundscapes und als Finale gibt's dann mit 'Lift The Sweet Veil' noch mal 'ne melodisch-epische Doom-Metal-Nummer mit hintergründigem Noise-Faktor.
"Input >Chaos" ist auf jeden Fall ein echt seltsames Teil, aber eben auch gerade deswegen ziemlich interessant und cool!



Damit wären wir dann eigentlich auch schon beim Thema BIG|BRAVE, denn die vor kurzem auch schon bei Album Nummer vier angekommenen Kanadier machen ja etwas gar nicht mal so unähnliches.

Auf "A Gaze Among Them" (
Southern Lord) präsentiert sich das Trio dabei mit dem bisher natürlichsten Flow, den es je hatte. Nicht, dass - bevor wir uns missverstehen - sie wirklich weit aus dem von ihnen gewohnten ausbrechen würden. Aber es sind so Nuancen.
Deutlich wird das direkt beim Opener 'Muted Shifting of Space': Das „hartkantigere“ früherer Veröffentlichungen ist tatsächlich einen Hauch abgerundet worden und die Vocals von Sängerin/ Tiefton-Gitarristin Robin Wattie kommen auch nicht mehr ganz so Björk-mäßig schief wie sonst schon mal daher. Irgendwie klingt das Ganze etwas entspannter, fast schon losgelöst und vielleicht auch noch schöner.
'Holding Pattern' setzt dem ganzen noch einen drauf, hat mal wieder was von Swans und dabei vor allen jenen kurz vor Auflösung ("Soundtracks for the Blind") oder kurz nach dem Revival.
Da schwingt immer noch was unbehagliches, kühles, vielleicht auch indifferentes in ihrer Musik mit, die gelegentlich auch noch mal in diese von ihnen gewohnte, kantig stampfende Gangart  oder krachige Infernos ausbricht, welche Swans-Assoziation von ihren Industrial-esken Anfängen bis zu späteren Lärm-Orgien wecken, aber BIG|BRAVE suchen immer wieder auch den Weg in freie Sphären, die, wenn man das so sagen kann, inzwischen einen kleinen Hauch positiver als in der Vergangenheit klingen.
Es ist ziemlich faszinierend, wie sie Musik machen, die grundsätzlich heavy ist, dabei aber doch auch eine gewisse Leichtfüßigkeit ausstrahlt, z.B. weil man auch mal über weite Strecken ohne konventionelle Drumbeats auskommt. Die mit Drone-/ Doom-  und Post-/ Noiserock-Herangehensweisen spielt, dabei aber eigentlich wie keine andere Band aus irgendeiner vorgefertigten Schublade klingt.
I like!



Ganz schön viele eigenwillige Doom-Trios mit neuen Album am Start diesen Monat, denn auf ASEETHE trifft das dann auch noch zu.

Erst hatte ich ja nicht so richtig Bock drauf, zumal mich ältere Hörproben der Band in der Vergangenheit nicht gerade umgehauen hatten, aber ein Kumpel und Mitmusiker wies mich drauf hin, vielleicht doch mal ein Ohr zu riskieren.
Und man kann Schlepptempo-Gekrache mit Gröl-Vocals im relativen Neurosis-Style tatsächlich uninteressanter inszenieren als es ASEETHE auf "Throes(Thrill Jockey Records) tun.
Auf ihrem dritten regulären Longplayer suchen die Jungs aus Iowa bei aller massiven Schwere und wütenden Boshaftigkeit oft nicht den offensichtlichsten Weg, den man mit derartigem gehen bzw. stampfen kann, sondern haben hörbar Spaß am Spiel. Man bemüht nicht nur gewohnte Genre-Gimmicks, sondern lärmt auch schon mal etwas "um die Ecke" und zwischen drei typisch-langen Songs ist dann auch noch Platz für ein reines Drone-Instrumental und eine etwas direktere Nummer.
Vor allem aber gefällt mir hieran, dass die Band ihrem Sound ein bisschen Luft lässt (Electrical Audio Studio, natürlich!), anstatt - wie bei derartigem dieser Tage viel zu üblich - jegliche Dynamik in zu starker Gitarreneffekt-Verdichtung zu erdrücken.
Kann man echt machen!

Sonst noch?
Interessant übrigens, dass auch die untote Semi-Reinkarnation der einstigen Sludge-Doomer CAVITY jüngst zu einer durch gänzlich eigene Sphären bluesenden Trioformation mit kauzigen Quasi-Industrial-Einsprengseln mutiert ist
Um abschließend dann jetzt noch mal eben den Kreis of Doom zu schließen: Gerade frisch raus sind natürlich auch noch neue Alben der Doom-Dinosaurier SAINT VITUS und der hiesigen, herrlich verschrobenen VALBORG
Und wenn ‘ne neue VALBORG am Start ist, wird’s u.U. natürlich eng für BELLROPE im Rennen um das Dröhn-und-Donner-Album-des-Jahres … ;)
Aber dazu dann wahrscheinlich in Kürze noch mal gesondert was…

Dienstag, 14. Mai 2019

Für den "Bumms-Tschacke-Düsch“-Fix…

Dieser aktuelle Live-Mix von GORE TECH mit u.a. auch einigen Tracks seines sehr coolen neuen Albums
…hatte mich dran erinnert, auch mal wieder die 1-2 Jahre alte "Metropolis Sesssion" von SUBMERGED raus zu kramen.
Der ursprüngliche Soundcloud-Post davon ist inzwischen leider nicht mehr online, aber relativ versteckt bei PlayerFM kann man das ganze nach wie vor streamen und sogar als mp3 herunterladen (aber leider nicht einbetten, sonst hätte ich es hier auch integriert).
Diese Stunde zusammengemischter Drum’n‘Bass u.ä. ist wirklich extrem cool, enthält zusätzlich viele kleine Zitate, die bis in die 90er zurückgehen und endet zum Chillout mit dem Sia-Popsong aus "The Neon Demon".

Ein Meister-Mix mit vielen Highlights, ganz ohne Scheiß. Höre ich tatsächlich immer wieder gern mal!

Und wo wir gerade dabei sind, können wir auch noch mal eben auf SUBMERGED’s aktuellen DJ-Mix zur Promo von Veröffentlichungen seins Labels Ohm Resistance hinweisen (auch u.a. mit GORE TECH. Und THE BLOOD OF HEROES):

Montag, 13. Mai 2019

Fluoride/ Aureole Of Ash/ Moral Bombing

Kleines Resümee zum gestrigen Konzertabend im Dortmunder Nordpol:
Der Local Support MORAL BOMBING bombt mit seinem Grind-/ Powerviolence-Geballer auf jeden Fall schon mal gut einen raus.
Danach stehen die Freunde und Helfer vor der Tür und wollen den Veranstalter sprechen. Es stellt sich heraus, dass sich irgendein Anwohner durch irgendwelche lauten Gespräche direkt vorm Laden irgendwie gestört fühlt. Auf der gegenüberliegenden Seite der verkehrsberuhigten Straße zündet derweil jemand andauernd Feuerwerkskörper… Dortmunder Nordstadt - kann man sich mal wieder alles nicht ausdenken.
AUREOLE OF ASH sind als nächste dran. Keine Unbekannten, denn den Drummer kennt man u.a. von Svffer, die Frontfrau war auch mal bei den Resurrectionists und der Gitarrist, den man früher schon mal mit Cheerleaders Of The Apocalypse oder Houses In Texas gesehen hat, ist auch Betreiber des Labels React With Protest. Alles geile Bands, und so verwundert es auch nicht, dass AUREOLE OF ASH weitgehend souverän intensivstes Grindcore-/ Emoviolence-Geschepper mit Hyperblasts und Crust-Ansatz raus schreddern, ballern, brüllen und schreien.
Boah! Geil! Gerne bald wieder!
FLUORIDE machen den Grindcore-Sack mit ähnlichem Stil und ähnlicher Line-Up-Konfiguration zu. Das Trio aus Philadelphia hält den Gig zwar knackig-kürzer als es hätte müssen, zehn Minuten mehr wären eigentlich noch gegangen, aber nuja. 

Auf jeden Fall besser als Tatortgucken, sich am Sonntagabend mal eben drei mal durchklopfen lassen zu haben. 

Dieses mal übrigens mal keine schlechten Handyfotos, weil eh zu dunkel und zu faul.

Sonntag, 12. Mai 2019

Heartcore-Freitag (Mörser, Bellrope, Keitzer...)


Wie gut kann man es eigentlich haben? Der Freitag des diesjährigen Heartcore Tage Festivals (die 19. Ausgabe!) im AJZ Bahndamm Wermelskirchen stand nämlich nicht nur unter dem Motto "Fuck you, I'm with Mörser", sondern außerdem unter dem Motto "Amp hauling, Amp abusing" und die "Last Defence" gab's dann auch noch...

