Freitag, 8. Juni 2018

Small Beast mit David J

Es war Winter 2009, als ich auf der Insel Manhattan, New York in eine Kellerclub-Veranstaltung der Reihe "Small Beast" von Gastgeber und Mitmusizierer PAUL WALLFISCH stolperte, um mir Bee and Flower anzusehen.
Ein Jahr später war Wallfisch dann auf einmal für einige Zeit musikalischer Leiter am Dortmunder Schauspielhaus und ließ
"Small Beast" im Laufe der Jahre mehrfach dort stattfinden. Seitdem kommt er immer wieder gerne nach Dortmund zurück, wie z.B. auch als Live-Keyboarder der Swans.
Heute brachte er DAVID J mit, u.a. natürlich Gründungsmitglied der legendären Gothrock-Pioniere Bauhaus.

Zunächst beginnt der Abend aber erstmal mit einem Wallfisch-Solo-Set auf der kleinen "Studio"-Dachgeschossbühne im Dortmunder Theater und damit, dass der gebürtige Schweizer sich als Gag mal eben direkt auf der Bühne für den Auftritt umzieht.
Fast eine Stunde performt er daraufhin, mit der einen oder anderen ganz netten Anekdote, die von ihm beiläufig-verschmitzt in einem deutsch-englischen Sprachdurcheinander rausgehauen wird, Lieder am Piano. 

Oft eher ruhigere, aber auch mal ein sehr beschwingtes, mal ältere, mal ganz neue, und auch seine musikalischen Interpretationen von Gedichten anderer. 
Dabei macht er definitiv irgendwas richtig, bzw. das Ganze generell so gut, dass es auch einen primären Krachfetischisten wie mich zu unterhalten und mitzureißen weiß.

Es gibt natürlich eine kleine Pause und dann erzählt Wallfisch noch mal eben wie sich der Zwischenfall ereignete, dass er DAVID J kurz zuvor versehentlich in der Umkleide einschloss.
Jener intoniert dann erst mal ein paar Songs von Wallfisch am Piano begleitet, bis er zum letzten Drittel des Sets auch noch zur Akustikgitarre greift.
Einen Song seiner Band Love and Rockets ("Rock and Roll Babylon") sagt er grinsend als „einen vom Album, auf dem die ganzen Hits waren… aber dieser ist keiner davon“ an.
Sowas wie ein neuzeitlicher Hit ist jedoch die Ballade „The Day That David Bowie Died“, die es natülrich auch zu hören gibt.  

DAVID J ist jedenfalls gut bei Stimme, bei hellem Verstand und macht für seine Anfang 60 einen ziemlich agilen Eindruck. Zu vielen Songs hat er Anekdoten oder Erklärungen zu bieten, die er manchmal auch mit dem charmant-verschrobenen Witz vorträgt, den man typisch britisch finden möchte.
Ich hatte gewisse Hoffnungen, gerade auch in der Gunst der Gelegenheit dieser Konstellation mit Piano-Begleitung vielleicht „This Vicious Cabaret“ zu hören bekommen, kann das Ausbleiben dieser Wunschphantasie allerdings durchaus verschmerzen. 
Als Zugabe gab’s dann  zur Verabschiedung noch den etwas ähnlich gearteten “Alabama Song”, ursprünglich von Bertolt Brecht / Kurt Weill und bekannt u.a. auch durch Coverversion von The Doors, David Bowie oder den Young Gods.
Man schlurfte um ca. viertel vor elf jedenfalls
mit dem Gefühl in die warme Nacht raus, einen durchaus besonderen Konzertabend erlebt zu haben.

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