Freitag, 28. Februar 2014

Aktuelle Alben (Frauenquoten Edition)

HELMS ALEE – Sleepwalking Sailors
Ex-Harkomen-Gitarrist und Amp-/ Effektpedale-Bastler Ben Verellen legt mit seinen beiden Mitstreiterinnen an Schlagzeug, Bass und geteiltem Gesang das dritte Album vor. HELMS ALEE sind eine dieser Bands in der Nische zwischen den Nischen. Ob man das Ganze zur groben Orientierung unter Sludge/ Stoner, Noiserock, Post-HC oder gar Grunge (schließlich kommen sie aus Seattle) eintüten möchte, ist Jacke wie Hose. Einigen wir uns auf zeitgemäßen Underground-Rock, der schwer und druckvoll, dennoch mit unbeschwerter Leichtigkeit dargeboten, sowie etwas verspielt und verschnörkelt, dabei aber doch relativ direkt und energisch ist.
Wobei HELMS ALEE auf „Sleepwalking Sailors“ ihre Fühler noch ein bisschen weiter zu leichtfüßigem Indierock  ausstrecken, und eine Gesangsmelodie auch schon mal luftig für sich stehen lassen können, anstatt jeden Part mit Brummbass-Sound abdichten zu müssen. Und während andere Bands beim Reinschnuppern in Sonic Youth’sche Stilbreitengerade und Pink Floyd’sche Klangtransparenz schon totale Bauchlandungen hingelegt haben (Hallo Kylesa!), kriegen HELMS ALEE wiederum das im Rahmen ihrer immer interessant arrangierten, weil nie den einfachsten Weg suchenden Songs ziemlich gut hin.
Allerdings, und das muss ich trotz aller Zuneigung jetzt auch mir selbst gegenüber eingestehen, ist der stellenweise arg zuckerwattige Faktor des aktuellen Materials so eine Sache, die eine bei fortschreitender Rotation etwas verflüchtigende Wirkung mit sich bringt. So gut und begeisternd „Sleepwalking Sailors“, auch aufgrund der Top-Produktion, zunächst reingehen wollte, so unschlüssig bin ich mir sieben weitere Durchläufe später auf einmal, ob dieses über weite Strecken dann ja doch so ein bisschen vor sich hinplätschernde bis regelrecht entschwebende Album trotz aller Erdung vielleicht gar nicht mal so wirklich hängenbleiben möchte.
„Sleepwalking Sailors“ ist ohne Frage ein recht gelungenes Album, aber irgendwie… keine Ahnung. Weird.
Bandcamp: http://helmsalee.bandcamp.com/album/sleepwalking-sailors

THE WOUNDED KINGS - Consolamentum

In einem anderen Line Up waren sie unter gleichem Namen zwar schon einige Zeit zuvor aktiv und Doom-Jüngern ein Begriff gewesen, so richtig auf dem allgemeineren Radar tauchten THE WOUNDED KINGS allerdings erst mit dem 2011er „In The Chapel Of The Black Hand“ auf, was wohl auch etwas mit der darauf debütierenden und äußerst charismatischen Sängerin Sharie Neyland zu tun gehabt haben dürfte, die den epischen Songs eher traditionellerer Doom Metal-Ausrichtung mit ihrer Stimme das vielzitierte i-Tüpfelchen verlieh, und sich damit auch gleich mal eben als ernsthafte Konkurrenz für Jex Thoth nominieren lies. 
Dioseidank ist Platz für beide und man muss sich nicht für eine entscheiden, denn während auf der einen Seite die gute Jex bei ihrer sakral-theatralischen Performance mit komplettverstrahlter Aura in puncto Live-Sound zwischendurch zwar noch näher an dreckig dröhnenden Doom gerückt war, sich ihr letzter Longplayer dann allerdings doch zur psychrockigen Seite neigend eine ganze Spur zahmer zeigte, schmettert auf der anderen Miss Neyland ihre Gesangslinien wiederum typisch-britisch als unprätentiöser Jeanstyp über zeitlosen Metal ohne zeitgeistige Retroflair-Anleihen. Und wir können bekanntlich Country und Western.
„Consolamentum“ ist dabei nun eines dieser Alben geworden, das ich persönlich jetzt nicht unbedingt als auffälliges Highlight heraustellen würde, für sich genommen aber absolut zufriedenstellend ist. Bei einem etwas knapp gehaltenen Instrumental wie „Elige Magistrum“ fragt man sich zwar irgendwie, warum dieses notwendigerweise mit auf die Platte musste, ansonsten gefällt dieser kompositorisch aufs wesentliche reduzierte und dann langgezogene Ansatz von THE WOUNDED KINGS, den man nicht jedem so durchgehen lassen würde, in der Durchführung aber auch dieses mal wieder. 
Kann man so nehmen!

