Montag, 31. März 2014

Noiserock und so

1.) WHORES.
Aus mir selbst unerfindlichen Gründen habe ich im Rahmen dieser Blogseiten bisher anscheinend noch nie auf WHORES. hingewiesen. Dabei macht der kernige Nosierock ihrer beiden bisherigen Veröffentlichungen „Ruiner“ und „Clean“ wirklich eine Mordslaune.
Uneingeschränkte Empfehlung meinerseits! Besser spät als nie...
Bandcamp: whores.bandcamp.com

2.) RECTAL HYGENICS
Einen klitzekleinen Hype hierzulande scheinen die RECTAL HYGENICS gerade dadurch zu erfahren, von Indian‘s Will Lindsay (war außerdem mal bei Wolves In The Throne Room dabei, sowie bei Mike Scheidt’s Yob-Pausenfüller Middian) im Interview mit einer deutschsprachigen Schwermetallgazette erwähnt worden zu sein.
Reingehört und geurteilt: Nicht zuletzt wegen der Vocals und bescheuert-derben Texte erinnern die RECTAL HYGENICS mittelschwer an die Brainbombs, klingen dabei allerdings ein bisschen wie eine metallisch entfesselte Version eben dieser.
Das Album
Even the flies won't touch you“, das man sich via Bandcamp auch konstenfrei auf etwaige Abspielgeräte holen kann, ist bereits von November ’12, also sollte man mal im Auge behalten, ob und was von denen noch mehr kommt…
Bandcamp: fuckrectalhygienics.bandcamp.com

Dÿse und so

Tja, manchmal fällt man halt auch falsche Entscheidungen. Aufgrund einer übrigen Karte in meinem Bekanntenkreis wäre ich am vergangenen Freitag Abend fast noch bei Blixa Bargeld & Teho Teardo gelandet, die im Salzlager der Essener Zeche Zollverein ein bestuhltes Gastspiel gaben.
Aus logistischen, zeitlichen und gestressten Gründen habe ich das allerdings irgendwie nicht mehr so wirklich gut in den Tag mit reinbekommen, daher dann anstatt auf Horizonterweiterung mit Hochkultur-Flair zum Start ins Wochenende doch lieber auf altbewährtes mit Absacker gesetzt, und bin pünktlich zur Vorgruppe von DŸSE ins Dortmunder FZW gestolpert.
Jene hieß SURALIN und war mit Indierock der auch schon mal etwas krachigeren und verspielteren Art durchaus ganz okay, wären da nicht diese konstant langweilig-braven, variationsarmen Vocals, aufgrund derer mich so etwas nach 2-3 Songs dann irgendwann nur noch ziemlich anödet.
Vielleicht etwas unfair, dass ich sowas einer großen Hausnummer wie Sonic Youth durchgehen lasse (die allerdings in der Natur ihrer Sache per se etwas abwechslungsreicher tön(t)en), und ein paar Jungs aus Chemnitz wiederum eher nicht, aber sorry, so ist das dann halt.

Wer während der Umbaupause trotzdem Livemusik haben wollte, konnte mal eben auf ein Bier um die buchstäbliche Ecke zum Plattenladen Black Plastic schlurfen, wo mal wieder POWDER FOR PIGEONS spielten.
Dortmund Rock City, hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein…

Was die, zurück im FZW, schon bald zum Headlinerauftritt ansetzenden DŸSE betrifft…
Also… liebe Dÿse-Jungs, jetzt mal ganz ehrlich: Bevor wir uns missverstehen, ich mag Euch. Ich mag Eure Musik und Eure humorvolle bis selbstironische Attitüde, mit der diese dargeboten wird. Es gibt allerdings so eine gewisse Grenze, ab der es von so ein bisschen Spaß und Witz bei der Sache zu einer primären Comedyveranstaltung kippt. Diese Grenze wurde für meinen Geschmack beim vergangenen Dortmunder Konzert ein bisschen zu oft überschritten. Warum müsst Ihr eigentlich, anstatt vor allem gute Songs für sich sprechen zu lassen, von denen Ihr zweifelsohne so einige habt, in wirklich jeder Pause zwischen eben diesen mit endlosem Debilogelaber nerven? Es war, was das betrifft, wirklich etwas too much. Sorry, ist echt nichts persönliches, aber Ihr seid nun mal nicht Helge Schneider.
Dass die schon auf Konserve ziemlich unnötige Ulk-Nummer „Out of Tune“ an jenem Abend nicht nur dargeboten, sondern dabei auch noch von 1-2 Vollhonks im Publikum lauthals verlangt wurde, rundete diesen, meinerseits etwas genervten Eindruck dann auch noch allzu passend ab.  
Musikalisch war’s an sich wie immer super, was ich der Fairness halber natürlich gerne eingestehe und unterstreiche, aber das Hofnarrtum auch mal wieder einen Gang zurückzuschalten würde Euch meiner Meinung nach ganz gut zu Gesicht stehen…  

Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu alt für sowas, und hätte doch das orchestrale Sitzkonzert vorziehen sollen?

Apropos Ironie: Dass Drummer Jari auf der „Nackenöffner“-Tour (benannt nach einem Song der aktuellen Platte, der im Übrigen durchaus ziemlich geil und hittig ist) an diesem Abend tatsächlich mit einem lädierten Nacken (nebst Chiropraktiker-Behandlung) spielen musste, soll ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Rechnen wir Dir durchaus hoch an, Keule!


 

Freitag, 28. März 2014

Aktuelle Alben (Ende März)

BULBUL – Hirn Fein Hacken
Ich mag BULBUL! Eine Band, die straight Spaß machen kann, ohne dabei zu unterfordern. Schubladenfeier Weirdo-Rock mit 90er-Schulterblicken, der manchmal völlig quer und abweisend sein kann, manchmal gar lebensbejaend und tanzbar mitreißt, der sich traut alles zu sein, was man gerade sein will, und im nächsten Moment wieder anders.
Hätte das Ganze nicht diesen gewissen Schuss Funk im Blut, könnte man sie floskelhaft auch als die österreichischen Melvins bezeichnen. Oder Primus? Vielleicht. Warum sind die eigentlich noch nicht auf Ipecac?
Auch „Hirn Fein Hacken“ ist eines dieser Alben, das sowohl aus dem Stand Fun verbreitende Nummern bietet, als auch fast Neubauten-artige Käuze von Songs („Fisole“).
Highlight: Das fast 9minütige Instrumental „Kanzla“ groovet total wie Sau.
Bandcamp: hhttp://bulbul.bandcamp.com/album/hirn-fein-hacken
Label-Shop: http://www.mainstreamrecords.de/releases/bulbul-hirn-fein-hacken
 

CRIPPLE BASTARDS - Nero In Metastasi
Hammer! Wer hätte gedacht, dass ein so altehrwürdiger Name ein derart zeitlos auf der Höhe der Zeit knallendes Album in Petto hat? Die italienischen Grindcore-Urgesteine CRIPPLE BASTARDS (aktiv seit Ende der 80er!) überzeugen mit „Nero In Metastasi“ nämlich auf ganzer Linie.
Genau sowas wie das hier will man doch hören, wenn man zu einem Album greift, auf dem hinten das Relapse-Logo ist…
Und um Euch den Kaputtheitsgrad dieser Band vor Augen zu führen, wie es nicht besser geht: Mike IX Williams (Eyehategod) ist Riesen-Fan!
Bandcamp:cripplebastards.bandcamp.com

DŸSE – Das Nation

Ich könnte an dieser Stelle jetzt ausführlicher darüber abschweifen, wie man schon vor einiger Zeit empfand, dass bei den ostdeutschen Noiserock-Heroes DŸSE anscheinend ein bisschen die Luft raus ist o.ä., komme aber direkt zum wesentlichen: Sich mit dem dritten Langspielalbum etwas Zeit gelassen zu haben (der Vorgänger liegt viereinhalb Jahre zurück), tat DŸSE offensichtlich gut, denn „Das Nation“ strahlt tatsächlich eine gewisse Frische aus.
Vor allem verspielte, neuerdings auch schon mal noch etwas melodischere Songarrangements wie „Die Ai Wai“ ("Mach es Dir selbst!"),
„Nackenöffner“ oder „Spinne“ sind recht kurzweilig geraten.
Zu meckern habe ich trotzdem was, denn der gewollte Rohrkrepierer ist leider auch ein richtiger: Die A.O.K.-mäßige Comedy-Nummer „Out of Tune“ nervt schon beim ersten Durchlauf ein bisschen, und verleitet bei weiteren zum skippen.
Da sie das mit 2-3 ziemlichen Hits wettmachen, sei ihnen dieser Ausrutscher allerdings verziehen.
Macht Laune!
Stream: dyse-band.de/music/das-nation

THE UNSEMBLE – s/t
Das UNSEMBLE besteht aus Gitarrist Duane Denison (of The Jesus Lizard/ Tomahawk/ U.S.S.A.- Fame!), Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten!), und einem zuvor wenig auffälligen Herrn namens Brian Kotzur. Und es scheint ganz so, als wenn Denison hier endlich mal seine Vorliebe jenen Minimalismus ausleben kann, den ihn Mike Patton bei der konsensualen Kooperation Tomahawk nicht lässt. Die teils gar etwas krautrockigen Instrumental-Songs und Impro-Collagen dieses Ipecac-Debüts klingen nämlich nicht selten wie mal eben dahingekackte, kurz abgefeilte und dann auch schon an die Öffentlichkeit entlassene Versatzstücke, anstatt nach irgendwas, das man mit größerem Masterplan durchkomponiert hätte.
Anhören kann man sich das zwar durchaus ganz gut, so richtig nötig gewesen wäre es allerdings auch nicht.


THE BODY – I Shall Die Here
Man möchte ja eigentlich schon etwas vorwurfsvoll anmerken, dass die zeitlichen Intervalle zwischen Veröffentlichungen von THE BODY in letzter Zeit auch immer kürzer werden, und sich das amerikanische Duo damit selbst ein bisschen von ihrer eigenen Ungewöhnlichkeit nimmt. „I Shall Die Here“ ist allerdings ein bisschen mehr als ein reguläres Album, zumal Bobby Krlic, den man auch als Dark Ambient Act unter dem Pseudonym The Haxan Cloak kennt, bei der Sache musikalischer Kollaborateur war. Krlic kitzelte die Noise- und Industrial-Aspekte von THE BODY‘s Sound dabei noch mehr hervor, was man so ähnlich wohl auch erwarten durfte. Den, in derartigen Gefilden eine gewisse Tradition habenden Gimmick des sehr abrupten Abbruchs exerziert er dabei für meinen Geschmack zwar 1-2 mal zu oft durch, aber sei’s drum.
Ist auf jeden Fall einen ganzen Ticken interessanter und derber als ihre letzte reguläre, und ich find’s ganz gut!
Label-Bandcamp: https://rvng.bandcamp.com/album/i-shall-die-here
(Einen kompletten Album-Stream gibt es aktuell auch bei Pitchfork, aber Pitchfork verlinke ich grundsätzlich nicht.)
 

