Donnerstag, 21. August 2008

NEUROSIS

...spielten gestern eines ihrer wenigen Konzerte in Köln. Wer nicht mit dabei war, hat defintitiv etwas verpasst. Der etwas happige Eintrittspreis von 25 komma nochwas Euros war hier mal absolut gerechtfertigt. Der Headliner lärmte sich bei einem schon zu laut-brachialem aber glaskar-perfekten Sound eineinhalb Stunden lang durch sein aktuelles Album und vereinzelte ältere Songs wie 'Locust Star' und das grandiose Finale 'Stones From The Sky'. Es war gottgleich. Konzert des Jahres.
Im Vorprgramm wussten Taint als ganz nett groovender Opener aus der Sludge/Stoner/Brüllrock-Ecke zu gefallen, während die aus dem direktem Neurosis-Umfeld stammenden A Storm Of Light (feat. Josh Graham, Ex-Red Sparrows) eine etwas durchwachsene Angelegenheit waren: Ihr wuchtiger Doom/Post-Metal mit Ambient-Einlagen und Videoprojektionen (das mit dem Eisbär sah toll aus!) war stilistisch einfach zu nah an der Musik und Performance des Headliners dran, ohne dessen Reife und Facettenreichtum zu erreichen. Es war nicht leicht, sich kurz vorher auf eine monotonere und simplere Version der Band, auf die man wartet, einzulassen.
Aber sei es drum, denn was Neurosis betrifft: Für die gebe ich jederzeit wieder 25 € aus!!!

Donnerstag, 14. August 2008

Interessante Musik für lau

Okay, Ehre wem Ehre gebührt: Wie schon das 1-Mann-Projekt off'tan'discord, das ein sehr nettes Album, grob als Postrock kategorisierbar, frei ins Netz stellte (Link), habe ich auch Yoda's House über Warren Ellis entdeckt. Die etwas wirren US-Jungspunde scheinen zumindest partiell irgendwie aus dem Dunstkreis der Ellis-Fans zu stammen. Ellis wiederum ist ein so großer Fan ihrer Musik, dass er sie gerne mal pusht. Und da - äh- ziehe ich jetzt mal mit indem ich darauf verweise, dass man die beiden Seiten des aktuellen Demotapes (!) von Yoda's House als mp3 herunterladen kann: http://www.sparklingseahorse.com/yodashouse.htm

Als Beschreibung der Musik zitiere ich einfach mal Herrn Ellis: "a sort of thumping, organic postrock, heavily rhythmic, sprawling and explorative but never losing the plot. Everything they do sounds like a soundtrack for the end of the world to me."

Und nun ja, wo wir bei Warren Ellis sind - ich sach es mal so: Aus Musikliebhaber-Sicht muss einem der exzentrische Brite, der sich vor allem als Autor leicht durchgeknallter Comics wie "Transmetropolitan" einen Ruf machte, kein Begriff sein. Wer aber gerne interessante, noch unbekannte Musikkünstler vor allen anderen entdeckt, oder selber Musiker ohne Plattenvertrag ist, für den dürfte sein Podcast "The 4am" sehr interessant sein, bei dem Ellis immer wieder mal eine Art digitales Mixtape in Form eines mp3-Downloads mit stilistisch sehr breit gefächerter, irgendwo immer eher "alternativer" und gerne auch mal experimenteller Underground-Musik zusammenstellt. Derben Gitarrenlärm gab es dort schon genau so zu hören wie Ambient-Sphären, krude Geräuschmusik eben so wie schönen Pop:http://www.warrenellis.com/?cat=40

Dienstag, 5. August 2008

Wacken 2008

...liegt nun auch hinter mir. Und wo ich schon diesen kleinen Musikblog hier mache, sollte ich vielleicht auch ein paar Worte dazu verlieren …

Entgegen meiner Erwartungen und Befürchtungen war das diesjährige Wacken Open Air jedenfalls eine unkomplizierte, gemütliche Party, bei der es kaum was zu meckern gab. Das war wohl auch schon mal anders.
Interessant finde ich nebenher bemerkt, wie sich das Festival (und auch die Szene) inzwischen auch in musikalischer Hinsicht gewandelt hat. Und wie mein Musikgeschmack sich nach wie vor immer noch eher danebenher entwickelt, anstatt innerhalb der aktuellen Strömungen … Dass Bands a la Hatebreed und Killswitch Engage auf dem W.O.A. spielen, wäre noch vor einigen Jahren jedenfalls fast undenkbar gewesen. Während ich vor ein paar Jahren mehr Bands in so einer Richtung begrüßt hätte, sind das inzwischen schon eher die Bands, die ich augenrollend außen vor lasse.

Highlights: An der obligatorischen Alte-Helden-Reunion-Front hatte das W.O.A. dieses mal mit CYNIC, AT THE GATES und CARCASS nur die Creme de la Creme zu bieten. Bei den ganz, ganz alten Helden, die man bei der Gelegenheit auch noch mal gerne abfeiert, IRON MAIDEN. Um sich mal richtig durchklopfen zu lassen gab‘s dann z.B. auch noch JOB FOR A COWBOY und THE HAUNTED. Der Prog-Düstermetal von OPETH kam im Nieselregen absolut göttlich. Auf der Zeltbühne rockten die Paderborner Jungs von BLOODWORK, bei denen zwei Mitglieder von Steve Austin mitwirken, als deutsche Finalisten des „Metal Battle“ und zu nächtlicher Stunde kam noch eine A Capella-Combo namens VAN CANTO um die Ecke. Was letztere betrifft: Nun ja, das ist ja durchaus ein ganz cooler Partygag. Warum von allen guten Bands da draußen jetzt ausgerechnet die von einem Majorlabel als essenzielles Ding auserkoren wird, da steckste wohl echt nicht drin (Sorry Ross, aber ich musste diesen Gedankengang mal laut ausgesprochen haben) …

An Randnotizen habe ich abseits einiger Insider-Jokes leider überhaupt keine Skandale oder spektakulären Gossip für Euch, sorry.
Aber ich denke, dass mich dieses kleine Dorf im Norden nächstes Jahr wiedersehen wird …