Dienstag, 29. Dezember 2015

Montag, 28. Dezember 2015

Reptilian Race

Sich an ein Cover des 'soll auf meiner Beerdigung laufen'-Songs von The Police zu wagen, das dessen rhythmische Finesse ignoriert und das Ganze auf so eine Art simplistische Doom-Nummer runterverdummt ist schon ein ziemliches Ding, aber es funktioniert tatsächlich. Und auch die vier Eigenkompositionen des „The Gun wavin New Haven sessions“-Demos machen mit ihrem rabiaten Noiserock so viel Spaß, dass ich von REPTILIAN RACE gerne mal ein richtiges Album hören würde...

Sonntag, 27. Dezember 2015

Nachzügler 2015 (1)

Letzten Monat erschien der neuste Release des irgendwo zwischen Doom Metal und Swans'schem Experimentallärm angesiedelten „Kompositions-Projekts“ WRECKMEISTER HARMONIES. Mainman J.R. Robinson hat dafür 30 Musiker akquiriert, u.a. die beiden von The Body und Alexander Hacke.


 

TORPOR sind aus London und machen sowas wie zur Hardcore-Seite neigenden Sludge-Metal. Langsame Beats, tiefes Gedröhne, sowohl männliches Gebrüll als auch weibliches Geshoute. „From Nothing Comes Everything“ kam Anfang des Jahres:

Montag, 21. Dezember 2015

Die neue EP von FULL OF HELL

...kommt nicht nur zum "name your price" daher, sondern auch noch mit einem Melvins-Coversong:

Klassiker@Bandcamp: Vaz - Dying to Meet You

[Bla bla bla]

These: Wäre die Produktion vielleicht noch einen Ticken stringenter als sie ist, und hätte vielleicht ein bisschen Promo dafür stattgefunden, dann würde das zweite Album von VAZ aus dem Jahre 2003 in der Wahrnehmung der etwas geschmackvolleren Leute unter den Visions-hörigen Indieköppen vielleicht ganz weit oben mit rangieren.




Der Reihe nach? Der Reihe nach! In den 90ern veröffentlichte eine amerikanische Band namens Hammerhead drei Alben, eine EP und ein paar Kleinformate über u.a. Amphetamine Reptile Records, die zu den essenziellen Must-Haves einer jeden ernstzunehmenden Noiserock-Plattensammlung gehören. Allen voran „Into The Vortex“, aber im Grunde genommen alle, so z.B. gerade auch die „Evil Twin“ EP.
Bevor sie in jüngerer Vergangenheit wieder auf der Bildfläche auftauchten, lösten sich Hammerhead allerdings 1996 auf. Woraufhin die Rhythm Section weiterzog, VAZ zu gründen.  VAZ haben seit 2001 immer wieder Alben veröffentlicht, auf denen sie es wie kaum eine zweite Band schaffen Noiserock-Sperrigkeiten mit einem gewissen Pop-Appeal unter einen Hut zu kriegen.
„Dying To Meet You“ ist die absolute Spitze davon. Der rasante Opener macht grob klar, worum es geht. Das folgende „Blue Lip Special“ ein ein charmanter Indiepoprocker, den auch Sonic Youth nicht besser hinkriegen würden. Der erste Maulsperrer kommt mit dem fast schon roboterhaft groovendem „Elastik-C“ und der zweite mit dem Feger „White World of Death“ hinterher. Was für eine Wahnsinnsgitarrenarbeit mitunter etwas unorthodoxerer Art und was für ein unfassbar geiles Drumming des hier unter Deft Garlands firmierenden Jeff Mooridian Jr., der zu der Zeit mutmaßlich Drum'n'Bass o.ä. für sich als Inspiration entdeckt haben dürfte. Nach dem Doppelinferno setzt das mit dezenten Piano-Einlagen angereicherte „Headless Statue“ als eher hymnisch-getragene Nummer den nächsten Kontrastpunkt.Auch die noch folgenden neun Songs werfen noch einiges an Highlight-Momenten ab.
Auf dem Punkt: „Dying To Meet You“ kann a-l-l-e-s und ist nicht nur in der Nosierock-Ecke ein zwingendes Album, sondern vielleicht sogar darüber hinaus in der Alternative-/ Indie-Ecke bisher sträflich wenig beachtet worden. Außerdem kann ich nur noch mal betonen, dass Jeff Mooridin ein unfassbar grandioser Drummer ist, der bisher ebenfalls noch nicht das Ausmaß an Anerkennung bekommen hat, das ihm eigentlich gebührt.

Freitag, 18. Dezember 2015

Einen Jahresrückblick...