THOU - Heathen
Leider so ein Fall von „hätte es ja gerne Übergranate gefunden, aber irgendwie ist es nicht mehr als solide“: Die jungen Amis von THOU sind bekanntlich eine der besten und sympathischsten Bands, die sich so in der Sludgecore-Ecke rumtreiben. Und dafür, dass ihr neues Album ein Weilchen auf sich warten lies, dafür ist es dann ja leider doch nicht der große Wurf geworden, auf den man gehofft hatte. Es ist zwar nicht so, dass an „Heathen“ irgendwas stört oder direkt langweilt - interessanter als etwa die generische Gleichförmigkeit der aktuellen Indian finde ich das Ganze grundsätzlich schon - so richtig zu überzeugen schafft es allerdings auch nicht.
Woran genau das eigentlich liegt, ist schwer in verständliche Worte zu fassen, ohne gleich altbackene Metaphern wie fehlendes Salz in der Suppe zu bemühen. Aber vom Schlepptempo-Metal, den THOU durchaus mit dezenten Eigenakzenten und handwerklich gekonnt in Szene setzen, will im Fall von „Heathen“ der Funke dieses mal nicht so richtig überspringen. Schade.
Label-Link, der auch zu einem Stream weiterführt: gileadmedia.net/releasedirectory/...

Name your Price: http://thou.bandcamp.com/album/heathen

Donnerstag, 27. März 2014

King Crimson (quasi) und so…

The Crimson Projekct & Stick Men
Essen, Grugahalle
25.03.2014

Tjaha, ich werde halt wirklich alt. Neben Theatervorführungen und Kunstausstellungen markiert dieser Abend das bereits vierte Sitzkonzert, an dem ich innerhalb eines Quartals partizipiere – und dann auch noch Altherrenprog.
Aber wie zumindest einem Teil meiner Leser bekannt sein dürfte (also so 2-3 von den 7), bin ich der einflussreichen Progrock-Band King Crimson alles andere als abgeneigt, diesbezüglich allerdings nach wie vor eher noch im Stadium der allgemeinen Ergründung, als sich auch nur ansatzweise der Expertise nähernd…
Eigentlich dachte ich im Vorfeld dieser Veranstaltung, dass dabei folgendes passieren würde: Zunächst spielen die Stick Men eine halbe Stunde, dann gibt es eine kleine Pause, und The Crimson ProjeKCt, welches die Stick Men involviert, lädt zur Rundreise durch Teile der King Crimson-Discographie.
Sowas wie „Stick Men vs. Adrian Belew Power Trio“ wäre allerdings wohl eine passendere Überschrift des Konzertabends gewesen, und ganz ehrlich: Das war auch besser! 


Die Show begann damit, dass Stick Man Markus Reuter die Bühne betritt. Der in Lippstadt geborene Tapping-Spezialist erweckt erst ein mal den Eindruck, dass man sich gerade genau so gut auf dem Denovali Swingfest oder Roadburn befinden könnte, denn der Gute baut mit seiner Gitarre Ambient/ Drone Soundscapes auf.
Irgendwann setzen sich die beiden Schlagzeuger Pat Mastelotto (Stick Men, in der King Crimson-Familie seit 1994) und Tobias Ralph (Adrian Belew Power Trio) an ihre Sets, und das Ganze fließt in ein lautstark gewitterndes „B’Boom“ über. Mit Tony Lewin und seinem Chapman Stick, Gitarrengott Adrian Belew, und Bassistin Julie Slick (Adrian Belew Power Trio) wird das CRIMSON PROJEKCT komplettiert, während man bei „Thrak“ ankommt.
Es verwundert wohl nicht, dass der Schwerpunkt des KC-Materials dann auch erst mal auf Songs der Alben ab 1981 wie „Discipline“, „Three of a Perfect Pair“ und eben „Thrak“ liegt, war dies die Zeit, in der Stick Men-Leader Tony Levin (bei den KC-Nummern zwischendurch auch mal vom Stick zur normalen E-Bassgitarre wechselnd) und Belew bei King Crimson aktiv und kreativ waren.
Nach der ersten Rutsche an KC-Songs verlassen die drei Stick Men-Mitglieder die Bühne, ADRIAN BELEW erklärt kurz die Spielregeln des Abends, und gibt mit der Rhythm Section seines Power Trios (Slick, Ralph) erst mal einen aktuellen Solo-Song zum besten („b“ vom Album „e“), der ziemlich gut gefällt. Nach einer seiner KC-Nummern in dieser Besetzung überlässt man die Bühne dann den STICK MEN.
Jene haben zunächst eine für meinen Geschmack etwas zu ätherisch säuselnde Nummer in Petto, um danach dann allerdings noch eine geil mathrockige hinterherzudrücken.
Mit „Larks‘ Tongues in Aspic pt. 2“ folgt darauf der erste Track aus der klassischsten King Crimson-Hochphase, bei dem Belew pünktlich zum Gitarrensolo mit auf der Bühne steht.
Zum nächsten Übergang bringen er und Levin „Matte Kudasai“ lediglich zu zweit, woraufhin das Adrian Belew Power Trio wieder an der Reihe ist, von dessen nächster Passage abermals der aktuellste Belew-Solosong mit Gitarren-Loops am besten gefällt.
Ich erlege mir hiermit selbst eine Kaufempfehlung für Adrian Belew’s 2009er Album „e“ auf.

Auch die Live-Reproduktion einer Nummer vom STICK MEN-Improvisationsalbum „Open“ kommt ziemlich geil, auf jene folgt wiederum eine Verneigung vorm abwesenden KC-Gründer Robert Fripp in Form von „Breathless“, ein Song von dessen erster Solo-Platte.
Den Höhepunkt des Abends bildet „Red“. Jup, das war geil. Es folgt ein witziges, von beiden Seiten Bass-unterstütztes Drum-Duell (bei dem Ralph etwas übermütig einen Stick verliert, Mastelotto ihm aber geistesgegenwärtig aus der Patsche hilft), welches zum vorläufigen Finale in Form von „Indiscipline“ überleitet.

Über zwei Stunden, die sich gerade mal wie eine anfühlten. Das war schon ziemlich gut, und man muss ganz ehrlich sagen: Ein Teil der Stick Men-Sachen bzw. Belew’s aktuelles Solomaterial sind nicht nur weit von Audiophil-Altherrenrock entfernt, sondern kommen aktuellen Hörgewohnheiten und Interessen von mir sogar in großen Schritten entgegen (denn von sowas, wie z.B. den letztens noch im Rahmen des Blunoise Abends gesehenen Bands war das nicht wirklich weit entfernt). 
Und wenn man nach der Erwartung an eine unterhaltsame Nostalgieparade mit der Erkenntnis den Saal verlässt, dass einem das aktuellste Material der Protagonisten teilweise sogar mit am besten gefiel, dann machen die musizierenden Herren wohl was richtig.

Dienstag, 25. März 2014

Grails und so

Wenn auch in aller Kürze, möchte ich nicht einfach nur der Vollständigkeit halber, sondern auch weil ihnen das nun wirklich gebührt, ein paar Worte zum GRAILS-Konzert loswerden, das am vergangenen Freitag im Dortmunder FZW stattfand.

Mit LILACS & CHAMPAGNE gestaltete ein Projekt mit hoher personeller Überschneidung zur Hauptband das Vorprogramm. Da einer der Mitmusiker allerdings krank im Hotelbett lag, musste der Set sowohl in puncto Spiellänge, als auch was die Gesamtperformance angeht, ein bisschen reduziert werden.
Auf den ersten Blick bzw. Hinhörer war die Kombination aus Konserven-Bollerbeats, abgerufen von einem baseballbekappten Kopfnicker, und den teilweise eher nach Holzfällern aussehenden Grails-Mitgliedern an den Saiteninstrumenten, ja schon irgendwie seltsam. Zwischendurch wechselte besagter Kopfnicker an den Bass, Grails‘ Emil Amos wiederum von der Gitarre ans Drumset, und es wurde einen ganzen Ticken postrockiger.   
Irgendwie seltsam heterogen, aber schlecht war das alles nicht!


Auch bei GRAILS spielte Amos im Übrigen nicht das komplette Set am Schlagzeug, sondern hier gab es ebenfalls zwischendurch Instrumentenwechsel. Allerdings muss man schon sagen, dass gerade er, als „Hauptdrummer“ der Band, mit seiner kraftvoll-verspielten Technik für einen Hobbyschlagwerker wie mich ein ziemlicher Aufmerksamkeitsfang war.
Ferner interessant: Nicht nur Lilacs & Champagne hatten gewissen Dub-Vibes, sondern bei genauerer Betrachtung auch GRAILS, als in der zweiten Hälfte des Konzerts die Snare öfter mal mit einem Hall-Effekt kombiniert wurde. Was mit der psychedelischen Aura der Band tatsächlich ganz gut harmonierte, und sich mit den härter und lauter rockenden Passagen und orientalisch anmutenden Melodieführungen ihrer Instrumentalmusik keinesfalls biss.
Lediglich die als Zugabe gespielte Uralt-Nummer, die ein bisschen mehr nach Allerwelts-Postrock müffelte als alles an diesem Abend vorangegangene, konnte nicht so ganz mit dem wohl aktuelleren Material mithalten.


Das war schon ziemlich, ziemlich gut, muss man wirklich sagen!

Freitag, 21. März 2014

Transport League - Holy Motherfucker (Videoclip)

Sack Reis fällt um...

Für irgendeinen schon im Ansatz überflüssigen Medienpreis nominiert werden und das auch noch zum weiteren Suhlen in Opfergehabe zu nutzen, nennt man wohl begriffene Chance und Win/Win-Situation.
Allerdings: Ein "Ethikrat", in den ich nicht berufen wurde, ist weder kompetent noch relevant.

Mittwoch, 19. März 2014

Entrails Out! - Sms (Videoclip)

Düsterdröhn und Dunkelrock im Black Plastic

Der sympathische Dortmunder Plattenladen Black Plastic lud gestern mal wieder zu einem InStore-Konzert ein. Auf dem Plan: Die experimentellen Gothrocker UTOPIA:BANISHED und die Drone-Kooperation N + [BOLT]. Na da schaut man dann ja gerne mal auf ein Hansa Pils rum…

Der Dortmunder mit Künstler-Pseudonym N ist jedenfalls vielbeschäftigt. Noch am Sonntag begleitete er mit seiner Gitarre eine Theateraufführung im Depot am Hafen seiner Stadt, da geht es auch schon auf Tour mit [BOLT], den gelegentlichen Partnern in Crimes aus Bochum, mit denen man dann auch gleich mal ein Heimspiel gibt.
Mit zwei Bässen, einer Gitarre und einem Berg an Effektgeräten füllten die drei das innere des Plattenladens mit derart dicht-dicken Schallwellen, dass man sich regelrecht davon eingeengt fühlte. Was sich tendenziell wie eine Improvisation anfühlt, hat allerdings Konzept: Mit Clicktrack auf den Ohren ist der Weg der Crescendo-Klangreise(n) eigentlich schon vorher klar, fängt mit einem Fuß in etwas Metal-artigem an, schwebt später durch weite Ambient-Sphären, und steigert sich am Ende noch mal von ganz leise zu total brachial.
Cool!





Als Kontrast zum vorangegangenen Freiformlärm ist die Musik von UTOPIA:BANISHED danach recht konventionalrockiger Natur. So richtig gut spontan in eine Schublade einsortieren lässt sich das Quartett dabei allerdings nicht. Aufgrund der Synthies und Industrial-Sounds des Tastenmanns möchte man das Ganze vorschnell in die Goth-lastige Elektrorock-Ecke stellen, die etwas hell-quäkige Stimme des Gitarristen und Sängers stellt sich allerdings etwas quer davor und weckt punkige Assoziationen Richtung PiL. Außerdem, das muss man wirklich sagen, verlassen sich U:B auf keinen stilistischen Gimmick als Alleinstellungsmerkmal, sondern tönen trotz aller Gradlinigkeit recht verspielt und versiert.
Und auch wenn ihr Ding nicht so ganz meines ist, muss man ihnen lassen, das schon ziemlich gut zu machen!



