Freitag, 29. Januar 2010

Kein Kompliment

Ein Sequel zur letzten Glosse: Heute Nachmittag hörte ich im Radio zufällig „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller. Und wisst ihr was? Ich finde das anno 2010 sogar noch beschissener als damals zum Veröffentlichungszeitpunkt, als man entnervt gar nicht mehr dran vorbeikam.
Man sollte dem A&R, der dieser Band erlaubt hat ihren Nichtskönnerrock auf die Menschheit loszulassen Ohren, Hammelbeine und Pinsel langziehen. Ja meine Fresse. Wo soll man anfangen und aufhören, was alles an dieser Nummer beschissen ist? Eigentlich ist es sogar einfach: Es gibt nichts, was an dieser Nummer nicht beschissen ist. Diese irgendwie rumpelrockige, dann aber doch plastikbezogene Dünnbrettbohrerproduktion, die das spielerische Unvermögen dieser Gurkentruppe eher noch betont als kaschiert z.B. ist allein schon eine Frechheit. Der völlig schräge, leidenschaftslose Nichtgesang mit unzumutbarer Melodieführung und Sprachbehinderung wäre da auch noch. Dieser schwachsinnige Text, aaaaaaarrrrrgh. Ich fange fast vor Verzweiflung zu flennen
an, wenn ich nur daran denke dieses unglaublich bekackte Lied nach all den Jahren noch mal gehört zu haben. Sich frech bei Stilelementen der sogenannten Hamburger Schule bedienen, um es zu einem grenzdebilen Abiparty-Soundtrack zu verunstalten zeugt außerdem schon ausreichend davon, überhaupt gar nichts verstanden zu haben.
So sehr ich dachte, das Kapitel „eine völlig zu Unrecht gehypete Dilettantenkapelle als Feindbild“ wäre in diesen, meinen eher altersmilden Zeiten mal abgeschlossen, so aggressiv kann mich diese komplett talentbefreite Grütze offensichtlich immer noch machen ...

Mittwoch, 27. Januar 2010

In der Zeit …

… erzählt uns jemand in zwei Kommentaren über „Musiklabel-Waschzettel“ und deren Verwertung in den Mechanismen des Musikjournalismus nichts, was mir persönlich in irgendeiner Form neu wäre, aber das mit gutem Recht.
Dass auch Spartenpublikationen einfach nur ein Rad im Getriebe der traditionellen Musikindustrie sind, ist ein offenes Geheimnis. Dass es für großzügige Anzeigen auch schon mal extradicke Stories gibt, ist nicht weiter verwerflich. Dass viele Magazine aber nur noch selten mal ambitioniert ausbrechende Routineveranstaltungen sind, die tatsächlich frischen Trends in der Musiklandschaft oft hinterhecheln und Bands in der Regel nur noch entdecken, wenn diese eigentlich längst etabliert sind und lediglich zum richtigen „Geschäftspartner“ (Label) weitergereicht wurden – da wird klar, warum auch die Tage der Musikzeitschriften gezählt sind. Für aktiv neue Bands entdeckende Musikliebhaber sind solche Publikationen im derzeitigen Kommunikationszeitalter erst recht schlichtweg überflüssig geworden. Was ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe.

Things to come ...

Meine Güte, der Januar ist schon so gut wie rum und bisher sind JaKa der einzige nennenswerte Release des Jahres (der schon seit Herbst bei mir rumliegt).

Momentan auf der Startrampe und mit Interesse erwartet:
- das neue Album der Heavy Metal Oldies but Goldies ARMORED SAINT (März), das mit einigem Nostalgiebonus sicher wieder nett wird
- ein neues Werk der Trip Hop-Urgesteine MASSIVE ATTACK im Februar und das nächste von PORTISHEAD wohl gegen Ende des Jahres
- die neue SMOKE BLOW-Scheibe, die laut ersten Stimmen wieder etwas hardcoreiger ausgefallen ist

- GENEPOOL
- HIGH ON FIRE
- ein neuer ROB ZOMBIE-Output, der musikalisch angeblich wieder an alte Größe anschließen soll. Woran mein tatsächliches Interesse zugegeben eher gering ist, aber man kann ja mal ein Ohr riskieren ...
- KILLING JOKE kommen im April angeblich in Urbesetzung mit „Feast of Fools“
- und was aus der schon ewig angekündigten Platte von THORNS geworden ist, würde mich ja auch mal interessieren.

Bereits veröffentlicht sind an eigentlich potenziell Interessantem neben einer EXODUS-DVD u.a. neue Alben der reanimierten Bay Area Thrash Metaller HEATHEN, der norwegischen Progkapelle SHINING (nicht verwechseln mit den gleichnamigen Black Metallern aus Schweden!) und der Alterntive-Combo EELS, letzteres soll noch nachdenklicher (einige Kritiker sagen auch "selbstmitleidiger") als sonst ausgefallen sein, aber für alles davon hatte ich irgendwie noch nicht so die richtige Muße.

Momentan (nach wie vor) vorwiegend im Player: Altar Of Plagues, Baroness, Blood & Time, Cobalt, Keelhaul, Kylesa, Neurosis, Ulver, Wolves in the Throne Room.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Dienstag, 19. Januar 2010

Und mal wieder ...

... ein "Classic Moment in Rock'n'Roll History" Youtube-Fundstück, oder genauer gesagt zwei, aus prähistorischen Zeiten: Die MENTORS bei "Hot Seat" und Jerry Springer. Wahnsinn.





R.I.P. El Duce.

Montag, 18. Januar 2010

kurz notiert (2)

Noch was:

1.) Das 98er Album "Means of Existence" der Grindcore-Urgesteine PHOBIA kann man neuerdings hier herunterladen und dafür von gar nichts (!) bis 10 Dollar bezahlen, was man möchte.
Im Katalog des Labels finden sich in diesem Modell außerdem noch weitere namenhafte Genre-Vertreter wie Extreme Noise Terror und Total Fucking Destruction.

2.) Es ist mir doch irgendwie eine kleine Herzensangelegenheit, auf folgenden Event hinzuweisen:




Ich kopiere einfach mal den offiziellen Text:

Wer aus Dortmund oder dem nahegelegenen Umland kommt, wird sich vermutlich mit Freuden an die legendären VISIONS Partys im Dortmunder Club SABOTAGE erinnern. Coole Bands, anschließendes DJing auf drei Floors und günstige Getränkepreise waren die Parameter einer besonderen Party, die wir ab Februar 2010 wieder aufleben lassen wollen.
Das neu in Dortmund errichtete FZW bietet mit seinen Floors nämlich genau die Rahmenbedingungen, die uns seit der Schließung des SABOTAGE vor einigen Jahren gefehlt haben. Und wir bieten mehr, denn auf jedem der drei verfügbaren Floors wird es Live-Programm geben.


Der Party-Reigen startet um 20.00 Uhr im Cafe auf der „Talent Stage“ mit vs.Rome, die ihr schon vom „Im Westen viel Neues“-Sampler kennt. Fortan soll bei jeder Dortmunder VISIONS Party eine Nachwuchsband auftreten.
Um 20.45 Uhr spielen dann im Club Young Rebel Set. Die junge britische Band spielt verheißungsvollen Working-Class-(Punk-)Rock, als wäre der Boss in den Yorkshire Dales geboren. Bald soll das Debüt via Grand Hotel van Cleef erscheinen.
Ab 21.30 Uhr geht es auf der Hauptbühne des FZW mit Smoke Blow weiter, die bei uns den Release ihres neuen Albums „The Record“ feiern. Jede Band spielt übrigens ein reguläres Set, was bedeutet, dass sich die eine oder andere Show ein wenig überschneiden könnte. Nach den Konzerten geht es nahtlos weiter mit dem DJ-Programm.

