Donnerstag, 30. Januar 2014

Topon Das Rundumschlag

TOPON DAS - Beer'n'Noise
Mit „Beer'n'Noise“ hat TOPON DAS, auch Mainman der grandiosen Prog-Deathgrinder FUCK THE FACTS, kürzlich ein paar reine Noise-Stücke, die einst auf irgendeiner Split verbraten wurden, zum Gratis-Download ins Netz gestellt. Ratet mal, was er bei den Aufnahmen getrunken hat...
Name your Price: http://topondas.bandcamp.com/
 

MERDARAHTA – Breathe Electric
Auch von Fuck The Fact's experimentellem Impro-Drone/ Doom/ ...-Offfshoot MERDARAHTA erschien vergangenen Dezember mal wieder ein neuer Release.
Name your Price: http://merdarahta.bandcamp.com

LAUDERDALE  - Life's A Beach
Und wenn man eh schon mal dabei ist, kann man sich das neulich ebenfalls irgendwann auf Bandcamp gestellte „Life's A Beach“ von LAUDERDALE aus dem Jahr 2008 auf die Festplatte holen. Ein stilistisch und klanglich höchst seltsames LoFi-/ Avantgarde-/ Spaß- Metal-Projekt hinter dem, so ist es, ebenfalls Topon Das steckte.
Name your Price: http://lauderdale.bandcamp.com/album/lifes-a-beach



Mittwoch, 29. Januar 2014

Young Widows live at Saint Vitus Bar (Video)

Die YOUNG WIDOWS spielten vergangenen Sonntag ihr noch nicht veröffentlichtes neues Album "Easy Pain" in der News Yorker Saint Vitus Bar komplett am Stück.
Für alle, die nicht dabei waren, wurde das Ganze nicht nur in Bild und Ton konserviert, sondern natürlich auch gleich
noch bei Youtube reingestellt:

Sonntag, 26. Januar 2014

Bandcamp-Rundumschlag am Sonntagabend

Da ich an diesem Wochenende auf ein mal mit Musiktipps samt Bandcamp-Links regelrecht von allen Seiten beworfen werde, frühstücke ich diese doch glatt noch mal eben in einem Blogpost für die Allgemeinheit mit ab.
Seid mir nicht böse, wenn ich an dieser Stelle auf detaillierte Quellenangaben und Danksagungen verzichte...

BLACK VULPINE
Sooo „Stoner“-mäßig, wie sich diese Dortmunder (die aus einer Band namens Newphoria hervorgingen) selbst sehen wollen, klingen sie in meinen Ohren gar nicht mal, denn dafür ist es irgendwie einen Tick zu glatt und popig inszeniert, mit Affinität zur ausgestorben geglaubten Gattung „Alternative Rock“ geht das Ganze aber dennoch okay:
http://blackvulpine.bandcamp.com/

BUILDINGS – Melt Cry Sleep
Bereits zu Weihnachten 2011 veröffentlicht, bietet „Melt Cry Sleep“ Noiserock/ Punk in bester Jesus Lizard/ AmRep Rec.-Manier:
http://buildingsband.bandcamp.com/

CATHOLIC SPIT – Pact With The Devil
Dass „Gothrock“ gerade wieder en vouge wird, hat sich ja bereits abgezeichnet. CATHOLIC SPIT veröffentlichten letzten März ein Punk/ Deathrock/ Proto-Goth-Album mit schweren Retro-Vibes:
http://catholicspit.bandcamp.com/album/a-pact-with-the-devil-lp

HOME – Bound To Gravity
Irgendwie scheitert es leider ein bisschen am Sänger, denn eigentlich ist der „Sludge/ Post-HC/ Mathcore?“ dieser Österreicher, die u.a. Assoziationen zu frühen Helmet und Unsane/ Players Club wecken, ansonsten gar nicht mal so schlecht:
http://comehome.bandcamp.com/

YAMANTAKA// SOMIC TITAN – YT// ST
Das beste zum Schluss: Ebenfalls bereits 2011 veröffentlicht, haben hier Japaner und Kanadier zusammen ein wirklich, wirklich interessantes und tolles Album zwischen Avantgarde-Pop und Psychedelic/ Post-/ Progrock, bis hin zu lärmigeren Ausbrüchen zu bieten. Sehr stark!
http://yamantakasonictitan.bandcamp.com/

Samstag, 25. Januar 2014

Freitag, 24. Januar 2014

Aktuelle Alben (NRW Chillout Edition)

Zwei mal Ruhrgebiet, zwei mal eher Ambient:

BOHREN & DER CLUB OF GORE – Piano Nights

Auch wenn sie klanglich und stilistisch durchaus ein bisschen verschieden ausfallen können (der Schritt vom Drone-artigen „Midnight Radio“ zum Saxophon-lastigen „Sunset Mission“ z.B. war damals ein gar nicht mal so kleiner), gibt es zu BOHREN & DER CLUB OF GORE Alben ja meistens gar nicht so viel zu sagen. Entweder man mag den dusteren und dabei doch irgendwie warmen Doom-Jazz der Mülheimer grundsätzlich, oder man kann mit dem eher unrockigen Sound im ereignisarmen SloMo-Stil nicht viel anfangen. Wer zu ersteren zählt, der wird auch „Piano Nights“ mal wieder als eher angenehmen Aufenthalt in der minimalistisch-sonoren Chillout-Vorhölle mit einem Hauch von Noir-Feeling empfinden.
Wobei das Album eigentlich gar nicht mal sooo minimalistisch ist, sondern eine etwas höhere Sound- und Ereignisdichte auffährt als manch anderer B&DCOG-Release, den gewohnten Trademarks dabei allerdings treu bleibt. 
Vielleicht nicht ihr zwingendstes Album, aber nach wie vor der beste Soundtrack für die ganz ruhigen, einsameren Abende...
Band Website: www.bohrenundderclubofgore.de

N - Goor
Von westlichen Ende der „Metropole Ruhr“ zum östlichen: Nach einer Kooperationsveröffentlichung mit dem Bochumer Duo [ B o l t ] (gelegentlich treten die drei auch schon gemeinsam auf), legt der Dortmunder Drone-Künstler N ein weiteres Solowerk via Denovali vor. Die zwei Schallplatten bzw. vier digitalen Tracks von fast 74 Minuten Gesamtlänge ziehen den geneigten Hörer mit dicht-atmosphärischen Drone/ Dark Ambient Scapes in eine andere Welt, deren Grundsteine tatsächlich Gitarrenanschläge sind. Mit dem Umweg über Effektgeräte, und direkt als Gesamt-Take live aus dem Amp aufgenommen anstatt mit irgendwelchen Studio-Gimmicks getrickst, erschafft N im Rahmen dieser Momentaufnahmen massive Klangaufbauten, denen dabei tatsächlich sogar eine spürbare Grundstimmung anhaftet, die mal von dezenter Melancholie durchsetzt sein kann, und mal in kühle, dunkle Schwere abzusinken scheint. Interessant auch, wenn sich eine dieser Soundwände zum Ende hin lichtet und auflöst, und den Blick auf Einzelteile freilegt, die man darin nicht vermutet hätte.
Trifft sich zum 22sten N-Release (weswegen er von Denovali wohl auch als „N(22) – Goor“ geführt wird) irgendwie ganz gut, dass dieser zwischen den Bohren- und Skullflower-Discographien, sowie der einen oder anderen Lustmord-Scheibe, gerade zufällig super mit in meine aktuelle Winterschlaf-Playlist passt.
Wer was mit Freiform-Klanglandschaften anfangen kann, sollte mal ein Ohr riskieren.
Denovali mp3 Shop: denovali.com/mp3shop/...
Denovali Mailorder: www.denovali.com/shop

Neue Videoclips (Bohren & Der Club of Gore, Blueneck)

Am gleichen Tag wie das neue Album gibt es von BOHREN & DER CLUB OF GORE auch einen neuen Videoclip zu einem Song davon.
Als wäre das noch nicht genug, haben außerdem die britischen Postrocker BLUENECK ebenfalls neue bewegte Bilder am Start. Und auch wenn Blueneck keine Band sind, die bei mir zuhause andauernd laufen würde, da meine primären Hörgewohnheiten einfach woanders liegen, werde ich nach 1-2 wirklich packenden Livebegegnungen mit ihnen nicht müde zu betonen, dass auch BLUENECK sehr tolle Musik machen, die sich jeder mal angehört haben sollte.