Montag, 24. Februar 2014

kurz notiert

Das AZ Mülheim ist und bleibt lustig. Als ich mir vergangenen Freitag die Kölner Grind-Heroes WORLD DOWNFALL im Rahmen des zweitägigen „Frost Punx Picnic“ angucken wollte, rannte ich um ca. 21:07 an der Eingangstür direkt in deren Frontmann, der die Frage „wann fangt Ihr an?“ mit „Jetzt!“ beantwortete. Laut Internet war im Übrigen eigentlich 22:30 angedacht gewesen, während auf der im Laden hängenden Running Order am Bandnamen 20:30 stand.
Und WORLD DOWNFALL waren dann auch ziemlich cool.
Seht es mir allerdings bitte nach, wenn ich in diesem Fall ausnahmsweise mal keine Zeit und Lust hatte, mir die volle Veranstaltung zu geben …

Donnerstag, 20. Februar 2014

Super Duper Alice Cooper (Trailer)

(...) the official trailer for ”Super Duper Alice Cooper”, a documentary by Banger Films coming to theaters this spring!

Dienstag, 18. Februar 2014

Aktuelle Alben…

Keine Zeit und Lust, ausführliche Reviews zu allem und jedem zusammenzuschmieren, deswegen im Schnelldurchlauf:

ALEPH NULL - Nocturnal
Von der Live-Begegnung her hatte ich diese Rheinländer eigentlich ein Stück eigenwilliger in Erinnerung (weil spacerockiger und rougher zugleich), als ihr neues Album mit dickriffigem Stoner Rock der nicht wirklich sonderlich herausstechenden Variante dann tatsächlich bietet; genau das machen ALEPH NULL allerdings dennoch so gut (und vor allem auch heavy), dass es Laune macht.
Bandcamp/ Free Download:
http://alephnull.bandcamp.com/album/nocturnal

DAGGERS - It's Not Jazz, It's Blues
Dem geschenkten Gaul schaut man auch in diesem Fall nichts ins Maul: DAGGERS entstammen dem HC-Underground Belgiens, der in jüngerer Vergangenheit bekanntlich generell die eine oder andere Perle abgeworfen hat, und wurden an irgendeiner Stelle als „Chaotic blend of Punk and Metal“ deklariert.
Free Download:
http://tiny.cc/DaggersDL
Band-Blog: http://daggersband.tumblr.com/

IMPURE WILHELMINA – Black Honey
Dass „I can’t believe I was born in July“ eines meiner (etwas später entdeckten) Lieblingsalben ist, hatte ich hier schon 1-2 mal erwähnt. Den weiteren musikalischen Karriereverlauf der Schweizer im Detail weiterzuverfolgen hatte mich allerdings nie so wirklich gereizt, da die ganze Sache auf mehr Glätte und konstruierte Popigkeit zuzusteuern schien.
Ein neues Album der in heimischen Gefilden großen Nummer, darüber hinaus aber fast gänzlich Unbekannten, ist mir allerdings dennoch einen Hinweis wert, ohne selbst überhaupt schon reingehört zu haben…
Bandcamp:
http://impurewilhelmina.bandcamp.com/

Montag, 17. Februar 2014

AZ Mülheim mal wieder (Entrails Out!, Static Void, Morbid Mosh Attack)

Um die Jahrtausendwende rum machte sich die NRW-Truppe ENTRAILS OUT! mal kurz ein paar Freunde unter Grindcore-Fans, um dann ca. eine Dekade zu pausieren, und erst jetzt wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Unter dem Titel „Valentines Blast“ bzw. „Love Blast“ spielte man nun an zwei aufeinanderfolgenden Abenden eine Doppelrelease-Show des kommenden, neuen Albums „Am Puls der Zeit“ im AZ zu Mülheim an der Ruhr und dem JZ Heisterkamp in Wanne-Eickel. Erstere davon habe ich mir mal angetan, weil ich tatsächlich mal wieder sonst nichts besseres zu tun haben wollte (und es um die Ecke vom AZ die geilste Pizza-Perversität des gesamten Ruhrgebiets gibt) …

Eröffnen sollten erst mal MORBID MOSH ATTACK, in bester AZ-Manier bei einem auf dem Flyer angegebenen Beginn von 20:00 um irgendwas nach 21:30...
Apropos AZ: Das mit den Notfallschaltern auf den Klos meinen die nicht so ganz ernst, o…oder?

Anyway.  Beklopptester Name vorm Herrn hin oder her, MMA schienen mit gewissem Heimvorteil den einen oder die andere zu locken, der vor allem wegen ihnen vorbeischaute, und machten als energisch nach vorn bollernde Crust-Dampfwalze mit Metal-Kante schon ziemlichen Spaß.

Auch wenn ich persönlich kein großer Fan des Etiketts „Straight Edge“ bin, und sich das unbedingt zu Musik mit auf die Schublade kleben zu müssen auch irgendwie überflüssig finde (bevor wir uns missverstehen: „Stoner Rock“ ist im Grunde genommen natürlich auch albern), muss ich ungeniert eingestehen, an der Show von STAIC VOID ziemlichen Spaß gehabt zu haben.  Die Musik des Quartetts hatte ziemliche Fugazi-Vibes und beim Riffing immer wieder mal etwas, das ich persönlich als das HC-Equivalent von Stadionrock im positiven Sinne bezeichnen würde.  Zudem machte der Sänger gut Action!
Hat wirklich Spaß gemacht, würde ich mir durchaus wieder ansehen.

 

Sollten ENTRAILS OUT! in nächster Zeit zumindest gelegentlich mal wieder öfter in der Gegend spielen, habe ich damit vielleicht endlich mal eine Ersatzdroge für die inzwischen inaktive OWL-Supergroup Steve Austin. Zwar sind EO! gegen den einstigen Austin-Wahnsinn ja schon die wesentlich moderatere Light-Variante, aber das ist okay, wir werden alle gesetzter. Keine Ahnung, was genau die aus Wanne-Eickel stammenden Jungs dazu motivierte, erst eine Dekade nach ihrer Eigenproduktion „Enjoy the Violence“ mit teilweise deutschen Textern und ironischem Spaßfaktor zurückzukommen, aber ich finde die ganze Sache recht unterhaltsam. U.a. wegen dem Frontmann, der sich in Sporthose völlig gewollt selbst zum Vollhorst macht. Wird den einen oder anderen zweifelsohne auch eher zum Augenrollen bringen, aber mir ist sowas gerade auch im Provinzkapellen-Kontext lieber als Typen, die komplett frei von Selbstironie irgendwelche Gore-Lyrics oder was über Panzer durch die Botanik brüllen.

 
 
Bezeichnend übrigens, dass sein Teil der anwesenden Neocrustries und Retrothraser  offensichtlich nur für MMA reingeschaut hat, und während der für sich jeweils sehr guten SE-coreler und Spaß-Grinder gemütlich im Vorraum Bier trank. Ohne Worte...

Sonntag, 16. Februar 2014

Breadcrumb Trail, äh, Trailer (Slint)

Zur legendären Noiserock-, bzw. dem Postrock den Weg ebnenden Band SLINT, auf die Steve Albini schon immer große Stücke hielt, und dessen Mitglieder weiterzogen, in Bands wie Tortoise oder Billy Corgan's Zwan mitzumachen, ist gerade offensichtlich ein Dokumentationsfilm unterwegs.
Einen Trailer dazu gibt es schon auf Youtube:

Samstag, 15. Februar 2014

Reingehört…

…habe ich dank Stream im Übrigen auch mal in „Terrestrials“, das Kooperationsalbum von SUNN O))) und ULVER.
Da ich allerdings trotz generell eher zu- als abgeneigter Haltung zu beiden Acts der Meinung bin, dass diese eine mitunter viel größere Avantgarde-Aura angedichtet bekommen, als nüchtern betrachtet noch irgendwie gerechtfertigt wäre*, wollte ich selbst eigentlich kein allzu großes Gewese darum veranstalten.