… o.ä. wird es hier für 2015 übrigens nicht geben. Der Hauptgrund ist, dass mir zum Wiederkäuen von Musiktipps, die ich im Laufe des Jahres eigentlich schon mal gegeben habe, jetzt gerade nicht mal mehr so die Zeit, aber doch ziemlich die Lust und Energie fehlt und ich auf "Listenwahnsinn" gerade auch nicht so den Bock habe. Das Musikjahr 2015 war in meinem Mikrokosmos ziemlich cool, das persönliche allerdings, von einigem an Pleiten, Pech, Pannen und ferneren Querelen geprägt, ein sehr anstrengendes. 
Aus dem „Weihnachtsurlaub“ heraus werde ich vielleicht wie gewohnt im Autopiloten das eine oder andere hier reink...äh, -hacken, nach dem mir gerade ist, denn musikalisch interessantes passiert ja eigentlich immer, ansonsten lautet die Devise für den Rest des Jahrs allerdings, weniger Zeit am Rechner zu verbringen.

(Ich könnte jetzt noch eine Brandrede darauf schwingen, was mir aktuell, bzw. eigentlich schon seit längerem, aber jetzt gerade immer mehr an der Metal-Szene auf den Sack geht, aber ich finde in Zeiten, in denen die Kacke auf der Welt allerorts nur noch am dampfen ist, haben wir ganz andere Probleme als solche Kindereien.)

Donnerstag, 17. Dezember 2015

No Anchor

Ich hinke mal wieder etwas hinterher: Letztes Jahr tauchten NO ANCHOR aus Australien auf dem Radar auf, weil sie mit einem Song auf „Dope-Guns-'N-Fucking In The Streets Volume Thirteen“ vertreten waren und dann auch noch gleich eine AmRep-EP unter Mitwirken von Haze XXL himself veröffentlichten. 
Die Jungs werden mitunter in die Sludge-Ecke gesteckt, aber Noiserock trifft's auch. 
Was mir an NO ANCHOR sehr gut gefällt ist, dass sie stilistisch sehr breit aufgestellt sind und sich nicht genieren, im Gedröhne und Geboller auch mal Platz für weiblichen Gastgesang zu lassen oder gar mit eher hiphoppigen Grooves Spaß zu haben.

Das 2011er Album „Real Pain Supernova“...



…gefällt mit seiner experimentellen Kante genauso gut wie das basslastig bumsende „The Golden Bridge“ von 2012.

 


 In den Rest muss ich mich selbst erst noch reinhören....

Dienstag, 15. Dezember 2015

Faith No More - Separation Anxiety (Videoclip)

Finde das aktuelle Album ja leider bis auf 2-3 Nummern nach wie vor eher verzichtbar, teile einen neuen Videoclip (dessen Song tendenziell zu den spannenderen gehört) aus alter Verbundenheit aber natürlich dennoch gerne:


Donnerstag, 10. Dezember 2015

Amber Asylum - Sin Eater

Noch ein „hätte ich fast vergessen“*: Prophecy Productions haben gerade, zusammen mit einem 12-CD-Anthologie-Boxset welches dieses auch enthält, ein neues Album von AMBER ASYLUM rausgebracht:


*(Es gilt halt leider immer auch noch „zu wenig Zeit für so viel gute Musik“)

Mittwoch, 9. Dezember 2015

The Color of Noise

„The Color Of Noise“, die Dokumentation über Tom Hazelmyer, sein Label Amphetamine Reptile Records, die Noiserock-Welle der 80er und 90er und ferner auch visuelle Kunst, die diese begleitete, ist inzwischen als „Blu-Ray + DVD“-Doppelpack erhältlich.
Der zweistündige Hauptfilm ist wirklich sehr, sehr unterhaltsam und ziemlich gut und gemacht. Ein paar Musikeinspieler sind echt meisterhaft geschnitten und in puncto Songmaterial auch perfekt ausgewählt worden.
Erwähnenswerteste Erkenntnisse:
- Übliche Verdächtige wie Jello Biafra oder Buzz Osborne sind bei ihren Ausführungen gewohnt witzig und smart auf dem Punkt
- Cows-Sänger Shannon Selberg ist schon ein ziemlich schräges Original
- Das gleiche trifft auf Stu Spasm von Lubricated Goat zu, der zu den unterhaltsamsten Charakteren der Doku gehört
- Jeder nennt Unsane eigentlich „the Unsane“ und mit dem verstorbenen Drummer Charlie Ondras waren sie damals eine andere Band als heute
- Shepard Fairey war am Anfang seiner Karriere mit AmRep verbandelt
- „Haze“ selbst ist ein Typ an der Grenze zum Redneck
- Die God Bullies sind schon 'ne Band, mit der sich eine weitere Beschäftigung anscheinend mal lohnen könnte
- Nicht spektakulär oder superinformativ, aber dennoch ganz interessant sind Passagen über Helmet, Hammerhead, Today Is The Day und Boss Hog
- Der Audiokommentar, bei dem sich Regisseur und Editor betrinken, ist ziemlich kurzweilig.

Der Großteil des Extramaterials ist allerdings im Übrigen nur auf der Blu-Ray. 

Trotzdem lohnt sich dieser wie gesagt wirklich ziemlich gut gemachte Film sehr!
 

Dienstag, 8. Dezember 2015

Ach ja...

...fast vergessen: 'ne neue SUNN O))) ist auch gerade raus: 

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Klassiker@Bandcamp: Bodychoke – Cold River Songs

[Zeiten, in denen nicht nur einzelne Künstler, sondern auch Label wie Relapse, Hydrahead, Neurot und co. ihren ganzen Back-Katalog (oder zumindest Teile davon) bei Bandcamp reinhauen, eignen sich hervorragend dazu, mit einer Blogpost-Serie Bands und Lieblingsalben wiederzuentdecken, die teilweise schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.] 

In der frühen Power-Electronics-/ Noise- Szene Großbritanniens gab es ja immer wieder mal Grenzübertritte in rockige Regionen.
So waren BODYCHOKE im Grunde genommen ein Alter Ego von Sutcliffe Jügend, einer Band aus Umfeld von Whitehouse, Ramleh und co. 
Warum deren beiden Kernmitglieder überhaupt ihre Zeit damit verschwende(te)n als SuJü Knöpfchen zu drehen, ist mir jedenfalls ein absolutes Rätsel, denn als BODYCHOKE waren sie eine der geilsten Noiserock-/ Avantgarde-Metal-Bands aller Zeiten.
Nach zwei Alben über das Label Freek Records, von denen eins bei Steve Albini aufgenommen wurden, erschien 1998 „Cold River Songs“, welches 2009 via Relapse mit drei zusätzlichen Songs wiederveröffentlicht und dieser Tage auch noch mal bei Bandcamp reingestellt wurde.

  
 
Faszinierend an diesem Album ist, dass es neben Gitarrenlärm und Tribaldrum-Gedonner den stärker mit Folk- und Goth-Elementen flirtenden Stil vorwegnahm, den die vergleichbaren Neurosis ein paar Jahre später mit ihrem „A Sun That Never Sets“ kultivierten.
„Cold River Songs“ hat gleichermaßen eine gefährliche Aura, wie es vor einer Menge guter, eigenständiger Ideen strotzt. Ein wirklich spannendes, sehr raues und… ja, bemühen wir diese Floskel, auch ein ziemlich sträflich unterbeachtetes Teil!

Dienstag, 1. Dezember 2015

Klassiker@Bandcamp: Cavity - Supercollider

[Zeiten, in denen nicht nur einzelne Künstler, sondern auch Label wie Relapse, Hydrahead, Neurot und co. ihren ganzen Back-Katalog (oder zumindest Teile davon) bei Bandcamp reinhauen, eignen sich hervorragend mit einer Blogpost-Serie Bands und Lieblingsalben wiederzuentdecken, die teilweise schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.] 

CAVITY waren eine Sludge-Metal-Band aus Miami, in deren Line-Up sich im Laufe der Jahre auch (spätere) Mitglieder von Floor, Torche, Black Cobra und Killer Be Killed die Klinke in die Hand gaben.
Ihr drittes von fünf Langspielalben erschien 1998 via Man’s Ruin Records, und ein paar Jahre später noch mal via Hydrahead, weswegen ich gerne mal fälschlich annehme, dass es ihr letztes Album war.
Inzwischen gibt’s das Ganze auch auf Bandcamp:



Und auch wenn ihr restlicher Output ebenfalls gut ist – wie z.B. die deutlicher nach New Orleans schielenden „Laid Insignificant“ und „On the Lam“ - stellt „Supercollider“ so einiges nicht nur ihres Schaffens in den Schatten. „Supercollider“ ist der Wahnsinn in Tüten; eines der energetischsten Alben, das ich kenne.
Irgendwo zwischen Karp, High On Fire und EyeHateGod wütet dieses Album mit punkigem Sludge-Metal voller roher, entfesselter Energie, an dessen Großartigkeit eine Band wie Kylesa zu ihren besten Zeiten gerade mal gekratzt hat.
Liengssongs: Titeltrack und Last of the Final Goodbyes