Donnerstag, 8. März 2018

Laibach @ Junkyard

Eigentlich hatte ich LAIBACH ja noch vor keinem halben Jahr mit dem mehr oder minder gleichen Programm in einer sehr coolen Location in der Nachbartstadt gesehen.
Die Gelegenheit, sie in einer anderen Location relativ um die Ecke noch mal zu sehen wollte ich nicht verstreichen lassen, auch wenn der Ticketpreis nicht ohne war.
Die Junkyard-Halle in der Dortmunder Nordstadt hat nämlich mit ihrer Schrottplatzumgebung das Endzeit-Flair, das einen passenden Rahmen für die Slowenen hergibt.

Dass man bei einem Einlass von 19:00 das Konzert um 21.:00 beginnt und davor eine ganze Stunde lang monotones Synthie-Brummen im Autopiloten durch den Hangar surren lässt… nun ja, mancher wurde echt schon ungeduldig.
Exakt das gleiche Programm wie im November war’s dann glaube ich auch doch nicht, auch wenn die Unterschiede  so groß nicht waren.
LAIBACH live sind allerdings aktuell ein bisschen anders wie von aktuellen Konserven. Drummer und Gitarrist setzen wuchtige Akzente, es wird passagenweise tatsächlich auch mal härter als erwartet.

 
Die Show scheint dieses mal noch etwas kompakter ausarrangiert zu sein. Der etwas sperrig dröhnende und wummernde „Also Sprach Zarathustra“-Block, bei dem Frontmann Milan Fras im langen Mantel mit Gebets-artiger Intonation Nietzsche-Zitate zum besten gibt, kippt nahtlos in drei „schöne“ Orchestralpop-Songs, bei denen dann Sängerin Mina Špiler alleine auf der Bühne steht.
 
Der dritte Akt beinhaltet Uralt-Nummern und ein paar jüngere Tracks, und irgendwie will das alles tatsächlich zusammen funktionieren, unterstützt von Visuals, die hinter der doch etwas zu kleinen Bühne gar nicht mal zu vollen Geltung kommen.
Hochunterhaltsam war’s wieder ein mal und auch interessant, das Ganze nach einem Sitzkonzert mit Hochkulturcharakter noch mal in einem Clubrahmen gesehen und gehört zu haben.

 
Dass die Besucherzahl mutmaßlich etwas hinter der Erwartung zurücklag könnte an mehreren Gründen liegen. Z.B. an dem noch nicht lange zurückliegendem Gig im benachbarten Bochum, der vielleicht noch etwas neuen und daher vielleicht nicht in der allgemeinen Aufmerksamkeit verbreiteten Location Junkyard und der Tatsache, dass ich den gemeinen Dortmunder be sowas insgesamt eher ein bisschen knauserig einschätze. 
Summa summarum habe ich es allerdings nicht unbedingt bereut, dafür noch mal dreißig Tacken rausgetan zu haben, denn alle Tage kriegt man sowas eben auch nicht…

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen