Montag, 30. November 2015

Leafmeal

Aufgrund eines (wieder mal) erhöhten Dayjob-Stressaufkommens wieder nur mal eben kurz und bündig: Die erste Ausgabe des Indoor-Festivals LEAFMEAL in Dortmund hat Spaß gemacht!
Das Konzept, ein geschmackvolles, tendenziell hippes Line-Up von eher etwas ruhigeren Sachen (Hexvessel, Crippled Black Phoenix) über ganz geil abrockendes (Bombus) bis zum aktuell heißesten Scheiß an Extremmetall-Getöse (Sulphur Aeon) zu servieren, funktionierte sehr gut.
Selbst Bands, die meinen persönlichen Hörgewohnheiten eher am Rande liegen – wie der Power-Retrorock von Kamchatka oder der Anspruchs-Metal von Disillusion – haben mir in dem Rahmen dann ja eigentlich doch ganz gut gefallen.


PS: Die vegane Curryvurst war ohne Pommes wat für’n hohlen Zahn aber okay, die Getränkepreise sollte das FZW allerdings echt mal wieder auf einen 1.) Dortmund-typischeren und 2.) mit der Event-Liga verträglichem Level runterziehen.


Freitag, 27. November 2015

Jahreswechselkracher: Khthoniik Cerviiks

Als CD ab jetzt oder in Kürze erhältlich, Ende Januar/ Anfang Februar 2016 auch auf Vinyl via Iron Bonehead, die es dann bestimmt auch bei Bandcamp reinhauen:
„SeroLogiikal Scars (Vertex of Dementiia)“, das erste richtige Album der Dortmunder KHTHONIIK CERVIIKS.
Ästhetische Ähnlichkeiten der eigentlich eher in Death/ Black Metal Regionen beheimateten Band zu Voivod (so um „Killing Technology“ rum) sind absolut nicht zu überhören und -sehen.
Mit roher Energie und rauem Klangbild und einer Piggy-Gedächtnisgitarrenarbeit wie vom anderen Stern ist das Trio musikalisch wie Image-mäßig irgendwie sowas wie die quintessenzielle Quersumme aus der schweren wie rasenden, komplexen Extreme Morbid Angels, der räudigen Hässlichkeit früher Mayhem und wie gesagt ganz viel Voivod.
Hammer! Dass mich eine Band aus dem hiesigen Düstergerumpel-Underground derart begeistern kann kommt nämlich auch nicht mehr alle Tage vor... aber ich finds echt mal einfach nur total geil!

Donnerstag, 26. November 2015

OM

Bevor ich es vergesse möchte ich doch noch mal eben erwähnen, dass das vorgestrige Konzert von OM im Dortmunder FZW ziemlich gut war.  Fünf Jahre nach ihrem letzte Gastspiel dort, wie doch die Zeit verfliegt…
Dass es meine beiden Lieblingssongs „Gethsemane“ und „State of Non-Return“ gleich zu Anfang gab verpasste dem Rest des Gigs jedenfalls irgendwie so ein „gut, noch leider wird’s jetzt nicht noch mal“-Gefühl, aber OM waren wirklich top in Form.  Auch wenn Al Cisneros ohne Frage Dreh- und Angelpunkt der Band ist, heben das ziemlich geile Drumming von Emil Amos (auch Holy Sons, Grails) und die Extra-Gimmicks von Lichens das Ganze noch mal eine ganze Ebene höher.
Schönes Ding!
(Pics: Hørm)


 

Klassiker@Bandcamp

Kürzlich hatte ich eine spontane Eingebung: Zeiten, in denen nicht nur einzelne Künstler, sondern auch Label wie Relapse, Hydrahead, Neurot und co. ihren ganzen Back-Katalog (oder zumindest Teile davon) bei Bandcamp reinhauen, eignen sich hervorragend mit einer Blogpost-Serie Bands und Lieblingsalben wiederzuentdecken, die teilweise schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben.
Denn es erleichtert für Interessierte, die es neu entdecken sowohl das reinhören, als auch u.U. den etwaigen Erwerb.
Ein etwas verfrühter Adventskalender zwar, aber mal sehen, wie lange sich das Spielchen so spielen lässt, denn ich habe so einiges zu entmotten vor…

Anfangen möchte ich aus aktuellem Anlass mit einem noch gar nicht mal so alten Album, das ich kürzlich mal wieder rausgekramt hatte, und das zusammen mit Altar of Plagues‘ „White Tomb“ und (jaja, nicht lachen: ) Immortal’s „All Shall Fall“ zu einen, zum anderen aber auch Throbbing Gristle‘s „Third Mind Movements“ den Soundtrack meines Winters 2009/10 bildete: PYRAMIDS WITH NADJA (mehr dazu unter dem Bandcamp-Fenster).