* Bei aller Liebe, seien wir mal ehrlich: Als ULVER auf ihrer stetigen Reise, zwischen Metal- bzw. Wikingerlagerfeuer-Vergangenheit, Art-/Postrock und Ambient/ Electronica etwas Einzigartiges zu schaffen, auf ein mal bequem im Zeitgeist platznehmend da haltmachen mussten, lahme PsychRock-Oldies 1:1 nachzuspielen, spätestens an dem Punkt fing die Fassade gewaltig zu bröckeln an. 
Was SUNN O))) betrifft, so sind diese als halber Comedy-Act, der es ganz gut hinkriegt sich als Kunst zu verkaufen, und dabei gelegentlich sogar mal ein ganz passables Album abwirft („Monoliths & Dimensions“),ja bekanntlich so ein Phänomen für sich, das in seiner beachtlichen Breitenwirkung wohl einfach meine Distinktionsreflexe weckt…

Zurück zum Thema, kurz und knapp auf den Punkt:  „Terrestrials“ ist nichts groß spektakuläres geworden.
Wer Bock hat, die Nuancen in breitflächig-mehrschichtiger Ambient/ Drone-Musik mit minimalistisch-musikalischen Ansätzen und orchestralen Zusätzen zu ergründen, der findet hier ohne Frage drei relativ interessante Tracks vor, die sich im Verlauf des Albums zu etwas mehr tonalem Gehalt steigern, gegen Ende gar die gewohnte Singstimme von Ulver's Garm zwischen Streichern, Bläsern und E-Piano erklingen lassen.
Wer das Ganze wiederum ungehört als gemeinsam gelassenen Furz zweier Bands empfinden möchte, die auch so schon wesentlicher mit Wasser kochen, als es einige Fanboys wahrhaben wollen, der hat dann zugegeben tatsächlich gar nicht mal so viel verpasst.
Und dem notorischen Musikschreiber in mir macht es so ein nicht wirklich per se unbrauchbares, dabei aber doch irgendwie ziemlich egales Album im Übrigen sehr schwer, dazu ein tatsächliches Werturteil in Stein zu meißeln, weswegen ich mir an dieser einfach mal vorbehalte, keine wirkliche persönliche Meinung dazu zu haben (ja, sowas geht).

Donnerstag, 13. Februar 2014

Zwei aktuelle Hinweise

1.) Die britischen Death-Doomer HOODED MENACE stehen und fallen ein bisschen Tagesform-abhängig.
U.a. weil mir das Cover-Artwork ihrer neuen EP „Labyrinth of Carrion Breeze“ mit dieser etwas Pulp/ Comicart-haften Komposition und Farbpalette so gut gefällt, weise ich dann aber doch gerne mal darauf hin:



2.) MANTAR wiederum sind ein deutsches Sludge-Duo, das darauf bestehen möchte, nicht als Sludge tituliert zu werden, und mit „Death By Burning“ kürzlich ein bisher allgemein ganz gut ankommendes Album veröffentlichte.
Bandcamp: mantar.bandcamp.com

Entrails Out! - Chrome (Videoclip)

taken from upcoming album "Am Puls Der Zeit" CD/LP.
releasedate: 14.03.2014 (Cobra Records / Moment Of Collapse Records)


Mittwoch, 12. Februar 2014

Montag, 10. Februar 2014

Aktuelle Alben (Special Grind Edition)

DEPHOSPHORUS – Ravenous Solemnity
DEPHOSPHORUS waren für mich eine der interessantesten Zufallsentdeckungen des letzten Jahres. Im Grindcore verwurzelt, scheinen die Griechen dieses Gerne zur atmosphärischen Seite hin auszuweiten, und sowas hört man nicht alle Tage. Bein Hören ihres neuen Albums dachte ich dann jetzt allerdings auch noch mehr denn je: Wenn nicht min. einer in der Band (vorzugsweise der Gitarrist) Voivod-Fan ist, dann fresse ich den berühmten sprichwörtlichen Besen. Punk- und Prog-Flair, herrliche Dissonanzen, SciFi-Themen … Hallo?
Zugegeben, die Stimme kann man gerne etwas gewöhnungsbedürftig finden, aber da Brutal Truth aufgrund von Danny Lilker's Altersteilzeit nun vermutlich die Aktivitäten zurückschrauben bis einstellen werden, findet man in DEPHOSPHORUS die beängstigend perfekte Ersatzdroge, was Grindcore der schrägeren und eigenwilligeren Art angeht.
Hamneralbum!
An dieser Stelle möchte ich außerdem mal Lob und Anerkennung für Keitzer-Basser Simon und sein kleines Label 7 Degrees Records aussprechen, denn irgendwie schafft es der Typ tatsächlich, immer wieder die im Blastbeat-lastigen Feld interessantesten Perlen auf Vinyl zu bannen (siehe auch Cloud Rat, Kratzer, Wake).
Bandcamp: http://dephosphorus.bandcamp.com/album/ravenous-solemnity
(Band) bzw. http://7degreesrecords.bandcamp.com/album/7dr020-dephosphorus-ravenous-solemnity-2lp-out-02-10-2014  (hiesiger Label-Release)


