Mittwoch, 31. August 2011

Fudge Tunnel über alles!





Zoroaster - Matador

Jaja, ich weiß, ich bin damit spät dran, aber da mir dieses (Übersee schon vor einem Jahr, hier erst diesen Frühling veröffentlichtes) Album beim letzten Roadtrip von offizieller Stelle gutgemeint zugesteckt wurde, und mich auch ein wenig überraschte, muss ich doch mal ein paar Worte dazu loswerden:
Auf ihrem vierten Album „Matador“ haben ZOROASTER aus dem US-Bundesstaat Georgia – aus dem bekanntlich u.a. auch Harvey Milk, Mastodon, Baroness, Kylesa und Torche stammen – mal eine kleine Kurskorrektur ihres Sludge Metals vorgenommen, und zeigen sich knackiger, rockiger, und auf dem Punkt Song-orientierter als zuvor. Und auch, wenn das etwas ist, was ich normalerweise eher nicht als Entwicklung gutheiße (zumal ich heutzutage gerade ausufernde Arrangements und Stilexperimente mehr als „schlichte Rocksongs“ mag), funktioniert genau das auf „Matador“ zu gut, um es nicht zu mögen. Vom Doom bis zur schweinerockigen Uptempo-Gangart frönt das „Tattoos und Bärte“-Trio einem nie langweiligen Psychedelic/ Stoner/ Rotz-Rock/Metal-Gebräu, das den allumfassend wuchtigen und atmosphärischen Sound einer Band a la Ufomammut in häufig eher kurz und nachvollziehbar gehaltene Kompositionen presst, die dann auch schon mal an Hawkwind, Kyuss oder Monster Magnet erinnern, und meistens eher auf vernebelte Weise melodisch tönen, als vorwiegend aggressiv. Wenn sie sich an letzteres dann doch mal wagen, kommt hier schon mal sowas wie der Song 'Black Hole' raus, bei dem ein gewisser Bathory-Vibe nicht von der Hand zu weisen ist - dabei aber im regelrechte Shoegaze-Aspekte mit sich bringendem Gesamtsound eher logisch wirkt, anstatt im Kontrast zum etwas entspannteren Gros des Albums zu sehr aus dem Rahmen zu fallen.


Anm.: Leider finde ich den eher relaxten Album-Opener „D.N.R.“ nicht auf Youtube, denn sonst hätte ich gerade den (eher an sowas wie True Widow erinnernden Song) dieser Nummer zu gerne mal für einen Direktvergleich gegenübergestellt.

Lange Rede, kurzer Sinn. „Matador“ ist ein echt gutes Album mit enormem Konsenspotenzial (für den Hanffreund über den Jeansjackenrocker bis zum Düstermetaller). Kann mir echt keiner erzählen, dem hier gar nix abgewinnen zu können.

Donnerstag, 25. August 2011

Mir ist gerade aufgefallen

dass ich immer noch nicht in Besitz des aktuellen MELVINS-Live-Albums „Sugar Daddy“ bin. Ein Umstand, den ich zeitnah vielleicht mal ändern sollte.

Dienstag, 23. August 2011

Ein paar Sachen …

# Man kann es ja mal erwähnen: Die neue Ausgabe des RockHard-Magazins kommt mit einer gelungenen Beilage in Form einer recht nett aufgemachten CD im Jewelcase daher, auf der sich neben einem Song vom kommenden Album auch noch ein Komplettmitschnitt von OPETH‘ Auftritt beim RockHard Festival ’09 befindet.
# Album des Monats ist in besagtem Heft übrigens die neue GHOST BRIGADE. Wer hätte denn damit gerechnet?

