Donnerstag, 29. Oktober 2015

Noiserock-Jahr 2015

Ach ja: Der Musikvertrieb H’art, mit Sitz im nordwestlichen Ruhrgebiet, hat diese Woche die Meldung rausgegeben, sich zukünftig hierzulande um Veröffentlichungen von Amphetamine Reptile Records zu kümmern.
Am 20.11. erscheinen gleich mal eben Reissues von
- "Music For Insect Minds", die bekannte Komplett-Compilation von AmRep-Hazlemeyers eigener Band HALO OF FLIES
- “Cunning Stunts”, das wohl beste Album der COWS
- und eine Compilation der "Dope, Guns & Fucking In The Streets“-Singlereihe (Melvins! Jesus Lizard! Hammerhead! Unsane! Boss Hog! …)
jeweils auf CD und Vinyl.
Weitere werden folgen.
Wie. geil. ist. das. denn?

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Moment mal, S…Sielwolf (und Nam-Khar)?!

Eigentlich wollte ich in der Rezi zur aktuellen Corrections House noch die Randnotiz verbraten, dass wenn ich mal Bock auf „industriell“ angehauchte Lärmmusik mit infernalischem Gitarrenkrach und Verzerrung auf Anschlag habe, in jüngerer Vergangenheit auch mal wieder öfter SIELWOLF‘s 1994er „Metastasen“ aufgelegt habe, welches klingt, als würden alte Neubauten, Godflesh und Slayer gleichzeitig laufen und das auch heute noch ein unglaubliches Monstrum eines krachigen Albums ist. 
Wie es der Zufall so will brachte die, dem „was war mit denen eigentlich noch mal?“-Impuls folgende Recherche zutage, dass SIELWOLF im Frühjahr diesen Jahres, fast zwanzig Jahre nach ihren letzten Veröffentlichungen, wieder auf der Bildfläche erschienen sind.
Und zwar in Form einer Kooperation mit NAM-KHAR, ein Projekt über das ich eigentlich rein gar nichts weiß. Mit dem Krawall der frühen SIELWOLF hat das Ganze allerdings nichts zu tun, sondern geht eher in Richtung Dark Ambient.
Sachen gibt’s!?!


Corrections House - Know How To Carry A Whip

Etwas unerwartet und überraschend erschien kürzlich auch noch das zweite Album von CORRECTIONS HOUSE – und die sind und bleiben mal ein wirklich ziemlich seltsames Projekt.
Um die Namen noch mal zu droppen – gemeinsame Sache machen hier: Mike IX Williams, Schreihals der Sludge-Urviecher EyeHateGod, Scott Kelly, u.a. und vor allem einer der Gitarristen und Sänger der Avantgarde-Hardcoreler bzw. Post-Metal-Vorreiter Neurosis, Saxophonist Bruce Lamont von den seit jeher sehr eigenwilligen Prog-Krachmachern Yakuza (mit denen ich trotz Affinität zu derartigem früher nie so richtig warm geworden bin) und Sanford Parker, Produzent für all things Hipster-Metal und über die letzten Jahre in diversen Bands aktiv (Minsk, Nachtmystium, The High Confessions).

Musikalisch flirtete das „Künstlerkollektiv“ von Anfang an mit anachronistischen Industrial-Gefilden, welche den Rahmen für Williams‘ Poesie, Lamont’s Drone-Getröte und Kelly’s Geklampfe mit sowohl der akustischen als auch elektrischen stellen. Parker hält das Ganze mit Drumcomputer-Beats zusammen, die wie schon gesagt direkte Erinnerungen an die Spät80er/ Früh90er-Pionierzeit von sog. Industrial-Musik bzw. Industrial Rock/ Metal à la Skinny Puppy, Frontline Assembly, KMFDM, Ministry und co. wecken.
Gelegentlich funktioniert das. Es funktionierte schon mal bei ihrer Debüt-Single „Hoax the System“ und es funktioniert auch hier bei ein paar Passagen. Wie schon ihr(e) Auftritt(e) beim letztjährigen Roadburn-Festival und auch das Vorgängeralbum „Last City Zero“ umweht allerdings auch „Know How To Carry A Whip“ eine Aura von totalem Chaos. All die dystopische Mottoverpackung drumrum kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass CORRECTIONS HOUSE ziemlich offensichtlich etwas ist, das für die meisten Beteiligten mehr so nebenbei zwischen Tür und Angel stattfindet. Denn auch dieses Album wirkt irgendwie unausgegoren. Dass Parker sowieso nicht gerade der begnadetste Produzent unter der Sonne ist, hilft natürlich ferner nicht wirklich.
Naja. Nicht unbedingt tatsächlich schlecht, aber eben auch nicht wirklich nennenswert berauschend, sondern nach wie vor mehr so im ambivalenten Mittelfeld.

Und wieso stoße ich eigentlich jetzt erst so wirklich darüber, dass Neurot Recordings tatsächlich auch ‘ne Bandcamp-Seite haben?



