Mittwoch, 11. Juli 2018

Dieser Tage raus (KW28)

Interessante Woche...

AVOLA - Zone
Vern Avola hat in der Vergangenheit u.a. schon mehrfach mit den australischen Noiserockern Dead kollaboriert und bringt diese Woche mit "Zone" den ersten Release ihres Soloprojekts AVOLA raus, nachdem sie zuvor auch unter "EMS" firmierte.
Auf dem Programm steht ritualistischer Synthie-Drone-Noise mit harmonisch-spaceiger Note. 



BIRDS IN ROW - We Already Lost The World
Die französischen BIRDS IN ROW sind so ‘ne Band, die in der Vergangenheit gerne mal auf Konzertpackages mitgeliefert wurde, auf denen ich eigentlich 1-3 andere Bands sehen wollte... Das Trio macht sowas wie Post-Hardcore mit metallischen und dunkel-atmosphärischen Indigrenzien, deutet
‘ne Black-Metal-Kante im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Peers dabei aber eher dezent an, anstatt das zu sehr in den Vordergrund zu stellen.
Was das Ganze zwar irgendwie sympathisch
macht, aber wenn ich mal ehrlich bin, fand ich die Band live bisher nie mehr als „Joah, ganz okay“.


BODY / HEAD - The Switch
Natürlich keine Geringere als Sonic YouthKim Gordon und ihr Mitstreiter Bill Nace haben als Drone-/ Noise-/ Indierock-Duoprojekt BODY / HEAD mit "The Switch" das zweite reguläre Langspielalbum am Start (zwei EPs und 'n Live-Release gab's ferner bereits).
Und Matador Records haben neuerdings auch Bandcamp:



CRUEL DIAGONALS - Disambiguation
Hinter CRUEL DIAGONALS steckt eine gewisse Megan Mitchell aus Oakland, die Jazz- und Klassik-Hintergrund hat, sich wohl für Randgruppen einsetzt und hier mit Field Recordings, Elektronik, Rhythmen und Gesang arbeitet, um experimentelle Leftfield-Musik zu erschaffen, für die ich gar nicht so richtig eine passende Schublade finden möchte.
Aber es hat was!



DITZ - Seeking Arrangement
Mal wieder Nosierock/ Weirdo-Punk aus dem Vereinigten Königreich und schon wieder was eigenwilliges aus Brighton: DITZ werden diese Woche noch ‘ne Single plus Videoclip über Permanent Creeps am Start haben. 

Stay tuned...

IMPERIAL TRIUMPHANT - Vile Luxury
Zwiespältiger US-Black-Metal mit avantgardistischem Charakter: Man versucht einerseits ein bisschen auf mysteriöse Entität zu machen, womit sich ein etwas Hochglanzkino-mäßiger Horror-Videclip dann andererseits allerdings doch irgendwie auch so ein bisschen beißt.
Beim Intro und im hektisch-frickligen Drumming kommt durch, dass einem Jazz kein Fremdwort ist, während man natürlich zur etwas abstrakt-atonalen Seite des Genres kippt, wie sie sozusagen von Deathspell Omega vorgelebt wurde.
Ich weiß irgendwie noch nicht so richtig, was ich davon halten soll…



MAGGOT HEART - Dusk To Dusk
Ohne das jetzt in epischer Breite ausführen zu müssen gab es so einiges, was auch hätte dagegen sprechen können, dass ich MAGGOT HEART mag. Aber irgendwas an ihrer recht ursprünglich anmutenden Mixtur aus klassischem Hardrock/ Heavy Metal, rumpligem Proto-Punk und atmosphärischem Dunkelrock plus 1.) einem Hauch von Riot-grrrl-Rotzigkeit und 2.) dem Willen, trotz aller, sagen wir mal „Too-Cool-For-Untrve-Aura“ auch schon mal Wege wie technoid inspirierte Songarrangements zu beschreiten, hat mich dann doch irgendwie gepackt.  
Wie es Mick Jagger mal (mit Bowie im Background) schmetterte: "I know it’s only Rock’n’Roll but I like it".
Im September auf Tour mit Voïvod! 


MR. PROXXXY - A Green Basement in London
Die Drum’n’Bass-/ Breakcore-/ Electronica-Könner End.User und n.l.i.c. präsentieren uns auf ihrem Digital-Label Sonicterror Records diese Woche ein Album von MR. PROXXXY, über den ich ansonsten
bisher wenig bis gar nix weiß...


NORMAN WESTBERG - After Vacation
Als Gitarrist und langjährigstes Dauermitglied der Swans neben Mainman Michael Gira sollte NORMAN WESTBERG (außerdem auch mal bei den Heroine Sheiks gewesen) keiner Vorstellung mehr bedürfen.
"After Vacation" ist bei weitem nicht sein erstes Soloalbum mit Ambient-/ Drone-Gitarren-Loops, aber laut eigener Aussage das erste, bei dem er sich erlaubt hat, zusammen mit Produzent Lawrence English auch mal mit einer anderen, sozusagen „ernsteren“ Methode zu arbeiten, als alles in einem Take rauszuhauen und dann direkt so zu belassen.



