Dienstag, 24. Juni 2008

Mammut-Post

Okay, es wird mal wieder Zeit was zu posten und ich muss mal eben ein paar Sachen abhaken.

I.) ein aktuelles Album, das es gratis im Netz gibt

II.) eine Klassiker-Huldigung in Form einer Underground-Perle

III.) ein kritischer Live-Rückblick

IV.) ein kleiner Festival-Rückblick

V.) Das "sonst noch"-Telegramm


I.) OFF'TAN'DISCORD - People

Ein nettes kleines Konzeptalbum, über das ich gerade gestolpert bin, thematisiert mit jedem Song(titel) eine Person. Was von einer anonymen 'Stephanie' bis zum Serienmörder 'Albert Fish' reicht. Dass der dazugehörige Bandname offensichtlich Fanboy-mäßig aus den Titeln der drei Earthtone9-Longplayer zusammengescrabbelt wurde, macht mir als Verehrer dieser viel zu früh von uns gegangenen Band die Sache auch schon mal durchaus symphathisch. Was im Übrigen auch die Musik betrifft, denn das 1-Mann-Projekt aus London lebt sich recht experimentell und weitgehend instrumental in sphäririschen Regionen um Postrock/Drone/Doom/"Ambient-Metal" aus.

Sicher, wenn ich jetzt als Vergleichsreferenzen Namen wie Red Sparrows, Mogwai, Neurosis, Russian Circles, Isis, Earth und so weiter in die Runde werfe, winkt Ihr nicht ganz zu Unrecht müde ab und erzählt mir, dass es das in letzter Zeit öfter gab, wenn nicht sogar langsam mal zu oft. Klar, da habt ihr recht.

Aber: 1.) 'nem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. Denn das Werk kann komplett umsonst und das auch noch legal bei lastfm heruntergeladen werden! 2.) Das Album ist gut. Der Allround-Musiker hinter off'tan'discord schafft es, mich selbst bei ziemlich simplen Wall-of-Sound-Konstrukten, die kein Rad neu erfinden, zu packen und begeistern.Ein Großteil der Songs klingt wie vereinfachte Red Sparrows mit ein bisschen mehr Rock/Metal im Blut, oder auch wie eine noch Song-orientiertere Version von Mogwai, die auf eine etwas andere Athmosphäre aus ist. Denn die meistens ehr kurzen Songs strahlen irgendwie mehr Wärme, Leben und positive Vibes aus, als die oft etwas kühlem, orechestral anmutenden Songaufbauten von epochaler Länge anderer Postrocker. Die Strickmuster, wie die psychedlisch hallend durch den Hintergrund schwebende Gitarre, die verzerrte Lärmwand mit catchy Melodiebogen, und die obligatorischen leiseren Parts, die dann spannend auf die lauteren zusteuern, hat man natürlich schon öfter mal im Kontext zeitgenössischer Instrumental-Musik gehört. Aber eben auch noch nicht so wie bei off'tan'discord. Und das, obwohl wie gesagt songschreiberisch eigentlich nichts wirklich spektakuläres passiert. Aber dennoch: Wenn hier die Bandbreite von einer instrumentalen Folk-Ballade, einem ruhigeren Track mit zart hauchender Gastsängerin, bis zu derb' brachialem Groove-Geprügel nach bester Neurosis-Manier reicht, fühle ich mich nur selten versucht zu skippen und höre "People" auch gerne noch ein zweites und drittes mal direkt hintereinander durch. Die einzigen wirklich schwächeren Stellen: Die exotische Momentaufnahme 'Ama Adhe' wirkt mit Ethno-Gesängen im lauten Regen mehr wie ein Zwischenstück, denn ein wirklicher Song, und fällt schon etwas zu bemüht komplett aus dem Rahmen. Und beim Abschlusstrack 'John Bellingham' merkt man dann doch schon mal irgendwie, dass dieses Werk ein Heimstudio-Projekt mit begrenzten technischen Hobbymusiker-Möglichkeiten ist. Zieht man davon allerdings wieder den Fakt ab, bzw. berücksichtigt man gerade eben, dass dieses Teil hier komplett von einer Person eingespielt und produziert wurde, kann man da nicht nur drüber hinwegsehen, sondern nur noch Respekt zollend den Hut ziehen. Der Typ hat schon gut was auf dem Kasten und ich will unbedingt noch mehr von ihm hören!Also kann ich hier wirklich mit ruhigem Gewissen sagen: Leute, ladet Euch dieses Album runter!