 

Das in Berlin wahlbeheimatete Dronedoomgaze-Duo NADJA tat sich mit der ebenfalls verhältnismäßig experimentell und atmosphärisch veranlagten Band PYRAMIDS zusammen und man addierte noch eine Gästeliste wirklich namenhafter weiterer Mitwirkender (Namedropping: Cocteau Twins/ This Mortal Coil, Der Blutharsch, Mineral, Dysrhythmia/ Behold the Arctopus und Khanate!).
Das sich über vier lange Tracks erstreckende Ergebnis schlägt Bögen von sowas wie Radiohead zu drone-doomigen Gewummer und besticht mit einer unwirklich einnehmenden Atmosphäre. Eine kühle, dennoch wie in nahbar-melancholische Farbtöne getauchte Klangwelt, bei deren Entstehung beteiligt gewesen zu sein faszinierend gewesen sein muss.
Kein Partyalbum und auch kein Genrereferenzwerk, eben weil es ein wirklich ungewöhnliches, hochinteressantes, schwer komplett zu umfassendes Album ist.

Freitag, 20. November 2015

Ja huch

Auch wenn ich darüber keine weiteren Informationen oder eine offizielle Bestätigung finde, scheint es so, als hätten sich PHILM jetzt leider doch aufgelöst* bevor ich die Chance hatte, sie mal live zu sehen.
Stattdessen hat Lombardo allerdings spontan eine neue Band namens DEAD CROSS, die sich ansonsten aus The Locust-/ Retox-Mitgliedern zusammensetzt.
Sachen gibt’s…


*(Update: In einem Facebook-Kommentar ist von „Indefinite hiatus due to personal reasons“ die Rede.)

Donnerstag, 19. November 2015

Craw Reissues

Ach ja, soll ja niemand sagen, ich hätte nicht drauf hingewiesen: 
Northern Spy macht LP- und CD-Boxset-Wiederveröffentlichungen der ersten drei, von Steve Albini aufgenommenen Alben von CRAW.
Vorbestellen kann man das international unter: http://northernspyrecords.com/music/1993-1997/


Einen repräsentativen Querschnitt als Stream dazu gibt es bei Bandcamp:
 

Dort gibt es im Übrigen auch das in der Box nicht enthaltene, letzte Album der Band, auf dem sie sich endgültig zu einem ganz eigenen Monstrum entwickelt hatte:


In der zweiten Hälfte ihrer Karriere saß im Übrigen kein Geringerer als Will Scharf am Schlagzeug, den man danach noch mit Keelhaul als einen der wahnsinnigsten und kreativsten Schlagzeuger überhaupt kennen und verehren lernte.

Mittwoch, 18. November 2015

Ramleh - Circular Time

RAMLEH waren ursprünglich mal in der ersten Hälfte der 80er in der britischen Power-Electronics-Szene unterwegs (Umfeld von Whitehouse und co.), zeigten sich nach Auflösung und Wiederbelebung aber Ende der 80er und über die 90er etwas Rock-orientierter. Man war außerdem auch personell mit Skullflower verbandelt, die in ihrer Discographie ähnlich zwischen sowas wie avantgardistischem Psychedeleic-Rock und Noise pendel(te)n.
Inzwischen haben wir es mit der dritten Reunion von RAMLEH zu tun und man möchte sich in beiden stilistischen Ausrichtungen ausleben. „Circular Time“ ist, nachdem das 2009er „Valediction“ eher Richtung Merzbow ging, nun ein weiterer Eintrag in den eher rockigen Teil ihrer Discographie. Von coolen Drone-Ansätzen (Entropy) bis zu rituell-repetitivem Psychedelic-Noiserock in Endlosschleifen. Nicht immer ein Volltreffer, abner insgesamt doch ganz cool.
Streamen, vorbestellen:


Freitag, 13. November 2015

Hell yes, Alex fuckin‘ Newport!!