 

N + [Bolt] und Utopia:Banished spielen die Tage außerdem noch:
20.03. Kiel, Spiral of Noise Festival
21.03. Enschede (NL), The Loch
22.03. Oberhausen, Druckluft (mit Orange Swan & Sundowning)

Dienstag, 18. März 2014

BlauKrach und so…

Vergangenen Samstag Abend stolperte man zufällig noch in eine berüchtigte Privat-Location, in der das „Blunoise Fest“ stieg. Zum entsprechenden Zeitpunkt war mit AMIGO TROPICAL bereits die zweite Band in den letzten Zügen. Der nur noch mit Unterhose bekleidete Drummer trug dabei, auf der Snare trommelnd, eben diese in den Publikumsbereich spazieren. Mit der Stand-Tom auf dem Kopf. Nun ja.

Der Schlagzeuger des JEALOUSY MOUNTAIN DUOs wiederum war kein Unbekannter, spielt er doch außerdem bei (den vom Verfasser dieser Zeilen hochgeschätzten) Nicoffeine.
Es dauerte eine Weile, wirklich zu kapieren, was genau da gerade eigentlich vor sich geht, wenn der Gitarrist dauernd irgendwas in den Loop haut um was anderes drüber zu spielen, während Meister Schneider das Schlagzeug mit seinem eigenen Stil zwischen Jazzgefriemel und grober Kelle bearbeitete. Wenn man dann mal drin war, kam das allerdings schon ziemlich cool!  
An dieser Stelle verweise ich gerne mal aufs Bandcamp: http://jealousymountainduo.bandcamp.com

Auch die abschließenden ALBATRE aus Rotterdam, die Zapfenstreich-mäßig leider ihren Set etwas kürzen mussten, brachten den einen oder anderen Aha-Effekt mit.
Das Trio mit Saxophonist, Drummer, und gelegentlich auch in Tasten hauenden Basser, hatte passagenweise ebenfalls recht jazziges Freiform-Flair, gefiel ferner mit Drone-Aufbauten, und lies das Ganze zum Ende hin auch schon mal in treibend knallende Rhythmen münden.
Ebenfalls sehr cool! Wo hatten die sich so lange vor mir versteckt?
Auch hierzu, Bandcamp: http://albatre.bandcamp.com

Samstag, 15. März 2014

CTTS: 10jähriges mit Gratis-Download

Kann man ja mal erwähnen: Anlässlich des 10jährigen Jubiläums ihres von Vielen sehr geschätzten Albums „As the Roots Undo“ haben CIRCLE TAKES THE SQUARE das Teil bei Bandcamp gerade zum Name your Price-Download reingestellt:
https://ctts.bandcamp.com/album/as-the-roots-undo

Selbiges gilt im Übrigen nach wie vor für das immer noch aktuelle:
https://ctts.bandcamp.com/album/decompositions-volume-number-one

Was die sympathische Band aus Savannah, Georgia selbst als „Apocalyptic Punk Rock“ bezeichnet, würde ich wiederum als ziemlich progressiv ausgerichteten Post-Hardcore o.ä. eintüten. Da kann man durchaus mal ein Ohr riskieren!

Freitag, 14. März 2014

Bulbul - Genderman Can (Videoclip)


vom neuen Album "Hirn Fein Hacken".
Bandcamp: bulbul.bandcamp.com

Dienstag, 11. März 2014

KEN mode - The Terror Pulse (Videoclip)

Killer Be Killed?

Was für eine seltsame Supergroup ist das denn eigentlich bitteschön?
Mit Troy Sanders (Basser von Mastodon), Greg Puciato (Frontmann von The Dillinger Escape Plan) und David Elitch (war mal kurz als Livedrummer-Aushilfe bei The Mars Volta dabei, was dann jetzt als Namedropping-Referenz totgeritten wird) tun sich drei verhältnismäßig virtuose bzw. Musiker mitunter eher progressiv angehauchter Bands mit ausgerechnet Max Cavalera zusammen? Dessen Gitarre bei Soulfly- und Cavalera Conspiracy-Gigs seit eh und je auf ein Minimum runtergedreht ist? Über dessen instrumentale Fähigkeiten Ex-Mitmusiker Andreas Kisser schon beim in der Steinzeit zurückliegenden Sepultura-Weggang ablästerte?
Alte Helden in allen Ehren (auch in meinem Herzen haben die Spät80er- bis Mitt90er-Schinken von Sepultura, sowie das obligatorische Nailbomb-Album einen großen Platz), aber was ist das denn bitte für eine sinnlose Konstellation?


PS: Selbst einer von Turbostaat spielt zusätzlich in einer Retro-/ Vintage-Rock-Band samt passender Outfits? Wat 'ne Seuche…

Freitag, 7. März 2014

Aktuelle Alben (Rundumschlag)

CONAN – Blood Eagle
Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, die verhältnismäßig edel aufgemachten Trade Paperbacks der Conan-Comicserie aus dem Hause Dark Horse, die sich inhaltlich stark an den originalen Pulpmagazin-Stories von Robert E. Howard aus den 30ern orientieren, durchaus gerne mal zu lesen? Ganz so interessant finde ich die Band CONAN ja wiederum nicht, auch wenn die Tendenz eher zur Zu- als Abneigung zeigt.
Das Basisinstrument dieser „Roadburn-Kosmos as Roadburn-Kosmos can be“-Kapelle ist eine dicke, basslastig brummende Wand aus Fuzz, die mit Schulterblick in Richtung Sleep durchs Neandertal stampft. Was ich mir bei meiner generellen Affinität zur eher „Drone/ Sludge“-lastigen Ecke der Großschublade „Stoner/ Doom“ zwar ganz gut reinfahren kann, allerdings mit der Zusatzbemerkung, so ein CONAN-Album in voller Länge nicht als 100%ig befriedigende Angelegenheit zu empfinden, denn irgendwas fehlt diesem Gedröhne noch zu weitergehendem Glück…
(Den Gesamt-Album-Stream, den man an einigen Stellen im Netz findet, kann ich leider irgendwie nicht so richtig sinnvoll direkt verlinken oder einbetten, sonst würde ich es tun.)


