Freitag, 29. November 2013

Alcest - Opale (Videoclip)

Dass ich jetzt nicht unbedingt  der allergrößte ALCEST-Fan bin, ist eigentlich auch bekannt, aber sympathisch und interessant genug, trotzdem mal den neuen Videoclip von Neige und co. zu verlinken, finde ich sie dann doch...



Rückblick 2013: Die Top 3 Gurkenband-Hypes der letzten Zeit

ATTIC
Retro-Trends sind ja im Moment eh der heiße Scheiß im Metal. Ob „Vintage Rock“ im Sinne der Spätsechziger und Siebzieger, Sleaze Rock und Pudel-Metal, Thrash und early Hardcore-/Thrash-Crossover, Old School Death Metal – sie alle kamen in letzter Zeit mit einem ganzen Schwung junger Bands im Zeichen alter Ideen wieder. Darunter auch die „New Wave of True Heavy Metal“ o.s.ä. …
Und auch da gibt es bestimmt auch ‘ne Menge Truppen, die ihr Ding durchaus ziemlich gut machen, ATTIC gehören allerdings mit Sicherheit nicht zu denen.
Der Name dieser Gelsenkirchener Jungs, die diesen Sommer auf wirklich jedem Festival vom traditionellen Kneipenabend-Anheizer des Roadburns bis zum eigentlich Death und Black Metal-lastigen PartySan aufspielten, steht vor allem für handwerklich ziemlich holprig dargebotenen 08/15 Old School Heavy Metal nach infantilstem Strickmuster, mit einem grottenschlechten King Diamond-Imitator am Mikrofon, und einer albern geschminkten Karnevalsinszenierung drumherum.
„Der Drunmer ist ja eigentlich ganz gut“ dachte ich während ihres Soundchecks beim diesjährigen Hell’s Pleasure Open Air mal kurz. Inzwischen hat er die Band verlassen. Keine schlechte Idee, denn er war offensichtlich zu gut für diese unerträgliche Gurkentruppe.
Dass die sowohl beim ahnungslosen Jungvolk mit Mopedlederjacken, als auch bei verzweifelten Traditionsmetallfreunden gesetzteren Alters mit dieser Nummer tatsächlich Anklang finden, hat mich in diesem Jahr ja irgendwie ziemlich entsetzt.

DEAFHEAVEN

Eigentlich würde ich diese Band ja sogar gerne gut finden. Wirklich. Denn Bands, die in einer Überschneidung aus „eher Alternative/ Indie/ Punk/ HC Background“ und „musikalisch dann aber doch am ehesten Metal“ stattfinden, setzen häufig zumindest interessante, manchmal gar nachhaltige Impulse. Das „Best of both Worlds“-Prinzip. Dass man im - ach komm, ich sag es jetzt einfach tatsächlich mal so - „Hipster-Kosmos“ aktuell ganz große Stücke auf DEAFHEAVEN hält, ist jedoch mal wieder ein mittelschweres Missverständnis.
Jene sind nämlich lediglich eine dieser Bands, die uninspiriert in gerade als cool geltenden Subgenre-Töpfen wühlt, um sich daraus etwas zusammen zu deformieren, das auch dem Random-Hörer und Nicht-Krasskachfetischisten einen reibungsloseren Instant-Zugang gewährt. Was ja jetzt nichts grundsätzlich schlechtes sein muss, aber der konkrete Fall liegt halt so: War das erste Album „Roads to Judah“ in erster Linie ein bisschen glatt und akzentarm, so überreiben sie es auf dem diesjährigen „Sunbather“ nun völlig mit out of place wirkenden Postrock-Zwischenstücken und etwas zu grell-heiteren Melodiebögen, zu denen sich dann auch noch variationsarm-dumpfes Gebrüll gesellt. Apropos: Meine Güte, ist dieser mit Handschuhen als Stage-Gimmick auflaufende, ins Publikum rotzende, und in Interviews mitunter dümmlichste Äußerungen von sich gebende Brüllaffe ein Honk.  
Und es ist mal wieder typisch, dass voreilige Schreiber von Indiegazetten und Blogs am Puls der Zeit das jetzt als die „Irgendwie nicht Metal, aber irgendwie auch doch, erinnert uns auch voll an Screamo, und die Trvue-Köppe finden es doof!“-Sau der aktuellen fünf Minuten durchs Dorf treiben, in dem schon kein Hahn mehr nach der von zehn davor (Liturgy) kräht, während andere Bands in „Post-Black Metal“-Gefilden dieses Jahr mitunter viel interessanteres abgeliefert haben, aber eben nichts für Leute, die sich bei Musik mit Eiern nicht trauen auch noch ein zweites mal hinzuhören.  
Ja ne, lasst mal stecken, Leute…

KADAVAR

Zugegeben, ich habe es schon öfter gesagt, und sage es hiermit auch noch mal: Diese ganze Retro/ Vintage/ Psych/ Occult Rock-Schiene a la Graveyard, Orchid, Blood Ceremony, Uncle Acid and the Deatbeats etc. ist ja eh nicht so mein Ding. Ich höre zwar durchaus gerne mal Originale wie Blue Öyster Cult, The Doors, Black Sabbath oder Pentagram, habe im Archiv meiner musikalischen Früherziehung natürlich auch Platten von The Who, Deep Purple und Led Zeppelin stehen, habe mir irgendwann auch die erste Coven zu Gemüte geführt, weiß wer Roky Erickson ist und habe auch schon mal von Blue Cheer gehört, mag ferner Pink Floyd und frühe King Crimson… aber mein Verständnis für Twentysomethings, die sich Schlaghosen, Fransenwesten und Vintage-Amps zulegen, um wie eine Band von ‘67-’76 aussehen und klingen zu wollen, geht komplett gegen null.
Dass jetzt ausgerechnet KADAVAR, sogar Fenriz-approved, bereits etwas größere Clubs füllend mit an der Spitze dieser Strömung stattfinden, ist mal wieder ein gutes Beispiel für die allgemeine Ungerechtigkeit der Welt. Denn ihre Musik ist in erster Linie sacklangweilig, komplett ohne Verve, und die Karnevalsverkleidung drumherum mit den Bommel-Wollponchos, die von Gitarrist „Wolf“ so durch freie Wildbahn spazieren getragen werden, dazu dann auch noch eine ganze Spur drüber.
Substanzlose Gimmickband. „Authentischer“ Oldie-Sound alleine macht eben noch keine packenden Songs.

Mittwoch, 27. November 2013

Ol' Dirty Wizard-1000's "Funking Dead Bass Shenanigans"


(Nick Schendzielos)

Doom-Lieblingssongs

Zwei spontane Erkenntnisse beim Musikhören:

1.) Das erste, selbstbetitelte SAINT VITUS-Album ist ja doch irgendwie das beste. Der Gitarrensound ist unfassbar geil, der fast schon hardcoreige Opener räumt alles weg, und vor allem die Doom-Genredefinition „The Psychopath“ gegen Ende ist ein unglaublicher Song.
Natürlich gibt es von Vitus auch andere starke Alben (z.B. „Born Too Late“) mit starken Songs, aber irgendwie hat sich das Debüt hier inzwischen dann ja doch als mein ganz klarer Favorit herauskristallisiert.

 


2.) Dass es von PENTAGRAM diverse Songs in verschiedenen Aufnahmefassungen gibt, ist ja hinlänglich bekannt, und dass ursprüngliche, ältere Versionen oftmals mehr Magie innehatten als die späteren, teils krampfhaft mit mehr Wumms inszenierten, da sind sich zumindest viele einig.
Ein Fall, der mir kürzlich besonders bewusst wurde, ist „Be Forewarned“. Vergleicht man das auf über sieben Minuten gestreckte, harmonisiert glattgezogene und leicht cheesyge Titelsong-Epos des gleichnamigen Albums von 1994 mal mit der nur dreieinhalb Minuten langen, aus heutiger Perspektive fast schon etwas surfrockigen 1972er (!) Version (bekannt von der 2001 veröffentlichten „First Daze Here“-Compilation), gewinnt letztere um Welten:


 

Dienstag, 26. November 2013

Was springen lassen (1)

Ich hatte ja gesagt, dass ich für die Rekordzugriffszahlen ein paar Sachen springen lasse. Nun ja, I’m a busy man, und so zeitnah wie man es gerne hätte, kriegt man das in meinem Alter und Lebenswandel nicht immer hin, aber hier ist schon mal etwas für Euch.
Ja, dabei war ich damals involviert, und ja, das ist schon ganz schön lange her:
(Okay, ein paar wage Eckdaten: Proberaumparty, Bier, Drumcomputer aufgrund von Personalmangel, noch mehr Bier... außerdem vorsicht, weil lofier geht nicht...)