Rockpuristen brauchen ab jetzt im Übrigen nicht mehr weiterlesen …

# Eine Veröffentlichung aus dem letzten Jahr, über die ich jetzt erst gestolpert bin, ist das selbstbetitelte Album von THE BLOOD OF HEROES. Aber irgendwie hinke ich ja immer erst mal hinterher, wenn Justin Broadrick (Godflesh, Jesu) was mit einem interessanten neuen Sideprojekt raushaut, so war es u.a. auch schon bei Greymachine. Bei TBOH hat er sich jedenfalls mit Avantgardelegende und Bassgott Bill Laswell (Praxis, John Zorn’s Painkiller, …) zusammengetan, und für verschiedene Tracks verschiedenste Mitmusiker aus verschiedensten Ecken der Welt und musikalischen Szenen rekrutiert. Das Ergebnis ist ein Multikulti-Freistilcrossover, in dessen Zentrum Dubstep/ Drum’n’Bass-Rhythmen und Broadrick’s Gitarrenwände zu etwas manchmal eher Ambient-artigem, manchmal doch lauterem fusionieren. Und dann kommen noch Raps von Dr. Israel hinzu. Für Viele wird das mit Sicherheit eher nichts sein, für mich ist sowas allerdings tatsächlich „so für manchmal, zwischendurch“ ein ganz netter Kontrast zu dem ganzen Retro-, Stoner- und Stumpfgerocke, mit dem ich gelegentlich so beschallt werde.

# DEADVERSE MASSIVE ist der Name des Projekts, bei dem Dälek, bestehend aus MC Dälek und Produzent Oktopus, die Musik lieferten, zu der dann einige befreundete, weniger bekannte Rapper ihre Rhymes raushauen, anstatt MC Dälek himself. Die Musik, oder wie man im Hip Hop sagt „die Beats“ des Ganzen sollen auch wesentlich mehr an Old School East Coast-Styles erinnern, als der krachige, düstere Stil, den Dälek sonst auffahren. Das Album „Takeover“ ist gerade via Ipecac raus. Ich selbst habe noch keinen Ton davon gehört, dachte aber, ich weise mal drauf hin.

1996

Rückblickend ist 1996 in der Welt der harten Stromgitarrenmusik ein wirklich sehr interessantes Jahr gewesen.

Es klingt übertrieben, aber damals herrschte in der Metal-Szene eine Zeit der Veränderungen, Differenzen, Scheidewege und Umbrüche: Metallica veröffentlichten „Load“, und das Elend nahm sein Lauf. Carcass hauten mit „Swansong“ ihr letztes Werk raus, das an der Basis vieler früher Fans bis heute nicht ankommt, von Anderen aber umso mehr geschätzt wird. Ähnliches gilt für Sepultura's „Roots“, welches das letzte mit Max Cavalera sein sollte, bevor die Band immer mehr in die Bedeutungslosigkeit abrutschte. Die Krupps vollzogen auf „III...“ die endgültige Mutation von einer „Industrial mit Metal-Gitarren“-Band zu „Metal-Songs mit Industrial-Zeugs dabei“, während auf der anderen Seite Prong, ein Jahr zeitversetzt zu ihren Kollegen von White Zombie, die Industrial-Schraube auf „Rude Awakening“ noch weiter anzogen, bevor auch sie sich auflösten. Und auch die Schweizer Samael wagten auf ihrem 96er „Passage“ den Wechsel von doomigen Black Metal-Gerumpel zu einem Elektronik-dominierten Stil.
Dann landeten auch noch Rammstein auf Platz 3 der deutschen Single-Charts und traten ihren Streifzug zu Weltruhm an, während The Prodigy's „Firestarter“ auch durch Metal-Clubs bollerte.
Außerdem erschien ebenfalls Faith No More's erstes Album ohne Gitarrist Jim Martin, welches als ihr homogenstes und „rockigstes“ ausfallen sollte. Ein Jahr später traten auch Entombed und Megadeth den Schritt zu noch mehr Rockigkeit an, erstere äußerst gelungen, zweitere ziemlich rohrkrepierend.
'96/97 war ferner auch die Zeit, in der David Bowie, für eine Phase von zwei Alben, in einem Ausmaß mit lauteren Sounds experimentierte, dass man es in dieser Aufzählung erwähnen sollte.

Möglich, dass ich das eine oder andere vergessen habe (Gorefest z.B.), aber ich finde wirklich, dass die „Metal- und Alternative-relevanten“, beobachteten Veränderungen und irgendwie herausstechenden Alben dieser Zeit tatsächlich beachtlich sind.