Dienstag, 27. Oktober 2015

Sofy Major - Waste

Sie waren Vorgruppe bei Pigs, sind Label-Mates von ihnen und in den ungefähr gleichen Stilgefilden unterwegs: SOFY MAJOR aus Fronkroich. 
Auf Tour gab es ihr neues Album „Waste“, das offiziell erst am 30. in den sogenannten Handel kommt, bereits zu kaufen.
Musikalisch ist der Sound von SOFY MAJOR, zumindest aktuell, wie schon gesagt nicht wirklich weit von Pigs entfernt: Auch sie frönen der Unsane-Schule. Noiserock zwischen hardcoreiger Durchschlagskraft, sludge-metallischem Schulterblick und mit griffig-rockigen Songs, die genauso simpel-straight sein dürfen, wie gelegentlich auch schon mal rhythmisch etwas krumm.  
Erlaubten sich die immer wieder mal ein bisschen anders klingenden SOFY MAJOR auf vorangegangenen Releases wie (empfehlenswert:) „Permission To Engage" und „Idolize" allerdings auch mal stärkere Ausreißer in Richtung Sludge'n'Stoner oder Post-Hardcore, ist „Waste“ nun ihr punkrockigstes Album geworden. Vielleicht nicht ihr interessantestes oder facettenreichstes, aber ihr direktestes. 

Update: Jetzt auch mit Bandcamp:





Montag, 26. Oktober 2015

Killing Joke - Pylon

Auf den ersten Hinhörer ist das neue Album von KILLING JOKE irgendwie unscheinbar. Aber es zündet im Verlauf weiterer Rotationen! „Pylon“ fühlt sich ein wenig an, als wären hier die KILLING JOKE, die in den 80ern postpunkig-gothrockige Alben wie „Night Time“ veröffentlicht haben schlussendlich doch noch mit denen zusammengeführt worden, die seit dem 94er „Pandemonium“ immer wieder auf einen eher modern-metallischen Sound setzen.
Sanges-Schamane Jaz Coleman zeigt sich hier über weite Strecken vor allem von seiner melodiös-melancholischen, „verträumten“ Seite, und bricht nur selten mal ins richtig aggressive aus. Die Produktion ist im Übrigen auch ein bisschen so ausgefallen, dass sie nicht zu sehr auf die Zwölf ist. Einige male wird an der Instrumentenfront zwar wirklich sehr rasant gerifft und gedonnert, in der Gesamtinszenierung schlug es auf anderen Alben aber wohl auch schon mal einen Ticken härter durch als hier.
Highlights: Besonders die Strophen des temporeichen Openers sind schon sehr cool, das folgende „Dawn Of The Hive“ legt mit fetten Grooveriffs gleich noch mal gut einen nach. Der Midtempo-Stampfer „New Jerusalem“ ist aufgrund der im Refrain infernalisch auf der Stelle rollenden Band ziemlich großartig, die Piep-Sounds in den Strophen hätte man allerdings weglassen können. „Big Buzz“ ist eine dieser eher popig-melancholischen KJ-Hymnen, die durch die unentwegt auf den 8teln treibende Snare dennoch mit ordentlichem Biss nach vorne marschiert. „I am the Virus“ bringt als härtere Nummer gegen Ende noch mal etwas Würze rein.
Summa summarum: Irgendwie überraschend oder auffällig ist an „Pylon“ nichts; es ist auch weder eine solche Hit-Ansammlung wie „Absolute Dissent“, noch so ein herrlich kaputt klingendes Album wie „Hosannas From The Basement Of Hell“, aber es ist ein absolut gutklassiges KILLING-JOKE-Album, das definitiv besser als der etwas durchwachsene Vorgänger „MMXII“ ist und mehr Grower-Potenzial besitzt, als man anfänglich vielleicht denkt.
Ich finds gut! Keines meiner Lieblingsalben der Briten, aber ein ganz gutes!

Voivod / Napalm Death Splitsingle

Sie wurde irgendwie noch nicht groß beworben, ist aber aktuell auf der "Deathcrusher Tour" (Voivod, Napalm Death, Carcass, Obituary) käuflich zu erwerben!

Dass VOIVOD so ziemlich eine meiner absoluten Lieblingsbands sind, dürfte hier schon mal gelegentlich durchgeschimmert sein.
Nach einer Splitsingle mit At The Gates im Frühjahr folgt nun die nächste mit den nächsten Label-Kollegen (bevor auch noch eine mit Corrections House kommen soll).
Und seien wir mal ehrlich: Nichts gegen At The Gates – gerade „Slaughter Of The Soul“ ist natürlich ein Wahnsinnsalbum – aber die „Godfathers of Grind“ NAPALM DEATH sind da als unermüdliche Krachmacherdinosaurier in ihrer eigenen Liga schon ein ganz anderes Kaliber.
Dass Voivod-Einflüsse bei ND immer wieder mal durchschimmern ist ja bekannt, und sie tun es auch hier bei "Phonetics For The Stupefied", welches zunächst etwas crusty loslegt. 

VOIVOD's "Forever Mountain" wiederum zeigt sie in regelrechte Progrock-Regionen abdriftend.
Das Artwork hat natürlich wieder Away gemacht.  


Coole 7''! Wer zur Tour geht sollte sich dort ein Exemplar sichern.