Dienstag, 21. Januar 2014

Videocliprundumschlag

Auch auf die Gefahr hin, dass dieser Blog noch als Plattform für weniger relevante News zu verkommen scheint, dachte ich mir gerade die heutige Schwemme an neuen Videoclips durchaus mal zu verwerten.
Zumal diese mit einer Nummer der niederländischen Hardrocker VANDERBYUST (bei der die Trulla von The Devil’s Blood gastiert), den kanadischen Krautrock-Freunden SHOOTING GUNS, und ferner einem JUSTIN BROADRICK-Remix eines Tracks von LA FIN ABOLUTE DU MONDE kaum noch bunter hätte ausfallen können.
Und ‘ne gemischte Tüte nehmen wa‘ immer gern.


Samstag, 18. Januar 2014

Skullflower...

...ist im Übrigen auch so eine Band, mit der ich mal einen unglücklichen Erstkontakt hatte, um dann später erst festzustellen, dass die ja doch teilweise ganz schön geil sind.
Vor allem Phase 1 von 1988 bis 1996, in der sich Matthew Bower und Stuart Dennison mit wechselnden Gastmusikern an so etwas wie avantgardistischen Psychedelic Rock versuchten, der Grenzen zu Noise, Drone, frühem Industrial (lange bevor man dieses Genre mit billigem Gothdisco-Unrat aus dem Technbobeat-Fertigbaukasten assoziierte), und disharmonischem Freiform-Doom immer wieder streifte und überschritt, wirft so manches Highlight ab.
Seit 2003 macht Bower wieder als SKLLFLOWER Musik, aktuell zusammen mit Samantha Davies (Erwähnenswert: Beide machen auch bei Valley of Fear mit, dessen Dritter im Bunde Justin Boradrick ist).
Neuere Alben driften oft noch mehr in reinen Noise, mit mal größerem („Malediction“), und mal geringeren Erfolg, gelegentlich versucht sich Bower allerdings auch noch mal an sowas wie Stoner Rock mit repetitiver Industrial-Monotonie (nicht schlecht: „Orange Canyon Mind“).
Aktuell habe ich wirklich ziemlichen Spaß daran, den SKULLFLOWER-Kosmos noch weiter und tiefer zu ergründen, vielleicht ist mir das ja irgendwann mal einen noch ausführlicheren Post zum Thema wert...

Freitag, 17. Januar 2014

Preterite

Und mal wieder so ein Fall von „bis gerade eben gar nicht mitbekommen“ als Notiz an mich selbst und für Euch!
Menace Ruine finde ich ja durchaus ganz gut. Eine Hälfte besagter Band (die weibliche) hat nun auch noch ein weiteres Duoprojekt zusammen mit James Hamilton, der sich u.a. als Nebris schon etwas länger im experimentelleren Underground rumtreiben soll.
Das Ganze macht jedenfalls
weltmusikmäßig Gebrauch von diversen exotischen Instrumenten und wurde von anderen u.a. schon als „Psych Folk“  beschrieben.

Bei Bandcamp kann man 1-2 Ohren riskieren:
preterite.bandcamp.com

Also, bei aller Liebe...

Ich mag ja Fan sein, und mir in der Vergangenheit gerne auch die Veröffentlichungen von Peel Sessions aus der Steinzeit, tendenziell eher unnötigen Singles Compilations, Live-DVDs, sowie alberne Shirts u.ä. zugelegt haben, aber eine Sammlung von Dub-Remixen diverser KILLING JOKE-Songs von uralt bis ganz neu ist etwas, das ich nun wirklich nicht brauche…

Donnerstag, 16. Januar 2014

Grmpf.

Und auch von LOCRIAN gibt es, wie aufs Stichwort (weil kürzlich noch 1-2 mal hier erwähnt),  einen neuen Videoclip.
Eigentlich wollte ich auch den hier natürlich mal eingebettet präsentieren. Da ich dabei allerdings die Rechnung ohne den Betriebswirt der Gema gemacht habe, fiel mir erst dann mal wieder ein bzw. auf, dass Youtube Videclips zu Songs aus dem Hause Relapse Records (Übersee wohl irgendwie im peripheren Sony-Vertrieb oder sowas) hierzulande ja gar nicht verfügbar machen darf.
Bei allem Verständnis gegenüber des Neandertalers Unverständnis zur Brave New World: Es wird wirklich Zeit, dass der reformationsunwillige Teil der sog. Musikindustrie, der aus irgendwelchen nebulösen „Verwertungsgesellschaften“ besteht, die es im Selbsterhaltungstrieb-Autopiloten für Sparten-Künstler und deren Konsumenten eher noch weiter erschweren, anstatt tatsächlich irgendwie gutes im Namen von Urhebern und reell Kulturschaffenden bewirken zu wollen, einen qualvollen aber bitte nicht zu langsamen Tod stirbt.

Dienstag, 14. Januar 2014

The Earls of Mars – The Astronomer Pig (Videoclip)

Harry Armstrong, Mainman der von mir sehr geschätzten END OF LEVEL BOSS (wer Voivod und King Crimson als Haupteinflüsse angibt kann im Prinzip nur gewinnen…), hat sich von einem Saufkumpan dazu rekrutieren lassen, bei wiederum dessen Baby THE EARLS OF MARS mitzumachen.
Von jenen gibt es einen neuen Videoclip zum Song "The Astronomer Pig", dessen „Tom Waits auf Stoner Rock“-Vibe definitiv mal anderes ist:


Sonntag, 12. Januar 2014

Pigs – Gaffe (EP)

Warum genau kriege ich die Veröffentlichungen von PIGS eigentlich offensichtlich grundsätzlich nur mit Verzögerung mit? 
Schon auf das grandiose Debüt „You Ruin Everything“ stieß ich erst mit über einem Jahr Verspätung, um jetzt gerade über Umwege festzustellen (an dieser Stelle Dank an Serpent Eater und das Rock-A-Rolla Magazin), dass vergangenen Oktober eine weitere EP der Band aus dem Unsane/ Players Club-Klan erschien.

Kann man sich beim Label-Bandcamp anhören und bestellen: solarflarerds.bandcamp.com/album/gaffe

Freitag, 10. Januar 2014

Scaphe vs. Orgullo Primitivo (Live-Video)

Ich finds ja gerade ziemlich geil (alles!)

Donnerstag, 9. Januar 2014

2013er Review-Restrampe (II)

Zunächst zwei Alben, die (un)längst in so mancher Jahresbestenliste auftauchten, bei mir aber bis zuletzt durchs Raster gefallen waren, weswegen ich dann jetzt doch noch mal ein Ohr riskiert habe: 
 

GRAVE MIASMA - Odori Sepulcrorum
Im Grunde genommen standen die Zeichen nicht schlecht. GRAVE MIASMA's Death Metal bedient sich weder beim zuletzt allgegenwärtigen „HM-2 Pedal“-Stockholm-Sound, noch klingt er zu sehr nach dieser Ami-Ecke, die nie so wirklich mein bevorzugtes Metier war (Dying Suffocation Coprse...), sondern neigt mit dezenter Mut zur Hässlichkeit angenehmerweise in Richtung solcher Bands wie Incantation, Autopsy und Obituary. Da stehe ich eigentlich drauf. Aber irgendwie erschließt sich mir nicht so gamz, was alle Welt in diesen Briten zu sehen scheint, denn mehr als einen Anstandsapplaus konnten mir die genommenen Hörproben von „Odori Sepulcrorum“ nicht abringen. GRAVE MIASMA präsentieren sich darauf nämlich „nur“ als ziemlich solide Metal-Band. Das letzte Quäntchen an energischem Kick, oder dunkler Atmosphäre, oder punkiger Rotzigkeit, das es braucht um mich mit solcher Musik zu begeistern, das fehlt „Odori Sepulcrorum“ auch einem
schon nur sporadischen Eindruck nach leider.

LOCRIAN
- Return to Annihilation
Auch LOCRIAN sind eine dieser Bands, die ich schon ewig als interessante Sache auf dem Zettel hatte, bisher aber eher stiefmütterlich behandelte.
Nachdem ich auf Bandcamp mal in ihre aktuelle reingehört habe, war ich mir anfänglich zwar erst noch nicht so ganz sicher, ob ich persönlich das brauche oder doch eher nicht, aber immerhin ist das Ganze so interessant, dass ich noch ein paar Schnupperanläufe wagen werde.
Im experimentellen Stilmix der Band aus Chicago stecken Krautrock, Ambient, Drone, Postrock, Noiserock und Black Metal. Die Jungs haben sich bei einigen ruhigeren Songaufbauten durchaus hörbar das eine oder andere von einem inspirativen Oldie wie Neu! abgeguckt, stoßen an anderer Stelle dann aber auch gerne mal mit Gitarrenkrach und fiesem Geschrei bis in Today Is The Day'sche Härtegrade vor.
Was in dieser Kombination ziemlich mein Ding sein könnte, also werde ich mich kurz- bis mittelfristig dann
jetzt wohl doch mal intensiver mit dem bisherigen Schaffen von LOCRIAN beschäftigen müssen...
Bandcamp: locrian.bandcamp.com/album/return-to-annihilation
(Update 09.01.2014: So riiiichtig übermäßig grandios finde ich es nach mehrmaligem Hören dann jetzt ja ehrlich gesagt doch nicht....)


... und dann hätten wir noch:

DEATH GRIPS – Government Plates
Als typisch-gelegentlicher „Hip Hop für Leute, die eigentlich gar keinen Hip Hop hören (Dälek, Beastie Boys, Saul Williams)”-Hörer, war auch ich von DEATH GRIPS‘ Mixtape „Exmilitary“ und dem ersten regulären Longplayer „The Money Store“ – die es beide von Anfang an offiziell auch zum kostenfreien Download gab – relativ begeistert gewesen. Krachig und unkonventionell anstatt glatt und gefällig… so gefällt mir das. Als das Trio um Schlagzeugkiller Zach Hill dann allerdings noch im gleichen Jahr und damit viel zu früh das zweite Album „No Love Deep Web“ hinterherschob, habe ich besagtes ausgelassen, denn es wurde mir zu viel. Ich hatte die anderen beiden Releases noch gar nicht oft genug gehört, um schon Bock auf den nächsten zu haben, und der mal wieder etwas vom wesentlichen ablenkende Internethype um das Thema –z.B. verwarf sich die Band mit dem Label der Veröffentlichung, weil sie das Teil selbst illegalerweise ins Netz hochwuppte; außerdem ziert das Cover die Fotografie eines Penis – nervte mich ein bisschen.
Mit einigem Abstand gab es Album Numero Tres dann allerdings abermals auch ganz offiziell wieder zum Gratis-Download, und da ich dem geschenkten Gaul bei sowas dann auch nicht ins Maul schaue, habe ich mit etwas Verspätung jetzt doch mal 1-2 Ohren riskiert.
Fazit: „Government Plates“ schrappt an dem, auf das ich in dieser Ecke so Bock habe, leider haarscharf vorbei. Die Sounds, Beats und Songkonstruktionen sind sehr „abrasive“, was mir eigentlich liegt, kommen im Gesamtarrangement allerdings oft (gewollt) nicht so richtig auf den Punkt, sondern ergehen sich in einer um den heißen Brei herumkreisenden, und dann auch mal unerwartete Abzweigungen nehmenden Experimentierfreude, die ständig verneinend den Kopf schüttelt, wenn man dachte jetzt langsam endlich mal den eigenen im Takt nicken zu können. Selbst wenn Uptempo-Drumming oder Techno-Beat vorausgehen, schreitet das Ganze immer wieder den Weg zur wegkippenden Zerfaserung fort,  anstatt den zum direkten Kick.
Das kann man gerne progressiv/ avantgardistisch o.ä. finden - und es ist ja auch nicht so, als würde ich mir gerade für sowas keinen Achtungsapplaus abringen können, denn grundsätzlich ist „Government Plates“ schon irgendwie ganz cool in Szene gesetzt worden, ferner ich rede mir auch ein, das Album durchaus zu kapieren - so ein bisschen mehr knallige Arschwackelkompatibilität hatte ich persönlich mir von dem Teil unter uns gesagt dann ja allerdings doch irgendwie erhofft. Künstlerische Dekonstruktion muss ich persönlich (auch als weitgehend unbeleckter in Sachen Aesop Rock und co.) jetzt nicht unbedingt in diesem Genre-Kontext haben. Vielleicht ist es aber auch eines dieser Alben, das beim Wiederanlauf in ein paar Jahren dann auf ein mal doch noch klickt…
Download: thirdworlds.net



GAZELLE AMBER VALENTINE - Devil's Tower I
Meine aktuelle Begeisterung für Jucifer veranlasste mich dann jetzt kürzlich doch noch dazu, mir das erste Solo-Album von Sängerin/ Gitarristin GAZELLE AMBER VALENTINE zu kaufen, auch wenn ich bei Erscheinen im Frühjahr erst nicht so den Bock auf Akustik-/ Folk-Kram hatte.
Dass Amber sowas kann, das wusste man eigentlich bereits, und so wundert es auch nicht, dass die neun Nummern dieses Albums - mal von Banjo, mal von unverzerrter E-Gitarre mit Schlagzeugunterstützung getragen - allesamt ziemlich gelungen sind. Ob hier mit dunkel-verheißungsvollem Unterton, der auch gerne mal an Nirvana erinnert, oder dort als lupenreiner Country, stehen diese Balladen denen eines Scott Kelly, eines Wino, oder einer Chelsea Wolfe wirklich in nichts nach!
Findet man bei iTunes und co. ...


GERYON -s/t
Bass/ Schlagzeug-Duos ohne Sechs- oder Siebensaiter sind ja inzwischen nichts ungewöhnliches mehr (Beehoover, Big Business zumindest zeitweise, Om, Lightning Bolt, Dragon or Emperor, ...), in Death Metal-Stilregionen allerdings schon.
Hinter GERYON verbergen sich zwei Mitglieder der US-Hipster-BMler Krallice in genau so einer Konstellation. Da die Drums völlig apeshit blastbeaten, die Vocals mehr in die Mitte statt zu sehr den Vordergrund produziert wurden, und die Bassarbeit häufig von Akzenten, die aus einem dichten Soundbrei hervorstechen lebt, fällt die fehlende Gitarre gar nicht mal groß auf.
Der Sound ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, andererseits sind GERYON mit diesem Frickel-Geballer allerdings auch nicht wirklich weit weg von Morbid Angel oder Gorguts.
Nicht uninteressant.
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, wird dieses selbstbetitelte Album kommendes Jahr via Season of Mist (?) wiederveröffentlicht, aber digital bekommt man es nach wie vor...
Bandcamp: geryon.bandcamp.com


LUSTMORD – The World As Power
Kann man schnell abhaken: Auf seinem aktuellen Album bat der Dark Ambient Altmeister u.a. Jarboe, Tool-Sänger Maynard James Keenan, einen wohl etwas unter dem Radar von Leuten wie mir stattfinden Künstler namens Soriah, und eine bisher wenig in Erscheinung getretene Dame namens Aina Skinnes Olsen ins Studio. Sie alle addier(t)en zu den typischen LUSTMORD-Soundscapes, die ansonsten mal wieder gänzlich ohne perkussive Zusätze oder weitere Instrumente auskommen, ätherische Gesänge, die aus „The World As Power“ eine recht stimmige Sache machen.
Hat was von einem Genreserien-Soundtrack und gefällt tatsächlich ganz gut (auch wenn mein bisheriger LUSTMORD-Fave wohl nach wie vor das u.a. King Buzzo-unterstützte „[other]“ bleiben wird).


SERVANTES OF THE MIST – Suicide Sex Pact
Mit drei Tracks, jeweils um 10 Minuten (zwei mal nicht ganz, ein mal knapp drüber), frönen die SERVANTES OF THE MIST dem derber-kantigen Sludge/ Drone/ Doom Metal in Richtung solcher Bands wie BSON, Ramesses, Monarch!, Rorcal, Sea of Bones und co. ...
Einen Blumentopf für konsequente Originalität können sie damit gerade eher nicht gewinnen, wer von Röchelvocals auf extra-langsam groovenden Dröhn-Riffs generell nie genug bekommt, sollte aber mal ein Ohr riskieren...
Bandcamp: servantsofthemist.bandcamp.com

to be continued...

Dienstag, 7. Januar 2014

the weird microcosm that’s me

Mein Musikhörverhalten ist manchmal sehr seltsam.
Nachdem ich letztens noch eine Phase hatte, in der primär nahezu komplette Discographien klassischerer Metal-Ikonen verschiedener Subsparten rauf- und runterliefen (beim Namen genannt die Doom-Marke Saint Vitus, Black/ Viking Metal Erfinder Bathory, und der todesmetallische Doublebass-Panzer Bolt Thrower), daneben dann noch gelegentlich das aktuelle Bölzer-Minialbum (nicht so weit weg von frühen Bathory und einem Schuss aus dem Bolzrohr), meine neuste persönliche Neuentdeckung SubRosa (nicht so weit weg von Vitus),  und für den Kontrast auch immer wieder mal was von Sonic Youth (gesanglich tatsächlich gar nicht so weit weg von SubRosa), während dazwischen wohl auch Discharge schon mal kurz kamen (…), landete ich über einen bunt-besinnlichen Feiertags-Mix diverser Psychedelic/ Prog/ Classic Rock Schinken vergangener Dekaden (The Who, King Crimson, Pink Floyd, King Crimson, ELP, King Crimson, Eloy, und dann noch ein Abstecher zu Hawkwind), weil es von der Ära ungefähr passte, irgendwie auch mal wieder bei Neu!, darüber dann auch noch bei Tangerine Dream, und darüber dann einerseits bei Tortoise, sowie auf der anderen Seite Throbbing Gristle und Lustmord.
Das sind so „ach, bei der Gelegenheit könnte ich auch mal wieder XY hören…“ -Assoziationsketten, die dann einfach passieren. Die US-Postrocker von Tortoise z.B. sind hörbar von motorisch-krautrockigem Kram wie Neu! beeinflusst, während die von jenen nicht weiten Kollegen von Tangerine Dream wiederum mit ihrem „Zeit“-Album schon im Jahre '72 etwas ähnliches wie das machten, was Dark Ambient-Hausnummer Lustmord so betreibt. Nimmt man das alles zusammen, kann man irgendwie auch schon mal auf die britischen Throbbing Gristle kommen, die ebenfalls bereits in den 70ern Klangexperimente mit maschineller Rhythmik fabrizierten, deren musikalischer Quantensprung bis heute sehr einflussreich, in der eher Rock-lastigen Welt dabei aber wohl ein bisschen unter dem allgemeinen Radar geblieben ist.
In solchen Phasen habe ich dann auf ein mal für eine Weile überhaupt keinen Bock auf den üblichen Gitarrenriff- und Brüll-Kram (es sei denn als Sport-Soundtrack).
Das wird sich jetzt erst langsam wieder einschleichen, wenn ich über Krautrock und Ambient bei Locrian angekommen bin, die Einflüsse aus besagten Ecken mit zeitgenössischerem Lärm (Noiserock, Black Metal) kombinieren. Passt also perfekt, dass ich Locrian eh schon auf der „muss ich mich jetzt wohl mal endlich eingehender mit beschäftigen“-Liste hatte.

Apropos: Als nächstes stehen auf dieser Liste der bisher vernachlässigten Angelegenheiten dann „Bands in bzw. Alben auf denen Zach Hill mitmacht“ (wobei ich durchaus schon in Besitz von 2-3 Alben mit seiner Mitwirkung bin, z.B. El Grupo Nuevo de Omar Rodriguez Lopez und Death Grips; eine Hella hätte ich wohl auch noch irgendwo...).
Denn wie ich kürzlich las, ist Zach Hill vor allem bekannt für seinen sehr kraftvollen und mitunter hektischen Stil das Schlagzeug zu bearbeiten, bei dem auch schon mal häufiger was zu Bruch geht, woraufhin er - neben dem serienweisen durchzimmern von Sticks - kaputte Becken einfach übereinanderstapelt, um noch mal ein Maximum an Krach aus den Schrottteilen rauszuholen.
Sieht so aus, als hätten wir eine ganze Menge gemeinsam. ;)

Bin ich wirklich irgendwie seltsam? Falls ja, ist das dann wohl gar nicht so schlimm…

Montag, 6. Januar 2014

Zwei Dinge gehen mir gerade ziemlich auf den Sack

1.) Die fortschreitende Verballermannisierung des Metal
Schunkel-Pagan Metal-Bands covern Popsongs mit betont humorigen Videoclips, noch größere Spaßvögel kombinieren Guano Apes-Gedächtnisrumpelrock mit Alpengejodel und Schuhplattler. Wo man auch hinsieht  zieren bessere Partygags wie A Capella -Metal-Coverbands, Akustik-Metal-Coverbands, Volksmusik- oder Weihnachtslieder-Metal-Coverbands bereits als (Co-)Headliner diverse Event-Billings.
Es ist echt too much! Ich kann und will von diesem ganzen Schlager-Scheiß mit Pommesgabel echt nichts mehr sehen (geschweige denn hören).
Das ist aber nur meine persönliche Misere als Freund interessanter Musik, der gerade für so einen Spaßgesellschaftshumbug zu alt wird, denn es gibt ein noch viel, viel größeres Übel…

2.) Die neue Rechtstoleraz des Metal
Man kann in der Metal-Szene schon seit einiger  Zeit eine Lockerung gegenüber zum Himmel schreiender Dumpfheit beobachten. Sei es die Relativierungsplattform, die Magazine wie RockHard oder Metal Hammer gewissen Opferrollen-Idiotenkapellen (deren Musik nicht mal gut ist) bieten, allgemein der inzwischen stark verwässerte Umgang mit Grauzonen, die ins bräunliche rüberreichen, oder speziell die Tatsache, wie Mr. Burzum in jüngerer Vergangenheit seinen dritten Frühling als kontroverser Posterboy erleben durfte. 
Ich bin ja wirklich niemand, der mit einem schwarzweißen Filter von links alles und jeden auf ideologische Reinheitsgebote und unbedenkliche Bekanntenkreise abklopfen muss oder möchte, und wollte zu plakative Stellungsbezüge im Rahmen dieses Musikblogs eigentlich vermeiden, aber der (im  Grunde genommen auch ganz generell) immer kritikloser werdende „Journalismus“ im Metal-Mainstream und auch anderweitiger Musikpresse ist mir aktuell ein ziemlicher Dorn im Auge.
Hinzu kommt nämlich die Duldung, die Zeitgenossen in ziemlich eindeutigem Merchandise inzwischen erfahren, sei es in einer berüchtigten Metal-Kaschemme des Ruhrgebiets, oder auf einem Open Air Festival-Acker in der ehemaligen DDR mit eigentlich grandiosem Billing. Von offizieller Seite kommt dann gerne mal das Statement „unpolitisch“ zu sein. Unpolitisch my ass! Wenn „unpolitisch“ bedeutet, Platzverweise und Lokalverbote (hypothetischerwesie) erst bei ganz groben Klöpsen auszusprechen, und dabei über ein paar eindeutige Logos hinwegzusehen, solange die Träger eben dieser nun mal auch brav bezahlen, dann muss ich hiermit wohl Alle mit Verstand zu politischem Aktivismus aufrufen.  Ich möchte mein Bier jedenfalls nicht am gleichen Ort wie denksparsame Dumpfbacken trinken, die Werbung für Weltanschauungen spazieren tragen, die man als Mensch mit Hirn und Herz eigentlich nicht mal diskutieren möchte.
Keine Toleranz für Intoleranz!
…unless you fuckin‘ think!

Mittwoch, 1. Januar 2014

Radio Valborg

"Radio Valborg", the second demo collection, has been released today via ZEITGEISTER-Bandcamp. Besides Patrick, the original Valborg drummer, you'll also find some tracks featuring Rafael (who also redorded drums for "Iron Dreams"/Barbarian) on this volume. Be sure to check his brilliant work specially on "Wurzeln", "Sag ich nicht" and "Gerüst".

zeitgeister.bandcamp.com/album/demos-ii-radio-valborg