Dienstag, 31. Januar 2012

Muss mal wieder gesagt werden

“DCLXVI: To Ride, Shoot Straight and Speak the Truth” und “Uprising” sind und bleiben die männlichsten Alben des Universums.



Mittwoch, 25. Januar 2012

Orphan

Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass die New York Times den Tod von OPRHAN’s Brendan Majewski bekannt gab.
Die nur aus Schlagzeugerin Speck Brown und Majewski am verzerrten Bass und Mikrofon bestehende Band stand in der jüngeren Tradition lärmiger Powerduo-Formationen, die sich in den stilistisch verwachsenen Badlands zwischen Pfaden wie Noise- und Stoner Rock, Crust Punk und Sludge Metal bewegten. Die Vocals waren dabei vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig - was die Band allerdings auszeichnete, war eine wilde Dynamik mit ungekünstelt spontanem Abrock-Flow, was unter der Oberfläche ihres räudigen Sounds durchaus einiges an songschreiberischem Facettenreichtum durchblitzen ließ.
Außerhalb von NY und eingeschworener Undergroundkrach-Nerdkreise machten sich ORPHAN keinen nennenswerten Namen. Woran auch eine mit unglücklichem Kalauer betitelte und darunter gleich mal mit Selbstweihräucherung fortfahrende News-Meldung beim Visions nichts änderte (sorry Jan, aber … *kopfschüttel*).
Warum sich Brendan Majewski vor einem Jahr selbst entschied, diese Welt zu verlassen, weiß ich nicht. Gedenken wir ihm dennoch mit dem Hören der beiden OPRHAN-Alben „Aborted by Birth“ und „Decapitated Lovers“, die einen rohen, naturbelassenen, ursprünglichen Charme besitzen, der weiten Teilen der sog. Metal-Szene heutzutage völlig abgeht, sowie einen Biss und Härtegrad, den man in angrenzenden Alternative-/ Indie- und Punk-Regionen oft vergeblich sucht.

Hier außerdem noch ein Link zu Aufnahmen (Video und mp3-Downloads) von Orphan-Coversongs, die KRALLICE bei der „Brendan Majewski Tribute Show“ spielten.

Freitag, 20. Januar 2012

Cop Shoot Cop - Release

Eines ist mir kürzlich mal bei Dauerrotation o.g. Albums bewusst geworden:
Heutzutage fallen mir ja nur wenige Bands ein, die anfangs mal irgendwie ungeschliffener, härter, eigensinniger waren, und dann schrittweise glatter wurden, ohne dass der allgemeine Tenor dazu „früher waren die besser“ ist. (Es sei denn, man ist Visions-Mitarbeiter und hält „Crack The Skye“ tatsächlich für das beste Mastodon-Album - ja, das hier ist ein Seitenhieb auf einen Bekannten.)

COP SHOOT COP’s „Release“, aus dem Jahr 1994, ist jedoch eine grandiose Ausnahme zu dieser Regel.
Auf ihrem Debüt „Consumer Revolt“ (1990) machte die Band noch eine Art von Industrial/ Noise Rock, der nicht gerade massentauglich war. Denn mag man mit der hier wohl oft bemühten „Industrial/ Alternative“-Schublade Assoziationen wecken, die bei Vielen eher in Richtung Gravity Kills, Stabbing Westward, KMFDM und co. gehen, war die eigenwillige Musik der Band, mit zwei Bässen und ohne Gitarre, dann ja eigentlich doch etwas eher näher an den, wie CSC ebenfalls aus NY City stammenden Künstlern der „No Wave“ a la Swans und Foetus, vielleicht sogar ein bisschen an den Neubauten angesiedelt.
Auf dem dritten Album und Major-Debüt „Ask Questions Later“ (1993) waren COP SHOOT COP dann zwar schon ein gutes Stück rockiger, Song-orientierter und zugänglicher geworden, aber auch dem konnte man gewisse Ecken und Kanten und gelegentliches Industrial-Feeling nicht absprechen. Der Song ‚Room 429‘ von besagtem Werk kam übrigens später auf Strapping Young Lad’s einzig wirklich zwingendem Album „City“ noch zu Coverversion-Ruhm, aber das nur nebenbei.