Vhol - Deeper Than Sky

Auch wenn ich es Anfang des Monats bereits in einem Sammel-Post abgefrühstückt hatte, ist es mir trotzdem noch mal einen Extra-Hinweis wert: Wer seinen Metal zwischen Trueness und Hipstertum auch gerne mal mit ein bisschen Abenteuerlust mag, der sollte dringend auch das neue Album von VHOL checken, das am Freitag rausgekommen ist.
War VHOL's selbstbetiteltes Debüt mit seinem eigenwilligen Blackened-Speed-Metal, der Zutaten sowohl aus punkigen als auch psychedelischen Regionen in sich vereint (was wohl die zwei Mitglieder von den aufgelösten Ludicra mitgebracht haben) schon nicht ohne, setzt das weiter raus wollende “Deeper Than Sky” noch mal einen drauf.
Zur Raserei und dem Sirenengesang des an der Front immer besser werdendem Mike Scheidt (außerdem natürlich durch die allerheaviste Band auf Erden bekannt: Yob) gesellt sich dieses mal noch mehr Thrash-Riffing, mehr klassischer Heavy-Metal-Größenwahn und eine größere Experimentierfreude mit Prog-Selbstbewusstein. Da passen Dudel-Intros straight outta 80ees dann genauso zu wie ein völlig entrückter Track, bei dem ein Klavier im Vordergrund steht. Ja, man wagt sich an eine Komb
ination von Knüppel und Klavier, was tatsächlich funktioniert.
Aber hört's Euch doch einfach selbst an: 


 

Samstag, 24. Oktober 2015

The Shrine – Rare Breed

Wer zwischen all dem Ganz-Derb-Gekrache, SloMo-Dröhn und Avantgarde-Kram, den ich so zu empfehlen neige wenn der Tag lang ist, zwischendurch auch mal wieder ‘ne Scheibe hören möchte, die einfach nur ganz geil rockt, dem seien hiermit THE SHRINE und ihr neues Album „Rare Breed“ ans Herz gelegt.
Als Haupteinflüsse werden von Label und Presse zu jenen immer wieder „Black Sabbath und Black Flag“ angeführt und in der Tat ist ihr Fuzzrotzrock eine ganz nette Mischung aus punkig-räudiger Energie und Stoner-Kräuterzugaben. 
Würde ich mir glatt live ansehen, wenn sie nicht gerade ausgerechnet mit dieser unsäglichen Posertruppe Kackdavar touren müssten.

Die 180g-Platte mit Gatefold-Cover, CD und Patch macht ferner schon schwer was her – jetzt müsste allerdings nur noch das Covermotiv nach was aussehen.

 

Freitag, 23. Oktober 2015

With The Dead - s/t

Electric Wizard's Jus Oborn war neulich im Rahmen eines Interviews fürs amerikanische Decibel-Magazin auf mehrere Leute nicht gut zu sprechen. Z.B. auf Ex-Cathedral-Sänger Lee Dorian, der ihm seiner Funktion als Betreiber von Rise Above Records (natürlich) nicht gebührend ausbezahlt haben soll oder sowas. Und auf den auch von Ramesses bekannten Drummer Mark Greening, der sich als On/Off-Schlagzeuger des Wizards nicht nur mit Ruhm bekleckerte, wenn es darum ging bei Konzerten geistesgegenwärtig genug seinen eigenen Auftritt gut über die Bühne zu kriegen.
Witzig ist, dass sich diese beiden jetzt als WITH THE DEAD zusammen getan haben, komplettiert durch Gitarrist Tim Bagshaw, der damals mit Greening mal Electric Wizard verließ, um Ramesses zu gründen.
Das Ergebnis in Form eines selbstbetitelten Albums ist wohl auch das exakt das, was man hier erwarten durfte: Der typische EW-Groove und drückende Ramesses-Sound vereint mit der Stimme von Cathedral (denen von "Forest of Equilibrium" und "Endtyme", nicht den Hippiegedudel-Cathedral!) und Teeth of Lions Rule the Divine.
Sechs Songs purer Doom Metal, der etwas schroffer, fetter und schmutziger inszenierten Art. Und ja, das ist ganz schön geil. Nicht unbedingt „Album des Jahres“-geil, aber doch „wenn ich gerade einen aktuellen Fix in Richtung schleppend-drückend brauche, dann doch gerne von diesen Szene-Protagonisten“.
Heavier wird dieses Jahr keine andere Doom-Scheibe mehr klingen, ohne Scheiß! 

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Die letzte Trainwreck-Show

...wurde für die Nachwelt audiovisuell konserviert:

Pigs

Und noch ein kurzes Konzertresümee von gestern Abend:
Super Woche! Gestern noch Zeni Geva, heute PIGS und Freitag erscheint die neue Killing Joke!
Bei meiner perfekt getimeten Ankunft im Kölner Sonic Ballroom fangen die französischen SOFY MAJOR gerade an. Kannte ich noch gar nicht, warum nicht? Eine Dreiviertelstunde plus eine vom Publikum geforderte Spontanzugabe lang präsentiert das Trio Noiserock aus der Unsane-Schule, mal schleppend-sludgy, mal knackig, mal straight treibend, mal etwas vertrackt angeknickt. Ziemlich cool! Tonträger-Vorstellung folgt, denn deren aktuelle Platte habe ich mir danach glatt mal untern Arm geklemmt.
Die Umbaupause gestaltet sich überraschend kurz, denn es wird gar nicht wirklich umgebaut: Man teilt sich mit der Vorband eben nicht nur das Equipment, sondern auch gleich noch den Basser. Andrew Schneider kam während seines Produzentenjobs mutmaßlich vielleicht nicht weg, also schaukelten Dave Curran und Jim Paradise das Kind mit dem Franzmann, der sich souverän einfügte, als wäre er von Anfang an dabeigewesen. Auch wenn ich gewisse Hoffnungen hatte, vielleicht auch einen Song der superben Vorgängerband Players Club kredenzt zu bekommen, bleibt es bei Material der beiden sehr guten PIGS-Alben, was völlig okay ist, denn die Songs sind durch die Bank ziemlich geil. Noiserock der Unsane-Schule zum zweiten, allerdings direkt aus dem entsprechendem Original-Familienclan. Paradise‘ Drumming ist oft straight-songdienlich auf den Punkt, aber stets druckvoll und gekonnt, und Curran versteckt sich beim ins Mikro brüllen unter seiner Baseballkappe.


