Sonntag, 27. November 2011

Heinali and Matt Finney - Ain’t No Night

Eigentlich habe ich auf dieses Album in einem Sammel-Post bereits hingewiesen. Und ursprünglich dachte ich mal, das es so ein Fall von „finde ich gerade gut, höre ich mir bestimmt aber auch bald erst mal wieder für 'ne Weile leid“ ist. Allerdings musste ich kürzlich dann doch feststellen, das es doch eher ein Fall von „höre ich mir ja doch nicht leid, meine Damen und Herren, hier haben wir es ja tatsächlich mit etwas verdammt großem zu tun!“ ist.
Und dafür, das einzugestehen, und noch mal extra zu betonen, weil man es kann, genau dafür hat man doch einen Blog, anstatt seinen Pseudo-Expertennarzissmus damit auszuleben, für alberne Webzines Reviews in Stein zu meißeln.

Bei „Ain’t No Night“ handelt es sich nicht im die erste Veröffentlichung der Kooperation von HEINALI AND MATT FINNEY, und wenn man Einzel(cover)song-Veröffentlichungen außer der Reihe mitzählt, inzwischen wohl auch nicht mehr um die aktuellste, aber: Was die beiden hier in vier Tracks von fast 36 Minuten Gesamtspiellänge hinzaubern, trifft den Nagel beängstigend perfekt auf den Kopf.
Die Musik der ukrainischen 1-Mann-Band HEINALI ist stimmungsvoll und lebendig, dennoch von hörbar maschinellen Bestandteilen durchsetzt, und vereint Doom/ Shoegaze/ Drone/ Postrock, Industrial und Blues. Das erinnert an Nadja, Angelic Process u.ä., an Earth, auch schon mal an Nine Inch Nails, und hat ebenfalls ein gewisses David Lynch-Feeling. Dicht surrende Gitarrenwände, batschender Drumcomputer, Piano-Einsätze, Geräusche und Akustikklampfe.

Perfekt abgestimmt ist diese Heimwerker-Musik mit den Spoken Words des Amerikaners MATT FINNEY, der irgendwo zwischen Depression und derbem Humor unterwegs ist.

Und das Gesamtergebnis dieser Zusammenarbeit ist, nach vorangegangenen, passablen Aufwärm-Releases wie „Conjoined“, dieses mal in Form von „Ain’t No Night“ wirklich der absolute Knaller geworden. Ich kann Euch echt gar nicht ausreichend anschaulich formulieren, wie hin und weg ich von diesem Album bin. Das muss man halt wirklich einfach mal selbst gehört haben.
„Ain’t No Night“ ist tatsächlich, völlig außer Frage stehend, eine der zwingendsten und geilsten Suchtpotenzial-Veröffentlichungen des Jahres!
Ich habe gesprochen.

Käuflich zu erwerben hier: paradigms-recordings.com

Freitag, 25. November 2011

Blut aus Nord - 777 The Desanctification

Okay, da hätten wir dann doch noch mal eine gerne ausführlich besprochene Scheibe von kürzlich.
Erst mal die Oberchecker-Einleitung: Auch wenn Celeste eher in Hard-/Screamo-/Sludgecore-Gefilden wurzeln mögen, der Shoegaze-Sound von Alcest schon längst mehr in Richtung Dreampop als zum Metal zu (pun intended:) neigen scheint, und Deathspell Omega ein ganz eigenes Kaliber für sich sind –mit BLUT AUS NORD zusammengezählt könnte man hier, aus musikjournalistischem Übereifer der alten Schule, durchaus von einer wahren Welle französischen Post- und Prog-Black Metals sprechen.


Allerdings bin ich persönlich weder ein großer DsO-Fan, noch kann ich allzu viel mit Alcest anfangen, und für die auf monotone Weise brachialst austeilende Klanggewalt, mit der Celeste ihren Hörer atemlos in die Knie zwingen, muss ich auch Tagesform-abhängig in der richtigen Stimmung und Aufnahmefähigkeit sein.
BLUT AUS NORD allerdings gehen bei mir im Zweifelsfall irgendwie immer. Und das, obwohl die Band, beim Namen angefangen, ja eigentlich auch einiges an Angriffsfläche bietet.
Z.B. weil man ihren Veröffentlichungen den Heimstudio-Faktor dann ja doch irgendwie anhören kann (was in diesem Genre aber wohl vielleicht auch nicht zwangsläufig ein Defizit sein muss).
Und die neuerliche Vielveröffentlichungspolitik ist ebenfalls so eine Sache, die ihnen bei gehaltenem Kurs schon bald um die Ohren fliegen könnte ...


Aber, ...wie gesagt: Ich mag BLUT AUS NORD. Ihr grundsätzlicher "Stamm-Stil", auf den es sich zuletzt so eingependelt hat, fusioniert eine surrealistische Atmosphäre a la Velvet Cacoon mit industrialmetallischem Gestampfe direkt aus der Godflesh-Schule, und lässt mit immer wieder mal herrlich schräger Gitarrenarbeit die obligatorische Voivod-Referenz aufblitzen. Um diesen Kern scheuen sie weder Ausflüge bis an die Grenze atonaler Nichtmusik, können aber ebenso auch schon mal inkl. großem Gitarrensolo richtig konventionell und harmonisch klingen.
Dabei rücken sie ihre traditonelleren Black Metal-Wurzeln gelegentlich auch schon mal wieder in den Fokus, um wannandermal dann wiederum völlig in sowas wie Trip Hop-Regionen abzudriften.
Und so bescheuert sich das alles für rationale Rockpuristen auf dem Papier (bzw. Monitor oder Display) lesen mag, so gut funktioniert dieser Quatsch für nerdige Anhänger skurriler Düstermusik wie mich. Dieses dunkle, kalte, pseudo-schaurige, manchmal auch verdrogt-neblig anmutende Feeling des Ganzen ist ein Musik gewordener SciFi-Horror-Thriller (B-Movie). Partyrocker, Popsongfreunde und Moshpit-Fighter sind hier im falschen Film gelandet, wer es aber gerne mal ein bisschen seltsam und etwas Entgegenkommen fordernd mag, ist richtig.

"777 - The Desanctification", Teil zwei einer Trilogie, die mit dem Vorgänger "777 Sect(s)" begann, erzählt dabei nach wie vor erst mal nichts neues mehr, besinnt sich aber gelungen auf die Signature-Stärken des mysteriösen Projekts. Dazu gehören dann auch schon mal Lead-Gitarren mit überraschend zugänglicher, schon regelrecht schöner Melodieführung, die sich aus dem bizarr-atmosphärischem Düsterbrei hervorheben, oder treibende Computer-Beats, die (manchmal schon regelrecht Hip Hop-artig!) auch gerne mal wie welche klingen, anstatt nur einen Metal-Schlagzeuger imitieren zu wollen.

Ich habe es an anderer Stelle schon mal gesagt: Wie man auf diese Band als „Avantgarde“-Kiste in 10 Jahren mal zurückblicken wird, ist vermutlich so eine Sache für sich (vgl. Samael u.ä.). Aber dann bin ich eh schon so alt, dass mich das nicht mehr interessiert. Hier und heute gefällt mir dieser krude Hybrid aus Kopfnickerrhythmen und Lärmgitarren, aus Musik und eigenwilliger Finster-Klangwelt, jedenfalls irgendwie ziemlich gut.
Super Album für Winterabende!

Samstag, 19. November 2011

Wo wart Ihr eigentlich gestern?

Jetzt mal ernsthaft. Wo wart Ihr eigentlich gestern Abend? Wo wart Ihr, die mich sonst mit Begeisterung mehrfach zu jeder drittklassigen Stonerrock- oder grünschnäbligen Rumpelmetal-Kapelle mitschleppen wollt, eigentlich gestern Abend schon wieder, als D.R.I. wiederholt Bochum zerstörten? Wo wart Ihr, die sich jetzt schon einen drauf hobeln, dass im Sommer Sabbath ihre geriatrische Revivalshow (die wievielte eigentlich?) nach Dortmund bringen wollen, als sich ein grauhaariges Quartett im popligen Bahnhof Langendreer, mit beachtlicher Spielzeit und generell mitreißend, den Arsch abklöppelte? Und wieso rennt Ihr alle mit Municipal Waste-Shirts durch die Gegend, wenn Ihr die Urheber deren Sounds nicht zu würdigen wisst? Ja meine Fresse!