Was sie dann auf ihrem letzten Album „Release“ beibehielten, war neben Experimentierfreude mit unerwarteten Fremdgenre-Einflüssen natürlich auch der eine oder andere krachige Moment. Was sie mit hinzunahmen, war eine richtige Gitarre. Was sie losließen, war die Angst vor Härteverlust durch tolle Melodien und popigen Hit-Momente (und hier darf man auch gerne weiterhin gewisse Parallelen zu Swans und den Neubauten sehen, auch wenn CSC dagegen eindeutiger eine „Rock“-Band sind) .
Diese Album durchzhören ist mit seiner Mischung aus lebensfreudigem Schmiss und humorvollen Lyrics, die einem dabei schon mal zum verstehenden Grinsen mit leicht zynischem Anklang bringen, eine wahre Wonne. Die Highlights sind das nach Gesten-reichem Showtune klingende ‘It Only Hurts When I Breathe’, das Piano-getragene ‘Lullaby’ und die rhythmisch angehackt treibende Loserhymne ‘Any Day Now‘ – drei Songs, die einem schon nach wenigen Rotationen der Scheibe nie wieder aus dem Kopf gehen werden. Und dabei haben vor allem die ersten beiden mit dem, was man gemeinhin so als Noise-/ Industrial/ Alternative Rock abstempeln möchte, eigentlich gar nichts mehr zu tun. Es sind einfach nur gute Songs, mit einer Portion Exzentrik.

Wie gesagt: „Release“ ist einer der seltenen Fälle, wo ich das Pop-Album einer Band tatsächlich mal wesentlich (!) geiler als ihren Frühwerk-Krach finde. Ohne Frage eines der besten Alternative-Alben der 90er, das außerdem erstaunlich gut gealtert ist.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Demnächst so

In Kürze erscheint das neue (Doppel-)Album von CRIPPLED BLACK PHOENIX, deren „Endzeit-Balladen“ mir ja ganz gut gefallen, und manchmal genau das richtige für Schlechtwetterabende sind, wie wir sie gerade öfter mal haben.
Ferner mit „Das Old School Format der Zukunft“ das Debüt eines JaKa-Nachfolgeprojekts unter dem Namen CHRIST OF KATHER | MARKUS MARIA HOFF, was auch interessant zu werden verspricht.

Im Februar erscheint ein neues Album von TERRORIZER. Ob man das ohne den verstorbenen Gitarristen Jesse Pintado allerdings wirklich haben muss, ist aber so eine Sache für sich.
Parallel kommt von einer weiteren Band, in der Pintado mal mitgespielt hat, ein neues Album: Die Rede ist natürlich von NAPALM DEATH, von denen ich mir nur zu gerne jedes neue Album wieder gebe, auch wenn man hier wohl keine großen Überraschungen mehr erwartet.
Ebenfalls im Februar veröffentlichen CORROSION OF CONFORMITY ein neues Album in Old School Knüppel-Triobesetzung. Hier weiß ich aber trotz aller Wertschätzung der Klassiker dann wiederum nicht so ganz, ob ich das wirklich brauchen werde.

Bis dahin also nichts, was ich mit Euphorie erwarten würde, aber im März ist dann dick im Kalender angestrichen, dass ein neuer Longplayer der Noiserock-Giganten UNSANE ins Haus steht, begleitet von einer „covern sich gegenseitig“-Split 7“ mit den MELVINS. Hell fuckin‘ yes.

Veröffentlichungsdaten der neuen Scheiben von BARONESS und PIG DESTROYER scheinen noch nicht zu stehen, aber die sind/waren wohl beide schon in Mache und wohl auch das, auf was ich schon letztes Jahr am interessiertesten gewartet habe.
Das Zweitwerk von MARES OF THRACE wird ebenfalls mit einigem Interesse erwartet.

Weitere Bands, die in der ersten Jahreshälfte '12 ein Album oder eine EP veröffentlichen werden, bei denen man vielleicht mal ein Ohr riskieren möchte: St. Vitus, Testament, Asphyx, Cynic, Secrets of he Moon, Goatwhore, Pelican, Earth, Municipal Waste, Meshuggah, Monarch!, Ministry.

Montag, 16. Januar 2012

Freitag, der 13.

… war wohl in der Tat kein gutes Omen für den ersten Konzertabend 2012.
Der Reihe nach. KYLESA kamen mal wieder in die Gegend. Mit dabei: Die seit ihrem aktuellen Album verstärkt auf der Rechnung zu habenden KEN MODE und die zum ersten mal auf Europatour kommenden CIRCLE TAKES THE SQUARE.

Meine Anreise timete ich dabei so, dass ich den beim letzten Konzert 2011 (mit Hierophant und Oathbreaker) noch genossenen Local Support RED APOLOO nicht schon wieder sehen musste. Denn so gerne ich die Jungs als Dortmunder Band gut finden und supporten wollen würde … ne, Leute. Sorry, aber echt nicht. Nasen, die man von diversen Hard-/Metalcore-Bands aus der Gegend kennt, haben sich hier zusammen getan, auch mal was Richtung „Post-Metal“ zu machen. Generisch, unspannend und identitätslos.

KEN MODE haben dann am ersten Abend der Tour auch mal gleich schon beim Soundcheck Anlaufschwierigkeiten. Irgendwas läuft zwischen kettenverkabelten Effektpedalen und Amp nicht ganz rund. Der nur in Radlerhose auflaufende Drummer sorgt derweil beim einen oder anderen für Erheiterung. Im Übrigen wurde dabei dann auch recht deutlich, dass die Kanadier diesem Leben nicht mehr nennenswert größer und beliebter werden dürften. Das ist 'ne Nerd-Band für Nerd-Fans. Dass sie in der Blogosphäre und unter einigen wenigen Zweitgeist-bewussten Übersee-Musikjournalisten höchstgeschätzt werden, kann nichts daran ändern, dass KEN MODE nicht cool genug sind, um noch mal Szene-Stars zu werden, und nicht unbekümmert und souverän genug, um auch ohne szenige Coolness cool zu sein. Die Jungs kommen halt etwas flachzangig rüber (bis auf den kalifornischen Basser, aber der ist ja eh nur temporär).
Der Sound in Oberhausens „Maschinenraum der Turbinenhalle“ ist dann leider auch noch unter aller Kanone, als KEN MODE mit ‚Obeying The Iron Will...‘ und ‚Never Was‘ den Gig so anfangen und beenden, wie ich persönlich ja schon das starke aktuelle Album angefangen und beendet hätte. Summa summarum war ein okay gehender Auftritt, wenn man die Songs kennt und mag. Aber der Sound ging wie gesagt überhaupt gar nicht, und verleidete einem die Sache schon etwas.

Und es wurde auch nicht besser, als CIRCLE TAKES THE SQUARE dann nach einer dreiviertelstündigen (!) Umbaupause mit weiteren technischen Problemen endlich mal anfingen. Der eh schon nicht einfachst zugängliche Frickelscreamo mit narrativen Songstrukturen war beim in dieser Bruchbude vorherrschenden Kacksound (ich bitte meine harsche Ausdrucksweise zu entschuldigen) kaum zu ertragen. Nicht wenige waren extra gekommen, um endlich mal CTTS zu sehen, und danach zurecht eher ein bisschen angesäuert.

Meine Haltung zu KYLESA, bei denen schon wieder irgendein personeller Wechsel in der Rhythm Section stattfand, ist inzwischen ja recht ambivalent. „Static Tensions“ war seinerzeit ein starkes Album und ihre vielen Konzerte zu der Zeit oft – nicht immer, aber doch oft –durchgängig sehr mitreißend. Als sie dann auf dem recht popigen „Spiral Shadow“ über weite Strecken genau das wegließen, was ich an ihnen zuvor so bestechend fand (geil groovende Riffs in nicht zu gewöhnlichen Song-Arrangements), und beim entsprechenden Konzert zum Album auch nicht gerade überzeugten, musste ich wieder etwas auf Distanz gehen.
Als sie an diesem Abend nach einer dann auf einmal doch überraschend kurzen Umbaupause loslegen, können sie nicht vollends versöhnen, sind es aber größtenteils selbst nicht in schuld. Die Band legt einen unglaublichen Energielevel vor, so dass es mir schon leid tat, dass dieser mich aufgrund des übersteuert-breiigen Sounds der Maschinenraum-Anlage nicht anstecken wollte. Es war wirklich nicht auszuhalten. Zudem ging mir einer der beiden Schlagzeuger, der dieses mal nur ein Steh-Set ohne Bassdrum (???!) spielte, mit seinem Jamblock und zwischenzeitlichen Keyboard-Einlagen auf die Nerven, und dem Cope gehört wirklich mal das Theremin weggenommen.
Ein weiterer, eher durchwachsener Gig der Band, die der ganz heiße Scheiß der letzten 1-2 Sommer war. Wie gesagt, größtenteils konnten sie dieses mal nicht mal was dafür, aber ob sie ihre ’09 rum eigens hochgelegte Messlatte noch mal wieder zu nehmen schaffen bleibt spannend …

Dienstag, 10. Januar 2012

und die nächsten

Sowohl AT THE DRIVE-IN als auch REFUSED spielen diesen Sommer Reunion-Shows? Und im Netz gehen Leute deswegen euphorischst apeshit? Wir leben in Zeiten, leben wir, ich sach’s Euch …

Crowbar...

Gut Ding will Weile haben: So langsam, wie sich Gitarrist und Sänger/ Brummer Kirk Windstein (natürlich auch Gitarrist bei Down und dem Bollo-Doom-Hybrid Kingdom of Sorrow) und seine Mitmusiker durch so manchen Song schleppen, so lange habe ich dann jetzt auch gebraucht, mir ihre aktuelle Scheibe „Sever the Wicked Hand“ endlich mal zuzulegen und zu Gemüte zu führen. Und eines kann ich schon jetzt mit ziemlicher Sicherheit feststellen: Das Teil gefiel mir beim ersten Durchlauf bereits wesentlich besser als der (meiner damaligen Meinung nach) etwas nichtssagende 2005er Vorgänger „Lifesblood for the Downtrodden“.
Woran das alles eigentlich genau liegt, kann ich im Detail noch nicht mal so richtig sagen, aber hier scheint CROWBAR am Gebotenen schlichtweg vieles sehr gut zu Gesicht zu stehen. Zum Beispiel, dass ihr gelegentlich von grobschlächtigen Hardcore-Eruptionen durchbrochener Doom Metal mit einem sehr unaufdringlich-klarem Sound inszeniert wurde, anstatt so künstlich gefettet, wie man es sonst heute zu oft hört. Auch, dass einige Songs einen schon eher recht traditionell und klassisch anmutenden Anstrich haben, funktioniert in Kombination damit sehr gut.
In Zeiten, in denen Sludge Metal ein geflügelter Begriff geworden ist, haben es die neben Acid Bath, Eyehategod, Buzzoven, und Grief natürlich ebenfalls zu den Genre-Pionieren zählenden CROWBAR offensichtlich noch weniger denn je nötig, sich irgendwo anzubiedern. Das war jetzt eine ziemlich dämliche Phrase, ich weiß, aber da ist tatsächlich etwas sehr befreites, das diesem Album anhaftet. Etwas authentisches, in seinen martialischen und emotionalen Posen.
Auch wenn hier eine Altherrenkapelle viele, viele Jahre nach ihrem Zenit noch mal abliefert, und man das natürlich auch von der Band selbst schon mal mit etwas mehr Biss, Leid und Heavyness gehört hat; und die Frage, ob man das denn noch wirklich braucht dabei zwangsläufig aufkommt – Crowbar matters, ohne Scheiß.
Dass „Sever the Wicked Hand“ in kaum einer Jahresliste auftauchte (und da muss ich mich selbst ja auch mal für mein langes Versäumnis selbsteinsichtig schämen), ist nachvollziehbar wie sträflich zugleich. Schlussendlich kann ich diesen ewigen Underdog-Status der Band, dessen einstiger Popularitätsgrad unter (inzwischen wohl auch aus der aktiven Musikliebe herausgewachsenen) Pantera-Fanclubmitgliedern schon länger passé sein dürfte, aus meiner bequemen Konsumentenperspektive auch einfach mal sympathisch finden.

Mittwoch, 4. Januar 2012

nun denn

Jau, frohes neues und so. Um den Jahreswechsel rum bin ich etwas schreibfaul gewesen, hatte allerdings ausnahmsweise auch mal nicht so viel zu sagen, geschweige denn die Zeit für den Blödsinn. Auf weitergehenden 2011er Listenwahn habe ich eh keinen Bock.

Zuletzt noch zugelegt habe ich mir das im September veröffentlichte Kooperations-Album der geschätzten Dronedoomsludge-Sakralchorsample-Industrial-Verzweiflungsgeschrei-Wuchtigkeits-Ausnahmecombo THE BODY und der mir bis dato noch unbekannten BRAVEYOUNG unter dem Titel „Nothing Passes“. Jenes bietet zwischen ausgereizten Drone-/Noise-Flächen auch von THE BODY gewohntes, um dann allerdings völlig überraschend mit so etwas wie einer Folk-/Gospel-Nummer samt weiblichen Gast-Vocals abzuschließen. Unterm Strich nichts, was man unbedingt haben müsste, aber für die Zeitgenossen, die gerne mal „was anderes“ zu Ohren bekommen möchten, eine Empfehlung unter Vorbehalt. Außerdem habe ich in letzter Zeit, aus irgendeinem nicht wirklich greifbaren Grund, auch auf einmal mehr Bock auf kompaktere EPs und Mini-Alben wie dieses.