FAKE IDYLL - Genome of Terror

Schade: Da Cephalic Carnage-Frontman Lenzig, der das FAKE IDYLL-Debüt „Therapist“ mit lyrischem Wahnsinn Marke „Schlangenmilch“ bereicherte, Projektleiter Christ of Kather nicht früh genug mit seinen Beiträgen zum Zweitwerk aus den Hufen kam, hat dieser wiederum „Genome of Terror“ nun einfach mal instrumental rausgehauen.
Immerhin: Funktionieren tut das trotzdem. Ziemlich gut sogar. Und überraschenderweise sogar dann am besten, wenn die ganze Angelegenheit von den deathmetallsichen Wurzeln zu einer leichten Progrock-Schlagseite wegrutscht. Neben dem ziemlich geil knallenden Endspurt der Eröffnungsnummer „Dragged Into Work“ sind es nämlich vor allem die kristallklar inszenierten Melodiösitäten der Gitarrenarbeit von Songs wie „Losing Weight“ und „The Unbearable Lightness Of Being Connected“, sowie unerwartete Ausflüge zu z.B. Latin-Grooves („Tribal Tribulation“), die als interessante Akzente zum kernigeren Material aus diesem Album eine wirklich unterhaltsame und mitreißende Angelegenheit machen.  
Womit „Genome of Terror“ nicht nur was für Freunde der JaKa-Familie, sondern außerdem als etwas härtere bzw. metallisch-temporeichere Variante* von Long Distance Calling, And So I Watch You From Afar, oder Russian Circles  ein kleines, unerwartetes Highlight geworden ist, das in diesem Jahr mit ziemlicher Sicherheit von vielen potenziellen Aficionados mutmaßlich eher übersehen bleiben wird… aber an mir hats dann nicht gelegen!
(*Trephine, anyone?)
Einseinszwei-Labellink:  http://www.unundeux.de/

Valborg - Under The Cross (Videoclip)


VALBORG "UNDER THE CROSS" from Soheyl Nassary on Vimeo.

Sonntag, 9. Februar 2014

Oh man

Wie und warum genau konnte mir eigentlich so lange durchgehen, dass Relapse Records 2009 das 1998er BODYCHOKE-Album „Cold River Songs“ wiederveröffentlichten, und dieses für jemanden, für den Neurosis zu „Souls at Zero“/ „Enemy of the Sun“-Zeiten sowas wie perfekter Musik ziemlich nahekommen, ein absolut essenzielles Must Have ist?!?
Man lernt nie aus...

Dies und das kurz notiert

Seit ein paar Tagen rotiert das neue, dieses mal rein instrumentale FAKE IDYLL Album öfter mal bei mir, und ich muss sagen, dass es nicht nur ziemlich gut geworden ist,sondern auch stilistisch ein bisschen überrascht. Ein ausführliches Review wird nach ein paar weiteren Durchläufen natürlich noch folgen. Die letzten Tage war ich in Bezug auf den Blog etwas faul...

Hier kommt die Superüberleitung - apropos instrumental: Ebenfalls ganz gut war das gestrige Konzert von LONG DISTANCE CALLING im Dortmunder FZW. Auf eine ausführliche Berichterstattung an dieser Stelle verzichte ich, weil ich im Auftrag einer anderen Publikation dort war. Ironischerweise habe ich von einem Konzert der gleichen Band in der gleichen Location schon mal für eine weitere Publikation berichtet, was deshalb erwähnenswert ist, da so etwas in den letzten Jahren eher die Ausnahme war.
Die eröffnenden WOLVES LIKE US gefielen mir ziemlich gut, obwohl ihr Post-HC eigentlich keine „Musik, die ich mir zu Hause anhöre“-Musik ist. JUNIUS waren okay, aber irgendwie nicht so wirklich mein Ding. Was LONG DISTANCE CALLING betrifft, so ist es schon ein ziemliches Phänomen, wie diese mit vorwiegend instrumentaler Musik ein solch frenetisch gefeierter Publikumsmagnet werden konnten. Gerade die an diesem Abend dargebotenen Songs von „Avoid the Light“ und der selbstbetitelten sind allerdings halt auch wirklich ziemlich gut. Die mit Gesang von der aktuellen wiederum zwar nicht wirklich schlecht, aber… auch nicht gerade der Überbringer.
Unterm Strich war's ein netter Konzertabend, dessen mit zu langer Verzögerung startende „Metal/ HC/ Stoner“-Aftershowparty der DJs A.J. und Double-L auch ältere Herren noch mal feiern lies wie vor 15 Jahren.
Joah.

Dienstag, 4. Februar 2014

ReiheM mit N und Charlemagne Palestine

On the Road with N: Die Kölner Veranstaltungs-„ReiheM“ versteht sich als „kuratierte Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien“. Am vergangenen Freitag Abend brachte diese den Dortmunder Drone-Gitarristen Hellmut Neidhardt alias N und den in New York geborenen Minimalismus-Komponisten und Performancekünstler Charlemagne Palestine im Stadtgarten zusammen.
Gemeinsam mit Zeitgenossen a la Steve Reich zählt Palestine zu den Wegbereitern minimalistischer Musik und Drone-Klangkunst, und hat ferner, was für den Betreiber dieses Blogs und damit auch seine Leser besonders interessant ist, u.a. auch eine Kooperation mit dem unnachahmlichen Michael Gira (Swans) im Lebenslauf stehen.

Bei stimmungsvoller Minimalbeleuchtung setzt sich N mit seiner Gitarre auf einen Hocker, schlägt diese an, bedient parallel einen Berg an Effektgeräten/-pedalen, und lässt aus seinen Vintage-Amps einen Raumschiffstart erklingen. Irgendwas macht der Dortmunder dabei einfach richtig, denn wenn man sich auf die meditativ-hypnotische Klangreise einlassen will, kann der geneigte Zuhörer in dieser so versinken, dass er jegliches Zeitgefühl verliert.  So kommt dem Verfasser dieser Zeilen die N-Performance auch an diesem Abend mal wieder etwas kürzer vor, als mit über einer halben Stunde eigentlich war.

Danach wird es etwas farbenfroher, denn CHARLEMAGNE PALESTINE dekoriert die Bühne und seinen Flügel mit Stofftieren. Ein Bild, für das der bunte Vogel Ende 60 bereits bekannt ist.
Seine Show besteht an diesem Abend aus drei Hauptakten: Zunächst entlockt er dem Rand eines  Cognac-Glases, natürlich nicht ohne auch ein paar Schlucke daraus zu nehmen, schwingende Töne, führt das Publikum mit einem kleinen Stream of Consciousness über vergangenes und gerade passierendes in den Abend ein (hat dabei u.a. mit der Anmerkung, sich in seiner jüdischen Herkunft als „very liberal eater“ zu verstehen die Lacher auf seiner Seite), und geht schließlich zu einer Gesangsperformance über.
Der Mittelteil kombiniert einen schon vor längerer Zeit aufgenommenen Kurzfilm, der den heiteren Künstler auf einem Tierfriedhof zeigt, und einer elektronischen Collage aus dem Macbook. Eine irgendwie fast schon etwas verstörende Angelegenheit.
Im Anschluss setzt sich  Palestine an sein Klavier und gibt eine intensive Darbietung im Stil seines bekanntesten Albums „Strumming Music“ zu besten. Vorm Grand Finale ruft er nach dem Einsatz der Discokugel, und bekommt diese.
Die leicht amüsante Skurrilität des Ganzen wird abschließend dadurch unterstrichen, dass der sympathische Altmeister zur Verabschiedung des Publikums zwei singende Stofftiere ans Mikrofon hält.

Ein rundum interessanter und unterhaltsamer Konzertabend, und bedenkt man, dass anscheinend sogar doch 2-3 Leutchen mehr reinschauten, als man erwartet hatte (in der Umbaupause wurde noch eine Stuhlreihe mehr aufgestellt), wohl auch ein ziemlich gelungener.


Sonntag, 2. Februar 2014

Verdammt!

Von drei Songs, die ich als Videoclip in einem Post über für mich wichtige Musik von Anfang der 90er verlinken wollte, sind zwei auf Youtube natürlich mal wieder nicht in meinem Land verfügbar.
Das ist ja dann irgendwie doch ziemlich witzlos...