Dienstag, 13. März 2018

Dieser Tage raus (KW11)

Diese Woche auffem Schirm:

BROCKMANN // BAGMANN - Apokalypse Berlin

Auf ihrer rein digital erscheinenden neuen EP bei bureau b versucht sich das Synthesizer-/ Gitarren-Duo BROCKMANN // BAGMANN mit seiner „neokrautigen“ Drone-/ Elektromusik an einem dystopischen Erzählstrang zwischen aktueller Relevanz und Futurismus (irgendwas mit künstlicher Intelligenz und so).


HELL TO PAY – Bliss
Hier gibt's Hardcore mit metallischer Grind-/ Crust-Kante und dem in dieser Ecke fast schon normal gewordenem Schulterblick in Richtung Stockholm-Sound-Death-Metal.
Wer Stuff wie Trap Them, Nails, Rotten Sound, Shitshifter und co. mag sollte also wohl mal ein Ohr riskieren.


HOT SNAKES - Jericho Sirens
Die 2005 schon mal aufgelösten und seit einiger Zeit wieder aktiven Post-Hardcoreler HOT SNAKES, aus dem gleichen Dunstkreis wie u.a. Drive Like Jehu und Rocket From The Crypt, haben diese Woche ihr Reunion-Album am Start.
Laufen bei mir ja bisher mehr so unter Bildungslücke, aber was nicht ist, kann ja noch…


INSTRUMENTAL (ADJ.) - Reductio ad Absurdum
Sydney’s Trio mit dem aussagekräftigen Namen haut ein drei Tracks umfassendes Tape via Art As Catharsis raus.
King Crimson und Animals As Leaders sind Vergleichsreferenzen, die sich die, nun ja, Instrumental-Prog-Heavyrocker gerne andichten lassen, ein Bandcamp-User wiederum sieht in ihnen laut seinem Kommentar sowas wie eine unpeinliche Version von Dillinger Escape Plan oder Meshuggah.


INTERCOURSE - Everything Is Pornography When You've Got An Imagination
Nach der „I Honestly Don’t Care When Or How I Die Anymore.“-Single im November hauen die herrlichen Krawallmacher INTERCOURSE schon wieder elf neue Tracks raus, deren fieses Gerumpel irgendwo auf der Bandbreite von Asi-Noiserock bis Anarcho-Grind rumlärmt. 
Nicht schön, aber geil.


KLS - Powerviolence
Wer sich gleich als EP-Titel „Powerviolence“ auf die Fahne schreibt, lässt dann wohl auch kaum noch Fragen offen.
Vorangegangene Veröffentlichungen der spanischen Grindcoreler hießen übrigens „Superpop“ oder „Guateque Whammy Boom Boom“. 



MARIJANNAH - Till Marijannah
Auf Bandcamp schon eine Weile verfügbar, hat das hiesige Label Pink Tank diese Woche auch die LP-Version (in pink + blau oder orange) von „Till Marijannah“ am Start.
MARIJANNAH sind aus Singapur, teilen sich u.a. ein Mitglied mit den Grindcorelern von Wormrot, und wandeln auf den eher etwas poppig angehauchten Stoner-Doom-Pfaden solcher Bands wie Acid King, Red Fang oder Torche. 



NDE - United
Einer von zwei Cold Spring-Releases in dieser Woche bietet elektronischen Kaputt-Kram für die ganz hartgesottenen: Bei NDE trifft grenzwertige Weltkriegssymbolik auf Black-Metal-injizierten Death-Industrial, Rhythmic-Noise und Power-Electronics.
Diese neue CD- und Digital-Veröffentlichung soll das bisher songorientierteste Werk markieren.



PRESSOR – Weird Things
Das betont „super-unkommerzielle“ [the label that has no name] (ach, Leute…) aus Russland hat diese Woche in Zusammenarbeit mit dem japanischen Voron Nest vier Songs von ihren Landsleuten PRESSOR am Start, die dem geneigten Hörer Synthie-unterstützten Stoner-/ Sludge-Groove-Doom bieten.

Kann man wohl außerdem auch hier und da schon mal in Mitteleuropa live sehen!


SHE SPREAD SORROW - Midori
Cold Spring zum zweiten: Die italienische Künstlerin Alice Kundalini steckt hinter dem Projekt SHE SPREAD SORROW, das sie selbst unter „Ritual Deathscapes, Obscure Death-Industrial, Sinful Power-Electronics“ eintütet.
Das neue Album „Milan“ erzählt dabei eine Geschichte, die klanglich auch entsprechend verschiedene Phasen von verträumten Ambient-Momenten bis zu alptraumhaft verzerrten Passagen durchläuft.



