Mittwoch, 29. Juni 2016

Polonium - Seraphim

Danke an „anonyme Quelle“ (er wollte nicht!) fürs draufstoßen: Traditionell bekomme ich von Veröffentlichungen, die während oder ums Roadburn herum erscheinen, gerne mal erst Monate später was mit. So verhielt es sich nun auch mal wieder mit „Seraphim“ von POLONIUM. Jene sind ein Alter Ego von THE AUSTERITY PROGAM, die wiederum ich als sowas wie eine Mischung aus Shellac und Godflesh, ebenfalls eher spätentdeckt, inzwischen sehr schätze. Die Musik, die sie ganz früher mal unter besagtem anderen Namen gemacht haben, haben sie jetzt zwanzig Jahre später neu aufgenommen und unter eben diesem veröffentlicht.
Damals wie heute war u.a. das Bolt Thrower’sche Doublebass-Inferno eine Inspiration für die Vorgänger-/ Neunebenband, was sich mit ihrem Drumcomputer-Noiserock-Sound nicht beißt, sondern im Gegenteil mit musikalischen und klanglichen Aspekten von Big Black, Unsane und frühen Melvins interessant (dis)harmoniert.


Dienstag, 28. Juni 2016

Melvins - Hideous Woman (Videoclip)

Während ich immer noch drauf warte, die physische Langspielplatte auch mal endlich in den Händen zu halten, haben mich die bisherigen digitalen Durchläufe des neuen MELVINS-Albums „Basses Loaded“ im Übrigen doch überzeugt. Mein Kumpel Thorsten, den ich beim Konzert traf, hält es zwar für ein eher schwächeres Album der Herren, das er insgesamt nicht so wirklich gebraucht hätte, ich wiederum finde den Schwerpunkt etwas relaxterer Hardrock-Songs ohne allzu auffällige Kauzigkeiten, eingerahmt von ein bisschen Ulk, allerdings eigentlich ganz gut und hör‘s echt gerne!
Zum Track „Hideous Woman“ gibt es, wie die Überschrift schon verriet, frisch einen Videoclip:


Montag, 27. Juni 2016

Unsane, Sofy Major, Tilburg


Nettes Gefühl, während des am vergangenen Freitag dann zwischenzeitlich doch auch mal durchbrechenden Sommersonnenscheins durch die Gassen Tilburgs zu schlurfen, welches ich u.a. dank so einiger Roadburn Festivals über die Jahre sehr liebgewonnenen habe.
Dort standen die All-Time-Faves UNSANE und mit SOFY MAJOR eine meiner Lieblingsentdeckungen jüngerer Vergangenheit (letztes Jahr mit Pigs gesehen) im Verbund auf dem Programm.

Die Atmosphäre am und im Little Devil war gemütlich, bis es dann fünf Flaschen Grolsch später auch irgendwann mal losging.
Die mit der Unsane-Clique eh schon ganz gut verbandelten SOFY MAJOR aus Frankreich sind jedenfalls eine sympathische und live echt Spaß machende Band. Auf dem aktuellen Album „Waste“, mit dessen eröffnendem Titeltrack auch diesen Abend der Startschuss fiel, hat sich das Trio aus den noch etwas verspielter in Post-Hardcore- und Stoner-Gefilden wildernden Regionen der ebenfalls sehr guten Vorgängeralben freigeschwommen, um einen Schlenker in eine etwas direktere, punkige Noiserock-Richtung zu vollziehen. Funktioniert auch, ich mag beides.
Wieder mal ein Spitzengig, vor allem auch der sehr wild trommelnde und mitsingende Drummer.

 
UNSANE sah ich das letzte mal vor vier Jahren im MTC, das ich wie die meisten Kölner Locations eher nicht so wirklich mag. Das winzige Little Devil mag zwar jetzt auch kein Top-Konzertladen sein, aber der Sound war an diesem Abend tatsächlich wesentlich besser als damals in Köln.
Und immerhin durfte ich mir noch mal ein bisschen jung vorkommen, beim schwerpunktmäßig doch sehr entspannten Publikum mit höherem Altersdurchschnitt derjenige zu sein, der in der ersten Reihe euphorisch mitwippend den einen oder anderen Song mitgrölt.
Aus dem vom Headliner souverän rausgebratenem Lärm stachen auch immer wieder mal Hit-Momente hervor. Ob das lässig groovende „Against The Grain“ oder das getragene „Only Pain“. Auf das unvermeidliche „Scrape“ folgt wie auf dem entsprechenden AmRep-Klassiker-Album (zuletzt übrigens wiederveröffentlicht) das nicht minder grandiose „Alleged“: Erstmal Mundharmonika-Intro und dann die volle Packung Breitwandriffs in den Boden stampfen.
Bandkopf Chris Spencer kann man währenddessen einfach nur lieben, wie er da steht und den Gitarrenhals auf seine eigene unnachahmliche Art dehnend und ziehend bearbeitet, während es vom Schild seiner Baseballkappe immer mehr heruntertropft. Drummer Vinnie schafft es derweil nicht, während Songpausen auch mal die Füße (und Hände) stillzuhalten, wo ich ihm glatt mal unterstelle, dass man sich diese Drumsolo-Überbrückung vielleicht von den befreundeten Melvins abgeguckt hat.
Nach dem wieder mal abschießenden Flipper-Cover „Ha Ha Ha“ (und die Semiprofi-Fotografin neben mir lachte sich wohl nicht ganz zu Unrecht kaputt, wie ich den Refrain mitschmetterte) stand dann auch fest, dass ich leider wieder mal kein „Blew“ und kein „Stuck“ zu hören bekam, aber ich kann’s angesichts der wirklich gelungenen Show wirklich verschmerzen.
Hat sich gelohnt, dafür mal eben extra in die Niederlande rüber zu gondeln! 


 
 
 
Randnotiz: Unsane-Shirts waren am Ende der Tour leider nur noch in Mädchengrößen zu haben, von Sofy Major’s „Idolize“ LP konnte ich mir aber immerhin das letzte Exemplar sichern. Überhaupt hätte ich mich in der Plattenkiste von Solar Flare – das Label wird von einem der Sofy Majors betrieben – dumm und dämlich kaufen können, hielt mich dann angesichts des insgesamt dann ja auch eh schon etwas teuren Trips aber tatsächlich doch ein bisschen zurück.

Freitag, 24. Juni 2016

Aphex Twin - CIRKLON3 (Videoclip)

Letztens erst noch in das aktuelle APHEX TWIN Album „Syro“ reingehört und festgestellt, dass ich das ja doch ganz schön gut finde. Aber wie das so ist mit so viel guter Musik und so wenig Zeit, lande ich halt immer wieder bei irgendwelchem Noiserock, Doom Metal, Grindcore o.ä. Gitarrenlärm, anstatt derartigem auch noch die gebührende Aufmerksamkeit entgegenzubringen, weil so viel Musikhörzeit habe leider selbst ich ganz einfach nicht…
Zur kommenden EP „Cheetah“ gibt’s gerad‘ jedenfalls einen Videoclip und ich teile ihn gern mit dem Vorsatz, zukünftig vielleicht doch mehr Aphex zu hören:




PS: Eigentlich wollte ich auch noch das neue WOLFE EYES Video hier präsentieren, aber Youtube sagt dazu mal wieder „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der GEMA bisher nicht einigen konnten.“ 

Donnerstag, 23. Juni 2016

Weawick - Whistle Along

Noiserock und Minneapolis gehen ja traditionell zusammen ganz gut: WEAKWICK machen in Duoformation herrlich rumpligen Weirdo-Punk, der eine Brücke zwischen frühen AmRep-Exoten à la Cows und Lightning Bolt schlägt, irgendwie kaputt-mechanisch klingt, und mit „Whistle Along“ ist gerade ein neues Album raus:  

Blut Aus Nord / Ævangelist

Vergangenen Freitag kam parallel zur neuen Terra Tenebrosa auf dem gleichen Label übrigens auch eine Split-Veröffentlichung von BLUT AUS NORD und ÆVANGELIST raus. 

Die französischen BLUT AUS NORD mag ich trotz ihres bekloppten Namens ja generell. Diese Art und Weise, wie sie sowas wie verschiedene Veröffentlichungsreihen von Alben haben, in deren jeweiligen Rahmen sie dann einerseits immer mehr in „man kann im Black Metal verwurzelte Musik auch mit Godflesh-Rhythmen spielen, spaceig abdrehend auf Trip Hop machen und dabei auch mal pompös agieren“-Sphären entgleiten, einen andererseits dann aber zwischendurch doch auch gelegentlich immer wieder mal mit einem reinen Black-Metal-Baller-Album auf den Boden zurückholen, die hat was.
Und obwohl das unglaubliche 2003er „The Work Which Transforms God“ und der grandiose 2006er Dissonanz-Quantensprung „MoRT“ wohl mutmaßlich ihre interessantesten und essenziellsten Releases bleiben werden, ist es doch immer wieder interessant, womit sie einem als nächstes um die Ecke kommen…

Die amerikanischen ÆVANGELIST wiederum sind eine Band, mit denen ich mich zugegeben bisher noch nicht im Detail befasst habe, obwohl sie seit wenigen Jahren an anderen Stellen schon so manche Augenbraue zum hochgehen brachten. Aber auch hier hat man es mit einer eher ungewöhnlichen Band der Düster-/ Extrem-Metal-Ecke zu tun.