Im Sommer ist diese News irgendwie an mir vorbeigegangen, aber einer meiner absoluten Lieblingsmusiker von back in the day, Alex Newport of Fudge Tunnel Fame, ist musikalisch wieder aktiv geworden.
Als er in seiner Rolle als Produzent mit Bloc Party arbeitete, entstand daraus ein gemeinsames Projekt mit deren (inzwischen ehemaligen) Drummer Matt Tong, das den Namen RED LOVE trägt
Erste Hörproben gibt es bei Soundcloud und via Videos:


Dienstag, 10. November 2015

N & [ B O L T ] zum weiten

Purer Drone-Kram ist ja zugegeben oft so eine Sache für sich. Ich persönlich brauche auch kein ganzes Plattenregal voller Tonträger, von denen die meisten sowas wie rhythmuslose Freiform-Momentaufnahmen zwischen Walgesang und Reaktorraum bieten, denn dafür bin ich manchmal schlichtweg zu ADHS-mäßig unterwegs. Manchmal allerdings ist sowas dann wiederum aber auch schon mal genau das richtige für die abendliche Zen-Meditation (ja, ich bin ein sehr ambivalenter Typ) und gelegentlich gibt es da dann doch schon mal diese Veröffentlichungen, die etwas besonderes haben und herausstehen. 
So war es z.B. bei „Monoliths & Dimensions“, einem der besten Alben dieser Comedy-Veranstaltung namens Sunn O))) und so ist es ohne Scheiß auch auf „N (37) / [ B O L T ]“, dem zweiten konservierten Kooperationsprodukt des Dortmunder Drone-Sologitarristen N und des Bochumer Bassisten-Drone-Duos [ B O L T ].
Die vier langen Tracks dieser Veröffentlichung schlagen den Bogen von doom-metallischen Ansätzen bis zu einer Schlussnummer, die Jazzbläser im Klangbad einbettet. 


Einen Soundcloud-Stream mit Hörproben findet man hier: https://soundcloud.com/midirarecords/sets/n-37-b-o-l-t


Zur besagten Schlussnummer gibt es sowas wie einen Videoclip:




Abrunden kann ich das Ganze ferner noch durch einen Making-of-Eindruck:



Bestellen kann man das Deluxe-Vinyl plus Remix-CD bei midirarecords.com

Dragged Into Sunlight / Gnaw Their Tongues - N.V.

Dies ist eine von zwei krassen Krach-Kooperationen, die diese Woche erscheinen (von The Body/ Krieg konnte ich noch keinen Bandcamp-Link o.ä. ausmachen).
Bisher war ich weder großer Fan von DRAGGED INTO SUNLIGHT, noch von GNAW THEIR TOUNGUES. Die bisherigen beiden Alben ersterer hatten mich mit ihren zeitgeistig angehauchten Hassbatzen zwischen Death/Black  Metal und Lektionen aus der obligatorischen Neurosis-Schule nicht übermäßig überzeugen können, zweitgenannte hatte ich in ihren fast zehn Jahren Aktivität mit unzähligen Releases eigentlich auch schon irgendwie länger auf dem Radar, beim diesjährigen Roadburn turnte mich ihre Performance mit monotonem Drumcomputergetacker aber irgendwie eher etwas ab.
Da Musik allerdings bekanntlich immer mehr als nur die Summe ihrer Teile ist, lohnt es sich durchaus dem Gemeinschaftsprodukt der Briten und Niederländer einen Chance zu geben.
„N.V.“ (Negative Volume) ist nämlich ein interessantes, gelungenes und verhältnismäßig eigenständiges Extrem-Metal-Album mit Industrial-Schlagseite geworden, das dann doch ganz schön anders als erwartet ausgefallen ist und überraschend gut funktioniert.
Dass die finale Qualitätskontrolle am Mischpult durch Justin Broadrick erfolgte, hat sicherlich ebenfalls nicht geschadet.


Samstag, 7. November 2015

Moloken - Subliminal Hymns (Videoclip)

Ultha - Pain Cleanses Every Doubt

Auf das per Bandcamp und als CD schon etwas länger erhältliche Album von ULTHA hinzuweisen hatte ich hier bisher irgendwie versäumt und wollte eigentlich noch warten, bis ich die frische LP-Version selbst in den Händen halte. Hat bis jetzt noch nicht geklappt, deswegen hau ich ihn schon mal raus:
ULTHA sind aus Köln, beherbergen Mitglieder aus anderen Bands (u.a. Planks), und machen das, was ich mal als Zeitgeist-Black-Metal aus der tendenziell eher hardcoreig sozialisierten Ecke bezeichnen möchte (Begriffe wie „Post-“ oder „Hipster“ will ich dringend vermeiden). Vier lange Tracks, natürlich gibt es ziemlich atmosphärische, episch-melodische Anwandlungen, aber doch sind ULTHA dabei vor allem brutal und räudig. Kein Langweilerscheiß mit Shoegaze-Parts, sondern the real deal.
Die erste Staffel von True Detective und Rust Cohle fand ich im Übrigen
auch ziemlich super.

Montag, 2. November 2015

Svffer - Empathist

Langspielalbum Nummer zwei der Münsteraner Grind-/ Crusty-Emoviolence/ Hardcore-Macht SVFFER ist draußen - und holy fuckin' Shit, die haben ja wieder 'ne Schüppe draufgelegt: