Mittwoch, 4. April 2018

Dieser Tage raus (KW14)

Blabla.
 

ABJECTION RITUAL - Soul Of Ruin, Body Of Filth
Wenn die Vergleichsreferenzen, mit denen geworben wird, u.a. Neurosis („Enemy of the Sun“ Ära), frühe Swans, Godflesh, Indian und Khanate beinhalten, kann man wohl grob erahnen, einen zäh schleppenden, schwerer verdaulichen Brachialbrocken vorgesetzt zu bekommen.
Einen solchen verspricht uns jedenfalls das eigentlich eher auf Ambient, Industrial und Noise spezialisierte Label Malignant Records* mit ABJECTION RITUAL’s Zweitwerk „Soul Of Ruin, Body Of Filth“.
Derb-Doom- und Sludgecore-Freunde, die bei einem Dark-Ambient-Interlude nicht gleich flüchten*, wissen Bescheid!

(*Apropos: Ganze elf Jahre nach dem Debüt ebenfalls diese Woche via Malignant Records raus ist das zweite Album vom Dark-Ambient-Act EIDULON, auf dem Szenegrößen wie Nordvargr mitwirken.)

ANTLERS - Beneath.Below.Behold
International verwurzelte Leipziger auf einem Prestige-Metal-Label zum ersten: Beim letztjährigen Acherontic Arts Festival gehörten die ziemlich punkig-unprätentiös rüberkommenden ANTLERS mit ihrem epischen Black Metal in bester WITTR-Manier zu den absoluten Highlights und positiven Überraschungen des Wochenendes. 

Und selbst in der ‘etablierten Fachpresse‘ ist man sich nun einig, dass das dieser Tage rauskommende „Beneath.Below.Behold“ ein ganz großer Wurf geworden ist (erscheint über Ván Records und Totenmusik)


BAMBARA - Shadow On Everything
Lasst Euch von den Etiketten, die BAMBARA an anderen Stellen angeheftet werden (etwa „Noiserock“ oder was mit „Drone“) nicht zuuu sehr in die Irre führen! Das Trio aus Brooklyn hat sich dem eher etwas gemäßigteren, nichtsdestotrotz recht kernig umgesetzten und gar nicht mal so uncleverem Post-Punk/ Dunkel-Rock mit ‘nem Schuss von Shoegaze verschrieben und lässt dabei vielleicht auch schon mal sog. Cowpunk-Vorlieben durchblitzen.
Schlecht geht anders! 



BLACK SALVAION - Uncertainty is Bliss
International verwurzelte Leipziger auf einem Prestige-Metal-Label zum zweiten: Mit der einen oder anderen Black- oder Ultratrue-Metal-Band verbandelt zu sein, bzw. inzwischen Uno Bruniusson (Death Alley, Procession, Ex-In Solitude, Ex-Grave Pleasures) auf dem Drumhocker sitzen zu haben, dürfte mutmaßlich dabei geholfen haben, einen Deal bei der internationalen Hausnummer Relapse Records zu landen.
Ist jetzt allerdings gar nicht mal irgendwie zynisch gemeint, denn es gibt an der Psychedelic-/ Retro-Hardrock-/ Stoner-Doom-Front garantiert so manch unspannendere Band als BLACK SALVATION, die ich schon vor Jahren mal bei einer Live-Begegnung ganz gut fand.  



CONTENTIOUS –s/t
Derber, angepisster Queer-/ Trans-/ Crustcore aus Minneapolis.
Vielleicht ja demnächst in einem AZ um die Ecke von Dir…



HEADS. - Collider
Mit ihrem selbstbetiteln Debüt via This Charming Man Records im Frühjahr 2015 wusste das Berliner Trio HEADS. eine gewisse Duftmarke als hiesige Band auf der Noiserock-/ Post-Hardcore-Landkarte zu setzen, zu der Vielen vor allem der zurückgelehntere Stil späterer Young Widows als Vergleichsreferenz in den Sinn kam.
Album Nummer zwei erscheint diese Woche und bittet einen bunten Strauß an Gastmusikanten dazu, z.B. Luc Hess (Coilguns, Closet Disco Queen), Emilie Zoé (Autisti), Fabian Bremer (Radare), Saxophonist Paul Roth und last but not least keinen Geringeren als Kevin Whitley von den Cherubs!