Dienstag, 21. Juni 2016

The Glowing Man

Ein paar Gedanken zum neuen SWANS-Album:
Es ist irgendwie konsequent, dass Michael Gira „The Glowing Man“ und die folgende Tour als Schlussphase der aktuellen Inkarnation seiner 2010 nach ca. 13jähriger Pause reanimierten Band ausruft (im Übrigen angeblich ohne sich bisher groß über das danach Gedanken gemacht zu haben).
Es gibt Passagen auf dem neuen Album, vor allem im ersten Drittel, die ein bisschen den Eindruck erwecken, dass da im Rahmen des stilistischen und personellem Konzepts, das SWANS die letzten sechs Jahre ausmachte, auch mal langsam alles gesagt ist.
Das meine ich nicht zwangsläufig so negativ, wie sich so eine Aussage interpretieren lässt. Aber teilweise wirkt das Ganze schon mal wie ein etwas zurückgenommener Epilog zum Jahrhundertalbum „The Seer“ und dessen Nachfolger „To Be Kind“. Es sind diese in der Tat glühenden Soundflächen von vertrautem Klang und Mammutsongaufbauten mit regelrecht mantrischen Ausbrüchen, die man für einen Maulsperren-Effekt, wie ihn „The Seer“ noch verursachte, irgendwie inzwischen gewohnt ist.

Havin' said that... „The Glowing Man“ ist trotzdem groß! Wieder ein mal richtig, richtig groß. Vermutlich wird es in meiner Jahresabschlussbilanz wieder mal auf der #1 stehen. Momentan habe ich jedenfalls mal wieder keine Lust, überhaupt noch irgendwas anderes zu hören als immer und immer wieder diese 118,23 Minuten (!), die selbst in ihren zähesten Momenten wie Öl runtergehen und in ihren besten den Wunsch wecken, dass es niemals aufhören soll.
Wenn nach dem fast halbstündigen Titeltrack, dessen Passagen mit nach vorne pumpemder Rhythmik wieder ein mal regelrechten Stammestanz-Charakter haben, dann auch noch eine kompaktere, straight marschierende Nummer mit fast schon optimistischer Gospel-Aura und einem klanglichen Schulterblick zurück in die Ecke des 1995er „The Great Annihilator“ das Album beendet, dann haben es Gira und seine Mitstreiter zum Schluss doch noch geschafft, einen mal wieder zu überraschen und zu verblüffen.

Eigentlich könnte ich echt sogar super damit leben, wenn bis zum Ende des Jahres nichts anderes mehr rauskommt.


Montag, 20. Juni 2016

Virus - Memento Collider

Auf dieses, diesen Monat veröffentlichte Album - das ich wohl zugegeben gar nicht testgefahren hätte, wenn es mir nicht zufällig von anderer Stelle so nahegelegt worden wäre, dass ich es nicht ignorieren konnte - möchte ich, wo es schon auch bei Bandcamp (s.u.) ist, dann doch auch mal hinweisen:

Die norwegischen VIRUS sind ja die Nachfolgeband von VED BUENS ENDE, welche bereits einen ziemlichen Prog-/ Avantgarde-Ansatz aus ihren Black-Metal-Wurzeln zogen.
Mittlerweile fahren sie einen ganz eigensinnigen Progrock-Sound, der sich ein ganzes Stück weiter von Metal-Knalleffekten entfernt hat.
Vergleiche, die an anderen Stellen schon getätigt worden sind, wie z.B. mit Voivod (wohl vor allem „Nothingface“) und auch King Crimson (hier wohl vor allem auch die der 80er und 90er, mit Adrian Belew’s Gitarrenarbeit), kann ich zwar nachvollziehen, finde sie aber eher etwas irreführend.
Eigentlich sehe ich VIRUS in einer stilistischen Liga mit z.B. finnischen Nachbarn wie Oranssi Pazuzu, Atomikylä und Abyssion, die auch alle ihre Black Metal Wurzeln um Einflüsse aus Prog, Krautrock u.ä. vermengt zu was anderem geführt haben, und meinetwegen auch ein bisschen in der Nähe einer Band wie Aluk Todolo, die ebenfalls Metal-Dunkelheit in ihrem musikalischen Grundstein hat, dabei aber eher eine ziemlich eigene Schiene mit angehobenem Spielwitz fährt.
Alles in allem sind VIRUS nämlich trotz aller „spaceigen“ Ambitionen und bei allem Vorreiterrollencharakter eine Band, der man die „hässliche“ (Black) Metal-DNA dann eben doch noch sehr anhört. Das muss nicht per se etwas negatives sein, macht sie dann meiner Meinung nach aber eben doch eher zu einer dieser Bands, die vor allem von sich selbst als gerne mal über Tellerränder blickend empfindenden Metalheads goutiert wird, als dass sie für Musikfans interessant wäre, die eher von außerhalb dessen kommen. Wenn Ihr versteht, was ich meine.

Einen Anstandsapplaus zur Weitergabe an potenziell zugeneigte war es mir dann aber doch mal wert.


KK Null @ Bandcamp

Kazuyuki Kishino kennt man nicht nur als Gitarrist und Brüller der gigantischen Noiserock-/ Nippon-Metal-Urgesteine Zeni Geva, sondern unter dem Solopseudonym KK NULL auch als Fabrikant elektronischen Lärms. 
(Beide zusammen letzten Herbst noch live gesehen, war super.)
Er hat gerade Bandcamp für sich entdeckt und zum jetzigen Zeitpunkt drei Veröffentlichungen dort hochgeladen, weitere werden mutmaßlich noch folgen:
http://kknull1.bandcamp.com/releases

Sonntag, 19. Juni 2016

Alewives

Danke für den Tipp an Michi S.!
Mike Roche war früher bei den stilistisch etwas sprunghaften Prog-Metallern/ Alternative-Rockern Thought Industry. Eine dieser Bands, die zu ihrer Zeit so ungewöhnlich und eigen war, dass sie ein ewiger Geheimtipp blieb.
Sein neues Baby ALEWIVES hat gerade eine neue EP raus (und falls man ihn noch nicht kennen sollte, ist der selbstbetitelte 2013er Longplayer nur einen Klick davon entfernt):


Freitag, 17. Juni 2016

SWANS!!!

Moment, habe ich am Montag echt tatsächlich behauptet, dass es sich beim der meisten erwarteten Musik-Neuerscheinung dieser Woche um die neue Terra Tenebrosa handelt?
Ehehehe, welch ein Fauxpas, wo doch heute das neue Album von SWANS rauskommt!?!

Donnerstag, 16. Juni 2016

Melvins…


Keine Ahnung, warum man eine Band, die vor ein paar Jahren auch schon mal das ja doch ‘n Tick größere „Bürgerhaus Stollwerk“ in der gleichen Stadt Wochen zuvor ausverkaufen konnte, wiederholt in den kleinen Kölner „Underground“ stopfen muss, aber gestern spielten die MELVINS wieder eben dort und ich war wieder mit dabei.
Aufgrund unserer überpünktlichen Ankunftszeit musste man sich dann natürlich erst mal weiter hinten in den übervollen, heißen Laden quetschen, in dem man die viel zu niedrige Bühne, je nachdem wo man steht, dann auch nicht so wirklich gut sehen kann… man, wie hasse ich diesen Kackschuppen!

Anyway. Dieses mal kamen Buzz und Dale nicht, wie letztes Jahr, in der „Big Business Doppelschlagzeug-Besetzung“, sondern als Trio mit Steven Shane McDonald (Red Cross/ Off!) am Bass.
Ohne Vorband gings um neun los mit einer extrazähen Version von „
Eye Flys“, an die mal eben direkt das von McDonald gesungene Kiss-Cover „Deuce“ angeschlossen wurde. Es folgte mit „Queen“ einer der eingängigsten Songs ihrer Mittneunziger-Majorlabel-Phase und mit „The Kicking Machine“ eine Nummer, die eigentlich von einem der Alben mit Doppelschlagzeug-Besetzung stammt, von Meisterdrummer Crover aber natürlich auch alleine bestens gemeistert wird. Überhaupt: Crover! Alter! Nach wie vor einer der unterbewertetsten Schlagzeuger der Rocklandschaft überhaupt.
Im weiteren Verlauf des ca. 80minütigen, nahezu pausenlosen Konzerts gibt’s alles mögliche: Einen weiteren Song vom Debüt („Leech“), sowie einen, der vom Kooperationsalbum mit Lustmord stammt („The Bloated Pope“), und an aktuellerem neben zwei der etwas relaxteren Hardrock-Songs des neuen Albums „Basses Loaded“ auch zwei von „Hold It In“ und zwei von „Freak Puke“. Viele Songs werden dabei einen ganzen Tick schneller dargeboten und ein paar Sachen auch in etwas verkürzten Fassungen angespielt („The Water Glass
“). Mein persönlicher Höhepunkt: Das Alice-Cooper-Cover „Halo of Flies“! War. das. geil!
Als Rausschmeißer kredenzte uns die Band eine ziemlich energische Version von „Night Goat“, um vor der finalen Verbeugung noch mal eben A Cappella
„Take Me Out to the Ball Game“ zu intonieren.
Alles in allem: War total super, nur können wir die MELVINS nächstes mal bittebitte woanders sehen als in diesem Sch…Underground?

Mittwoch, 15. Juni 2016

Just so you know

Den einen oder anderen News-Schnipsel oder Hirnfurz, für den ich nicht erst einen Blogpost eröffnen möchte, werde ich zukünftig wohl über die neue Facebook-Seite zum Blog absetzen, die ich primär auf eine Anregung hin angelegt habe, um Facebook-Benachrichtigungen zu neuen Blogposts raustun zu können…

Dienstag, 14. Juni 2016

Bruxa Maria - Human Condition

Ebenfalls seit wenigen Tagen raus und der absolute Oberhammer: „Human Condition“ von BRUXA MARIA, veröffentlicht auf dem Label von Necro Deathmort, „Extreme Ultimate“.
Damit schließen die Beteiligten an den – wollen wir das jetzt dann mal wirklich auch ganz unironisch so sagen? – aktuellen Trend an, dass sich das "Noiserock-Revival" dieser Tage immer mehr zum ganz großen Underground-Musiknerd-Thema (ge)mausert (hat).
BRUXA MARIA wecken mit (aber nicht nur wegen) ihren gelegentlich etwas eigenartigen Vocals jedenfalls Erinnerungen an die frisch reunierten Cherubs, MoE oder Julie Christmas, sind zugleich brachial und aggressiv wie auch weird, streifen eher die metallisch angehauchten, Unsane-, Helmet- und Today-Is-The-Day-mäßigen Gefilde der Noiserock-Landschaft als die indierockigeren (wenn's nach mir geht: gut so!), können von straight-punkig auf die Fresse über verspielt angehaucht und episch ausartend ("New Dawn Dawning", was für ein Song!) bis zu Industrial-artigem Lärm (dieser Titeltrack!) einfach a-l-l-e-s und sind damit vielleicht sogar meine persönliche Entdeckung des Jahres!
Ich bin verliebt! 



Necro Deathmort – The Capsule

Auch seit ein paar Tagen raus und fast (mal wieder) an mir vorbeigegangen (aber dieses mal eben auch nur fast): Das neue Album von NECRO DEATHMORT!
Das Roadburn-erprobte Duo aus London hat auf den bisherigen Releases bereits eine Bandbreite von brutalem Maschinell-Metal Marke Godflesh bis zu „postrockig arrangierten“ Techno-Stücken abgedeckt und ich muss zugeben bei den Sachen, die nach ihren durch die Bank sehr guten, gern und viel gehörten ersten drei Alben herauskamen  - ein weiterer Longplayer, zwei Archiv-Compilations und vier EPs – dann insgesamt ein wenig den Überblick verloren zu haben, da die Band zuletzt mit einem Output von gar nicht mal so geringer Frequenz aufwartete.
Das neuste reguläre Langspielalbum „The Capsule“ führt Plucker-Beats, Sequencer-Läufe und BeepBlop-Sounds mit eher hintergründigen Gitarren-Drones zusammen, pendelt vom fluffigen dann doch noch ins düstere und hat die Doom-Metal-Einflüsse nach wie vor in der DNA (man höre z.B. das sehr NDM-typische 'Moonstar'), lässt jene dabei aber dieses mal nicht so sehr in den Vordergrund treten um Platz für etwas zu machen, das nicht selten einen retrofuturistischen Soundtrack-Charakter hat. Und am Ende entschwebt das Ganze dann gar noch völlig Richtung Dark Ambient.

Wer Zombi, spätere 65daysofstatic und Maserati oder auch John Carpenter genauso mag wie Sunn o))), dunkle Lustmord-Sphären und brummendes Scorn-Gestampfe, der sollte hier zumindest mal reinhören!


Montag, 13. Juni 2016

D.R.I. - But Wait... There's More

Ja huch, ich hätte ja fast verpennt, dass vergangenen Freitag was neues von D.R.I. erschienen ist!

Hallo!?! Noch mal: Was neues (!) von D.R.I., deren letztes reguläres Studioalbum mal eben über zwanzig Jahre zurückliegt!

Die live eigentlich nach wie vor immer und immer wieder superviel Spaß machende (Vorsicht, Floskelalarm:) „Hardcore-Thrash-Metal-Crossover-Legende“ legt mit dieser neuen EP fünf Songs via „Beer City Skateboards and Records“ raus, die als Special 12“, 7“, CD und an üblichen, eher fragwürdigen Stellen wie iTunes und Amazon auch als Download zu kriegen sind.
Geboten wird dabei im Rahmen von fast neuneinhalb Minuten natürlich nicht mehr und nicht weniger als das punkige Gethrashe in Reinform, das von dieser Band überhaupt erst geprägt wurde wie von kaum einer zweiten. 

Über das extra-hässlich wie aus der Zeit gefallene Cover kann man da glatt mal hinwegsehen.
Geil, dass es Euch noch gibt, D.R.I.!


Würden sich dann jetzt auch bitte diese ganzen Municipal-Waste-Abfeierer auch endlich mal das Original zu Gemüte führen?

Terra Tenebrosa ‎– The Reverses

Am meisten antizipierte Veröffentlichung dieser Woche: Freitag erscheint die neue TERRA TENEBROSA!

Von ganz vorne: Die schwedischen (Post-)Hardcoreler BREACH waren eine Band, die man kennen sollte. Vor allem deren 1999er Album „Venom“ ist mit seinen brachialst treibenden Brecher-Grooves eines, das ich auch eineinhalb Dekaden später immer noch begeistert auflege, allerdings ist auch die Entwicklungskurve der Band, die am Ende noch mal ein Stück „postrockiger“ wurde, nicht uninteressant.

Die Nachfolgeband TERRA TENEBROSA veröffentlichte bereits zwei Alben, aus denen man sich teilweise erst mal gar nicht mal so richtig einen Reim machen wollte. Sie verwischen harte Rock-/ Metal-Stilmittel zwischen den Breach-Wurzeln und Black Metal zu einem surrealen Nebel und zwischenzeitlich blitzen gar schon mal Ideen auf, die Assoziationen aus einer Richtung à la Throbbing Gristle wecken.
Live beim Roadburn vor zwei Jahren war das Ganze dann interessanterweise sogar einen Ticken zugänglicher als von Konserve und den ersten Hörproben des neuen Albums nach haben sie dieses mal auch ein bisschen von dieser Direktheit im Studio umgesetzt (auch wenn die Vocals dann zugegeben vielleicht so eine Sache sind…). 

Freitag geht parallel zur Veröffentlichung mutmaßlich auch das ganze Teil bei Bandcamp online, bis dahin kann man mit dem gewohnt düsteren ‘Ghost At The End Of The Rope ‘ und dem stampfenden ‘The End Is Mine To Ride‘ aber immerhin bereits zwei Tracks davon hören:


Freitag, 10. Juni 2016

Castle - Hammer and the Cross (Videoclip)

CASTLE sind mit ihrem erdigen, old-schoolig inszeniertem, dabei aber doch schon mal eher von um die Ecke kommenden anstatt nach Schema F abgespulten Metal ‘ne ziemlich sympathische Band.
Und das sage ich nicht nur, weil sie ein Alice-Cooper-Cover als Single rausgebracht haben, auf der mir die Sängerin/ Basserin einst „schöne Augen machte“

Das Trio hat einfach so eine gewisse Dynamik und Energie...

Zu einem Song des kommenden Albums (15.07. bei Ván) gibt’s gerad‘ schon mal ‘n Video: 


Sumac- What One Becomes

Heute via Thrilly Jockey raus: „What One Becomes“, das zweite Album von SUMAC.
Das letztjährige Debüt besagten Trios, das sich aus Aaron Turner (Isis, Old Man Gloom, Mamiffer) an Gesang und Gitarre, Basser Brian Cook (Russian Circles, These Arms Are Snakes, Botch) und Schlagzeuger Nick Yacyshyn (Baptists) zusammensetzt, hatte ich bis zuletzt irgendwie eher ignoriert. Was vermutlich damit zusammenhängt, dass ich noch nie der größte Fan von Turner war, bzw. Isis mit ihrer insgesamt doch etwas sehr durchwachsenen Discographie in meiner persönlichen Musikrangordnung noch nie sehr weit oben gespielt haben.
„What One Becomes“ macht allerdings immerhin klar: Bei SUMAC hat sich Turner mit einer so starken Rhythm Section zusammengefunden, dass diese in einer ganz anderen Dimension unterwegs sind als andere seiner Bands.
Es scheint in der Tat auf das wirklich sehr versierte, dabei aber auch ziemlich hart knallende Drumming von Yacyshyn und den alles zusammenhaltenden Cook zurückzuführen zu sein (die entsprechend dicke Produktion tut ihr übriges), dass die zwischen chaotischen Lärm-Orgien und rabiatem Geballer manchmal etwas ziellos wirkenden Brocken von Mammut-Kompositionen irgendwie trotzdem Sinn ergeben. SUMAC sind irgendwas zwischen Doom/ Post-Metal, ausufernder Prog-Schlagseite und räudig-aggressiver Hardcore-Punk-Direktheit in einer Stilmelange, die jetzt auch kein Hexenwerk ist, aber eben auch keine völlig abgelutschten Pfade erneut abgrast.
Und das gefällt mir tatsächlich ganz gut. Zugegeben nicht unbedingt „Album des Jahres“-Kandidaten-mäßig gut, aber immerhin doch „kann man sich zwischendurch mal ‘n Durchlauf von durchlärmen lassen“-gut.


Donnerstag, 9. Juni 2016

Remember Boss Hog?

Übrigens: In Kürze erscheint eine neue EP von BOSS HOG. Songhörprobe siehe unten.
Ein neuer Langspieler soll ebenfalls noch dieses Jahr folgen.
Amphetamine Reptile Reocords haben derweil vor Kurzem die, nicht zuletzt wegen dem Nackt-Cover berüchtigte 1989er „Drinkin' Lechin' & Lyin'“ EP auf CD und Vinyl wiederveröffentlicht.
Gegen Ende des Jahres kommt die Band hier auf Tour!


Mittwoch, 8. Juni 2016

Pissed Jeans (live gesehen)

Okay, es mag ein Montag gewesen sein, aber wie soll ich das denn bitte trotzdem mal werten, dass der Laden „Musik & Frieden“ (Ex-„Magnet“) in der Weltstadt und Trendmetropole Berlin bei der ersten Europatour überhaupt (?) der großartigen PISSED JEANS während der Vorgruppe mit Semi-Heimvorteil nicht mal wirklich halbvoll aussieht? Sind die Hauptstadthipster schon wieder zu cool bei ganz anderen durchs Dorf getriebenen, vermeintlich frischeren Säuen angekommen, als sich eine wirklich gute SubPop-Band zu geben, die schon ein paar Alben auf die Welt losgelassen hat? Oder ist die Truppe hierzulande ohne Live-Präsenz tatsächlich einfach noch nicht so richtig angekommen? So oder so ist es natürlich ein guter Aufhänger dafür durchblicken zu lassen, dass ich eben den Durchblick habe und viele andere nicht… 

Die Vorband SWAIN war jedenfalls als Vorband okay. Knackig-punkige Noiserock-Stampfer mit passend knapper Spielzeit und ins grungeige driftende Ausflüge samt Nirvana-Gedächtnismomenten gaben der Band tatsächlich so einen Spät80er- bis Mitt90er-Vibe, der zum Hauptact passte. Der Sänger hat zwischen Songs ein bisschen zu viel zu langweiliges gelabert, was Abzüge in der B-Note gibt. Nicht spektakulär, müsste ich auch nicht wirklich noch mal sehen, aber ziemlich okay war’s dann ja doch. 


Die in einigen Kreisen bereits als die Noiserock-Ikone dieser Tage gefeierten PISSED JEANS waren danach dann in etwa der Wirbelwind, den ich mir erhofft hatte. Die vier Jungs haben eine unprätentiös-authentische, eigentlich nicht sonderlich rock’n’rollige „Normalo“-Aura, die eigentlich auch schon wieder was erfrischendes hat. Frontmann Matt Korvette wirkt mit seiner eher fast schon leicht schnöseligen Aura so, als würde er nicht auf sein Rockkonzert gehören. Zwischen der eigenes Shirt zerreißenden Punkrocksau und dem Popstar und exzentrischen Hüftschwung sind es bei ihm allerdings nur Quäntchen, die ihn immer wieder zu Beklopptheiten verführen. Er bewirft seinen eigenen Gitarrist mit vollen Wasserflaschen und nervt kurz eine begeistert mitgehende Frau an der Bühne damit, an ihrem Rastahaar die Luftgitarre zu mimen. Es handelte sich dabei im Übrigen um Yvonne von Jingo de Lunch und Treedeon (in den 90ern auch mal kurz Co-Moderatorin einer Metal-Sendung im Musikfernsehen gewesen). Von langsamen Dröhnern bis zur rasanten Abfahrt ist die zugehörige Musik der restlichen Band bissig und auf dem Punkt, reißt schlicht und ergreifend mit und irgendwie ist es diese gänzlich unauffällig-klischeefreie Optik der Band, die ihren zwar eingängigen, insgesamt auch witzigen, aber doch auch ziemlich harten Songs in einem abweisend-krachigen Sound so eine schon eher selbstverständliche als irgendwie noch groß selbstironische Dimension verleiht, wie sie nicht viele haben. 
Unterm Strich: In Richtung (Post-)Hardcore-Punk neigende Rockmusik kann man dieser Tage nicht besser und überzeugender darbieten. 
Geile Band, geiles Konzert, hoffentlich wird man auch hierzulande noch mal wieder mehr von PISSED JEANS hören.

 
 

Kaleidobolt - Steal My Thunder (Videoclip)

Mit ihrem energisch dröhnenden „Hard Prog“ sind die finnischen KALEIDOBOLT echt eine der wenigen jüngeren Bands mit Vintage Rock-Anstrich, die einen ganz großen Stein bei mir im Brett haben.
Ein Plattenladen-Konzert und ihr selbstbetiteltes Debüt wussten letztes Jahr zu überzeugen. Bevor in wenigen Wochen ihr neues Album (geiles Cover!) erscheint, gibt’s schon mal einen audiovisuellen Appetizer:


Freitag, 3. Juni 2016

Melvins – Basses Loaded

Heute raus: Schon wieder ein neues MELVINS-Album! War das Konzept des über Jahre verschollenen und vor gerade mal zwei Monaten dann doch noch veröffentlichen „Three Men And A Baby” von MIKE & THE MELVINS drei Bässe gleichzeitig aufzufahren, ist das von „Basses Loaded“ nun ein Bassisten-Wechselkarussell zu präsentieren. 

Am Schlagzeug wechseln sich Kernmitglied Dale Crover (bei acht Songs) und Mike Dillard (bei vier Tracks), Ur-Drummer der heute „Melvins 1983“ genannten Besetzung ab, während die „Big Business Besetzung“ mit Doppelschlagzeug ebenfalls bei einer Nummer vertreten ist. Am Bass geben sich dann Crover (bei den Song, die er nicht trommelt), Steven Shane McDonald (Red Cross/ Off!, zuletzt auch live dabei), Jeff Pinkus (Butthole Surfers), Trevor Dunn (Mr. Bungle, Fantômas, öfter mal bei John Zorn dabei, „Melvins Lite“) und Krist Novoselic of Nirvana Fame die Klinke in die Hand. 

Beinharte Mitglieder der Melvins Army und Anhänger von Amphetamine Reptile Records kennen den einen oder anderen Song dabei natürlich schon von der einen oder anderen limitierten Spezial-Veröffentlichung wie der „Beer Hippie“ 10“. Also irgendwie alles beim alten, obwohl mal wieder anders.
Und da Ipecac Recordings ja inzwischen auch Bandcamp für sich entdeckt haben…:

Donnerstag, 2. Juni 2016

LLNN - Rapture (Videoclip)

Vhol Adult Swim Single

Einen neuen bzw. bisher unveröffentlichten Song von VHÖL gibt es gerade in der Reihe der "Adult Swim Singles 2016" zum Stream und Gratis-Download: http://www.adultswim.com/music/singles-2016/

Man darf gespannt sein, was für Songs dort in den nächsten Wochen außerdem noch rausgehauen werden. In der Vergangenheit waren u.a. Killercombos wie Lightning Bolt und Pig Destroyer dabei...

Klassiker@Bandcamp: Godflesh - Streetcleaner

Früher oder später landen auch alteingesessene Label bei Bandcamp, nachdem schon z.B. Relapse einen Großteil ihres Katalogs dort reingestellt haben. Nun hat es auch das britische Label EARACHE erwischt.
Da diverser Früh-/ Mittneunziger-Kram aus dem Hause Earache eine nicht unbedeutende Rolle dabei spielte, wie sich mein Hardrock- und Metal-Musikgeschmack in extremere und auch alternativere Richtungen weiterentwickelte (Napalm Death! Entombed! Fudge Tunnel! Iron Monkey! Carcass! Brutal Truth! Bolt Thrower! Cathedral! ...), wird mir das wohl auch noch den einen oder anderen Post in der Serie
„Klassiker@Bandcamp“ wert sein.

Heute: „Streetcleaner“ von GODFLESH. 
Eine Band, deren Musik im allgemeinen, früher Kram im speziellen, Rock-/Metal-Puristen und Soundästheten bis heute das Grausen lehrt, da sie Grindcore-Wurzeln (Mainman Justin Bradrick war zuvor bei Napalm Death) und einen entsprechend schroffen Klang und Stil an Gitarrenlärm und Gegröle mit der maschinellen Kühle stampfender Drumcomputer-Grooves und damit zusammenhängenden Einflüssen anderer Musikstile kombinierte und somit auch einen gewissen Kontrastpunkt in dem Programm setzte, das den Death-Metal-lastigen Großteil des damaigen Earache-Rosters ausmachte.
Der Einfluss, den Broadrick und Basser G.C. Green mit ihrem Industrial-Metal – lange bevor ein derartiges Etikett zum Schimpfwort fürs Unstyle-Schaulaufen in der Goth-Disco zu grottenschlechter Billigmusik wurde - auf verschiedene Undergroundströmungen, auch in Richtungen wie Sludge und „Post-Metal“ hatten, ist einem dabei erst dieser Tage so richtig gewahr geworden.
Und wenn es sowas wie das eine GODFLESH-Album geben sollte, dann dürfte das wohl ohne Frage das 89er Langspieldebüt „Streetcleaner“ sein. In der CD-Version zusätzlich mit den vier Songs der nie separat veröffentlichten "Tiny Tears"-Session, dessen Track "Dead Head" dann auch noch so ziemlich alles kann:



An dieser Stelle kann ich jetzt vielleicht auch noch mal erwähnen dass die „Streetcleaner“-am-Stück-Performance von GODFLESH beim Roadburn 2011 in ihrer beachtlichen Brachialität der Wahnsinn in Tüten war und ich auch sehr froh darüber bin, mir als Erinnerung daran die Konserve besagter Show auf Vinyl eingetütet zu haben