CYNIC - Kindly Bent To Free Us
Irgendwie fragt man sich ja schon, warum Gitarrist/ Sänger Paul Masvidal und Drummer Sean Reinert, nach mehr als einer Dekade Pause und anderen Bands wie Æon Spoke, unbedingt wieder unter CYNIC firmieren mussten, wenn die todesmetallischen Wurzeln des ursprünglich einzigen Albums „Focus“ in der Neuzeit dabei dann ja doch noch in großen Schritten abgestreift wurden. Hatte das Comeback-Album „Traced In Air“ noch ein Alibi-Rückgrat härterer Metal-Trademarks, sind Masvidal, Reinert und co. inzwischen auch als CYNIC wieder mal mitunter zu Sphären wohlig-ätherischen Progrocks entschwebt – metallisches Riffing und wildes Frickelschlagzeug hin oder her. Und ich weiß nicht wie es Euch geht, aber so ganz nachvollziehen kann ich das nicht. Ohne hier jetzt gleich was von Etikettenschwindel und Mogelpackung, oder Entwicklung in die falsche Richtung faseln zu wollen, finde ich das schlicht und ergreifend irgendwie ein bisschen seltsam (und ich bin, bevor wir uns missverstehen, wirklich der letzte, der unbedingt Röchel-Vocals dabeihaben muss, um es noch als true durchwinken zu können o.ä.). Warum man sich für sowas als CYNIC reformieren musste, will mir einfach nicht so recht reingehen, und ich brauch’s in der Form wohl einfach nicht so wirklich…
(Und auch in diesem Fall war das mit dem Verwerten vorhandener Streams so eine Sache, sorry...)


FOSSILS – Flesh Hammer
Fleischhammer? Da fallen mir spontan so viele Kalauer und Zoten zu sein, dass ich es gleich bleiben lasse. Dafür aber mit Alliteration: Das dänische Duo drescht druckvoll. Und zwar instrumentalen Noiserock in Schlagzeug/ Bass-Besetzung, der eher an Karp als an Big Business erinnert (ohne Gesang), vielleicht auch an rockig Arrangement-orientierte Lightning Bolt, oder an Blckwvs ohne Gitarre und Orgel (und dafür auf Amphetaminen).
Gefällt!
Bandcamp: fossilsmusic.bandcamp.com/...

MANTAR – Death By Burning
Trotz anfänglicher Unlust, weil es mir irgendwie aus der falschen Ecke gehypet zu werden schien - ja, sowas kommt vor! Habe nie behauptet, von derartigen Reflexen frei zu sein... – landete „Death by Burning“, nach bereits einem vagen Hinweis auf diesem Blog, dann schlussendlich doch noch in meiner regulären Rotation.
Und was soll ich sagen, das Teil macht Spaß! Die Hamburger Duo-Formation hat was von Black Cobra oder High on Fire, kombiniert deren Vibes Motörhead’schen Rock’n’Rolls allerdings mit einer gewissen Akkuratesse, die typisch teutonisch ist. Was kein Werturteil, sondern lediglich eine Feststellung sein soll. Wenn man Düstergeknüppel samt Gegröl und Gekeif mit rockigen Anleihen unter einen Hut bringt, kann das jedenfalls manchmal auch eher in die Hose gehen, bei MANTAR jedoch funktioniert es ziemlich gut.
Bandcamp: mantar.bandcamp.com


MORBUS CHRON – Sweven
Schon in der Vergangenheit blitzten diese Schweden deswegen auf meinem Radar auf, weil man ihnen nachsagte nicht einfach nur den „Old School Death Metal“ -Sound nachzuäffen, sondern eben jenen mit Schrägheiten der Marke Voivod auf eine ganz eigene Art und Weise zu zelebrieren. Und beim heiligen V-Wort werde ich nun mal hellhörig.
„Sweven” ist allerdings ein ziemliches Monster of it’s own. Zwar hört man MORBUS CHRON ihre Death Metal Wurzeln an – und dabei reden wir tatsächlich von Wurzeln im Sinne ursprünglichster Ansätze, und nicht von karikaturenhaften Überspitzungen, einem betonten Retrosound-Revival, künstlichen Knalleffekten oder virtuoser Rumwichserei – jene sind allerdings lediglich der Initialpunkt, to boldly go where no one has gone before.
Ja, diverse kickende Parts mit dezent schief tönenden Riffs, Arrangements voller Abzweigungen, und psychedelisch-atmosphärische Momente erinnern tatsächlich auch an Voivod, diese Mischung aus Extrem-Metal und all dem ferner u.a. an Enslaved (ohne Klargesang), Ludicra, oder die guten Momente von Oranssi Pazuzu, während der allgemeine Vibe MORBUS CHRONs zwischen zeitlos-modrigem Sound, rauer Reibungsfläche und epischen Anwandlungen gar ein bisschen was von Corrupted oder Fleshpress hat.
Und „Sweven“ ist dabei kein Album, das aus dem Stehgreif umhaut, allerdings eines, das erstaunt, verblüfft, fasziniert, und zwecks tieferer Entdeckungsreise nach weiteren Durchläufen verlangt. 
Ich verneige mich voller Respekt vor einem solch eigenwilligen Werk!
Einzelsong-Hörprobe bei Century Media's Soundcloud: https://soundcloud.com/centurymedia/morbus-chron-it-stretches-in-1

NADIR – s/t
Heavy as fuck, wuchtig und noisey, aber trotzdem von Psychedelic-Elementen durchsetzt, geht die Musik von NADIR fast schon als britische Antwort auf Ufomammut durch.
Bandcamp: nadirmurk.bandcamp.com


NOTHING – Guilty of Everything
Mit NOTHING strecken Relapse Records ihre Fühler weiter Richtung Shoegaze aus.
Bandcamp: wearenothing.bandcamp.com/...