Ja, die Dauertourer und Thrashcore-Dinosaurier D.R.I. waren zum zweiten mal dieses Jahr in der Gegend. Ohne neues Album, das noch immer auf sich warten lässt. Über die etwas zu hoch angesetzten Merchpreise sollte man außerdem auch mal reden dürfen. Ansonsten aber, wie schon beim letzten mal, ein ziemliches Fest.
Der Local-Support STRENGTH wusste mit metallischem Old Proll School HC ganz gut zu unterhalten; das Backdrop mit „Ruhrpott Hardcore“-Motto machte mich aber etwas schmunzeln. HAMMERCULT aus Israel hauten einem souverän ein Thrash-Brett der deftigeren Art um die Ohren, aber irgendwie sprang dabei der Funke nicht völlig auf mich über (lag u.a. am Sänger).

D.R.I. ... wie gesagt, geil! Aber wo wart Ihr denn schon wieder alle, die sonst überall dabei sein müssen, wo harte Riffs auf der Menükarte stehen? Ich kapiere Euch nicht.

Mittwoch, 16. November 2011

Wer Stinking Lizaveta ...

... bei den Aufnahmen zum nächsten Album via Kickstarter finanziell unter die Arme greifen möchte (Sanford Parker will 4000 $ sehen), kann das im Übrigen hier tun.

Montag, 7. November 2011

zuletzt live gesehen ...

... und mal kurz abgehakt:

WOLVES IN THE THRONE ROOM, WOLVSERPENT

03.11.2011, Gebäude 9, Köln
Ob es jetzt eine Art von Abschiedstour ist, oder doch nicht – ich bin die Verwirrung darum leid -: Dass WITTR inzwischen das Gebäude 9 randvoll machen ist ja auch schon … hui. Geboten wurde das vom Headliner Übliche. Ein volles Brett ohne Firlefanz und gegen Ende das Songmaterial ausgepackt, das noch ein Eck mehr ins epische driftet. Stand ich zunächst offenbar auf einem Deadspot, an dem die Gitarren nicht gut zu hören waren, wurde der Sound irgendwann etwas besser und die hypnotisch-packende Wirkung der Band wusste zu greifen. Gut. Ob es jetzt das tatsächlich letzte mal war oder doch nicht … we’ll see.
Der Vorglüher WOLVSERPENT war im Übrigen irgendwas zwischen geil und dann teilweise doch etwas zu langatmig. Eine Duo-Formation mit Blackened Drone/Doom-Kram, der viel aus Lärm in der Effektschleife und monoton-repetitiv treibender Rhythmik besteht, die einem mit einem Ambient-Aufbau mit Geige, bevor es wieder mit bösem Metal weitergehen durfte, dann aber doch mal etwas zu viel Geduld abverlangte. Ich habe ja Sympathien für solche experimentell angehauchten Acts, aber auch nicht immer die 100%ige Muße, mich drauf einzulassen …

CRIPPLED BLACK PHOENIX, MILHAVEN
04.11.2001, FZW, Dortmund
Ich mache es mal ganz kurz: Die Bochumer MILHAVEN frönen diesem instrumentalem Laut/leise-Postrockding, erinnern an TWDY oder Dredg, sind okay, werden aber eigentlich von keinem gebraucht.
CRIPPLED BLACK PHOENIX wiederum sollte jeder in diesem Leben mal gesehen haben. Die sympathischen Briten sind mit viel Spielfreude am Start, und das zwei Stunden nonstop. Live kommt das Ganze etwas rockiger als auf Platte rüber, was so einer Konzertsituation auch gut zu Gesicht steht.
Das war ohne Übertreibung eines der besten Konzerte des Jahres. Die werde ich mir bei nächster Gelegenheit wieder angucken, und Ihr solltet es auch!

Reviewresterampe

Zuletzt dann auch noch mal gehört – ein okayes, ein sehr geiles und interessantes, und ein verzichtbares Album:

DEAFHEAVEN – „Raods To Judah“
Geboten wird „Post-Black Metal“ in vier längeren Tracks. Postrock- und Shoegaze-Ansätze, Blastbeats und Geschrei, spannend episch arrangiert. Von Musikern, die eher nach Screamocore-Schule aussehen, als sich Nietenarmbänder umzuschnallen und nicht mehr zum Frisör zu gehen.
Unterm Strich eine solide Platte, die man sich bei genereller Affinität zu sowas wirklich ganz gut reinfahren kann, aber leider eben auch nix, was WITTR oder Altar of Plagues nicht schon in wesentlich spektakulärer gemacht hätten. Und auch, wenn im Understatement ein gewisser Reiz liegt (der meiner Beobachtung nach gerade bei mehr zu „Indie“ und Hardcore- als Metal-Spielarten neigenden Zeitgenossen gut ankommt), mag ich ein bisschen mehr Spektakel bei sowas dann eben doch schon mal ganz gerne …

HEINALI AND MATT FINNEY – „Ain’t No Light“
Heinali und Matt Finney haben sowohl jeweils solo, als auch im Doppelpack schon das eine oder andere veröffentlicht. Ihr im August veröffentlichtes „Ain’t No Light“ wird dabei gerade als kleine Underground-Sensation gefeiert. Und ich verstehe, warum.
Das eigentlich schon etwas ungleiche Duo, bestehend aus einem ukrainischen Experimentalmusiker und einem amerikanischem „Spoken Word Artist“, hat hier etwas abgeliefert, das irgendwie nach Momentaufnahme klingt, allerdings nach einem „zur richtigen Zeit am richtigen Ort alles richtig gemacht“-Moment. Die generelle Grundlage des Sounds erinnert mit stampfendem Drumcomputer und kühler Dronedoom-Gitarre ziemlich an Nadja, mit Piano-Einlagen und etwas rockigen und bluesigen Zusätzen bis hin zum Akustikgitarrenpart, kommt bei mir persönlich dann ja irgendwie noch die Assoziation Nine Inch Nails (vor allem Kram wie „Ghosts I-IV“) hinzu. Akzentuiert gibt es introvertiert gesprochene Lyrik obendrauf.
Und in dieser Mischung passt hier einfach alles. Wenn diese halbe Stunde surrealen Ambient-Dooms durchgelaufen ist, drücke ich jedenfalls gerne sofort noch mal Repeat …
Verweise:
Bandcamp-Link
: heinaliandmattfinney.bandcamp.com

Label-Link: paradigms-recordings.com

SEED OF PAIN – „Red Suns“
Es mag etwas bizarr klingen, aber ich würde SEED OF PAIN wirklich supergerne total großartig finden, tue es allerdings leider nicht. Ihr nicht nur durch die Unterstützung von E-Percussion, Keys und Konservensounds, sondern auch gelegentliche Stampfrhythmik-Monotonie etwas Industrial-angehaucht und Swans-beeinflusst wirkender Post-Hardcore/ -Metal klingt 1:1 nach Musik, die ich selbst mal gemacht haben könnte. Leider gibt es da aber zwei Probleme: 1.) Der Shouter klingt furchtbar. 2.) So sehr mir diese Mixtur aus dunkel-atmosphärischen Passagen (/Songs) mit ein paar Rauschlärm- und Computerdrums-Zusätzen und Ausbrüchen brachialen Gitarrengewitters und Gebrülls eigentlich liegt, sind die Schweizer dabei keine wirklich guten Songwriter. Ins eine Ohr rein, aus dem anderen raus. Diese Scheibe spricht wirklich gar nicht zu mir, obwohl sie mich an der Oberfläche zunächst anzuziehen schien. Wie die meisten Frauen halt. Scherz. Trotzdem schade.

Mittwoch, 2. November 2011

Wolvhammer - The Obsidian Plains

[Das hier wird jetzt vermutlich erst mal das letzte, sehr ausführliche Review zu einer aktuellen Veröffentlichung für eine ganze Weile sein: ]

Wie nah Crust-Punk, Sludge und Proto-Black Metal eigentlich aneinander liegen, wird einem beim Nebeneinanderhalten von (alten) Amebix und Celtic Frost, High on Fire und Venom, dem Hören jüngerer Darkthrone („The Cult Is Alive“), und ob der Existenz von Bands a la Dishammer, Gallhammer, Coffinworm, Okkultokrati, usw. recht schnell bewusst. Und im Endeffekt geht dabei wohl eh alles auf Motörhead zurück …

WOLVHAMMER mögen mit einen der albernsten Namen, und in der Vergangenheit auch schon alberne Klischees von Totenkopf- und Streitaxt-Artworks, bis zu den chaotisch und versoffen rüberkommenden White Trash-Prolls mit schäbigen Tattoos und Knarrenfimmel erfüllt haben, sie sind aber auch einer der frischesten und kontrastreichsten Vertreter eines zuletzt neu aufgekeimtem Crossover-Mottos.
Schon zu Demo-Zeiten als vielversprechender Geheimtipp gemunkelt, hat sich nun Profound Lore die Combo fürs zweite Album unter die Fittiche genommen.




Eines ist dabei sicher: „The Obsidian Plains“ ist eher keines dieser Alben, an das man sich in ein paar Jahren noch als Bibliotheks-tauglichen Klassiker zurückerinnern wird, wie es bei so manchem Release von etwa Wolves In The Throne Room oder Yob jetzt schon der Fall ist. WOLVHAMMER an sich werden allerdings dem einen oder anderem als Band in Erinnerung bleiben, zu der man dann schmunzelnd sowas wie „Joah, dat war ma‘ noch ‘ne derb‘ lärmende Dampframme, wie et sie heute gannich‘ mehr gibt“ anmerken wird.

Zusammen mit dem wiederholt auf dem Produzentenstuhl platznehmenden Sanford Parker (den ich ja für sehr überschätzt halte, aber ein paar Tonspuren stimmig dick zusammenmischen kann er) haben es WOLVHAMMER jedenfalls geschafft, die nötige Schüppe Intensität und Weiterbewegung zum Vorgänger drauf zu werfen, um im Gespräch zu bleiben.

Und ferner den Schwerpunkt noch einen Tick mehr auf die Blastbeat- und Doublebassboller-Gangarten gelegt, was sich auch in der noch Black Metal-lastiger gewordenen Gitarrenarbeit bemerkbar macht. Jener merkt man im Übrigen außerdem den personellen Neuzugang aus Richtung Nachtmystium an. Jeff Wilson’s Spielstil hat definitiv ein paar Signature-Elemente, die man von den letzten beiden Longplayern eben jener kennt, und jetzt auch bei WOLVHAMMER hören kann.
Was die Band dadurch an atmosphärischer Dichte und einem Schuss Melodie dazugewonnen hat, ist tatsächlich neu, und im Detail auffällig wiedererkennbar.


Mit dem Besetzungswechsel und der damit einhergehenden, kleineren musikalischen Kurskorrektur, hat die Band allerdings eigentlich sogar ein klitzekleines bisschen von ihrem ursprünglich sehr naiv-rohem Charme eingebüßt.
Und wie schon gesagt: Diese sieben Songs von 44 Minuten Gesamtspiellänge sind eigentlich erst mal eher nix, was in zeitlicher Ferne mutmaßlich mal in nennenswerten „die besten Metal-Alben der vergangenen Dekade“-Listen o.ä. auftauchen wird.


Dennoch bringt diese gelungene Fusion aus old schooligem Doublebassgepolter (persönliche Assoziation: alte Sodom), dem dazugehörigen Schuss Hardcore, zeitgeistigen Genreschubladen (let’s face it: schwarzmetallisch angehauchtes gilt derzeit als schick, dreckig gerumpeltes auch), ‘ner gelegentlichen Brise Atmo-Betonung (wie erwähnt: diese Nachtmystium-Sache hört man), und ein paar sich fies durch die Gehörgänge sägenden Feedbackfiepern ein frisches Lüftchen in die Subgenre-Abteilungen, die zuletzt einen Hauch zu sehr von Bands mit Stoner-Vibe oder postrockiger Kante dominiert wurden, was WOLVHAMMER genauso abgeht, wie - trotz vorhandenen Fühlern in solche Richtungen - das einfallslose Durchexerzieren irgendwelcher D-Beat-, Standartcore- oder Doomsludge-Muster.


Was wirklich spannendes und aufregendes mag etwas anderes sein, aber als (wenn auch „nur“, aber eben doch) zumindest saisoneller Knaller hat das hier den richtigen aggressiven Biss, meiner Meinung nach eher wie mäßiges wie die „sind derzeit überall“-Partyrocker Saviours, das langweilige und aufgesetzte Hasskappengedoome von Indian, u.ä. locker in die Tasche zu stecken.

Wieso ...

... spielen AGRIMONIA eigentlich andauernd in fuckin' Hannover, sonst aber anscheinend nirgens hierzulande?