Doch der Reihe nach: Die kurzfristig als Ersatz für Absager aufs Billing gerutschten ALTERI aus Köln eröffnen den Abend direkt bei unserer Ankunft. Crust-Gerumpel mit leichter Schweden-Death-Schlagseite oder so. Ein im Publikum hin und her stampfender Frontmann. Kann man machen.
GRIM VAN DOOM als nächste. Sludgecore-Groove-Schlaghammer, geil inbrünstiges Gegröle vom nächsten Crowd-Kontakt suchendem Frontmann. Geht auch immer wieder ganz gut!

Erstes von drei folgenden Oberhighlights dann mit KEITZER
Jetzt driftet's ins plattitüdische, aber KEITZER sind die reinste Urgewalt. Die Band schreddert und ballert sich mit einer unglaublichen Intensität durch ihre Deathgrind-Songs und hat dabei diesen ganz besonderen Flow, der einfach nur mitreißt. Der Sound im Bahndamm spielt irgendwie nicht so ganz mit, aber nun ja. Trotzdem mega wie immer! Und gerne wieder! 
Auf ein Handyfoto müsst Ihr bis zu dieser Stelle im Übrigen verzichten weil die Technik aktuell mal wieder auf Kriegsfuß mit mir steht... 
Der Aufbau von BELLROPE zieht sich etwas hin und es wird zu fortschreitender Stunde tatsächlich schon etwas leerer im Bahndamm. Auch BELLROPE sind einfach nur urgewaltig und ihr "You Must Relax" ist nach wie vor der Anwärter auf das Dröhn-und-Gröhl-Album des Jahres. Das Noise-Doom-Quartett brät, stampft und lärmt an diesem Abend den Titeltrack, 'Old Overhold', 'CBD / Hereinunder' und als Finale 'TD200' runter, zwischenzeitlich hat man das Gefühl, dass die Laden-Akustik mit ihnen überfordert ist und wie sich die Band am Ende minutenlang im gleichen Riff ergeht, ist man wie hypnotisiert.
Auch wieder mal einfach nur mega, auch gerne bald wieder!

Krass, dass sich MÖRSER - ihrerseits ja fast schon so 'ne Art Supergroup der "Bremen-Style Hardcore-Szene" mit einem inzwischen auch schon mehr als zwei Dekaden altem Debütalbum (!) - bei mir über die Jahre dann ja doch zu 'ner immer wieder mal gesehen Konstante gemausert haben, denn phasenweise hatten sie mal fast schon Seltenheitswert.
Nahm man sie damals mal als besonders derbe und eigenwillige Sache wahr, hat es heutzutage schon fast ein bisschen was von 'nem Klassentreffen, sich den kantigen Grindcore-Alarm mit drei Shoutern mal wieder zu geben und das meine ich jetzt kein bisschen abfällig.
An diesem Abend spielen sie zwar nicht unbedingt meine Traum-Setlist und der Auftritt hat teilweise etwas sehr chaotisches, Teile des Publikums nerven sogar ein bisschen, aber hey, auch sowas gehört dazu...
Auch bei MÖRSER gilt: Immer wieder geil und immer wieder gerne!

Freitag, 10. Mai 2019

Yaysayer



Manchmal ist es interessant, wie Dinge so zusammenfallen können, bzw. dass man eher schon wider Erwarten Spaß an etwas hat…
In letzter Zeit war ich ja eigentlich ein ziemlicher „Meddl-Muffel“. Abseitigerer Grindcore, fieserer Nischen-Noiserock, Sludge-Gedröhn der eigenwilligeren Sorte, Instrumental-Gekeule, knallender Düster-Drum’n’Bass, Industrial-Hip-Hop, noch mal Ausnahme-Postrocker sehen oder ins AZ zu Harsh-Noise und Hard-Techno? Ja, super, all sowas immer gerne! Aber Heavy/ Thrash/ Death/ Black Metal? Laaaaangweilig! Moderner Deathgrind oder sowas wie Metalcore? Üärks, pfui, bäh, bleib mir bitte ganz weg damit!

Havin‘ said that: Jüngst habe ich dann doch mal gelegentlich den Bandcamp-Stream des neuen MISERY INDEX Albums angesteuert und wisst Ihr was? Mir macht’s voll Bock!


 

Dabei waren MISERY INDEX ja eigentlich bisher keine Band gewesen, die ich groß als ganz besonders zwingende Sache auf dem Radar gehabt hätte.
Okay, ja, die über die Jahre immer wieder mal in irgendwelchen Tourpaketen oder Festival-Line-Ups mehr oder minder zufällig gesehene Band kann live wirklich ziemlich beeindruckend sein, denn es bollert und knattert supertight und mächtig, und ja, irgendwie hat das Quartett aus Baltimore seinen ganz eigenen Stil. Jener ist mit Wurzeln in Hard-/ Grindcore-Gefilden auf dem neuen "Rituals of Power" (Season of Mist) inzwischen über weite vor allem mit Doublebass-Death-Metal im höheren Midtempo-Gang unterwegs, klingt dabei allerdings eigentlich klein bisschen nach ‘ner typischen Death-Metal-Band, sondern fällt eher so ein bisschen zur Thrash- und eigentlich fast schon (schluck) Metalcore-mäßigen Seite. Als Grind würde ich das kaum noch bezeichnen, aber das macht ja nix. Irgendwie sind MISERY INDEX dabei auch ein ziemliches One-Trick-Pony, aber auch das macht nix. Der Groove, den sie hier bei alllem haben (Schlagzeugarbeit, Riffing, Vocal-Phrasierung) zeigt eine Band, die ihr Handwerk auf dem Punkt gemeistert hat.

Und summa summarum mag ich wohl doch auch das „ungekünstelte“ an ihnen.

Ich erinner‘ mich, dass mir auf dem 2006er Album "Discordia" der pappige Drumsound nicht so zusagte und vom 2008er Nachfolger "Traitors" nur der etwas plakative Titeltrack wirklich hängenbleiben wollte, während mich Livebegegnungen immer mit so einem „Joah, das war ganz schön energetisch, aber zu Hause hören muss ich das doch nicht wirklich“-Eindruck hinterließen, weil mir das Ganze dann irgendwie doch etwas zu gradlinig und zu wenig fordernd war.
"Rituals of Power" geht gerade allerdings dennoch so gut rein, dass ich andenke, mir das Teil vielleicht noch ins Plattenregal zu stellen (wenn es nur mal wieder nicht so überteuert wär')…


Die digitale Deluxe-Version enthält übrigens als Bonustracks noch Coversongs von Nailbomb und MOD:

Samstag, 4. Mai 2019

zermalmt!

Warum ich nicht konnte, als MALM letztes Jahr irgendwann mit den ebenfalls nicht zu verachtenden Octo zusammen im Kölner Sonic Ballroom spielen, das weiß ich nicht mehr. Dass sie kürzlich tatsächlich noch mal dort aufspielten war mir die Fahrt nach Köln dann aber trotz Übermüdung mal wert...

Der lokale Opener &THERISK bot als instrumentale Duoformation ein Bild, das dieser Tage gar nicht mal mehr so selten ist, aber das mit Math- und Noiserock-Tendenzen lärmende Material der beiden war handwerklich nicht ohne und passagenweise immer wieder mal recht kurzweilig. 
Kann man machen!
Immer wieder auf die Fresse“: Die Würzburger MALM gibt's jedenfalls schon seit zwei Dekaden, also kann man sie ganz ungeniert schon als „deutsches Noiserock-Urgestein“ bezeichnen. Auf ihrem aktuellen Album "Kollaps" kommt das Ganze sogar geil als eine Art von Brachialpunk auf den Punkt, der neben klanglichen Reminiszenzen Marke Unsane oder Jesus Lizard vor allem auch durch die in derartigen Stilgefilden immer noch nicht alltäglichen deutschsprachigen Vocals ein nicht zu unterschätzendes Alleinstellungsmerkmal besitzt. Der Krach der Band knattert gerne mal etwas angekrümmt daher, bleibt dabei aber immer sehr direkt. Der Schreihals mit Sportbrille ist ein kurzweiliger Frontmann mit kauzigem Charisma.
Und MALM sind katharsisch. Das unbehaglich-atonale ihrer kantigen Kompositionen rüttelt den Hörer unsanft durch und hinterlässt ihn mit einem positiven Gefühl der Befreiung.
Geil war's! Gerne bald wieder! 
Ach, moment mal... Anfang kommenden Monats spielt Ihr in Essen? Man sieht sich, sach ich dann mal...