In der großen Halle erwartet euch ein auf VISIONS zugeschnittener Alternative/Independent-Mix, der unsere letzten 20 Jahre nicht außer Acht lässt. Auf dem 2nd Floor wird euch VISIONS-Redakteur Jan Schwarzkamp mit einem schmutzigen Paket aus Hardcore, Punkrock, Stoner und Metal verarzten, während der 3rd Floor ab 22.30 Uhr mit einem Mix aus Funk, Soul, 60s & 70s dazu einlädt, das Hüftgold zu schütteln.
Für Abwechslung ist also gesorgt – für faire Getränke-Preise auch (0,3 Bier und Softdrinks jeweils 2 €). Tickets für die Party kosten 6 € – jeder Gast bekommt dabei übrigens einen Gutschein für einen Jägermeister. In diesem Sinne: Have a drink on us!

Die Party in der Übersicht
Wann: Freitag, 5. Februar (ab 20.00 Uhr)
Wo: Dortmund - FZW

Sonntag, 17. Januar 2010

Kurz notiert

# Kollege Ralph hat auf seinem Interview-Blog ein aktuelles Interview mit BEE AND FLOWER-Bandkopf Dana Schechter geführt, die über Berlin, New York und natürlich ihre Musik redet.

# Gestern habe ich zum ersten mal so richtig bewusst GORILLA MONSOON live gesehen und frage mich ein bisschen, wie ich bisher ohne diese Band leben konnte.

# DISBELIEF waren und sind immer noch eine ganz gute Band, aber seien wir mal ganz ehrlich: „Da ist die Luft raus“. Auch wenn sie live partiell immer noch zu packen wissen, ist selbst da (auf Konserve ja eh schon) das Ding langsam durch.

Freitag, 15. Januar 2010

Alben '09: Nachzügler-Aufholjagd (Update)

In diesem, gelegentlich immer wieder mal aktualisierten Post möchte ich mich mit 2009er Albumveröffentlichungen beschäftigen, die ich nicht vor Weihnachten zu Ohren bekam und daher auch nicht in die natürlich bereits kurz vor den Ferien gezogene Jahresabschlussbilanz mit einbezog. Was für ein fataler Fehler das verfrühte Abrechnen doch war, denn in der Jaheszielgeraden rotierte bei mir kürzlich noch ein eher unweihnachtliches Album, das völlig unerwartet noch mal alles über den Haufen hätte werfen können:

COBALT – Gin
Okay, fast alles noch mal neu geschrieben, gebe ich ungehemmt zu Protokoll, dass meine anfängliche Euphorie samt Dauerrotation dieser Scheibe betreffend langsam aber sicher etwas abklingt. Nüchtern betrachtet ist „Gin“ ein Album, das schon so seine kleineren Mängel und schwächeren Tracks hat. Was allerdings immer noch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass aus Richtung dieser Band ein Wind kreativer Frische weht. Auch wenn man z.B. die 9minütige Psychedelic Rock-Nummer ‚Dry Blody‘ bei genauerem Hinsehen als auch nur mit (lauwarmen) Wasser gekochten Tool-Abklatsch abwatschen könnte, und das in Gorgoroth-Manier räudig hinterher gekloppte ‚Arsonry‘ dann gar nicht mehr so richtig aufs gleiche Album passen möchte wie der Song davor, funktionieren diese Nummern für sich genommen einfach. Absolutes Highlight der Scheibe ist im Übrigen der Jarboe-Gastauftritt bei ‚Pregnant Insect‘.
Unterm Strich ist "Gin" trotz einiger Mäkel dennoch eines der besten und überraschendsten Alben des Jahres…
(Dieses Zweitwerk der progressiven US-Extremmetaller hat u.a. Emest Hemingway und Hunter S. Thompson als thematische Grundlage und besticht vor allem durch musikalische Originalität. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern der "Musik: Black Metal, Ideologie: Alternativ"-Bewegung ziehen COBALT nicht einfach immer nur die Darkthrone’sche Wintersturm-Gitarrenwand hoch, sondern riffen tatsächlich richtig und kommen neben dem massiven Einsatz von Tribal Beats auch gerne mal mit anderen Genre-untypischen Stilelementen um die Ecke)

Absolut erwähnenswert ist an letztjährigen Veröffentlichungen übrigens auch noch „White Tomb“, das Logplay-Debüt der irischen ALTAR OF PLAGUES. Gerne mal als Black Metal mit Ambient/Postrock-Elementen bezeichnet, haben wir hier wohl die ersten europäischen Player, die in einer Liga mit postmodernen US-Black Metallern a la Wolves In The Throne Room, Nachtmystium, Cobalt und Liturgy wahrgenommen werden.