Vergessen hatte ich, auf die kostenlos bei Bandcamp herunterladbare Weihnachts-EP von AGORAPHOBIC NOSEBLEED hinzuweisen, aber da Weihnachten nun vorbei ist, ist das ja jetzt auch egal. Ferner gibt es auf besagter Plattform im Übrigen einen „pay what you want“-Download der Split-Platte von ASH BORER und FELL VOICES. Kann man sich geben.

Tatsächlich mal ein Ohr riskiert habe ich außerdem, nicht lachen, dann doch mal bei der neuen KORN, und auch wenn ich schon zu einem ausführlich lästernden Review angesetzt hatte, dann wohl trotzdem irgendwie beschloss, dass mir das dann eigentlich doch zu unwichtig ist, als dass ich dazu unbedingt meine Meinung durchs Netz posaunen müsste. Ich werde bin wohl schon altersmilde.

Zur aktuellen MASTODON möchte ich im Gegenzug dann aber doch noch mein Schweigen brechen: Nach „Blood Mountain“ und „Crack The Skye“ war ja abzusehen, dass auch „The Hunter“ den eingeschlagenen Pfad zu mehr „Rockigkeit“, bzw. zu einem stärker von traditonelleren als von extremeren Metal-Spielarten beeinflussten Schwerpunkt mit Psychedelic- und Prog- Akzenten fortführt, der sie noch ein ganzes Stück glatter, skelettierter und zugänglicher präsentiert. Was daraus natürlich noch kein schlechtes Album per se macht. Hier hat man es allerdings eher mit den Mastodon zu tun, die natürlich auch von Maiden, Priest, Metallica, Thin Lizzy, Led Zep usw. beeinflusst wurden, als mit den anfangs mal als Today Is The Day-Spin Off wahrgenommenen Mastodon, die in der Vergangenheit immer wieder Namen wie Eyehategod, Buzzoven, Neurosis und die Melvins als Grundsteine ihrer Inspiration betonten. Auch hier: Grundsätzlich nothing wrong with that, aber mich persönlich kicken Bands wie TITD, Eyehategod, Buzzoven, Neurosis und die Melvins heutzutage eben doch erheblich mehr als solche, die zu nah an Maiden, Priest, Metallica, Thin Lizzy, Led Zep usw. tönen. Been there, done that. let’s move on.

Und hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die aktuelle MACHINE HEAD totaler Murks ist?

Die bisher am interessiertesten erwarteten Alben 2012 sind jedenfalls: Pig Destroyer, Baroness.


Blick über den Tellerrand:
Diesen Monat erscheint übrigens der neue JOHN SHIRLEY-Roman „Everything is Broken“, mit dem er endlich mal wieder das Feld „politisch motivierte Nahzukunfts-Dystopie“ bedient. Ferner kommt in Kürze auch noch eine Omnibus-Edition seiner legendären „Eclipse: A Song Called Youth“-Trilogie, die zu meinen absoluten Lieblings-Literaturwerken gehört und allgemein bisher kaum ausreichend gewürdigt wurde. Während Kumpels wie Gibson über künstliche Intelligenzen im virtuellen Raum sinnierten, skizzierte der als heimlicher Cyberpunk-Initialzünder geltende Shirley damals in besagter Reihe ein beängstigendes Bild von Faschismus unter dem Banner des amerikanisch-konservativen Christentums, und von einem Bürgerkrieg in Europa, gewürzt mit einer ordentlichen Brise Rock’n’Roll-Pathos. Das Ganze mag an einigen Stellen schon etwas retrofuturistisch und altbacken wirken, ist in seinen Motiven allerdings absolut zeitlos und relevant, und daher auch „highly recommended by me“.

Was noch?
Während der Feiertage übrigens endlich mal gesehen: Die erste Staffel der TV-Serie The Walking Dead, eine Adaption des gleichnamigen Comics von Robert Kirkman. Gefiel mir, ich freue mich schon auf die zweite.
Talkin’bout Comic-Adaptionen in bewegten Bildern und so: Der Captain America-Film war ganz okay. Paul, von und mit Simon Pegg und Nick Frost, erwartungsgemäß auch. Jonah Hex ist allerdings tatsächlich ziemlich, ziemlich übel, und der Mastodon-Soundtrack wirklich das erträglichste daran.