Dienstag, 20. Februar 2018

Dieser Tage raus (KW08)

Diese Woche mal nicht so ganz genau nehmend alphabetisch aufgelistet, weil.

CRIMINAL BODY - s/t
Die Nachfolgeband der Nachfolgeband von Alpinist ist von ihrem intensiven Crust-Geballer weggegangen, um auf den aktuell immer weiter um sich greifenden en Postpunk-Zug zwischen Goth-Schulterblicken und Noiserock-Anleihen aufzuspringen. Kann man von halten, was man will, denn es scheint ja inzwischen von Hardcore-Punks bis Black-Metallern ein weit verbreitetes Ding zu sein, einen derartigen Schritt zu gehen.
Das selbstbetitelte Debüt der Jungbluth-Reinkarnation erscheint diese Woche bei This Charming Man. Und man ist durchaus gespannt drauf.



GEWALT - Wir sind sicher
Ebenfalls bei This Charming Man erscheint diese Woche offiziell die auf Tour bereits erhältlich gewesene neue 7“ von GEWALT, auf der vor allem die etwas Big-Black-mäßige B-Seite „Guter Junge/ Böser Junge“ der absolute Knaller ist.


CULTUS PROFANO - Sacramentum Obscurus
Man sollte sich davon, dass das französische Blut-aus-Nord-Hauslabel Debemur Morti Productions in der Vergangenheit auch Avantgardisten und Leftfield-Metaller wie Terra Tenebrosa, Lattitudes oder Year Of No Light veröffentlicht hat nicht zu sehr in die Irre führen lassen, denn in erster Linie ist und bleibt DMP eine Black-Metal-Marke. 

Was man sehr gut am Release dieser Woche sieht bzw. hört, denn CULTUS PROFANO sind „Old School 2nd Wave Black Metal“ as F. Angefangen vom Bandnamen und der Verpackung in Corpsepaint und Stachelarmband, bis hin natürlich zur Musik, die nichts für Leute auf der Suche nach was originellem ist.


DEAD KITTENS - Pet Obituaries
Eine niederländisch-israelische Duoformation aus Berlin bietet auf ihrem diese Woche via Noisolution veröffentlichtem Debüt sowas wie Gute-Laune-Rock zwischen purem Punk, Stoner-Aura und Neunziger-Nostalgie, letzteres weil zwischen Alternative und Hardcore irgendwie alles geht.
Dazu gibt’s dann auch noch den einen oder anderen schrillen Videoclip.
 


DEATHBELL - With The Beyond
Ernsthafte Konkurrenz für Windhand und co.? Französisch-irischer Stoner-Doom,
mit Frauenstimme, aus der Electric-Wizard-Schule. 
Heavy, hypnotisch und psychedelisch.
 
FITNESS –ing 
Was für eine herrlich seltsame Band?! Die mir als „No Wave mit dezenter Pop-Schlagseite und kantiger Gitarrenarbeit“ in der groben Ecke von Sonic Youth und Mission of Burma nahegelegt wurde. Was wohl dann auch ganz gut umreißt, warum es trotz aller Schrägheit doch auch irgendwie so ein bisschen wie schon mal gehört klingt...


FUNERAL ELECTRICAL - City Laments
Gleich zwei Neben-Spielwiesen der mehr als passablen und an mehreren Fronten kreativen US-Stoner-Rocker Across Tundras haben gerade was neues übers eigene Digital-Label Electric Relics Audio Artifacts abgeworfen: 

Auch wenn der Name es nahelegen würde, geht FUNERAL ELECTRICAL dabei in keine Sabbath’sche Richtung, sondern ist eher in Ambient-/ Postrock-Region angesiedelt, mit Drumcomputer, Synths und Gitarre.


INGET NAMN  CIMITERO SENZA CROCI - The Redemption of Nameless
Electric Relics Audio Artifacts zum zweiten: Eine Ambient-/Drone-Kollaboration von INGET NAMN alias Tanner Olson (Across Tundras, Funeral Electrical) und dem laut eigener Aussage Spaghetti-Western-beeinflussten Solokünstler CIMITERO SENZA CROCI.


INKASSO MOSKAU - Die Sünde
Die 2015er „Motorsäge“ LP der Osnabrücker INKASSO MOSKAU fand ich mit dem darauf gebotenen Grindcore-Punk ja schon ganz cool.
Auf dem diese Woche bei Bakraufarfita Records erscheinendem „Die Sünde“ scheinen sie noch mal gehörig aufgestockt zu haben, denn es lassen sich derbe Black-Metal-Anleihen, geile Schrägheiten und fette Grooves im Stilmix raushören.
Schwer Bock drauf!



INSECT ARK - Marrow Hymns
Erstmal die Namedropping-Historie abhaken: Dana Schechter war kurz nach der Jahrtausendwende mal für zwei Alben Mitglied von
Swans-Chef Michael Gira’s Angels of Light und hatte eine eigene Dark-Folk/ Indie-Pop-Band namens Bee and Flower, die echt toll, aber für größere Aufmerksamkeit von weiter außen wohl doch zu Sparte war.
Mit INSECT ARK hat sie sich inzwischen experimentellerer Musik mit Krautrock- und Drone-Metal-Kane zugewandt. Die für Qualität mit Blicken über den Tellerrand bürgenden Profound Lore veröffentlichen dieser Tage den zweiten Langspieler.  



KEIJI HAINO & SUMAC - American Dollar Bill...
Habe ich hier nicht schon öfter mal erwähnt, dass ich eigentlich nicht der größte Fan von Aaron Turner (u.a. Isis, Old Man Gloom, HydraHead Recordings) bin? Bei seinen Bands und Projekten habe ich oft das Gefühl, das sie zwar irgendwie gut gemeint sind, aber eben nicht in voller Konsequenz wirklich geil. Von Isis z.B. fand ich nur ein Album wirklich gut und SUMAC sind u.a. wegen ihrer herausragenden Rhythm-Section auf den ersten Blick recht spektakulär - so wirklich hängenbleiben will davon bei bei mir aber trotzdem nix.
Diese Woche gibt’s jedenfalls eine Kollaboration mit dem japanischen Avantgarde-Altmeister KEIJI HAINO.



KUSARI GAMA KILL - Damn You Rainer Schulte
„Harsh-Noisecore“, die erste: Die dänischen KUSARI GAMA KILL verstehen sich als „Free Form Noisegrind“ und kombinieren Power-Electronics, Vocals und Schlagzeuggeballer. 

Dabei sind sie mit einem der Zehnminüter von "Damn You Rainer Schulte" außerdem noch auf einer Split vertreten…

NASOPHARYNX / KUSARI GAMA KILL - Malignant Astrovirology [split EP]
…auf der die anderen neun Tracks von NASOPHARYNX stammen, bei dem es sich wiederum um ein Soloprojekt mit Drumcomputer handelt, welches etwas macht, was man wohl so Cybergrind nennt… 



MAMUTHONSE - Fear On The Corner
Beim britischen Label Rocket Recordings weiß man, dass man nix alltägliches vorgesetzt bekommt. Die italienischen MAMUTHONSE z.B. folgen einer ganz eigenen Psychedelic-/ Krautrock-Formel, die elektronische Dance-/ Indietronic-Anwandlungen Richtung LCD Soundsystem mit sowas wie Spacerock unter einen Hut bekommt.



NOSEHOLES - Danger Dance
Das Spex-Magazin geht völlig ab: NOSEHOLES aus Hamburg „spielen durchgeknallten No Wave, der aus der Zeit fällt“. Post-Punk, New Wave, No Wave, Jazz-Punk, Disco-Not-Disco und Art-Funk sind Eckpfeiler der Erklärungsversuche, mit denen man sich ihrem eigentümlichen, ja regelrecht wie retrofuturistischem Frühachtziger-Avantgarde-Stilmix annähert.  
Einen gewissen Charme kann man dem Ganzen allerdings auch mit im Dorf gelassener Kirche nicht absprechen!



REPTILIAN RACE  - The Industrial Sessions / Heavy Metal Van Hammer / Walking on the Moon
Die zuvor nur auf Soundcloud aktiven Noiserocker/ Weirdo-Punks/ Sludger REPTILIAN RACE haben nun auf ein mal doch eine Bandcamp-Seite, auf der sie die Demo-EPs „The Industrial Sessions“ und „Heavy Metal Van Hammer“, sowie ihre erstaunlich okaye Doom-Version meines The-Police-Lieblingssongs „Walking on the Moon“ (hätte ich selbst mich so nicht getraut!) hochgeladen haben:



RUSSIAN BATHS - Penance
Ein sich Gitarren und Gesang teilendes Paar aus Brooklyn plus Rhythm Section passt mit seinem Post-Punk-Kram zwischen verträumt-poppigen Gangarten und krachig rockenden Ausbrüchen ja schon so ein bisschen in den derzeitigen Underground-Zeitgeist, oder? 
Mit „Slernderman“, „What’s Your Basement“ und „Poolhouse“ gibt’s drei Songs davon derzeit auf dem Soundcloud-Account des Labels Good Eye Records zu hören. 