Donnerstag, 2. Mai 2019

Cavity AD - Wraith

Aufgrund der kürzlichen "Ja huch, das gibt's ja tatsächlich doch auch bei Bandcamp"-Entdeckung ist es mir mal eben ein paar Zeilen dazu wert(2):
Kennt Ihr CAVTY?
Ja, da in der zweiten Reihe zeigen zwar einige auf, ein paar weitere gucken grade aber doch etwas fragend…

CAVITY waren eine ursprünglich von 1992–2003 mit vielen Line-Up-Wechseln aktive Sludge-Metal-Band aus Miami, Florida, die neben diversen Kleinformaten fünf reguläre Alben über Label wie Man's Ruin und HydraHead veröffentlichte. 
Vor allem ihr 1999er "Supercollider", das aus doomigen Sludge- und Aggro-Stoner-Formeln Marke EHG mitunter etwas ausbrach, um energ(et)isch und groovy as fuck mit gewisser Noiserock-Schlagseite zu sägen, ist für mich ja wirklich ganz ohne Scheiß eines der allergeilsten Alben, das je aufgenommen wurde.

Leute, die bei CAVITY spielten, zogen danach weiter, mit Bands wie Black Cobra oder Floor und Torche Musik zu machen.

Dass irgendwer im CAVITY-Camp seit einiger Zeit wieder unter altem Banner aktiv ist, das hatte man von außen zwar schon mitbekommen, aber irgendwie ging es bis kürzlich völlig an mir vorbei, dass eine inzwischen unter CAVITY A.D. bzw. Cavity After Death firmierende Triobesetzung nach dem 2017er Comeback-Album "After Death" vergangenen Monat mit "Wraith" schon wieder was neues rausgebracht hat.
Was mitunter weitere Fragezeichen aufwirft, denn man klingt mit seltsamen Vocals und seltsamen E-Drums/ Percussion (?) kein bisschen so wie damals, sondern nach so 'ner Art schrägen Industrial-Blues, der eher was von Buck Gooter als von Buzzoven hat. 
Hä? 


V for Vendetta: Grande Edition

Aufgrund der kürzlichen "Ja huch, das gibt's ja tatsächlich auch bei Bandcamp"-Entdeckung ist es mir dann ja doch mal eben ein paar Zeilen dazu wert(1):
Ich bin ja großer Fan vom britischen Comicautor Alan Moore. Am bekanntesten ist jener allgemein natürlich dafür, dass er ungewollt die Vorlagen für mäßige Hollywood-Verfilmungen wie From Hell, League of Extraordinary Gentlemen, Watchmen oder eben V for Vendetta lieferte (mit denen er dann im Übrigen nix tun haben und nicht mal finanziell kompensiert werden wollte). 
Parallel zum V for Vendetta Comic erschien 1984 eine Soundtrack-EP, die Bauhaus' DAVID J in Zusammenarbeit mit Moore konzipierte, produzierte und einspielte. 
Das Coverartwork der Schallplatte stammte dabei natürlich von David Lloyd, dem Zeichner der Comicserie. 
Darauf enthalten war mit 'This Vicious Cabaret' - getextet von Moore und gesungen von J - so eine Art Hymne für Story-Protagonist "V" (Guy Fawkes Maske), außerdem klassische Musik mit entsprechendem Soundtrack-Charakter.

Als die Filmadaption des Comics 2005 ein relativer Erfolg wurde, schmiss man eine erweiterte CD-Wiederveröffentlichung mit anderem Cover auf den Markt, die um eine Overtüre, eine zusätzliche Cabaret-Polka mit Bezug zur Comicstory ('Song From The Kitty Kat Keller') und die Demo-Version von 'This Vicious Cabaret' erweitert wurde.
 
Und da man ja heutzutage unter dem Banner des Vinyl-Revivals saturierte Plattensammler-Typen gut abmelken kann, erschien zum diesjährigen Record Store Day tatsächlich eine (natürlich) überteuerte "Grande Edition" von "V for Vendetta", die hinter dem abermals veränderten Coverlayout noch mal um zwei neue Songs verlängert wurde, die ein gewisser Tim Newman dazu arrangiert und performt hat.
Ob das in der Form wirklich nötig war, fragt man sich vielleicht nicht ganz zu Unrecht, aber ja, ich hab‘ mir das Teil bei der Gelegenheit tatsächlich willenlos zugelegt, weil ich nie im Besitz der Original-EP war und als Moore-Fan sowie Bauhaus-Sympathisant spontan der Ansicht war, das zu brauchen.
So lässt man’s halt mit sich machen… ;)



Mittwoch, 1. Mai 2019

Alles neu macht der Mai… (Valborg! Vitus! Käsekuchen!)

…macht die Seele frisch und frei. Lasst das Haus, kommt hinaus! Windet einen Strauß!

Der bunte Strauß Melodien, den wir diesen Monat auf dem Veröffentlichungs-Radar haben, gibt folgendes her:


VÖ: 01. - 05.05. ...

BASTARD DISCO - China Shipping 
VÖ: 03.05. | Antena Krzyku 
Fugazi, Quicksand, Smashing Pumpkins, Sonic Youth und die Pixies sind Bands, an denen sich die polnischen BASTARD DISCO als Inspiration orientieren. Krachiger Sound mit Rumpelbass und Schraddelgitarre trifft auf Melancholie. 
Gar nicht mal so uncool!

COAL - Coal 
VÖ: 01.05. | Instruments Of Discipline
Die volle Packung an irgendwas ultrakrachig krachendem irgendwo zwischen Power-Electronics, Breakcore, Noise-Hop und Industrial-Metal oder so? Erinnert auch schon mal an sowas wie Sielwolf zu ihren lärmigsten Zeiten?
Bring it on, ich hab' Bock drauf!

EXHALANTS - ...trample the cross underfoot...
VÖ: 03.05.
Das texanische Trio EXHALANTS ist eine von vielen jungen US-Bands derzeit, die der Tradition AmRep-mäßigen Noiserocks/ Punks folgen. Und wie Ihr, meine lieben Leser, natürlich alle längst wisst, ist das ein Revival, dem ich grundsätzlich sehr positiv gegenüberstehe. Allein weil’s einfach nicht so langweilt wie die fünfhundertste Retro-Metal-, Düsterheimer- oder Bollocore-Band.
Nach einer Split mit den geilen Pinko letztes Jahr ist " ...trample the cross underfoot... " der zweite reguläre Longplayer der Jungs, an dem alles DIY ist.


FLORIDA MAN - Tropical Depression 
VÖ: 03.05. | Spartan Records
Und noch eine coole junge Band im Fahrwasser des „Neunziger-Sound im Sinne“-/ Noiserock-/ Post-Hardcore-Revivals! Nach ihrem 2017er Debüt sind FLORIDA MAN aus South Carolina mit Album Nummer zwei über Seattle's Spartan Records am Start, das rau, aggressiv, leicht verspielt und trotzdem mit Melodie irgendwo zwischen Fugazi, Nirvana, Jesus Liz und einer Tendenz zu noch härteren HC-Punk-Ausbrüchen all die richtigen „alles was damals geil war heute noch mal neu sortiert“-Buttons richtig pusht.
Sehr geil!



GHOLD - Input > Chaos 
VÖ: 03.05. | Crypt Of The Wizard 
Auf Tour mit Oozing Wound habe ich sie ja leider verpasst, weil's mir so kurz nach dem grandiosen E-o-M-Festival und so kurz vor weiteren Konzerten wirklich nicht noch mit in die Woche gepasst hatte, dafür auch noch mal eben nach Kölle zu fahren (außerdem waren dabei noch weitere Umstände widrig)... Aber GHOLD sind eine dieser kreativen britischen Bands irgendwo zwischen Sludge'n'Stoner-Doom und Noiserock-Unverfrorenheit, die man auf dem Zettel haben sollte. Klingt ungefähr so, als wären Electric Wizard primär von den Melvins beeinflusst. Oder so. Bzw. eigentlich auch doch nicht so wirklich. Was auch immer. 
Jedenfalls habe die diesen Monat 'ne neue raus und man sollte sich das mal anhören.



HOT SAUCE PONY - Hot Sauce Pony 
VÖ: 03.05. | Brixton Hillbilly
Mehrfach um ein paar Monate verschoben und dann jetzt mal raus ist das Langspieldebüt der Londoner HOT SAUCE PONY, die dafür mal eben nach Chicago geflogen sind, um das Teil bei Steve Albini im Electrical Audio Studio aufzunehmen, während das Mastering in der Abbey Road geschah.
Ihre Selbstbeschreibungsversuche sind ein bisschen naja („Sounds like Julee Cruise playing poker with Stereolab at a Sunn o))) concert...probably.“ – Leute, echt jetzt?), aber das Ganze hat definitiv einen gewissen Charme. Auch, weil es nicht wie der x-te Abklatsch von irgendwas zigfach gehörtem klingt, sondern irgendwo zwischen Alternative-Pop, Blues, trockenem Post-Punk und bassig brummendem Noiserock gar nicht so eindeutig einzuordnen ist und mir als grobe Vergleichsreferenz
Boss Hog in den Sinn kommen.


KK NULL - Galactic Killer Drums Phaze III
VÖ: 02.05.
Nebenbei: Was bin ich froh, Zeni Geva in ihrer letzten Inkarnation dann doch noch mal live gesehen zu haben, denn der auch als Japanoise-Ikone KK NULL firmierende ZG-Bandleader Kazuyuki Kishino hat kürzlich auf Facebook bestätigt, dass seine Metal-Band Geschichte ist, weil allgemein schwierig am Leben zu halten.
Dafür geht seine aktuelle Solo-Serie unter dem Titel "Galactic Killer Drums" in die dritte Runde. Jene widmet sich sehr perkussiv angelegten Noise-Kompositionen.




KOLLAPS - Mechanical Christ 
VÖ: 03.05. | Cold Spring
Klingt komisch, ist aber so: KOLLAPS‘ Langspieldebüt "Silbing Lovers" wollte ich seinerzeit ja eigentlich gut finden, hab’s aber irgendwie nicht so ganz geschafft. Der Bandname der Australier mit Drummer/ Basser/ Knöpfchendreher Damian Coward (Ex-Heirs, The Night Terrors, High Tension) an Board erinnert wohl nicht so ganz zufällig an das Debüt der Neubauten, denn man frönt sowas wie harschem Industrial-Noiserock mit krachigem LoFi-Sound, gewissem Minimalismus, maschineller Kälte und scheppernden Metall-Percussion.
Sowas kann eigentlich durchaus was für mich sein und ich würde mir das für den Aha-Effekt ja gerne mal live geben, aber auf Konserve wollte ich dann eigentlich doch nicht noch öfter dazu zurückkommen.
Wenn jetzt Album Nummer zwei via Cold Spring rauskommt kann man ja aber trotzdem auch noch mal damit den nächsten Anlauf wagen…




L7 - Scatter The Rats
VÖ: 03.05. | Blackheart Records
Man ist als Schreiber natürlich versucht, 'ne Floskel wie "die Grandes Dames des Grunge" oder "die Patinnen der Riot Grrrls" auszupacken, wenn es um L7 geht.
Das wäre abgedroschen, also kommen wir gleich auf den Punkt: Das klassische Line-Up der Punk-/ Grunge-/ Alternative-Metal-Band (Suzi Gardner, Donita Sparks, Jennifer Finch und Demetra Plakas), die in den Neunzigern als wilder Weiberhaufen (sorry) mit was zu sagen für einiges an Aufsehen sorgte, ist ja seit ein paar Jahren wieder aktiv und ein neues Album war nur eine Frage der Zeit. 
Dieser Tage kommt es über Blackheart Records (das Label von Joan Jett). Vorfreude! 



PILE - Green and Gray
VÖ: 03.05. | Exploding In Sound 
Bisher hatte ich noch nie so richtig was von PILE gehört, aber das aktuelle "Green and Gray" überrascht mit Indierock samt Krach und Kante, der irgendwo bei folkig-balladesk und trautig-schön inkl. Violinen-Einsatz anfangen und sich von da auch schon mal bis zu richtig aggressivem Noiserock-Lärm und -Gebrüll steigern kann.
Wow!

TRIGGER CUT - Buster
VÖ: 01.05. | Selbstvertrieb
Kaum hatten sich seine Buzz Rodeo aus persönlichen Gründen aufgelöst, hat der Stuttgarter Langbartträger, Gitarrist und Sänger Ralph Sch. aka "The Yeeeesss-Machine" (auch Ex-Mink Stole) nicht lang gefackelt und ist auch schon wieder mit der nächsten Band am Start.
Warum das Album offiziell auf den ersten Mai datiert ist, obwohl die LP dann doch schon seit Anfang April verschickt wurde bzw. das Teil auch seit dem schon komplett auf Bandcamp hörbar ist, das muss man wohl auch nicht so ganz raffen...



VORDEMFALL - Gravity Problems
VÖ: 03.05. | Slowing Records 

Vielleicht ist das auf sowas wie selektive Wahrnehmung zurückzuführen und kommt mir lediglich wie ‘ne aktuelle Welle vor, während es eigentlich nur der ganz normale Hauptstadtwahnsinnsbetrieb ist, aber in letzter Zeit scheint ganz schön viel „Post-Punk/ Noiserock“ und artverwandtes aus Berlin auf sich aufmerksam zu machen.
Was ich von diesem ArtsyFartsy-Hochglanz-Videoclip halten soll, weiß ich allerdings auch nicht so wirklich....




Außerdem (nicht wenig):

Dass sich 65DAYSOFSTATIC zuletzt in irgendwas verzettelt haben, bei dem ich nicht mehr so ganz mitgekommen bin, das ist ja echt etwas schade. 
Chancen, das aufzuholen, hat man allerdings dieser Tage, denn am 01.05. erscheint eine neue EP namens "Kazimir", während parallel dazu gerade die Subscription Series "THIS IS UNRELEASED/UNRELEASABLE VOL.4 - A YEAR OF WRECKAGE" anläuft, die einen über ein ganzes Jahr lang monatlich mit neuem/ alten Kram der Postrocker versorgt.

Die Krachmaten-Clique aus Leeds schon wieder: Das Impro-Drone-/ Noise-Ding GANNET und die Bläser von LO EGIN (irgendwo macht irgendwer von Thank mit) haben mit "Big Egg" ein bereits ausverkauftes Kollaborations-Tape am Start.

Über das selbstbetitelte Debütalbum von BURNING AXIS via Hominid Sounds weiß ich bis jetzt nicht viel mehr außer, dass es personelle Überschneidungen zum Brainbombs-Umfeld gibt (gleicher Drummer wie bei No Balls) und damit wohl ziemlich schräger Psych-/ Kraut-/ Noiserock auf uns zukommt.

DRAHLA aus Leeds fahren auf "Useless Coordinates" eine ganz brauchbare Mischung aus skelettiertem Post-Punk mit Joy-Division-Schulterblick und einer Coolness und Schrägheit, die zuweilen an Sonic Youth erinnert.

Drunken Sailor Records wiederum veröffentlichen in dieser Woche "The Last Offices" von den kanadischen Noiserockern/ Psych-Punks NO NEGATIVE und "Cruelty" von den Brutalo-Postpunks NEGATIVE SPACE. Man erkennt ein Muster. ;)

Fuzzy Psych-Sudge-Doom aus Irland: MOUNT SOMA haben mit ihrer zweiten EP "Niroha" drei neue Songs raus.

Auf dem Berliner Label Cyclic Law erscheinen direkt zum Monatsbeginn ein neues Remix-Album von MZ. 412's NORDVARGR ("Tantum Melior") und mit "Konung Krönt i Blod / Salve Teragmon" eine 7'', auf der er und TREPANERINGSRITUALEN sich gegenseitig remixen.

SCREEN WIVES' "Gay Abandon" bietet "Panic-ridden Post-Hardcore for fats and fems".

Die Neunziger haben angerufen und wollen ihren Industrial-/ Alternative Rock 
zurückhaben: SILVER SNAKES aus LA sind genauso von Ministry wie von Garbage beeinflusst, machen mitunter zwar ganz gut Krach, fabrizieren dabei allerdings auch schon regelrecht poppige Songs. "Death and the Moon" ist am 03. 05. über Evil Ink Records raus.

Auch Math-/ Metalcore Richtung Botch/ Dillinger Escape Plan/ Converge/ Gaza ist etwas, das immer wieder neue Nachahmer findet. Sympathisanten von derartigem checken die "Collapse" EP der TENDRILLS.

"Decade of Passive Aggression 2009​-​2019" ist der Titel einer Compilation (CD, digital) der finnischen THROAT, die am 01.05. über das eigene Label Kaos Kontrol raus ist.

Auch wenn es via Bandcamp schon ein paar Tage zu haben ist, ist der 03.05. das offizielle Release-Date von "Usurper of the Oaken Throne", dem Debüt der britischen Epic-Sludge-Doomer THRONEHAMMER mit einem Ex-Mitglied der süddeutschen Obelyskkh an Board. 

Crust-/ Grindcore aus Norwegen: "Schtøgg Skive" ist das Langspieldebüt von TOTAL TOMMING.

"In Search Of Highs Vol 2" (Riot Season) wiederum ist ein Split-Album der kanadischen Impro-Bands THE BAND WHOSE NAME IS A SYMBOL und SHOOTING GUNS.

Am 03.05. erscheint dann außerdem die digitale "Metal Swim 2" Compilation von Adult Swim. Vertreten sind u.a. Author & Punisher, Baroness, Botanist, Dark Castle, Dreadnought, Eyehategod, Kat Katz + Andy Gibbs from Thou, Nervosa, Oathbreaker, Sunn O))), The Body und Vile Creature; das Coverartwork stammt von Comickünstlerin Becky Cloonan (Batman, The Punisher, Roadburn Festival)

VÖ: 10.05. ...



BIG|BRAVE - A Gaze Among Them
VÖ: 10.05. | Southern Lord
BIG|BRAVE finde ich cool, weil sie einfach anders als alle anderen Bands klingen. Als würde Björk in einer industriell inspirierten Doom-Band mit der brutalistischen Kantigkeit der frühen Swans singen oder sowas. Um ein dieser Tage inflationär vorkommendes Unsinns-Etikett wie Post-Metal dran zu heften ist das Ganze wirklich viel zu eigen, sperrig und interessant, es würde ansonsten aber eigentlich besser passen als bei vielen anderen Bands, die man so eintütet.

SHITKID - [Detention]
VÖ: 10.05. | PNKSLM 
Die junge schwedische Weirdo-Folk-Bardin Åsa Söderqvist aka ShitKid, von der auch die Melvins schon Fans sind, hat sich mit diesem Album zu einem Duo erweitert, um einer Art von Pop-Punk zu frönen, die einen regelrecht in die Neunziger oder frühen Nuller bzw. auch thematisch in die Schulzeit zurückversetzt.
Und irgendwie hat's tatsächlich einen gewissen Charme!


TÄHTIPORTTI - Abiristeily
VÖ: 10.05. | Svart Records
Dieses seltsame Elektromucke-/ Kunstprojekt-Ding TÄHTIPORTTI mit dem wahnsinnigen Sami Hynninen of Reverend Bizarre Fame im Line-Up versteht man als Nicht-Finne wohl (evtl. auf mehreren Ebenen) eh nicht so wirklich. Das halbherzige King Crimson-Zitat des aktuellen Coverartworks irgendwie auch nicht.
Es ist und bleibt ‘ne von außen
einfach nur schwer zu begreifende Sache.

TERMINAL CHEESECAKE - Le Sacre Du Lièvre
VÖ: 10.05. | Box Records
Kann man das eigentlich so sagen, dass TERMINAL CHEESECAKE (est. 1988) eine dieser legendären britischen Bands sind, deren Legendenstatus sich nicht so richtig über die Insel hinaus beim Rest der Welt erhalten hat? Das Gefühl habe ich jedenfalls irgendwie.
Mitte der 90er lösten sich TC auf, waren 2016 dann aber auf ein mal mit einem Reunion-Album wieder da, dessen Nachfolgeveröffentlichung nun auch in den Startlöchern ist.
Dass man inzwischen Neil Francis von Gnod als Frontmann und Mitkrachmacher akquiriert hat, passt ziemlich gut, denn man wandelt auf ähnlichen freistilistischen Rockmusik-Pfaden zwischen Psychedelic und Noise, zwischen wildem Abrocken und einem Hauch von Industrial-Feeling, macht dabei heutzutage aber doch auch irgendwie ein bisschen was anderes als damals.





USA NAILS - Life Cinema
VÖ: 10.05. | Dipped In Gold / Bigout / Hex
Apropos Insel-Noiserock: Ist das echt schon das vierte Album der Londoner USA NAILS?
Bis jetzt habe ich ja neben
'ner Split mit den essenziellen Tongue Party nämlich nur ihr Langspieldebüt im Plattenregal. Auf jenem gefiel mir schon immer ganz gut, wie die Jungs so eine Art von Voivod-artiger Schrägheit und Brachialität in einen Stil bringen, der ansonsten eigentlich näher am Post-Punk lärmt...
Kommt als Gemeinschaftsproduktion von Dipped In Gold (UK), Bigout Records (Frankreich) und Hex Records (USA).




Apropos USA Nails: Deren Danny Holloway mit Spitznamen "Danny 5 Bands" ist mit Leuten von u.a. Death Pedals und Los Bitchos u.a. in einer weiteren Bands namens DEAD ARMS - deren zweites Album "Simply Dead" tatsächlich am gleichen Tag über Hominid Sounds erscheint.

Sonst noch?

Über Trost Records kommt ein Kooperationsalbum improvisierter Instrumentalmusik von JIM JARMUSCH, LEE RANALDO, MARC URSELLI und BALAZS PANDI raus.

Die L.A.-Noiserocker ORPHAN GOGGLES teilen sich 'ne Splitsingle mit den japanischen Psych-Originalen ACID MOTHERS TEMPLE & THE MELTING PARADISO U.F.O. (können die so kurze Songs machen?).

Wenn's noch mehr ballern muss, haben CALL OF THE VOID mit "Buried in Light" (Translation Loss) ein paar neue Ladungen an Hyperblast-Grindgezimmer zu bieten, die laut eigener Aussage ferner auch ein bisschen in die Richtungen von Converge und Mastodon schielen (was wohl eigentlich Quatsch ist, aber...).

Die Renaissance, die auch EBM-/ Dark-Wave-/ Industrial-Rock etc. im Wax Trax!-Sinne derzeit erlebt, hat mit "Instant Exorcism" ein Solo-Album von CURSE MACKEY (auch mal bei Pigface und My Life with the Thrill Kill Kult gewesen) ausgeworfen!

Crust- / Sludge-/ Hipster-Metal aus Hamburg: Checkt mal DEAFHEX' selbstbetiteltes Debüt.

Die umtriebigen Sludge-Punks von FISTULA haben am 10. 'ne Split unter dem Motto "At War With Pretensionmit einer Band namens JUNKOV•EN über Patac Records am Start.

Ein neues Album der altgedienten japanischen Rockhelden GUITAR WOLF erscheint am 10. über Jack White’s Third Man Records. Zum Titeltrack gfibt's 'nen Videoclip:



Blackened-Noise-Drone aus Portland: Mit "s'leep" haben HEXENIGHT mal wieder 'ne Session veröffentlicht. 

Elektroniker aufgehorcht: Mit "Opaque Couché" ist außerdem mal wieder ein neues Album von MEAT BEAT MANIFESTO raus.

Crossover-Thrash-Nachwuchs: "Sacrilegious Pain" von LOWEST CREATURE kommt am 10. über Isolation Records im Evil Greed Vertrieb

Atmospheric-Sludge-Doom/ Post-Metal aus Regensburg: "Humantagonist" von KØNDØR.

NIBIRU bezeichnen ihre Musik als 'Ritual Psychedelic Sludge' und haben am 10. ein neues Album via Ritual Productions im Äther (soll dann auch noch bei Bandcamp aufschlagen).

Meddl: DESTROYER OF LIGHT haben 'ne neue EP draußen und auf Profound Lore erscheint mit "Emergence" was neues der Prog-Düster-Doomer DREADNOUGHT.
SPIRIT ADRIFT wiederum sind wohl ganz gut, wenn es um erdigen Old School Metal mit Doom-Schulterblick geht, und haben am 10.05. ihr neues Album "Divided By Darkness" via 20 Buck Spin draußen.



Japanischer Psych-Rock dann auch noch auf Riot Season: "Turn On, Tune In, Freak Out!" von HIBUSHIBIRE.

Apropos japanische Weirdos: Mit "Armageddon Sky" ist auch schon wieder ein neues KK NULL Album draußen. 

„Netten Stoner-Rock zwischen breitbeinigem Geriffe und Vocals mit Pop-Faktor machen LO-PAN, deren neues "Subtle" via Aqualamb kommt. Checkt auch den Videoclip zu 'Ten Days'. 

Kennt Ihr die ZIG ZAGS? Dass deren Retro-Metal mit Punk-Kante sowas wie der heiße Hipster-Scheiß der Stunde zu werden scheint, das lässt mal wieder tief blicken (dahin, dass so mancher vermeintlicher Musiknerd eben doch kein vordergründiges Interesse an wirklich irgendwie interessanter Musik hat, sondern sich eigentlich einfach nur abspackend fühlen will). "They’ll never take us alive" ist ja nicht uncool, aber.

VÖ: 17.05. ...

DOOL - Love Like Blood EP 
VÖ: 17.05. | Prophecy
Etwas speziellere Vorbehalte habe ich DOOL gegenüber ja u.a. deswegen, weil ich bei diesem „Ex-The Devil’s Blood!!1“-Hype unweigerlich hartes Daueraugenrollen anfange und gewisse Typen in der Band unfassbare Troglodyten sind…
Schlecht sind die allerdings jetzt auch nicht unbedingt.
Auf dieser EP covern sie als Titeltrack den Pop-Hit einer meiner Lieblingsbands und legen zwei Live-Mitschnitte vom Rock Hard Festival obendrauf. Was mich für ein paar Sekunden in die Zwickmühle brachte, mich tatsächlich kurz zu fragen, ob ich das nicht vielleicht trotzdem brauche…

FULL OF HELL - Weeping Choir
VÖ: 17.05. | Relapse
Ganz ehrlich? Ich würde FULL OF HELL ja wegen ihrer “experimentellen Schlagseite” gerne super finden, fand sie bisher aber doch nur so mittel. Zu besagter experimenteller Schlagseite gehören Kooperationsalben mit Merzbow und The Body, man lässt auch selbst gerne mal was harsh-noisiges rauschen oder covert die Melvins. So weit, so gut, aber irgendwie war mir das primär zwischen Hardcore und Deathgrind scheppernde Geballer und Gebrüll der Band, das auf regulären Alben bisher nur selten mal aus dem Rahmen fiel, in musikalischer Hinsicht
ansonsten ja doch so ein bisschen zu gradlinig, um beeindruckt in Jubelstürme auszubrechen. 
Ob das auf "Weeping Choir" wohl mal anders ist?

HEY COLOSSUS - For Bibles 
VÖ: 17.05. |  A L T E R
Und noch mehr England-Noiserock (Herzchen-Icon)! HEY COLOSSUS haben ja genau diese "Charming Weirdos"-Aura, wie sie (Achtung, Stereotyp) irgendwie tatsächlich nur Briten ausstrahlen können. Sie sind ferner eine interessante Band, weil sie nie ein Album zwei mal machen und dabei die ganze Bandbreite von Rocksong bis Experiment abdecken, mal brachialer und mal zurückgenommener.
Es ist mir unmöglich, eine solche Band nicht zu mögen...



MOST EFFICIENT WOMEN - Most Efficient Women
VÖ: 14.05.
Angeblich machen auf "Most Efficient Women" von MOST EFFICIENT WOMEN (Ex-)Mitglieder und Mitwirkende von u.a. den schnaften Hoaries (deren Gitarrist wohl der Mainman hiervon ist) und Sunn o))) mit. 

Mehr bzw. irgendwas weiteres weiß ich darüber allerdings auch nicht wirklich, außer dass diese DIY-Veröffentlichung sowas wie Mathrock mit Freejazz-Charakter bietet.

NOSEHOLES - Ant And End 
VÖ: 17.05. | ChuChu Records
Musste ja echt ziemlich lachen, als ich zum Vorgängeralbum das Webzine-Review eines schöngeistigen Metal-Geschmackspolizisten las, der’s betont für die Tonne fand. Keule, dann hör‘ halt weiter Dream Theater oder was auch immer Du für gute Musik hältst, aber das interessiert doch echt keine Sau (no offense)… 

Ob ich selbst wiederum in einer Woche mit Metal-Essenzialitäten wie Vitus und Valborg auf dem Schirm in Longplayer Nummer zwei der Hamburger Band reinhören müssen werde, die sich einem eigenwilligen No-Wave-Discopop verschrieben hat, das wage ich zwar gerade zugegeben selbst zu bezweifeln, aber hey: Checkt die mal, die sind gut!

PSYCHIC GRAVEYARD - Loud As Laughter
VÖ 17.05. | Skin Graft
Drei Typen plus Aushilfsdrummer, die man bereits und vor allem aus Bands wie
Arab On Radar, Chinese Stars, Doomsday Student, Some Girls und All Leather kennt, haben mit PSYCHIC GRAVEYARD eine weitere Spielwiese eröffnet. 
Es wird wilder Noiserock mit Synthie-Einsatz aufgetischt und erste Hörproben verleiteten weitere Kompetenzen bereits zur Vorschusslorbeere "Arab on Radar meets Throbbing Gristle". Da sollte man wohl auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren!

SAINT VITUS - Saint Vitus 
VÖ: 17.05. | Season of Mist
Ab in den Beichtstuhl: Ich bin ja - wie letzten Monat beim Konzert-Resümee schon angedeutet - nie wirklich in die „Wino Army“ eingetreten. Meine Lieblingsalben (plus EP) von SAINT VITUS sind nämlich tatsächlich die ganz frühen mit Scott Reagers am Mikrofon. Der - wie Ihr natürlich alle wisst - auch des Doomsters Oberhymne "Born Too Late" schrieb, die dann allerdings auf dem gleichnamigen dritten Album von Wino eingesungen wurde.
Das 2012er Wino-Comeback-Album "Lillie: F-65" wiederum fand ich ja trotzdem so schlecht nicht, aber das nur nebenbei.
Hier dann jetzt allerdings mal wieder ein Album mit Scott Reagers, das teilweise sogar bis zu den Hardcore-Punk-Wurzeln der Band zurückgreift ('Useless') . 

Ich freu‘ mich drauf!



VALBORG - Zentrum
VÖ: 17.05. | Prophecy
Jaaa, neues von VALBORG! Der Label-Text "masters of sophisticated primitivism" trifft es eigentlich ganz gut. VALBORG sind wichtig, denn sie sind ein seltenes Unikat. Eine Band, die am Rand der Metal-Szene wandert, denn inmitten dieser neigt man viel zu oft dazu, sich selbst bierernst und wichtig zu nehmen, während man willenlos und satt vom Trog des vorgekauten über ausgetretene Pfade zum nächstgelegen Ziel schlurft - VALBORG jedoch strahlen sowohl Selbstironie als auch gefährliche Abenteuerlust aus und schaffen mit relativ simplen Mitteln verblüffend originelles.
Wie Celtic Frost im Eisenvater-Modus oder Type O Negative mit Killing-Joke-Twist. Irgendwie teutonisch, dafür dann
aber doch ziemlich untypisch-angeschrägt.
Außerdem ist das ästhetische Gesamtkonzept wirklich sehr gelungen.
Ich liebe diese Band und sie wird mich mit ziemlicher Sicherheit auch in ihrem neuerlichen "Zentrum" wieder mal nicht enttäuschen…


WE ARE THE ASTEROID - Say Goodbye
VÖ: 15.05. 
Kein Jahr nach dem letzten Langspielalbum schießen die Noiserocker/ Psych-Punks WE ARE THE ASTEROID - Drummer Frank Garymartin, der früher mal bei den Pain Teens und Season To Risk war, Gitarrist/ Sänger Gary Chester, den man noch von Ed Hall kennt und der irgendwie dem Butthole Surfers-Umfeld entsprungene Basser Nathan Calhoun - mal eben 'ne neue 3-Song-EP im Selbstvertrieb aus der Hüfte. 
Gast-Vocals haben Mitglieder von Surfbort und Amyl and The Sniffers übernommen.


YC-CY - béton brut
VÖ: 15.05. | X-Mist Records, order05record
Digital schon ein paar Tage als „name your price“-Option erhältlich, erscheint die physische Version von YC-CY's neuem Album "béton brut" am 15.05. in Zusammenarbeit von X-Mist und order05.
Die Schweizer haben sich wiederholt bis in die Oldenburger Tonmeisterei aufgemacht, um ihren krachigen Derbst-Posthardcore bestmöglichst einfangen zu lassen.
Auf jeden Fall hingehen, wenn sie bei Euch in der Nähe live spielen sollten!


Sonst noch?

ASEETHE haben am 17.05. mit "Throes" 'ne neue über Thrill Jockey draußen. 
Und so sehr sich das Ganze mit noisig-massivem Drone-Sludge-Doom-Metal durch Gefilde schleppen mag, die mehr oder minder sowas wie „meiner Kragenweite“ entsprechen, muss ich dann ja doch auch zugeben, an derartigem arg übersättigt zu sein… 

Zur gemeinsamen Tour gibt's 'ne digitale Compilation von und mit BORIS, CRYPT CITY, RELAXER und LISA BELLA DONNA.

Auf Fuzz Club erscheint "Transmission Response" von den psychedelischen Post-Punks DIAGRAM.

Kalifornischer Death-Doom? Check mal "Deathooze" von DIPYGUS

Noch mehr Ami-Death-Doom, allerdings über das polnische Label Selfmadegod: Das Duo ENCOFFINATION haut "We Proclaim Your Death O' Lord" raus.

Für das Elektro-Gerummse der Woche sei die "Chaos Bringer" EP von ERIS & OZ1 über das ukrainische Label Distortion Records empfohlen, das neuerdings mit Ohm Resistance kooperiert. Hardstep-Amenbreak-Mayhem!

Rockiger Post-Hardcore mit Black-Metal-Einfluss oder sowas in der Art? Wenn ja, dann checkt GLASSING's neues Album "Spotted Horse" via Brutal Panda


MACHIAVELLIAN ART fabrizieren auf ihrem selbstbetioteln Debüt sowas wie Psychedelic Noiserock/ Postpunk mit Saxophon.

D-Deat aus Düsseldorf: "Introjektion" von POWERAGE.

Fun Fact: Das 2012er Debüt von SECRET FUN CLUB hatte ich in einem geschätzten Second-Hand-Plattenladen ja schon mehrfach in der Hand gehabt, dann aber doch immer wieder dageleassen. Denn irgendwie ist selbst mir die experimenteller veranlagte Musik dieses ominösen Projekts aus dem Some Girls-Umfeld einen Hauch zu krude. Dass dieser Tage das neue Album "101" über Three One G unterwegs ist, darauf sei aber trotzdem mal hingewiesen. 
 

Fasching in Hanau: Der Award für das „Äh?!“-Cover des Monats geht wohl trotz Intercourse (s.u.) an die selbstbetitelte der hessischen Psych-Doomer SONIC SLOTH.

Auf Sentient Ruin Laboratories ist am 17. dann auch noch 'ne Split-7'' von SUTEKH HEXEN und 夢遊病者 am Start.

Und was genau „Brutalist Art Rock“ sein soll, weiß ich auch nicht wirklich; jedenfalls haben sich dem TANKENGINE aus Newcastle verschrieben, die am 17. eine selbstbetitelte EP über Cruel Nature Records veröffentlichen.

VÖ: 24.05. ...

DARK NUMBERS - If It Was It Would Be So
VÖ: 24.05.  
Als Bassistin kann Natalie Lucio bereits darauf zurückblicken, mal bei den legendären Poison Idea im Line-Up gewesen zu sein und außerdem bei den nicht minder coolen Metal-Punk-Feministinnen von Cliterarti
Mit DARK NUMBERS tritt sie nun als Lead-Sängerin in Erscheinung und hat inkl. einem Ex-Mitglied von Lord Dying (High on Fire für arme) eine Band hinter sich gesetzt, welche sich wiederum an sowas wie Prog-Sludge versuchen möchte. 

EARTH - Full Upon Her Burning Lips
VÖ: 24.05. | Sargent House
EARTH sind jetzt wieder ein Duo? Wie es die ausdrucksstarke SloMo-Schlagzeugerin Adrienne Davies mit ihem Ex-Ehegatten, nämlich EARTH-Mainman Dylan Carlson, in einer Band aushält, obwohl dieser teilweise einen öffentlichen Bohai um seine neue, sehr viel jüngere Frau und scheinbare Muse veranstaltet, der nicht mehr feierlich ist, das bleibt dann wohl erstmal ihr Geheimnis. Irgendwie scheint's ja trotzdem zu funktionieren. Und irgendwie passt's dann auch zu ihrem Drumming, eine anscheinend sehr gelassene Person zu sein. 
 

INTERCOURSE - Bum Wine
VÖ: 20.05. | Constant Disappointment / Eye Tape Records
Recht überraschend kamen dann jetzt auch noch INTERCOURSE aus Connecticut mit einer neuen EP aus der Hüfte. INTERCOURSE sind ‘ne seltsame Truppe, die schwierig zu kategorisieren ist: Songtitel und Texte driften mitunter bis ins bekloppte, was allerdings auch schon mal „die Welt ist halt total gefickt“-mäßigen Galgenhumor-Charakter hat, und musikalisch ist man irgendwo zwischen Hardcore, Grind und Atonal-Noiserock unterwegs (remember Deadguy u.ä.?).
Komplett schlimmes Coverartwork dieses mal, aber nach wie vor sympathischer Außenseiter-Krach!


JK FLESH - In Your Pit
VÖ: 24.05. | Pressure
Die letzten Veröffentlichungen von JK FLESH sind mal gerade 1-2 Monate her, da gibt's schon wieder die nächste EP digital und als 12''... 
Dieses mal über Pressure, dem neuen Label von Kevin Martin aka The Bug, mit dem zusammen J.K. Broadrick früher bekanntlich auch Projekte wie Techno Animal, Ice, GOD oder Curse of the Golden Vampire betrieb. 
Wer mir jetzt noch 'ne gelungene Montage aus den Coverartworks von "In Your Pit" und "Full Upon Her Burning Lips" (s.o.) zusammenphotoshopt, der ist mein Held...

MAN OF MULTNOMAH - The escape, preferably by flight
VÖ:  24.05.
Aaron D.C. Edge, zuletzt vor allem bekannt durch das Lumbar-Projekt (mit Tad Doyle und Mike Scheidt), hat mit MAN OF MULTNOMAH ein Soloprojekt gestartet, das von Western-Soundtracks inspiriert ist, und für das er dann mitunter auch das Banjo seines Vaters in die Hand nahm.


MISþYRMING - Algleymi
VÖ: 24.05. | NoEvDia
Timing ist alles: Manchmal kann es ja etwas nerven, wenn Bands einem ihren Kram mit zu hoher Veröffentlichungsfrequenz um die Ohren hauen, manchmal allerdings lassen sich einige auch ein bisschen zu viel Zeit. Die isländischen Black-Metaller von MISþYRMING z.B. veröffentlichten 2015 mit "Söngvar elds og óreiðu" ein sehr gutes Album abseits von Genre-Stangenware, traten ein Jahr drauf mit viel Buzz drumrum beim Roadburn Festival auf, ließen sich dann aber mit dem zweiten Album wohl irgendwie zu viel Zeit, um dieses Momentum auch wirklich zu nutzen. Denn wenn ich mal ganz ehrlich bin, hält sich die 3-4 Jahre später das Interesse aufgrund meiner aktuellen Black-Metal-Müdigkeit bzw. Meddlszenen-Abgeturntheit inzwischen ja doch etwas in Grenzen bei mir…

PS: Das „Mimimi, vor der Gutmenschen-Invasion war Black Metal besser, ich kenne voll die bösen Buben, will aber aus Angst vor der Clickbait-Nazikeule nicht drüber reden und ich bin außerdem so originell und innovativ mich auf Nietzsche's Übermensch zu beziehen“-Interview mit Bandgründer D.G., das ich kürzlich zufällig gelesen habe, war zudem ziemlich peinlich.

Außerdem?

ALESSIO DUTTO's Tape "Blurred Boundaries" (Midira Records) bietet Drone, Noise und Microryhtmen.

Wenn ich Promo-Texte über "erwachsen gewordene" Bands lese, möchte ich eigentlich schon gar nicht mehr reinhören. Das Berliner Rock-Duo DEAD KITTENS hat jedenfalls mit "I am not a Ghost" ein neues Album via Noisolution raus. Checkt die Videosingle 'I'll Change My Mind'.

Wie haben wir es jetzt eigentlich mit DEATHSPELL OMEGA? Ist der Prog-Black-Metal der Franzosen zu geil, um es zu ignorieren, oder sind Leute beteiligt, die es einem verderben? Sagt Ihr es mir mal!
Am 24.05. ist jedenfalls mit "The Furnaces of Palingenesia" ein neues Album raus. Einen düsteren Videoclip gibt's auch.

Die chilenischen ELECTROZOMBIES haben mit "Darkness is Rebellion" eine neue Packung an crusty Death Metal rausgehauen.

Mit "Faus Nova" ist am 23. eine limitierte Tape-EP der britischen DJane und Industrial-/ Ambient-/ Noise-Klangkünstlerin IREEN AMNES via Instruments Of Discipline draußen.

Darf's Dark-Ambient Richtung Lustmord sein? Dann checkt mal den Cold-Spring-Release "Twll Du" von Llyn Y Cwn.

Die Dortmunder Punks von LÜGEN haben am 24.05. ihre einseitige, zweite LP "II" am Start.

Der italienische Noise-Künstler Toni Cutrone alias MAI MAI MAI hat ein neues Album namens "Nel Sud" über La Tempesta International auf der Startrampe. 

Ich sach’s jetzt mal ganz offen: Für mich sind MARTYRDÖD ja sowas wie die Schunkel- und Dudel-Melodeath-Version von Crustpunk/ D-Beat. Klar kann man sich das im Zweifelsfall durchaus anhören, aber warum sollte man?
"Hexhammaren" ist am 25.05. über Southern Lord raus.


Harsh-Noise-Enthusiasten checken dann außerdem auch noch den digitalen PAIN CHAIN /  L'ECLIPSE NUE Release "Stained Aura".

Die schnaften Altherren-Indierocker SEBADOH haben zu ihrem neuen Album "Act Surprised" außerdem die Videosingles 'Celebrate The Void' und 'Stunned' zu bieten.

Crusty Black Metal mit jemanden, der auch bei Abstracter mitmacht: VALE’s "Burden of Sight" kommt über The Flenser. 

Black-Metal-Fans checken außerdem ab 23.05. das neue Album "De Val" vom niederländischen Einmannprojekt VERWOED.

Noch ein Tape auf Midira Records: "Le temps du Chien" von VÉHICULE ist was für Freunde von Ambient-Jazz und moderner Klassik!

Schon am 20. erscheint dann außerdem die kurz und knackige Debüt-EP von ZEALOT R.I.P. auf Three One GJason Hamacher (Frodus, Battery), Mike Schleibaum (Darkest Hour) und Blake Harrison (u.a. Pig Destroyer's Keyboarder) haben jetzt zusammen 'nen Projekt zwischen Hardcore und Entombed-Worship.