Summa summarum ein superkurzweiliger Konzertabend, erst recht für nur 7 Euro, allerdings mit einem Abstrich: Kleine Ahnung, warum und was genau das eigentlich ist, aber gerade das Publikum im Sonic Ballroom wirft immer wieder nervtötende, geltungsbedürftige Vollspacken hervor, wie ich es nirgendwo anders erlebe.
Da ist man schon mal auf einem Konzert, auf dem kein Schaulaufen von Mode-Metal-Barbies oder Retro-Stonerhipstern stattfindet, nur um sich dort dann vom gestylten Altpunk auf die Nüsse gehen zu lassen, der in erster Linie eine Show für sich selbst veranstaltet, dauernd mit der Band kommunizieren will, die Hälfte der Zeit mit dem Rücken zur Bühne affige Tänze aufführen muss, dessen Rülpse bestialisch durch die ganze Bude stinken und der sich trotz Rauchverbot eine ansteckt. Typen wie Dich braucht man nicht, Du Vollspaten!
Auch nicht schlecht war der, der bestimmt noch mal zehn Jahre älter als ich war, und meine wahrheitsgemäße Antwort auf die Frage, warum der eine von der Band davor bei der zweiten jetzt auch noch mal mitmacht („Mussten halt fragen, ich weisset au‘ nich‘“) mit einem vorwurfsvoll-ungläubigen Starren_des_Todes quittierte.
Was ist das nur Köln? Wie schaffst Du es, Dir solche nervigen Gestalten zurecht zu züchten? Und ist der Sonic Ballroom eigentlich sowas wie ein offizieller Idiotentreff? Dinge, die es eigentlich mal zu ergründen gilt. Aber nicht von mir.


ZG

Am vergangenen Dienstagabend spielten ZENI GEVA im Duisburger Djäzz, der wie man auf den Bildern sehen kann eine neue Tapete hat.
Kurz nach neun kam erst mal KK Null alleine auf die Bühne, ging noch mal zurück um sich einen Stuhl zu holen, setzte sich an Laptop und andere Gerätschaften, begrüßte das Publikum mit einem formalfreundlichen „Guten Abend“ und musste über die kollektive „N’abend!“-Erwiderung selbst schmunzeln. Es folgte eine gute halbe Stunde lang ein Potpourri aus Rauschlärm, Retrocomputerspiel-Geräuschen, durch den Fleischwolf gedrehten Break- und Wummer-Beats und verzerrten Vocal-Einlagen. KK Null selbst nickt im Takt, freut sich über gelungene Übergänge, wirkt fokussiert und gibt einen Protagonisten mit sympathisch-schrulliger Präsenz ab.
Nach einer kurzen Pause wird die Gitarre umgeschnallt und seine Band ZENI GEVA ist an der Reihe. Das japanische Urgestein eigenwilliger harter Musik irgendwo zwischen Noiserock und Extrem-Metal ist in seiner derzeitigen Inkarnation ein Duo und jazziger denn je: Drummer Tatsuya Yoshida (Ruins), der schon vor Ewigkeiten mal dabei war, hat es eher nicht so mit straightem Rockdrumming, sondern wirbelt über das ganze Kit, trommelt zwischendurch gar mal einhändig weil er parallel noch Orgel spielt, ist dabei in manchen Momenten zwar nicht 100%ig on point, was die wilde Performance aber gleich noch mal einen Ticken sympathischer macht. KK Null schrubbt auf seiner Gitarre rum, haut auch schon mal was in einen Loop um zweispurig zu schrammeln, und brüllt dazu ins Mikro.
Der Gig bleibt von der Spielzeit her eher etwas kompakt, was im Gesamtpaket aber okay geht.
War auf jeden Fall 'n ganz cooles Happening mit angenehmer Wohnzimmeratmosphäre! Ob da vielleicht doch auch noch mal ein neues Studioalbum kommt (das letzte ist inzwischen 14 Jahre alt) habe ich zu fragen vergessen, dafür aber immerhin ein neues T-Shirt…


Montag, 19. Oktober 2015

Am müden Montag

Normalerweise ist es eigentlich nicht das Konzept dieses Blogs, jeden News-Schnipsel, jede Einzelsong-Hörprobe und irgendwelche verwackelten Youtube-Amateurkonzertmitschnitte, bei denen irgendwas passiert zu teilen, aber folgendes konnte heute aus irgendwelchen Gründen meine Aufmerksamkeit gewinnen und wird mal eben von mir geteilt:

1.) HERDER: Die niederländische Bollosludge-Lautstärkenmacht wurde am vergangenen Wochenende von der Crew eines Indoor-Metal-Festivals mit eigentlichem Heimvorteil aufgefordert runterzudrehen und schlussendlich vorzeitig von der Bühne gebeten:
At the beginning of this vid, the stagehand tells the drummer to stop hitting his drums so hard. After this, the entire band was escorted out of the venue by security. Yes, kicked out for playing too loud.“  
https://youtu.be/ajpEiCsWCg8

2.) Auf Soundcloud gibt es schon einen Song des im Februar erscheinenden Albums von KHTHONIIK CERVIIKS, das hoffentlich hält, was ihre „Nicht von dieser Welt“-Aura Richtung „Morbid Angel meets Voivod“ live schon mal versprach: https://soundcloud.com/iron-bonehead-productions/khthoniik-cerviiks-serologiikal-scars-sequence-10-vertex-of-dementiia

3.) WITH THE DEAD heißt die neue Band von u.a. Lee Dorian (Cathedral) und dem Drummer, den man von Ramesses und Electric Wizard kennt. Das Album ist gerade raus, einen Song anhören kann man sich hier: https://youtu.be/pwMliIuVD3Y

Und sonst noch?
Das wichtigste überhaupt: Freitag erscheint hierzulande die neue KILLING JOKE! 
Die neue AVATARIUM soll sehr gut sein (Album des Monats im Rock Hard) - wenn man auf Doom mit eher traditionell-hardrockiger und Folk-beeinflusster Prägung steht - wird bei mir allerdings wohl aus Kapazitätsgründen und andersliegenden Prioritäten erstmal eher durchs Raster fallen.

Samstag, 17. Oktober 2015

Here we go again, AZ Mülheim!

Tja, das war ja mal wieder was gestern beim „Haglaz Fest“ im AZ Mülheim. Die optimistisch als letzte Band für ca. 00:00 bis 00:45 eingeplanten GROLL fingen dann 'ne Stunde später an, als sie eigentlich schon fertig hätten sein sollen. Also torkelte man irgendwas zwischen halb drei und drei aus dem Laden raus. Bei dem derzeit gerade um Mülheim herum herrschendem Bahn-Chaos gleich noch mal doppelt so spannend.
Kurz anmerken möchte ich, dass sowohl die Schweizer Frauenüberschuss-Grunz-Doomer SHEVER, als auch die Bielefelder Hipster-Black-Metaller UNRU mit einem anderen Line-Up aufliefen, als bei meinen jeweils letzten Begegnungen mit ihnen, und sich beide inzwischen ein bisschen gemacht haben.
Der späte GROLL-Gig vor, der Uhrzeit geschuldet, dem lichter werden Publikum, war allerdings ganz klar ein absolutes Highlight. Bands, die Sludge-Doom, Crust/ Grind und Ansätze von Black Metal vermengen, gibt es im Underground inzwischen viele, aber das gestern... ja meine Fresse, das war mal ein ziemlich geiles Brett!


Erster!

 
 

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Dope Body - Obey (Videoclip)

Der Videoclip ist ja leider irgendwie eher nur so mittel geworden, aber diesen scheinbar simplen Song von Kunkfinde ich wirklich wahnsinnig geil...


Dope Body "Obey" (Official Video) from Drag City on Vimeo.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Skeleton Wrecks s/t

SKELETON WRECKS gehen eigentlich schon als Revival von Frühachtziger-Underground-Musik (Stichwort „No Wave“) durch: Leicht schräger Indie-/ Punkrock von Sonc Youth’schem Charakter und etwas stoischer Stampf von frühen Swans-Werken samt deren Hauch von Industrial.
Ein erst in jüngerer Vergangenheit auffälliger, britischer Underground-Musiker namens Gouédé Oussou übernahm hier alle Instrumente und holte sich als Gastsängerin noch Dora Jahr von Distorted Pony ins Boot.

Und da dieses neuzeitliche Aufblühen von Noiserock im Stil der 80er und 90er inkl. seiner Originalprotagonisten etwas ist, bei dem ich bekanntlich noch mal gehörig mitblühen kann und möchte, habe ich mir gerade eben tatsächlich ein Exemplar der auf 50 Stück limitierten, recht günstig kommenden CD ins Haus geholt.

Auf Bandcamp gibt’s das Ganze auch:


Dienstag, 13. Oktober 2015

Apropos N

Witzig ist übrigens, dass Denovali den Mitschnitt eines N-Konzerts herausbringt, bei dem ich einer der wirklich wenigen Gäste war
Irgendwie schon ziemlich cool, dass dieser besonders gute N-Set für die Nachwelt konserviert wurde und ich ihn somit im heimischen Wohnzimmer noch mal hören kann.


N selbst sagt dazu: 

„Rote Fuhr“ is special. Musically it finally brings together the more noise orientated approach of „Saarn“ and „Heven“ with the deep droning of records like „Prora“ (empiric records), „Goor“ and „Oie Kirr“ (both: Denovali). Also using white noise in a musically way, like a cold storm breaking loose, whiping away everything around and pushing it into abyssial, dark and glowing drones. With a destroyed arpeggio slicing some parts of „Rote Fuhr“, with a stacking of layers between noise and organ-like drones, all stenched together with micro-melodies to a symphony of brutal beauty.
Coda: this record mainly transports anger. An anger felt during a short tour with my labelmates Petrels and Talvihorros during a very dissappointing showcase in front (or better: not really in front) of some really ingnorant people. The next night made me instantly quit the intended setlist and let the anger run through the amps. And so finally finding a home for some motifes being played live since 2011... In a way they were never played before. ...I was very angry that evening, but I am very happy with this result.

And just to be sure: this is a live-record. Recorded at Schlegels / Dortmund / Germany by Andreas Brinke as the recording engineer. Thank you for being the right man at the right place at the right time.

Kommt als Vinyl und Download.