Es gibt da allerdings noch drei weitere Alben von Bands mit gewissem Pioniergeist und Legendenstatus , die ich gerade heutzutage vor diesem Hintergrund besonders interessant und bestechend finde. Zumal diese drei Alben auch abseits des Veröffentlichungsjahrs einiges gemeinsam haben. Denn die britischen Grindcore-Gottväter NAPALM DEATH, die amerikanische Industrial Metal-Ikone MINISTRY, und die deutschen Death Metal-Wegweiser MORGOTH brachten allesamt 1996 ihr jeweiliges Album raus, das musikalisch am meisten als „anders“ ausfällt. Sowie in allen drei Fällen als „experimenteller“, ausgebremster und atmosphärischer.

Fall für Fall:

MINISTRY – Filth Pig

„Psalm 69“ gilt bis heute das MINISTRY-Album überhaupt zu sein. Sein Nachfolger „Filth Pig“ bekam allerdings allgemein nie die Anerkennung, die ihm gebührt. Dabei machten Uncle Al, sein Partner in Crime Paul Barker, und ihre damaligen Mi(e)tmusiker in künstlerisch-kreativerer Hinsicht eigentlich alles richtig: Anstatt auf bewährten Pfaden ihrer Hit-Gangarten weiterzumachen (was Jourgensen nach Barker's Band-Austritt später auf Alben wie „Houses of the Molé“ dann doch noch mal versuchte), war dieses Album ein krasser Gegenentwurf zu seinem Vorgänger. Kein schnelles Gekloppe mit thrasigem Riffing und Sample-Dauerfeuer, und auch keine überdrehte Rock'n'Roll-Single in der MTV-Dauerrotation. Stattdessen gab es fast über volle Albumdistanz die MINISTRY-Version von zäh groovendem Doom auf die Ohren, mit einem eigenwilligen, nicht Moshpit-kompatiblen, psychedelisch anmutendem Bob Dylan-Cover als zugehörige Videosingle. Sowas im Stadium wachsender Bekanntheit und nennenswertem Erfolgs zu bringen, da gehören wohl auch Eier zu.
„Filth Pig“ lebt ferner von seinen Details, wie der Mundharmonika-Einlage beim Titelsong, dem unfassbar prägnantem Basslauf vom Übersong 'Lava', oder der verdrogt-bizarren Atmosphäre genannten Dylan-Covers.
Wenn MINISTRY demnächst mal dieses Album in voller Länge beim Roadburn Festival spielen sollten – mein Segen dazu hätten sie, denn es würde total Sinn machen.


MORGOTH – Feel Sorry For The Fanatic
Kreator hatten mit „Renewal“ ein paar Jahre zuvor schon mal vorgemacht, wie man eine bei Veröffentlichung von Fans vielverschmähte Platte abliefert, die später aber doch noch nicht wenige Freunde finden sollte. Es soll sogar Leute geben, die „Renewal“ heute für das beste Album der Essener Thrasher halten. Bei „Feel Sorry For The Fanatic“ liegt vieles sehr ähnlich. MORGOTH kamen ursprünglich aus dem Sauerland, um eine der wenigen frühen Death Metal-Bands aus deutschen Landen zu werden, die sich um Anfang der 90er in dieser Szenebewegung auch international bekannt und geschätzt machte. Nach zwei EPs und einem Longplayer würzten sie ihre, dort dann schon etwas von den ursprünglichen Stilmustern losgelöste und weiterentwickelte Musik, auf dem ‘93er „Odium“ erstmals mit einem Schuss von Industrial-Einflüssen, was – siehe eben auch „Renewal“ – etwas war, das man damals als Metal-Band mit progressiven Ambitionen einfach mal gemacht hat. 1996 ging das selbsteinsichtig und programmatisch betitelte „Feel Sorry For The Fanatic“ allerdings einen so großen Schritt weiter, dass viele Fans aus Death Metal-Tagen damit tatsächlich nix mehr anfangen konnten und zu tun haben wollten. Auch wenn grundsätzliche Kernelemente des Songwritings noch an frühere Sachen erinnerten, präsentierten sich diese in einem völlig anderen Sound, der nicht auf aggressive Gaspedaltreterei und Old School Death-typische Arrangements ausgelegt war. Killing Joke lassen bei dieser Mixtur aus atmosphärischen Gitarrenwänden mit Effekteinsatz, straighten Grooves in gemächlicherem Tempo, hintergründigen Keyboards und kratzigem Halbklargesang weit mehr als ein mal grüßen. Und sieht man davon ab, dass der Track „... And It's Amazing Consequences“ als Elektronikeinlage heute etwas naiv und billig anmutet, ist „Feel Sorry …“ auch immer noch ein zeitlos mitreißendes Album mit von Konventionen losgelöster Sonderlingsmusik, die in jede Plattensammlung gehört, in der man Werke von Bands wie Neurosis, Killing Joke, Voivod, Swans, Godflesh, Eisenvater, aber z.B. auch von Pink Floyd, Joy Division, Fugazi oder Sonic Youth vorfindet.


NAPALM DEATH – Daitribes
In ihren Anfangstagen standen NAPLAM DEATH für eine neu aufkommende Szene von Krachmachern, die bei Peel Sessions neue Geschwindigkeitsrekorde brachen, und dabei vielleicht auch nicht unbedingt immer von jedem für voll genommen wurden, zumal die Rumpel- und Röchelmusik in ihrem Anfangsstadium nicht gänzlich frei von Humorpotenzial war. ND sind allerdings auch eine Band, die musikalisch immer in Bewegung blieb. So waren sie auf dem 94er „Fear, Emptiness, Despair” bei einem schwerverdaulichen Brocken dick inszenierter Extremmusik angekommen, der innerhalb seiner komplexen Arrangements vor allem auch durch so manch mitreißenden Midtempo-Part bestach.
Auf „Diatribes“ entdeckten die Briten danach den Groove noch stärker für sich, und ließen Grind-Blastbeats dabei über den Großteil des Albums mal beiseite. Neben durchaus knackigem Geknalle und Gebrüll hier und da, fuhren sie dabei auch gerne mal eine eher atmosphärische, schräge Killing Joke- oder Voivod-eske Gitarrenarbeit auf, und auch auf dem Vocal-Sektor wird nicht nur gegrowlt. Und selbst wenn bei einem Song wie 'Dogma' dann doch mal primär der Knüppel aus dem Sack regiert, tut er das dort mit einer schon regelrecht progressiven Kante.
Ganz so weit wie „Feel Sorry For The Fanatic“ ging „Diatribes“ nicht, der Grad an Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Alben, als auch die Alleinstellungsmerkmale innerhalb der ND-Discographie, sind allerdings auffällig genug.

Wie gesagt, die Gemeinsamkeiten dieser drei Alben sind ziemlich interessant. Alle drei Bands nahmen im gleichen Jahr das Tempo zurück und versuchten was anderes. Alle drei Alben sind in ihrem Entwicklungsschritt und hervorstechenden Stilmerkmalen dabei schon irgendwie ähnlich und für sich absolut großartig, blieben bei so manchem Fan oder Kritiker eher wenig geschätzte Fußnoten - während auf der anderen Seite so manch anderer Musikliebhaber ohne szenischem Stock im Arsch allerdings vor allem gerade auch besagte Alben von den entsprechenden Bands am meisten schätzt.
Und vor allem im heutigen Kontext sind sie besonders interessant: Denn in Zeiten wie diesen gelten Bands wie Neurosis und Isis als Maß aller Dinge und der „frischere Teil“ und „alternativere Rand“ des Metals wird seit Jahren vor allem von irgendwie Doom-lastigem Kram dominiert, in dem man teilweise viel von dem wiederfindet, was damals auf besagten drei Werken schon exzessiv zelebriert wurde.

The Rest is History, wie man jedenfalls so schön sagt. MORGOTH lösten sich nach „Feel sorry ...“ auf, und sowohl NAPALM DEATH, als auch MINISTRY näherten sich über wenige größere Zwischenschritte wieder (verhältnismäßig) „konventionellerem“ Genre-Krach mit ganz mach rechts unten ausschlagendem Tacho an.

