Montag, 31. August 2015

The Spirit Cabinet - Hystero Epileptic Possessed

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass dieses Album zu einem Zeitpunkt in mein Leben trat, als ich gerade (mal wieder) von der Metal-Szene genervt war. Das Warum davon im Detail aufzudröseln würde hier wohl jetzt den Rahmen sprengen, aber es gibt immer wieder Umstände und Vorkommnisse, aufgrund derer mein Verhältnis zum Metal und seiner Fan-Kultur, gerade auch im Spannungsfeld von „True“ bis Black Metal, höchst ambivalent ist.
Kaum hatte ich diese Gedanken zu Ende gedacht, veröffentlicht ein Haufen niederländischer Black-Metal-Köppe unter dem Namen THE SPIRIT CABINET ein Metal-Album, für das ich sofort Feuer und Flamme bin.
Die sechs Songs von „Hystero Epileptic Possessed” sind eine wirklich gelungene Verquickung aus traditionsmetallischen Stilmitteln, gelegentlichen Ausbrüchen in angeschwärzte Bissigkeit und der von Urfaust gewohnten, eigenwilligen Stimme, die hier wirklich so manchen Ohrwurm schmettert.
Ein supergeiles, einfach Spaß machendes Album, das völlig zurecht auch die „Bonusbombe“ unter den Monats-Highlights der aktuellen Ausgabe des Rock Hard Magazins ist.
Ach, mein lieber Metal. So schwierig Du es einem manchmal auch machen kannst, kriegst Du doch nichtsdestotrotz auch immer wieder mal die Kurve…

„Hystero Epileptic Possessed” ist jetzt gerade bei Ván Records raus. Sobald es auch eine Bandcamp-Seite dazu gibt, reiche ich sie nach.


 

Freitag, 28. August 2015

Kaleidobolt –s/t

Vergangenen Mittwoch spielten die finnischen KALEIDOBOLT ein Konzert im sympathischen Dortmunder Second-Hand-Plattenladen Black Plastic. Man hört besagtem Trio bei seiner hochenergischen und ziemlich verspielten Rockmusik an, dass hier große Fans der klassischen King Crimson agieren. Die Jungspunde sind nämlich nicht die x-te Retro-Schnarchigkeit. Das Ganze hat gedröhnt und geknallt, explodierte immer wieder spielfreudigst, nimmt aber auch immer wieder mal Abzweigungen ins eigenwillige. Ich möchte hiermit eine dringende Empfehlung aussprechen, sich diese Jungs bei Gelegenheit live anzusehen, denn die sind wirklich der Knaller.
Ihr bei der Gelegenheit natürlich direkt mal unter den Arm geklemmtes, selbstbetiteltes Debütalbum ist ebenfalls nicht zu verachten. Wie gesagt ist die Vorbildband mitunter offensichtlich, sonst würden die Jungs live nicht auch noch ungeniertestens „21st Century Schizoid Man“ bringen, aber das sehe ich in diesem Fall eher als Plus.
Und da es das Ganze auch zum selber reinhören im Weltnetz gibt, kann ich mir weiteres Geblubber darüber ja sparen….

Bandcamp: kaleidobolt.bandcamp.com


 

Kalmen – Course Hex

Anfang des Monats brachte Ván Records “Course Hex” von KALMEN raus. Die Musik dieses ostdeutschen Quartetts ist eine ganz interessante Verquickung aus schwarzmetallischer Dunkel-Atmosphäre und Bissigkeit auf der einen, sowie vernebelter Psychedelica auf der anderen Seite, was überraschend gut funktioniert.
Das hat dann insgesamt schon mal was von Saturnalia Temple, allerdings finde ich KALMEN tatsächlich mindestens eine Liga besser als jene.

Und um hier den Platz mit etwas mehr Text zu füllen kann ich noch kurz die Randnotiz raushauen, dass die Gitarristen früher Bassistin in einer nach einem Smoke-Blow-Song benannten Band mit dem Sänger der tendenziell ganz schnaften Gorilla Monsoon in Reihen war, die zu Myspace-Zeiten mal kurz auf eine kommende Stonersludge-Sensation hoffen ließ, dann aber wieder in der Versenkung verschwand. 

Label-Bandcamp: kalmenvan.bandcamp.com

 

Dienstag, 25. August 2015

Fuck The Facts – Desire Will Rot

Es ist endlich raus, das neue Album von FUCK THE FACTS, das die Kanadier eigentlich schon vor zweieinhalb Jahren (!) aufgenommen, aber erst später zu finalisieren und veröffentlichen geschafft haben.

Recap: Als FTF für mich erstmals mit ihrem 2006er Relapse-Einstand „Stigmata High-Five“ auf den Plan traten, hatten sie bereits eine 7-8jährige Phase der Stil- und Line-Up-Findung hinter sich. Zu der Zeit befand sich mein Interesse nicht nur an Grindcore, sondern auch an artverwandten Extrem-Auswüchsen des (Death) Metal oder Hardcore wohl auf seinem ziemlichen Zenit, und schon damals durfte es auch gerne mal etwas abgepfiffener zugehen.
„Stigmata High-Five“ kam dem sehr entgegen, denn der Deathgrind der Band flirtete mit atonalen Mathcore- und wilden Prog-Metal-Tendenzen, erlaubte sich noisige Experimental-Passagen und traf bei Grooveparts voll ins Schwarze.
Der 2008er Nachfolger „Disgorge Mexico“ (dessen Titel sowas wie ein Szene-Insider ist, den wohl nicht jeder versteht, aber erklärte Witze sind doof) überraschte dann wiederum damit, mit einer gerne mal viel melodiöseren Gitarrenarbeit tiefer in die Welt des Schwermetalls zu dringen. Den Leuten, die sich dem Ganzen beim Vorgänger eher aus der Avantgarde-Lärm-Ecke genähert hatten gefiel das ebenso wenig wie der „es muss halt böse ballern“-Fraktion, was aber alles auch nix daran ändert, das auch „Disgorge Mexico“ schlicht und ergreifend ein supergeiles Extrem-Metal-Album mit eigener Note war und auch nach wie vor ist.
Was uns zum dritten und letzten Longplayer bringt, den die Band über Relapse veröffentlichte (diverse Kleinformate drum herum lasse ich absichtlich mal aus): 2011 erschien „Die Miserable“ und kann wohl als FUCK THE FACTS‘ Magnum Opus angesehen werden. Ich habe auch auf diesen Blogseiten schon mehrere Loblieder darauf gesungen, weswegen ich man das hier und jetzt mal schenke. 

Ein so „rundes“ Werk ist „Desire Will Rot“ nicht geworden. Aber sagen wir es mal so: Im Spannungsfeld von Grindcore, Death Metal und Anflügen von über Tellerränder blickender Experimentierfreude ist FTF damit wieder ein mal eine der zwingendsten Veröffentlichungen des Jahres gelungen. Was Topon Das und seine MitstreiterInnen uns auftischen ist wieder ein mal clever, eigensinnig und progressiv, ohne sich in verfrickeltem Selbstzweck zu verlieren, und aggressiv hoch zwölf, ohne irgendeine aufgesetzte Brutalitätsschraube zu überdrehen. 
Die Band mit dem bescheuerten Namen gehört nach wie vor zu den besten und interessantesten Vordenkern brachialer Schnellprügelmusik und wird dafür wohl leider auf ewig von Groß des generischeren Kram bevorzugenden Pöbels nicht goutiert werden. Da machste dann halt nichts, aber immerhin bin ich es mal wieder losgeworden…

Bandcamp: fuckthefacts.bandcamp.com/album/desire-will-rot

Black Temple - Unlikely Event (Videoclip)

Der Typ von In Flames (ich mein.... In Flames?!) startet ‘n Label (hierzulande via Century Media vertrieben, die in diesem Moment an die Sony verkauft wurden) und die erste Band darauf ist tatsächlich sowas wie brauchbar? Sachen gibt’s…

Montag, 24. August 2015

The curse continues but the show must go on

Nachdem in der vorangegangen Woche schon unnötige Querelen ihre Schatten warfen, gipfelte der Auftritt einer meiner Bands am Samstag während des zweiten Songs in einem irreparablen Abrauchen der Anlage inkl. einem in dem Zuge durchgeschossenen Amp.
Nach hinten raus wurde der anstrengende Abend dann zwar noch relativ versöhnlich, da aus der Not 'ne Tugend gemacht wurde, aber trotzdem weiß ich langsam nicht mehr, was man dazu so geballt noch sagen soll...

Dienstag, 18. August 2015

Neu auf Bandcamp

Mal eben zwischen Tür und Angel in aller Kürze...

Neue EP der japanischen Crust-Death-Doom-Dampframme COFFINS:  https://hammerheart.bandcamp.com/album/craving-to-eternal-slumber

Full Length Debüt der ostdeutschen KALMEN auf Ván Records, Blackened Psychedelic Doom Metal, klingen quasi wie Saturnalia Temple in gut:
https://kalmenvan.bandcamp.com/

Zweites Album von LYCHGATE, der Avantgarde-Black Metal-Band mit u.a. Esoteric-Beteiligung:  
https://blood-music.bandcamp.com/album/an-antidote-for-the-glass-pill


Zweites Album von MYRKUR, dänisches Blondchen singt über blackmetallischem Geschraddel, produziert vom Ulver-Garm (geht erst Freitag komplett online): 
https://myrkur.bandcamp.com/album/m

Tja…

Falls sich irgendjemand meiner drei Leser fragen sollte: Während sich die allgemeine Pleiten-, Pech- und Pannenserie bei mir weiterhin aus dem Proberaum heraus auf andere Lebensbereiche ausweitetet (womit ich Euch jetzt allerdings nicht ferner langweilen möchte), bin ich außerdem an anderen Fronten so busy, dass ich nicht mehr wirklich zum bloggen komme.
Dass es auf dem PartySan, speziell am Donnerstag (Nuclear Assault!), ganz cool war, genauso wie auf dem Dortmunder Junkyard Open Air, muss somit im Detail leider durchs Raster fallen. 
Wenn ich irgendwann die nächsten Tage doch mal die entsprechende Verschnaufpause und Restmotivation dafür haben sollte, äußere ich hier vielleicht mal eben, warum das Debüt-Album von THE SPIRIT CABINET supercool ist. Oder was sonst noch gerade gutes rauskommt (FUCK THE FACTS liefern gerade mal wieder mehr als solide ab, das Langspieldebüt von KALMEN überzeugt ebenfalls, …).
Aktuell ist hier allerdings eher so ein bisschen Sendepause, weil an allen anderen Fronten so viel ist...

Sonntag, 9. August 2015

C.S.S.O.

An deren angeblich und leider einmaligen Reunionshow kann man immerhin per Youtube teilhaben:


Sonntag, 2. August 2015

Bilanz...

...des heutigen Proberaumabends: Mit dem extra dafür mitgeschleppten Laptop wollte die Aufnahme partout nicht klappen. Die genaue Problembeschreibung spare ich uns jetzt an dieser Stelle. 
Außerdem: Geplatztes Standtom-Fell.

Samstag, 1. August 2015

Hammerhead - New Directionz

Sorry wegen der Floksel, aber was für ein Wechselbad der Gefühle heute. Erst erfahre ich vom Ableben Roddy Pipers (61), u.a. Hauptdarsteller in meinem Lieblingsfilm They Live und generell total geiler Mensch, dann komme ich von einer ausnahmsweise mal ganz gut gelaufenen Bandprobe nach Hause, wo mich die Nachricht der gerade veröffentlichten neuen HAMMERHEAD anlacht.
Es gibt zig Bands, die Hammerhead heißen, aber relevant sind neben den deutschen Punks eigentlich nur die US-Noiserocker aus dem AmRep-Stall.
Dem ersten Hören nach finde ich „New Directionz“ glaube ich nicht ganz so gut wie „Into The Vortex“, Duh, The Big City“ oder die grandiose „Evil Twin“ EP, aber gut genug.
Mal die Schallplatte besorgen....


Bandcamp: hammerhead.bandcamp.com/album/new-directionz


 

Łinie - What We Make Our Demons Do

Was ich persönlich ja ehrlich gesagt absolut nicht nachvollziehen kann ist, warum ŁINIE mitunter in die Sludge'n'Stoner-Schublade gesteckt werden, bzw. sich da offensichtlich auch selbst ein bisschen zu sehen scheinen, denn damit hat ihre Musik wenig bis gar nichts zu tun, sieht man von dem einen oder anderen Moment hier und da ab, den man sich evtl. von Kyuss abgeguckt hat (Lake Of Fire), oder auch mal von Tool (No Ideal). Aber das sind nur vereinzelte Momente.
Auch dass sie von einigen Rezensierenden als ziemlich verschroben wahrgenommen werden verstehe ich nicht wirklich, aber vielleicht ist das bei mir auch einfach die Bürde der frühen Geburt.
Viel mehr erinnern mich  ŁINIE an die Alternative-/ Groove Metal-/ Crossover-Zeiten der 90er, an denen auch nicht alles so schlecht und peinlich war, wie es der gemeine True-Metaller und selbst einige Dabeigewesenen heute gerne darstellen würden.
Die Hamburger fahren eine ganz coole Mischung aus dicken Metal-Riffs, treibenden Midtempo-Grooves, brummenden und pluckernden Elektronik-Zusätzen und einem nicht zuletzt auch über die Vocals ein wenig mit Post-Punk-Regionen flirtendem Charme.
Was aus „What We Make Our Demons Do“ ein kurzweiliges Album macht, dessen Detailverliebtheit Anerkennung verdient und das sich weitaus weniger an irgendeiner Ecke anbiedert, als der Band selbst bewusst zu sein scheint.
Bandcamp: linie.bandcamp.com