Sakrale Surround-Drooooone-Experience

(Apropos Bochum: Hatte ich hier eigentlich erzählt, wie schlimm die lokale Vorband bei Jex Thoth vorletzte Woche war? Tatsächlich vergessen? Naja, jetzt auch egal…)
Aufgrund von Verzögerungen im Bahnverkehr machte ich mich am vergangenen Freitag extra schon etwas eher nach Bochum auf, um mir 1.) noch diesen neuen Craft-Beer-Laden in Bochum anzugucken, der bereits im Netz beworben wurde, und 2.) nachher noch ‘ne Runde im traditionellen Plattenladen Discover Records ‘ne Runde zu discovern. Hätte ich mir schenken können, denn bei Station 1 musste ich feststellen, dass man dort gerade erst dabei ist noch leere Regale zusammenzubauen und bei Station 2 gabs tatsächlich gar nichts, das ich kaufen wollte. Die 180g-Reissue von Pink Floyd’s „Dark Side Of The Moon“ hatte ich zwar mal in der Hand, aber… Immerhin habe ich dann während der zu überbrückenden Zeit ‘n echt guten Falafel-Mann ausgemacht.

Anayway. Der Hauptgrund meiner Anwesenheit in Bochum war, dass es mal wieder ein Drone-Konzert in der Christuskirche gab.
Los gings mit THIS QUIET ARMY in Quartettbesetzung, u.a. mit Aidan Baker (Nadja) und Schlagzeuger. Gefiel mir gut! 




 













  
Von dem konventionellen Bühnenkonzert ging es danach in die Mitte: Zwischen den Kirchenbänken saßen das Bochum Bass-Drone-Duo [B o l t] und der der Dortmund Gitarrens-Slodröhner N. Um die Kirchenbänke herum waren 15, irgendwie speziell verkabelte Amps aufgestellt.
Hier im Foto vom Veranstalter noch mal nachzuvollziehen:

 
Ich habe keine Ahnung, wie lang der Set im stockdunklen tatsächlich dauerte, aber als ich danach auf die Uhr sah, hatte es länger gedauert wie sich das Bad im Soundwall der fließenden Komposition angefühlt hatte. 
War irgendwie doch ganz schön geil, bei diesem speziellen Spektakel dabei gewesen zu sein.


Sonntag, 11. Oktober 2015

Owl - Aeon Cult

Was ich an Christian Kolf als Künstler schätze ist, dass er ein wirklich kreativer, ein suchender ist. Keine Veröffentlichung von Valborg oder eben OWL klingt wie die andere. Es gibt einen irgendwie grob abgesteckten Stil-Rahmen, in dem nicht nur alles geht, sondern der dann auch gerne mal noch ferner ausgeweitet wird.
Platzierten die ersten beiden Veröffentlichungen OWL als Death-Metal-Band zwischen Gorguts, Morbid Angel und Portal, zwischen bleierner Schwere, Ambient-Anwandlungen und einer komplexen Beschaffenheit hinter der monolithischen Oberfläche, lotet jede weitere Veröffentlichung irgendein Extrem weiter aus. Bei "The Last Walk" war es das epische Element, während "Into the Absolute" viele Ideen in eher kurz gehaltente Songs packte. "Aeon Cult" ist wieder eine sehr kompakte Sache geworden, die nun auf den Punkt das Thema Groove hervorhebt. 
Vor allem aber bin ich jetzt schon sehr gespannt, wie der nächste, mit ziemlicher Sicherheit wieder ein mal ganz anders ausfallende  Release klingen wird...

Bandcamp: http://zeitgeister.bandcamp.com/album/aeon-cult

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Neuen, witzigen Ghoul Videoclip...

...gibt's via Facebook: Humans Till Deth - GHOUL

Dope Body..

 
Kunk“ ist die Überraschung des Jahres. So richtig auf den Plan traten DOPE BODY für mich erst mit diesem Album, welches sowas wie ein glückliches Zufallsprodukt ist, denn Grundbestandteile davon entstanden ganz spontan während der Arbeiten an ihrem Ende letzten Jahres veröffentlichten „Lifer“. Man wurde sich schnell bewusst, da was zu haben, und schob „Kunk“ so schnell wie möglich nach.
Auf Alben wie eben Lifer“ oder dem 2012 Vorgänger „Natural History“ waren DOPE BODY fast schon eine noch eine Band, wegen der ich nicht an einem Mittwoch Abend bis nach Köln gefahren wäre, doch ob dieses entrückte Inferno der aktuellen Konserve live auch derart wild rüberkommt, musste ich einfach herausfinden...  

Der Sonic Ballroom im Party-Viertel von Köln-Ehrenfeld (Live Music Hall, Underground, Werkstatt und co. sind alle buchstäblich um die Ecke) kann eine gewöhnungsbedürftige Location sein. Als Konzertbesucher von außerhalb hat man hier nämlich immer wieder mal das Gefühl, es mit einem ganz seltsamen, auch latent unangenehmen Stammpublikum zu tun zu haben. Was auch tatsächliche Kölner mitunter selbst bestätigen.

Im zehn nach neun nur mäßig gefülltem Laden legte erst mal der Local Support MINUSMEN einen aufs Parkett. Ganz okay, aber einen Hauch zu heterogen. Der Heavy-Riffrocker und die Indie-Hymne, der kurz-und-knackige Punker und der ausufernde Psychedelic-Jam... irgendwie war alles dabei, im Sinne von eigentlich schon zu viel. Aber es war ziemlich okay!
Knapp über 'ne Stunde später legen DOPE BODY ohne Soundcheck direkt los. Was die beiden unkoordiniert rumpogenden Spackenkinder mit den „Dope Body Euro Tour 2012“-Shirts so überrascht, dass sie erst zum zweiten Song vom rauchen draußen wieder drin sind.
Die spielt sich quer durch ihre Alben. Der Übersong der aktuellen, „Obey“, wird dabei schon als drittes verschossen, in einer total anders klingenden, längeren Version.
Ihr Sänger ist auf seine plinsig-tuntig-pseudolasziv (sorry) tänzelnde Art etwas gewöhnungsbedürftig und amüsant zugleich, der Rest der Band allerdings der Knaller: Der auch mit Loops und diversen Effekten arbeitende Gitarrist ist wie ein nerdiger Tom Morello, der sich immer wieder mit vollem Körpereinsatz im eigenen Lärm wiegt, der Drummer kloppt einen Big-Paul-Groove nach dem anderen raus, und der hält alles mit einer Spielweise zusammen, bei der er sich nicht langweilen muss. Tatsächlich fühlte ich
mich gerade auch rhythmisch nicht nur ein mal an Früh80er-Klling-Joke erinnert, wie die Band ihr eigenes Ding zwischen mathigem Indierock und breitbeinigem Alternative-Metal durchzieht.
Gute, etwas zwischen den Stühlen stehende Rockband, die auch live wirklich Laune macht! Dem aktuellen Album wurde es live nicht ganz gerecht, aber wenn man mal ein paar Songs im ganz eigenen Dope-Body-Groove drin ist, könnte man sich direkt vorstellen, sich das beim nächsten mal wieder zu geben...


Geil, Post!

Wenn ich behaupten würde, dass sich der Rabattverkauf vom 7 Degrees Records für mich mal nicht so gelohnt hätte, wäre das eine glatte Lüge...

Dienstag, 6. Oktober 2015

Black Sabbeth

Es kommt immer wieder vor, dass ich von News oder Musikveröffentlichungen, die ca. Mitte April erscheinen, irgendwie nix mitbekomme, denn dann war ich die letzten Jahre eigentlich immer für ca. 5 Tage und Nächte in diesem Paralleluniversum namens Roadburn.
Das wird dann wohl auch der Grund gewesen sein, warum ich erst jetzt über diese Single vom letzten Jahr stolper':
Die britischen GONGA haben sich keine Geringere als Beth Gibbons (Portishead) ins Boot geholt, um sie eine ziemlich straighte Coversion von Black Sabbath' „Black Sabbath“ einsingen zu lassen. Originell ist anders, aber es hat was!

Bandcamp: gonga.bandcamp.com/album/black-sabbeth bzw.:  

 

Sonntag, 4. Oktober 2015

Symbiotic Possibilities by Ken Owen

Ken Owen - former drummer and founding member of seminal Death Metal band CARCASS. Ken suffered a life changing brain aneurysm in 1999 but against all odds Ken has used his time in and out of hospital to influence his debut release which will be part of the trilogy:

https://kenowen.bandcamp.com/album/symbiotic-possibilities

Pigs - Wronger

Auch wenn ich mir dabei selbst immer ein bisschen doof vorkomme, wenn ich in so einen „Ich hab’s ja gesagt“-Modus falle, aber ich hab’s ja gesagt, dass Noiserock im Sinne der besten AmRep-90er das Ding ist, das dieser Tage wieder aufblüht.

Es gab in diesem Jahr schon neue Alben von den Genre-Vorreitern Hammerhead und Cherubs. Eines der ebenfalls wiedervereinigten Distorted Pony ist in Mache. Aktuell sind z.B. auch die deutschen Hopefulls Heads. mit ihrem entspannten Stil eine Band, die viel Zuspruch bekommt. Dope Body haben mit dem frischen Überraschungsknaller „Kunk“ gerade eben noch ein Wahnsinnsteil abgeliefert, auf dem sie sich Elementen dissonanten Krachs noch
wahnsinniger und ganzheitlicher hingeben als auf vorangegangenen Alben. Newcomer wie Bummer machen alles richtig, Ken mode geben einfach nicht auf, Whores. haben mal gerade zwei EPs raus und werden schon jetzt als sowas wie ‘ne Szenegröße gehandelt. 

Passend dazu liefert das ganze Umfeld von Unsane (sozusagen die Noiserock-Marke schlechthin) eigentlich schon seit Jaaahren nur noch eine großartige Veröffentlichung nach der anderen ab. Die mit kleiner Unterbrechung seit 1988 existenten Unsane selbst haben mit ihren bisher letzten beiden Alben „Visqueen“ und „Wreck“ sogar zwei ihrer besten gemacht. Gitarrist und Schreihals Chris Spencer brachte ferner 2009 mit u.a. auch einigen deutschen Musikern unter dem Bandnamen Celan ein ganz gutes Album raus und reformierte jüngst auch noch seine andere Band Cutthroats 9, deren letztjähriges „Disssent“ ebenfalls saustark ist.
Auf der anderen Seite gab es da auch noch The J.J. Paradise Players Club mit Unsane-Basser Dave Curran. Ein gutes und ein sehr geiles Album zwischen dem markentypischen Sound und Anflügen von Sludge-Metal und Rock’n’Roll. Umbenennung in Players Club, eine weitere EP mit ziemlichem Killermaterial.
Man ist vom Players Club inzwischen weitergezogen zu PIGS, komplettiert durch Toningenieur Andrew Schneider, der in den 90ern mal mit Slughog aktiv war. 2012 das großartige „You Ruin Everything“, ein Jahr später eine EP mit Cheap-Trick-Coversong.
Nun ist „Wronger“ da!   