http://www.lastfm.de/music/off%27tan%27discord/People


II.) UNFOLD - Aeon Aeony

Kürzlich noch huldigte ich mit den "Post-Grindcorelern" Nostromo einem orignellen Underground-Erbe aus der Schweiz, mit UNFOLD ist der nächste dran. Das Umfeld des Schweizer Labels Division Records haut seit eh und je eine Menge Veröffentlichungen im Bereich Sludgecore, Post-Metal/Hardcore und co. raus. Das letzte Werk von UNFOLD aus dem Jahr 2003, bevor diese sich auflösten, ist dabei in diesem jüngst sehr populär gewordenem Genre ebenfalls ein kleiner, sträflich unbeachteter Klassiker. Irgendwo zwischen wuchtig rausgeballerten Dissonanzen der Marke Meshuggah, präzise stampfenden Grooves in der Nähe von Godflesh und epochalem Songwriting-Verständnis a la Neurosis wüten und leiden diese Jungs sich äußerst intensiv durch brutal schleppende Tracks mit spannenden Arrangements. In der zweiten Hälfte geht zwar zugegeben ein bisschen die Luft ruas, dafür sind aber die ersten 3-4 Mammutsongs inkl. Klavier-Passagen, disharmonisch und krumm in den Boden gestampften Dampframmen-Parts und übersteuerten Noise-Eskapaden dermaßen saugeil, dass man dieses Manko verschmerzen kann. Von dem, was die Truppe hier in der ersten Hälfte an eigenständigem Hit-Material raushaut, können sich aktuelle Szenegrößen wie Cult Of Luna nach wie vor eine Scheibe abschneiden. Hinzu kommt der äußerst massive, dabei aber sehr lebendige Sound, den manch namenhaftere Band so noch nicht hinbekommen hat. Da die stilistische Schiene dieser Truppe derzeit sehr angesagt ist möchte, nein, muss ich dieses Werk Freunden von Isis, Cult of Luna, Tephra, Meshuggah, Buried Inside, AmenRa, Rosetta und so weiter nachträglich ans Herz legen. Leider sind UNFOLD inzwischen Geschichte, einige von ihnen lärmen allerdings in einer etwas straighter dröhnenden, aber nicht minder wuchtigen Band namens Vancouver weiter, dessen Debüt "The Moment" in dieser Stil-Ecke ebenfalls sehr empfehlenswert ist.


III.) FORBIDDEN (Anlass: live in Essen)

Eines vorweg: Ich liebe Thrash Metal. Dieser ganze Bay Area-Scheiß war ein wichtiger Punkt in meiner musikalischen Sozialisierung. Und ist es auch immer noch. Wenn eine Band wie Exodus oder Testament (oder an hiesigen Legenden Kreator) ein neues Album herausbringt, gehöre ich zu den ersten, die es gehört haben müssen. Als Sacred Reich letztes Jahr beim Wacken gespielt haben, waren die der einzige wirkliche Grund meiner Anreise. Aber dieses Old School Thrash Revial mit einhergehendem Reunion-Wahn geht mir langsam aber sicher doch etwas auf die Eier. Allen voran natürlich die Aktion, die Anthrax sich brachten, noch mal die alte Hulboje aus der Versenklung zu holen. Dass ewiggestrige Kuttenträger das dann sogar noch abfeiern weil sie zu beschränkt sind, die großartigen Alben mit John Bush zu würdigen, macht das Ganze umso schlimmer (und ja auch überhaupt erst möglich). Als Sacred Reich beim Wacken mit einem Best of-Programm aufwarteten, das die Freudentränen nur so aus mir rausperlen lies, das letzte Album "Heal" (aus dem Jahre 1996) dabei aber gar nicht berücksichtigten, ging das irgendwie noch slo gerade okay. Als Testament dieses Jahr beim RockHard Festival ebenfalls den Schwerpunkt prioritär auf die ganz alten Schinken legten, und nur sehr wenig späteres zum besten gaben (darunter das unvermeidliche 'Low' und nur ein (!) eher schwächerer Song der aktuellen Scheibe), ging mir schon ein kleines bisschen quer, aber auch hier ging das dem Anlass entsprechend irgendwie noch klar.

