Mittwoch, 16. Mai 2018

Dieser Tage raus (KW20)

Hier mal wieder die auf dem Radar befindlichen Neuerscheinungen, die für diese Woche datiert sind (oder am vergangenen Wochenende unvermittelt auftauchten)…

BONNACONS OF DOOM - s/t
Nachdem Rocket Recordings schon Goat auf die Welt losgelassen haben, gibt's mit “Bonnacons of Doom” von einem gleichnamigen Bandkollektiv aus Liverpool die nächste Ladung an Ritualistisch-Rock.
Die maskierten Bonnacons sind von Amon Düül II, Jazz und Acid-House beeinflusst und zielen gänzlich auf Trance und Ekstase ab.


COMATONE & FOLEY - Trigger Happy 2
Letzte Woche erschien schon mal eine digitale Wiederveröffentlichung der zehn Jahre alten ersten Kollaboration von COMATONE & FOLEY und in dieser kredenzt uns Art As Catharsis das brandneue Sequel.
Glitchy-IDM, experimenteller Electro-Industrial, wild pluckernder Untanzbar-Techno oder irgendwie sowas in der Art lautet hier die Devise.


FOTOCRIME - Principle Of Pain
Nach zwei EPs hauen die Post-Punks von FOTOCRIME, die sich u.a. aus Mitgliedern von Coliseum und Young Widows zusammensetzen, mit "Principle Of Pain" ihren ersten Longplayer auf dem Pfad des ja schon länger nicht mehr abreißenden Trends raus, auf The Cure und Joy Divsion zu machen.
Mir isses in diesem Fall ja eigentlich schon 'ne Spur zu popig, aber hey...


GOTH GIRL - Demo 2018
Vorsicht, Ohrenblutengefahr: "Queer Noise Violence"-Artist GOTH GIRL (wohl irgendwie auch aus dem Dunstkreis von Holy Grinder (s.u.)) entwickelt sich gerade zu einer ziemlich produktiven Hausnummer an der kanadischen Harsh-Noise-Front.
Dieses vergangenen Samstag auf den Rest der Menschheit losgelassene Demo soll dabei „das bisher musikalischste Material“ sein.


HIGH PRIESTESS - s/t
Es ist ja echt eine Woche vieler (selbstbetitelter) Debütalben...
Das letztjährige Digital-Demo vom Frauentrio aus Los Angeles (das inzwischen scheinbar von Bandcamp verschwunden ist) fand ich ja trotz gewisser Stoner-Übersättigung ganz gut.
Diese Woche erscheint ihr Langspieleinstand bei Ripple Music, auf dem HIGH PRIESTESS ihren Psychedelic-Doom-Sound noch mal etwas ausgeweitet haben sollen.


HOLY GRINDER / DOMESTICATED Split
Grindcore 2018: Nicht lange nach ihrem aktuellen Album
"Cult Of Extermination" schieben die kanadischen Krachmacher HOLY GRINDER schon wieder die nächsten sieben Songs auf ‘ner Split mit DOMESTICATED aus Victoria, British Columbia nach, welche wiederum etwas mehr zum Deathgrind neigen.


LOCEAN - Object / Disco?
Poetin Lauren Bolger hat im aktuellen LOCEAN-Line-Up Mitglieder von u.a. Gnod und Terminal Cheesecake um sich geschart, mit denen sie hier zwei lange Songs lang eine No-Wave-mäßig interessante Mixtur aus nach vorne treibendem Rock mit schrägem Gitarrengebürste, Zusätzen noisiger Soundexperimente und einem jazzigen Gesamtverständnis von Musik vorlegt.
Nicht uncool! Echt nicht uncool: box-records.com/album/object-disco

MOTHER BRAIN - Demo 2018
Noch mal Grindcore: Und irgendwie klar, dass eine Band namens MOTHER BRAIN dann jetzt auch mal was am Muttertag veröffentlicht hat...
Geboten wird bei den zwei Songs dieses Digital-Demos jedenfalls ziemlich hyperaktives Geballer mit derbe todesmetallischer Kante.