Und auch „Wronger“ ist einfach nur total geil! War „You Ruin Everything“ ein Album, das ähnlich wie „Wreck“ ziemlich rockig-kompakt auf den Punkt kam, folgt mit dem zweiten Werk nun ein bisschen mehr Abenteuerlust. Man nimmt schon mal die eine oder andere rhythmische Abzweigung, bürstet gelegentlich einen Part deutlicher gegen de Strich, ist im Rahmen des eigenen Dings dabei aber nach wie vor immer noch ziemlich catchy. Gast-Vocals gibt’s übrigens von Julie Christmas (Made Out Of Babies, Battle of Mice).
Sehr, sehr geiles Album. Jahres-Top-5!

Bandcamp: music.solarflarerds.com/album/wronger

Freitag, 2. Oktober 2015

Oktober: Kommendes in Kurzreviews

CLUTCH – Psychic Warfare
Eigentlich war ich noch nie der größte CLUTCH-Fan. Sympathische Band, aber hören musste ich sie nicht so wirklich. Umso überraschter bin ich darüber, dass mich der spielerisch superbe Stadionrock mit Feuer im Arsch, den uns die Band hier präsentiert, jüngst so begeistert. Ein Hit nach dem anderen, ohne Scheiß. I’m a Sucker for the Witch!
Ist seit heute raus!

DIE CHOKING - III
Die EP „II“ war seeeeehr vielversprechend und das erste Album „III“, das es sage und schreibe unter (!) die Viertelstunden-Marke schafft, kann die Erwartung ehrlich gesagt nicht ganz erfüllen. Ganz dringend reinhören sollten allerdings trotzdem alle, die Brutal Truth bereits vermissen.
VÖ: 08.10. / The Compound Recs.


KOWLOON WALLED CITY – Grievances
Aus dem “Sludge-Metal/ Post-Hardcore/ Noiserock”-Bemudadreieck bewegt man sich inzwischen deutlicher zur Kante der beiden letztgenannten Ecken. Neurosis schwingen ohne Frage mit, aber eher die „Sovereign Sun of Every Storm“-Neurosis mit depressiv-resignierender Grundstimmung, sowie einem wesentlich spartanischer angelegten Sound- und Songwriting-Gerüst, das sich für mich eher nach irgendwas zwischen Unsane und aktuellen Young Widows anhört.
VÖ: 09.10. / Neurot Recordings

PINKISH BLACK - Bottom of the Morning
Als PB mit ihrem Debüt und dessen Synthie-lastiger Musik auf der metalszenischen Bildfläche erschienen, war das irgendwie noch was frisches, anderes, interessantes. Inzwischen isses mir beim dritten Album dann allerdings irgendwie schon ein bisschen einerlei geworden.
VÖ: 30.10. / Relapse

THE GREAT TYRANT - The Trouble With Being Born
Relapse gönnt uns das zuvor unveröffentlichte Album der Vorgängerband von Pinkish Black (s.o.), deren Ende durch den Selbstmord von Basser Tommy Wayne Atkins herbeigeführt wurde (woraufhin die verbliebenden zwei unter anderem Namen weitermachten). In Anbetracht der Tatsachen sicherlich ein interessanter und gut gemeinter Release.
VÖ: 30.10. / Relapse

VHOL - Deeper Than Sky
Das selbstbetitelte VHOL-Debüt überraschte mit einer völlig wild-eigenen Mixtur aus traditionellem und extremen Metal, Punk-Anleihen und Psychedelic-Anfügen. Das zweite Werk dreht die Schrauben nun noch ein bisschen weiter. Mehr Thrash-Riffing und Heavy-Metal-Größenwahn, ein Hauch von Prog, Unverfrorenheiten wie eine Klavier-dominierte Nummer und ein immer besser singender Mike Scheidt.
Mit Sicherheit eine der eigenwilligsten und coolsten "Kauz-Metal"-Veröffentlichungen des Jahres.
VÖ: 23.10. / Profound Lore

ZOMBI - Shape Shift
Ich mag ZOMBI! So richtig viel gibt‘s über den Goblin-beeinflussten Instrumental-Progrock, der spaceige Synthies mit organischem Schlagzeug kombiniert, dann aber irgendwie auch nicht zu sagen.
Ebenfalls am gleichen Datum raus: Der „CUB – Original Motion Picture Soundtrack“ von Zombi’s Steve Moore.
VÖ: 16.10. / Relapse

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Secret Admirer

Kürzlich habe ich mich irgendwie gefragt, was eigentlich aus HEINALI & MATT FINNEY geworden ist, dem etwas eigenwilligen Kooperationsprojekt eines ukrainischen Musikers und eines amerikanischen Sprechers, denen vor vier Jahren mit „Ain’t No Light“ eine kleine Underground-Sensation gelang.

Eine kurze Netzrecherche ergab die Antwort, dass sie inzwischen ein Trio namens SECRET ADMIRER sind und im Frühjahr diesen Jahres zwei Songs veröffentlicht haben: http://secretadmirermusic.bandcamp.com


Klingt soweit schon mal ganz vielversprechend, aber wir brauchen mehr!