Donnerstag, 18. August 2011

Neuer Hull-Song!

Die hier bereits schon mal erwähnten HULL sind offensichtlich so dermaßen up and coming und hip, dass schon das Indie-Pseudoleitmedium Pitchfork (in der Vergangenheit u.a. auch schon mitverantwortlich für den Liturgy-Hype) drauf aufmerksam geworden ist. Immerhin kann man bei besagten Strategen dabei allerdings auch gleich den Titelsong des kommenden Albums anhören. Ist doch auch mal was.

Dienstag, 16. August 2011

Apropos YOB

Deren letztjähriger Auftritt beim Roadburn Festival ist übrigens in digitaler Form bereits offiziell erhältlich (z.B. bei amazon, auch wenn bei denen die Jahreszahl im Titel nicht stimmt) und soll auch noch als Tonträger erscheinen.

mal wieder rausgekramt ...

Wie geil ist eigentlich die „III“ von EISENVATER? Und wie geil ist eigentlich das damalige RockHard-Review mit drei von zehn (3/10!!!) Punkten dazu?

kurz notiert

Hier noch mal eben zwei Release-Dates, die bei meiner letzten Aufzählung kommenden Shits irgendwie durchs Raster gefallen sind:
Ende September erscheint das neue MASTODON-Album „The Hunter“ und Ende Oktober die neue WOLVHAMMER mit dem Titel „The Obsidian Plains“ (Label-Link mit Gratis-mp3).

Montag, 15. August 2011

PartySan 2011

Schon in den späten Neunzigern mauserte sich das PARTY.SAN Open Air in Bad Berka (Nähe Weimar), mit dem musikalischen Schwerpunkt auf düsteren Knüppelmetal-Spielarten, langsam aber sicher zur Institution für Death und Black Metal Fans, von denen inzwischen jedes Jahr von Acht- bis Zehntausend anreisen. Dabei wird von PS:OA-Enthusiasten immer wieder nicht nur der musikalische Rahmen hervorgehoben, sondern gerade auch der besondere, sehr angenehme, entspannte Vibe des gesamten Drumherums, bei dem die Party auch gerne mal etwas ausartet. Klar, mittlerweile ist das Ganze natürlich eher etablierte Größe als sagenumwobenes Sodom und Gomorra, aber dafür findet man eine vorbildliche Organisation und die inzwischen genau richtige, „nicht zu kleine, nicht zu große“ Größe für so einen Event vor.
Da sich letztes Jahr aufgrund der suboptimalen Wetterlage der Boden des Geländes als nicht mehr tragbar(*) entpuppte, wich man dieses Jahr auf einen ehemaligen Militärflugplatz bei Schlotheim(**) in der Nähe von Erfut aus. Nett, das neue Gelände. Asphaltierte Bereiche und Rasenflächen, die beim Regen gut härter blieben, anstatt sofort zu Schlammmeeren durchzuweichen (*).
Was dieses Jahr allerdings leider auch nix dran ändern konnte, dass das Wetter trotzdem nicht mitspielte, und wegen Problemen mit der Bühnendecke, bei der Donnerstags recht stürmischen Witterung, am ersten Abend einfach mal alle Bands ins Partyzelt verfrachtet wurden. Nicht ganz optimal, zumal die improvisierte Bühne dort doch ganz schön niedrig war. So macht „der Warrior“ mit seinem TRIPTYKON nicht wirklich Spaß; schon beim DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT aus Hagen war es schwierig, eine gute Aussichtsposition zu finden; bei DEW-SCENTED am früheren Nachmittag ging es allerdings noch so gerade. Als die Hauptbühne wieder gerichtet war, wurde vor allem der samstägliche Endspurt ein ziemliches Fest. EXHUMED fuhren allerdings erst mal nach Bad Berka anstatt Schlotheim, also rückten TAAKE einen vor. NACHTMYSTIUM begeisterten danach, trotz kleiner Technikpanne, als die etwas „moderner“ herausstechende Band des Billings und lieferten mit ‚Ghosts of Grace‘ auch mal eben wiederholt den Ohrwurm des Wochenendes (***). WATAIN coverten bei verhältnismäßig moderater Bühnenaufmachung Bathory, MORGOTH brachten die Nostalgienummer wieder mal mit ausreichend Feuer und Souveränität, ENSLAVED spielen mit Knallern wie ‚Ethica Odini’ und ‘Ground’ nach wie vor in der absoluten Oberliga und als passendes Finale dann auch noch AT THE GATES mit unsterblichen Klassikern wie ‚Suicide Nation‘ oder ‚Nausea‘. Geiler Tag/ Abend als Abschluss eines netten Wochenendes, an dem es eigentlich nur zu nörgeln gibt, dass der zwischenzeitliche Regen dann ja doch immer wieder mal etwas genervt hat. Aber was kann man daran schon ändern.
Soweit dazu.