OKSENNUS - Kolme Toista 
Sowas kann ja wieder nur via Nuclear War Now kommen: Mit mumpfigen Sound und entsprechender Undergroundigst-Düsterheimer-Aura lenken die finnischen Kapuzenträger OKSENNUS ihren Röchel-Knüppel-Metal in etwas eigenwilliger lärmende und auch schon mal regelrecht ins Chaos kippende Regionen, die zuweilen an Bands wie Irkallian Oracle, Portal, frühere Chaos Echoes oder auch Aluk Todolo (vor allem beim weitgehend instrumentalen zweiten Track) erinnern. 
Ist man ein mal reingekommen, hat es echt was!


PIGEON - s/t
Eine ziemlich coole Mixtur aus sehr starken Post-Punk-Vibes und sowas wie schräg krachenden Noiserock-Anleihen präsentieren uns die Berliner PIGEON auf ihrem selbstbetitelten Langspieldebüt, das eine Gemeinschaftsveröffentlichung von Dunkelziffer Records und Antena Krzyku ist.
Glaub, das gefällt mir!



ROTTEN SOUND - Suffer To Abuse  
Grind on: Was genau es damit auf sich hat, dass diese EP "Suffer To Abuse" betitelt ist, während das letzte Album "Abuse To Suffer" hieß, weiß ich nicht wirklich. Vermutlich ist's 'ne Restverwertung. 
Grundsätzlich mag ich die finnische Hyperblast-Konstante ROTTEN SOUND ja sehr gerne, muss allerdings gestehen, dass mich ihr doch sehr straighter Stil mit lediglich dezenten Akzenten und Nuancierungen auf Dauer etwas ermüdet.


SABASABA - s/t
Ein italienisches Experimental-Trio hantiert sich auf seinem selbstbetitelten Langspieldebüt via Maple Death Records mit “Tape-Loops, Drum Machines, Organ, electronic Effects, Flute, Guitar, Bells, Drums und Percussions” und ferner auch noch mit Unterstützung von Father Murphy durch “psychedelic wanderings, booming beats, heavy dubbing and processed field recordings” zwischen Industrial, Dub and Musique-Concrete. 
Auf der Soundcloud-Seite des Labels gibt es noch die eine oder andere Song-Hörprobe.

Update: Jetzt auch bei Bandcamp.

SHILPA RAY - Nihilism EP
Was neues für meine Sammlung an Alice Cooper-Coversongs von Nicht-Schäbi-Metal-Bands: Die ambitionierte Blues-Punkrerin/ Indiepopperin SHILPA RAY nimmt sich als B-Seite dieser 2-Song-EP mit ’Is It My Body’ einen Song der klassischen Coop-Band zur Brust (den es im Übrigen u.a. auch schon in Versionen von Sonic Youth oder Emilie Autumn gibt…), den sie als feministische Hymne interpretiert. 


SLY & THE FAMILY DRONE + DEAD NEANDERTHALS / MAI MAI MAI Split
Ob man derartiges wirklich unbedingt als 7”-Single braucht, ist vielleicht auch so ’ne Sache, aber bei dieser kollaborieren auf einer Seite die britischen Freiform-Lärmer SLY & THE FAMILY DRONE wiederholt mit den niederländischen Heavy-Jazzern DEAD NEANDERTHALS, was in sechs Minuten an schwerem Schlagzeug-Groove und bratzigem Getröte drüber ausartet.
Hinter MAI MAI MAI wiederum steckt der Italiener Antonio Tricoli, der Drone/ Noise mit Drums/ Percussion kombiniert.
Ich find' sowas ja cool!



