Mittwoch, 24. Februar 2010

Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland

Okay, zwischendurch doch mal ein Video-Klassiker: MORGOTH aus Veltins-Town Meschede mit einem Song von ihrem meiner Meinung nach besten Album "Odium":

Dienstag, 23. Februar 2010

Black Metal (ja, schon wieder)

Täglich grüßt der Pandabär. Nicht nur Dokufilmchen wie „Until The Light Takes Us“, Designermoden-Werbegags wie die „Anti-Schweden Jeans“ oder auf einmal Einflüsse auf der Ecke verarbeitende Prollrocker aus deutschen Landen rücken Black Metal immer mehr in das mainstreamige Licht eines popkulturellen Phänomens, an dem man noch weniger denn je vorbeikommt, auch durch die Tatsache dass dieser Tage ein neues Burzum-Album erscheint werden bereits tausend mal durchgekaute Diskussionen zum Thema erneut entfacht.
Ein Mitarbeiter des britischen Labels Earache, ursprünglich auch mal eine starke Stimme im Kampf gegen das böse Filesharing, hat die Platte z.B. sogar öffentlich via Twitter „geleakt“. Mit dem Hinweis, was für ein Müll sie sein soll.
Interessantes Wasser auf die Mühlen der Gegner und Kritiker von Varg Vikernes ist ferner auch ein Post im „Ask Earache“-Blog, in dem die Geschichte um ein Beinahe-Signing von Burzum bei den Briten und seine schon damals stark rassistische Weltanschauung ausgebreitet werden.

Sonntag, 21. Februar 2010

Nun ja ...

Eigentlich wollte ich gerade ansetzen, eine Reihe von Posts über Lieblings-Videoclips von mir zu starten und konnte bereits zwei von den drei, die ich in der ersten Kategorie präsentieren wollte, tatsächlich nicht bei youtube finden.
Dann halt nicht.

Montag, 15. Februar 2010

Immortal

Ich muss hier aus aktuellem Anlass – denn die mich seit Wochen entnervenden dunklen, frostigen, verschneiten Winterabende zwingen mich förmlich dazu von ihrer Musik untermalt zu werden - mal eine Drachentöter-Lanze für Norwegens Kings of Corpsepaint Entertainment brechen.
IMMORTAL verkörpern
- alles was nicht nur an der Subsparte Black Metal sondern im Prinzip auch am gesamten Metal-Genre so unglaublich albern sein kann
- das Scheitern einer elitären Szene böser Kirchenanzünder mit unkommerziellem LoFi-Geschrote, die dann doch (fast) alle als unterhaltsame Zirkusattraktion in der Musikindustriemaschinerie endeten (weil, seien wir mal ehrlich, Nuclear Blast kommt einem Major-Deal gleich)
- aber ferner auch alles, das an dieser Art von Musik so total geil sein kann
in einem.

Gerade die beiden späteren Alben „At The Heart of Winter“ (Meisterwerk!) und „Sons of Northern Darkness“ sind mit ihrer gelungenen Kombination aus winterkalter Atmosphäre und cheesy Melodiebögen (in beiden Fällen over the top: Der jeweilige Schluss-Song!!!) regelrechte Offenbarungen.
Ich zitiere an dieser Stelle gerne mal RockHard-Herausgeber Holger Stratmann, der ihrem Auftritt beim Roskilde Festival einst als „zwischen dilettantisch und genial“ verortete, und treffender kann man es in der Tat nicht ausdrücken. Gerade „At The Heart Of Winter“ (es wäre etwas bigott, würde ich als Nicht-Schwarzmetaller auf früher eher nicht geschätzten Frühwerken wie „Battles in the North“ oder „Pure Holocaust“ rumreiten) besticht mit einer Kombination aus rauem, ungeschliffenen Charme im Spielerischen und sehr ... äh, sagen wir mal „erhabenen“ Kompositionen. Was in dieser Annäherung aus purem Black Metal an Stilmuster traditionelleren Metals tatsächlich mehr oder minder einzigartig ist und auch ein paar Jahre später noch einfach nur großartig klingt.
Und selbst wenn es um die etwas dicker produzierte aktuelle Scheibe „All Shall Fall“ geht ... nahezu alles in mir möchte sich eigentlich dagegen sträuben, so ein geschminktes Kasperletheater mit sich nur noch wiederholenden Klischee-Texten in Leder und Nieten abzufeiern ... aber mein Gott (bzw. Satan), die Musik dieser drei Norweger ist einfach so geil, dass man da einfach nix dran rütteln kann.
In diesem Sinne: BLACKSHYRK, MIGHTY RRAVENDAAARRK!

Montag, 8. Februar 2010

Until the Light takes us

In den USA lief bereits „Until the Light takes us“. Eine dokumentarische Aufarbeitung der norwegischen „Kirchenanzünder-Szene“ durch ein amerikanisches Regiepärchen.
Bis es das Ganze hierzulande mal endlich auf DVD gibt, kann man sich bei youtube immerhin schon mal ein paar Trailer, Ausschnitte und Interviews geben:









Sonntag, 7. Februar 2010

kurz notiert

Aus einem Anflug sonntäglicher Langeweile hörte ich dann doch mal in den qualitativ furchtbaren Myspace-Stream des neuen FEAR FACTORY-Albums rein und bin mir jetzt sicher: 1.) bin ich inzwischen einfach zu alt für so was und 2.) hat die Band auch mit Line Up 3.0 einfach nix mehr zu sagen. Zwar gönnt man sich mit Hoglan am Schlagzeug eine noch härtere und leicht teschnische Kante, aber mehr ist da auch nicht. Urtypisches Geballer im Industrial-Sound mit absolut nichtssagenden Singang-Refrains. Gibt es eigentlich einen Terminus, der „langweilig und anstrengend zugleich“ ausdrückt? Das trifft hier jedenfalls zu. Der Grad an Unoriginalität, mit dem hier mittelmäßige Songs mit handwerklich zugegeben gekonnter, vertrackter „schneller, härter“-Stakkato-Hackerei rausgebollert werden nervt mich jedenfalls ungemein. Immerhin muss man ihnen lassen, dass sie es erfunden haben ...

Gute Überleitung zu MASSIVE ATTACK, für die das gleiche in Bezug auf den „Bristol Sound“ zutrifft. Hörproben des aktuellen Albums hinterließen mich bisher zwiespältig. Zwar zeigt man sich wieder organischer klingend und manchmal in einem treibend monotonem Minimalismus auch schon mal an Krautrock'scher Motorik angelehnt - es funktioniert aber nur dann so richtig gut, wenn sie sich mit hintergründig pumpendem Basslauf ein wenig dunkler an dem orientieren, was man an „Mezzanine“ schätzte. So mag ich Massive Attack seit eh und je. Einige Ausflüge in etwas lichtere Popgefilde und ein Track, der zuweilen schon als Indierock durchgehen könnte, liegen mir da dann aber ehrlich gesagt etwas quer. Möglicherweise ist das hier ein so genannter „Grower“, der sich nach einigen Durchläufen noch zu einem der besten Alben eingenwilligen Pops des Jahres entwickeln könnte, der erste Eindruck haute mich jetzt jedenfalls erst mal nicht so richtig vom Hocker.

Da gehen sie hin, die Größen der 90er ...

Mittwoch, 3. Februar 2010

Fear Factory?

Es ist schon interessant, wie sich musikalische Präferenzen mit der Zeit verschieden können. Es gibt Bands, von denen man früher Merchandise trug, die Alben rauf und runter hörte wie keine anderen, gleich zwei Konzerte hintereinander mitnahm usw., irgendwann aber schlagartig (oder auch schrittweise) aufhörte, sie gut zu finden. In diese Kategorie gehören bei mir auch mal FEAR FACTORY. Mitte der 90er war ich echt Fan und die Musik der Band genau mein Ding. Jetzt, wo man aktuell ihre neue Scheibe komplett als Stream im Netz hören kann, stelle ich aber nicht mal verblüfft darüber fest, dass ich da noch nicht mal mehr den "journalistischen Drang" verspüre zumindest mal reingehört zu haben. Der Drops ist einfach so was von gelutscht.
Als die letzte Platte schon nur noch eine halbsteife Frechheit war, wollte ich den x-ten Aufguss ihres Zeugs nach "Stakkato-Gehacke mit Tralala-Refain" -Schema schon nicht mehr hören. Die davor kam eigentlich auch schon nur noch bei meinen damaligen Einsätzen als DJ einer Metal-Disco in den Player. Und jetzt wo Sänger Burton C. Bell die halbe Band einfach so mal eben durch ein long gone Ex-Mitglied und einen weiteren Einwechselspieler aus dem Hause Strapping Young Lad ersetzt hat, wurde die Sache eh ein bisschen absurd. Aber so was kennt man ja auch schon von den Cavaleras/Sepultura oder der Spaltung des Pantera-Clans ...
Die Frage, die sich mir dennoch stellt ist: Bin ich einfach nur zu alt für solchen Discometal geworden oder die für einen kurzen Moment einst nicht gänzlich unoriginelle Band tatsächlich einfach nur noch uninteressant? Liegt die Wahrheit wie immer in der Mitte?

Dienstag, 2. Februar 2010

Smoke Blow - The Record

Einen langen Roman über die bisherige Schaffensära SMOKE BLOWs und damit verbundene persönliche Erlebnisse, auch wenn ich reflexartig zu so etwas neige, erspare ich jetzt mal Euch und mir.
Man kann allerdings feststellen: Für eine Band mit eigentlich so „simpel gestrickter“ Musik haben sie dann doch schon eine ganz interessante Entwicklung und Karriere hinter sich. Früher mal eher Massen-unkompatibel so mit Ecken wie Stoner- und Noiserock flirtend, dass es sogar mal mit den Melvins auf Tour ging, später dann derart bei gewöhnlichem Rotz-/Punk-/Rock’n’Roll angekommen, dass das Vorprogramm der Hosen und Ärzte drin war. Knotenpunkt dieses – je nach Auge/Ohr des Betrachters – Auf-/Abstiegs war ihr wohl bestes Album „German Angst“, auf dem sie ihren mit Mitgröl-Slogans aufgehäuften Prollrock samt Hardcore-igem Arschtritt, breiten Schultern, großer Klappe, dicken Eiern und mittelschwerem Seegang präsentierten.


„The Record“ ist keine Rückkehr zum Stil besagten Highlights, aber doch eine Kurskorrektur zu einem vergangen geglaubten Level an Härte und Biss.
Der schon als Low Budget-Videoclip bekannte Opener ‚Broken Bounds Of Friendship‘ setzt den Kurs der noch folgenden elf Nummern recht repräsentativ: Man bedient sich stärker denn je vor allem beim Hardcore. Punkige Riffs, Uptempo-Geklopfe, viel Gebrüll und Geschrei. Rockige und melodische Momente gibt es immer wieder, aber sie sind mehr die Garnierung einer schwerpunktmäßig auf rasanten Arschtritt ausgelegten Scheibe. Witzig wird es vor allem, wenn nicht nur so manch bescheuerter Songtitel (‚Transylvanian Frost‘) davon zu zeugen scheint, dass bei den Kielern in letzter Zeit auch gerne mal die eine oder andere (Black) Metal-Scheibe rotierte, sondern auch die Musik: Der Riffwirbelsturm, den ‚Final Hands‘ einem entgegen bläst hat was von Bolt Thrower (und erinnert im Smoke Blow-Kontext dann irgendwie auch an Death’n’Roller wie Entombed und Crack Up), während ‚I Have Lived In The Monster‘ inkl. Blastbeat-Passage
wohl so eine Art Black Metal-Annäherung sein soll. Auch z.B. das kraftgemeiert groovene ‚Evil Leaf’ hat eine gewisse Metal-Kante. Songs wie ‚Summer of Betrayal‘ oder die irgendwie sehr versöhnlich tönende Schlussnummer ‚ Lost Son Of The Ark‘ wiederum sind einen Tick näher am Punkrock angelehnt.

Es liegt zwar primär an mir und daran, in welche Richtung ich mit meinen musikalischen Präferenzen in letzter Zeit noch mal so weitergezogen bin, aber dass ich „The Record“ in 11 Monaten den wichtigsten Jahreshighlights zuordnen werde, sehe ich eigentlich nicht. Dass die Kieler hier auf die alten Tage noch mal zeigen, was an entfesselter Abrock-Energie dann doch noch mal machbar war, erfreut mich dann allerdings doch. Denn auch wenn das hier heute nicht mehr die ganz große Liebe ist, macht die Scheibe mit ihrem aggressiv-rockigen Touch durchaus Laune und zumindest die metallisierten Knaller ‚Final Hands‘ und ‚I Have Lived In The Monster’ werden in nächster Zeit wohl generell noch mal öfter bei mir in der Rotation landen.
Die Special Edition enthält als Bonus-CD übrigens die Songs der raren Vinyl-EP „Altamont Speedway Massacre“.

Montag, 1. Februar 2010

Genepool - Lauf!Lauf!

Kurzreview: Auf ihrem dritten Album entfernen sich GENEPOOL, die Band aus der Koblenzer Blunosie-Liga um Basser, Indie-Produzentenpapst und Gesichtsfrisur Guido Lucas, zumindest an der Oberfläche wieder etwas von den waveigen 80ies-Pop-Referenzen des Vorgängers "Sendung / Signale". Dieses mal mit Mink Stole's Ian Spehr statt Smoke Blow's Jack Letten am Mikrofon, wird hier ohne allzu auffällige Gimmicks (die gelegentlichen Bläser kommen allerdings witzig) primär mit Tempo ge-indie-/punk-rockt. Ohne zu aufdringlichen Retro-Mief und ohne penetrante Zeitgeisterscheinungen (denn Einflüsse, wie GENEPOOL sie verwursten, sind ja in der aktuellen Indieszene seit einiger Zeit schick).
Eigentlich nicht ganz my cup of tea, und eigentlich nicht ganz das, was ich gerne von der Band gehabt hätte, aber dennoch nicht mehr und nicht weniger als eine recht gute ((Post-)Punk/Wave-)Rock-Scheibe ohne trendy szenige Klischee-Anbiederungen. Kann man so nehmen.