Dienstag, 24. April 2018

The New Wave of (British) Noiserock, Psych-Punk and Weirdocore (pt.1): Cattle, Hoof Glove, Thank

Ja, ich weiß, der Post-Titel ist ziemlich albern und ja, ich weiß, es gab an anderen Stellen neulich schon Kolumnen wie „New Weird Britain“ oder Clickbait-Kram unter Titeln wie „die sieben englischen Noiserock-Bands, die man aktuell kennen sollte“ etc. pp…
Eigentlich wollte ich einen größeren Blogpost zur aktuellen Noiserock-Szene Großbritanniens machen, in der es derzeit sehr viele sehr großartige Newcomer gibt, habe dann aber beschlossen, lieber eine ganze Serie eher etwas kleinerer Posts draus zu machen und dann wahrscheinlich auch noch international weiter abzudriften oder so. Weil. 

Teil 1:

CATTLE
…sind ein bisschen sowas wie der Hauptaufhänger für den ersten Post: Auf der Rückkehr vom (halben) Roadburn hatte ich so einen Moment, wie ich ihn länger nicht mehr hatte: Als CATTLE’s ‘Moon Crawl‘ in meiner digitalen Playlist anlief, musste ich auf ein mal immer lauter drehen, hinterm Lenkrad rumzappeln und das Ganze noch vier mal von vorn hören, weil wie geil ist das denn bitte eigentlich?

Alles daran! Der Groove, das Doppelschlagzeug, das Gebrüll, die Bassläufe, das Aufdrehen für ‘ne Minute bei ca. 03:30… alles. Einfach alles!
Jedenfalls ist der Song von CATTLE’s nach wie vor aktuellem Langspieldebüt „Nature’s Champion“, das nach einem Split-Tape, einem Tributsampler-Beitrag und einer EP im Dezember 2016 auf die Welt losgelassen wurde.
Das interessante an der Band aus Leeds: Sie besteht aus zwei Schlagzeugern, einem Basser und einem Sänger. Und dem gelegentlichen Extrakrach-Soundfriemler oder Gast-Saxophonisten.  

Und derart unorthodoxe Instrumentierungen sind genau das, was diese Szenerie junger Noiserock-/  Postpunk-Bands, von denen viele gerade vor allem aus den UK zu kommen scheinen, echt interessant macht…



HOOF GLOVE
Irgendjemand von Cattle macht auch bei HOOF GLOVE mit, wo sich ferner auch Mitglieder von Thank (s.u.) und mir bisher noch unbekannteren weiteren Bands wie Hex, Ona Snop, Groak, Famine oder The Afternoon Gents tummeln.
HOOF GLOVE haben Anfang des Monats ihr selbstbetiteltes Debüt-Minialbum bei Bandcamp und als Tape übers Minilabel Don't Drone Alone rausgebracht.
Aufgrund der weiblichen Stimme und der allgemein etwas punkig-rumpligen, wirr-noisecoreigen, chaotischen Aura fühlt man sich u.a. an Melt-Banana erinnert.
Und Super-Coverartwork. Das wiederum erinnert allerdings irgendwie sehr an Gwar. Oder die Muppet Show. Was ja fast das gleiche ist.




THANK
Wo wir jetzt Hoof Glove gesagt haben, weil wir schon Cattle gesagt hatten, müssen wir auch noch THANK sagen! 

THANK haben vergangenen Oktober mit dem Tape „Sexghost Hellscape“ über Cruel Nature Records mal eben fünf Songs veröffentlicht, die sie direkt zu einer der vielversprechendsten Bands gemacht haben, die ich seit langem gehört habe, und ich will nicht nur noch mehr davon, sondern ich gehe noch weiter: Ich wünschte, eine derartige Band wäre mir in jüngeren Jahren untergekommen, um mir zu zeigen, was für Sachen es da draußen sonst eben auch noch so gibt, die der eigentlich viel geilere Scheiß sind als irgendwelche klischeetriefenden, ironiefreien Metal-Bands auf dem Weg zu abgehalfterten Selbstkopisten… 
Der Titel „Sexghost Hellscape“ impliziert ja schon ausreichend, dass diese Band was leicht beklopptes hat, aber mit sowas rechnet man trotzdem nicht.
Musikalisch wie textlich sehe ich eine gewisse Verwandtschaft zu Mclusky/ Future Of The Left, allerdings sind die Jungspunde THANK heutzutage die noch größeren Weirdos: Zu Indierock der brachial-kantigen Natur (an der Grenze zu metallischer Hardcore-Härte bzw. mit No-Wave-artig steifer Verweigerungshaltung) kommen noch elektronische Bleep-Blop- und Surr-Säg-Sounds sowie leicht wahnsinnig intonierte Vocals dazu, mit Texten über fragile Egos oder's hupen wenn man horny ist.
Ein kleines Tape, das ganz schön groß ist! Ich brauche das eigentlich dringend als Vinyl!




Fortsetzung folgt!

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