 
HOOF GLOVE - s/t
Darauf freue ich mich diese Woche mitunter am meisten: Cattle und Thank sind zwei junge Bands der britischen Weirdo-Punk-/ Noiserock-Szene, die ich ziemlich kurzweilig finde, und Mitglieder eben dieser beiden lärmen außerdem noch mit HOOF GLOVE, deren Debüt diese Woche beim Leedser Label Don't Drone Alone auf Tape rauskommt.
Tolles Comic-Style-Coverartwork außerdem! Checkt den Typ auch mal aus: www.bobbiabbey.com


 

JARS - E
Kennt Ihr schon JARS? Nein? Das sollten wir mit „E“ ändern.
Besagte, fast zehnminütige Ein-Song-EP (zum Gratis-Download!) der auch schon ein paar Jahre aktiven Russen vereint irgendwo zwischen geflügelten Stichworten wie Sludge, Grunge, Noiserock und vielleicht auch Prog-Punk ein Menge Heavyness, Eier, Flow, Groove, Spielfreude… und geht überhaupt wie das Beste der Melvins, Nirvana und Tool vereint
ganz schön gut rein.


LACONIC ZERO - Sun To Death
8Bit-Noisecore: Bei dieser norwegischen Einmann-Band treffen Commodore-64-Sounds auf einen verzerrten Rumpelbass.
(Und einen Song gibt's vorab auch als Videoclip.)
Vinyl kommt via Handmade Records.


MESSA - Feast for Water
„Doom Metal with a Dark Jazz Twist” lautet die Eigeneinschätzung der italienischen MESSA.
Den neunten Psalm mal
zu spät geboren in der Dorfkirche lassen? Auf jeden Fall pendelt man zwischen ruhigeren Parts, die schon sehr an den Club of Gore erinnern, und satt rockenden Schlepp-Grooves im typischen Fuzz-Sound; obendrauf weibliche Vocals, die dem Ganzen vielleicht noch ‘n Schuss Soul geben oder so, und dann auch noch das bluesige Gitarrensolo.
Und in dieser gestuften Dynamik ist das gar nicht mal so uncool oder uninteressant, wenn auch in der Natur der Sache dieses Crossover-Versuchs tendenziell vielleicht noch eeetwas hüftsteif.



MIEN – s/t
Schon seit Wooochen wird das dieser Tage kommende, selbstbetitelte MIEN-Debüt von Rocket Recordings regelrecht aggressiv beworben.
Unter diesem Namen haben sich Mitglieder von The Black Angels, Elephant Stone, The Horrors und The Earlies gefunden, um - schon seit langem geplant - ihrer kollektiven Idee von Psychedelic-Rock zu frönen, mit Retro-Groove und dichter Atmo.


TOWANDA – Freak Of Nature
Die aus Kanada und US-Amerika stammenden TOWANDA verquicken eigensinnigen Sludge-Punk nach Melvins-Machart mit einem Extra-Schuss Stoner-Psychedelica, rotzigem Riot-grrrl-Charme und einer Brise Pop.
Nice! Vielleicht sollte man u.a. auch mal das Langspielalbum checken, das dieser EP voranging.


WRECK AND REFERENCE - Alien Pains
Schon alleine, weil der Stil von WRECK AND REFERENCE irgendwo zwischen Sample-basiertem Lärm und Rocksong, zwischen organischer Knüppeldröhn-Musik und synthetischem Soundexperiment, zwischen Noise-Rock, Drone-Metal und Industrial-Pop noch nie so ganz einfach zu greifen war, ist das L.A.-Duo eine zwar ziemlich seltsame, aber auch recht interessante Band.
Mit dieser EP setzen sie dem Ganzen noch einen drauf, handelt es sich um Coversongs des gleichnamigen Albums der LoFi-Indierock-Pioniere Guided by Voices.



Und sonst noch?

Drone-Meister und Modern-Jazzer DIRK SERRIES‘ neues Album „Epitaph“ kommt bei Consouling Sounds raus.


Das Small Pond Label aus Brighton hat bei Bandcamp einen Sampler mit 22 Songs/ Bands zu „Name Your Price“ am Start. Mit dabei u.a. THE PHYSICS HOUSE BAND, TTNG und USA NAILS.

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