Dienstag, 7. August 2018

Dieser Tage raus (KW32)

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FISCHESSEN - Der Tote Winkel
Bereits einen Tag nach dem Ableben von Guido Lucas letztes Jahr fing sein langjähriger musikalischer Weggefährte und bester Freund, Schlagzeugvirtuose Jörg A. Schneider (u.a. Les Hommes Qui Wear Espandrillos, Nicoffeine, Jealousy Mountain Duo, …) an, mit seinem Projekt FISCHESSEN an einer Art Tributalbum für den Musiker, Produzenten und Labelbetreiber zu arbeiten.
Vergangenen Sonntag erblickte es digital das Licht der Welt und beinhaltet an Mitwirkenden außerdem die Gitarristen Soheyl Nassary (Nicoffeine) und Sharco von Clarkys Bacon, Gesang von David Russel von den Clevelandern Murderedman, die Guido sehr schätzte, und beim letzten Track wirken zwei Jungs von Pendikel mit.
Bye Guido! 



GAD WHIP- Post Internet Blues
Bei eigentlichen Release in der letzten Woche ging es mir irgendwie durch, also holen wir es nach: Über das hiesige Label X-MIST kommt die neue LP der britischen Altherren-Art-/ Post-Punks GAD WHIP.


GOTH GIRL - 1000 Cuts
Kann man natürlich auch von halten, was man will, aber es gibt diese Dinge, die in erster Linie gemacht werden um gemacht worden zu sein: Noise(core)-/ Industrial-Artist GOTH GIRL hat mit "1000 Cuts" eine Veröffentlichung raus, die aus 1000 jeweils einsekündigen Tracks besteht, tatsächlich jeder einzelne anders, durchaus auch unter Einsatz von Drums und Vocals.
Laut Künstler selbst soll man den digitalen Release den digitalen Release sein lassen, und zum wahren Hörvergnügen eher zum physikalischen Tonträger via Contradiction Tapes greifen. 


HAAN - By the Grace of Blood and Guts
Erstes Langspielalbum der New Yorker Noiserock-Band HAAN, das auf dieser Seite des großen Teichs mal wieder vom finnischen Label und Mailorder Kaos Kontrol vertrieben wird (Übersee von Aqualamb).
Den ersten Hörproben nach scheint sich die partielle Sludgecore-Brutalität ihrer Debüt-EP noch ein bisschen zu einem eher Richtung Post-HC neigendem Sound verschoben zu haben, der nicht ganz so plakativ aggro, aber nicht minder energisch tönt. 

Gut so!




HERMANN - disart brut: mausoleum
Bei der Kombination vom Bandnamen HERMANN, dem Albumtitel "Prinzhorn Kolloquium" und einer Persiflage des Relapse-Logos auf dem Backcover war ich umso überraschter, dass hinter besagtem Debütalbum keine totale Hipster-Comedyveranstaltung steckte, sondern durchaus brauchbare Musik in der Death- und Black-Grauzone mit Doom-Momenten und Crust-Kante, die dem jüngeren Trend hellhämmernd Hall-lastiger Produktionen folgte. 
Mit dem Drummer der unterhaltsamen Berliner Grind-Weirdos 100000 Tonnen Kruppstahl im Übrigen.
Diese Woche ist Album Nummer zwei raus.



MACHINEFABRIEK WITH SIGNOR BENEDICK THE MOOR - IX
Mit dem kalinfornischen Signor Benedick the Moor als Kollaborateur am Mikrofon hat der Rotterdammer Soundtrüftler Rutger Zuydervelt alias MACHINEFABRIEK tatsächlich etwas gemacht, das sich dem Thema Hip-Hop von der abstrakten Ambient-/ Noise-/ IDM-Seite aus nähert.
Und das ist wirklich nicht uninteressant, gerade auch aufgrund dieser eher etwas dezent klingenden anstatt irgendwie laut rummsenden Art und Weise…


NOMADIC WAR MACHINE - Always /​/​/ Forever 
Über die Hintergründe des NOMADIC WAR MACHINE Comebacks hatte ich im Mai schon mal was geschrieben...
Das neue Album "Always /​/​/ Forever" ist jetzt raus!

An den interessanteren Stellen hält der Post-Industrial auch schon mal einen Zeh in den Ambient-Drone oder schielt vage Richtung 'IDM', an anderen wiederum bin ich persönlich allerdings von futurepoppigem Autotune-EDM-Kram wie 'It's Only a Matter of Time' ja ehrlich gesagt eher weniger begeistert.