Keine Ahnung, ob und wann das Ding auf der Bandcamp-Seite der Band online gehen wird.

SABBATH ASSEMBLY - Exsanguinata
Scheinbar diese Woche erst bei Bandcamp online, obwohl nicht mehr ganz so frisch, ging mit „Exsanguinata“ der Soundtrack für einen gleichnamigen Film, an dem die ja generell schon etwas theatralische Konzept-Doom-Band auch selbst mitwirkte.
Es geht dabei übrigens um Gräfin Bathory.



TREEDEON - Under The Manchineel
Yvonne de Lunch und Arne von Ulme legen via Exile On Mainstream Records das zweite Album ihrer-Sludge-Doom-Band TREEDEON vor.
Da ich das erste schon ganz gut fand und EOM eh ein tolles Label ist, hatte mich mir dieses Teil tatsächlich ungehört vorbestellt, bereits auf dem Plattenteller rotieren lassen und bekam dabei bisher den Eindruck, dass das relativ facettenreich irgendwo zwischen Punk-/ HC-Spirit, Noise-Wand und Stoner-Metal dröhnende Trio eher noch mal ein Eckchen sperriger geworden ist.
Was mir persönlich ja tatsächlich ziemlich gut gefällt!


THE VERBODEN BOYS - Band From Reality: The Complete Demos
„Noisecore“, die zweite: Mit gesammelten Aufnahmen von 15 Songs Tracks in 18 Minuten präsentiert uns auch diese belgisch-britische (?) Freundschaft eine Kombination aus purem Lärm, Vocals und Blastbeatgeballer. Man driftet dabei allerdings doch recht deutlich eher in Richtung totaler Noise-Nonsense mit Rockinstrumentierung ab, als in die, vielleicht doch mal musikalische Strukturen andeuten zu wollen, oder die, tatsächlich in Harsh-Noise-Regionen abzurauschen.



VIVIANKRIST - distress
Uuund die nächste Ladung experimenteller Elektronik von VIVIANKRIST alias Vivian Slaughter of Gallhammer Fame.



WAKE – Misery Rites
Sowing The Seeds Of A Worthless Tomorrow” war ein krasses Album, das den Grindcore der kanadischen WAKE komplex und düster in eine ganz eigene Liga katapultierte.
Trotzdem waren beim Essener Konzert im vergangenen August nur eine Handvoll zahlender Gäste. Was läuft eigentlich falsch bei Euch?
Anyway… Geschmackselitäre Krawallmusikgourmets sind auf den diese Woche kommenden Nachfolger gespannt.


WHITE HILLS + DBaticotlh - Desire
Während das genaue Veröffentlichungsdatum von Anfang an etwas schwammig war, kam
via Ván Records gerade diese Kollaboration vom Psychedelic-Pärchen WHITE HILLS aus New York und dem scheinbar immer noch Diskussionsbedarf aufwerfendem, österreichischen Weirdo-Projekt DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND raus.
Beides Bands, die ich aus unterschiedlichen Gründen bisher eher vernachlässigt hatte...
Geboten wird dabei sowas wie Krautrock der eigenwilligeren Sorte.


Und sonst noch?


Beim dänischen Elektronik- und Noise-Spezialistenlabel Posh Isolation sind drei neue Releases digital und als Tape raus: 
Das Duo KYO widmet seine beiden Live-Aufnahmen von „Vi Byder Sommeren Ind / Vi Tackar För Sommaren“ dem Kommen und gehen des Sommers.
Hinter "The Translator” von LOKE RAHBEK & JULIA LANS NOWA steckt eine kommissionierte Kollaboration für das Berliner Pop Kultur Festival, die vergangenen August eingefangen wurde.
Und dann hätten wir noch "Affiliations" von VANITY PRODUCTIONS: Zwei kurze Synthie-Arbeiten, die sich mit dem Thema moderner Kommunikation auseinandersetzen.


Die japanischen Doom-Crust-Death-Kings COFFINS veröffentlichen wohl außerdem gerade 'ne Split mit ihren Hardcore-Landsleuten SECOND TO NONE. 

Und der von Downfall of Gaia bekannte PETER WOLFF hat diese Woche sein Solo-Debütalbum „Repeat“ auf My Proud Mountain am Start. Das Ganze geht grob in Richtung Ambient/ Drone/ Elektro-Neoklassik. 

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