UPDATE:
Wie ich schon ein bisschen erwartet und prognostiziert hatte, fing ich in den ruhigen Momenten der „Winterferien“ an, das selbstbetitelte Kollaborationsalbum PYRAMIDS WITH NADJA so richtig zu würdigen. Es ist wirklich faszinierend, so ähnlich könnte wohl auch eine Zusammenarbeit von Sunn o))) und Ulver klingen (jaja, ich weiß, dass es das durchaus schon gab).
Interessant ist an dieser Kooperation vor allem, dass diese beiden Bands zusammen alle Tendenzen, die irgendwie Richtung Metal gehen könnten über Board geworfen haben und sich in vier Songs mit Überlänge ganz auf das trippige, sphärische, monumentale ihrer Musik konzentrieren. Die kühle Atmosphäre, die diese Tracks ausstrahlen, verdichtet manchmal den kompletten Raum in dem man sich befindet. Im Rahmen dieser episch riesigen Wall of Sound eines (be)rauschenden Shoegaze/Ambient/Drone-Gebräus betten sich dann sowohl hier mal ein Dreampop-artiger Moment ein, als auch dort dann ein alles niederreißender Anfall von Industrial-Noise.
PYRAMIDS WITH NADJA ist ein sehr, sehr interessantes, packendes und auch irgendwie "schönes" Stück Musik.

Bei der Gelegenheit bleibt ansonsten nur noch mal zu sagen, dass ich das aktuelle Album von SUNN O))) ziemlich gut finde, den allgemeinen Hype darum aber immer noch nicht slo richtig nachvollziehen kann, und ich inzwischen tatsächlich auch noch verspätet zum WOLVES IN THE THRONE ROOM-Fan geworden bin. Bei letzteren hoffe ich allerdings, dass sie sich nach ihrem reinen Black Metal-Album "Black Cascade" nächstes mal doch auch wieder auf ein paar experimentelle und progressive Einschübe stürzen, denn der Track mit Frauengesang auf der vorangegangenen EP "Malevolent Grain" oder die Postrock- und Folk-Elemente auf dem 2007er Album "Two Hunters" sind bei dieser Band so ein bisschen das Salz in der Suppe. Andererseits haben wir dafür ja jetzt auch Altar Of Plagues ..

Inzwischen endlich mal ein bisschen reingehört habe ich außerdem in das aktuelle Album von BETWEEN THE BURIED AND ME. Jene waren schon immer so ein bisschen die Dream Theater des Metalcore. „The Great Misdirect“ fährt sechs Tracks in einer Stunde auf – episch und kompakt zugleich. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ist der Drops hier für mich wohl irgendwie einfach gelutscht. Die Truppe pendelt zwischen so etwas wie technischem Grunzmetalgeprügel und Passagen, die stark nach (aktuellen) Thrice klingen hin und her, und haut dann irgendwo noch einen Jazz/Swing-Part dran. Wirklich „schlecht“ ist das alles nicht, in seinem stilistischen Gesamtarrangement mag mich das aber nicht so richtig vom Hocker zu hauen.

Last but not least: Zu den interessantesten Newcomern des Jahres gehören ZOLA JESUS. Leute, für die Musik nur mit Gitarren und handgemachter, knackig-treibender Rhythm Section wirklich Musik ist, brauchen an dieser Stelle auch eigentlich gar nicht erst weiterlesen. Hinter ZOLA JESUS verbirgt sich jedenfalls das Projekt der 20jährigen Nika Roza Danilova, live durch Mitmusiker verstärkt, die ihre manchmal zugegeben etwas affektiert agierende Stimme in einen hypnotischen, kühlen, lärmig-psychedelischen Soundwall einbettet, für den einen Begriffe wie Industrial und Ambient/Shoegaze einfallen. Diese Vermengung aus düsterer, unbequemer, krachiger, experimentell-elektronischer LoFi-Atmosphärenmusik und im Kern dieses Dickichts stattfindenden Pops ist gewöhnungsbedürftig, aber sehr interessant und könnte auch Freunden von A Place To Bury Strangers, Dälek, Nadja oder Swans/Jarboe gefallen. Und zur Veranschaulichung gibt es abschließend sogar einen Song des aktuellen Albums „The Spoils“ als Videoclip für Euch:

Donnerstag, 14. Januar 2010

Konzertbericht: Scott Kelly

Manchmal ist es schön, überrascht zu werden. Neurosis' SCOTT KELLY überraschte. Vor etwas mehr als einem Jahr spielte er schon mal einen Solo-Gig in der auch für kulturelle Events öffnenden Pauluskirche im Hafenviertel der Dortmunder Nordtsadt. Damals durften die Augen-/Ohrenzeugen einen intimen Akustikgig in kaum besser passendem Ambiente erleben, der in diesem „spirituellen“ Rahmen eine besondere Note hatte.
Kelly kam wieder und machte bei seiner aktuellen Solo-Tour dort gleich als erstes wieder Halt. Und anstatt einfach nur eine Wiederholung der letzten Performance abzuliefern, kam es zwischendurch anders als erwartet. Nachdem er mit unterkühlten Händen ein paar seiner ruhigen, melancholischen Songs mit der Akustischen zum besten gegeben hatte, darunter das großartig zurückgelehnte 'Figures' und ein Townes Van Zandt-Coversong, schnallte er sich auf ein mal eine E-Gitarre um. Was folgte, waren u.a. eine eigenwillige 1-Mann-Version eines Shrinebuilder-Songs, ein als verzerrt-lärmiger Drone-Blues interpretierter Song von der 2001 verstorbenen Blues-Legende John Lee Hooker und eine Nummer, die sich von einer clean gespielten Düster-Ballade zu einem monumentalen, Neurosis-artigem Brachial-Doom mit Gebrüll steigerte, der auch ohne Begleitung weiterer Instrumente nicht seine Wirkung verfehlte.
Nachdem die Feedbacks durchs Kirchgemäuer verklungen waren, besann sich Scott beim letzten Drittel seines Gigs wieder auf seine ruhigen, stimmungsvollen Akustik-Songs wie 'The Ladder In My Blood'. Und hinterließ, sichtlich selbst etwas emotional gezeichnet von der vergangenen Stunde, ein – zuvor weitgehend respektvoll ruhig gebliebenes - frenetisch applaudierendes Publikum, das sich das Ganze wohl auch gerne noch eine weitere Stunde lang gegeben hätte.
Absolut großartig. Von mir aus dürfte SCOTT KELLY auch ein mal pro Quartal in die Pauluskirche kommen ...

Honorable Mention: Im Vorprogramm durfte als Überraschungsgast der Dortmunder Lokalmatador BORIS GOTT ein paar seiner Singer/Songwriter-Lieder zum besten geben. Witzigerweise hatte er in den 90ern schon mal mit seiner damaligen Band für Kelly's Hauptband Neurosis eröffnet, und mimte nun solo den Support-Act für Kelly solo. Bei aller Sympathie waren seine oft etwas schwungvolleren, deutschsprachigen Ruhrpott-Schlager zwischen lyrischem Witz und Melancholie hier aber etwas deplatziert.

Montag, 11. Januar 2010

Sie kommen alle wieder...

Nicht nur im Metal-Bereich sind Reunions längst etwas, das man mal eben als gewohntes Tagesgeschäft abwickelt. Inzwischen hat es auch die Ecke der Avantgarde-Urgesteine erreicht:
Nachdem schon THROBBING GRISTLE in diesem Jahrtausend nach mehr als zwei Jahrzehnten Pause wieder recht aktiv sind, haben am Wochenende auch SWANS bei myspace verkündet, dass man 13 Jahre nach ihrer Auflösung ein neues Album und Live-Auftritte erwarten darf.

Samstag, 9. Januar 2010

letzter Jahresrückblick for now

Größter Konzert-Moment 2009? Ohne Frage das hier:

Freitag, 8. Januar 2010

Cobalt bei Fox News

COBALT sind die Band der Stunde und die Metal-Aufsteiger 2009. Dass die Band in allen Belangen ungewöhnlich ist, zeigt auch dieses Interview beim als ultrakonservativ geltendem Fox News Channel:

Battle of Mice - Split!

Wie ich irgendwie jetzt erst mitbekommen habe, haben BATTLE OF MICE im vergangenen September ihre Auflösung verkündet. Alles weitere dazu kann man hier auf ihrer Myspace-Seite lesen.
Schade, wirklich sehr schade. Denn das einzige Longplay-Album „A Day Of Nights“ ist wirklich eines der besten und emotional authentischsten Albem, das in der Ecke "Post-Metal" überhaupt jemals aufgenommen wurde, und außerdem zeigten die zwei Songs, die 2008 auf einer Split mit Jesu veröffentlicht wurden, dass das Potenzial sich noch weiter zu steigern sogar zweifellos vorhanden war.
Man kann die besagten Songs übrigens bei lastfm als Stream hören:
The Bishop
Yellow and Black

Den auf ihrem Longplayer enthaltenen Song "Sleep & Dream" kann man außerdem hier als mp3 downloaden.

Wie gesagt: Sehr schade. Auf ein weiteres Album, das zumindest mal seitens der Band geplant war, hatte ich große Stücke gehalten ...

Blogroll

Wochenendlektüren-Links:

# In seiner aktuellen Kolumne bei Wired UK lässt sich Warren Ellis über Jahresbestenlisten, die Musik der SciFi-TV-Serie Doctor Who und aktuelle Künstler wie Burial aus. Im Rahmen seines Blogs gibt es aktuell im Übrigen auch schon wieder den einen oder anderen Musiktipp.

# Das gerne mal als etwas alternativ wahrgenommene Porno-Sternchen Sasha Grey fordert in ihrem Myspace-Blog Bands/Labels auf, Ihr Material zum Rezensieren zu schicken, denn sie ist nun auch als amtliche Musikkritikerin tätig. Bevorzugte Richtung: „black, ambient black, stoner, drone metal,(...) or items that might come from Southern Lord).” Jaja, Schwester im Geiste und so. Im Übrigen musiziert sie auch selbst in einem Projekt namens Atelecine. Nun ja ...

# Der auch als Solokünstler und in anderen Bands tätige Scott Kelly von Neurosis wiederum forderte die Leser seines Blogs auf, ihm einfach frisch von der Leber weg die Fragen zu stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen, und beantwortet diese nun dort.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Klassiker (2)

Es passt so schön zu dem kürzlich rausgekramten Fernsehauftritt von GUNSHOT feat. Napalm Death‘ Shane Embury: 1992 legten THE KLF bei den Brit Awards ihren finalen Auftritt hin. Um „with a bang“ zu gehen taten sie das mit der Unterstützung von EXTREME NOISE TERROR, die den KLF-Hit „3 a.m. Eternal“ mal eben in zweieinhalb Minuten als Crustgrindkrach runterschranzten:

Dienstag, 5. Januar 2010

Live 2009

Okay, ich habe beschlossen mich mal kurz zu fassen und eine schlichte Liste zu posten:

Konzerte 2009 - Top10:
1.) Baroness (Köln)
2.) Dÿse (Dortmund, Visions Party im November)
3.) Jarboe (Essen)
4.) Melt Banana, Liturgy (New York)
5.) Cephalic Carnage (Essen, mit Black Dahlia Murder)
6.) Triclops! (Castrop-Rauxel)
7.) Bee and Flower (New York)
8.) Dÿse (Dortmund, “Altes FZW Abrissparty“ im Februar)
9.) Trouble, Pentagram (Essen)
10.) Warrior Soul (Essen)