SPERM DONOR - Sleight Coincidence  

Über den Namen dieses Trios aus Connecticut musste ich schon öfter schmunzeln (ihr Debüt „Accidental Incest“ ist von 2013), hatte aber bis gerade eben, als ihr neues Album via Bandcamp auftauchte (haptische Versionen sollen noch folgen), noch nie wirklich reingehört.
Dabei lohnt es sich, denn SPERM DONOR klingen im Grunde genommen wie ‘ne AmRep-Band und ich mag irgendwie auch die trocken-transparente Produktion von „Sleight Coincidence“, die den energisch rumpelnden Sound und Spielstil der Noiserocker sehr gut einfängt.

 
VANESSA AMARA - Manos
Das dänische Spezialistenlabel Posh Isolation hat was neues von einem ihrer aktuellen Household-Projekte am Start: Die auch gerne mal in Kirchen auftretenden u.ä. VANESSA AMARA (alias Birk Gjerlufsen und Victor Kjellerup) kombinieren z.B. Piano und Elektroakustik, um Klanglandschaften irgendwo zwischen Ambient, Minimalismus, Noise und Aspekten von Neoklassik zu erschaffen.
„Manos“ ist dabei wohl eine direkte Fortsetzung ihrer Doppelkassette „Like All Mornings“, die letzten Monat rauskam.


VIVIANKRIST - Dans som en katastrofe
In der Frequenz, in der Vivian Slaughter ('of Gallhammer Fame') die Veröffentlichungen ihres Elektronik-/ Japanoise-Soloprojekts VIVIANKRIST raushaut, kommt man ja auch schon nicht mehr ganz mit, denn „Dans som en katastrofe“ erschien schon wieder überraschend am vergangenen Freitag. 

 
YACHT COMMUNISM - Discovery EP
Relativ überraschend haben die Berliner Post-Punks von YACHT COMMUNISM (hier schon mal vorgestellt) gerade drei neue Songs rausgetan.
Darunter eine Coverversion der Crusties His Hero is Gone (Vorgängerband von Tragedy).



Und sonst noch?

Talking ‘bout Hot Snakes-/ RFTC-Dunstkreis: Auch die passablen Instrumental-Psychedelic-Rocker EAR
THLESS haben diese Woche ein neues Album raus. Kommt via Nuclear Blascht, was natürlich erstmal eher abturnt. 


Auf Rocket Recordings erscheint Freitag eine Zwei-Song-EP der eigenwilligeren schwedischen Psychedelic-Rocker VED


Unter Genre-Freunden konnten sich BLACK CAPRICORN mit ihrem esoterisch und okkult eingefärbten Psychedelic-Doom bereits den einen oder anderen Fan erspielen.
Das eigentlich schon 2014 als CD und LP veröffentlichte Album „Cult of Black Friars“ wurde diese Woche dann auch erstmals auf ihrer Bandcamp-Seite verfügbar gemacht (für 6,66)


Kann man ja außerdem mal erwähnen: Die schwedischen Thrash-Death‘n’Roller THE CROWN hauen diese Woche, nach zwei lahmen Stinker-Alben, einen neuen Longplayer via Metal Blade Records raus, der von einigen Szenegeschmackspolizisten der entsprechenden Fachpresse als Return-to-Form gepriesen wird. 
(Vor allem das 1999er "Hell is Here" und das 2002er "Crowned In Terror" fand ich ja damals auch ziemlich geil.)
Vielleicht liegt’s an mir, dass mich die Vorab-Videosingles von „Cobra Speed Venom“ nur mäßig ansprachen und ich aus solchem, auf mehreren Ebenen nach Zahlen gemalten Plakativ-Metal mit spürbarem Hauch von Altherrenträgheit dann halt auch wirklich mal gänzlich rausgewachsen bin, weil in derartigen Genre-Gefilden
alles schon doppelt und dreifach gesagt worden ist, aber… nun ja. Mir braucht man 2018 mit sowas wohl einfach nicht mehr zu kommen. Auch wenn THE CROWN den energischen Spielwitz im Vergleich zu besagten Vorgängerwerken spürbar angezogen bekommen haben, bleibt die "Kreator, Immortal und co."-Klischeekarikaturenkiste bei mir wohl inzwischen geschlosen.  

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