PSALM ZERO – The Drain
Ich hab’s ja wirklich wohlwollend versucht, kann bei dieser höchst seltsamen Mischung aus Godflesh’schem Drumcomputer-Metal, Prog- und Gothrock aber wirklich nicht so ganz nachvollziehen, wie man etwas derart unausgegoren rüberkommendes auf die Welt loslassen muss.
Die Protagonisten kennt man im Übrigen von Extra Life/ Zs und Castevet, und aufgrund meiner grundsätzlichen Sympathie für Profound Lore Records sei dennoch drauf hingewiesen.
Bandcamp: profoundlorerecords.bandcamp.com/album/the-drain

SIOUX - The One and The Many
Keine Essenzialität vorm Herrn, aber kann man so machen: Wer den Begriff „Mastodon Light“ eher Interesse weckend als abschreckend findet, der sollte dem Stoner/ Sludge Metal mit einer ordentlichen Prise Prog bzw. Betonung der Psychedelic-Schlagseite von SIOUX wohl mal eine Chance geben.
Bandcamp: siouxtheband.bandcamp.com/music

INDIAN – From All Purity
Aufgrund der mitunter überschwänglichen Reaktionen in meinem erweiterten Umfeld (plus Feature im RockHard) habe ich, obwohl mich schon das Vorgängeralbum alles andere als überzeugte, dann doch mal ein Ohr bei der neuen INDIAN riskiert.
Fazit: Für mich verkörpern INDIAN mit ihrem lärmig schleppenden Keif-Sludgecore schlicht und ergreifend das generische Mittelmaß von etwas, das ich auch in noch wesentlich krasser/ konsequenter/ extremer/ beeindruckender, oder auch interessanter und cleverer haben kann. Ich will ja jetzt erst gar nicht mit Khanate oder sowas anfangen, aber irgendwie bevorzuge ich da an Vergleichbarem dann ja doch etwa die aktuelle Sea Of Bones, die
im Direktvergleich viel wuchtiger, viel nihilistischer, viel urgewaltiger tönt, als dieses zwar okaye, vielleicht etwas dicker und dichter inszenierte, aber eben doch lediglich okaye Album. 
Der Vollständigkeit halber...
Bandcamp: indiandoom.bandcamp.com

Melvins (feat. Scott Kelly) - Warhead (Videoclip)

Die MELVINS covern Venom's "Warhead" zusammen mit Neurosis' SCOTT KELLY, und es gibt bewegte Bilder dazu:


Donnerstag, 6. März 2014

Jon Porras - Apeiron (Videoclip)

Das letzte Album von BARN OWL kam nicht bei jedem so gut an, weil das Drone-/ Postrock- Duo darauf die Gitarren beiseite legte, um primär mit Tasten und Knöpfen zu dröhnen. Auch der entsprechende Auftritt beim letzten Denovali Swingfest war ein ganzes Stück durchwachsener, als der einst sehr runde und stimmungsvolle, den ich von ihrer vorangegangenen Inkarnation mal in der Bochumer Christuskirche erleben durfte (hier mal mit abgefrühstückt).
Einer der beiden, namentlich JON PORRAS, fabriziert alleine auch Ambient- und ätherischen Dub Techno-Kram, der bei der eher Rock-orientierten Teilmenge von Barn Owl-Fans vermutlich ebenfalls nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen wird.
Da es dem Bettreiber dieses Blogs allerdings seit eh und je ein Anliegen ist, Musikfreunden die Augen, Ohren und Herzen für Blicke über szenische Tellerränder zu öffnen, für sich selbst und bei anderen Interesse an Andersartigem und Abseitigerem jenseits der generischen Standards gewohnter Zirkel zu wecken, sowie wahre Kreativität und Forschergeist zu honorieren, sei natürlich auch auf Porras‘ elektronisches Solowerk mal unverbindlich hingewiesen. ;)
Zum aktuellen Track „Apeiron” gibt es gerade nämlich frisch einen Videoclip:


Mittwoch, 5. März 2014

Orgullo Primitivo Gratisdownload

Here's Orgullo Primitivo/Primitive Orgasm's contribution to the split 7" with Cloud Rat coming out later next month. Get your listening in now. This track will be taken down shortly. It won't be re-uploaded until well after the release of this split! 

http://orgulloprimitivoprimitiveorgasm.bandcamp.com/track/death-a-blessing-in-disguise-dreams

Neue Videoclips

von OFF! und THE MEN:

Fossile Fleischhammer

Es macht wirklich Spaß, sich die Videos anzugucken (und -hören), welche die Aufnahmen von FOSSILS‘ „Flesh Hammer“ dokumentieren.
Nicht etwa, weil der dabei teils minimalbekleidete Fleischberg von Drummer dem Albumtitel eine zusätzliche Dimension verleiht (so werden die wohl eher nicht im AJZ Bielefeld auftreten…), sondern weil ich persönlich fast schon ein bisschen neidisch bin, wie die beiden Dänen augenscheinlich mal eben was
im Proberaum live einspielen, und dabei ein derartiges Ergebnis hinbekommen.
Respekt!


