Montag, 6. August 2018

Majority Rule, Multicult, Kishote

Meine Fresse, was waren MULTICULT großartig am vergangenen Samstag!
Aber der Reihe nach…
Die sympathische Konzertorga-Gruppe "Fiducia" hatte im AZ Mülheim mal wieder was nettes zur Abendgestaltung herbeigezaubert.

 
KISHOTE aus Bielefeld eröffneten das Ganze mit brauchbarem Screamo/ Emoviolence-Kram zwischen ausholenden Songarrangements mit auch mal ruhigen Momenten und Blastbeatrgeballer und Gebrüll.
Der Frontmann taumelte manchmal etwas unbeholfen wirkend durchs AZ, ging
dabei allerdings augenscheinlich voll in seiner Rolle auf…
Nicht sooo meins, aber wie gesagt durchaus brauchbar.

Dann war es soweit: MULTICULT!
Das Trio aus Baltimore entpuppte sich mit seinem Noiserock, der live Assoziationen Richtung Big Black, Jesus Lizard, Distorted Pony und Helmet weckt, als regelrechte Offenbarung.
Da ist sowas
fast schon mechanisches an ihrem auch schon mal kantige Stakkato-Riffs rauskeulendem Stil, während dem wild draufkloppendem Drummer Jake die zerberstenden Sticks um die Ohren fliegen (I can relate!) und der schnarrend verzerrte Sound, den Bassistin Rebecca mit einer gewissen Präsenz durchdrückt, das treibende i-Tüpfelchen ist.
Gitarrist/ Sänger Nick strahlt derweil die entspannt-nerdige Aura eines alterndem Indie-Typen aus, der auch bei Sonic Youth reinpassen würde.
Die gleichsam völlig unprätentiöse wie unglaublich infernalisch-brachiale Performance des Trios zauberte mir durchweg ein glückshormonbefeuertes Grinsen ins Gesicht, und da war ich nicht der einzige.
Traf sich gut, dass ich ihr aktuelles Reptilian Records-Album "Position Remote" sowieso schon länger besitzen wollte, denn ich klemmte mir die entsprechende LP, plus der des Vorgängers "Variable Impulse" vor der Heimfahrt noch wie mit der Begeisterung eines Kindes für Weihnachtsgeschenke untern Arm, und auch da war ich nicht der einzige.


MAJORITY RULE, wohl ursprünglich von 1996 bis 2004 aktiv und frisch reuniert, beendeten den Abend.
Der Screamocore des Trios ist nicht unbedingt meine Go-to-Art-von-Musik - ich kann sowas allerdings seit eh und je durchaus auch genießen und würdigen, wenn es tight dargebotener Lärm mit hohem Energiepegel und interessanten Songarrangements ist. 

De facto ist mir sowas, obwohl ich mich eigentlich schon lange aus dem Alter für sowas  raus wähne, ja doch wesentlich sympathischer als irgendwelches Metal-Gerumpel von der Stange, wie es in weiten Teilen der hiesigen Szene sonst so an der Tagesordnung ist.
Von daher: Gelungenes Finale!
Generell sehr kurzweiliger Abend mit Livemusik und Hansa Pils, und ich sach’s jetzt noch mal: Meine Fresse, was waren MULTICULT großartig!

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