Nun sah ich also vor kurzem FORBIDDEN im Essener Turock. Um die Sache kurz abzureißen: Die Band, in der auch mal Paul Bostaph (zwischendurch mal Slayer, zwischendurch mal Exodus, jetzt Testament) trommelte, veröffentlichte zunächst zwei Alben, die ganz und gar mit beiden Beinen im klassischen Speed/Thrash Metal standen. Mit dem 94er "Distortion" und dem '97er "Green" (beide übrigens damals via Gun Records, heute wohl undenkbar) befreiten sie sich aus diesem Korsett und modernisierten ihren Stil. Dazu gehörte dann zeitgenössischeres Groove-Thrash-Geboller a la Pantera und Machine Head und dazu gehörten auch atmosphärisch-rockige Nummern in Richtung Nevermore (was nicht verwundert, wanderte Gitarrist Tim Calvert nach Forbidden zu eben diesen ab, um mit ihnen ein sehr strange-athmosphärisches Album aufzunehmen). Und eines muss man ganz deutlich sagen: Als sich die Band meinetwegen etwas dem Zeitgeist anbiederte, während sie die tradionellen Klischees hinter sich lies, ging die Sache dabei voll auf. Denn erst als Sänger Russ Anderson nicht mehr auf Eunuch machte, präsentierte er sich auf ein mal gelungen inbrünstig mit einer sehr geilen Stimme. Ich sach et ganz offen: Von heute aus betrachtet finde ich die letzten beiden Alben besser als ihre Vorgänger. Und aus heutiger Sciht empfinde ich es als höchst albern (wenn auch noch bis zu einem gewissen Grad nachvollziahbar), dass ein Album wie "Green" von der Thrash-Crowd als zu "modern" und Trend-anbiedernd empfunden wurde.

Zum Konzert: Ich hatte ja damit gerechnet, dass der Schwerpunkt der Songs auf den ersten beiden Alben liegen wird, denn so tickt man im Metal einfach. Ich hatte aber auch damit gerechnet von den Spätwerken zumindest so was wie die geile Videoauskopplung 'No Reason' vorgesetzt zu bekommen (auf den Pantera-mäßigen Groover 'Wake Up' und die unglaubliche Doom-Powerballade 'Blank' hatte ich zwar ein wenig gehofft, wenn auch nicht wirklich damit gerechnet). Aber selbst dazu hatte die Truppe nicht die Eier in der Buchse. Statt dessen betont man auch noch, sich extra für die das verlangenden Fans auf die ersten beiden Alben zu konzentrieren und das Konzentrieren sah dann so exklusiv aus, dass von den späteren Alben überhaupt gar nichts gespielt wurde. Und neben Lobpreisungen auf die europäischen True Metalheads, kam dann immer wieder der Spruch "We're gonna go back to the fist album", nachdem man einen vom zweiten zum besten gegen hatte. Und im Publikum erlebten Typen um die 40, die sich noch mal in ihre alte Kutte gezwängt hatten, dazu inkl. kläglich-peinlicher Stagediving-Versuche noch mal für einen kurzen Moment ihren zweiten Frühling, falls sie jemals zuvor überhaupt mal etwas frischer gewesen sein sollten. Sorry Leute, aber das hat nichts mehr mit ehrlicher Musik zu tun. Das ist wie der alternde abgehalfterte Schlager-Sänger, der bei einer Supermarkt-Eröffnung noch mal seine einzigen beiden Hits aus den 70ern zum besten gibt, weil sonst nix gewesen ist. Halloho, die 80er sind vorbei!!! Schon lange! Wacht enldich mal auf und guckt ajuch mal nach links und rechts. Selbst was Forbidden in den 90ern als vermeidliche "Trendscheiße" gemacht haben, wird heute von Vielen schon als Metal-Geprügel alter Schule empfunden. Man, man, man ...


