Dienstag, 5. Juni 2018

Phill Niblock, Peter Strickmann

Was war das für eine Performance von PHILL NIBLOCK, letzten Samstag?!
Doch der Reihe nach…

Generell ganz schön was los an der kleineren Kultur- und Konzert-Front in Dortmund am vergangenen Wochenende und speziell auch im Künstlerhaus am Rande der Nordstadt, im Hafenviertel-Bezirk.
Da ich trotz aller Vergnügungssucht allerdings nicht auf jeder Hochzeit tanzen kann bzw. schlicht und ergreifend auch noch andere Dinge zu erledigen habe, schaffte ich es lediglich zur samstäglichen Abendveranstaltung der immer wieder gern besuchten „Nyak“-Reihe in besagtes Etablissement.
 
Den Beginn macht der irgendwie aus der Gegend stammende PETER SDTRICKMANN mit einer ans dadaistische grenzenden Performance, die sich mit Klängen von Gegenständen und ihrer Umgebung beschäftigt.
Kurzweilig ist das Ganze, musikalisch auch irgendwie, aber es hat dennoch diesen Mief von vermeintlich zeitgenössischer Kunst, die nicht ganz zu Unrecht auch gerne mal das Ziel von Parodie ist (durchaus eher wertfrei gemeint).

Nach einer kurzen Pause nimmt der 85jährige Amerikaner PHILL NIBLOCK hinter zwei Laptops mit leuchtenden Äpfeln Platz.
Das ca. erste Drittel seiner Performance ist ein Film über Sun Ra mit Musik von eben diesem und Band. Dabei blitzen zu Avantgarde-Jazz-Soundtrack bewegte Bildfragmente in Schwarzweiß auf den Betrachter ein, aus denen sich zwischendurch mal kurz die Quellelemente wie z.B. ein bespieltes Ride-Becken erkennen lassen.
Niblock braucht danach einen Moment, die nächste Breitseite vorzubereiten, und die insgesamt ca. zweistündige Darbietung weiterzuführen.
Hypnotisierend und minimalistisch föhnen daraufhin Schichtungen von Ambie
nt-Noise-Drones durch den verdunkelten Kellerraum, während der Projektor Naturaufnahmen u.ä. an die Wand strahlt.
Ganz ehrlich: Wäre Niblock nicht ein langjähriger Vorreiter von derartigem, hätte man die teilweise etwas zu wenig nahtlosen Wechsel in Bild und Ton vielleicht auch kritisiert, aber einen Altmeister abstrakter Musik und intermedialer Kunst bei der Arbeit zu sehen war schon ziemlich cool.
Auch wenn sich aufgrund der Marathonlänge des Auftritts die Reihen zum Schluss dann ja doch schon etwas gelichtet hatten... 


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