(*):



(**):


(***):

Dienstag, 9. August 2011

Momentan …

… bin ich übrigens ganz froh darüber, erst mal nicht mehr sooo viele (für mich) zwingende Neuerscheinungen in naher Zukunft auf dem Schirm zu haben, denn aktuell ist mir mal wieder stark danach, alte Helden aufzufrischen. Frühe (teils auch spätere) Werke von Primus, Eisenvater, Acid Bath, Godflesh, Fugazi, Fudge Tunnel, Sleep, Shellac … Szene-Randnotizen wie The Damage Manual, offene Geheimnisse wie Mind Over Four … sowie der eine oder andere Grindcore-Klassiker (Repulsion, Terrorizer, das Brutal Truth-Debüt) sind alles so Sachen, die in den letzten Wochen und Monaten gerne immer wieder mal im Player rotierten, und es zeitnah wohl auch noch einige male wieder werden. Sofern ich denn die Zeit zum Musikhören haben werde, da mir „Musik machen“ derzeit einiges abverlangt und ich den heutigen Abend zum Beispiel, zumindest zum Teil, mit dem Bearbeiten und Mischen von eigenem Aufnahmematerial verbringen werde, anstatt mich passiv von Krach entertainen zu lassen. Und ja, das ist im konkreten Fall eine so große, nennenswert neuartige, teilweise auch etwas Frust mit sich bringende Sache für mich, dass ich mit dieser Andeutung nicht hinterm Berg halten konnte.

Dennoch - was gerade so an potenziell interessanten Tonkonserven ansteht, hier mal in der Newsfeed-Form:
+++ Bereits raus ist die aktuelle ACCU§ER, die ersten Ohrenzeugen zufolge ein richtiges Highlight an zeitlosem Thrash Metal- Geballer geworden sein soll +++ Diesen Monat erscheint neben der neuen YOB (s.u.) auch ein neuer Logplayer der Noiserock-Legende TODAY IS THE DAY +++ kommenden Monat dann das neue PRIMUS- und das neue AMEBIX-Album +++ und wie erwähnt die neue UNFOLD +++ irgendwann stehen dann bald auch noch neue Werke von OPETH (s.u.) und WOLVES IN THE THRONE ROOM an +++ und was man wohl auch zumindest als potenziell interessant auf dem Schirm haben sollte, ist das neue Album von LEVIATHAN, das via Profound Lore unterwegs ist +++ last but not least: eine partiell skurrile, definitiv gut werdende JaKa-Tributsampler-Geschichte steht uns im Herbst oder Winter auch noch ins Haus …

Montag, 8. August 2011

Transport League!

Hm. Irgendwie witzig. Wie Blabbermouth vermeldet, gibt es TRANSPORT LEAGUE wieder. Eine dieser Bands, bei der es sich schon immer so anfühlte, als wäre ich der einzige auf dem Planeten, der sie überhaupt kennt, geschweige denn gutfindet. Zugegeben, sie waren keine Meistermusikanten und auch keine Überhitmaschine*, aber ihre Herangehensweise mit brachialem Metal-Sound und bösem Grölgesang mehr eine Art dreckigen, beschwingten Rotzrock zu spielen, war damals mal etwas, das man ansatzweise ähnlich zu der Zeit erst mal nur von Strategen wie Entombed kannte. Da bin nun ja doch etwas gespannt, ob die noch mal ein brauchbares Album hinkriegen …

* (Wobei zumindest für mich Nummern der Marke „I am so cosmical, YEAH ALSO SATANICAL!“ ja ziemlich unsterblich sind.)

YOB (Stream)

Eine Woche vor offizieller Veröffentlichung kann man sich das neue YOB-Album bereits als Komplettstream im Netz anhören (Link s.u.). Es ist schon interessant, wie sich persönliche oder allgemeine Perspektiven auf bestimmte Bands über die Jahre manchmal in großen Schritten zu verschieben scheinen. YOB veröffentlichten in der ersten Hälfte der 00er Jahre vier Alben, von denen auch die letzten beiden via Metal Blade Records in meiner Wahrnehmung irgendwie nur mäßige Aufmerksamkeit bekamen. Zwischendurch galt die Band 2-3 Jahre als aufgelöst und Sänger/Gitarrist Mike Scheidt machte ein Album mit einer anderen Formation namens Middian. 2009 kamen YOB mit einem großartigen Album über Profound Lore, sowie 2010 mit ihren ersten Auftritten auf europäischem Boden, zurück. Ursprünglich sollte es dabei nur das Roadburn-Festival in Tilburg sein, wo sie offene Münder hinterließen (ich war dabei); da man Vulkanausbruch-bedingt aber vorübergehend auf dem alten Kontinent strandete, kamen noch ein paar spontane Dates dazu. Wieder ein Jahr weiter stehen sie mit ihrem sechsten Longplayer „Atma“ sowie weiteren Europa-Dates in den Startlöchern, und werden inzwischen unter „Hipster-Metallern“ als der heißeste Scheiß überhaupt gehandelt.

Das allerdings auch völlig zurecht. YOB formen aus traditionellen Doom Metal-Einflüssen, sowie modernen, extremen, experimentierfreudigen Elementen ein massives Gebirge aus Groove und Verzerrung, das in seiner geballten Konsequenz an wuchtiger Brachialität, ausartender Epik, und origineller Eigensinnigkeit tatsächlich einem Rohdiamanten gleichkommt, dessen Rarität fasziniert. YOB können lärmig-atonales Gequietsche genauso wie den großen Melodiebogen, das dick bratende Killerriff genauso wie das ausufernde Drone-Meer, denn spannenden Ruhemoment genauso wie das unangespitzt in den Boden rammen, und exerzieren das alles in Songs durch, die einen ganzen Schritt weitergehen als die anderer Metal-Bands.

Das neue Album "Atma" scheint ein etwas seltsames geworden zu sein. Was weder zwangsläufig gut, noch schlecht sein muss, aber es in geschriebenen Worten anschaulich zu beschreiben, funktioniert für mich ausnahmsweise mal nicht so gut. Es würde mich sogar nicht wundern, wenn es einigen langjährigen Fans eher nicht so taugt, denn YOB lärmen hier offensichtlich insgesamt noch etwas heterogener als gewohnt. Was man bis jetzt so hören konnte, gefällt mir persönlich jedoch ausgesprochen gut. Dazu gehört u.a. auch das Mitwirken der unverwechselbaren Brummstimme von Neurosis‘ Scott Kelly.

Links:
# „Atma“ anhören
# „Atma“ kaufen

Donnerstag, 4. August 2011

Blood, Sweat & Vinyl (Trailer)


20 bands and visual artists. 3 record labels. 1 philosophy.

Trailer for the feature-length documentary, featuring exclusive interviews and live footage of Neurosis, Isis, Godspeed You! Black Emperor, Pelican, Oxbow, Evangelista, Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, Cave In, and many others whose music and art found ideal homes in the artist-run record labels of Hydra Head, Neurot, and Constellation.The labels uphold the legacy of treating music as an art form, not a product. This film is a dedication and thanks for continuing this tradition, and it's an answer to those who question where the spirit of punk rock is today.

A documentary by Kenneth Thomas of The Scourge Productions.