Mittwoch, 2. Mai 2018

Church of Misery, Covenaut

Immer dann, wenn CHURCH OF MISERY mal wieder den hiesigen Kontinent beehren, fragt man sich inzwischen ja mehr denn je, in was für einer Besetzung sie wohl kommen werden, aber der Reihe nach…

Ehrlich gesagt entwickelt sich der Junkyard als neuer Club in der Dortmunder Nordstadt gerade zu einer etwas ambivalenten Sache. Unsitten wie keinen Stempel bekommen und somit das Gelände zwischendurch nicht verlassen können und die hier eigentlich eher unüblichen Pfandmarken bringen einen schon ein wenig zum Augenverdrehen. Der eine oder andere Besucher mokierte sich ferner vielleicht nicht ganz zu Unrecht darüber, dass man Bier-mäßig die Auswahl zwischen Astra, Carlsberg und Warsteiner Alkoholfrei hat… ja nu.


Die Bielefelder COVENAUT geben als Support jedenfalls ‘ne ziemlich souveräne Figur ab.
Ihr Sludge-Doom-Metal - mit Betonung auf dem Metal anstatt auf dem Sludge (if you know what I mean) - ist stilistisch zwar nicht weiter auffällig, dafür allerdings schlichtweg absolut „richtig gemacht“ und „handwerklich gutklassig“. Was jetzt wie ein wohlwollender Euphemismus rüberkommt, genauso wie die Floskel sich „gut unterhalten gefühlt“ zu haben, aber das trifft es halt im buchstäblichen Sinne tatsächlich ziemlich passend.
Die Stimme des Gitarristen und Frontschreiers erinnerte mich zudem irgendwie an Zeiten, in denen sich die Shouter wichtiger Death-Metal-Frühwerke (Tardy, van Drunen, Grewe, Summer) noch Mühe gaben, dem Ganzen was rotzig-fies-kaputtes zu geben (bevor der Genre-Standard dann zu austauschbarem Geröchel abrutschte). Im Falle von COVENAUT tatsächlich dann auch das Extraquäntchen substanzieller Härte, das sie interessant und bestechend macht.

 
Die früher mal regelrecht zum Roadburn-Inventar gehörenden CHURCH OF MISERY gehen live ja immer. Allerdings ist’s interessant und ein kleiner Kopfkratzer, dass Basser Tatsu Mikami - der die einzige Konstante in der seit Mitte der 90er aktiven Band ist  und dem nach bereits diversen Line-Up-Querelen über die Jahre 2014 direkt die ganze restliche Band abhaute, woraufhin er sich das nach wie vor aktuelle Album von sowas einer internationalen Starbesetzung mit einspielen ließ  (darunter  Scott Carlson von Repulsion und Dave Szulkin von den Blood Farmers)  - inzwischen  mal wieder drei gänzlich neue Landsleute zum touren aus dem Hut gezaubert hat.
Die japanischen Stoner-Doomer mit dem Extraschuss an Rock’n’Roll-Dreck im Sound funktionieren allerdings auch in dieser Besetzung. Der Frontmann spielt für die irgendwie Japaner-typische Bonus-Portion Noise zwischenzeitlich mit ‘nem Theremin rum, und zu meiner persönlichen Freude findet sich in der Setlist gar nicht mal so wenig Material vom 2009er Highlight-Album „Houses of the Unholy“ wie ‘Blood Sucking Freak‘‚‘Born To Raise Hell‘ oder als Zugabe‚‘ El Padrino‘ ein.
 
Wer den Hals dann noch nicht vollhatte, ging noch ins Subrosa am Hafen, wo DJ „Rob on the Rocks“ vom RockHard-Magazin noch für ein bisschen Hardrock-Beschallung zum Absacker sorgte.
Um sich den Brückentag mit einem kleinen Anflug von Roadburn-Feeling zu versüßen war’s jedenfalls ein ziemlich kurzweiliger Abend!

(Solche Handyfotos taugen aber auch nicht wirklich was, oder?)

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