IV.) Death Feast Open Air

Zum zweiten mal fand vor kurzem o.g. Festival drei Tage auf einem Acker in der Niederrhein-Provinz zwischen Holland, Pott und Müsterland statt. Was soll ich sagen: Es war großer Spaß und wird mich nächstes Jahr wieder sehen.

Musikalische Notizen: Auch wenn ich gestehen muss, dass trotz meiner Vorliebe für extremes Geprügel nicht alles mein Ding war (so stehe ich z.B. nicht unbedingt auf zu sehr auf die Florida-beeinflusste "Brutal Death"-Schiene oder übertriebenen Klospülungsgurgelgrind) gab es neben zugkräftigen Headlinern wie DYING FETUS, CRYTOPSY und UNLEASHED doch das eine oder andere Highlight. Allen voran natürlich mal wieder die von "20 Kilometer Luftlinie da hinten" (so die Ansage von Schreihals Bony) stammenden JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE. Mit ihrer verquererweise irgendwie progressiv-verspielten, dann aber doch wieder catchy-punkigen Prügelmusik rockten die JaKas wie immer die Botanik und waren der positiv herausragende Farbtupferl des Festivals. Direkt nach ihnen gab es das intensive Inferno von ORIGIN. Ja meine Fresse. Auf Platte konnte mich die Combo aus dem verlässlichen Relapse Records-Stall bisher ja nicht 100%ig packen, aber live ging die komplex verknotete Lärmwand dann auf. Zuden hat man auch einen unglaublich guten, technisch spielenden Schlagzeuger in den Reihen (auch wenn der mit den Füßen ein bisschen mogelt). Heftig, heftigm heftig. Den folgenden Tag war es auch interessant, COCK AND BALL TORTURE mal zu sehen. Zumal mir diese bei Grind'n'Death-Freaks sehr populäre Band schon lange ein Begriff ist, ich aber nie einen Ton gehört hatte. Irgendwie war ich ehrlich gesagt etwas entäuscht, dass sich ihr "Porngrind" als stumpfes Groove-Death-Geslamme mit gelegentlichen Ausflügen in crustiges Runpel-Umptempo entpuppte, und ein Pitchshifter-Effekt auf dem Mikrofon das Froschgrunzen bis zum Erdkern runteruzog. Summa summarum dennoch eine nette Abwechslung zu Hyperblastgebretter der meisten anderen Bands.

Weitere Randnotizen: Den harten Kern Bekloppter, den man bei jedem Festival findet, gab es hier gleich gehäuft: So rannte einer im Hasenkostüm durch die Gegend, ein weiterer wälzte sich im rosa Tütü als 1Mann-Circle Pit im Schlamm und ein Pulk Sprechchor-Strategen war selbst beim schlechtestem Wetter im überschaubarem Publikum nicht klein zu kriegen. kein Wunder, sorhte das komplett aus dem Turock-Umfeld stammenden Organisations-Team für ein gelungenes Wochenende. Und wenn man am Thai-Stand lecker Asia-Essen genießen und sich am Relapse-Stamd an Shirts von Nasum und Pig Destroyer bereichern kann, dann stimmt alles. Nächstes Jahr wieder!