Montag, 3. März 2014

Kirchgang²

Die vergangene Woche war bei mir persönlich insgesamt sehr vollgepackt gewesen, weil recht arbeitsam und ereignisreich. Gleich zwei Sitzkonzerte (und beide dann auch noch in Kulturkapellen, die jeweils zehn Fußminuten vom Hinterausgang des jeweiligen Hauptbahnhofs gelegen sind) waren dabei zur abendlichen Zerstreuung regelrechte Pflichtveranstaltung. Seien auch diese, obwohl ich mich derzeit nicht über Langeweile beklagen kann, der Vollständigkeit halber auch mal eben im Blog vermerkt:

26.02.
BOHREN & DER CLUB OF GORE
Essen, Chorforum

Zugegeben, bei dem gar nicht mal so tief gestapelten Eintrittspreis, gerade auch im Vergleich zum ebenfalls in den Karnevalszeitraum fallenden Kirchenkonzert des Vorjahres, hatte ich mir das Chorforum irgendwie etwas nobler vorgestellt, anstatt in einer recht etwas rustikalen und gewöhnungsbedürftig dekorierten, ehemaligen Protestantenkapelle zu landen, in der ein paar improvisierte Stuhlreihen aufgestellt worden waren. Seltsames Bild.   
Dass BOHREN & DER CLUB OF GORE trotz dusterer, „ereignisarmer“ Musik ihre Auftritte gerne durch eine Brise Humor würzen (man könnte bei einigen Ansagen gar schon von schrillem Dadaismus sprechen), ist bereits bekannt, und so verwunderte es auch nicht, dass sie an diesem Abend jemanden verkündigen lassen, der Auftritt würde eine Viertelstunde später als auf Papier angekündigt beginnen, „weil es die Leute gewohnt sind, dass es später losgeht“.   
Passend zum Anlass wurde im Übrigen die Mülheimer Bierspezialität Echt Mölmsch gereicht. Kann man trinken.  
Ab zwanzig nach acht spielten BOHREN & DER CLUB OF GORE „aus der Nachbargemeinde“ dann ohne Vorprogramm den „sanftmütigen Black Metal“ (© WDR) ihres aktuellen Albums „Piano Nights“ komplett am Stück. Vibra- und Saxophonist Christoph Clöser geizte an diesem Abend ein wenig mit Knalleransagen, musste sich zur allgemeinen Erheiterung bei der Nennung des Titels der Albumschlussnummer gar von Mortem Gass (Tasteninstrumente) korrigieren lassen, und kündigte die zwei Zugaben von älteren Alben, sowie die Bühnenabwesenheitszeit der Band davor, dabei auch gleich schon mal an. 
Es kam dann auch noch eine dritte, unangekündigte Zugabe.
Exakt auf die Uhr geguckt habe ich nicht, bzw. die exakte Konzertdauer nicht wirklich abgespeichert, aber es dürften ungefähr gute eineinhalb Stunden Ambient-Jazz bei Minimalstbeleuchtung gewesen sein, die wie gewohnt in den Bann zogen.
Den Eintrittspreis wird man angesichts der Beschaffenheit des Auftrittsorts gerne etwas streitbar finden dürfen, ich möchte aber eigentlich vermeiden, als Knauser rüberzukommen.

27.02.
SCOTTY KELLY & THE ROAD HIOME
CRAIG BJERRING

Dortmund, Pauluskirche
Nicht zum ersten, nicht zum zweiten, nicht zum dritten, sondern zum bereits vierten mal öffnete SCOTT KELLY seinen Gitarrenkoffer in der Dortmunder Pauluskirche.
Dieses mal allerdings nicht alleine, sondern in Begleitung von seinem Neurosis-Kollegen Noah Landis und einem Herrn namens Greg Dale.

Im Netz weitgehend unangekündigt bestritt ein auch unter dem Pseudonym OLD SEED firmierender Herr namens CRAIG BJERRING das Support-Programm.
Der vom durch den Abend moderierenden Priester als in Kassel lebender Kanadier angekündigte Akustikgitarrenbarde gab ebenfalls nicht sein erstes Dortmund-Gastspiel, sondern wies auf ein zurückliegendes im wenige hundert Meter entferntem Subrosa hin.
Technische Probleme mit Gitarren- oder Gesangsmikro brachten ihn dazu, einfach mal auszustöpseln, und weiter vortretend elektrisch unverstärkt weiter zu singen. Schließlich ist so eine Kirchenarchitektur der beste Verstärker ever, „that’s why they built them this way in the first place“.
Um es kurz zu machen: Dafür, dass ich es mit Singer/Songwriter Kram in den meisten Fällen eher nicht so habe, fand ich die Lieder und Performance des alten Saatguts (…) ziemlich kurzweilig.     

Was SCOTT KELLY betraf, so musste erwähnter Geistlicher erst ein mal seinen Fauxpas korrigieren, diesen bereits als „Ex-Mitglied“ von Neurosis tituliert zu haben, was natürlich Quatsch war.
Ungewohntes Bild jedenfalls. Der bärige Kelly und seine Akustikgitarre in der Mitte, auf der einen Seite wechselt Landis zwischen Keys und E-Gitarre, auf der anderen gibt Dale bequem im Sitzen Slide-Einlagen zum besten.
Hatte man anfänglich das Gefühl, dass diese Triobesetzung vor allem das ältere Solo-Material Kellys noch etwas unausgegoren neuinterpretiert (etwas zu laute Drone-Gitarreneilagen von Landis, ungewohntes Pianogeklimper zum großartigen „Figures“), kam entweder die Band, oder vielleicht auch auf der anderen Seite ich selbst, im Laufe des Konzerts immer besser rein. Das war in dieser Form schon ziemlich gut, auch wenn Landis‘ elektrische Kelly’s akustische gelegentlich übertönte.
Als Zugabe musste man wieder ein mal das, sich etwas ziehende Towns van Zandt Cover „Tecumseh Valley“ hinter sich bringen, welches das Konzert an sich, gerade auch aufgrund seines tragisch-traurigen lyrischen Inhalts, auf einer etwas unversöhnlichen Note beendete. Aber man geht ja auch nicht unbedingt mit der Erwartung, heiteres Easy Listening geboten zu bekommen, auf ein SCOTT KELLY-Konzert…  

Sonntag, 2. März 2014

Black Salvation – In Deep Circles

Auf dem letztjährigen Hell's Pleasure Open Air gehörten die als spontaner Ersatz eingesprungenen BLACK SALVATION mit ihrem Pschedelic Rock zu den angenehmeren Überraschungen des Festivals.
Mit „In Deep Circles“ liegt nun ihrer erster Longplayer vor.
Jenen gibt es natürlich auch bei Bandcamp: http://blacksalvation.bandcamp.com/album/in-deep-circles