Dienstag, 3. April 2018

Vater kommt!

Ach Du meine Fresse, endlich mal wieder EISENVATER live! Wie lange ist das letzte mal schon her?
Habe nachgesehen: Acht Jahre. Damals spielten sie mit u.a. Japanische Kampfhörspiele zusammen im Essener Turock. An diesem Abend fand das Ganze nur eine Hausnummer weiter, im Don’t Panic statt.
Süß waren schon ein paar Szenen im Vorfeld, denn die Essener Metal-Semiprominenz (halb Kreator und Gestalten aussem Sodom-Dunstkreis) versammelte sich aus persönlicher Verbundenheit für eine der anderen Bands am Laden, und namentlich jetzt mal nicht direkt bloßgestellte Personen ließen dabei, frisch vom Schalke-Heimspiel rübergetorkelt gekommen, bereits vorweg
direkt ihre Befürchtungen durchblicken, vom musikalisch gebotenen u.U. ein bisschen überfordert sein zu können.
Tja… was mir an der hiesigen Metal-Szene mitunter so auf den Sack geht in a nutshell…
 

FRT eröffnen jedenfalls den Abend mit ganz gut reingehendem Powerviolence-/ Grind-Geballer. Es ist wohl der erste Gig der "Fucking Rich Terrorists".
Als Eyecandy hat die Band so ‘ne Art Nummerngirl dabei, das zwischen den Songs die ganze Zeit irgendwelche Schilder hochhält, die allerdings auf japanisch sind, also keine Ahnung, worum es ging.
Die nächste Livepremiere feiern NAPOLEON BLOWNAPARTE, die mit ihrem recht straighten, deutschsprachigen Rock mit hartem Fundament aber eher poppiger Gesamtkonstruktion ein bisschen aus dem Rahmen fallen.
Handwerklich ist das Ganze mit dem einen oder anderen musikalischen Extrakniff absolut gut gemacht, aber ich sach’s jetzt mal ganz offen: Ich persönlich brauch‘ sowas halt eher nicht.


Dann endlich: Die Rückkehr von EISENVATER!

Die Herren Lipka, Sudmann und ihre jüngere Rhythm Section holen zunächst mal den Altfan ab, indem der Opener ihres 1995er Albums „III“ auch das Konzertgastspiel eröffnet und dann passiert es tatsächlich: Direkt hinterher gibt es meinen absoluten Lieblingssong, das Überriffmonster „Fleischgeld“ vom gleichen Album. Dass man keine Band wie jede andere ist zeigt danach dann allerdings schon wieder die Tatsache, dass EISENVAER 2018 alles andere als eine Nostalgie-Veranstaltung sind.
Vom nach wie vor aktuellen 2009er Album „IV“ gibt’s das eher etwas gemäßigte Instrumental „Nie wieder geht die Sonne auf“, sowie den mit industriell anmutender Konserven-Garnierung versetztem, atmosphärischen Midtempo-Rocker „Vater kommt!“ (einst auch als Comeback-Song auf einer Split mit o.g. JaKa vorausgeschickt) zu hören, während der Rest des Sets den Blick nach vorne wirft.
Und ich kann Euch zum aktuellen Material der Band, das irgendwann demnächst dann auch mal in Form eines fünften Albums erscheinen soll nur sagen: Holy fuckin‘ Shit!
Die Hamburger haben sich in der Zwischenzeit nicht auf erschlossenem Terrain ausgeruht, sondern sind kreativ 1-2 Schritte weitergezogen. Teilweise hatte das weitgehend instrumentale Material eine etwas ‘dudelige‘ Prog-Kante recht wilder Natur, die an sowas wie Mastodon zu „Remission“-Zeiten erinnert.
Kann das Album jetzt bitte bald kommen? Und dann auch ‘n Gig mit Headliner-Spielzeit?
 
Als Finale ballern sich dann noch VNPISSEN durch einen Crust-/ Grind-Set inkl. G.G. Allin-Coversong (‘Die When You Die‘), der so kurz ist, dass man am Ende ein paar Nummern noch mal ein zweites mal spielt.
Der eine oder andere scheint für die Jungs gekommen zu sein, denn es wurd‘ tatsächlich ‘n bisschen gepogt und alles.

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