OCRE - s/t
Stefan Thanneur, Basser und Brüller der französischen Speziell-Black-/ Death-Metaller Chaos Echœs, die mit Drone-Experimenten u.ä. ja immer mehr in eine eigene Avantgarde-Nische abrutschen (man hat z.B. dieses Jahr auch schon ein Kollaborationsalbum mit Jazz-Saxophonist Mats Gustafsson raus), hat sich hier mit keinem Geringeren als Voivod-Drummer und Artdirector Michel "Away" Langevin zusammengetan, welcher sich auf dieser Debüt-7" wiederum von einer ebenfalls überraschend jazzigen Seite zeigen soll.
Ich
Fanboy hab‘s mir ja tatsächlich trotz der horrenden Shipping Costs mal vorbestellt und "freue" mich schon auf die Fahrt zum Zoll…


OVERTHRUST / KATUTURA Split
Eine Split im Zeichen des kulturellen Austauschs: Die afrikanischen Death-Metaller OVERTHRUST, die bereits einen Wacken-Auftritt in der Vita haben, ballern sich auf der A-Seite durch zwei Tracks.
Auf der B-Seite kollaboriert der namibische Künstler Vilho Nuumbala (Segregated Existence) mit Manuel Schaub (Schlagzeuger von Ultha und eine Hälfte des Drone-/ Industrial-Duos XQM) und seinem Kollegen Sascha Brosamer.



SISSY SPACEK - Ways Of Confusion
Nuclear War Now! Productions aus San Francisco ist bekanntlich ein insgesamt irgendwie etwas seltsames Underground-/ Extrem-Metal-Label mit einer Teilmenge an Fans, die im mitunter schon abstoßenden Maße troglodytisch rüberkommen kann, allerdings entdeckt der hauptberufliche Biotechnologie und Labelbetreiber Yosuke Konishi dabei auch immer wieder Bands, die sich aus dem generischen Wust an Patronengurt-Rumpel-Röchel-Klischeekram interessant hervorheben.
Diese Woche fällt man gar etwas damit aus dem gewohnten Rahmen, mit SISSY SPACEK aus L.A. ‘ne Band am Start zu haben, die sich dem Rülps-Grind-/ Old School Noisecore in bester Manier der ganz frühen Cripple Bastards oder A.C. verschrieben hat. Schepperschepper, bollerboller, röchelröchel keifkeif.



TOPON DAS - [open source] Noise File
Man hat ja jetzt (leider) schon länger nix mehr von den grandiosen Prog-Deathgrindern Fuck The Facts gehört, aber deren Mainman Topon Das hat diese Woche immerhin einen programmatisch betitelten Solo-Release übers eigene Label Noise Salvation am Start.
Das "[open source] Noise File" ist eine umfangreiche Sammlung von (natürlich) Richtung Noise gehenden Live-Improvisationen des Gitarristen.



Various Artists - We All Reek Of Putrefaction: A Throne Of Bael Tribute To Carcass 
Im Titel steckt es natürlich schon drin: Throne Of Bael, ein britisches Digital-Label, das sich sich vor allem eher auf Dark Ambient, Harsh Noise, experimentell-elektronischem Lärm u.ä. konzentriert, hat gerade einen etwas eigenwilligeren Carcass-Tributsampler am Start.
Jener enthält nicht nur Coversongs im traditionellen Sinne, sondern auch weitergehende Neuinterpretationen oder Stücke, die das Original samplen.  
 
Und sonst noch?
 

Was für nur die allerhartgesottensten ist BIG HOLE‘s "The Lime Twig", bestehend aus zwei jeweils einstündigen Tracks an Harsh-Noise-Wall-Wahnsinn.

BLACK FAST machen sowas wie Thrash-Metal mit progressivem Charakter und ins deathmetallische schielendem Härtegrad. Diese Woche erscheint das neue Album "Spectre of Ruin". Zu anderen Zeiten wäre ich bestimmt mal Feuer und Flamme für sowas gewesen, momentan habe ich allerdings irgendwie mal wieder so eine Phase, in der ich nicht so den Bock auf solchen Metal habe… 

CHURCHBURN, das gemeinsame Black-/ Death-/ Doom-Metal-Ding von Dave Suzuki (Vital Remains) und Ray McCaffrey (u.a. Grief) hat dann noch mit "None Shall Live... The Hymns of Misery" ein neues Album raus. Sowas wie einen Videoclip gibt's auch.

Die neue DEAFHEAVEN kommt übrigens ebenfalls diese Woche. Ehrlich gesagt finde ich die aber mehr so mittelmäßig bis „ja ne, eigentlich eher nicht so“. Was in dem Fall nix mit irgendwelchen Trveness-Borniertheiten oder Hype-Antireflexen zu tun hat, sondern damit, dass ich bei dieser recht grell überzogenen Mixtur aus Watte-Postrock und Pseudo-Black-Metal mit ziemlich variationsarm-uncharismatischen Bell-Vocals schon beim zweiten Album nicht so ganz gerafft habe, was andere darin sehen wollen.

Elektronisches: Auf "Control" loten FRACTIONS die Grauzonen zwischen EBM und Techno, zwischen Acid, Breakbeat und  auch einem Hauch von Ambient aus. Kommt über Fleisch Records.

Wer was mit Dancehall, Dub und co. anfangen kann, sollte mal das diese Woche erscheinende Debütalbum "K.O." von MISS RED checken, die hier nicht zum ersten mal mit Kevin Martin alias The Bug zusammenarbeitet.
 

 

Digital wurde das aktuelle Album "Fallow" der Streicher-gestützten Epic-Crusties MORROW schon im Frühjahr auf die Welt losgelassen, dieser Tage gibt’s dann allerdings auch noch die physische LP-Version als eine der letzten Amtshandlungen des aufhörenden US-Labels Halo of Flies.

Und für wen es dann doch gröber knüppeln müssen sollte, für den haben London’s SEWER TRENCH auf "Optimism" die nächste Packung an Crust-/ Grindcore mit Death-/ Black-Metal-Schlagseite am Start.

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