Dienstag, 6. Februar 2018

Dieser Tage raus (KW06)

Here we go again...

AGAINST THE GRAIN - Cheated Death
Zu Musik, die für mich in eine Schublade passt, die ich seit eh und je als das Klischee von „Biker-Kneipen-Rock“ bezeichne, habe ich ein sehr ambivalentes Verhältnis. Einerseits läuft meiner Meinung nach bei jedem, der bei gut-handgemachtem Rock mit dreckigem Charme und energischem Schmiss nicht zumindest ein bisschen mit dem Fuß mitwippt definitiv irgendwas falsch. Andererseits ging mir diese derweil immer weiter um sich greifende Retro-Seuche von bärtigem Altherren-Rock bis Alte-Schule-Metal in Klotzturnschuhen schon auf den Sack, laaaange bevor sich das Visions Magazin als Entdecker von Kackdavar aufspielen musste und jetzt auf ein mal so tut, als wäre das letzte Jahrzehnt, in dem man allzu hardrockiges/ metallisches kaum mit der Kneifzange anfassen wollte und stattdessen lieber mit in unerträgliche Hype-Hörner wie Wir sind Helden und Deichkind getutet hat, nie gewesen.
Anyway. Ripple Music veröffentlicht diese Woche das neue Album von den amerikanischen Jungspunden AGAINST THE GRAIN, die jener neuen Genration an Hardrock-/ Metal-Bands angehören, welche genauso in eine Stoner-Aura verpackt daherkommen, wie sie kraftvoll Gas geben können. Originell ist was ganz anderes, aber sie machen das tatsächlich mit einer gewissen jugendlichen Frische, die nicht unsympathisch ist. 



GAUCHE - Siesta Cinema
In der Reihe der Wiederveröffentlichungen von den australischen GAUCHE, die zu Lebzeiten schubladenübergreifende Musik zwischen Trip-Hop, Jazz, Pop mit Gypsy-/ Zirkus-Einflüssen und whatnot fabrizierten, hat Art As Catharsis - ein Label das man für interessante Musik von schön über schräg bis derbstens neben Marken wie Denovali, RareNoise oder Ipecac immer mit auf der Rechnung haben sollte - diese Woche das Abschiedsalbum „Siesta Cinema“  am Start.



GNAW THEIR TONGUES - Genocidal Majesty
Das niederländische Industrial-Black-Metal-/ Noise-Geballer-Projekt (oder sowas ähnliches) GNAW THEIR TONGUES lief bei mir bisher ja immer so ein bisschen unter „och joah, ganz netter Krach, aber haut mich jetzt auch nicht so um, dass ich Tonträger davon anhäufen müsste (gerade auch bei diesem hohen Output)“.
Mit dem neuen Release über das belgische Qualitätslabel Consouling Sounds kann man aber mal wieder reinhören, wo das Ganze gerade so stehen mag.
Bei zwei Songs macht Chip King von The Body mit. Das nennt man dann wohl „Match made in Hell”.



ISON - Andromeda Skyline
Daniel Änghede (Crippled Black Phoenix) und Freundin legen ihre zweite EP als ISON vor.
Goth-, Folk-, Metal- und Shoegaze-beeinflusst kombinieren sie Drone-/ Ambient-Musik mit zweistimmigem Gesang.
Der esoterische Aspekt des Ganzen ist auch bei der Verpackung nett umgesetzt worden, weswegen sich Freunde physischer Tonträger vielleicht beeilen sollten, noch ein Exemplar der limitierten CD-Auflage zu schießen. 


THE ATLAS MOTH - Coma Noir
Wenn ich mal ganz ehrlich bin, haben mich THE ATLAS MOTH in der Vergangenheit mit ihrem sehr unentschlossen zwischen den Stoner-/ Sludge-Metal- und Psychedelic-/ Postrock-Stühlen stehendem Stil eher so ein bisschen gelangweilt. Konnte auch ‘ne Split mit den sehr geschätzten Kanada-Krawallieren Ken mode nix dran ändern.
„Coma Noir“ soll die Band nach einem Personalwechsel auf dem Drumhocker nun allerdings auf ein mal von einer knackig-metallischer abrockenden Seite zeigen, worauf der Vollständigkeit halber mal hingewiesen sei.



WHALER - Keep
Hinter WHALER steckt Francisco Ramirez, ein Mitglied des Milwaukee-Noiserock-Trios Volunteer, der sich unter diesem Alter-Ego an Ambient-/ Noise-Experimenten versucht und zwei neue Tracks am Start hat:


Und sonst noch?
 

Das britische Label NEGATE EVERYTHING veröffentlicht Tapes, plus Bandcamp-Downloads zu „Name Your Price“-Konditionen, von LoFi-Rock über Psych-Punk bis Raw-Black-Metal.
Vergangenen Freitag erscheinen folgende zwei Releases:

PSTENCH - Only The Dumb Will Survive 
Noisiger Garage-Punk mit etwas neben der Spur knödelschmetterndem Frontmann. Hat schon auch ein bisschen was von Bands der AmRep-Hochzeit wie God Bullies, Cows oder Lubricated Goat.



PRISON SHOWER - Voyeur
Ein Song nah an der 8-Minuten-Marke bietet sowas wie Sludge-Geschleppe im Garagen-Sound, zwischen repetitivem Rumpel-Charme und schwarzmetallischen Krächz-Vocals; als wäre Nattefrost mit Drunks With Guns oder Drunk in Hell als Backing-Band unterwegs, um mit ihnen einen Mash-Up aus Flipper/ „My War“-Blag Flag/  Brainbombs und Hellhammer/ Celtic Frost zu zelebrieren. Ein zweiter, noch längerer Track geht in Richtung Noise-Experiment. I like!


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