Montag, 25. November 2013

Wir lassen den Doom in Kölle

WINDHAND, PILGRIM
Köln, MTC, 23.11.2013


Tja, fast hatte ich schon vergessen, wie tendenziell doch eher unangenehm Konzerttrips nach Köln-Zentrum so sein können. Für Eingeborene und Wahl-Ortsansässige mag das MTC ja eine günstig zentrale Lage haben, für motorisierte Eventbesucher von außerhalb ist die Anreise allerdings, schon alleine wegen der nur selten weniger als halbstündigen Parkplatzsuche in der Ecke, der reinste Alptraum in Tüten. Und kommt mir jetzt nicht mit ÖVM, denn wenn das so einfach wäre…
Nachdem jedenfalls dann auch noch die offensichtlich defekte Parkuhr Geld verschluckte ohne irgendwas rauszugeben, und wir uns nach der entsetzlichen Erkenntnis, dass der zum MTC-Besuch eigentlich dazugehörende Asia-Imbiss Kim Phuc nicht mehr existiert, langsam mal wieder gefasst hatten, durfte gedoomt werden.

PILGRIM waren bisher jedenfalls keine Band gewesen, bei der mich ein Tonträgererwerb gereizt hätte. Als Vorband für die Doom-Band, wegen der man eigentlich da war, war das Trio allerdings genau das richtige. Stimmungsvolles Geschleppe in bester Saint Vitus-Manier, ein temporeicher Ausreißer, und eine irgendwie angenehm unaufdringliche Singstimme. Dazu noch ein etwas skurriles Erscheinungsbild, zumal der Basser gleich oben ohne auflief, das Gargamel-Catweazle von Sänger und Gitarrist aber gar die Jacke anbehielt. Und zwischenzeitlich eine neue Gitarrensaite aufzog, bevor es den letzten Song auf die Ohren gab.
War jedenfalls ziemlich kurzweilig. So sehr mich allzu traditionell oder generisch ausgerichtete Bands sonst auch schnell langweilen, so grundsätzlich gut haben PILGRIM ihr Ding gemacht, dass ich mir da mittelfristig vielleicht doch glatt noch mal ‘ne Tonkonserve zulegen könnte…

Ähnlich wie die Szenesenkrechtstarter Pallbearer sind auch WINDHAND eine Band, die es vorzüglich versteht, tendenziell mehr oder minder traditionell ausgerichteten Doom Metal mit einem zeitgemäß brummenden Stoner-/ Sludge-Gitarrensound zu versehen. Ihre Musik hat nicht nur Seele und Melodie, sondern auch Schmackes. Sängerin Dorthia klingt  live sogar einen Hauch femininer als auf Platte, und dass dabei auch schon mal ein Ton etwas danebengeht, ist im äußerst energiegeladenen Gesamtpaket dann auch irgendwie nicht so schlimm.
Dass die Band sich schon nach einer guten halben Stunde zur Zugabe zurück auf die Bühne bitten lässt, und insgesamt nicht mal eine ganze Stunde vollmacht, das waren dann unterm Strich zwar irgendwie 1-2 Songs zu wenig für einen wirklichen Headliner-Slot, aber lieber „all killer“ als mit „Filler“ sach ich dazu jetzt mal. Zumal sich das bisherige Songmaterial von WINDHAND auch nicht gerade durch großen Variationsreichtum auszeichnet.
Gefiel aber durchaus ziemlich. 

Donnerstag, 21. November 2013

Corrections House - Bullets And Graves (Videoclip)



Ken mode - Romeo Must Never Know (Videoclip)

Sind „postrockig“ angehauchte Songs mit Youtube-Clip von ansonsten viel härter veranlagten Bands jetzt eigentlich sowas wie die Powerballaden-Videosingles der 201Xer Jahre?
Anyway, neues Video von KEN mode:

 

Das leidige Thema

Eigentlich sollte hier an dieser Stelle ein erstes und letztes bzw. ein für alle mal mein abschließender Senf zu Thema Burzum stehen.
Nach ein paar weiteren Internet-Diskussionen und Kneipengesprächen, die ich auch 2013 noch zu diesem Thema mitbekam, wollte ich in ein ähnliches Horn wie Rockkolumnist Danko Jones tuten und sehr sachlich, differenziert und detailliert erklären, warum – selbst wenn man glaubt die Musik 100%ig von der Person trennen zu können – man durch das Tragen von Burzum-Merch, ob intentionell oder nicht, seinen Support für jemanden ausdrückt, dessen völkisch und offen fremdenfeindlich geprägten, bis hin zu volksverhetzenden Online-Pamphlete eine Beleidigung für jeden gesunden Menschenverstand sind.  

Dann kam mir vorm finalisieren meines fast fertigen Blogposts allerdings das Facebook-Profil des RockHard Magazins mit einem Link zum Thema zuvor.
Nachdem ich unter den Kommentaren dort schon wieder die üblichen klotzhohlen Floskeln lesen durfte, war spätestens beim ersten obligatorischen „Gutmensch“-Vorwurf der Punkt erreicht, an dem ich endgültig keinen Bock mehr hatte.
Ich habe wirklich kein Interesse mehr, noch irgendetwas weiteres über dieses Thema zu hören oder zu lesen, und noch weniger, mich an dieser grundsätzlich zu infantilem Kindergartenkleinkrieg abdriftenden Diskussion noch irgendwie zu beteiligen.
Ihr ödet mich echt so dermaßen an.

Dienstag, 19. November 2013

Für Bo

Das ist mir jetzt doch noch mal einen besonderen Hinweis wert:
Während der gemeinsamen Jubiläumsfeierlichkeiten des Bergkamener Yellowstones und des HC-Underground-Labels Horror Business Records im vergangenen Frühjahr, fiel Bo, seines Zeichens Mitglied der eigentlich zu dem Zeitpunkt nicht mehr wirklich aktiven und nur für den Anlass noch mal auftretenden Krombacher Kellerkinder, unerwartet buchstäblich tot um.
Einen Newsartikel dazu findet man u.a. hier.

Kommenden Freitag wird es im Yellowstone eine Benefizveranstaltung geben, deren kompletter Erlös an die Hinterbliebenen von Bo geht.

Zu diesem ohne Frage traurigen Anlass werden sich u.a. auch Ostwestfalen’s Finest aka die eigentlich ad acta gelegte Hardcore-Knallercombo WOOF ausnahmsweise noch mal für ein paar Songs auf die Bühne bitten lassen, was ein zusätzlicher Grund sein dürfte, an dieser Veranstaltung zu partizipieren.

Montag, 18. November 2013

Orbtthrth, Blckwvs, kl, Rcklnghsn

ORBIT THE EARTH, BLCKWVS, AKELA
15.11.2103, AKZ Recklinghausen 

Da scheine ich in letzter Zeit ja tatsächlich ein ziemlich gutes Bauchgefühl zum Thema „im Internet verkündete Konzertanfangszeiten vs. reelle“ zu haben (tjaha). Als ich mir am vergangenen Freitag auf dem Weg ins nahegelegene Recklinghausen schon extra etwas Zeit ließ, betrat ich das AKZ – und genau so war es wirklich – exakt während der letzten zehn Sekunden Sound-/Linecheck der eröffnenden Band, nur wenige Atemzüge bevor diese dann auch richtig loslegte…

Jene, AKELA aus Lüdenscheid, sieht sich laut Eigeneinschätzung wohl in der Noiserock-Ecke, ich persönlich würde das aber wohl nur bedingt unterschreiben. Da waren neben dem verzerrten Bass zwar auch so ein paar herrlich dissonante Riffs, insgesamt neigte das gebotene in meinen alten Ohren aber wohl mehr in die derbere Kerbe der Post-HC-/ Screamo-Ecke. Nicht mein bevorzugtes Metier, aber doch etwas, das ich – wenn richtig gemacht – zu würdigen weiß. Und AKELA machen dieses Ding eigentlich schon ziemlich gut.

Danach dann BLCKWVS. Der primäre Grund, warum ich an diesem Abend überhaupt vorbeigeschaut hatte. Es gibt auf diesen Blog bereits so manche Lobeshymne auf die Instrumental-Kapelle zu lesen (sie überzeugten allein dieses Jahr z.B. schon als Vorband von Tweak Bird, oder bei einem Event im AZ Mülheim), weswegen ich es jetzt an dieser Stelle mal nicht schon wieder übertreiben möchte. Nur so viel: Das Quartett wusste im Halbdunkel wieder mal mit einer mitreißenden, fast sportlichen Performance zu überzeugen, und auch das Wohnzimmer-Flair des AJZ Recklinghausens wollte irgendwie gut dazu passen.         
Freue mich jetzt schon wieder aufs nächste mal.

Als hätte man es geahnt: ORBIT THE EARTH fingen danach zu einem Zeitpunkt an, an dem man im AKZ offiziell ja eigentlich schon langsam aber sicher den Livemusik-Zapfenstreich andenken müsste - aber hey, Punkrock…
Die aus Mitgliedern von Just went Black, Ritual und Cobretti bestehende Band frönt dem „Shape of Punk that came“, wenn Ihr versteht, was ich meine. Zeitgemäßer Hardcore im besten Sinne, verspielt aber nicht verkopft, kraftvoll aber nicht aufgepumpt, aggressiv aber nicht bollomäßig-pseudohasserfüllt. Exakt die Art von Hardcore, die bei mir in einer Reihe mit Bands wie Refused, Snapcase, Botch oder Beecher (u.a.) auch heute noch ziemlich gut geht. 
Da ich mich gerade noch von einer fiesen Erkältung erholte, die sich dann doch noch etwas in den müden Knochen bemerkbar machte, trat ich dann allerdings noch während des Sets irgendwann die kurze Heimfahrt an. Im Nachhinein war davon zu hören, dass OTE es mir sozusagen gleichtaten, ebenfalls krankheitsbedingt den Gig im AKZ RE etwas vorzeitig zu beenden, und ferner das Berliner Konzert am Folgetag abzusagen. Keine Ahnung, was genau da los war, aber da kann man an dieser Stelle wohl einfach mal ein „Gute Besserung“ rüberschieben.   















Freitag, 15. November 2013

Love Sex Machine

Keine Ahnung, warum ich auf diese Perle erst mit mehr als eineinhalb Jahren Verspätung gestoßen wurde, aber: Das 2012er selbstbetitelte Album der französischen LOVE SEX MACHINE (und ja, die heißen wirklich so), kann man bei Bandcamp nicht nur umsonst runterziehen, sondern es ist ungelogen auch noch eines der besten Sludge/ Derb-Doom/ Stoner Metal Alben der letzten Jahre, zumal es nicht nur mit der dreckig-dröhnigen Ecke (vgl. Ramesses, Bongripper) flirtet, sondern zudem auch noch eine gewisse Hartkantigkeit mit präzise punchendem Groove hat (vgl. Rorcal, BSON, Sea of Bones, ein Hauch von Celeste), was in der Form ziemlich mein Ding ist.
Dass an der einen Stelle mal ein Riff etwas sehr an Yob erinnert, und an einer anderen an Unfold – who cares, denn genau so wie hier hat das zu klingen.
That's all.

Bandcamp: lovesexmachine.bandcamp.com

Elder – live @ Roadburn 2013

Auch wenn die Band auf meiner persönlichen Interessenliste eher weiter unten angesiedelt spielt, war der ELDER-Auftritt beim diesjährigen Roadburn Festival tatsächlich ganz gut.
Zum resümieren kann man sich eine Aufnahme vom besagten via Bandcamp umsonst ziehen:
http://burningworldrecords.bandcamp.com/album/live-at-roadburn-2013-2
…oder gar als Schallplatte kaufen.

Offener Brief an Heaven Shall Burn

Jungs, jetzt mal ehrlich: Lasst diesen Quatsch mit den Coversongs!
Schon das Dritte Wahl-Dingen mit Mille letztens war an der Grenze zu unhörbar, und jetzt auch noch Killing Joke’s „European Superstate“? Ernsthaft? Ein Track, bei dem mir von außen, schon vorm Hören des Resultats, vom grundsätzlichen Ansatz her klar ist, dass diese Nummer – im Original auch schon nicht gerade mein Lieblings-KJ-Song, aber darum geht’s nicht - in Euren Bollergröl-Stil übersetzt zwangsläufig nur ziemlich scheiße klingen kann? Wie kommt man eigentlich überhaupt, lyrischer Inhalt hin oder her, auf die Idee, dass sowas Sinn machen könnte?

Dienstag, 12. November 2013

Black Shape of Solingen

#FirstWorldProblems: Wieder mal die Qual der Wahl am Samstagabend. Fährt man sich mal in Solingen die doch eher ziemlich selten in NRW aufkreuzende Dronedoomsludge-Urgewalt BLACK SHAPE OF NEXUS angucken (wo als netter Bonus noch Nightslug hinzukämen), oder gibt man sich um die Ecke im Essener Turock die New Yorker Death Metal-Legende Incantation?
Die Wahl fiel auf BSON.
Da allerdings meine letztem 2-3 Wochen bereits von „Pleiten, Pech und Pannen“, stündlichen Planänderungen, Missgeschicken und kleineren Ärgernissen geprägt waren, verwunderte es mich selbst dann allerdings auch nicht mehr groß, dass ich vom „Solingen Sludge Fest“ in der Location namens Waldmeister – und bitte fragt jetzt nicht warum genau eigentlich – nur zwei der fünf spielenden Bands wirklich sah. Ferner scheint sich mein schlechtes Karma inzwischen bereits auf partiell Mitreisende und aufspielende Bands zu übertragen...
ALEPH NULL waren mit ihrer Mischung aus doomigem Sludge-Gegroove, Spacerock-Anflügen (nicht zuletzt durch den Hall auf den Vocals), und gelegentlichen Tritten aufs Gaspedal zum Aufwärmen jedenfalls recht kurzweilig, auch wenn ihr Basser ‘ne ganze Spur zu clownig ist. Wenn da die Tonkonserve kommt, sollte man vielleicht mal ein Ohr riskieren…
„Der Malte, der lebt das richtig. Der Malte ist Doom“ hatte ein gemeinsamer Bekannter von Band und mir einst über den BSON-Frontmann gesagt. Ich füge hinzu: Seine Gesichtsakrobatik beim performen muss man außerdem mal gesehen haben. Das wiederum konnten allerdings nur die ersten 2-3 Reihen in der überschaubaren Bude so richtig gut, da die halbe Band vor anstatt auf der Minibühne Platz nahm. 

Da muss man sich dann schon entscheiden, ob man sich weiter vorwagt, zu den enthusiastisch mitmachenden Provinzpartyhengsten, die mit Bier um sich spritzend zu jeder Band ihre Shirts erneut auszogen, oder ob man sich weiter hinten von dem kettenrauchenden, etwas penentrant zu nah stehendem Pärchen auf den Sack gehen lässt, dessen ratzevolle Alte einen dauernd anrempeltanzt, während man ihm wiederum anmerkt, dass er es mit dieser Art von Musik nicht so wirklich hat, sondern lediglich vorbeikam, weil in der Gegend mal was ist… nothing wrong with that, aber…
Auch BLACK SHAPE OF NEXUS waren jedenfalls vom Pannenteufel befallen, denn als man gerade richtig schön drin war, sich die Knallernummern ihres aktuellen Albums „Negative Black“ um die Ohren hauen zu lassen, rauchte ein Amp ab. Die dadurch entstehende Zwangspause nahm dem Ganzen dann zur zweiten Hälfte des Sets schon irgendwie ein bisschen Stimmung, muss man mal ganz ehrlich sagen.
Summa summarum ist es allerdings zweifelsohne eine durchaus bemerkenswerte Sache gewesen, BSON in der monströsen Wuchtigkeit ihres neueren Songmaterials endlich mal live erfahren zu haben, und da ich einen Teil des Wegs und Abends immerhin eine sehr angenehme Begleitung hatte, ist die ganze Aktion trotz etwas chaotischer Begleitumstände auf jeden Fall unter „recht netter Abend“ zu verbuchen.
Darf sich beides gerne wiederholen, nur vielleicht nicht unbedingt im Solinger Waldmeister...

Samstag, 9. November 2013

Donnerstag, 7. November 2013

Ach ja: Failure

Für den Fall, dass Ihr es noch nicht mitbekommen haben solltet: FAILURE gibt es wieder.
In den 90ern mal ein Geheimtipp mit Major-Deal, veröffentlichten FAILURE aus L.A. vor allem mit „Magnified“ und „Fantastic Planet“ zwei Alben, die unter Alternative-Hörern so manchen Freund fürs Leben fanden, aber trotz Videosingle auf MTV blieb der psychedelisch angehauchten Band größerer Ruhm verwehrt.
Wir sind gespannt, was da jetzt wohl noch kommen mag…
...oder auch nicht.

Gruenewald

Keine Ahnung, warum genau die Zeitgeister-Jungs gerade auf Facebook und via E-Mail-Newsletter den Hinweis auf GRUENEWALD raushauen, obwohl die Aufnahmen schon etwas älter zu sein scheinen. Aber da verbreite ich die Kunde trotzdem gerne mal mit.
Bei GRUENEWALD handelt es sich um ein Projekt von Christian Kolf (Valborg, Owl), mit der Schlagzeug-Unterstützung von Florian Toyka (Valborg, Klabautamann). Geboten wird sowas wie semi-akustisch klingende, epische Rockmusik, die für das Etikett Prog in meinen Ohren etwas zu minimalistisch ist, für eine Schublade wie Ambient oder Postrock dann aber wiederum doch zu sehr nach „Metal-Typ macht ruhigere Musik“ klingt (in keiner Weise irgendwie abwertend gemeint).
Vom generellen Vibe erinnert es mich auch schon mal einen Hauch an Opeth‘ „Damnation“-Album, aber eben auch nur einen Hauch.
Wer Bock auf Herbstmusik hat geht zu: zeitgeister.bandcamp.com/album/gruenewald

Montag, 4. November 2013

Downfall of Gaia und so...

Tja, auch so kann‘s gehen. Als die Qual der Wahl der Samstagabendgestaltung im Raum stand, war schon mal angedacht gewesen, sich vielleicht knapp hinter der holländischen Grenze das „Mud Fest“ zu geben, bei dem u.a. Rorcal und Windhand am Start waren. Auch Russian Circles und Chelsea Wolfe in Köln war eine Option. Jedoch nur solange bis ich davon erfuhr, dass am gleichen Abend in der gleichen Stadt an anderer Stelle mit Nicoffeine und Valborg zwei der aktuell aufregendsten Bands überhaupt gastierten. Was wiederum erst auf mein Radar rückte, als ich schon jemandem zugesagt hatte, statt eines größeren Trips dann doch mal wieder nach Mülheim an der Ruhr mitzukommen, wo u.a. DOWNFALL OF GAIA aufspielten.

Also doch schon wieder im AZ Mülheim. Wo ich dieses Jahr glaube ich schon öfter war, als in allen anderen Jahren zuvor zusammen nicht…
Unter dem Titel „Novembers Apocalpyse“ fand dort jedenfalls für ‘n schlappen Fünfer Eintritt ein Event mit Bands aus verschiedenen Ecken des Hardcores statt, die sich auf dem Papier bzw. Screen in der Kurzbeschreibung größtenteils recht vielversprechend und brauchbar lasen. 
Was soll ich sagen. Dass „Hardcore“ und ich seit dem Bollo-Hype und Pressure Fest-Zenit damals (zugegeben fast schon traumatischerweise) nicht mehr die allerbesten Freunde sind, ist so ein Thema für sich. Was sich auch an diesem Abend mal wieder ein bisschen bemerkbar machte.

Bei unserer Ankunft spielten LAVATCH aus Köln, die sich u.a. sludgy Southern Rock-Einflüsse auf die Fahne schreiben. Keine Ahnung, wie die auf Konserve klingen, aber live war das mitbekommene für mich dann eben doch ziemlich nah an diesem Windmühlenmosher-Einerlei, auf das ich irgendwie keinen Bock mehr habe. Sorry, falls ich Euch da Unrecht tun sollte, Jungs. Aber irgendwie war mir da schon nach einem oberflächlichen Eindruck spontan eher nach Theke als weiterer Konzertraumanwesenheit…

Es folgten FOREVER YOUNG VIKTORIA aus Gelsenkirchen, die nicht nur einen für ‘ne harte Band seltsamen Namen, sondern ebenfalls on stage eine etwas seltsame Außenwirkung haben. Musikalisch können sie sich nicht zwischen Allerweltsdorfcore und sowas wie Mathcore entscheiden, und bieten das Ganze auch noch mit einem etwas zu faden „Guys next door“-Charisma dar. Also, bevor wir uns missverstehen: Ich will nicht sagen, dass die erst mal durchaus nicht unsympathischen Typen ihr Ding schlecht gemacht haben. Handwerklich solide etc. war das absolut. Es war allerdings nix, von dem der Funke trotz verhältnismäßig guter Ausgangsposition zu mir übergesprungen wäre.

Ähnlich verhielt es sich mit den Essenern KINGS OF FORLORN LANDS. Ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht. Auch dieses Trio (zwischendurch mit eifrigem Gastshouter), das schon ziemlich „New School“ unterwegs ist und dabei auch mal sowas wie einen Hauch von Screamo durchblitzen lies, war ebenfalls so ein Fall von „keine Ahnung, ob es primär an mir liegt, oder die ganze Sache tatsächlich auch objektiv ein bisschen durchwachsen ist“. Keine Ahnung, wirklich nicht. KOFL hinterließen mich etwas ambivalent und ohne definitives Urteil.

Mit DOWNFALL OF GAIA dann jetzt die wohl einzige ansatzweise „hippe“ Band des Billings ziemlich abzufeiern, den Vorwurf werde ich mir wohl ggf. gefallen lassen müssen. Fakt ist allerdings, dass deren Neocrust mit einer Extraportion Atmosphäre (über vielzitierte Postrock- und Black Metal-Elemente) dann ja doch ziemlich meinen Nerv trifft. Spannende Songaufbauten, die immer wieder in knallende Raserei explodieren, und dazu breiflächige Gitarren mit kühlem Klang und coolen Melodiebögen. Und an der unprätentiösen Livepräsentation davon gab‘s auch wirklich nichts zu meckern.
Ich fand’s super, gute Band!
Ist schon mal wieder ‘ne ziemliche Ungerechtigkeit, dass sowas wie Deafheaven aktuell von Einigen zum heißesten Ding der Stunde hochgekocht wird, während eine ziemlich mächtige Band wie DOWNFALL OF GAIA, die stilistisch nicht wirklich weit davon weg ist, genau diese Leute mal wieder nicht interessiert…

Zum Abschluss durften dann noch THE PSYKE PROJECT aus Dänemark ran, denen per Definition ebenfalls Sludge- und Black Metal-Elemente nachgesagt werden, wovon ich allerdings ehrlich gesagt nichts rausgehört habe. Ich traue mich schon fast gar nicht, das auch an dieser Stelle schon wieder zu schreiben, aber nicht nur dank vereinzelter Kampfsporttänzer im Publikum war mir das mal wieder den einen Tick zu nah an dieser Art von Metal-/ Hardcore, die mir vor einiger Zeit von Maroon und Konsorten ziemlich verleidet wurde.  
Mag sein, dass das bei Tageslicht betrachtet u.U. nicht so ganz gerechtfertigt sein könnte, aber…

Was soll ich sagen, nicht zuletzt auch wegen der unglaublich guten Pizza um die Ecke, aber natürlich hauptsächlich für DOWNFALL OF GAIA hatte sich der Besuch von Mülheim an der Ruhr auch diesen Abend trotz allem mal wieder gelohnt. Was den Rest des Billings betrifft: Wie gesagt, es liegt teilweise wohl zugegeben an mir, aber ich hab‘s zumindest versucht.

 
 
 
 

Gna

Keine Ahnung, was genau die bei Blogger in letzter Zeit geändert haben, aber ich habe den Eindruck, dass hochgeladene Bilder hier neuerdings automatisch noch weiter runterkomprimiert werden, und dann online nicht mehr so scharf sind, wie ihre Quelldateien. Was ich ein bisschen seltsam und auch etwas ärgerlich finde. Sollte ich das hier in Zukunft so ähnlich wie bisher weiterführen, muss ich wohl tatsächlich mal über den Umzug auf eine andere Plattform nachdenken…