V.) Das "sonst noch"-Telegramm

+++ habe es immer noch nicht geschafft, mir mal die neue OPETH zu Gemüte zu führen. Erste flüchtige Eindrücke lassen aber Großes erahnen, vor allem wenn hier progressiver Düster/Death Metal aud progressiven Classic Rock der Marke Emerson, Lake & Palmer zu treffen scheint +++ was Opeth im Metal-Bereich sind, das sind TEXTURES irgendwo zwischen Meshuggah, Coheed & Cambria und Killswitch Engange. Mathcore trifft Progrock in der Ecke der Poprefrain-Metalcoreler. Und auch wenn sich das ganz insgesamt nicht so künstlich konstruiert anhört, wie es sich hir gerade lesen mag, bin ich mir noch nicht sicher, on ich diese Band wirklich "brauche" +++ gerade mächtig angesagt bei Grindcore-Freunden sind INSECT WARFARE. Wer derben Blastgeprügel mit viel Gegrunze und Geschrei grundsätzlich zugeneigt ist und diese Band noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. +++ MASTODON haben Videos erster Sessions zu ihrem kommenden Album online gestelt, nach denen man erwarten darf, dass die Band mit noch mehr melodiösen Versatzstücken weiter in die Progrock-Ecke rutscht und das brutale Gelärme früherer Tage noch einen weiteren Schritt hinter sich lässt +++ heiß erwartet werden dieses Jahr noch die neuen Releases von PHOBIA und GOJIRA ...

Samstag, 7. Juni 2008

und die nächsten zwei:

..heute mit neuem Stuff von JaKa und den Melvins. Zwei Bands, die sich weitaus ähnlicher sind, als es auf den ersten Blick rein musikalisch vielleicht scheint ...

JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE / ARE YOU GOD? - Split CD
Als putzige kleine 3" kommt dieser Split-Release von Germany's finest Weirdo-Grindern JaKa und einer Band aus Brasilien daher. Mit gewagtem Cover im Übrigen. JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE legen dabei fünf Nummern vor, deren Spiellängen mal wieder von "ziemlich kurz" (21 Sekunden) bis "verhältnismäßig normal" (2:08 min.) variieren und gewohnt souverän eigenwillig-eingängige Kost abliefern. Allerdings klingen die Songs sowohl vom Sound, als auch stilistisch noch ein ganzes Stück punkiger/dreckiger/räudiger als vorangegangene Veröffentlichungen. Was ich im Übrigen grundsätzlich alles andere als schlecht finde. Die folgenden ARE YOU GOD? sind dann drei Songs lang sehr bemüht, zwischen Blastgerumpel, rockigen Schlagseiten und einen Tick "Math/Prog" im Stil drauflos zu prügeln und grölen/keifen ferner portugisische Texte darüber. Das alles in einem ebenfalls recht crustig-bodenständigem Sound. Was die drei Tracks lang Spaß zwar macht, ob ich diese Combo auf Albumlänge haben müsste, weiß ich aber nicht.
Sehr nettes Dingen!

MELVINS - Nude With Boots
Eines muss man ja einleitend noch mal erwähnen: "(a) Senile Animal", das letzte Album der MELVINS, war ein begnadeter Kracher vorm Herrn. Brachialer Rock'n'Roll mit Doppelschlagzeug - war das herrlich. "Nude With Boots" setzt noch mal da an, wo das letzte Werk aufhöre, ist aber doch etwas anders. Der Großteil des Albums besteht aus recht retrospektivem Hard-/Rotzrock, der zwar MELVINS-typische Tücken aufweist, aber nicht mit ganz so viel Wumms inszeniert wurde, wie beim letzten mal. Dennoch macht das sehr viel Spaß. Hinzu kommen auch mal eine schwer groovende Doom-/Stoner-Nummer und ein paar etwas experimentellere Tracks, die dem konventioneller klingendem Rest als gelugener Kontrast gegenüber stehen. Zwar kann diese Scheibe nicht wirklich mit seinem Vorgänger mithalten, was auch vorne herein schwierig war, allerdings muss man sagen, dass die Herangehensweise der MELVINS an sich, nämlich einerseits "abzurocken", andererseits aber "verquer sein" zu müssen immer noch das ist, was an dieser Truppe so besticht und es auch schwierig macht "Nude With Boots" nicht zu mögen!