Honorable Mentions: Visions Anniversary Festival (Dortmund), Future Of The Left (Köln), vs. Rome (Dortmund), Androrra Atkins (Dortmund), Gods Will Be Done, The Very End und Woof (Paderborn), Mucky Pup (Essen), Kylesa (Köln)

Festival-Highlights 2009:
- Roadburn Festival: Neurosis, Baroness, Beehoover, Church Of Misery, Zeni Geva, Mono, Bohren & der Club of Gore, Wolves In The Throne Room, Colour Haze, Shora, Tribes Of Neurot, AmenRa
- RockHard Open Air: Sacred Reich, Opeth, Prong
- Death Feast Open Air: Napalm Death, Misery Index, Vomitory, Haemorrhage, Entombed, Macabre, Gadget
- Wacken Open Air: Heaven & Hell, Coheed & Cambria, Napalm Death, Trouble, Testament, Motörhead, ...

Samstag, 2. Januar 2010

Japanische Kampfhörspiele - Bilder fressen Strom

Das Jahr fängt gut an, denn die erste essenzielle Veröffentlichung 2010 kommt aus dem Hause JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE. Nach dem dahingerotzten Kurzgedichte-Marathon „Luxusvernichtung“ dann doch mal wieder ein reguläres Album. Eines, wie man es von JaKa haben will: Auch wenn man betont auf Trigger und zu viel digitale Nachbearbeitung verzichtet hat, ist der Sound sehr druckvoll und satt geworden. Musikalisch werden, wie man so schön sagt, alle Register gezogen. Das, was ich seit eh und je an JaKa so schätze geht auch hier wieder voll auf, nämlich die selbstverständliche Vermengung einer Punk-Attitüde nach dem Motto „einfach mal machen“ samt in regelrechtem Crust-Gehacke ausartenden Passagen auf der einen, und technischen und progressiven Versatzstücken auf der anderen Seite, garniert mit kleinen kreativen Extras und verpackt in ungewöhnliche Arrangements. Von der 9-Sekunden-Grind-Nummer, über Instrumentalstücke, bis zu längeren, ausgeklügelteren Songs, ist bei den 27 Tracks alles dabei.
'Supermacht' startet mit Slayer-Zitaten und endet in einer Punk-Abfahrt, 'Jochbeinbruch' scheint so eine Art Industrial-Experiment zu sein, das instrumentale 'Lebendgewicht' ist in seiner Gesamtkomposition samt exotischem Blasinstrumentsolo irgendwie etwas krude, und das abschließende 'Emotionen' schmeißt einen durch den Proberaum raus.
Highlight der Platte ist die Abrechnung mit sich in falscher Political Correctness suhlenden AJZ-Budenbetreibern 'Links', die vom Pöbel & Gesocks-Sänger Willi Wucher herrlich neben dem Takt veredelt wird.
Die Texte bestechen auch sonst generell wieder durch die Art von humorvoll gesellschaftskritischer Lyrik, dessen gesunde Portion an Selbstironie man nicht unterschätzen sollte.
Zwischen archetypischem Metal-Geriffe und ein paar Schrägheiten wird ansonsten viel JaKa-typisches geboten, auch wenn ich den Eindruck habe, dass es dieses mal einen Ticken weniger Hyperblasts sind als sonst schon mal und mehr Songs noch etwas ... ausgearbeiteter .... irgendwie konventioneller.
Unterm Strich finde ich persönlich hier wenig herausstechende „Hits“, so wie es auf anderen JaKa-Veröffentlichungen der Fall war, aber die Platte funktioniert gerade deswegen sehr gut, weil mal weitgehend ohne viele auffällige Gimmicks in den ureigenen Stilgewässern gefischt und das dann augenscheinlich etwas bedachter zubereitet wurde. Stagnation in ausgetretenen Pfaden ist das im Falle von JaKa noch nicht, beim nächsten mal werden sie es aber schwer haben musikalisch – abseits des immer wieder gerne mal neu justierten Produktionsklangbilds - noch neues und überraschendes zu bringen.
Denn das hier ist so etwas wie quintessenzielle JaKa.
Wer extremen Metal mit eigenwilliger Note mag ist hier jedenfalls immer noch goldrichtig.