RADIANT KNIFE - Science Fiction
Die Vergleichsreferenzen, die Andere schon diesem Duo aus Louisiana angedichtet haben, können verwirren: Da ist auf der einen Seite gar von Prog Richtung Rush und neuzeitlichem wie Intronaut und Mastodon die Rede, auf der anderen aber auch von altehrwürdigen Krawallmachern wie Today Is The Day, Zeni Geva und den eben eher frühen Mastodon. Letzterer Ecke fühle ich mich generell zugeneigter als ersterer, aber irgendwie trifft es das hier auch mal so gar nicht wirklich.
Vielleicht verkörpern RADIANT KNIFE in etwa das, was Gojira hätten werden können, wären sie eben doch ein bisschen mehr Sludge als Djent. Oder so. Keine Ahnung... 



SUPER CHIEF - Eating Alone In My Car EP
Es kann nie genug Noiserock/ Post-Hardcore/ Schräg-und-laut-Indie/ Punk sein? Here we go again: Learning Curve Records haben mit dieser EP den Vinyl-Einstand der zuvor schon mit einigen Tape-Releases in Erscheinung getretenen SUPER CHIEF aus Austin, Texas zu bieten.
Man gibt als Einflüsse Jesus Lizard, Shellac und Sonic Youth an.
Ab Freitag dann wohl auch bei Bandcamp.


TRANSIENT + BASTARD NOISE - Sources Of Human Satisfaction 
Die Portlander Grindcore-Truppe TRANSIENT hat auf Albumlänge mit Noise-Guru Eric Wood alias BASTARD NOISE kollaboriert.
Das Teil hat ein ziemlich cooles s/w-Comic-Coverartwork und der Album-Stream wird bei Release am Freitag wohl mutmaßlich noch bei Bandcamp online gehen.


v.a. - It Came From The Abyss (Volume 1)
Compilation mit diesem und jenen an Resteverwertung von verschiedensten Bands: Die Hardcore-Thrasher POWER TRIP covern Prong, DILLINGER ESCAPE PLAN nehmen sich Blag Flag vor, die Postrock-Originale THIS WILL DESTROY YOU sind mit einem brandneuen Song vertreten (s.u.), diverses rares von IRON REAGAN, den DOOMRIDERS, INTEGRITY und wasweißich was noch...
Wie was warum genau eigentlich - I don't know. Gibt's aber Freitag bei Bandcamp.


Re-Release

PENNY RIMBAUD - Oh Magick Kingdom
Ursprünglich 2011 in einer auf 60 Stück limitierten CD-Auflage erschienen, hat Cold Spring diese Woche eine Wiederveröffentlichung von "Oh Magick Kingdom" am Start.
Auf jenem verwendet Penny Rimbaud von der britischen Punk-Legende Crass Aufnahmen, die das New Yorker Noiserock-Duo Japanther mal für ihn eingelärmt hat, und um die herum er dann mit Produzent Tony Barber und weiteren Gastmusikern irgendwas ambitioniertes gebastelt hat.
Shakespeare soll auch ein Einfluss dabei gewesen sein.



Und sonst noch?

Okkulten Blackened Thrash Metal zwischen Absu und Melechesh versprechen die britischen COILS OF DELPHYNE in Bezug auf "Dios Apate".


Das programmatisch betitelte "Destroyed in a Second" von den italienischen DOUBLE ME bietet derbes Grind-/ Fastcore-/ Powerviolence-Gekloppe, Geröchel und Geschrei für die potenzielle Handwedel-Circlepit-Fraktion. 

Die Londoner SKELETAL SERPENT kredenzen uns auf ihrer selbstbetitelten Debüt-EP brachialen Death-Doom.

Kreisklassen-„Post-Metal“, die x-te: TONGUE EATING LOUSE‘s "Voidwalker" auf Sludgelord Records bietet 10- bis 15minütige Song-Epen mit doomigen Arrangements, hardcoreigen Ausbrüchen und Gurgelkeif-Vocals. 

Die beiden Chicago-Hardcore-Bands THIEVES und THE OX KING haben Ende der Woche ‘ne Split 12” über Hand of Death Records raus.

Und VIVIANKRIST haut wie gewohnt generell nicht wenig raus

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