VÖ: 31.05. ...


AZIZA - The Root of Demise 
VÖ: 30.05.
Death Metal mit Morbid-Angel-Kante, aus dem die Band außerdem Sludge- und Hardcore-Wurzeln durchschimmern lässt? Vielleicht sowas wie 'ne dreckig-punkige US-Version von Behemoth? Ja? Dann checkt mal das Minneapolis-Trio AZIZA! 
Die naturbelassen-knallige Produktion ist zudem irgendwie auch ganz geil (Adam Tucker/ Signaturetone Recording wird eh schon als steigender Stern des Underground gehandelt).
Gefällt mir als Ausnahme der "eigentlich höre ich ja echt kaum noch solchen Metal"-Regel jedenfalls gerade soweit erstmal ganz gut!

CHRISTIAN FITNESS - you are the ambulance
VÖ: 29.05.
Moment mal – es gibt jetzt nicht nur Future of the Left, sondern auch eine Reinkarnation von dessen Vorgängerband Mclusky, mit der man inzwischen auch wieder gelegentlich mal live spielt, und außerdem auch noch das Quasi-Solo-Heimstudioprojekt CHRISTIAN FITNESS, hinter dem im Grunde genommen die gleichen Leute stecken? Langsam könnt’s kompliziert werden!
Andrew "Falco" Falkous hat jedenfalls mal wieder ein neues Werk von CHRISTIAN FITNESS fertiggestellt, was die zusätzliche Everthing-goes-Spielwiese ist, Weirdo- Punk/ Schräg-Indie-/ Noiserock wie man ihn man von seinen Hauptbands kennt, mit Hip-Hop-Elementen und Pop-Momenten zu verquicken, allerdings neigt man auf "you are the ambulance" mehr denn je vor allem zu nach vorne rumpelndem Punkrock, fettem Noiserock-Geschrubbe und auch mal 'ner Nirvana-Reminiszenz ('hey dave, don't date yourself'). Geil!

DARKTHRONE - Old Star
VÖ: 31.05. | Peaceville
Dieses Gesamtkonstrukt DARKTHRONE finde ich ja irgendwie auch immer seltsamer. 
Sich einerseits trotz Fenriz' Clown-Anwandlungen eine relative Aura des elitären bewahren, kein Intereresse an einer eigenen Live-Aktivität haben und bei der betont unkompromittierten Musik, von der man alle 2-3 Jahre neue unters Volk bringt, immer mehr auf Retro-Heavy-Metal machen usw., passt meiner Meinung nach ja nicht sooo ganz damit zusammen, sich das neue Album dann von so einer relativen Zeitgeist-Charaktere wie Sanford Parker mixen zu lasen und schon Monate vorher die Werbetrommel zu rühren, über welche hochkommerziellen Online-Konsumtempel (s.u.) das Teil zu beziehen sein wird. Aber nun ja, was weiß ich denn schon. 
DARKTHRONE haben sich jedenfalls in den letzten zehn, zwölf Jahren mit ihrer neuzeitlichen Kombination aus selbstironischer Punk-Attitüde und kauziger Back-to-the-Roots-Musik auf einmal zu so einer Art von spaßiger Konsensband gemausert, was vor 25 Jahren wohl auch niemand gedacht hätte. Einem Everybody’s Darling, der von True-Metal-Lifestylern in Lederjacke und breiter aufgestellten Musik-Nerds, die ein Hauch von Hipstertum umweht, gleichermaßen abgefeiert wird (als die Band zwischenzeitlich gar komplett ahnungslos im Visions Magazin rezensiert wurde, an der Stelle war es dann wirklich absurd). 
Nachdem "Circle the Wagons" und "The Underground Resistance" teilweise schon regelrecht ulkig tönten, kältete "Arctic Thunder" wieder weniger lustig den Frost (ähem, naja...) - "Old Star" wiederum soll nun der Ankündigung nach ganz besonders retro-schwermetallisch durch die alte Schule geführt worden sein...
(Pre-Order-Möglichkeiten)



GERONIMO  - Obsolete
VÖ:  31.05. | Three One G
Hinter GERONIMO stecken Man Is the Bastard‘s W.T. Nelson und zwei weitere Mitstreiter, die sich im Line-Up Knöpfchendreher, Basser und Drummer sowas wie experimentellem Noise- / Ambient-Kram mit Rock-Ansatz verschrieben haben. 
Nach einer selbstbetitelten CD im Jahr 2007 erscheint dieser Tage die zweite Veröffentlichung des Projekts in Form dieser EP via Three One G Records



KALEIDOBOLT - Bitter
VÖ: 31.05. | Svart 
Eine energiegeladen und dreckig rockende Live-Begegnung samt eigentlich abgelutschtem King Crimson-Coversong in einer wirklich kleinen Location reichte aus, mich zum Instant-Fan von KALEIDOBOLT zu machen. So sehr ich auf retro geeichten Hardrock sonst oft eher verachte, so sehr machen diese Finnen bei ihrem leicht kauzigen und durchaus etwas härter brummenden Psychedelic-/ Stoner-/ Prog-Rock mit 70er-Schlagseite irgendwie einfach alles richtig.
Album Nummer drei kommt dieser Tage über Svart Records raus und ich bin sehr gespannt drauf!


POUND - ••
VÖ: 31.05. | Silent Pendulum Records
Ja, das Album heißt wirklich "••". POUND aus Seattle haben sich dem Unterfangen verschrieben, eine Instrumental-Version wildesten Math-Grindcores mit entsprechenden Djent- und Tech-Death-Schulterblicken und dem punkig-räudigen Spirit von Sludge-Crust-Metall miteinander verschmelzen zu lassen und sich dabei ferner am Kunststück zu versuchen, gleichermaßen schmutzig wie klar zu klingen.
Inwieweit ihnen dieses Experiment geglückt oder misslungen ist, soll jetzt bitte jeder für sich selbst entscheiden…



SUBMERGED - The Eradication of Untruth 
VÖ: 31.05. |  Ohm Resistance
Drum’n’Bass-Könner Kurt Gluck aka SUBMERGED hat ‘ne neue EP über das eigene Label Ohm Resistance am Start, die ein paar Kollaborationen zusammenfasst. 
Zusammen mit Molecular zollt er z.B. bei 'Abyss' The Prodigy und Keith Flint Tribut.
Wir sind gespannt drauf!



Und sonst noch so? 

Das spanischen ADRIFT sollen sowas wie Post-Metal/ Drone-Doom/ Sludge mit Prog-Schlagseite machen und sind mit "Pure" über das schwedische Label Temple of Torturous am Start, welches immer wieder ein feines Nischengeschmack-Näschen zeigt, dabei allerdings irgendwie (sieht man jetzt mal von Valborg neulich ab) so ein bisschen in der zweiten Reihe bleibt…

Auf Alerta Antifascista Records soll am 31.05. "What We Leave Behind" von den britischen Emo-Crusties ARBORICIDIO erscheinen, auch wenn auf der Bandcamp-Seite wiederum was von Juni steht.

Grind- / Fastcore aus Frankreich: "Trendy Junky" von CHIENS.

Einer am ersten des Monats veröffentlichten 3-Song-Single von BLOODYMINDED soll am letzten dann auch noch das ganze Album folgen. Leute von u.a. Anatomy Of Habit und Indian machen Power-Electronics/ Noise/ Experimental-Industrial in Richtung Sutcliffe Jügend (und Sanford Parker hat es gemischt).

Apropos britische Power-Electronics-Urgesteine, zum ersten: Etwas vage ist das Release-Date des neuen CONSUMER ELECTRONICS Albums "Airless Space", das im Laufe des bzw. gegen Ende des Monats via Harbinger Sound / Bleep erhältlich sein soll.
 
Zum zweiten ist unter Vorbehalt (= verschiebt sich scheinbar eh noch mal um ein paar Wochen) für den 31.05. dann ferner auch noch das neue Doppelalbum "The Great Unlearning" (Norman Records) von RAMLEH angekündigt, das sie wieder mal im Rock-Modus zeigen soll. Habe ich glaube ich Bock drauf, denn "Circular Time" war ja auch ganz geil!


KEVIN RUTMANIS AND HIS SLIDE BASS haben mit "Massively High Fever" sowas wie 'ne Digitalsingle raus.

Industrial-/ Ambient-/ Noise-Freunde checken dann außerdem vielleicht noch das neue LUSSURIA-Album "Three Knocks" aus dem Prurient-Umfeld.

Wenn es dann noch ein Blick über den Tellerrand sein darf, checkt mal die australischen Jazzer COAST, deren "Skim" durchaus ganz geil bratzt!