THOUGHT EATER - Bones in the Fire
Grimoire Records sind nicht nur Label, sondern übernehmen als Aufnahmestudio auch gleich noch Recording und Mastering. 
Diese Woche gibt’s mit THOUGHT EATER's „Bones in the Fire“ sowas wie instrumentalen Prog-Metal mit Sludge'n'Stoner-Schlagseite, in dessen Zentrum zwischen Drums und Gitarre ein Zwölfsaiter-Bass tönt.
Für Fans von: Dysrhythmia, Loincloth, Blckwvs, Blind Idiot God, Omega Massif.


TURTLE SKULL - s/t
Wenn's ein bisschen sommerlicher Fuzz-/ Psych-/ Stoner-Rock mit Retro-Vibes für die Fahrt zum Freak Valley sein darf, dann könnte man mal ein Ohr oder zwei beim Debüt von TURTLE SKULL riskieren.


VERBERIS - Vorant Gnosis
Obwohl ich dieser Tage ja irgendwie immer weniger Metal™ aus so einer Richtung höre, hatte mich das 2016er VERBERIS-Album "Vexamen" seinerzeit durchaus nachhaltig beeindruckt. Die ursprünglich mysteriösen Neuseeländer und jetzt auf ein mal doch Berliner ließen nämlich mit einer etwas eigensinnigeren Black-/ Death-Metal-Stilkonstruktion, interessanten Songarrangements voller Atmosphäre und Anflügen Voivod’scher Schrägheiten samt Blick Richtung Weltraum aufhorchen. 
Diese Woche hauen sie ‘ne vielversprechende neue EP mit zwei langen Songs raus:


VITAMIN X - Age Of Paranoia
Jeder, der auch nur ein klitzekleines bisschen was mit Hardcore-Punk am Hut hat, hat schon mal die Amsterdamer VITAMIN X über eine Bühne wüten sehen oder zumindest von ihnen gehört.
Das neuste Album der Straight-Edge-Institution erscheint diese Woche via Southern Lord.


WILT - Ruin
Und mal wieder Atmospheric-/ Cascadian-/ US-Black-Metal auf Vendetta Records.
Dieses mal inspiriert von Cormac McCarthy's "The Road" und stilistisch ein bisschen mehr Richtung Doom und Shoegaze neigend. 



Und sonst noch?

Die Anfang der 80er (!) mal von Steve Albini aufgenommene, aber dann bis gerade eben nie veröffentlichte EP einer in ihrer Region nicht ganz unlegendären Punk-Band namens WHO KILLED SOCIETY kann nach all dieser Zeit nun endlich an die Ohren der Öffentlichkeit gelangen.

Online kann man das Teil über Pearl Jam (kein Scheiß!) beziehen.

Schon wieder Grindcore: Auf Nerve Altar kommt 'ne Split-7" von STIMULANT und WATER TORTURE raus. 

Ebenfalls ist die digital schon eine Weile kursierende Split der französischen Hipster-Crusties PILORI und der US-Post-Black-Metaller DAKHMA diese Woche dann mal endlich auf Vinyl raus.

Ähnlich verhält es sich mit dem neuen Album der Saint-Louis-Sludge-Metaller FISTER, das bei Bandcamp scheinbar schon ein paar Wochen zum hören und downloaden bereitsteht, während der physikalische Tonträger diese Woche via Listenable Records nachgeschoben wird. 

NECROS CHRISTOS veröffentlichen dann auch noch mit dem Mammutwerk „Domedon Doxomedon“ (irgendwas an die zwei Stunden lang) ihr finales Album. Fan war ich ja nie, fand ihren Ansatz zwischen eigensinnigem Old-School-Death-Metal-Understatement (roher Groove anstatt Extreme ausloten) und Ägypten-Fimmel aber trotzdem nicht sooo verkehrt.

Außerdem haben AT THE GATES 'ne neue am Start. Century Media könnten allerdings ihren LPs mal Download-Codes beilegen.  


Original von: http://sarahcandersen.com/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen