Donnerstag, 24. Mai 2018

Tongue Party - Looking for a Painful Death

Das aktuelle Album, das in der Krach-und-so-Redaktion zuletzt am meisten und häufigsten in spontaner Dauerrotation für begeisterte Fäuste in der Luft sorgt, ist TONGUE PARTY’s "Looking for a Painful Death"…



Vor drei Jahren veröffentlichte diese Jungspundtruppe aus Minneapolis ein selbstbetiteltes Debüt-Minialbum, mit dem sie sich in Noiserocker-Fankreisen direkt als serhr vielversprechende Sache etablieren konnte.


Darauf
dann erstmal ausgeruht hat sich die Band allerdings mitnichten, denn nach einer weiteren Tape-EP ("Drugs, Probably") und einer Split mit den britischen USA Nails, hat man Anfang diesen Monats dann auch mal die erste reguläre Langspielplatte "Looking for a Painful Death" über Learning Curve Records rausgehauen.
Und jene verleitet mich echt dazu, altbackene Floskeln wie „bläst alles um, ballert alles weg, lässt keinen Stein mehr auf dem anderen“ etc. aus der musikjournalistischen Mottenkiste zu holen, weil meine Fresse, geben diese Jungs Gas!




In Grundzügen hat die Musik von TONGUE PARTY ja ziemlich was von Helmet
Womit man dann natürlich direkt wieder beim Stichwort Neunziger-Noiserock wäre, den man als Band aus AmRep-Capital Minneapolis mutmaßlich in die DNA injiziert bekommt.
Ähnlich wie Wrong an der Grenze zur Coverband agieren tut man allerdings nicht.

Was TONGUE PARTY hier mit einem Schuss von Thrash-Metal im Stilmix rausballern ist nämlich doch ein bisschen frischer, entrückter, wilder und trotz gewisser Präzision im Punch unbekümmert-chaotischer (im besten Sinne!), als es die doch recht mathematisch-kalkuliert lärmenden Helmet je waren.



Als interessante Randnotiz teilt sich das Zwillingsbrüder-Duo Adam und Brandon Hile (Gitarre und Schlagzeug) die ungekünstelten Vocals, zwischen denen man keinen wirklichen Unterschied hört, während das Powertrio von vorne bis hinten mit einem beachtlichen Energiepegel durchballert.
Bei all den drückenden Uptempo-Kloppereien sind die Songarrangements dann auch noch genauso auf dem Punkt, wie sie eben ferner nicht mit ideenloser Gleichförmigkeit langweilen, sondern auch noch immer wieder Platz für den einen oder anderen Break, Anflüge psychedelischen Krachs und geil stampfende Midtempo-Grooves lassen.
Ein biiisschen erinnert mich das dann ja auch schon mal an Prong zu „Beg To Differ“-/ „Prove You Wrong“-Zeiten, nur vertreten TONGUE PARTY natürlich eher so ein bisschen die dreckig und wüste Hardcore-Punk-Seite davon, als die des etwas klinischen Thrash Metals.


Lange Rede, kurzer Sinn: Total geiles Album!



Kommentare:

  1. Danke für den Tipp, kannte die Band vorher nicht.
    Leider habe ich bisher keinen deutschen Shop fürs Vinyl
    ausfindig machen können.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Same here, aber wenn ich was sehe kann ich bescheid sagen...

      Löschen
  2. Gibt's ab 16.06. bsp. über jpc.
    Klingen aber auch ein wenig wie rauhere Part Chimp

    AntwortenLöschen